Hinter den Kulissen mit Simone Schatz: Schauspiel, Moderation & Kunst

Shownotes

In dieser Folge begrüßen wir Simone Schatz, eine vielseitige Künstlerin aus Kaufbeuren. Simone ist Schauspielerin, Moderatorin und kreative Visionärin, die uns spannende Einblicke in ihr Leben, ihre Projekte und ihre Leidenschaft für Kunst und Bühne gibt. Wir sprechen über ihre Karriere, ihre persönlichen Herausforderungen, kreative Prozesse und was es bedeutet, sich in verschiedenen Rollen immer wieder neu zu erfinden.

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00:00:02: Der Allgäu-Hit.

00:00:02: Kaffee-Clutch wird präsentiert von den Lebensgestaltern.

00:00:06: Stundenweise Zuwendung statt getakteter Hektik.

00:00:10: Dein ambulanter Dienst im Allgäu für Pflege und Betreuung mit Zeit.

00:00:15: Simone Schatz aus Irse ist heute meine Interview-Partnerin.

00:00:19: Und Simone in dir schlummern so viele verschiedene Bereiche.

00:00:23: Das darfst du gerade mal selber aufzählen, in welche Bereiche man dich stecken kann, wenn man

00:00:29: möchte.

00:00:31: Schubladen aufmachen.

00:00:32: So eine Komode.

00:00:35: Also ich mache meine Komode auf.

00:00:36: Schublade eins.

00:00:38: Ich bin Schauspielerin, Ausgebildete.

00:00:40: Das habe ich irgendwann mal in München gelernt.

00:00:44: Lang lang ist sehr davor.

00:00:45: Übrigens, weil ich Radio

00:00:47: redakteurin.

00:00:48: Marion, wir kennen uns lange.

00:00:50: Genau.

00:00:51: Ich habe eine Yoga-Ausbildung und arbeite als Yoga-Lehrerin und ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie mit einer Spezialausbildung für Körperpsychotherapie und Trauma, das sind so die drei Bereiche, in denen ich hauptsächlich derzeit unterwegs bin, genau.

00:01:07: In großen, also man kann natürlich diesen Fächer noch aufmachen.

00:01:11: im Bereich Schauspiel, ich spreche, ich höre Bücher, ich mache Regie, ich gebe Körpersprachekurse, Sprechunterricht, Rollenunterricht, also was man da halt so macht, um zu überleben in solchen frei beruflichen.

00:01:23: Ich habe zu dir weiter Begrüßung, also bei unserer privaten Begrüßung gesagt, ne?

00:01:27: Rounderin.

00:01:28: Ja,

00:01:29: genau.

00:01:29: Das ist doch ein schönes Wort.

00:01:30: Schublade wieder zu.

00:01:31: Jetzt schauen wir mal in dein Leben, weil du wohnst in Irse.

00:01:37: Für jemand, der es nicht weiß, ist gleich in der Nähe oder um die Ecke von Kaufbäuern, aber du bist keine gebürtige Ostallgäuerin.

00:01:44: Sag mal so.

00:01:44: Ich

00:01:45: bin schon eine gebürtige Ostallgäuerin.

00:01:47: Tatsächlich bin ich in Magdoberdorf auf die Welt gekommen.

00:01:49: Ah, okay.

00:01:50: Dort auch aufgewachsen, Magdoberdorf.

00:01:52: Na, in der Nähe.

00:01:53: nicht weit von Magdeurdorf entfernt.

00:01:55: Ja.

00:01:55: Magdeurdorf hat nur das Krankenhaus mit mich erlebt.

00:01:59: Hat schon mal ein Krankenhaus.

00:02:00: Später

00:02:00: dann auch die Schule.

00:02:01: Ja.

00:02:03: Und wie hat es dich überhaupt, wie war das mit der Faszination, irgendwas zu performen?

00:02:09: Sei es jetzt wie technisch so im Kindergarten, alter Treller, man darf viel leicht oder in der Schule und irgendwann geht es dann doch auf die Schulbühne eventuell und man denkt,

00:02:19: ah, das sind

00:02:19: schon die Bretter, die die Welch bedeuten oder meine Welt bedeuten, wie war so ein ganz kleiner Lebenslauf von dir?

00:02:26: Ich glaube, ich hatte immer zwei Gesichter in mir.

00:02:29: Das eine Gesicht war wahnsinnig zurückhaltend und schüchtern.

00:02:32: Also es ist wirklich so.

00:02:33: Und das andere Gesicht hat sich immer gedacht, ah, kann mich mal jemand

00:02:36: angucken.

00:02:37: Und ich weiß, im Kindergarten gab es, haben wir inszeniert, ein Vogel wollte Hochzeit, machen die Vogel Hochzeit.

00:02:43: Und ich war irgendwie nicht die Braut und nicht der Bräutigam, sondern irgendwie die hinterletzte Krehe.

00:02:48: Ich habe keine Ahnung mehr.

00:02:49: Ich war wirklich richtig enttäuscht.

00:02:51: Ich habe es natürlich trotzdem durchgezogen.

00:02:53: So, das war der Erstauftritt meines Lebens.

00:02:55: Dann kam die Schule und in der Schule war ich schon im Schultheater und als kleines Kind habe ich schon immer mit meiner Freundin im Wohngebiet, wo meine Eltern gewohnt haben, die Nachbarskinder immer dazu.

00:03:09: Überrede zu uns in den Garten zu kommen und dort wurden dann Stücke aufgeführt von Puppentheater über Tanzgeschichte und Supertoren.

00:03:16: Also lauter so Zeug, die mussten dann auch manchmal zahlen dafür.

00:03:18: Nein!

00:03:19: Also so ging das los.

00:03:21: Ich habe dann erst mal einen Umweg gemacht über den Journalismus, nachdem ich in der Schule war und habe dann auch ein Kind bekommen.

00:03:29: Ich habe mich kurz davor schon beworben für Schauspielschulen und dann kam eben mein großer Sohn David und ich musste das erst mal zurück.

00:03:36: Stell, diese

00:03:37: Ausbildung hab dann, als der David auf die Welt gekommen ist, ich glaub nach drei Jahren, dann doch die Schauspielschule gemacht.

00:03:44: Cool.

00:03:44: Weil ich einfach mir gedacht hab, wenn du's jetzt nicht machst, dann machst du's nicht mehr.

00:03:48: Genau, und so ging das dann weiter.

00:03:49: und dann hab ich erst mal meine Ausbildung gemacht, hab auf verschiedenen Ebenen gearbeitet, hab das Radio immer mitlaufen lassen, weil es nicht so einfach ist, finanziell durch das Schauspiel zu überleben außer man heißt, hat ja Riemann oder weiß ich nicht, also man ist in den oberen fünf oder zehn Schauspielern der Deutschlands angekommen, die ständig besetzt werden?

00:04:12: Genau, und irgendwann... War ich ziemlich erschöpft in meinem Leben?

00:04:17: Ja, das glaube ich.

00:04:18: Das ist doch anstrengend.

00:04:19: Da vorsprechen, da vorsprechen, da vielleicht Niederlage, ja schon die zwanzigte Niederlage

00:04:24: in Folge.

00:04:25: Noch mal zwei Kinder kriegen, also drei insgesamt und dann Mutter, Beruf und alles immer auf...

00:04:30: Auf Anschlag,

00:04:31: ja.

00:04:32: Auf Anschlag.

00:04:33: Und als ich dann sehr, sehr erschöpft war, habe ich beschlossen, jetzt muss ich was ändern.

00:04:37: Dann habe ich eine Yoga-Ausbildung gemacht.

00:04:39: Ich hatte vorher schon viel Yoga gemacht, habe gemerkt, das tut mir gut.

00:04:43: Und dann habe ich noch den Heilpraktiker gemacht mit einer körperpsychotherapeutischen Ausbildung, einfach weil das, da treffen sich die Dinge.

00:04:51: Also er trifft sich Yoga mit dem Schauspiel, das auch der Körper betont.

00:04:53: Er ist sehr, ja.

00:04:54: Er kann dafür sorgen, dass ich Menschen begleiten kann in eine

00:04:59: Heilung

00:05:00: oder sagen wir mal in eine...

00:05:02: Stärkung.

00:05:03: ...Stärkung zu gehen.

00:05:04: Und so hat sich mein Paket immer wieder vergrößert.

00:05:09: Ja, ja.

00:05:10: Ein Paket ist zum nächsten gekommen.

00:05:12: Mit der Schauspielerei gibt es für dich irgendwie so ein Theaterstück, wo du sagst, boah, ey, ja.

00:05:17: Das war jetzt meine Traumrolle, weil die Julia von Romeo und Julia, oder ah, das ist noch meine Traumrolle.

00:05:22: Ich war sie noch nie die Julia von Romeo und Julia.

00:05:26: Ich war noch nie die Julia, weil ich bin dunkelharig und ich bin ziemlich groß.

00:05:30: Und du wirst lachen, Marion.

00:05:33: Das will keiner besetzen.

00:05:34: Jeder will so eine kleine, zarte Blonde Julia.

00:05:37: Also ich übertreibe jetzt sicher und wenn jemand zuhört, der inszeniert, dann sagt er sich gar nicht so, es gab auch schon und so.

00:05:43: Es hat sich auch ein bisschen geändert.

00:05:45: Aber es wird tatsächlich auch Typ besetzt und ich war eher immer so im Dark Mode.

00:05:50: Also sprich im Film war ich immer entweder bekannt mit dem Mörder oder ich war die Mörderin.

00:05:56: Ich auf der Theaterbühne hatte ich immer die schweren, tiefen Rollen und so.

00:06:02: Und ich mochte das auch.

00:06:03: Also schon.

00:06:04: Was ich immer gerne, oder was ich gerne gespielt habe, war die Viola, aus was ihr wollt, von Shakespeare.

00:06:11: Also das ist eine Hosenrolle, die sich dann verkleidet, um sozusagen, ja, zu überleben in der Männerwelt.

00:06:21: Was ich vielleicht mal gerne noch spielen würde, noch nicht gespielt habe, ist die Martha in Werd Angst für Virginia.

00:06:29: Kann ich dich eigentlich als Künstlerin bezeichnen?

00:06:31: Eigentlich schon.

00:06:33: Weil das ist schon ein großer Kunstsektor.

00:06:35: Kunst ist ja alles Mögliche.

00:06:39: Ich bin sozusagen in der darstellenden Kunst.

00:06:41: Ja,

00:06:41: auf jeden Fall.

00:06:42: Was macht eigentlich mehr Spaß?

00:06:44: Ist das auf der Bühne stehen oder quasi vorne sitzen und die Anweisungen so...

00:06:52: Ich meine, das hat alles beides, hat seine Qualitäten.

00:06:56: Ich

00:06:56: habe lange darüber nachgedacht, warum es mich immer so auf die Bühne gezogen hat und ich habe irgendwann mal für mich festgestellt, es war wirklich ein tiefer, tiefer Wunsch nach Ausdruck, also Ausdruck zu finden.

00:07:07: So und im Laufe, dass ich mich sehen lasse, dass ich gesehen werde, vielleicht auch ein bisschen zu Beginn der Karriere im Anfang, so was wie Anerkennung.

00:07:18: Und das hat sich im Laufe des Lebens wirklich sehr, sehr geändert.

00:07:22: Ich gehe jetzt nicht mehr auf die Bühne wegen mir hauptsächlich, sondern ich lieb es schon zu spielen.

00:07:28: Aber ich liebe es vor allen Dingen, ein Publikum zu unterhalten,

00:07:32: zu begeistern, zu

00:07:33: berühren tatsächlich auch.

00:07:34: Also sie auf irgendeiner Ebene zu treffen und ihr Also, dass sie sich auf der Bühne wiederfinden in ihrem Leben und vielleicht was Schönes mitnehmen.

00:07:44: Und weil das immer größer geworden ist, wurde dann auch der Wunsch größer zu inszenieren und Regie zu führen, weil ich dann natürlich die Stücke machen kann, die ich mache.

00:07:54: Die dir, die dir auch liegen oder die du

00:07:56: möchtest.

00:07:56: Ja, genau.

00:07:57: Und

00:07:57: mit denen

00:07:57: ich meine, berühren zu wollen und die Themen auch nach vorne zu bringen, die ich für wichtig erachte.

00:08:05: Das ist das eine und das andere ist, dass ich grundsätzlich wahnsinnig gern Menschen führe.

00:08:10: Das klingt jetzt so ein bisschen komisch, aber ich glaube, ich habe schon eine Begabung dafür, ein Team aufzubauen und dieses Team dann auch zusammenzubringen, um damit ein gemeinsames Ganzes zu machen.

00:08:24: Das ist der Hintergrund.

00:08:26: Also ich kann mich nicht entscheiden.

00:08:27: Es ist beides wunderbar.

00:08:28: vor allem auch harmonisch zusammenzustellen, dass die Charaktere da natürlich auch passen, also nicht nur in Form der Rollen, sondern überhaupt von den Menschen, die da ja so zusammen arbeiten auf

00:08:39: der Bühne.

00:08:39: Ja, und dass einfach ein Teamgedanke da ist im Sinne von, ich bin nie nur da, um mich darzustellen, sondern es geht immer darum, dass ein Stück nur funktioniert, wenn alle miteinander in Beziehung treten, eigentlich.

00:08:51: Und das herzustellen oder es zu schaffen, das mit einem Team herzustellen, das ist was total schön ist.

00:08:59: Ich glaube, dass man da auch eine unglaubliche Entwicklung, also man wächst ja bei jedem Treffen, bei jedem Proben, bei jeder Absprache irgendwie noch ein Stück zusammen und das schweißt einen dann auch zusammen und man bekommt ja gemeinsam dann auch den

00:09:14: Applaus.

00:09:15: Ja und das ist eine wahnsinnige Energie, die da in so einer Gruppe herrscht und wenn das Publikum das auch mit spüren kann und dann für sich etwas findet an so einem Stück an so einer Aufführung, wo es sagt, wow, da nehme ich jetzt echt was mit, was mich getroffen hat, mich berührt hat,

00:09:36: mich

00:09:36: auch unterhalten hat, mich schröhlich gemacht hat, was auch immer es ist.

00:09:39: Dann ist so ein Theaterabend total gelungen und das Team freut sich dann besonders.

00:09:46: Wie ist es mit Lampenfieber?

00:09:49: Oh ja.

00:09:50: Oh ja.

00:09:50: Sowohl als auch als Regisseurin oder Theaterintendantin.

00:09:55: Was sagt man denn da?

00:09:55: Nein, ich bin

00:09:56: Theaterintendantin, bin ich noch nicht.

00:09:58: Aber das wäre natürlich nicht so schön.

00:09:59: Ja, genau.

00:09:59: Das wäre

00:09:59: mein eigenes Theater und ich bin Intendanz.

00:10:01: Nein.

00:10:03: Ich kann nicht ohne Lampenfieber.

00:10:04: Ich glaube, ich bin von Haus aus eher so ein hibbeliger, nervöser Typ.

00:10:09: Und ohne Lampenfieber geht's bei mir überhaupt gar nicht.

00:10:13: Und manchmal leide ich wirklich wie ein Hund darunter.

00:10:15: Also ich hab dann Notfalltropfen da.

00:10:18: Ich hab Agentum nitricum, also Homeopathica da, die mich da irgendwie auf die Reihe bringen.

00:10:24: Andere trinken Whisky oder ein Sekt oder so.

00:10:26: Das ist auch schon passiert oder passiert im Theater.

00:10:29: Aber ... Genau.

00:10:31: Und im Idealfall ist es dann so, wenn du auf die Bühne gehst und du hast die ersten Sätze, dann ist es vorbei und du bist drin.

00:10:37: Es gibt aber manchmal wirklich schon auch Aufführungen, wo sich das auch ziehen kann, als man es schon auch erlebt.

00:10:44: Ja.

00:10:44: Talismann, dann gibt es irgendwie dann so ein Glücksbringer, den du beide hast, eine bestimmte Kette oder einen bestimmten Anhänger, oder hast du irgendwie irgendwas in der Husentasche oder irgendwie ein besonderes Schmuckstück?

00:10:56: Nein.

00:10:56: Also das hängt auch damit zusammen, dass du eigentlich, wenn du eine Rolle hast, hast du ja auch ein Kostüm.

00:11:01: Und gut, du könntest vielleicht was, wenn du eine Hose erst mit Taschen könntest, was reinstecken, wie ein Stein oder so.

00:11:08: Dann würde ich, wenn ich sowas täte, sowas wie ein Bergkristall reintun oder einen Rosenquads oder so.

00:11:13: Aber tatsächlich dadurch, dass man sich Verkleidet und mit der Verkleidung auch schon in die Rolle geht, hab ich keinen Talisman dabei, nein.

00:11:23: Ich hab ihn vielleicht unten im, also ich hab ihn vielleicht in der,

00:11:26: in der Maske stehen oder so.

00:11:29: Aber ich hab nichts an mir.

00:11:31: Nee, ich bin mein eigener Talisman.

00:11:34: Ja, das ist doch, das ist doch auf jeden Fall ein Riesenteil, Mann.

00:11:38: Wie ist es so reinzuschlüpfen in eine Rolle?

00:11:41: Also wirklich so seinsaus... Ja, in der Garderobe lassen und du verschmilzt oder verschmilzt man da irgendwie mit dem Charakter, mit der Person, die man darstellt auf dem Theaterboden oder auch im Film und Fernsehen?

00:11:58: Ja, also zum einen erarbeitet man sich die Rolle und es... hängt so ein bisschen davon ab, wie man es macht.

00:12:04: Du kannst von außen nach innen arbeiten.

00:12:05: Das heißt, du arbeitest über den Körper und versuchst eine Haltung, eine äußere Haltung zu entwickeln und dann reinzufühlen, wie fühlt sich so ein Mensch?

00:12:13: Das kann man auf der Straße machen.

00:12:14: Ich sage es immer, wenn die Leute so gebückt laufen, läuft man hinter denen her.

00:12:17: Wie fühlen die sich?

00:12:18: Also so was.

00:12:19: Also ich baue eine Rolle so auf oder ich versuche mir eine Biografie zu überlegen, die ich aus dem Text mir zusammensuche und dazu kommt dann auch ganz drauf an, die Erinnerungen, Angefühle hochzuholen, die ich auch schon erlebt habe.

00:12:38: Also ich greife auf mein Sense-Memory, würde man jetzt sagen, zurück und versuche... mich einzufühlen in die Situation und aus dem Sammelsurium der Rollenaarbeitung, die dann aber auch in den Proben entsteht durch die Beziehung beim anderen, mit dem ich spiele, wächst man immer mehr und immer tiefer in die Rolle hinein.

00:13:00: Für mich ist es trotzdem so, dass es immer einen inneren Beobachter gibt, den ich dabei habe, der, wenn er will, in Abstand gehen kann und gucken kann, Wo bin ich jetzt gerade auf der Bühne?

00:13:13: Wo bin ich im Stück?

00:13:14: Was macht gerade mein Partner?

00:13:16: Manchmal braucht man das auch, wenn einer ein Text vergesst.

00:13:19: Also wenn solche Situationen entstehen, dass es eine Instanz gibt, die total präsent ist und die ist dann manchmal ein bisschen außerhalb von mir.

00:13:28: Also wie so ein Beobachter, der sagt so, jetzt musst du das Glas nehmen, weil du musst auch die Bewegungen immer wiederholen.

00:13:34: Also

00:13:35: wiederholst.

00:13:36: Auf

00:13:36: und zu auf, wiederholst du irgendwann nur noch.

00:13:39: Du musst wissen, was ist jetzt dran.

00:13:40: So.

00:13:41: Wen hast du denn an so bekannten Schauspielerne oder Tjada-Künstlerne, wo jetzt auch der eine oder andere draußen am Endgerät, sich denkt,

00:13:51: wa,

00:13:52: was, wa, wieso hat die den Kennen lernen können?

00:13:56: Irgendwie hast du so einen Star

00:13:58: schon mal gespielt oder mitgespielt?

00:14:02: Also mit wem ich mal tatsächlich, also mitgespielt ist vielleicht falsch.

00:14:07: Also ich habe nicht mit ihr gespielt, aber ja.

00:14:10: Das ist die Katja Riemann.

00:14:13: In der Rosenstraße von Margarite von Trottern, ein Film, da sind wir uns am Set begegnet, sagen wir es so.

00:14:19: Das war vielleicht die berühmteste, da war auch noch eine dabei, der Name mir jetzt nicht einfällt, die später tat, dort Kommissarin war.

00:14:26: Die mochte ich sehr.

00:14:28: Genau.

00:14:29: Das war vielleicht das berühmteste, einen Theaterregisseur, der berühmteste war der Franz-Zafer Grötz, den ich beim Vorsprechen am Residenz-Theater kennenlernen durfte.

00:14:38: Was hast du davor gesprochen?

00:14:41: Der hat gekastet für ein Stück, das er besetzt hat.

00:14:45: Und wir mussten tatsächlich eigentlich die meiste Zeit improvisieren.

00:14:48: Okay.

00:14:49: Genau, mussten also keine Rollen vorspielen, sondern improvisieren.

00:14:53: Ja, das war wild.

00:14:55: Und den Ereuzander.

00:14:56: Den kennst du auch?

00:14:57: Den

00:14:57: Ereuzander, ja.

00:14:58: Ich kenne ihn ja eher unter Ufo, weil er mal mit mir in der Schule war.

00:15:02: Lang lang ist's eher.

00:15:05: Aber du bist auch jemand, der anleitet, der ... Regisseurin ist und verschiedene Projekte auch irgendwie auf die Theaterbühnenwelt stellt.

00:15:16: Was sind denn da so Projekte, die dich aktuell beschäftigen oder in naher Zukunft, wo man von dir lesen und hören wird?

00:15:24: Also was mich derzeit in den letzten Monaten sehr beschäftigt hat und da wir es immer noch spielen, würde ich das ganz gerne nochmal erwähnen.

00:15:34: Wir hatten im Oktober, also wir ist eine Semiprofessionelle Theatergruppe aus Kaufbäuren, die schon seit twenty-fünf Jahren in mittlerweile existiert.

00:15:44: Und irgendwann habe ich dort die Regie übernommen.

00:15:48: Wir haben ein Stück gemacht zum Thema, also es nennt sich Klimawandel, ein Menofest.

00:15:55: Das ist ein Stück über.

00:15:57: Die Wechseljahre.

00:15:58: Ein Thema, das total tabuisiert ist.

00:16:01: Es kommt mittlerweile, ich weiß nicht, ob das auffällt.

00:16:04: Also Annette Frier hat gerade eine Serie rausgebracht mit Frier und Fünfzig.

00:16:09: Und es gibt auf Insta Unmengen an Coaches, die sich mittlerweile mit Hormonen und was weiß ich, was aus der Nachricht ist.

00:16:15: Also

00:16:15: auch in den Fernsehwerbungen, wenn man da so ein bisschen mal quer zappt, immer wieder springt einem

00:16:20: dieses

00:16:21: Thema an.

00:16:21: Es

00:16:22: gab eine Bewegung, oder es gibt diese Bewegung immer noch, die heißt Hashtag, wir sind neun Millionen, die auch schon im Bundestag gehört worden ist.

00:16:29: zum Thema, wir wollen, dass Frauen in der Menopause anders nicht gesehen werden, aber dass das Tabuthema einfach mitten in die Gesellschaft rückt und man Frauen als vollwertige Menschen weiter wahrnimmt.

00:16:45: Also Frauen haben ja ständig irgendwie immer noch das Problem.

00:16:49: Zuerst werden sie schwanger, dann müssen sie auch noch in die Wechseljahre und die Hormone machen was und überhaupt müssen sie alles alleine stemmen.

00:16:56: Genau, das ist das Thema, um es jetzt mal grob zusammenzufassen, ein bisschen wie ein Klimawandel, ein Menofest, eine scenisch-musikalische Revue über das Frausein.

00:17:04: Wir haben in Improvisationen dieses Stück erarbeitet.

00:17:08: Ich habe dann den Text und das Konzept geschrieben und dann haben wir Musik dazu genommen und daraus entstanden, dass es ein sehr unterhaltsames, aber auch sehr tiefgründiges und humorvolles Stück Jahr über die Wechseljahre.

00:17:23: Aber auch über das Frausein im Allgemeinen.

00:17:25: Und wir hatten im Oktober Premiere fünf Aufführungen, nur Standing Ovation.

00:17:29: Wir wollen

00:17:30: gerade nach dem Feedback fragen, wie ist diese Resonanz?

00:17:34: Das Feedback kann man im Internet bei uns auf der Seite spot-theater.de auch nachlesen.

00:17:38: Wir haben Zuschauerstimmen bekommen von vielen, die wirklich sehr begeistert waren, weil man einfach einen Nerv getroffen hat.

00:17:47: lange schon bloß gelegen ist und man muss ihn eigentlich nur aufgreifen.

00:17:53: Und das passiert ja im Grunde auch.

00:17:55: Und das ist halt nun ein Theaterstück dazu.

00:17:57: Wir gehen damit auf Tournee, weil es eben gewünscht wurde, dass wir nochmal spielen und wir auch Lust haben dazu.

00:18:02: Der nächste Termin ist Ende Ende Februar, achtundzwanzigster, zweiter, erster, dritter Immobilienmarkt Oberdorf.

00:18:09: Wir sind im März noch mal in Kaufbeuren.

00:18:11: Wir sind im März vermutlich auch hier in Kempten.

00:18:15: Und wir sind in Obergynsburg und weiteren Auftrittstermine kommen so nach und nach.

00:18:19: Und

00:18:20: die kann ich nachlesen.

00:18:21: Wo?

00:18:21: Wo ist es, klick ich an, im Internet?

00:18:23: Zum Gucken.

00:18:24: Wo kann ich die ganzen Termine nachlesen?

00:18:27: spot-theater.de oder auf Insta, Spot Theater, Koffbeuren.

00:18:32: Da wird alles veröffentlicht.

00:18:34: Aber das ist ja jetzt nur ein Teil von dem, was dich in den nächsten Wochen und vielleicht noch in den kommenden Monaten begleitet.

00:18:41: Oder diese kleine Tournee durchs

00:18:44: Algo.

00:18:44: Genau, die kleine Tournee begleitet mich, mich begleitet mich begleiten die Wendeljacken.

00:18:49: Also ich bin ein Ensemble mit Glied der Wendeljacken Campton.

00:18:52: Da gibt es immer wieder Aufführungen und Auftritte, wo man uns sehen kann im Künstlerhaus oder auch an anderen Orten.

00:19:00: Ich bin immer wieder beschäftigt mit dem Thema häusliche Gewalt gegen Frauen.

00:19:04: Also jetzt kommt zum Frauentag, jetzt am März, ist das ja auch immer wieder Thema.

00:19:11: Wir hatten auch das im Herbst zum Tag gegen häusliche Gewalt, eine Auftragsarbeit des Landratsamtes Ostallgäu und des Frauenhauses Kaufbäuerin, wo wir echte Geschichten auf die Bühne gebracht haben und auch damit immer wieder berührend gezeigt haben, was gerne verschwiegen wird.

00:19:32: Also wir sprechen gerne über das, was unangenehm ist.

00:19:35: Ich finde, das ist auch dringend nötig.

00:19:38: Simone Schatz, heute zu Gast steht mir Rede und Antwort, finde ich richtig toll.

00:19:42: Danke Simone.

00:19:43: Es macht

00:19:43: Spaß, ich freue mich, dass ich hier sein darf.

00:19:45: Ja

00:19:45: wirklich, es macht unendlich Spaß, vor allem weil du so viele Facetten hast.

00:19:48: Du hast so viele Bereiche, wo du dich auskennst, wo du auch über die Jahre dir deinen Erfolg erarbeitet hast.

00:19:56: Und ein Bereich, das hast du eingangs gesagt, das ist so Yoga-Psychotherapie.

00:20:01: Vielleicht so auch gerade Yoga als Gegenstück zu dem stressigen Alltag runterkommen, sich Erden sich fühlen wahrscheinlich wieder.

00:20:11: Was läuft da in dem Bereich?

00:20:13: Auch Psychotherapie

00:20:14: ist sehr interessant.

00:20:15: Da geht es ja schon ein bisschen tiefer rein.

00:20:18: Also ich habe mich ja auch schon eingangs gesagt, irgendwann mal festgestellt, dass mich das Leben überholt.

00:20:26: Jetzt ist das Schauspiel ein sehr körperlicher Beruf und ich war schon immer ein relativ körperlicher Mensch, also habe viel Sport gemacht und so weiter und habe für mich immer autodidaktisch Yoga geübt zu Hause, damals noch mit CDs und solchen Bilderbüchern, wo man dann die Haltungen nachgemacht hat.

00:20:40: Und habe einfach gemerkt, zum einen, dass mir das

00:20:43: gut tut

00:20:45: und zum anderen, dass es mich runterbringt.

00:20:47: Und dann bin ich so ein bisschen eingetaucht in die Thematik und habe dann im Laufe der vielen Zeit festgestellt, dass ich das gerne vertiefen möchte.

00:20:56: Das ist das eine und das andere ist, dass Yoga einfach viel mehr ist, als auf der Matte irgendwelche Asanas zu machen, sondern ihr auch eine ganze Lebensphilosophie dahinter steckt, die im Übrigen dann auch zur späteren Heilpraktikerausbildung passt.

00:21:10: zum Thema Achtsamkeit.

00:21:11: Also sprich, wie komme ich in einer Welt, die so ist wie unsere und die wird ja eher immer noch

00:21:17: schneller und hektischer?

00:21:19: Ja, vielfältiger.

00:21:20: Wir haben sind es Eindrücke, die auf uns einpasseln und wir können sie nicht sortieren und so.

00:21:25: Und wir müssen auch mit schlechten Nachrichten irgendwie umgehen lernen.

00:21:30: Und Yoga ist eine Möglichkeit auf körperlicher Ebene, aber auch auf geistiger Ebene, sich so zu trainieren, dass wir, ich mag das Wort Gleichmut, vielleicht ein bisschen gleichmütiger.

00:21:43: damit umgehen können und für uns sorgen können.

00:21:47: Oder so ein bisschen wie so eine gewachste Regenjacke, dass das ein oder andere eventuell wie so Wassertropfen so abpält?

00:21:54: Ja, im Idealfall, dass wir nicht alles einsaugen, sondern manche sind uns abperlen lassen und das, was wir einsaugen, was dann möglicherweise dazu führt, dass es uns Das Leid entsteht, Bukka, wie man sagen würde im Yoga, dass wir das auf eine Art und Weise, und dann kommen wir eigentlich auch zur Körperpsychotherapie, Containen können, also halten können für den Zeitraum, wo es da ist.

00:22:19: Und nicht davon überschwemmt werden, sondern sagen, okay, da ist jetzt ein Gefühl, das ist nicht so gut.

00:22:25: Ich gehe damit um, ich tue mir was Gutes, ich nehme meine Ressourcen, damit ich das gut überstehe.

00:22:31: Und dann gehe ich paar Schritte weiter und merke ja auch, ah, es kommt doch wieder was Neues.

00:22:36: Es vergeht, die Welle schwappt über mich und ich hab sie gesurft und bin nicht untergegangen und kann wieder weiter surfen.

00:22:47: So dass man nicht in einem dunklen Loch oder in diesem Tunnel, der dann in dem Fall kein helles Pünktchen am Ende hat, dass man da nicht irgendwie versumpft und hängen bleibt, oder?

00:22:57: Genau.

00:22:58: Und manchmal passiert das, dass man nimmt.

00:22:59: Also es gibt auch Menschen, die bleiben im dunklen Tunnel hängen und auch da ist Yoga oder im Übrigen überhaupt die Arbeit mit sich selber so wahnsinnig wichtig, um eben die Tür wieder aufzumachen, zum Licht, dass es immer gibt.

00:23:12: Und es ist okay in dunkle Löcher zu fallen, es ist okay mal im Tunnel zu stehen, wichtig ist zu gucken, was habe ich in mir?

00:23:21: und wir haben einen wahnsinnigen, jeder Mensch hat einen irrsinnigen Reichtum an Ressourcen in sich, der ihn hat, bis zu diesem Moment überleben lassen, den auszugraben und den

00:23:32: würdigen

00:23:32: zu aktivieren, zu reaktivieren und durch den Tunnel von mir aus wieder durchzugehen.

00:23:36: Das ist so ein bisschen die Arbeit, die ich auch mit der Körperpsychotherapie mache.

00:23:42: Das

00:23:43: arbeitest du damit Erwachsene oder auch mit Kindern?

00:23:45: Nein,

00:23:46: ich arbeite tatsächlich nur mit Erwachsenen.

00:23:49: Also Kinder ist einfach noch meine andere Baustelle, auch eine andere Ausbildung.

00:23:53: Die habe ich nicht.

00:23:55: Und es ist ja auch so in dem Moment, wo man mit Erwachsenen arbeitet, die zumindest auch Kinder haben, wirkt das ganz sicher dann auch in die Familien hinein, wenn man das so haben will.

00:24:04: Aber meine Hauptarbeit ist schon mit Erwachsenen in dem Bereich.

00:24:09: Mir spannend, findest du selber dieses vielfältige Leben von dir?

00:24:14: Ist es manchmal so, dass du sagst, hätte ich nie gedacht irgendwie früher, aber ich bin da daheim, ich bin da daheim, da daheim und mir geht es richtig

00:24:21: gut?

00:24:22: Ja, mir geht's nicht immer gut.

00:24:24: Also ich hab schon manchmal merke ich, dass ich auf vielen... dass diese vielen Ebenen, die ich bediene, eine echte Herausforderung sind, als Freiberuflerin, das alles unter einen Hut zu bringen.

00:24:35: Und dann muss ich mal wieder auch mich neu sortieren.

00:24:39: Aber ich bin über diese Vielfalt, die sich da in meinem Leben jetzt entwickelt hat, schon echt wahnsinnig glücklich.

00:24:45: Also das ist wirklich auf allen Ebenen wahnsinnig bereichernd und ich kriege auch auf allen Ebenen wahnsinnig viel zurück.

00:24:52: Und ich habe ganz oft Menschen getroffen, die zu mir gesagt haben, Simone, du musst dich fokussieren, du musst mehr fokus finden.

00:24:57: Nur auf das eine, nur auf das andere.

00:24:58: Und irgendwie habe ich es nie geschafft.

00:25:00: Und ich habe mittlerweile für mich beschlossen, ich glaube, ich brauche das auch.

00:25:04: Also ich brauche diesen bunten Blumenstrauß, weil sonst wird es mir vielleicht langweilig.

00:25:09: Oder ich

00:25:10: bin... Zur Inspiration ja wieder für einen Bereich davon.

00:25:13: Ja, und das eine

00:25:13: bereichert das andere und das eine hilft auch beim anderen.

00:25:16: Es ist wichtig für mich nicht nur Schauspiel zu machen, ich glaube, ich würde es nicht.

00:25:20: mehr stemmen, nicht mehr aushalten, weil es schon energetisch wirklich sehr anstrengend beruf ist.

00:25:26: Und auf der anderen Seite mich auch immer wieder selber aufzuladen und einfach ein bisschen in ruhigere Bahnen zu sein, sein zu dürfen in meinem Alltag, genau.

00:25:36: Was wünscht ihr als letzte Frage an dich für die Zukunft?

00:25:39: Was wäre so...

00:25:45: Also, oh Gott, da sind wir jetzt ganz anders.

00:25:47: Also ich wünsche mir jetzt erstmal für die Nahezukunft ein richtig voller Häuser in Bezug auf den Klimawandel, das Meno Fest, die musikalische Review über das Frausein.

00:25:56: Das fände ich wunderbar.

00:25:58: Ich wünsche mir viele wunderschöne Momente auf der Bühne.

00:26:02: Ich wünsche mir viele ruhige, fließende Momente in meinem Alltag mit viel Zeit, auch für meine Lieben und meine Kinder, die mich so aufladen können.

00:26:11: Und das schaffe ich oft am Meer.

00:26:13: Das heißt, dieses Jahr so eine richtig lange wunderbare Reise ans Meer, das wäre erst mal richtig geil.

00:26:21: Entschuldigung.

00:26:22: Und das ist es erst mal fürs erste.

00:26:25: Ich wünsche euch heute alles Gute.

00:26:27: Danke für den Einblick in dein Leben, dass uns glaube ich heute wirklich alle bereichert hat.

00:26:32: Danke Simone Schatz.

00:26:33: Danke, dass ich da sein

00:26:47: durfte.

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