Dolmetscher oder KI? - Warum der Mensch weiter gebraucht wird
Shownotes
Im heutigen AllgäuHIT-Kaffeeklatsch begrüßen wir Markus Klenk aus Weitnau - Fachdolmetscher und Übersetzer mit langjähriger Erfahrung. Gemeinsam sprechen wir darüber, warum Sprachmittlung weit mehr ist als nur das reine Übertragen von Wörtern, weshalb Menschlichkeit, Kulturverständnis und Empathie unersetzlich bleiben - und warum selbst modernste KI noch nicht mit einem echten Dolmetscher mithalten kann.
Transkript anzeigen
00:00:02: Gesund und vital durch den Tag.
00:00:03: Der Allgeuchelt-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke Kempten und Pur Natur,
00:00:09: weil Gesundheit
00:00:10: bei der
00:00:11: Ernährung beginnt.
00:00:12: Heute mein Gast Markus Klenk aus Weidnau.
00:00:15: Schön, dass du da bist, dass du den Weg nach Kempten gefunden hast.
00:00:18: Grüß dich.
00:00:19: Herzlich willkommen.
00:00:21: Guten Morgen.
00:00:21: Danke für die Einladung.
00:00:23: Sehr gerne.
00:00:24: Meine Frage an dich, wie viel Sprachen sprichst
00:00:26: du?
00:00:28: Grundsätzlich mal Arbeitssprache Englisch.
00:00:31: Das ist die wichtigste Sprache für mich.
00:00:32: Ich habe im Studium Italienisch mitstudiert.
00:00:35: Nicht mehr ganz so gut, ein bisschen eingerostet mittlerweile, aber es reicht noch, um eine Pizza zu bestellen.
00:00:39: Und ansonsten allgeuerisch, bayerisch, Hochdeutsch, wenn es sein muss.
00:00:44: Paar andere Brocken nach Russisch ein bisschen mit drin, aber nicht gut.
00:00:47: Das testen wir gleich hier im Café Clutch.
00:00:50: Denn du bist Dollmatcher und Übersetzer und heute ist Tag des Dollmatchers und Übersetzers.
00:00:56: Wir haben viel Gesprächsstoff, wir zwei in den kommenden sechzig Minuten.
00:01:00: Was ist denn deine offizielle Berufsbezeichnung?
00:01:02: Muss ich mal echt so fragen?
00:01:04: Ich würde mich als Innenarzt der Linie als Dolmetscher bezeichnen.
00:01:07: Ja.
00:01:07: Ich bin staatlich geprüfter Übersetzer und Dolmetscher und Fachdolmetscher.
00:01:11: Das sind meine Studiengänge, die ich absolviert habe.
00:01:13: Arbeitsschwerpunkt bei mir ist beim Dolmetschen, ich Übersetzer brauche.
00:01:17: Da müssen wir gleich mal zum Anfang, wie soll ich sagen, diese Splittung oder diese?
00:01:23: So ein bisschen.
00:01:24: Genau.
00:01:25: Mach uns schlau im Kopf diese zwei großen Bereiche.
00:01:29: Zum einen übersetzen und zum anderen dollmatchen.
00:01:32: Genau.
00:01:33: Also ich kann es ja an einem aktuellen Beispiel machen.
00:01:36: Ich habe jetzt kürzlich einen Kaufvertrag übersetzt.
00:01:38: Das war ein Grundstücks-Kaufvertrag.
00:01:40: Da kriege ich halt vom Kunden als PDF in der Regel eben dieses Schriftstück.
00:01:44: Diesen Vertrag zur Verfügung gestellt.
00:01:47: Ich übertrage den ins Englische.
00:01:48: Wenn es sein muss, beglaube ich Ihnen hinterher auch noch.
00:01:52: Dazu muss ich aber das Original sehen.
00:01:54: Und das Ganze findet halt nur schriftlich statt, in Schriftform.
00:01:57: Und beim Dolmetschen ist halt so, Dolmetschen findet nur mündlich statt.
00:02:00: Und in der Regel, also ich würde mal sagen, neunzig Prozent, fünfneunzig Prozent mit technischen Hilfsmitteln, also simultanen Dolmetschen dann.
00:02:08: Und relativ selten gibt es noch Situationen, in denen Gesprächs-Dolmetschen gefragt ist.
00:02:13: Aber hauptsächlich ist alles simultan in Kabinen oder mit der sogenannten PFA, also in der Personenführungsanlage.
00:02:20: Das hört sich sehr spannend an.
00:02:22: Wie gesagt, im normalen Alltagsdeutsch wird das in einen Topf geschmissen.
00:02:27: Genau,
00:02:27: die sind alle Übersetzer.
00:02:29: Ihr seid alle Übersetzer.
00:02:30: Und das kann man studieren.
00:02:31: Was ist dann der Fremdsprachen-Korrespondent?
00:02:33: Da fehlt mir da noch irgendwie ein, der rutscht auch noch rein.
00:02:38: Die Fremdsprachen-Korrespondentin, in meinem Fall, weil meine Frau Fremdsprachen-Korrespondentin ist, das ist ein... Das ist in der Regel jemand, der für ein Unternehmen dann arbeitet, angestellt und der Korrespondenz in fremden Sprachen dann.
00:02:52: Also bei uns in Deutschland ist halt am Markt hauptsächlich Englisch gefragt.
00:02:55: Bei meiner Frau war es so, dass sie bei Spirition gearbeitet hat und einfach die Korrespondenz dann in Deutsch und in Englisch gemacht hat.
00:03:03: Das ist das, was der Fremdsprachankorrespondent
00:03:05: macht.
00:03:05: Wo kommt bei dir diese Sprech- und Sprachaffinität her?
00:03:10: Du bist ein gebürtiger Allgäuer.
00:03:11: Müssen wir dich nur vorstellen.
00:03:13: Aus Weidner habe ich dich angekündigt.
00:03:15: Auch ein gebürtiger Weidner?
00:03:16: Genau.
00:03:16: Ein Weidner-Bur?
00:03:17: Genau, so sieht's aus.
00:03:19: Und man hört, wenn man da so ganz die Ohren spitzt, eigentlich fast gar keine Allgäuer-Noise bei dir.
00:03:24: Ja, das ist so ein bisschen Berufskrankheit.
00:03:27: Wenn ich jetzt mit meinen Kumpels in Weitner unterwegs bin, dann rede ich ganz anders, dann rede ich Dialekt.
00:03:32: Aber ich bin halt im Berufsumfeld, ich war jetzt, letzte Woche war ich in der Schweiz, da kann ich jetzt schlecht allgäuern, das geht halt nicht.
00:03:40: Oder ich unterricht auch relativ viel.
00:03:42: Und da wird halt immer so ein bisschen des Unterrichts Hochdeutsch oder in mein Dolmetsch Hochdeutsch ausgepackt.
00:03:48: Oder jetzt im Radio ist es halt jetzt gerade mein Radio Hochdeutsch.
00:03:52: Im Privatumfeld ist es ganz anders.
00:03:53: Ich lege auch Wert bei meinen Kindern drauf, dass die allgeuerisch reden.
00:03:57: Dass wir in der Familie allgeuerisch reden.
00:03:58: Weil das ist halt Teil unserer Kultur und unserer Identität und das finde ich wichtig.
00:04:02: Also du kannst richtig Christian Pferdy sagen.
00:04:04: Auf jeden
00:04:04: Fall Christian.
00:04:07: Grüß Sie.
00:04:08: Heute, ich habe es so in Eingangs auch gesagt, der dreißigste September ist ja so ein bisschen der Tag des Dolmetschers, der Tag des Übersetzers, der heilige Hyronimus.
00:04:18: Das geht ja irgendwo ganz weit zurück.
00:04:20: Weißt du da irgendwie, warum das der heilige?
00:04:23: Ich habe
00:04:23: nicht gewusst,
00:04:24: dass heute dieser große Tag ist.
00:04:26: Es ist jetzt auch nicht so, dass bei mir jetzt heute Abend die Korken knallen, dass es eine Fete irgendwie stattfindet.
00:04:31: Aber ich finde es gut, dass über zwei Berufe... Das sind zwei
00:04:38: eigenständige Berufe.
00:04:39: ...dass ein bisschen Aufmerksamkeit generiert wird, weil es findet so ein bisschen Strukturwandel statt bei uns gerade.
00:04:45: Und von da schadet es nichts, wenn wir jetzt mal drüber reden.
00:04:48: Welches ist deine Hauptsprache, in dem du unterwegs bist,
00:04:51: Englisch, oder?
00:04:52: Ja, genau.
00:04:52: Und es gibt auch der Markt in Deutschland hauptsächlich so her.
00:04:56: Es gibt, glaube ich, irgendwie Erhebungen, dass fast alle Sprachinsgleistungen Auf dem deutschen Markt Englisch, Deutsch, Deutsch, Englisch.
00:05:02: Also die überwiegende Mehrheit in diesen Sprachen stattfindet.
00:05:06: Jetzt haben wir gehört, Korrespondenz.
00:05:08: Das ist, wenn in der Spedition, die im Ausland oder mit dem Ausland auch Geschäfte macht, da brauche ich jemand, der diese Korrespondenz übersetzt.
00:05:18: In welchen Bereichen setzt man denn einen Übersetzer oder Dolmetscher ein?
00:05:22: Du hast zwar die grob Bereiche schon mal an skizziert, aber ein bisschen detailiert.
00:05:29: Das
00:05:29: bei mir ist, wie gesagt, der Arbeitsschwerpunkt liegt ganz deutlich beim Dolmetschen und das geht tatsächlich los bei uns in Weidner im Standesamt, wenn jetzt irgendein Pärchen heiratet, wo ein Teil halt aus England, aus Australien, aus Amerika kommt oder irgendwas.
00:05:43: Hatte ich noch nicht vor allzu langer Zeit mit Florian schmiede noch mit unserem Bürgermeister.
00:05:48: Und da braucht es ein Dolmetscher, weil der muss ja wissen, was er da macht.
00:05:53: Ja,
00:05:53: ja.
00:05:53: Warum
00:05:54: er jetzt Jess oder Wees sagt.
00:05:59: Und dann geht es, also mittlerweile gibt es Gott sei Dank auch hier im Allgäu.
00:06:02: Gibt es ein paar Unternehmen, die Dolmetschdienstleistenden brauchen.
00:06:06: Das ist dann immer schön für mich, weil es ein Heimspiel ist.
00:06:07: Es gibt ein paar wirklich total spannende Mittelständler bei uns.
00:06:11: Die hochspezialisierte technische Geräte produzieren im Allgäu international vertreiben und dann kommen wir als Dolmetsch ins Spiel.
00:06:19: Und es geht dann in meinem Fall jetzt tatsächlich bis zu internationalen Großkonzernen.
00:06:22: Ich habe jahrelang die Jahreshauptversammlungen von BMW, von der Allianz, bei Dolmetsch.
00:06:27: Und das ist so das Spektrum, würde ich sagen.
00:06:30: Das andere wichtige Standbein bei mir ist Marktforschung.
00:06:33: Das hat sich mittlerweile so entwickelt, dass ich das fast ausschließlich von daheim machen
00:06:36: kann für mich.
00:06:37: Man kennt die einen oder anderen Filme und kennt die Personen mit dem Knopf im Ohr, die irgendwo in so einer kleinen Kabine sitzen und dann ist es oft politisch.
00:06:47: Auch das ist ein Bereich.
00:06:48: Das ist auch ein Bereich.
00:06:49: Das ist aber dann Synchron-Doll-Metschen.
00:06:51: Ist es noch mal eine eigene Kategorie?
00:06:54: Meine Arbeit ist, wie gesagt, auch wenn ich jetzt hier im Allgäu bei einem Mittelständler bin, ich weiß nicht, ob ich irgendwelche Namen sagen soll.
00:07:00: Es gibt ja mehrere, ja, ja.
00:07:02: Ich habe jetzt zum Beispiel meine nächste Konferenz, mache ich für eine Nachbarn von euch hier.
00:07:06: Da geht es schreckig hinüber, sind die Häusler-Engineure.
00:07:09: Da sitzt es in Lindo, am Donnerstag ist eine internationale Konferenz und da sitzen wir auch in Kabinen, also simultan dann.
00:07:16: Das ist auch die beste Umgebung und die beste Art des Dolmetschens für mich jetzt persönlich.
00:07:21: Und Marktforschung läuft auch so, dass ich das alles simultan mache.
00:07:24: Ich habe meine Kopfhörer auf und dann wird simultan gearbeitet.
00:07:27: Und das ist eigentlich, es gibt ganz wenige Gelegenheiten nur noch.
00:07:30: wo ich wirklich dann Gesprächsdolmetschen habe, wo dann keine technischen Hilfsmittel da sind, wo ich dann wirklich zwischen zwei Leuten stehe oder sitze, der eine sagt was, ich verdolmetsche es, der andere sagt was.
00:07:41: Kommt nur noch ganz selten vor.
00:07:42: Also das als praktisches Beispiel oder wo man sich so eine Szene gut vorstellen kann, das wäre jetzt beim Verhör auf der Polizei, da ist irgendwie ein Dieb geschnappt worden aus einem anderen Land und... In meinem
00:07:54: Fall war es Zigarettenschmuggel.
00:07:57: Aber es ist schon lange her, also ich bin allgemein vereidigt und dürfte theoretisch vor Gericht arbeiten.
00:08:02: Ich stehe da auf einer Liste drauf.
00:08:03: Ich habe aber tatsächlich einfach, weil ich anderweitig gebucht war, habe ich die letzten paar Anfragen immer abgelehnt und von daher rufen die momentan gar nicht mehr bei mir an.
00:08:11: Also ich habe es jetzt lange nicht gemacht, hatte ich aber schon entweder vor Gerichtern, bei der Verhandlung oder eben in so einem Verhöhe.
00:08:18: Bei mir ganz klar, der Alltag sieht so aus, dass ich entweder von zu Hause simultan Neumatch oder dass ich zu einem Unternehmen hier in der Gegend fahr und da sitzt sich dann in der Kabine oder wenn es eine Führung ist, mache ich es mit einem Flüsterkoffer sagen wir dazu.
00:08:35: Flüsterkoffer.
00:08:35: Genau.
00:08:36: Das ist ein bisschen so ein Hilfsmittel.
00:08:38: Genau,
00:08:39: da habe ich dann halt, ich habe Kopfhörer
00:08:41: auf
00:08:41: und habe ein Mikrofon und derjenige, der das vorstellt, der die Betriebsführung macht, was weiß ich bei Hundeckern, H-Wagen oder so, der macht eine Betriebsführung und irgendjemand erklärt den Anwesenden, was diese tolle CNC-Fräse da machen kann irgendwie.
00:08:55: Und ich krieg das auf meine Kopfhörer, auf einem Kanal und ich verdolmetsche das dann simultan ins Englische.
00:09:00: Und die englischsprachigen Zuhörer haben dann halt meinen Kanal eingestellt und können mich hören.
00:09:04: Und so kann man eigentlich jetzt in jeder Umgebung simultan dollmetschen.
00:09:07: Was für uns Gutes.
00:09:09: Was waren so die schönste Situation beim Dollmetschen?
00:09:12: Oder gibt es irgendwie eine Situation, wo du sagst, ey, das war so eine coole Geschichte?
00:09:16: Ach, es gibt viele coole Geschichten irgendwie.
00:09:19: Also Reisetätigkeit ist natürlich was, was irgendwo ein Privileg dann ist.
00:09:24: Ich habe eine ganz tolle Konferenz mal auf einem Kreuzfahrtschiff gehabt zwischen Stockholm und Helsinki.
00:09:28: Ich fand die Konferenz an Bord des Schiffes statt, war auch recht skurril, weil ich da so ein bisschen sehkrank während dem Dolmetschen war und das war für mich auch eine neue Erfahrung.
00:09:38: Wir sind aus dem Hafen raus in Stockholm Eröffnungsrede.
00:09:42: Ich habe simultan gedolmetscht und habe gemerkt, wie es mir schlecht wird, weil das Schiff irgendwie so gerollt hat.
00:09:46: Und was mich dann tatsächlich gerettet hat, war, dass dann die offizielle Ansage von der Konferenzleitung kam.
00:09:53: So, wir fahren jetzt in die Scheren rein und dieses Naturspektakel, das darf man sich natürlich nicht entgehen lassen, alle an Deck hoch.
00:09:59: Und dann frische Luft hat mich quasi gerettet, oder?
00:10:02: Eigentlich jeder Auslandseinsatz war immer schön, irgendwie schöne Locations, wo man nicht so schnell hinkommt, Danzig, Sizilien oder irgendwas.
00:10:10: Oder auch einfach nur, wenn es halt gut klappt, wenn du mit Kollegen, mit deinem Kabinenpartner, mit deiner Kabinenpartnerin gut zusammenarbeitest oder gerade hier im Allgäu auch, wenn du halt spannende Leute und spannende Unternehmen halt hast.
00:10:21: Dieses Sprachenaffine legt man ja eher so den Mädchen oder den Mädchenbereich zu und so dieses naturwissenschaftliche heißt es ja oft, ach ja, das ist so Jungens-Fächer.
00:10:35: Bei mir gar nicht so.
00:10:36: Also bei mir ist es über Umwege passiert, ich habe ja schon gesagt, Das war ein Verhältnis.
00:10:40: Ich bin bis zur neunten Klasse in die Schule gegangen.
00:10:43: Dann hieß es, jetzt machen wir eine Lehre.
00:10:44: Ich habe eine handwerkliche Lehre.
00:10:46: Und irgendwann hat gemerkt, das möchte ich jetzt nicht den Rest meines Lebens machen und bin wieder auf die Schule gegangen.
00:10:52: Irgendwann hat sich herauskristallisiert, dass ich in Englisch den Einser hatte und den Mathe, den Vierer und den Physik den Fünfer.
00:10:58: Das kommt mir bekannt vor, wobei mein Englisch war auch nicht eins, sondern ein bisschen schlechter als eins.
00:11:04: Und dann war für mich schon klar, dass ich gerne was in die Richtung machen möchte.
00:11:07: Aber dann stehst du ja auch erst mal da.
00:11:09: Was machst du jetzt mit deinem Abi irgendwie?
00:11:10: Und ich hab dann gedacht, jetzt studiere ich vielleicht irgendwie Betriebswirtschaft.
00:11:14: Ich war dann
00:11:15: irgendwo auf einer Veranstaltung und da habe ich ganz zufällig so einen kleinen Flyer gefunden vom IFB, also von dem Institut in Kempten, wo ich selber studiert habe, wo ich selber dann auch zwanzig Jahre im Terricht hat, das jetzt leider geschlossen hat mittlerweile.
00:11:28: Dann bin ich da so mit der naiven Idee reingegangen, ich werde jetzt Übersetzer und ich habe immer gern gelesen und ich übersetze dann Bücher von Stephen King.
00:11:35: Das war mein Plan irgendwie, aber es hat dann so nicht funktioniert.
00:11:39: Also noch nie ein Buch von Stephen King übersetzt?
00:11:41: Nein, noch kein Buch von Stephen King übersetzt.
00:11:43: Aber alle auf Englisch gelesen?
00:11:45: Alle
00:11:45: auf Englisch gelesen, ja.
00:11:46: So dieses Englische, ja gut, das hast du vielleicht bei dir auf dem Genen so, dass Englisch dir liegt, ist es sonst irgendwie noch verbreitet in der Family?
00:11:55: Ja, also ich kann jetzt nur für meine Kids reden und also meine Frau ist Fremdsprachen-Korrespondentin.
00:12:01: und nachdem wir da eine Schule in Kempten hatten, wo Übersetzer, Dolmetscher und Fremdsprachen-Korrespondenten ausgebildet werden, dass jetzt dreimal raten, wo ich meine Frau kennengelernt habe.
00:12:11: Bei so einem Kurs an der Schule?
00:12:14: Ja, also unsere Kids, die können es schon auch ganz gut, aber wo es bei mir herkommt, ich kann es ehrlich gesagt nicht sagen.
00:12:20: Ich hatte immer irgendwie war Großbritannien für mich ein besonderes Land.
00:12:24: Ich hab's immer irgendwie gemocht und geliebt.
00:12:26: Wir sind da oft, wir haben Freunde in England und ja, ist irgendwie ... Keine Ahnung.
00:12:32: Ich kann es nicht erklären, aber ich bin froh, dass ich den Job jetzt habe.
00:12:34: Auf jeden Fall ist äußerst interessant.
00:12:36: Da bist auch wahrscheinlich in so einer Runde, wenn man neu dazukommt, so ein bisschen der Exot, was das berufliche angeht, oder?
00:12:42: Also
00:12:43: meine Kumpels in Weidner sind, was weiß ich, da ist ein Elektrikermeister dabei, da ist ein Chemie-Engineer dabei, da sind alle möglichen Berufe dabei und das ist überhaupt kein Thema.
00:12:54: Null.
00:12:54: Also der eine arbeitet bei Liefer und also... Also da wird eigentlich nicht groß drüber geredet.
00:12:59: Die wissen schon alle, dass ich das mache irgendwie und nichts besonderes, glaube ich.
00:13:04: Von der Themenvielfalt, das muss ich auch wissen unbedingt.
00:13:08: Das ist ja, wie breit ist es, welche Themen oder für welche Kongresse, Veranstaltungen, Empfänge wirst du da gebucht?
00:13:16: Das ist ja jetzt nicht nur Kategorie Naturwissenschaft.
00:13:20: Also, wie gesagt, ich habe es ja vor ein bisschen angerissen.
00:13:22: Das geht tatsächlich, geht es los bei ganz kleinen Veranstaltungen hier im Allgäu, dann eben hier im Allgäu Mittelständler.
00:13:30: Ich habe ein paar Namen genannt, Pfeife, Seil und Hewete.
00:13:33: Hundeck, was es sich bei Fendt war ich dieses Jahr schon, bei Isni, Detleps, Caravan, so weiter und so mal dieses Jahr.
00:13:40: Und dann geht es halb teilweise bis zu den internationalen Großunternehmen, BMW und Allianz.
00:13:46: Ich war schon bei Bayern München mal, weil da der etatmäßige Dolmetscher ausgefallen ist irgendwie und sowas.
00:13:51: Und das andere große Standbein, wie gesagt, ist bei mir die Marktforschung und Marktforschung.
00:13:55: Bei mir hauptsächlich Medizin.
00:13:57: Ich mache ganz viel Medizin.
00:13:58: Aber das kann auch mal was völlig exotisches sein.
00:14:01: Ich habe auch schon.
00:14:02: Also sicher, ich war mal bei McDonald's in der Versuchsküche in München, hab total Kohldampf gehabt und die haben da ständig die neuen Burger getestet und mir ist das Wasser im Mund zusammen gelaufen, dass ich fast nicht reden konnte.
00:14:13: Oder es geht um den Brotaufstrich oder es ging mal um Damenbinden oder alles Mögliche.
00:14:18: Aber hauptsächlich Medizin in der Marktforschung.
00:14:24: Wie enge bist du an den Personen,
00:14:26: die
00:14:26: du übersetzt oder die du übersetzen sollst?
00:14:30: Also so ein Promis sag ich mal.
00:14:32: Ich hab schon ein paar Promis mal gehabt irgendwie.
00:14:36: Geht bei BMW los, der CEO der Oliver Zipsi oder die Quanz, wir sind da nach dem, ja, als Hauptversammlung, das ist immer eine Aufsichtsratssitzung da, wir sagen immer im Elfenbeinturm und dann sind die natürlich alle da, wir werden komplett abgeschirmt, wir dürfen um Gottes Willen dürfen wir denen nicht mal begegnen, uns beim Handys abgenommen und Ich hatte eine Veranstaltung von Abt organisiert.
00:15:00: Da war der Sven Hannawalter oder der Khaledidle mal oder der Andreas Brehme, der leider verstorben ist.
00:15:06: Und die ist man schon eher ran gekommen.
00:15:08: Mit denen hat man mal kurz ein paar Worte wechseln können.
00:15:10: Politik mal den Söder oder so.
00:15:13: Kommt aber in der Regel auch nicht ran.
00:15:15: Hallo irgendwie oder so, aber nicht viel.
00:15:16: Also bist eher bei, ich sag jetzt mal, bei größeren Unternehmen in der Politik bist du eher abgeschirmt.
00:15:22: Wenn es kleiner ist, hast du eher mal eine Chance, dass du hinkommst, wobei Du bist in deiner Kabine, machst deine Arbeit und das war's dann eigentlich.
00:15:29: Zwei Buchstaben, KI, künstliche Intelligenz.
00:15:33: Riesenthema.
00:15:34: Riesenthema, speziell wahrscheinlich auch in deinem Berufsfeld.
00:15:38: Also ist was, darum habe ich vor, Strukturwandel gesagt, natürlich vor allem bei den Übersetzern, also die schriftliche Arbeiten hat mittlerweile ein Riesen, ich sage es mal, Impact auf Englisch.
00:15:49: Und da verdrängt es momentan einige und es ist echt schwierig.
00:15:52: Ich sehe das zwar nicht völlig schwarz, weil ich glaube, dass der Bereich Urkundenübersetzung, beglaubigte Übersetzung, der wird uns bleiben.
00:16:00: Aber
00:16:02: die Arbeit hat sich komplett verändert.
00:16:03: Mache ich ja mittlerweile auch so.
00:16:05: Ich übersetze ja nicht mehr selber, so wie ich das gelernt habe, sondern ich lass erst mal das System übersetzen.
00:16:10: Und dann mache ich ein Post-Editing.
00:16:12: Also eine Fine-Justierung?
00:16:13: Genau.
00:16:13: Und dann bist du manchmal selber überrascht, wie gut die Übersetzung schon ist.
00:16:17: Und dann bist du wieder völlig überrascht, wenn du siehst, was das Ding wieder für einen Riesenfehler reinhaut.
00:16:23: Den halt dann, ich sag jetzt mal der Laie in Anführungsstrichen, was ich eigentlich erkennen würde.
00:16:27: Das ist schon ein Riesenthema bei uns, beim Dolmetschen weniger.
00:16:30: Ich glaube, das Simultandolmetschen, das ich mache, ist zu erratisch.
00:16:33: Das wird noch nicht so schnell funktionieren.
00:16:35: Wir sagen immer, wir reden natürlich darüber, wir sagen immer, ich bin jetzt Mitte Fünfzig, bis in die Rente komme ich schon noch, aber wer weiß, was passieren wird.
00:16:42: Also du weißt es einfach nicht momentan.
00:16:44: Und es ist ein Riesenthema bei uns.
00:16:45: Das kann ich mir vorstellen.
00:16:48: ChatGPT hast du dann bei dir auf dem Handy und auf dem Rechner auch?
00:16:51: Klar, aber ich, also Übersetzungen arbeite ich jetzt hauptsächlich mit Deeple oder DeepElvins.
00:16:57: Ich habe das drauf, die App auf meinem Handy.
00:16:59: Und ich kann aber auch sagen, dass ich, erst kürzlich habe ich wieder einen Riesenfehler drin gehabt.
00:17:04: Also ich habe einen Vertrag übersetzt und jetzt steht da im englischen Beispiel, es steht ein Satz drin, das Company such and such shall be liable for blah blah blah.
00:17:15: Übersetzungsvorschlag von Diebel war, kann für bla bla bla Haftbar gemacht werden.
00:17:20: Hört sich erst mal ganz ordentlich an, auf den ersten Blick ist aber grundsätzlich falsch.
00:17:24: Weil Shelby Leibel heißt, ist Haftbar.
00:17:27: Wenn ich schreibe, kann Haftbar sein, dann entsteht da eine rechtliche Grauzone, die im zweifelsfallen Riesenproblem sein kann.
00:17:35: Also muss schon, muss dann aufpassen und ich glaube schon, dass das die Die Mischee bleiben wird, die Kompetenten übersetzen und vorbehalten, sein wird hoffentlich auch in Zukunft.
00:17:44: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Dieppel mal ein Betlaubigungsmodul oder sowas aussetzt.
00:17:48: Das
00:17:48: kann ich mir eigentlich auch
00:17:50: nicht
00:17:50: vorstellen.
00:17:51: Ist aber Dieppel da so, wenn man sagt, den Urlaub für einen Urlaubsgebrauch eines der besseren Apps oder Übersetzungs-Apps?
00:17:58: Ich bin jetzt selten in der Situation, dass ich mal in einem Land bin, wo ich mich gar nicht verständigen kann, aber was für sich.
00:18:04: Mir ging es in Finnland zu.
00:18:05: Da kannst du ja gar nichts mehr erkennen.
00:18:07: Kesskus heißt Zentrum irgendwie.
00:18:10: Das habe ich dann irgendwann mal gelernt.
00:18:12: Aber da würde ich das auf jeden Fall auch machen und Diepel liefert mittlerweile schon richtig gute Resultate.
00:18:17: Aber ich würde mich im Zweifelsfall nicht darauf verlassen, weil wie gesagt, zwei Sätze später haut es dann einen dicken Fehler rein, den du dann vielleicht als Laie nicht erkennst, aber so für den Alltagsgebrauch reicht auf jeden Fall.
00:18:28: Gerade wenn es um Verträge oder um Versicherungspolisen oder irgendwie, wo dann ja eine Unterschrift darunter gesetzt
00:18:35: wird.
00:18:36: Genau, wo ich dann quasi mein auf gut allgaerisch Service drunter setze.
00:18:39: Und dann würde ich mich definitiv nicht drauf verlassen und das werden die auch... Also ich glaube nicht, dass sie das schnell machen oder dass sie das überhaupt jemals machen, weil die öffnen ja Tür und Tour für irgendwelche Schadenersatz klagen.
00:18:50: Und wie gesagt, da denke ich, wird der kompetente Übersetzer auf jeden Fall noch eine Nische haben.
00:18:55: Und beim Dolmetschen bei uns, wie gesagt, Wenn sich da, was weiß ich, ein Moderator unterhält sich mit einem Arzt über irgendeinen Lymphom und der Arzt fällt dem Moderator ins Wort und der Moderator fällt dem Arzt ins Wort und es kommen verschiedene Dialekte und kommen ins Spielfeld.
00:19:10: Also das funktioniert nicht.
00:19:11: Ich habe auch erst mal einen Kunden dazu gewonnen, der das versucht hat und dann gemerkt hat, es funktioniert halt hinten von nicht mit der KI-Geschichte und der wollte dann halt wieder einen Human-Dolmetscher haben.
00:19:23: Kunden sagen uns auch, sie arbeiten gerne mit Menschen irgendwie.
00:19:27: weil das halt eine andere Schnittstelle ist, als mit der KI zu arbeiten.
00:19:30: Ja, definitiv.
00:19:31: Aber nochmal, es hat einen Impact und es trifft auch viele einigermaßen in unserem Business.
00:19:36: Jetzt hast du ja schon in dieser Stunde gesagt, Deutsch, Englisch, Englisch, Deutsch, aber in der Ausbildung ist das auch durchaus, ich sage jetzt mal...
00:19:44: Hat der Italienisch als Zeesprache dabei.
00:19:47: Und hab noch mal anfangs so ein paar Kurse in Russisch belegt, wie gesagt.
00:19:50: Das hat man dann relativ schnell abgelegt, weil man gemerkt hat, die Arbeit reicht auch so mit den anderen Sprachen und... Ich bin jetzt, wie gesagt, vereidigter Dolmetscher für Englisch, Deutsch, Deutsch, Englisch.
00:20:00: Und ich
00:20:00: dürfte jetzt noch aus dem Italienischen, ins Deutsche oder aus dem Italienischen, ins Englische Dolmetschen.
00:20:06: Ich habe das aber, ich würde mal sagen, in meiner Karriere ein oder zweimal gemacht vor zwanzig Jahren oder so.
00:20:11: Und wenn ich halt jetzt eine Anfrage italienisch kriege, dann gebe ich sie meinem italienischen Kollegen weiter hier in Kempten.
00:20:16: Du hast ja eh ein Netzwerk und so, weil ich das noch nicht mehr richtig kann.
00:20:18: Also ich kann noch ein bisschen italienisch, aber es reicht halt nicht mehr, um auf dem Niveau zu arbeiten, auf dem ich mit Englisch-Deutsch arbeiten kann.
00:20:26: Vor allem, gerade wenn du gebucht wirst, das ist ja eine Buchung letztendlich für ein Kongress, für einen Empfang, für einen Wochenende, wo sich irgendwelche Obrigkeiten von großen Firmen austauschen.
00:20:37: Ja, du musst dich ja auch ein bisschen in die Materie einließen.
00:20:40: Das heißt ja nicht, ich kann das übersetzen.
00:20:42: Es soll ja Maschinenbau, hier Spezialfolienmaschine, da musst du ja ein bisschen in die Materie einfallen.
00:20:49: Du hängst
00:20:50: immer an den Leuten dran irgendwie und wir sagen ja auch immer, wir wollen Vorbereitungsmaterial.
00:20:55: Bitte die Reden vorabliefern irgendwie, dass wir sie uns anschauen können.
00:20:58: Das ist
00:20:58: ein bisschen in Kontext.
00:20:59: Das ist
00:21:00: vokabular vor allem.
00:21:02: ein gutes technisches Wörterbuch heutzutage, der Ernst zum Beispiel ein allgemeines technisches Wörterbuch, da sind fünfhunderttausend Einträge drin, circa.
00:21:10: Und das zersplittert sich immer mehr.
00:21:12: Also wenn du in Richtung Maschinenbau gehst, da gibt's hunderttausende von Begriffen und die kann niemand, weiß die, niemand kann die wissen irgendwie.
00:21:19: Also es ist für uns ganz wichtig, dass wir einfach wissen, was kommt, welche Vorträge werden gehalten, um was geht's bei diesem Vortrag, dann können wir uns vorbereiten.
00:21:26: Und umso besser wird dann unsere Leistungen in der Kabine natürlich.
00:21:29: Passiert, dass wir nix kriegen, dann geben wir halt blank in so einen Vortrag rein.
00:21:33: Dann ist es so ein bisschen Erfahrungspfrage.
00:21:34: Ich bin es halt seit zwanzig, fünfundzwanzig Jahren am Markt, hab schon viel gedäumatscht, hab Erfahrung, hab einen Vokabular, das auch im technischen Bereich einigermaßen adäquat ist.
00:21:43: Was passt oder erweitert worden ist ja das Schüchtern.
00:21:46: Genau, das
00:21:46: wächst ja irgendwie und dann kommst du da schon durch.
00:21:49: Aber der Vortrag ist definitiv besser, wenn ich mich vorbereiten kann.
00:21:51: Ist ja überall so, ist bei dir mit Sicherheit auch so, dass dein Vortrag besser ist, wenn du ihn vorbereitet bist.
00:21:57: Dann sage ich ganz lieben Dank, Markus Klenk aus Weidnau.
00:22:01: Genau, Fachdolmetscher Englisch und Italienisch für den Einblick in deinen Beruf.
00:22:18: Dankeschön.
Neuer Kommentar