Dimitros Emmanouil - Erster Vorstand der Kartenfreunde Stöttwang
Shownotes
In dieser Folge hatten wir besonderen Besuch: Dimitros Emmanouil vom Verein Kartenfreunde Stöttwang war bei uns zu Gast. In entspannter Atmosphäre entstand ein lebendiges Gespräch mit persönlichen Einblicken, kleinen Anekdoten und Momenten zum Schmunzeln. Eine Folge, die Nähe schafft und Lust macht, mehr über die Menschen hinter dem Engagement zu erfahren.
Transkript anzeigen
00:00:00: Der Allgäu-Hit-Kaffee-Clutch wird präsentiert von den Lebensgestaltern.
00:00:05: Stundenweise Zuwendung statt getakteter Hektik.
00:00:08: Dein ambulanter Dienst im Allgäu für Pflege und Betreuung mit Zeit.
00:00:14: Heute werden die Karten neu gemischt.
00:00:15: Zum Wochenstart.
00:00:17: Wir spielen Schafkopf.
00:00:19: Beziehungsweise mir wird das Spiel heute ganz detailliert erklärt.
00:00:24: Demetrios Emanuel.
00:00:25: Vom Verein Kartenfreund der Stöttwang ist bei mir im Studio.
00:00:29: Schönen guten Morgen.
00:00:30: Ja, guten Morgen Seilgöl.
00:00:32: Schön, dass Sie da sind.
00:00:32: Vor allem schön, dass Sie durchgekommen sind beim Schnee treiben.
00:00:36: Vor einer kaufbaren Ausgingsinrichtung kämpften,
00:00:38: oder?
00:00:38: Die Stadt war eigentlich okay, auch wenn ein paar Verrückte unterwegs waren.
00:00:42: Aber die Stadt war eher noch schlimmer, würde ich sagen.
00:00:45: Aber ich bin nicht geräumt.
00:00:46: Aber gut, ich bin angekommen.
00:00:48: Alles gut.
00:00:49: Besteht Chance, dass ich Scharfkopf lernen kann?
00:00:54: So ohne Vorkenntnisse?
00:00:58: Also Vorkenntnisse nicht, aber viel Zeit sich dem und vor allem nicht ungeduldig werden.
00:01:04: Das braucht seine Zeit.
00:01:05: Man muss erst viel reinkommen, weil die Varianten sind so zahlreich und man braucht Mitspieler.
00:01:12: Alleine kann man es nicht machen.
00:01:14: Das liebste Spiel von Ihnen, Demetrios Emanuel, ist Schafkopfspielen.
00:01:18: Kann ich das so
00:01:19: sagen?
00:01:21: nicht eins von vielen, aber momentan das Aktivste und vielleicht auch, ähm, ja, da eigentlich das Aktivste.
00:01:29: Okay, heute ist ja der zwölfte Januar und das ist tatsächlich der Welt-Schaffkopf-Tag.
00:01:37: Das ist ja irre, dass dieses
00:01:38: Karten spiele.
00:01:38: Das habe ich, das habe ich auch gehört.
00:01:40: Ja.
00:01:41: Allerdings finde ich das ein bisschen seltsam, weil es eigentlich ein regionaler Sport, sag ich mal, oder ein Brauchtum, was in Bayern sehr populär ist.
00:01:51: Ja.
00:01:52: Aber es sind die Wetter rauszupersauen und finde ich ein bisschen übertrieben.
00:01:56: Aber gut, die Weltmasserschaften ganz früher, vor vierzig Jahren, die fanden auch in Las Vegas mal statt, komischerweise.
00:02:01: Ja,
00:02:02: vielleicht.
00:02:02: Aber das
00:02:03: war vor meiner Zeit.
00:02:05: Ja, genau, dann sprechen wir doch einmal ein bisschen von Ihrer
00:02:07: Zeit.
00:02:08: Sie kommen aus Kaufbäuren.
00:02:10: Wann war denn so Ihr erster Kontakt mit dem bayerischen Blatt, also mit dem Karkenspiele.
00:02:17: Ziemlich früh durch Freunde, Schulfreunde und da war ich zwölf, dreizehn.
00:02:24: Das war ein Stadtbad und nachdem man nicht ständig im Wasser sein konnte, hat man sich dann mit Spielen beschäftigt und unter anderem war auch Schafkuf dabei, was mich sehr interessiert hat, weil ich das aus meiner frühersten Kindheit sehr gerne schaffte, nicht Schafkuf, sondern Kartenspiele gemacht haben, mit Freunden im Winter, weil das gab nichts Vieles, wo man hingehen konnte, dann hat man sich da mit Kartenspielen beschäftigt.
00:02:49: Das war für mich schon alles zwar neu, aber doch in irgendeiner Weise vom Mögen her.
00:02:58: Es war für mich einfach interessant, was Neues kennen zu lernen und vor allem mit Freunden zu interagieren.
00:03:03: Das war einfach ein Geben und Nehmen und man hat sich gegenseitig geneckt und man hat einfach Spaß gehabt bei der Sache.
00:03:11: Sieg oder Niederlage war überhaupt keine Frage.
00:03:13: Das war uninteressant.
00:03:14: Das war einfach Zeitvertreiben mit Freunden.
00:03:18: Und so fing das an.
00:03:20: So fing das an?
00:03:20: Also, warum auch, haben es auch einmal gespielt.
00:03:22: Das ist so mein erstes
00:03:23: Kartellspiel.
00:03:24: Es kam es viel später mit meinen Kindern.
00:03:26: Also, nein, das war eher nicht so mein Fall.
00:03:32: Aber gut, man tut vieles, was den Kindern gefällt.
00:03:36: Sie haben gesagt, man braucht Geduld, um Schafkopf zu lernen.
00:03:41: Also vielleicht einmal für jemand, der den Begriff Scharfkopfen auch schon mal gehört hat, welches Blatt, jetzt haben wir ja schon das bayerische Blatt, also von der Kartenspiegel, von der Anzeige ober, unter etc.
00:03:54: Wie viele Leute müssen es sein?
00:03:56: Alleine kann man es
00:03:57: nicht spielen.
00:03:59: Und was ist der besondere Reiz?
00:04:01: Weil jede Runde oder jede Partie ist ja anders.
00:04:04: Da gibt es wahrscheinlich keine Runde, die so schon einmal gab.
00:04:09: Also ist... Interessanteste und das Faszinierende an dem Schafgruppe ist eigentlich, dass es so viele Varianten gibt.
00:04:17: Es gibt so viele Varianten, dass man oben in Bayern, in Franken, anders spielt als unten im Allgäu.
00:04:23: Und je nachdem, wie die Geflogenheiten auch unter den Mitspielern oder Freunden oder Gegenspielern ist, macht man hat entsprechend Grenzen.
00:04:34: Man setzt sich einfach, wir spielen das und das, wir lassen das andere sein.
00:04:39: Wir spielen mit oder ohne Ramsch.
00:04:43: Und man macht auch den entsprechenden Tarif.
00:04:46: Interessant wird es eigentlich nur dann, wenn immer die gleichen spielen.
00:04:51: Oder sagen wir mal in der Weitenkreis, sechs oder acht Leute, die sich immer wieder treffen, kann ja nicht jeder jeden Tag oder zu jedem Wochenende.
00:05:00: Und dann setzt man sich eben grenzt.
00:05:04: Man spielt das so und so.
00:05:05: Und jeder kennt den anderen.
00:05:07: Und das macht dann den Reiz aus, dass sich trotzdem sich so viele Spiele ändern und die Mitspieler sich ändern.
00:05:16: Man spielt also nicht immer mit demselben.
00:05:18: Er sucht
00:05:19: sich einen Rufspiel, zum Beispiel, dass man ruft eine Saum, mit der man dann zusammenspielt.
00:05:24: Das ist also die Ass.
00:05:26: Und das kann wechseln.
00:05:28: Das kann einer von deinen drei Spielern sein und dementsprechend ändert sich dann komplett die ganze Dynamik in dem Spiel.
00:05:37: Und das macht das Ganze so reizvoll.
00:05:39: Weil man nicht weiß, Am Anfang, wer ist jetzt mein Freund?
00:05:43: Wer tut mir Signale geben und die muss man entsprechend gut interpretieren.
00:05:48: Die muss sie deuten.
00:05:50: Wenn das scheitert, dann geht das Spiel auch verloren.
00:05:52: Und wenn das funktioniert, dann geht das Spiel, na, da braucht es noch ein paar Sechzig Punkte, ne, eine Sechzig in dem Fall als Spieler.
00:05:59: Und dann hat man das Spiel gewonnen.
00:06:01: Vier Leute müssen es immer sein, oder können das auch drei sein?
00:06:05: Es können drei sein, allerdings ändert sich dann komplette Spiel, man kann keine Rufspiele machen, man spielt dann nur Soli.
00:06:13: Und bei vier ist es halt so, da ist das Rufspiel dann natürlich möglich, weil man braucht ja zwei gegen zwei, sonst ist es ja ungleich.
00:06:24: Alles andere ist dann nur Soli-Spiel.
00:06:26: Also Soli, die Mehrzahl von Solos.
00:06:30: Also Rufspiel haben Sie jetzt schon ein paar Mal genannt, Schafkopf ist so die Mutter aller Spiele oder Kartenspiele.
00:06:41: Kann ich das so pauschal sagen?
00:06:43: Zumindest
00:06:44: nicht.
00:06:44: In Bayern, ja.
00:06:46: Der Rest der Republik würde sagen, nein, da ist gerade auch noch bei und da gibt es auch Doppelkopf und so weiter.
00:06:53: Also das sind schon ähnlichen Verwandten.
00:06:55: Aber ich meine, es ist jetzt nicht voreingenommen, ich meine Schafkopf hat schon die meisten Varianten.
00:07:03: Ja.
00:07:04: Jetzt haben sie ja da Rufspiel gesagt.
00:07:07: Einersechzig Punkte muss sie haben, habe ihr raus gehört.
00:07:10: Es gibt Sauen, es gibt Asse, es gibt Ober- und Unter.
00:07:14: Vielleicht mal für mich nochmal ganz kompakt und ganz short zusammengefasst.
00:07:19: Was ist das Ziel des Spiels?
00:07:22: Und ja, die Schwierigkeit ist die Interaktion.
00:07:27: Man kann aber auch solo fahren.
00:07:29: Genau, man kann nur so weit zum Spiel sagen, es ist entweder gut genug das Blatt, dass ich ein Solo spielen kann.
00:07:41: Das heißt, ich spiele allein gegen die anderen drei.
00:07:44: Dazu müsste ich einen, ja, es gibt ja natürlich auch sehr viele Varianten.
00:07:48: Es gibt natürlich die normalen Soli und dann gibt es noch die Wänzen.
00:07:52: Dann gibt es die Farbwänzen.
00:07:53: Alles Mögliche kann man entsprechend zum Trumfernennen und entsprechend dann kann man eben versuchen, das Spiel zu gewinnen.
00:08:01: Und alle anderen drei sind dann dagegen.
00:08:03: Das heißt, ich versuche mir das Spiel abzunehmen, wie man sagt.
00:08:08: Ja.
00:08:08: Und außer Soli und Alleinspiele, wenn man so will, gibt es eben das Rufspiel.
00:08:14: Wenn man ein Platz zwar einigermaßen gut ist, aber nicht gut genug, um eine Sechzig Punkte zu erreichen.
00:08:19: Was ist das Ziel?
00:08:21: In jedem Spiel eigentlich.
00:08:22: Da gibt es noch ganz andere Sachen, wie wenn keiner erspielt, dass man dann ... Betel oder Rahmspiel oder so, wo jeder versucht, so wenig Stiche wie möglich zu machen.
00:08:33: Das sind aber dann nicht im privaten Bereich, der spielt man vielleicht bei den Kindern und Jugendlichen, wo sie sich ein Spaß daraus machen.
00:08:45: Aber im Allgemeinen ist es so, dass man eben versucht, jedes Spiel für sich zu gewinnen, ob er jetzt mit oder ohne Geld spielt.
00:08:53: Es ist sekundär.
00:08:55: Ja, ja,
00:08:55: das ist ja mal auf der Seite gestellt.
00:08:57: Da gibt es nach oben hin dann keine Grenzen.
00:09:00: Aber da sind die Profis, da zähle ich mich nicht dazu.
00:09:03: Ich spiele deswegen wegen dem Spaßfaktor, wegen der Interaktion mit anderen Leuten.
00:09:08: Und
00:09:09: ja,
00:09:10: jedem Spaß.
00:09:11: Zeitvertreib.
00:09:12: Wie auch immer, wenn man dazu sagt.
00:09:14: Kann Ihre Frau eigentlich auch scharf kommen?
00:09:16: Sie
00:09:16: hat es mal probiert.
00:09:18: Vor vierzig Jahren oder vor fünfunddreißig, da war man noch jünger.
00:09:24: Also ich muss sagen, sie hat sich gar nicht dumm angestellt.
00:09:28: Aber es war dann schon Viel zum Lernen sage ich mal und es bleibt halt nicht viel Zeit übrig, wenn man Kinder hat und sie entsprechend dann auch hier.
00:09:39: was von ihnen wollen.
00:09:41: Ist so.
00:09:42: Sie hat es probiert, ich zurechniche Hand.
00:09:46: Zur Erfolg hat es leider nicht geführt, aber vielleicht jetzt, wenn die Kinder ja groß sind, vielleicht gibt es dann doch mal noch einen heimischen Schafkopfabend bei ihnen zu Hause.
00:09:55: Sie sind bei den Kartenfreunden Stöttwang e.V seit wieviel Jahren?
00:10:01: exakt seit nineteenhundertdreihundneunzig, da bin ich auch durch Zufall dazugekommen.
00:10:07: Ich habe bei denen mal teilgenommen, beim Preisschaftkopf war der Allgäuermeisterschaft und das hat mir so sehr gefallen, dass ich gesagt habe, da möchte ich gerne Mitglied werden.
00:10:17: Und kurze Zeit später habe ich schon den ersten Vorstandsposten gekleidet, weil da vielleicht auch Nachwuchsmangel bestand.
00:10:26: Und das hat dann bis zur heutigen Zeit, hab ich alle möglichen Posten nicht gewechselt, ich war mal Kassier am Anfang, dann zweiter Kassier und dann knall auf Fall vor ungefähr, weiß nicht mehr genau, sechs oder neun Jahren, wurde ich zum ersten Vorsitzenden gewählt, weil halt sonst nicht unbedingt Interesse bestand, so viel Verantwortung zu übernehmen.
00:10:51: Gibt es eigentlich in Kaufbohren, weil da wohnen sie ja, auch irgendwie ein Schafkopfverein oder, weil sie ja gesagt haben, sie haben da mal bei einer Allgäuermeisterschaft mitgemacht in Stöttwang und haben da gleich Blut geleckt oder haben gesagt, da habe ich immer ein Gutsblatt?
00:11:05: Ich weiß nicht mehr, ob das, also Schafkopfverein auf keinen Fall in Kaufbohren, wir hatten wir zwei Skatvereine.
00:11:13: Ich weiß nicht, ob es den zweiten immer noch gibt, aber zwei und zwar aus dem Grund, weil Kaufbohren ist ja durch den Fliegerhaus.
00:11:20: ziemlich bundesweit bekannt und entsprechend kommen natürlich auch viele Leute aus der ganzen Republik.
00:11:26: Und da war das Schafkopf so gänzlich unbekannt, aber Skat sehr wohl, deswegen haben sich zwei.
00:11:32: Und das wird also ziemlich, sage ich mal, außerbeirisch gesprochen.
00:11:37: Ich habe schon einmal bei denen teilgenommen, weil im Skat Turnier, das war recht interessant, hat mir auch gefallen, aber ich glaube, die Mehrheit ist dann schon beim Schafkopf.
00:11:49: Und nachdem sich ja das alles gewandelt hat, ob das Fliegerhaus schließt, jetzt ist er mittlerweile wieder Schule und so weiter, also es sind verschwinden weniger Skatspiele auch da, weil die, ich möchte mal sagen, der Nachwuchs fehlt.
00:12:09: So wie in vielen anderen Vereinen auch,
00:12:11: ja.
00:12:12: Das hat viele Gründe, das hat was mit der Gaststättenrealität zu tun, dass das Das ging schon beim Rauchverbot, ging das schon los, dass die Leute einfach nicht mehr in die Gasthäute gehen, schon allein wegen der Preise, die jetzt auch wieder angezogen sind.
00:12:27: Sie spielen lieber privat, treffen sich in der heimischen Küche und spielen da ein, zwei oder drei oder vier Stunden und dann trennen sie sich wieder und kommen dann wieder regelmäßig.
00:12:40: Aber die ganze Kultur hat sich hinsichtlich darüber geändert, dass man außer Außer in einem Biergarten, wenn schönes Wetter ist, da kann man dazu noch rauchen, da kann man, da kann man, was man sieht, laut sein, ohne dass es die, das nach dem Nachbarn Tisch stört, aber das in den Wirtschaften, das hat sehr stark nachgelassen und das haben die Wirtschaften auch gespürt.
00:13:06: und die Folge jetzt, sie locken jetzt wieder die Schafkurspieler an, weil sie doch ein bisschen Umsatz machen, weil die Leute gehen nicht mehr so gerne, in die Wirtschaften, weil die Preise auch angezogen sind.
00:13:20: Das ganze Umfeld hat sich diesbezüglich geändert.
00:13:23: Sag ich mal, die ganze Kultur hat sich geändert.
00:13:27: Mittlerweile muss ich sagen, ich bin in einer WhatsApp-Gruppe drin, wo Schafkopf mehr oder weniger geworden wird als mit Preischafkopfen.
00:13:38: Und im Allgäu ist es auch ziemlich aktiv.
00:13:42: Da gibt es zwei, ne, eine.
00:13:45: Eine WhatsApp-Gruppe, eine andere habe ich selber gemacht.
00:13:48: Da wird Jedes Mal, also bald zwei bis dreimal in der Woche, ein Bereitschaftskopf angekündigt, das geht von, was passiert von Oberstdorf bis Heimatdingen in Memmingen, das hat extrem zugenommen, das ist regelrecht explodiert.
00:14:07: Aber nicht weil die Leute plötzlich wollen und kommen, sondern weil im Zeitrat der digitalen Revolution eben so eine Information An den Mann kommt, der sich auch dafür interessiert.
00:14:22: Das ist praktisch wie direkte Werbung.
00:14:27: Und die Leute kommen auch.
00:14:29: Das hat wieder zugenommen.
00:14:30: Sehr stark sogar.
00:14:32: Da sprecht man gleich auch drüber, wie es mit den Allgäuer Meisterschaften bei den Kartenfreunden in Stöttwand weitergeht.
00:14:38: Gleich hier bei mir.
00:14:40: Jetzt müssen wir mal da so eine Worterklärung machen.
00:14:43: Das Schafkopf hat weder was mit einem Schafkopf zu tun noch mit dem Tier an sich.
00:14:50: Herr Emanuel, wissen Sie ein bisschen was von der Historie, wo die Bedeutung oder aus welchen Komponenten setzt sich das Wortschafkopf zusammen?
00:14:59: oder
00:15:00: bei der Ur-Bedeutung?
00:15:01: Da habe ich mal in München eine ziemlich plausible Version gehört, was für mich auch logisch klingt.
00:15:07: Das ist, der Begriff ist entstanden irgendwo im Mittelalter, heißt es, die Leute sich in den Wirtschaften, wenn man so sagen kann.
00:15:16: Hat man sich dann eben auch mit Würfeln und Kartenspiel unterhalten und das war, die haben da auf so genannte Schaffung gespielt.
00:15:24: Das sind ja Fässer, wo die als Tisch ersatzt.
00:15:29: und wenn man dabei eben geklopft hat, ist das klopfend auf Schaffen, so heißt es ja, entstanden und im Laufe der Jahre hat sich das eben als Schafkopf herauskristallisiert.
00:15:42: So ist der Begriff entstanden.
00:15:44: Hat also weder mit Schafen zu tun, noch mit deren Köpfen.
00:15:48: Es ist einfach das Klopfen auf Schafen.
00:15:51: Schafen, muss man ja scharf mit Zoppeläffchen, muss man ja sagen.
00:15:55: Und ein Eiffel ist da auch im Laufe der Jona-Dipfel geworden gegangen.
00:16:00: Die Karten werden neu gemischt.
00:16:01: heute beim Schafkopf, um das Kartenspiel hier in Bayern nach gehts.
00:16:08: Sie sind Vorstand von den Kartenfreunden Stöttwang.
00:16:11: Und das ist wirklich schon seit mehreren Jahrzehnten?
00:16:14: Nein, Jahrzehnten
00:16:15: nicht.
00:16:15: Aber es sind immerhin drei Legislaturperioden, wenn es sein darf, das sind sechs bis neun Jahre ungefähr.
00:16:21: Ich weiß keine mehr so genau.
00:16:22: Aber mit Klicinsche seit ein paar Jahrzehnten.
00:16:24: Das ja.
00:16:26: Und vor ein paar Tagen ist noch gar nicht lange hier.
00:16:28: Habt ihr ja die Allgäuer Schafkopfmeisterschaft ausgerichtet?
00:16:31: Das ist ein Teil.
00:16:33: Wo wirklich über die Allgäuer Grenzen sowas von bekannt ist.
00:16:36: Und das war auch in diesem Jahr wieder ein mega Erfolg.
00:16:39: Wie ist es denn auch zu dieser Allgäuermeisterschaft überhaupt einmal gekommen?
00:16:44: Und was ist der Reiz da?
00:16:45: Von wie weit her kommen die Kartenfreunde?
00:16:49: Also vor neun Tagen ungefähr sind Leute bis teilweise aus Passau gekommen.
00:16:57: Krass!
00:16:57: Aber auch sehr viele Münchner und Augsburger.
00:17:01: Und zwar Hör ich dann anschließend nach dem Turnier immer wieder Lob über die Art und Weise, wie man das ausrichten, was organisiert ist, die Preisgestaltung, natürlich auch die Bewertung, die gehört dazu.
00:17:14: Natürlich.
00:17:15: Und
00:17:16: das hat sich über die Jahrzehnte bald so etabliert, dass die Leute gerne kommen.
00:17:22: Vielleicht sind sie dann immer bloß die gleichen, aber egal.
00:17:25: Es ist einfach so in dem Schafkopfkalender fest integriert.
00:17:29: Das ist immer auch nicht ... Unglücklich drüber.
00:17:33: Nein, da darf man schon stolz sein.
00:17:34: Wenn man
00:17:34: dann immer mit so vielen Leuten rechnen kann, dann kann man natürlich auch Spiegel machen.
00:17:38: Da kann man die Preise gestalten.
00:17:39: Da kann man zum Beispiel auch Mannschaftswertungen durchführen, das sehr, sehr gerne angenommen wird.
00:17:44: Ja.
00:17:45: Ja, solche Sachen eben.
00:17:47: Und das dauert natürlich seine Zeit, bis man sich so zu sagen, so hinterkriegt.
00:17:51: So
00:17:52: Namen gemacht hat.
00:17:53: Wie viele kommen da?
00:17:54: Dreihundert Leute?
00:17:55: Zweihundert?
00:17:56: Dreihundert?
00:17:56: Also das letzte Mal, ich sage mal, vor letztes Jahr waren es Das war natürlich schon stressig, aber durch diese Art der Organisation kann man das bewältigen.
00:18:20: Das ist für mich natürlich ein absoluter Stresstag, weil ich für jeden kleinen Angelegenheit immer zu sagen,
00:18:28: ich bin
00:18:29: angeblich der verletzte Instanz, die alles entscheidet.
00:18:32: Aber es gab Gott sei Dank keine Vorfälle.
00:18:35: Es gab kein Streit.
00:18:36: Es ist alles
00:18:37: komplett harmonisch abgelaufen.
00:18:40: Da bin ich heilfroh, auch über meine Leute, die das mitgestaltet
00:18:43: haben und
00:18:44: das ausgewertet haben.
00:18:45: Weil das ist ja schon eine Großveranstaltung von, ich sage mal, gut die dreihundert Leute.
00:18:50: Da kann man schon von einer Großveranstaltung reden.
00:18:53: Wir mussten jedes Jahr auch wieder neu hinzudenken, selbst wenn es nur, sagen wir mal, zehn, zwanzig mehr werden.
00:19:00: Es ist immer ein Akt.
00:19:02: Ja, auf jeden Fall.
00:19:03: Und man lernt auch mit jedem Jahr wieder neue Möglichkeiten kennen, wie man dieses bewältigt.
00:19:09: Und wir haben auch dieses Jahr wieder dazu genannt, wir lassen die Leute jetzt eventuell über die Garderobe schon mal rein, dass sich der Wulst natürlich draußen, wenn Schneefeld Und die Tür offen bleibt und das zugegert wird.
00:19:26: und das zu Kleinigkeiten.
00:19:28: Aber man lernt dazu.
00:19:29: Und das sind über die Jahre dann diese Erfahrungen, die man sammelt, um das Ganze so erfolgreich zu machen.
00:19:35: Kann man da überhaupt nachzählen oder zusammenzählen, wie viele Spiele da stattfinden bei so einer Meisterschaft?
00:19:41: Das sind ja hunderte, oder?
00:19:43: Ja, kann man schon.
00:19:44: Wir hatten sechsundachtzig Partien, vierundsechzig Spiele.
00:19:51: Ich habe ein schlechter Kopfrechner.
00:19:55: Also,
00:19:56: es sind ungefähr eine
00:19:57: Tausend Fünfhundert, würde ich sagen.
00:19:59: Krass.
00:20:00: Und gibt es dann da auch ein Pokal zum Schluss, Allgäuer Meister, zwei Tausend, äh,
00:20:04: sechsundzwanzig?
00:20:05: Nein, aber es hat die Preiskälter, die sind ja ausgeschrieben mit den Einladungen, die haben zum Beispiel bei der Allgäuer den ersten Preis mit fünfhundert Euro ausgezeigt.
00:20:12: Wow,
00:20:13: das ist schon beachtlich, sehr beachtlich, finde ich.
00:20:16: Ja, das ist...
00:20:18: Jetzt muss man erst haben, um das auszusehen.
00:20:20: Ja, das sei sehr vielen Jahrzehnten.
00:20:21: Das waren natürlich die Macht jetzt natürlich Euro.
00:20:26: Aber wir haben ja auch zwei Veranstaltungen an dem Tag.
00:20:28: Das ist aber die Iguaya.
00:20:29: Dann brennen wir den neuen Iguaya-Meister.
00:20:32: Und am Abend ist es dann für die Leute interessant, die gerne ein bisschen teurer, würziger spielen.
00:20:38: Da ist der Einsatz natürlich auch größer, aber auch die Gewinnmöglichkeit größer.
00:20:42: Da spielen wir dann tausend Euro aus.
00:20:44: Krass,
00:20:45: krass.
00:20:45: Und die zweite Preise zum Beispiel, fünf Hundert.
00:20:48: Sonderheit war dieses Jahr, dass wir zwei erste Plätze hatten.
00:20:51: Ach nein!
00:20:52: Wir haben uns echt etwas einfahren lassen müssen.
00:20:54: Dann haben wir den ersten und den zweiten Platz zusammen gezählt.
00:20:58: Von den Preisgeldern haben wir ihn
00:20:59: dann durch
00:21:00: zwei geteilt und dann gab es ihm bloß achthundert.
00:21:04: Aber wenn wir hätten nachgezählt, wer wirklich die Nase vorn hatte, dann musste der zweite eben in sauren Apfel beißen und hätte dann bloß fünfhundert gekriegt.
00:21:13: Das haben die Leute anstattlos.
00:21:15: haben sie das angenommen, das haben sie gesagt, ja, das ist fair, das ist in Ordnung.
00:21:18: Und das zeichnet uns vielleicht auch ein bisschen aus.
00:21:21: Wir sind da auch ein bisschen entgegengekommen.
00:21:23: Natürlich, wenn man so viel Zulauf hat, hat man auch die Chancen, ein bisschen zu spielen.
00:21:30: Und die Leute sind zufrieden.
00:21:34: Sie sagen sich, das geht fair zu.
00:21:36: Und das ist das, was wir eigentlich wollen.
00:21:38: Wir haben ja schon ein bisschen nach von der Herkunft des Wortes Scharf Kopf.
00:21:44: Gelernt ich?
00:21:44: Auf jeden Fall.
00:21:45: Jetzt muss ich natürlich mein Gegenüber und Dimitrios Emmanuel fragen.
00:21:49: Wie viele Stangen Salami haben Sie denn bei Sofa-Einsmeisterschaften schon mit nach Hause gebracht?
00:21:53: Also grob gesagt würde ich sagen, die Zahl ist zweistellig.
00:21:58: Das ist so der Klassiker, eine Stange Salami oder eine Packung Landjäger, solche Vereinsmeisterschaften gibt es.
00:22:04: Es ist auch knuffig, wenn man mit einem Gewinner nach Hause kommt, den man dann noch verzehren kann.
00:22:09: Ich war
00:22:09: auch mal vor vielen vielen Jahren bei einem Preisschaftkopf und das ist wirklich schön, über dreißig Jahre her, da hat man eine halbe Sau ausgespielt.
00:22:19: Gott sei Dank waren auch einige Landwirte dabei, die damit was anfangen konnten.
00:22:26: Aber es hat sie natürlich gewandelt.
00:22:30: Gibt es sonst irgendwie ein Leben in ihrer langen Schafkopfkarriere, wo sie sagen, meines war dermaßen knuffig?
00:22:38: Oder das war Hermanei, das war nicht schön.
00:22:43: Es war mal eine Zeit lang so, ich habe mal, so um die Nullerjahre, um die Zwei-Tausendzehnerjahre, da war das fast am Aussterben.
00:22:53: Weil wir haben eine umgekehrte Bevölkerungspyramide, möchte ich immer sagen.
00:23:00: Es sterben immer mehr weg und immer weniger kommen dazu, vor allem in der Jugend.
00:23:04: Und da möchte ich die Jugend auch ein bisschen wie solche ermutigen Treffzeug wieder.
00:23:10: Lass dieses Smartphones mal weg.
00:23:12: Ja, genau.
00:23:13: Ja,
00:23:14: tust mal wieder miteinander was anstatt gegeneinander oder?
00:23:17: Ja, es ist einfach so die Interaktion.
00:23:19: Das macht Spaß.
00:23:21: Das ist so... Gut, es gibt wenig Möglichkeit.
00:23:25: Außer man trifft sich privaten, das tun sie eigentlich alle in dem Alter.
00:23:29: Und fangst du das an, nehmt es euren Vater, euren Großvater und bittet ihm auf Knien, er soll uns das beibringen, weil uns fehlt langsam der Nachwuchs.
00:23:39: Das merke ich an mir am Elmverein, der Altersdurchschnitt ist sehr, sehr hoch und die sterben bald, ja ja, die sterben eigentlich wirklich mehr weg, als welche dazukommen.
00:23:51: Ja, und wenn man gerade mal so das Schafkopf anschaut, man braucht ja auch gar nicht viel Equipment, ein bayerisches
00:23:57: Blatt.
00:23:57: Ja.
00:23:58: Und hat eigentlich keine großen Ausgaben für ein schönes Hobby, das man ja bis weit ins hohe Alter auch machen kann.
00:24:06: Das stimmt.
00:24:06: Das kann man auch bis ins hohe Alter und das ist vor allem sehr, sehr gut gegen Altersdemenz.
00:24:12: Es hilft, den Geist auf Trab zu halten.
00:24:15: Ja.
00:24:16: Und ich habe auch bei mir im Verein sehr, sehr Sag ich mal, Betagte, die immer noch fit sind, sie tun sich zwar schwer mit den Karten geben, aber sie verfolgen das Spiel messerscharf.
00:24:29: Ja, das ist schön, da bleibt man geistig regelt.
00:24:32: Und
00:24:32: wir reden also von achtzig, fünfundachtzigjährigen.
00:24:34: Das ist ein richtig fit, was das betrifft.
00:24:37: Wie oft trainiert ihr denn bei euch im Verein?
00:24:39: Habt ihr da auch einmal in der Woche an Trainingsabend?
00:24:42: Wir trainieren weniger,
00:24:43: aber wir treffen uns achtmal im Jahr zum Vereinsinternen-Meisterschaft.
00:24:48: Ja.
00:24:49: Wir haben natürlich auch ein bisschen ein Rhythmus gefunden, dass wir nicht zu viel und nicht zu wenig machen, aber am Ende zahlen wir sogar ein Preisgeld aus, was wir uns da zum Beispiel in den Eigerermeisterschaften, den Wirtschaften, die sind da auf hundert Euro und die geben wir dann gerne wieder aus, natürlich bei einem Brotzeit am Abend.
00:25:12: Und das ist einfach das Gesellsgeber sammeln sein, das Interesse, und dass die Interaktion mit anderen Menschen und das Interessante eben, dass der Abend nie langweilig wird.
00:25:23: Der
00:25:24: hat immer, geht in eine andere Richtung, je nachdem wie sich das Blatt bewegt oder wie
00:25:30: die... Also Leute, die kommen regelmäßig dann, die kommen aus Kempten, die kommen aus Füßen, aus Raushaupten und teilweise natürlich aus Kaufbeuern und Umgebungen.
00:25:39: Und das ist schön.
00:25:41: Das ist einfach schön.
00:25:42: Daneben, die Vereinsleben ist es auch so, dass wir uns zum Beispiel organisieren, wenn wir irgendwo auswärts hinfahren, z.B.
00:25:48: wenn wir in einer Bereitschaft kaufen, sei es in München, sei es in Augsburg, sei es wo auch immer, oder in der näheren Umgebung, und da teilen wir unseren Auto und fahren als Spargemeinschaften hin oder machen auch mal einen Ausflug, wie ich sage, Citirol, und das ist halt das, was wir uns im Jahr erwirtschaften.
00:26:07: Das geben wir natürlich wieder an den Mitgliedern als Bonus wieder, einfach bei der Stange bleiben.
00:26:13: Natürlich sind sie auch dankbar und nehmen das an, weil sie das nicht mehr alleine machen können.
00:26:18: In der Gruppe ist es halt immer schöner.
00:26:20: Auf jeden Fall.
00:26:21: Was ist das so?
00:26:21: der Einsatz bei euch?
00:26:22: Wird damit Kieselsteine irgendwie erst einmal gespielt?
00:26:26: Ist das fünf Cent?
00:26:27: Ist das eine Zehnerle?
00:26:28: Also
00:26:28: unter dem Spiel, da zeigt man so eine Zehnerle aus, das ist der Grundtarif und die teilt da mehr an eine Meisterschaft oder an einem Spielabend.
00:26:39: Das hat so mit zehn Euro ausgeglichen.
00:26:42: Man kann sich dann ungefähr das Preisgeld verdoppeln, wenn man ganz vorne ist, oder man kann sich da so kleinere Gewinne sichern.
00:26:49: Also es ist nicht die Welt, aber es ist halt ein bisschen was, so ein bisschen als Anerkennung, sagen
00:26:54: Sie.
00:26:54: Ja, ein bisschen als Anreiz.
00:26:56: Na sage ich ganz lieben Dank, Demitrios Emanuel vom Verein Kartenfreunde.
00:27:01: Stöttwanger.
00:27:02: und was wünsche ich Ihnen jetzt, ein Gutsblatt?
00:27:06: Ja genau, Gutsblatt heißt das.
00:27:08: Aber das ist, das ist allgemein, nicht nur ein Schafkopf.
00:27:10: Man sagt so einen Skat, man sagt auch, Wo auch immer man das Karten spielt.
00:27:14: Wünsche ich weiterhin, Gutsblatt, danke fürs Dasein.
00:27:30: Danke.
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