Beate Schmid - Zwischen Bühne und Pädagogik
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Beate Schmid, Schauspielerin und Theaterpädagogin, über die Kraft des Theaters, kreative Ausdrucksmöglichkeiten und die Magie, Menschen auf der Bühne und im Leben zu inspirieren. Beate teilt Einblicke aus ihrem Werdegang, erzählt von Herausforderungen und Highlights auf der Bühne und erklärt, wie Theaterpädagogik Türen öffnet - nicht nur für junge Talente, sondern für alle, die sich selbst besser kennenlernen wollen.
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00:00:00: Der Allgäu-Hit-Kaffee-Clutch wird präsentiert von den Lebensgestaltern.
00:00:05: Stundenweise Zuwendung statt getakteter
00:00:07: Hektik.
00:00:08: Dein ambulanter Dienst im Allgäu für Pflege und Betreuung mit Zeit.
00:00:13: Heute geht's mit Beate Schmied
00:00:15: auf die
00:00:16: Bretter, die die Theaterwelt bedeuten.
00:00:18: Herzlich willkommen, Vorschmied.
00:00:20: Ja, hallo.
00:00:21: Das ist Ihr Boden, Ihr Berufsboden, die die Bretter, die die Theaterwelt bedeuten, oder?
00:00:27: Ja, so schaut es aus.
00:00:30: Ich habe mir schon als Kind gewünscht, Schauspielerin zu werden.
00:00:35: Das ist mir aber sehr spät gelungen und habe dann auch Theaterpädagogik, das war Theaterpädagogik, dazugenommen.
00:00:45: Und das ist was, was mich sehr erfüllt und was ich sehr gern
00:00:50: mache.
00:00:51: Herzlich willkommen!
00:00:53: Theater bedeutet für Sie, kann man das überhaupt in drei Worten beschreiben?
00:00:58: Theater ist?
00:01:00: Theater ist großartig und schwierig, schwierig kann es sein.
00:01:11: Und es betrifft die gesamte Person.
00:01:15: Und diese
00:01:16: Unmittelbarkeit.
00:01:17: Unmittelbarkeit, genau.
00:01:19: Man kommt ihm nicht aus, wenn man auf der Bühne steht oder einen Dreh macht beim Film, man kommt ihm nicht aus.
00:01:28: Gut, beim Film wird wiederholt.
00:01:30: Solange bis es passt, aber auf der Bühne läuft es nicht so.
00:01:36: Ein Schuss und der sitzt auf gut Deutsch.
00:01:38: Ja,
00:01:39: genau.
00:01:40: Ein Traum von kleinen Mädchen ist sehr oft, ich möchte berühmt werden, Theater-Schauspielerin oder Schauspielerin in Film, Kinometier rein.
00:01:50: Ist das bei Ihnen auch schon immer so gewesen, dass
00:01:52: Sie gerne
00:01:53: schon im Kindergarten bei Aufführungen mit dabei waren in der Schulzeit, da ist schon ein Theatergruppe entstanden, da war ich mit dabei, ich habe die Julia vielleicht mal gespielt bei Romeo und Julian, mein ich war nur einem aus.
00:02:07: Einmal.
00:02:07: Also das ist mir erst in der Schule begegnet, da hatte ich, kann ich mich erinnern, einmal der Holzschultanz, wo ich irgendwie mit einem schweren Schuh, also eine vollkommen unattraktive Rolle, schweren Schuh und so eine Krücke über die Bühne musste.
00:02:28: Und trotzdem habe ich da schon gemerkt, das finde ich toll, auch in der Gruppe was zu machen und mich einfach darzustellen.
00:02:40: Und das ist andere aussehen.
00:02:43: Wie toll ich mich darstelle, das hat mir gut gefallen.
00:02:46: Und dann erst später, ich habe recht früh meine Kinder gekriegt und habe dann andere Berufe noch gelernt.
00:02:52: Und das Theater war aber immer an meiner Seite.
00:02:56: Hier zum Beispiel spiel ich in Kempten bei der Theaterwerkstatt Allgäubpfeffer mit, die ja schon seit fünfundzwanzig Jahren zeitgenössische Stücke auf die Bühne bringt.
00:03:08: Das ist sehr anspruchsvoll und auch, ich würde sagen, semi-professionell.
00:03:15: Ja, professionelle Regie auch, an der anderen Seite.
00:03:20: Genau, im Moment mache ich da eine Pause, aber das ist so ja hier jetzt im Allgäu so meine Herzblutgruppe.
00:03:29: Ja,
00:03:30: schön.
00:03:31: Wie ist es da mit Lampenfieber?
00:03:32: Hat man das nach so vielen Jahren dann auch irgendwie immer wieder auf der Bühne gestanden zu sein, ist zu dieses Bauchkribbeln?
00:03:40: Ja,
00:03:41: natürlich.
00:03:41: Also im Vorfeld.
00:03:43: im Vorfeld, klopft das Herz, aber sobald ich die Bühne betrete und das Publikum vor mir habe, oftmals sieht man es ja gar nicht so, weil das liegt einem an
00:03:57: der Beleuchtung,
00:04:00: dann ist das weg und dann geht es einfach nur noch darum, Ich sag es pathetisch jetzt, es sich gut gehen zu lassen und natürlich auch nicht zu scheitern, wenn man viel Text hat oder schnelle Dialoge spielt, dann ist es natürlich schon auch wichtig, dann hat man auch Verantwortung.
00:04:28: Absolut.
00:04:30: Und das ist schon sehr, wenn es gelingt, sehr erhebend.
00:04:35: Also ich habe auch schon Scheitern erlebt, wo ich mich hinterher am liebsten vergraben
00:04:40: hätte.
00:04:42: Bei einem Texthänger oder so.
00:04:44: Wie
00:04:45: hat man dann so viel Text fürs Theater?
00:04:47: Das finde ich schon auch immer sehr, sehr, sehr beeindruckend.
00:04:51: Wenn man eine der Hauptrollen hat oder der größeren Rollen in so einem Stück, klar, man lernt, man läuft wahrscheinlich durch die Wohnung mit dem Skript in der Hand und geht schon ein bisschen auch von der G-Stick in die Rolle ein, aber beeindruckend.
00:05:07: Haben Sie einen Trick, wie Sie Text lernen?
00:05:11: Also ich muss das immer sehr haptisch.
00:05:14: Ich schreibe mir das oft händisch auf, wenn es schwere Passagen sind.
00:05:20: und klebt mir das irgendwo hin an Spiegel und geht da immer dran vorbei und so kriege ich das so rein.
00:05:29: Also es kommt natürlich auch darauf an, was es ist.
00:05:32: Ja, ja.
00:05:32: Genau.
00:05:33: Ich spiele auch mit einer Kollegin seit vielen Jahren mit Gabi Striegel aus Durrach.
00:05:39: Da habe ich Theater II, da spielen wir in Grundschulen, Förderschulen für Kinder und das ist nochmal was ganz anderes.
00:05:48: Das ist ganz echt.
00:05:51: macht aber auch total viel Spaß, wenn ich merke, ich schaffe es eine dreiviertel Stunde lang, die Kinder wirklich ruhig zu halten und dass die entspannung sind und aufmerksam sind.
00:06:05: Das wurde uns auch schon oft von Lehrern gespiegelt, was das auch für eine Qualität hat, für die Kinder auch so was live zu betrachten.
00:06:15: Und das ist auch immer wieder neu, obwohl ich Stücke schon, was weiß ich denn, wie viel oft gespielt habe.
00:06:23: Das ist immer wieder neu.
00:06:24: Ich muss darauf achten, wie ist meine Kollegin drauf an dem Tag?
00:06:29: Wie geht's mir grad?
00:06:30: Aber das muss alles dann beiseite.
00:06:34: Zum einen stehen Sie auf den Brettern, die die Theaterwelt bedeuten.
00:06:37: Zum einen sitzen Sie davor.
00:06:40: Sie haben ganz unterschiedliche Funktionen im Laufe Ihres spannenden Lebens ja irgendwo.
00:06:46: Was heißt durchgemacht?
00:06:47: Das hört sich jetzt ein bisschen komisch an, aber wahrgenommen, bewusst eingeschlagen.
00:06:54: Sie sind ja nicht nur in Anführungszeichen Schauspielerinnen, auch das davor hat sie interessiert.
00:07:01: Ja, ich habe schon immer mit Menschen gearbeitet, mit unterschiedlichsten Menschen.
00:07:06: Ich war mal in einer Suchtklinik und habe mit Erkrankten, Alkoholikern gearbeitet und da habe ich Theaterarbeit machen dürfen, können.
00:07:18: Mit den Männern, denen man das nie zugetraut hätte, haben wir Szenen erarbeitet und davor war ich auch an Schulen, habe Lehrer mit unterstützt in ihren Theaterages.
00:07:32: und immer wieder fasziniert mich, wenn vor allem Kinder oder Schüler, Jugendliche, Jugendliche plötzlich strahlen auf der Bühne und was an sich entdecken und sich trauen in der Gruppe eine Disziplin aufbringen.
00:07:51: und ein Standing entwickeln.
00:07:53: Und das berührt mich immer noch so, dass ich oft feuchte Augen krieg, wenn ich das dann sehe und merke.
00:08:00: Und deshalb ist das ja mein, ja, zu meinem Hauptstandbein geworden, auch weil ich das daheim hier im Allgäu in meiner näheren Umgebung machen kann.
00:08:15: Das war mir auch wichtig.
00:08:18: Ich bin keine Theatertherapeutin, das habe
00:08:21: ich falsch gesagt, eingangs.
00:08:23: Genau, ich nehme es zurück.
00:08:25: Ein Problem, ich bin eine Pädagogin und das heißt also, dass es darum geht, die Schätze der einzelnen Akteure zum Tragen zu bringen, beziehungsweise auch sie etwas zu mildern, wenn es sein
00:08:43: muss.
00:08:43: Aber die Erfahrung liegt in jedem selbst und das ist der entscheidende Diamant, der daraus kommt.
00:08:52: Genau.
00:08:53: Sie machen das ja auch mit das Arbeit mit Kindern, mit Jugendlichen, mit Schulklassen, hat sich da was in den vergangenen Jahren oder eventuell Jahrzehnten verändert.
00:09:05: Da sind das inzwischen andere Kinder, haben die es um Defizit auch was... aktives Darstellen, also so dieses Spielen bei einfach Spielzeug, auch ein anderes gewordenes Computer, Laptop etc.
00:09:21: merken Sie das, weil Sie gerade gesagt haben, Sie kriegen immer noch feuchte Augen, wenn Sie sehen, wie ein Kind strahlen kann.
00:09:30: Es verkümmert so fast ein bisschen vielleicht, oder?
00:09:33: Nein, das denke ich nicht, weil ich die Haltung habe, dass jeder Mensch, ähnliche Bedürfnisse hat, gesehen werden möchte und gehört werden möchte.
00:09:49: Davon gehe ich erst mal aus.
00:09:51: Und dann schaue ich mir so die Einzelnen an.
00:09:54: Jetzt gerade bin ich ja an der Mittelschule in Sonntufenmacht.
00:09:58: Ein großes Projekt über Zwangsarbeit.
00:10:00: Da sprechen wir nachher noch auswillig
00:10:03: darüber.
00:10:04: Und da gehe ich erstmal davon aus, dass die jetzt motiviert sind, sind die auch.
00:10:11: Das ist supergruppe, superklasse.
00:10:14: Und dann entwickelt sich das, dann sehe ich ziemlich schnell, wem versuche ich was.
00:10:20: oder wem kann ich was zumuten, wem kann ich es nicht zumuten, aber trotzdem, ich versuche immer zuzumuten.
00:10:27: Und ich möchte aber eher nicht, dass die scheitern, dazu ist die Zeit dann auch
00:10:32: zu kurz.
00:10:33: Ich möchte einfach, dass das ein Teamprozess ist, dass sie die Gruppe erleben, dass wir was entwickeln.
00:10:42: Und diese Kreativität in der Gemeinsamkeit.
00:10:44: Ja, der
00:10:45: Gemeinsamkeit und ich gehe also von den Ressourcen auf.
00:10:49: nicht von dem, was nicht da sein könnte.
00:10:53: Wenn man gerade
00:10:54: nochmals kurz in ihr Schauspielleben blickt, gab es da bei Ihnen eine Rolle, eine Lieblingsrolle, die Sie entweder haben schon spielen können oder wo Sie sagen, ja, das ist dann noch mein persönliches schauspielerisches Ziel.
00:11:09: Ich möchte diese Figur, diese Romanfigur, diese historische Figur vielleicht
00:11:14: einmal noch verkörpern.
00:11:17: Also, Da muss ich sie enttäuschen.
00:11:19: Es gab keine Wunder.
00:11:22: Unglaublich tolle.
00:11:24: Aber es gab viele, viele, viele interessante, spannende.
00:11:32: Als ich auch noch junger war, habe ich auch gerne verliebte Sachen gespielt.
00:11:37: Das hat ja jetzt nichts mit dem Alter zu tun.
00:11:39: Das schlüpft man ja als Schauspieler.
00:11:42: Auch kann man auch
00:11:44: ganz unterschiedliche Alters schlüpfen.
00:11:47: Kennen wir ja.
00:11:49: Aber ich habe jetzt keine so herausragende Rolle.
00:11:54: Ich mag gerne, wenn es, als ich mag gerne eine Dramatik, wenn eine Dramatik entsteht, wenn ich irgendwas Dramatisches sein darf.
00:12:05: Ich hatte auch schon Stummelrollen.
00:12:07: Die haben mich sehr herausgefordert.
00:12:09: Das
00:12:09: glaube ich, das glaube ich.
00:12:10: Stummelrollen
00:12:11: muss man wirklich ertragen.
00:12:14: wenn man ja doch gerne auch was sagen würde und seine Mitspieler ertragen, wenn sie was sagen.
00:12:21: Ja, also die Bahnbreite ist so weit und so, auch was das Arbeiten eben in der Gruppe, in einem Ensemble angeht, das kann man gar nicht so schnell sagen.
00:12:36: Das erfordert auch ganz viel persönliche Stärke und dass man bereit ist, ständig an sich zu arbeiten, sich zu überdenken und neu zu erfinden auch oftmals.
00:12:49: Sie haben oder sind auch Mitbegründerin des Osorbes Theater II arbeiten mit Schulen und haben vorhin schon ihr aktuelles Projekt angesprochen.
00:12:58: Vielleicht ganz kurz, welche Klasse, welche Schulklasse in welchem Alter ist und was da
00:13:05: ja
00:13:06: im Moment gelernt wird und dann das auf die Bühne zu bringen.
00:13:11: Ja, also das ist die Mittelschule Sonntofen.
00:13:14: Das ist die zehnte Klasse, zehn AM.
00:13:18: Also der Zweig, der jetzt auch der Prüfungszweig ist, die mittlere Reife noch drauf setzen.
00:13:30: Dazu bin ich gekommen, über einen Vortrag von dem Dr.
00:13:33: Weber, Historiker.
00:13:35: Hier in Kempten ist er auch.
00:13:36: bekannt, arbeitet auch unter anderem im Stolpersteinenverein.
00:13:41: Der hat einen Vortrag in Sonntofen im Alpenstadtmuseum gehalten über einen Zwangsarbeiter-Schicksal, den Heinrich Saar, der in Sonntofen in der Bauernhofen tätig war und dort auch erhängt wurde.
00:13:58: Ich habe den Vortrag gehört und dachte sofort, Boah, das möchte ich mit älteren Schülern umsetzen.
00:14:05: Dieses Schicksal bin dann an die Mittelschule marschiert und zu der ich schon Kontakt hatte, guten.
00:14:14: Und Direktor Herr Gogel damals hat sofort zugestimmt.
00:14:19: Die Lehrerin, die Frau Kufler, hat das unterstützt und ihre zehnte Klasse zur Verfügung gestellt.
00:14:27: Und so ging es dann los.
00:14:28: Wir haben innerhalb von vier Monaten ein Theaterstück auf die Bühne gebracht mit selbst entwickelten Szenen.
00:14:37: Das wurde jetzt im Mai im Haus Oberallgäu aufgeführt, mehrfach.
00:14:42: Und hatte so ein Erfolg.
00:14:44: Und die neunte Klasse, die das angeschaut hat, hat dann gesagt, wir wollen auch auf die Bühne.
00:14:49: Ja gut und dann habe ich das halt mache ich es jetzt nochmal für die jetzige zehnte Klasse.
00:14:55: Dieses
00:14:55: Einzelschicksal, was sie da in Form eines Vortrags gehört haben, das hat sie magisch angezogen und sie hatten sofort wahrscheinlich schon Szenenbilder im Kopf und haben gesagt, das muss auf die Bühne.
00:15:07: Vielleicht nochmals in einer Kurzversion von diesem ja schlimmen Schicksal.
00:15:15: Ja, also da ging es jetzt, was wir ja schon aufgeführt haben, um Heinrich Saar, Zwangsarbeiter, der mit achtzehn Jahren in Sonntofen an der Illa erhängt wurde.
00:15:28: Der hatte auf diesem Bauernhof viel Hunger, also wir haben da zum Beispiel das Thema Hunger bearbeitet und wurde dann in einem Kurzen Schauprozess, das waren ja keine Prozesse im Grunde.
00:15:43: Das war ja schon so vorgesehen, dass die Zwangsarbeiter ja auch nicht mal heimkommen.
00:15:48: Die sind entweder in den Arbeitsplätzen gestorben oder sie sind umgebracht worden von den Nazis.
00:15:55: Und da hat man ihm unterstellt, dass er ein Stück Brot geklaut hat.
00:16:01: Das neue Schicksal ist die Genophäe Fasiratka, die damals in Eau-Mittelberg tätig war.
00:16:08: und auch mit achtzehn Jahren geköpft wurde in München-Stadlheim.
00:16:13: Und das habe ich jetzt von dem Dr.
00:16:15: Weber den Stoff bekommen dazu und macht es mit der jetzigen Zehntenklasse, also gerade im Prozess.
00:16:25: Sind Sie da irgendwie so sensibilisiert, was diese geschichtliche Zeit, diese geschichtliche Phase angeht, dass Sie sagen, ja, mich berührt, Diese Zeit einfach ganz speziell und ganz besonders?
00:16:40: Ja, ja.
00:16:41: Also ich habe Eltern, meine Eltern waren Jahrgang dreizehn und Jahrgang zwanzig.
00:16:47: Ich habe also Kriegsteilnehmereltern gehabt, von denen ich viel mitbekommen habe über diese Zeit, all die Brüche und die Zweifel und natürlich auch Nebulöse Geschichten, an denen ich später dann selber arbeiten musste.
00:17:08: Meine Eltern leben schon lange nicht mehr.
00:17:11: Aber die Zeit interessiert mich nach wie vor sehr und ich finde es äußerst wichtig, dass das den jetzt nachkommenden Generationen auch immer wieder herbeigehen.
00:17:25: gerufen wird, wie auch immer.
00:17:27: Und ich denke, die Theaterpädagogik ist ein, ich denke es nicht nur, ich weiß es, ein wunderbarer Methodenkoffer, um da auch an Schulen was zu machen.
00:17:38: Meines Erachtens gehört Theaterpädagogik, sowieso als Schulfach in die Schulen.
00:17:45: Und ich habe das Glück, das muss ich sagen dazu, dass die Mittelschule in Sorenthofens sowas von offen ist, diesen Projekt gegenüber.
00:17:54: Ich bekomme also Schulstunden.
00:17:56: Ich bin nicht irgendwann am Nachmittag
00:17:58: dran.
00:17:58: Sondern in der Primetime, wie es neu Hochdeutsch heißt, in der Primetime.
00:18:02: Ich
00:18:02: arbeite mit der Klasslehrerin ganz eng zusammen.
00:18:06: Und das ist schon sehr besonders.
00:18:10: Und da muss ich immer wieder Danke sagen, dass man mir das möglich
00:18:14: macht.
00:18:15: Und mal schauen, wie das auch dann weitergeht.
00:18:18: Ja.
00:18:19: Jetzt ist er da.
00:18:20: Es ist das ein Fall, euer Mittelberg.
00:18:24: Es ist das schwere, harte Kost an sich, diese Thematik.
00:18:30: Und dann noch obendrauf ein reales... Beispiel oder ein reales Schicksal, was eigentlich hier in einem Umkreis von, ach, vierzig Kilometern irgendwie stattgefunden hat.
00:18:41: Wie haben die Schüler das wahrgenommen?
00:18:43: Ist das auch noch mal so?
00:18:44: eine doppelte Betroffenheit vielleicht, wenn man sich denkt, boah ja, gut, man hat immer gehört, ah, da ist das in Berlin passiert, das war vielleicht in Ostdeutschland?
00:18:54: Nein, das war hier vor der Haustür.
00:18:56: Genau, genau.
00:18:57: Und das ist das, das ist auch das, was ganz besonders mitgenommen wird.
00:19:06: Es ist hier passiert, nicht irgendwo.
00:19:08: Wir haben auch die Ausstellung hier in Kempten noch besucht, Butterviehvernichtung, wo die Schüler dann auch nochmal den gesamten Umfang betrachten konnten.
00:19:20: Und dann wieder zurückzukommen auf das Einzelschicksal, sich da rein zu begeben.
00:19:25: Und da ist ja dann parallel.
00:19:27: so viel Fragen stellen sich dann.
00:19:29: Wir haben die Leute in den Neunzehntenvierzig gelebt.
00:19:32: Was war da angesagt?
00:19:34: Auch im privaten, wir haben die gearbeitet.
00:19:37: Was hat sie umgetrieben?
00:19:41: Es geht um Täter-Opfergeschichten.
00:19:46: Also der Umfang ist ganz groß, was bei den Proben schon passiert.
00:19:51: Und so entwickeln wir selber die
00:19:52: Texte.
00:19:54: Das ist auch eine Gemeinschaftsarbeit.
00:19:56: Ja, mit der Lehrerin auch zusammen in der Zusammenarbeit.
00:20:00: Und ich mache so das Gerüst.
00:20:03: Es werden jetzt vermutlich zwölf Zähnen werden.
00:20:07: Es wird was mit Musik passieren.
00:20:09: Ich habe eine Tanzpädagogin dabei.
00:20:11: Die wird die, ich möchte nicht zu viel verraten, aber die wird auf jeden Fall
00:20:15: auch
00:20:16: ein Szene mitgestalten, die eigentlich nur körperlich sein kann, wo wir nicht sprechen.
00:20:24: Genau.
00:20:25: Und so lernen die Schüler auch das kennen, was auf der Bühne alles gemacht werden muss.
00:20:29: Was drumherum passiert?
00:20:31: Werbung.
00:20:33: Dann Briefe schreiben an wichtige Personen und die Bühnenlicht, Ausstattung ist minimal bei uns, da konzentrieren wir uns auf das andere.
00:20:46: Aber all diese Dinge, diesen gesamten Umfang auch... Die Planung und die Organisation, das kriegen sie alles mit, das sind sie alle beteiligt.
00:20:58: Wer Artisch Schmied hat uns schon mitgenommen auf oder in die aktuelle Inszenierung eines Stück, wie heißt der Titel dann überhaupt?
00:21:07: Genophepha
00:21:08: S Punkt.
00:21:10: Genophepha S Punkt
00:21:11: und Genophepha Siratka, das S ist abgekürzt.
00:21:16: Und Premiere ist jetzt im Frühling schon?
00:21:20: Ja,
00:21:20: ja, wir haben zwei Aufführungen, nämlich am achtzehnten, neunzehnten Samstag, Sonntag ist das, achtzehnte, neunzehnte April im Haus Oberalger in Sonntofen abends um achtzehn Uhr.
00:21:33: Und davor sind zwei Tage Schulaufführungen für unterschiedliche Sonntover-Schulen oder auch Hauswärtige.
00:21:41: Das weiß ich noch nicht.
00:21:43: Wie ist so das Feedback von den Schülern?
00:21:45: Wie betroffen sind sie von der Thematik?
00:21:48: Oder hat man da jetzt, Sie haben ja schon gearbeitet mit den Schülern, irgendwie gemerkt, dass die, wie soll ich sagen, das Gefühl, die Charaktere
00:22:00: sich verändert haben der
00:22:02: Personen, weil man dann ja mit jedem üben oder mit jeder Zusammenkunft ja tiefer in die Materie reinkommt?
00:22:11: Also zunächst einmal sind die Schüler grundsätzlich alle, es ist eine ganze Klasse, alle machen mit, das wird in ihre Schulnote mit einfließen, es kommt noch dazu.
00:22:22: Ja toll, die können als ihre Schulnote damit auch noch verbessern.
00:22:26: Die sind eine ganz tolle Klasse, ich kann nicht ausnahmslos sagen, wir sind sehr motiviert und natürlich von diesem Schicksal betroffen, aber wir sind ja jetzt gerade auch im Probenprozess, da wird noch ganz viel passieren und wir werden auch das Thema der Hinrichtung, also die Hinrichtung thematisieren natürlich und wie das zum Beispiel ist, wenn man längere Zeit in einem Gefängnis sitzt und weiß, man wird hingerichtet.
00:22:59: Also all diese Komplexität und auch die Richter, die damals Urteile gesprochen haben, haben drei Campnerrichter.
00:23:09: die danach dem Krieg auch noch Richter und Anwälte waren.
00:23:14: Auch das wird ein großes Thema sein.
00:23:17: Auch das berührt die Leute jetzt schon.
00:23:24: Ich mache immer kurz, bevor wir in die Probe gehen, so ein kleines Theatertraining, wo es einfach darum geht, um Aufwärmen natürlich, aber auch um.
00:23:35: Um so ein Standing, auch ein bisschen um Stimme.
00:23:39: Und um sich anfassen können, um Körperkontakt haben und Spiele, auch was Lustiges.
00:23:48: So wird es bei dem Theaterstück auch sein.
00:23:50: Es wird höchstwahrscheinlich erstmal was beginnen, was im Hier und Jetzt
00:23:55: ist.
00:23:55: So wird es beginnen.
00:23:57: wo es um Erinnerungen geht.
00:23:59: Aber da möchte ich nicht
00:24:00: zu viel verhandeln.
00:24:01: Nein, wir wollen den Spannungsmoden
00:24:03: natürlich
00:24:03: auch nicht erhalten.
00:24:05: Wie ist das so?
00:24:06: Das muss ich Sie natürlich jetzt erfragen.
00:24:07: Aber es sind mehrere Rollen mit dabei.
00:24:11: Also die ganze Klasse ist ja an diesem Projekt mit involviert in unterschiedlichen Arbeitsbereichen wahrscheinlich auch.
00:24:19: Wissen Sie davon anfang an, okay, der da drüben oder das Mädchen da vorne spielt die und die Person.
00:24:26: Nein, das weiß ich natürlich nicht.
00:24:28: Ich muss erst mal alle kennenlernen und dann schaue ich mir das so aus.
00:24:35: und dann ist ja immer die Kommunikation auch mit der Lehrerin, die die Schülerjahr lange kennt.
00:24:41: Aber ich mag es gerne, wenn da Schüler sind oder Schülerinnen sind, denen man das ja gar nicht zutraut, oder die still sind, die stillen, oder die... bisschen sperrigen, die liebe ich alle.
00:24:58: und die dann rauszuholen und die Aufgabe zu geben, das funktioniert in der Regel immer.
00:25:03: und immer werden die letztendlich auf der Bühne einen Hype erleben und sich neu kennenlernen und ja, es ist dann
00:25:16: immer gut.
00:25:18: Ja, der Kreis schließt sich dann letztendlich.
00:25:22: Von Anfang ist ein toller Prozess.
00:25:23: Ist das was, was Sie auch sagen, eventuell im kommenden Schuljahr dann oder im übernächsten, dass Sie wieder so eine Projektaufgabe übernehmen?
00:25:33: Das würde ich sehr gerne machen.
00:25:34: Das wäre auch mein Ziel, aber das weiß ich noch nicht.
00:25:39: Mein Honorar möchte ich auch noch wirklich betonen bezahlter Bezirk schwarben.
00:25:45: Das wird also zum zweiten Mal schon unterstützt, das Projekt an der Schule und ich habe noch auch noch andere Geldgeber, die jetzt gerade so entwickelt sich gerade.
00:25:58: Das kostet natürlich was und da ich das nicht ehrenamtlich mache, muss ich schauen, wie viel Geld man übrig hat.
00:26:08: um das weiterhin auch an der Schule zu etablieren.
00:26:11: Nicht nur für ältere, auch für jüngere Schüler.
00:26:14: Das weiß ich noch nicht.
00:26:16: Dann wünsche ich Ihnen weiterhin
00:26:18: gute Proben
00:26:19: mit der Klasse.
00:26:20: und natürlich dann, was sagt man im Theater?
00:26:22: Teu, teu, teu.
00:26:23: Teu, teu, teu.
00:26:25: Teu, teu, teu und alles Gute.
00:26:27: Wie Art Schmied.
00:26:28: Vielen
00:26:28: herzlichen Dank für die Gelegenheit.
00:26:31: Der
00:26:31: Allgäu-Hit-Kaffee-Clutch wurde präsentiert von den Lebensgestaltern.
00:26:36: Stundenweise Zuwendung stattgetakteter Hektik.
00:26:39: Dein ambulanter Dienst im Allgäu für Pflege und Betreuung mit Zeit.
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