Helden auf vier Pfoten: Die ASB Rettungshundestaffel Allgäu zu Gast im AllgäuHit Kaffeeklatsch
Shownotes
m AllgäuHit Podcast Kaffeeklatsch dreht sich diesmal alles um echte Lebensretter: Silke Hartmann und Karin Lang, Leiterin der ASB Rettungshundestaffel Allgäu, sind zu Gast. Sie erzählen, wie Rettungshunde ausgebildet werden, was sie im Ernstfall leisten und welche besonderen Momente sie bei Einsätzen erlebt haben. Ein spannender Einblick in Teamarbeit, Ehrenamt und die unglaubliche Verbindung zwischen Mensch und Hund.
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00:00:02: Der Allgäu-Hit Kaffee-Clutch wird präsentiert von den Lebensgestaltern.
00:00:06: Stundenweise Zuwendung
00:00:08: statt getakteter Hektik.
00:00:10: Dein ambulanter Dienst im Allgäu für Pflege und Betreuung mit Zeit.
00:00:15: Heute ist immer zu dritt im Studio.
00:00:17: Heute ist das Thema Arbeiter Samarita Bund und von da die Rettungshunde Staffel hier im Allgäu.
00:00:25: Dann darf ich euch, glaub ich, gerade mal selbst vorstellen lassen.
00:00:30: Wer ihr seid, herzlich willkommen hier.
00:00:32: Hallo, hier ist die Allgäuer Rettungshundestaffel vom Arbeiter-Sameritter-Pund.
00:00:38: Ich bin die Staffeleitung, mein Name ist Karin Lang.
00:00:41: Und dabei habe ich die Silke, die ist meine Verstärkung in der Leitung und Ausbilderin.
00:00:48: Ja.
00:00:48: Und dann haben wir noch mehr Verstärkung.
00:00:50: Wir haben heute unseren Altstar dabei, die Kjella.
00:00:54: Das ist ein holländischer Schäferhund und die darf heute mit.
00:00:58: Herzlich willkommen.
00:01:00: Hallo zusammen.
00:01:02: Heute stehen die zwei Beiner, aber auch die vier Beiner, so ein bisschen im Mittelpunkt des Kaffeklats.
00:01:08: Heute sind Vertreter oder auch die Leiterin der ASB Rettungshunde Staffel Allgäu da.
00:01:14: Nochmals herzlich willkommen.
00:01:16: Muss sie natürlich beide fragen.
00:01:19: Wann seid ihr auf den Hund gekommen?
00:01:21: Jetzt nicht nur in Form eurer ehrenamtlicher Arbeit, sondern wahrscheinlich schon als Kind, oder?
00:01:26: Wie war es bei Ihnen, Frau Lang?
00:01:28: Also ich bin mit einem Schäferhund erst mal aufgewachsen, der mir schon als Baby quer über das Gesicht geschleckt hat.
00:01:35: Dann kam ein Rauerdackel, der sehr eigensinnig war und sehr viel Selbstbewusstsein hatte.
00:01:42: Dann mit Ausbildung und Studium war es nicht möglich, ein Hund zu haben und erst als wir ein eigenes Haus hatten, dann haben wir uns ein Hund aus dem Tier heim geholt.
00:01:50: Also so ein Hund war immer ein Thema bei Ihnen, oder?
00:01:52: Und war
00:01:52: immer ein Thema, dazwischen war Katze und Mehrscheinchen.
00:01:57: Aber Hund war schon immer ein großer Wunsch.
00:01:59: Und Frau Hartmann, bei Ihnen auch Sie sind wahrscheinlich mit vier Beinern irgendwo groß geworden?
00:02:05: Ja,
00:02:05: allerdings nicht in der eigenen Familie.
00:02:07: Okay.
00:02:08: Da gab es keine Hunde.
00:02:10: Mutter hat sich immer geweigert, weil es im Haus noch Hunde gab, sagte immer sei genug, was mich nicht gehindert hat, ständig bei den Hunden zu sein.
00:02:20: Ein eigenen Hund habe ich tatsächlich erst bekommen, nachdem ich im Arbeitsverhältnis war, also erst als Erwachsene dann mehr durch Zufall, weil der Hund eigentlich zu meinen Eltern sollte und das hat
00:02:34: nachher
00:02:35: nicht geklappt und da mussten wir den mehr oder weniger übernehmen.
00:02:40: Ja, was
00:02:41: ich natürlich toll fand, aber was am Anfang arbeitstechnisch nicht ganz einfach war.
00:02:46: Und so bin ich dann zum ersten Hund gekommen.
00:02:49: Das ist interessant, weil ihr seid ja beide in der Rettungshunde Staffel sehr aktiv.
00:02:55: Wir haben es ja schon gesagt, sie sind die Leiterin.
00:02:57: Das ist ein ehrenamtliches Arbeiten.
00:02:59: Vielleicht ein, zwei Sätze zum Arbeiter Samaritan Buntermal nur so, was verbüllt sich hinter dem ASB, wer ja abgekürzt heißt.
00:03:08: Der Arbeiter Samaritabund, den gibt es ja bundesweit, aber ist gegliedert in Regionalverbände.
00:03:15: Und unser Regionalverband ist praktisch seit zweitausend der Originalarbeiter Samaritabund Allgäu.
00:03:23: Der war vorher anders gegliedert und seit zweitausend mit Sitz in Hindelang und Kaufbeuren.
00:03:28: Und er betreibt Pflegeheime.
00:03:32: Und Seniorenheime, Sanitätsdienstausbildung.
00:03:36: Genau, weil dieses Portfolio ist weit gefächert.
00:03:39: Also ganz unterschiedliche Bereiche.
00:03:41: Dann haben sie Sozialstationen, ambulante Pflege, dann Hausnotruf.
00:03:47: Pflegeberatung.
00:03:48: und was der ASB noch besonders hier hat, ist der Wünschewagen.
00:03:52: Das heißt,
00:03:53: dann
00:03:53: kann man wirklich Fahrten machen als letzten Wunsch und das wird dann unterstützt.
00:03:58: Dann gibt es die Rettungshundestaffel und die Sanitätsausbildung und dann wird auch Sanitätsdienste geleistet bei Veranstaltungen.
00:04:08: wirklich ein vielfältiger Bereich.
00:04:11: Das ist ehrenamtlich, zumindest auch, was sie machen, beide in der Rettungs-Hunde-Staffelabteilung.
00:04:18: Wann waren so ihre ersten Berührungspunkte vielleicht auch mit dem ASB oder dass sie sagen, ach, sie möchten sich ehrenamtlich irgendwo in der Gesellschaft oder für die Gesellschaft auch einbringen?
00:04:30: Weil es ist ja ein wichtiger Bereich, wo sie unterwegs sind und ihre
00:04:34: Zeit geben.
00:04:36: Also Rettungshundestaffel, ich hab mal die Rettungshundler durch die Stadt gehen sehen und da dachte ich, boah, hey, das der die auch gern machen.
00:04:43: Und dann hatte ich aber nicht den richtigen Hund dazu, ich hatte den Scheldi.
00:04:47: Und dann hatte meine Tochter ein Bordermischling und ist aber dann ausgezogen und die Kinder waren aus dem Haus.
00:04:54: Und dann hatte ich jetzt diesen einjährigen Bordermischling.
00:04:57: Und was tun mit dem, der soll beschäftigt werden.
00:05:00: Und die Silke, die kenn ich schon vom ... Das heißt vom Bundesportverein Kämmten und da haben wir zusammen Ovidians gemacht und dann kam plötzlich Rettungswunderarbeit, weil der Hund das gerne macht.
00:05:17: Ja und bei Ihnen, Frau Hartmann, wann haben Sie gesagt, ich möchte eigentlich gern was zurückgeben eventuell?
00:05:24: Und bei mir war es eigentlich so, dass der Hund uns so gefordert hat, dass wir nicht wussten, was wir mit der noch anstellen sollen.
00:05:31: Das ist jetzt circa fünf und dreißig Jahre her.
00:05:33: Das war der erste Hund, war ein Appenzellermischling mit einem Wahnsinns-Temperament.
00:05:39: Und
00:05:39: wir sind immer mit ihr auf den Trimmdicht gefahren, weil der Hund hat Trimmdicht gemacht und nicht wir, weil sie immer beschäftigt werden musste.
00:05:46: Und dann gab es von der damaligen Allgäuer Rettungshunden, also eine andere Rettungshunde Staffel.
00:05:53: Ein sogenanntes Casting, wo man sich melden konnte, um mal zu schauen, ob der Hund eventuell begabt ist.
00:06:00: Und so kam ich tatsächlich das erste Mal mit einer Rettungshundestaffel in Verbindung und habe diesen Hund dann auch dort ausgebildet bis zum Einsatz.
00:06:09: Hier ist der Kaffeeklatsch.
00:06:11: Amar-Donnerstag.
00:06:12: Heute geht's mit der Rettungshundestaffel.
00:06:16: Zumindest gedanklich ein bisschen nach draußen, aber auch noch in die Konstellation.
00:06:21: Wie viele Leute seid ihr denn hier bei der Rettungshundestaffel Allgäu vom ASB?
00:06:27: Also wir haben aktive Hundeführer, sind etwa dreizehn.
00:06:31: Mit sechzehn Hunden, das heißt, manche haben zwei Hunde.
00:06:35: Dann haben wir geprüfte Flächenhunde, sind vier.
00:06:40: Und zwei sind geprüft.
00:06:41: für Mentrelling und passive Mitglieder haben wir noch vier.
00:06:45: Das heißt, wir haben letztendlich sechs Einsatzhunde und sechs Helfer.
00:06:49: Und wenn ich das jetzt so richtig rausgehört habe, das ist ja immer ein Privathund von den Pipeln, die da als ehrenamtlich erscheinen oder sich ehrenamtlich engagieren.
00:07:00: Das sind immer Privathunde.
00:07:01: Das sind unsere eigenen Hunde, die werden auch von uns versorgt, tierärztlich versorgt.
00:07:06: Also das ist alles reine Privatsache.
00:07:09: Das ist voll krass, man muss ja
00:07:10: eigentlich,
00:07:11: wie ist das so eine Informationskette?
00:07:13: Wie kommt man zum Einsatz?
00:07:15: Oder bei der Kiella, wann wird sie angefordert?
00:07:19: Oder wann muss sie raus ins Gelände?
00:07:22: Wie ist das so ein bisschen die Informationskette?
00:07:25: Also Kiella wird jetzt nicht mehr angefordert, die ist in Rente, die hat schon eine Ehrenplakette bekommen.
00:07:31: Wir werden angefordert.
00:07:34: Es passiert irgendwas und dann wird ja die Polizei alarmiert und die Polizei ist oberster Einsatzleiter.
00:07:40: Und wenn die Polizei denkt, es wäre jetzt ganz gut, die Rettungshunde mit einzusetzen, dann melden die sich bei dem Leiter-Rettungshund.
00:07:48: Das heißt, das wird von BRK, also heirische rote Kreuz und Johannita, gibt jeweils ein Leiter-Rettungshund, der wird dann alarmiert über die ELS.
00:08:01: Und der setzt sich dann mit der Polizeienverbindung und dann wird besprochen, was kann man tun?
00:08:05: Und dann fragt dieser Leiter Rettungshund uns an, was könnt ihr zur Verfügung stellen?
00:08:12: Und dann müssen wir sofort Rückmeldung geben.
00:08:14: Das heißt, ich muss in meiner Gruppe schnell abfragen, wer hat Zeit, wer kann, wer kann sofort, wer kann vielleicht später?
00:08:22: Und dann ergeb ich das weiter an diesen Leiter Rettungshund.
00:08:27: Und sage ich, ich habe so und so viel Flächenhunde oder Menträler.
00:08:31: Es ist auch noch ein Unterschied, was angefordert wird.
00:08:34: Meistens zuerst der Menträler.
00:08:36: Da müssen wir noch, das müssen wir für den Leid danach ein
00:08:39: bisschen, ja,
00:08:40: ja, genau so auseinander differenzieren.
00:08:42: Flächenhund haben Sie jetzt ja ja schon ein paar Mal erwähnt.
00:08:46: In welche Kategorien sind die Hunde da unterteilt von ihren Fähigkeiten hier?
00:08:52: Also wir haben ausgebildete Flächenhunde, das heißt, wenn jemand im Wald zu suchen ist, wenn wenig Menschen da sind, dann bekommt der Hund keinen spezifischen Geruch, sondern sucht ein bestimmtes Gebiet ab.
00:09:04: Das bekommen wir auch vom Leiterrettungshund oder von der Einsatzleitung, bekommt dieser Hund oder dieses Team ein bestimmtes Gebiet und das muss er absuchen.
00:09:15: Der Mentreler, das ist ganz anders, der bekommt einen spezifischen Geruch.
00:09:21: Und da muss man ganz ordentlich sein, um den zu sichern.
00:09:24: Und der startet dann meistens von einer Wohnung oder vom Altersverein, je nachdem, wo die Person gewohnt hat und die Ausgangslage beurteilt werden kann, wo der gestartet ist.
00:09:37: Und von da aus verfolgt dieser Hund an der Leine den Geruch.
00:09:42: Und dieser Trümmerhund, die haben wir auch, die sind praktisch, wenn eingestürzte Häuser sind, da einzusetzen.
00:09:50: oder auch eine Häusersuche.
00:09:51: Die waren speziell trainiert
00:09:54: für
00:09:55: eine Häusersuche, dass die alleine selbstständigen Haus vom Dachboden bis zum Keller absuchen können.
00:10:03: Die zweite Kategorie von Hund, das kennt man so ein bisschen aus, so Grimmys.
00:10:08: Da kommen die Polizisten oder dann diese Leiter von dieser Rettungshunde Staffel, haben eine Plastiktüte, holen da irgendwie, keine Ahnung, einen Schal raus, was die Person irgendwie mal getragen hat und lassen den Hund so schnüffeln und ab die Post.
00:10:22: So ist es dann realistisch dargestellt.
00:10:24: Ja, und
00:10:24: gestessen ist es besser geworden, weil am Anfang war das eine Katastrophe.
00:10:28: Also wenn man so ein Krimi gesehen hat und wie die da gearbeitet haben, da darf man um Gottes Willen.
00:10:32: So nicht, aber die haben sich auch schon verbessert.
00:10:35: Also langsam wird es reeller.
00:10:37: Wir haben es heute um und über.
00:10:39: die Rettungshunde startet hier im Allgäu.
00:10:41: Die Kieler, Frau Hartmann, das ist ihr Hund.
00:10:44: Ja.
00:10:44: Die ist in einer Rente, das haben wir ja schon mitbekommen.
00:10:47: Ja, genau.
00:10:47: Die ist elf.
00:10:49: Eignen sich bestimmte Hunde Rassen für eine bestimmte Tätigkeit jetzt in der Rettungshunde-Staffel?
00:10:56: Also es ist nicht so, dass wir Hunde nach den Rassen aussuchen, weil es sind mehr die Eigenschaften, die die Hunde mitbringen.
00:11:04: Wir möchten Hunde, die sozial sind, die also aufgeschlossen sind, die sehr viel Temperament mitbringen und sehr viel Arbeitsfreude mitbringen.
00:11:14: Die Couch-Potatoes sind nicht.
00:11:17: nicht geeignet für diese Art von Arbeit, wenn man nur denkt, dass man bei Nacht raus muss, bei schlechtem Wetter raus muss, dass die Hunde auch arbeiten müssen, wenn mal was unangenehm ist und die Arbeit trotzdem fortführen müssen.
00:11:29: Also sie brauchen schon ein gewisses Temperament und einen den Wunsch, sie müssen den Wunsch mitbringen.
00:11:35: selbst was zu tun und sie müssen engagiert sein.
00:11:38: Das ist eine Grundvoraussetzung.
00:11:40: Aber die
00:11:40: Rasse ist nicht wirklich der Punkt.
00:11:41: Wir haben in der Rettungshunde Staffel lauter verschiedene Rassen.
00:11:45: Jetzt habe ich davor in einmal so diese langen Schnäuze mitbekommen, also alle
00:11:49: Hunde, die
00:11:50: lange Nase haben.
00:11:51: Also so wie ein Schäferhund, der wäre mit dabei so ein Yorkshire Terrier oder so so ein kleines Schoßhündchen.
00:11:57: Nee.
00:11:59: Es gibt auch bei den ganz kleinen, total engagierten, die durchaus können, wenn man an so einen kleinen Pinscher denkt, oder so, die auch sehr viel Temperament mitbringen, die können durchaus auch arbeiten, wie es Man-Trailing machen.
00:12:11: Vielleicht nicht gerade in den Brombeeren rumrennen, weniger gut geeignet.
00:12:16: Natürlich möchten wir Hunde, die aufgrund
00:12:20: ihres Körper
00:12:22: Also heißt auch der langen Nase entsprechend viel Riechvermögen mitbringen, weil das die Grundvoraussetzung für die Suche, die wir machen.
00:12:29: Hallo am Donnerstag hier ist der Kaffee Klatsch.
00:12:31: Es geht um und über die ASB-Rettungsfunde Staffel Allgäu.
00:12:36: Frau Lange, kann man das so sagen, wie viele Einsätze sie vielleicht zum letzten Jahr hatten?
00:12:41: Das wird natürlich auch dokumentiert oder notiert.
00:12:44: Man macht ja auch dann immer so eine Jahresbilanz.
00:12:47: Ja, also Alarmierungen hatten wir sehr viele.
00:12:50: Das waren, also ich zähle gerade, fünf, fünfzig übers Jahr und ich bin selbst dreiundzwanzig davon gelaufen.
00:12:58: Wahnsinn.
00:13:00: Das ist jede Menge.
00:13:01: Überhaupt schon die Gesamtanzahl und dass sie dann auch
00:13:03: da
00:13:06: bei der Hälfte quasi mit dabei waren.
00:13:08: Kommen die nachts, die kommen ja irgendwann anrufige.
00:13:11: Ja, das ist ganz verschieden, also seltenst am Tag.
00:13:16: Bei Nacht und schlichten Wetter.
00:13:18: Wenn bis zehn nix kommt, dann ist es vielleicht ein bisschen ruhiger, aber zwischen zehn und zwei kann dann auch wieder was sein.
00:13:25: Also man muss schon schnell aufstehen können, schnell bereit sein.
00:13:29: und dann schnell Meldung machen für unseren Leiterrettungshund, was wir zur Verfügung stellen können.
00:13:35: Das alles ist ja ehrenamtlich, was hier da stemmen und an Zeit rein ergeben.
00:13:40: Das ist so ein bisschen, ist ja das Leben auch untergeordnet in diesem Ehrenamt, oder ist das wirklich nur eine organisatorische Sache?
00:13:47: Ich bin auf Abruf natürlich immer bereit.
00:13:50: Das ist ja auch so ein bisschen der Codex.
00:13:53: Also das Ehrenamt umfasst ja nicht nur die Einsätze.
00:13:56: Also ich bin ja auch gleichzeitig Ausbilder und wir haben Mentreler-Training, wir haben Flächentraining, wir haben Trümmertraining, wir haben Theorie-Ausbildung und das muss alles gewährleistet werden.
00:14:07: und da muss man immer organisieren und schauen.
00:14:10: und wir hatten, wir erzählen jetzt in den letzten Jahren, vier Staffelbabys.
00:14:16: Die jungen Mütter, die sind total flexibel, also die sind echt
00:14:19: top.
00:14:20: Jetzt grad haben sie die Ausbildung angesprochen.
00:14:22: Im ersten Moment denkt man natürlich an die Ausbildung von dem Hund, vielleicht an dem Welpen, der sich eignet und hat da schon gewisse Voraussetzungen oder vom Charakter her passt er in diesen Bereich.
00:14:35: Aber auch die Zweibeiner ist nicht nur so.
00:14:37: die Vierbeiner, auch die Zweibeiner müssen ran und zwar ordentlich ran.
00:14:41: Also nach unserer Erfahrung ist der Hund relativ schnell ausgebildet, wenn er die Motivation mitbringt.
00:14:46: Das geht flott.
00:14:48: Aber der Zweibiner, der muss natürlich Sanitätshelferausbildung machen.
00:14:53: Das dauert achtundvierzig Stunden.
00:14:55: Das heißt, man muss mal eine ganze Woche übrigen können oder sechs Wochen enden.
00:15:00: Dann haben wir Funkausbildung, dann haben wir Astihilfe-Hund, dann haben wir Kynologie, dann haben wir Funkausbildung habe ich schon gesagt, UVV, Einsatztaktik, Suchtaktik, Witterung, Thermik.
00:15:18: Also diese Sachen muss man.
00:15:20: Karte, Kompass, GPS.
00:15:22: Also das müssen wir alles beherrschen.
00:15:24: Und das muss einer auch können, um praktisch als Helfer in den Einsatz gehen zu können.
00:15:29: Der muss noch gar nicht mal einen geprüften Hund haben, sondern wir dürfen ja ohne Helfer nicht in den Einsatz gehen.
00:15:34: Ach so, wenn Sie jetzt gerade das Nächten irgendwie angefunkt oder angepiebt werden und sagen, okay, Ihr Hund ist, Sie sind frei oder Ihr Hund ist genau der Richtige für diesen Einsatz, dann sind Sie der Hund und dann nochmals jemand.
00:15:48: Ja,
00:15:49: also es geht immer in Themen, zwei Leute plus ein Hund, mindestens.
00:15:53: Es können auch mehrere mitlaufen.
00:15:55: Oder wenn ich keinen Helfer dabei habe, dann kriege ich an der Einsatzstelle vielleicht einen von einer anderen Organisation.
00:16:01: Wir helfen uns gegenseitig auch aus.
00:16:03: Also man läuft auch bei den Johannitern oder bei den roten Kreuzershelfern dann mit oder Feuerwehrler.
00:16:09: Also das ist ganz verschieden.
00:16:10: Aber ohne Helfer geht man nicht den Einsatz.
00:16:13: Okay, selbst wenn ich so nah schon dran wäre an dem Suchfeld oder in der Suchgegend, ich muss warten bis mein Helfer
00:16:21: da ist.
00:16:22: mit meinen Helfer und ich darf auch nicht ohne Auftrag in die Suche gehen.
00:16:25: Also wenn ich jetzt einmal irgendwo mich einer anspricht und sage, hey, meine Tochter ist verschwunden und ich fange an zu suchen, dann bin ich raus aus der Rettungswunderarbeit.
00:16:33: Also muss alles auch sein bürokratischem, richtigen Weg haben, offizielle Order von da und da und dann kann ich... Und muss die
00:16:40: Prüfung sein, die Prüfung sind alle zwei Jahre?
00:16:42: Ich wollte gerade sagen, weil auch das Wissen oder gerade erste Hilfe der Bereich, der muss ja permanent auch aufgefrischt werden.
00:16:49: Also man ist ja dauerhaft, wie viel Zeit, sind Sie da so aktiv im Ehrenamt, wenn man das so zusammenrechnet im Monat oder in der Woche, lässt sich vielleicht leichter hochrechnen?
00:17:01: Also in der Staffeleitung ist man praktisch jeden Tag damit
00:17:04: beschäftigt.
00:17:04: Ist man dabei?
00:17:05: Ja.
00:17:07: Man muss telefonieren, organisieren, abklären, anmelden.
00:17:11: Also dann Training organisieren.
00:17:14: Also man ist wirklich sehr viel damit beschäftigt.
00:17:18: Aber macht Spaß.
00:17:19: Ja, alles gut, Leute.
00:17:22: Ihr werdet gerufen, wenn ja irgendwo jemand abhandengekommen ist, Personensuche, dann heißt es auf die Plätze Schnüffel los, die Kolleginnen und Kollegen von der Kieler.
00:17:35: Übungen, Ausbildung, haben wir gerade gehört.
00:17:37: Vor allem Übung, Training, das muss ja irgendwo unter realen Bedingungen stattfinden.
00:17:42: Das ist ja nicht nur irgendwo so im Garten vom Nachbar.
00:17:46: Wo macht ihr
00:17:47: das?
00:17:48: Also unsere Hunde, die haben ja in der Prüfung dreißig tausend Quadratmeter, die sie in zwanzig Minuten absuchen müssen.
00:17:53: Da sind zwei Leute drin versteckt.
00:17:55: Und dafür brauchen wir Übungsgelände.
00:17:57: Also dreißig tausend Quadratmeter ist dann eigentlich schon Minimum.
00:18:01: Okay.
00:18:01: Und Gott sei Dank gibt uns der Bayerische Staatsforstgelände, dass mir da praktisch in wechselnden Gebieten immer üben kann.
00:18:09: Wir fragen an, können wir jetzt da und da rein?
00:18:12: Wir kriegen die zugewiesene Gebiete und dann wird abgeklärt, können wir jetzt da rein oder nicht?
00:18:17: Und dann geben die uns Rückmeldung und dann können wir unser Training da ansetzen.
00:18:20: Es geht immer von Woche zu Woche oder andere machen zu, dass wir einen festen Terminplan haben.
00:18:24: Ja, ja.
00:18:25: Dann bei der Trümmersuche möchte ich mich noch ganz herzlich bedanken, nicht nur beim Staatsforst für die Wälder, sondern auch bei der Firma Geiger und bei der Firma Max Bild, die stellen uns Trümmergelände zur Verfügung.
00:18:40: Wie Steinbruch oder wie ist das?
00:18:42: Das ist Betriebsgelände von Eiger, die sind auch wunderbar zum üben.
00:18:45: Das ist ein Riesensortierhof, zum Beispiel bei Wetzig auch.
00:18:48: Oder die Firma Wild, die stellt uns dann immer Abbruchhäuser zur Verfügung.
00:18:53: Da wird abgeklärt, ob das sicher genug ist, dass wir da rein können.
00:18:56: Dass
00:18:56: die Statik noch passt, nicht dass da irgendwas sonst noch
00:18:58: passiert.
00:18:59: Dann dürfen wir das Gelände betreten und da üben.
00:19:01: Und das ist dann immer wechselweise.
00:19:04: Das ist auch immer ganz günstig im Winter, weil zu Jagdzeiten oder wenn das gesperrt ist, wenn die mir nicht in den Wald dürfen, dann machen wir mehr Trümmerarbeit.
00:19:12: Oder sind praktisch in diesen Betriebsgeländen dann.
00:19:15: Kann man irgendwie sagen, was Prozentmal mehr angefordert oder wo ihr angeleutet werdet, ist das so diese Flächengeschichte oder ist es so
00:19:25: zeitweise so, dass die Flächenrunde fast gar nicht angefordert worden
00:19:30: sind?
00:19:31: sondern nur die Mentrailer.
00:19:33: Und da gibt es ja bloß eine Handvoll.
00:19:36: Und gerade in Schwaben Nord, da gibt es auch ganz wenige.
00:19:39: Das heißt, wir werden oft einmal eingesetzt bis nach Augsburg,
00:19:43: bis nach Odensee,
00:19:44: bis südliche Grenze.
00:19:46: Also, das ist ein sehr großes Gebet.
00:19:49: Dann
00:19:50: muss ich nochmals anfangen.
00:19:51: Sie haben es mir zwar schon gesagt, wie viele People seid ihr insgesamt, also jetzt nur nochmals im Verhältnis zu diesem riesengroßen Areal, was ihr irgendwo
00:19:59: abdeckt.
00:20:01: Und wenn man sich das denkt bis nach Augsburg
00:20:03: hoch,
00:20:04: bis zum Bodensee runter, das ist schon unfassbar, was ihr abdeckt.
00:20:08: Das heißt Nachwuchs jederzeit willkommen.
00:20:11: Was muss ich denn mitbringen, dass ich sage, ich könnte dann mal in dieses Team, in dieses ehrenamtliche Team vom ISB, von der Rettungstunde Staffel beispielsweise mit einsteigen.
00:20:22: Also ich sag immer, du verkaufst deine Seele.
00:20:25: Andere Hobbys sind nicht mehr möglich.
00:20:28: Ja, das ist sehr
00:20:30: zeitintensiv.
00:20:32: Die Partner müssen mitmachen.
00:20:34: Das ist auch manchmal ein Problem.
00:20:35: Du bist zwei Mal die Woche wahrscheinlich im Training oder auch am Wochenende und das Training dauert von Mittags bis Abends.
00:20:43: Das ist nicht so, dass man da mal zwei Stunden hingeht, sondern das ist sehr lange unweitfahren.
00:20:50: Also wirklich viel, viel Zeit mitbringen.
00:20:52: Vorhat man wie was bei Ihnen?
00:20:53: Was bringt Ihnen dieses ehrenamtliche Engagement?
00:20:56: Warum machen Sie das?
00:20:57: Warum brennen Sie speziell für diesen Bereich?
00:21:01: Das ist jetzt die schwierige Frage, wenn
00:21:02: man wächst
00:21:03: so ein bisschen rein, glaube ich, diese Faszination dieser Arbeiten mit dem Hund und dann gleichzeitig dieses Wissen um die Problematik, die
00:21:12: hinter
00:21:12: unserer Arbeit steckt, dass irgendjemand vermisst wird, den man sucht.
00:21:17: muss, der vielleicht in Not steckt oder es verletzt hat oder was auch immer passiert ist.
00:21:22: Und das ist so was, wo einem irgendwie ins Blut geht.
00:21:28: Also anders kann man es auch nicht machen, weil dieser Aufwand, den wir da treiben,
00:21:33: der ist enorm, der ist enorm und alles.
00:21:36: Und mich fasziniert tatsächlich auch wirklich diese Arbeit mit dem Hund, dieses Erleben zu was die
00:21:44: befaked
00:21:45: sind, was sie tatsächlich bei der richtigen Ausbildung, was sie leisten können, was sie auch freiwillig leisten wollen und für uns tun und immer bereit sind, sich zu engagieren und das zu machen und da dahinter zu stehen und zu sagen, das ist einfach toll.
00:22:00: Und diese Zusammenarbeit mit dem Tier und mit dem Hund und mit dem Wissen, dass man dann auch noch was tut, was sinnvoll und gut ist für andere vielleicht, weil man wirklich jemand wieder finden
00:22:12: kann.
00:22:13: oder
00:22:14: jemand helfen kann, das ist das, was mich so begeistert.
00:22:17: Hobby Leben retten, so kann man das eigentlich auch sagen, so ein bisschen ganz verallgemeinert
00:22:23: mit ein paar
00:22:24: Schlagworten, aber das ist ja das Hobby von ihnen
00:22:27: beiden.
00:22:28: Ja, so kann man das nennen.
00:22:33: Wie ist der Moment vielleicht so?
00:22:35: zum Abschluss, wenn man dann jetzt eine Person wieder hat finden können, dank der Hilfe oder dank den guten Spürnassen von den Hunden von der Rettungsstaffe?
00:22:47: Das ist glaube ich ein Gefühl, das kann man auch wahrscheinlich sehr schwer beschreiben, oder?
00:22:51: Das kann man sicher schwer beschreiben.
00:22:53: und in der Talsache ist es natürlich so, dass in den meisten Fällen wir oft gar nicht direkt zu der Person kommen.
00:23:00: Wir liefern die Hinweise dafür, wir liefern den Weg dorthin und möglicherweise taucht er am nächsten Tag wieder auf oder jemand ist in den Bus gestiegen oder wie auch immer, das kann unser Hund nicht finden.
00:23:13: Er kann halt sagen, bis hierher weiß ich, ist er gelaufen und dann ist fertig.
00:23:17: Aber allein diese Anzeigen und diese Arbeit in diese Richtung sorgt schon dafür, dass die Leute wieder auftauchen und das ist eine totale Befriedigung.
00:23:28: Wir haben natürlich auch Fälle, die nicht gut ausgehen und das beschäftigt einen.
00:23:31: Das ist auch eine psychische Belastung, mit der man fatig werden muss und die man einfach auch akzeptieren muss, weil die gehört zu dieser Arbeit, genauso wie bei Rettungsdiensten und der Polizei einfach dazu.
00:23:42: Und wie bei der Feuerwehr.
00:23:43: Es gibt immer das Gute und es gibt auch die Rückseite der Medaille, wo es nicht klemflich dann mehr ausgeht.
00:23:50: Ich bedanke mich recht herzlich für den Einblick in euer ehrenamtliches Engagement.
00:23:55: Das muss man nochmals betonen.
00:23:57: Also alles, was ihr da rein investiert, das ist eure Freizeit, das ist euer innerer Antrieb.
00:24:03: Ihr zwei beide von der Rettungs-Hunde-Staffel vom ASB vom Allgäu, Sieke Hartmann und Karin Lang.
00:24:11: Dankeschön.
00:24:12: Wir danken auch und wir freuen uns für jeden, der sich interessiert.
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