Kaffeeklatsch mit Sofia Hassiotaki – Autorin aus Kaufbeuren

Shownotes

Im AllgäuHIT-Kaffeeklatsch durften wir diesmal Sofia Hassiotaki begrüßen. Die Autorin aus Kaufbeuren spricht mit uns über ihr Buch, den Weg zum Schreiben und darüber, was sie zu ihren Geschichten inspiriert. In entspannter Atmosphäre geht es um Kreativität, persönliche Erfahrungen und die Freude am Erzählen. Ein gemütlicher Kaffeeklatsch mit spannenden Einblicken in die Welt einer regionalen Autorin.

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00:00:01: Heute habe ich eine Kaufbeurerin zu Gast.

00:00:15: Herzlich willkommen Sophia Hasiotanki.

00:00:18: Hallo, schön hier zu sein.

00:00:19: Wie kann ich dich ganz kurz beschreiben?

00:00:21: Autorin?

00:00:23: Bist

00:00:23: du hobbymäßig?

00:00:26: Ja, jetzt trau ich mich auch auszusprechen, wo das Buch draußen ist.

00:00:30: Das da lautet?

00:00:32: Kadismar für seltsame, ein Handbuch für soziale Exoten.

00:00:35: Und da lest man gleich ein bisschen rein, oder du erzählst uns von deinem Buch bzw.

00:00:42: bist du auf einer Nominierungsliste?

00:00:44: Genau, für den Seth Publishing-Buchpreis.

00:00:48: Und zwar bin ich jetzt in der Longlist, das heißt mit Neuen Anderen.

00:00:51: Und am vierzehnten Februar ist dann die Bekanntgabe sozusagen.

00:00:55: Heute geht es in die Welt der schwarzen Buchstaben auf weißem Papier.

00:01:00: Sophia, hast du Taki aus Kaufbäuren?

00:01:03: Du hast

00:01:03: ein bisschen verraten.

00:01:05: Du bist in Richtung Schriftstellertum unterwegs, in Richtung Autoren.

00:01:09: Du kommst aus Kaufbäuren.

00:01:11: Vielleicht mal ganz kurz zu deiner Person.

00:01:14: Gebürtige Kaufbäurerin.

00:01:16: Genau,

00:01:16: geboren und aufgewachsen.

00:01:17: Bis zum neunzehnten Lebensjahr.

00:01:19: Und dann zogst dich weg.

00:01:21: Ja, aber nicht sehr weit, nur nach München.

00:01:23: Was heißt nur nach München?

00:01:25: Es ging in die Landesshauptstadt München.

00:01:27: Du hast studiert.

00:01:28: Ja, genau.

00:01:29: Phonetik und Sprachverarbeitung.

00:01:31: Total

00:01:32: crazy.

00:01:33: Ja,

00:01:34: fand ich dann auch.

00:01:35: Aber tatsächlich habe ich dann doch beruflich einen anderen Weg eingeschlagen.

00:01:39: Komplett was anderes.

00:01:40: Aber Phonetik, das hört sich...

00:01:45: Ja, hat mich auch gereizt, weil ich fand Sprache schon immer interessant.

00:01:49: Und es hat dann leider nicht bei einem Institut für Dolmeten geklappt.

00:01:54: Aber heute bin ich froh darüber, weil so konnte ich dann dieses Studium entdecken.

00:01:58: Absolut.

00:01:59: Und schreiben ... Ich hab dich ja so ein bisschen als Autorin und Schriftstellerin angekündigt.

00:02:05: Ist das so ein Hobby, was im Laufe der Jahre gewachsen ist?

00:02:08: Oder bist du tatsächlich mal aufgewachsen und hast gesagt, hey, Welt, ich

00:02:12: kann schreiben?

00:02:14: Ich hab eigentlich schon immer gern geschrieben.

00:02:17: Aber dann gemerkt, dass die Lehrer und Dozent und so weiter es nicht so gut finden wie ich.

00:02:23: Und dann ist mir irgendwann aufgefallen, okay, im akademischen Kontext kann man einfach nicht so schreiben, wie man denkt.

00:02:31: Deswegen dachte ich dann, okay, vielleicht doch nicht mehr im Schreiben.

00:02:35: Aber irgendwann kam dann so der Gedanke, warum eigentlich nicht.

00:02:40: Ja.

00:02:41: Und jetzt stehe ich hier.

00:02:42: Jetzt stehst du hier, aber vielleicht zu deinem eigentlichen Beruf, mit dem du natürlich die Butter aufs Brot dir verdienst, ist komplett was anderes.

00:02:50: Oder ja, was anderes, aber Kommunikation spielt auch eine Rolle.

00:02:54: Ja, ich bin ja in der IT-Unternehmensberatung, begleite viele Transformationen.

00:02:59: Da kommunizieren wir auch viel, aber eben in einem festen geregelten Rahmen.

00:03:06: Und dann hat mir einfach der kreative Ausgleich gefehlt.

00:03:10: Ja, und dann habe ich eben schreiben angefangen.

00:03:12: Erst mit dem Blog und dann wurde ein Buch draus.

00:03:15: Das ist total crazy, wie lang zurück geht das?

00:03:18: Also jetzt gerade mit deinem ersten Buch, das ist deine erste Veröffentlichung auch?

00:03:22: Ja, genau.

00:03:23: Ich würde sagen, ich habe erst mit dem beruflichen Blog angefangen.

00:03:28: Also eigentlich, ich glaube schon so zwei, drei Jahre, nachdem ich angefangen habe

00:03:33: und dann jetzt vor

00:03:34: zwei Jahren dann mit dem privaten Blog, sag ich mal.

00:03:38: Was ist Sprache für dich?

00:03:40: Ja,

00:03:40: Sprache ist eigentlich Gefühle, würde ich sagen Gefühle und Gedanken.

00:03:45: Und zwar in Real sozusagen.

00:03:49: Wobei, so ein Buchstabe ja eigentlich was Unemotionales ist.

00:03:54: Aber

00:03:55: schreiben ist ein bisschen ähnlich wie beim Radio, so Kino beim anderen im Kopf Fabrizieren erzeugen.

00:04:02: Total, also ich merke es auch immer, wenn ich Bücher lese, dass man sich dann eine komplette Welt im Kopf erschafft.

00:04:10: Aber ich würde sagen, für mich ist das Buchstaben gar nicht so emotionslos, weil haben wir auch im Studium gelernt, z.B.

00:04:16: Bücher wie

00:04:17: K

00:04:18: sehen ja auch doch härter aus als jetzt ein B.

00:04:22: Ja, und B ist ja eigentlich schon weiche Formen, weil Rundungen mit drin sind und K so ganz ja auch schon fast symmetrisch.

00:04:31: Ja, da gibt es auch Experimente dazu.

00:04:33: Also wenn Leute z.B.

00:04:34: Formen zeichnen sollen, wie würde jetzt Kikidikling oder Baba?

00:04:40: Und dann kommen dann bei Kiki-Di ganz zackige Formen raus und bei Baba schöne runde, weiche Formen.

00:04:47: Und ihr seid ja wirklich das noch gar nicht betrachtet.

00:04:50: Bist du auch jemand, der gerne beobachtet hat, vielleicht als Kind so am Fenstermal, so draußen irgendwie das Straßengeschehen ein bisschen beobachtet oder man war vielleicht in der Fußgängerzone, so eine Eisdiele und hat die vorbei huschenden und hetzenden Menschen irgendwie so gesehen und sich gedacht, mein Gott, auf welchem Weg ist der jetzt hin?

00:05:11: Oder ah, dieses quäkende Kind, da

00:05:13: gibt ihm

00:05:13: einen bollen Eis?

00:05:15: Also da bin ich schon wie die typischen Dorfomas, die das ganze Geschehen mitbekommen und den ganzen Tag am Winster stehen.

00:05:23: Also ich mag das auch heute noch sehr gerne in Cafés zu sitzen und einfach Menschen zu beobachten.

00:05:28: Ja, sehr spannend.

00:05:29: Und sich so die eigene Story um die Leute, die man so um sich sitzen hat, auch fremde Menschen irgendwo in eine Story einbauen, oder?

00:05:38: Ja, ich finde es auch manchmal total schade, dass man dann gar nicht erfährt, was das für ein Leben ist.

00:05:43: oder wie geht ihre Diskussion aus.

00:05:46: Ja, aber so ist es das Leben.

00:05:47: Man sieht nur Ausschnitte.

00:05:49: Charisma für seltsame, ein Handbuch für soziale Exoten.

00:05:54: Das ist der Titel.

00:05:55: Wie fällt

00:05:56: einem so was

00:05:57: ein?

00:05:58: Ja, dafür braucht man ungefähr einen Monat, zwanzig Ideen und lässt sein gesamtes Umfeld abstimmen und nimmt am Ende dann doch was ganz anderes.

00:06:09: Ach, du hast so dein Umfeld Friends und Family irgendwo ein bisschen mit eingebunden in die Titelsuche?

00:06:14: Ja, ich lass Leute total oft irgendwas mitbestimmen oder entscheiden und mach dann was ganz anderes.

00:06:21: Aber so weiß ich, dass ich mir dann auch wirklich sicher bin, weil die Stimmen sagen was anderes, aber ich bin mir dann sicher.

00:06:27: Letztendlich entscheidet dein Bauchgefühl dann da vielleicht auch ein bisschen.

00:06:30: Ja, genau.

00:06:31: Jetzt müssen wir natürlich ein bisschen in dieses Buch reingucken.

00:06:37: Von was handelt das?

00:06:38: Es hört sich ein bisschen speziell an der Titel.

00:06:42: Ist jetzt nicht so ein Schlagwort, wo ich sage, okay, so im Vorbeigen.

00:06:46: Ah, seh ich deine Buchauslage.

00:06:48: Moment, Charisma für seltsame.

00:06:50: Ratter, Ratter, Ratter.

00:06:51: Ein Handbuch für soziale

00:06:53: Exoten.

00:06:54: Oh, wow.

00:06:55: Klingt... Erst mal so, dass ich sage, ich bin mega neugierig.

00:06:59: Ich möchte wissen, was in diesem Buch passiert.

00:07:01: Danke schön, schön zu hören.

00:07:03: Ja, tatsächlich ist es einfach gesagt ein bisschen ein Ratgeber für Leute, die sich in sozialen Situationen manchmal schwer tun, komisch fühlen, Fehl am Platz fühlen, einfach ein paar psychologische Hinweise, Anekdoten und auch Tipps, wie sie einfach umgehen können, um Kontakte zu

00:07:22: knüpfen,

00:07:22: Smalltalk zu führen.

00:07:24: Ja, einfach durchs Leben zu kommen.

00:07:26: Ist das heutzutage schwieriger als vielleicht?

00:07:28: Gut, da waren wir beide noch nicht da.

00:07:30: Vor über fünfzig Jahren hat sich das Verhalten des Sozialem miteinander verändert, vielleicht in den letzten zehn Jahren.

00:07:38: Je mehr Internet irgendwo tagtäglich wie überall zusammenbricht.

00:07:44: Ja, also ich weiß jetzt natürlich nicht, wie es bei meinen Großeltern war, wenn die

00:07:47: beim Networken

00:07:48: waren.

00:07:49: Aber ich glaube heutzutage durch die sozialen Medien, fühlt man sich auch schon ständig beobachtet und bewertet.

00:07:56: Und ich glaube, das beeinflusst schon sehr, wie man miteinander umgeht heutzutage.

00:08:01: Vor allem im Real Life, weil ich bin ins sozialen Medien irgendwo unterwegs.

00:08:06: Ich kann mich kaschieren, ich kann mir einen Pseudonym zulegen, einen Nickname.

00:08:11: Ich bin ja relativ anonym, wenn ich es möchte, unterwegs.

00:08:15: So, jetzt gehe ich aber nach draußen in die Fußgängerzone und will einfach nur ein lecker Karbocine oder Latte Macchiato trinken.

00:08:22: Dann tut sich der ein oder andere ja tatsächlich schon schwer.

00:08:25: Ja, oder vor allem, wenn es dann irgendwie ein Sonderwunsch gibt.

00:08:32: Ist das so ein bisschen auch das Miteinander im Real Life, wo ich sage, okay, da kann ich mal reinlesen.

00:08:40: Wie muss ich mich verhalten, wenn plötzlich ganz viele Menschen um mich rum sind?

00:08:44: Ja, auf jeden Fall.

00:08:45: Also vor allem im beruflichen Kontext ist man ja oft mit Fremden auch konfrontiert, wo man sich jetzt auch nicht unbedingt auf einer sehr privaten Ebene verbinden kann.

00:08:55: Deswegen wollte ich einfach ein paar Tipps mitgeben, wie man sozusagen an Menschen heran treten kann.

00:09:01: Aber das ist jetzt kein Ratgeber, so im klassischen Sinne aufgebaut, in zehn Kapitel, Punkt eins, Punkt zwei, Punkt zwei, sondern das ist schon ja auch suffisant geschrieben, mit einem Augenzinkern schon, die Ironie darf unten ein bisschen so rauskullern.

00:09:17: Ja, es ist ein Mix.

00:09:18: Also es sind tatsächlich Kapitel, die ja auch verschiedene Themen behandeln, wie Smalltalk führen oder Körpersprache, aber mir was ganz wichtig, da wirklich meine eigene Note einzubringen, dass man es einfach gern liest und Spaß dabei hat.

00:09:34: Wer ist so da?

00:09:34: Die Zielkorbis?

00:09:35: sind es eher so die Teenager bis Dreißigjährigen?

00:09:39: oder ist es auch jemand, der ein bisschen älter ist, ohne dass sich da draußen niemand auf die Füße treten möchte?

00:09:47: Ich würde sagen jeder, der sich vielleicht manchmal seltsam oder komisch fühlt und normaler fühlen möchte.

00:09:55: Aber gut, was heißt schon normal?

00:09:58: Ja, da gibt es ja keine klassische Definitionen, was ist normal und nicht normal.

00:10:02: Ja, eben.

00:10:03: Ich meine, wer sagt denn schon, wow, du hast dich super normal bei diesem Event aufgeführt.

00:10:07: Das fand ich ganz toll.

00:10:09: Ist da kein Mensch?

00:10:10: Nein.

00:10:11: Hey, wie crazy bist du denn unterwegs?

00:10:12: Voll cool.

00:10:13: Ja, eben.

00:10:14: Das ist ein Kompliment, aber du bist so schön normal.

00:10:16: Ja.

00:10:17: Ja, nicht.

00:10:18: Gibt es irgendwie eine Hauptfigur, die einen durch diese Kapitel begleitet?

00:10:23: Oder ist dieses Opening zu deinem Buch was, wo du sagst, okay, da habe ich mir den Leser schon mal ein bisschen gecatcht?

00:10:32: Ich würde sagen, die Hauptfigur bin ich, beziehungsweise mein peinliches ich, weil ich höre oft, dass ich so selbstbewusst bin und immer so souverän wirke, aber ich wollte einfach zeigen, nein, das ist überhaupt nicht so, mein passieren auch ganz peinliche Sachen, aber einfach weitermachen.

00:10:50: Das ist so dein Rad oder dein Tipp, einfach weitermachen.

00:10:54: Nicht irgendwie aus den Continents bringen lassen, sondern einfach im Schwall weitermachen.

00:11:02: Ja, würde ich auf jeden Fall sagen, weil jedem passiert mal was Unangenehmes.

00:11:06: Aber ja, wenn man damit einfach humorvoll umgeht, dann wird da gleich eine lustige Geschichte für die nächste Party draus.

00:11:14: Was war?

00:11:14: Unangenehm?

00:11:15: Oder was ist dir schon passiert, wenn du sagst, so ein bisschen hast du aus deinem eigenen Leben das eigentlich nur eine andere Anekdötchen herausgepickt?

00:11:23: Ich hab mal bei einem Event von der Arbeit unsere, sag ich mal, oberste Chefin umarmt, die mir eigentlich nur auf die Schulter klopfen wollte.

00:11:32: Aber ich war dann schon in der Umarmung, ich musste es dann durchziehen und dann kam die nächste Managerin und dann dachte ich mir, okay, jetzt wird sie mit umarmt, weil jetzt bin ich einfach die, die alle umarmt, anstatt die mit der einpeinlichen Umarmung.

00:11:47: Und ja, seitdem reden wir auch immer wieder drüber und sagen auch, weißt du, noch damals, als du die umarmt hast, und ich so, ja, aber heute mache ich es nicht mehr,

00:11:55: ne?

00:11:56: Hobbyautoren aus Kaufbaren, wie bist du überhaupt zu diesem Thema gekommen?

00:12:01: Ja, eher durch Zufall.

00:12:03: Also eigentlich wurde mir schon oft gesagt, dass ich komisch bin oder seltsam.

00:12:09: Echt?

00:12:09: Ja, also schon in der Grundschule.

00:12:11: Meine Mama musste auch öfters rein.

00:12:13: Ging dann auch auf dem Gymnasium weiter, im Studium, selbst im Job.

00:12:18: Aber gleichzeitig habe ich oft das Feedback bekommen.

00:12:22: dass ich so gut mit Menschen kann, so schnell Kontakte knüpfe.

00:12:25: Und dann dachte ich mir, irgendwas passt da aber nicht zusammen.

00:12:28: Also bin ich jetzt komisch oder bin ich gut mit Menschen?

00:12:31: Ja, und dann kam mir irgendwie dann zwischen zwanzig und dreißig irgendwann so die Gedanken, vielleicht ist es ja genau das, Menschen mögen ja irgendwie komische, seltsame Menschen.

00:12:43: Und so dachte ich mir dann, okay, dann wenn mich alle immer nach Tipps Freiei fragen, schreibe ich das mal auf.

00:12:48: Ja, und verdienst du ein bisschen?

00:12:50: Geld womöglich damit.

00:12:52: Ja, ein bisschen, aber ich habe es tatsächlich, also mir war dann auch egal, ob es einen Mensch kauft oder nicht.

00:12:59: Ich hatte einfach das Ziel, ich steile ein Buch und dann ist mein Lebensziel erreicht.

00:13:03: Das ist so spannend.

00:13:05: Sophia, dir dazu zu hören, wie dieses Werk, dein Erstlingswerk entstanden ist?

00:13:11: Was da für Komponenten bei dir da auch im Kopf waren und du dann gesagt hast, dann hast du ein Lebensstil ja schon erreicht, indem du was kreiert hast, ein Buch.

00:13:22: Wie ist das dann so vonstatten gegangen?

00:13:24: Jetzt hast du die Story, dein kleiner Ratgeber, deine einzelnen Kapitel.

00:13:29: Ja, irgendwo in den Computer gebracht, handgeschrieben, war das wahrscheinlich nicht mehr.

00:13:33: Nein, nein, nein.

00:13:34: Also dafür ändere ich dann auch viel zu viel zwischendurch.

00:13:37: Also an Computer, du hattest dein Buch.

00:13:40: dann, wie merkt man, dass ein Buch fertig ist?

00:13:44: Also,

00:13:44: das

00:13:44: kann ich gar nicht so richtig sagen.

00:13:45: Ich spüre sowas immer, weil irgendwann kommt einfach der Punkt, wo man sagt, ich kann es nur noch verschlimm bessern.

00:13:51: Und

00:13:53: jetzt gebe ich es einfach ab.

00:13:55: Man merkt, wenn es eine runde Geschichte geworden ist.

00:13:58: Also für sich rund.

00:13:59: so ein Buch ist ja auch etwas in sich geschlossenes.

00:14:02: Soll ja keine Fragen und Fragezeichen dahinter irgendwo aufploppen.

00:14:06: Genau, also ich wollte keine Cliffhanger lassen, damit ich dann ein zweites Buch schreiben muss.

00:14:12: Wie war das so während deiner Schreibphase?

00:14:14: Bist du eher so die Nachtäule oder dann schon so der frühe Vogel?

00:14:20: Fängt denn warum beim Schreiben?

00:14:22: Eher Nachtäule.

00:14:25: Nachmittags ist auch ganz schlimm, da kriege ich meinen Tief.

00:14:28: Ich

00:14:28: auch.

00:14:29: Aber ich habe immer ein Notizbuch dabei und wenn mir irgendein Wort oder Satz einfällt, muss ich dann sofort aufsteigen, damit ich den dann später einbauen kann.

00:14:37: Ja.

00:14:38: Ach cool.

00:14:39: Hast du zehn Kapitel?

00:14:40: sind es, glaube ich, bei deinem Buch?

00:14:41: Genau.

00:14:42: Hast du dann tatsächlich mit Kapitel eins begonnen?

00:14:45: oder war Kapitel eins, ist irgendwie erst später entstanden, nachdem du drei und vier schon hattest?

00:14:51: Ich schreib Einleitung und Schluss immer gern.

00:14:54: Als Letztes, weil man hat dann sozusagen den Rahmen und kann dann darauf aufbauen.

00:15:02: Und sonst habe ich dann aber schon chronologisch geschrieben.

00:15:06: Cool.

00:15:07: Also wirklich so klassisch, man fängt mit der leeren weißen Seite an und schreibt und schreibt und schreibt.

00:15:15: Wie ist das überhaupt dazu gekommen, dass das Buch veröffentlicht worden ist?

00:15:18: Hast du bei einem Schreibwettbewerb mitgemacht, hatte ich jemand angestupsen und gesagt, Mensch, hey, das ist so cool, weil du lässt dir alles von Family and Friends einmal so gegenlesen.

00:15:27: Und das Feedback hatte ich vielleicht noch zu dem einen oder anderen Modifizieren veranlasst.

00:15:34: Es ist es safe.

00:15:35: Und dann?

00:15:36: Also tatsächlich habe ich erst überlegt, okay, ich schreibe ein Buch, aber wer bringt das denn dann

00:15:42: raus?

00:15:43: Ja.

00:15:44: Und dann kam mir der Gedanke, ich kann es ja rausbringen.

00:15:47: Also selbst Publishing heutzutage.

00:15:50: Dann habe ich ein bisschen recherchiert und dann war das eigentlich eine ganz gute Option.

00:15:55: Weil gut, du hast jetzt niemanden, der Lektorat und Marketing und Design für dich macht.

00:16:00: Aber du hast auch niemanden, der dir irgendwie reinredet.

00:16:03: Und du kannst einfach alles selber bestimmen.

00:16:05: Ja, und dann habe ich es einfach auf zwei Plattformen veröffentlicht und dann war es

00:16:10: draußen.

00:16:12: Wie crazy ist das?

00:16:13: Also schon mit Buchumschlag und...

00:16:16: Ja, also manchmal, wenn ich mir was in den Kopf setze, dann weiß ich mich da fest.

00:16:22: Dann habe ich mich ans Design gemacht und ja, dann hast du auf einmal fertig.

00:16:29: Das klingt ja total cool.

00:16:30: und dann ist es fertig.

00:16:32: Dann ist es draußen in der weiten Welt, das World Wide Web.

00:16:37: Und dann... Wie kommst du auf diese Nominierungsliste?

00:16:40: oder in diesem Topf, wo ja ganz, ganz viele Schriftsteller, Autoren, ihre Erstlingswerke irgendwo eingereicht haben, dann doch?

00:16:51: Und jetzt bist du unter den Topten?

00:16:52: Ja, das war eher ein Zufall, genauso wie das Buch rauszubringen oder wie jetzt heute hier zu sein.

00:16:59: Ich hab bei dem Verlag Bux und Demand, wo ich veröffentlicht hab, Ist man dann so ein Verteiler, dann kam eine E-Mail, dass die einen Schreibwettbewerb für Kurzgeschichten

00:17:07: machen.

00:17:09: Und dann kam der Gedanke im Mensch, wenn es einen Schreibwettbewerb für Kurzgeschichten gibt, muss es ja auch andere Wettbewerbe geben.

00:17:16: Dann habe ich ge-googelt und mich bei ungefähr zehn Wettbewerben beworben.

00:17:22: Unter anderem war eben auch eins für Self-Publishing.

00:17:25: Also nur für Leute, die selber veröffentlicht haben.

00:17:28: Und dann dachte ich mir, okay, ganz ehrlich, ich muss es einfach nur einreichen, ein paar Sachen ausfüllen und fertig.

00:17:36: Und dann war es.

00:17:36: Und dann hast du die E-Mails zurückbekommen.

00:17:39: Also tatsächlich hatte ich vergessen, dass ich mich da beworben habe.

00:17:43: Ich habe ziemlich viele.

00:17:45: Leider wurden sie diesmal nicht berücksichtigt, E-Mails bekommen.

00:17:48: Und bei diesem Buchpreis, Self-Publishing Buchpreis, da habe ich als Letztes mitgerechnet.

00:17:54: Ich dachte erst, es ist irgendwie eine Prank-E-Mail, als die meinten, ich bin jetzt in den Top-Ten.

00:17:59: Ja.

00:18:00: Aber dann,

00:18:02: ja, danach zweimal, dreimal durchlesen, hat es Klick gemacht.

00:18:05: Das ist jetzt wirklich

00:18:06: mit meinem Buch.

00:18:07: Wie krass ist das?

00:18:09: Ja, sehr krass.

00:18:10: Also, ich glaube manchmal immer noch nicht, dass sie es wirklich gelesen haben oder vielleicht haben sie das falsche Buch gegriffen.

00:18:17: Vor allem, du bist da unter den Top-Ten und der vierzehnte Februar im Jahr.

00:18:21: Ja.

00:18:21: Das ist ein ganz besonderes Datum.

00:18:24: Denn da wird einer von diesen zehn Leuten oder das Buch eines dieser zehn Autoren, dann diesen Preis bekommen.

00:18:35: Ist tatsächlich noch größer der Chance, weil es werden drei Platzierungen

00:18:40: gemacht, genau.

00:18:41: So ganzes Stockhol, Gold, Silber, Bronze.

00:18:43: Ganz genau.

00:18:44: Und das Ganze findet statt dann in Leipzig.

00:18:47: Ja,

00:18:47: auf der Buchmesse.

00:18:49: Aber ich muss sagen, Top Ten, finde ich auch schon gut.

00:18:52: Ich habe schon so ein Badge.

00:18:54: bekommen, den ich auf Websites posten kann, nominiert für den self-publishing Buchpreis.

00:19:00: Ja?

00:19:01: Und ja, hätte man mir das vor ein paar Jahren gesagt, hätte ich das auch nicht gedacht.

00:19:04: Hast du schon Magen krummeln, was den Vierzehnten fiel?

00:19:09: Ich bin seit dem Jahr zwanzig war, geht nur nicht, ich passt mehr als du.

00:19:13: Ich

00:19:13: hab das Gefühl, Da hast du recht.

00:19:17: Ich finde es total cool.

00:19:19: Man muss einfach auch mal mutig sein und Dinge in Angriff nehmen.

00:19:23: Mehr als jetzt, in deinem Fall, eine Absage.

00:19:26: Mehr kann es ja, es kann ja nicht schlimmer als eine Absage sein.

00:19:29: Also erfreulicher ist diese Message und Meldung.

00:19:33: Ich bin damit dabei oder im Losstopf von zehn.

00:19:36: Jetzt möchte man natürlich ganz kurz in dein Buch auch mal reinspitzen.

00:19:40: Die eine oder andere Situation.

00:19:44: Nonverbale Kommunikation, Kommunikation, das ist so ein bisschen, glaube ich, um das strikt sich dein

00:19:50: Buch.

00:19:50: Ja, auf jeden Fall.

00:19:52: Um eine gewisse Hilflosigkeit vielleicht auch im Dialog, wenn ich irgendwo

00:19:57: bin.

00:19:57: Ja, die denke ich sehr viele verspüren.

00:20:00: Und was hast du für uns als kleinen Tipp so bei der Hand?

00:20:05: Also als ersten Tipp, da werden sich jetzt, glaube ich, alle Therapeuten freuen.

00:20:09: Die Floskel liebe dich selbst.

00:20:12: Aber tatsächlich, man ist sein ganzes Leben lang mit sich selber zusammen, dann wäre es nicht schlecht, wenn man ein gutes Verhältnis zu sich hat.

00:20:19: Weil Menschen spüren es auch einfach, wenn man sich mit sich wohlfühlt.

00:20:23: Das heißt, unternimmt Dinge alleine, schreibt die E-Mail, spricht die Person an.

00:20:29: und als nächstes würde ich Leuten raten, dass sie wirklich wie in der Schule Einstiege üben, wie wenn man früher ein Fahrrad geübt hat, wie man beginnen möchte.

00:20:39: So kann man auch üben, wie man mit ins Gespräch kommt mit Menschen.

00:20:43: Denn wenn man einmal erst den Anfang gemacht hat, läuft es oft leichter.

00:20:46: Ja, das stimmt.

00:20:47: Das stimmt.

00:20:48: Das ist sondern so ein Dominoeffekt.

00:20:50: Aber ich brauche den Einstieg.

00:20:52: Eben.

00:20:52: Und da würde ich einfach jedem mitgeben, dass man nicht irgendwas auswendig lernt oder etwas, womit man sich einfach nicht wohl fühlt, sondern es gibt einfach Dinge.

00:21:02: Man kann Leute beim Kaffee ansprechen oder wenn man irgendwie sieht, hey, coole Schuhe oder coole Tasche, die du da hast, du hast sie dann her.

00:21:13: Ja,

00:21:13: und

00:21:14: geht ganz einfach eigentlich.

00:21:16: Okay, so, ich bin bei einem Café da drüben.

00:21:19: Auch solche Situationen wirklich mit komplett fremden Menschen in einer komplett fremden Umgebung.

00:21:25: Ist es dann, oh, kann ich mal den Zucker haben?

00:21:27: So was auch schon.

00:21:28: Also ich habe auch mal die Frau neben mir gefragt, weil ich gesehen habe, dass die hier ihre Laktasetabletten rausholt, ob ich einfach ihre Laktasetabletten haben kann.

00:21:37: Hab ich dann auch bekommen.

00:21:39: Aber die hat doch ein bisschen verdutzt, wahrscheinlich geguckt, oder?

00:21:42: Die fand es total komisch, aber ich dachte mir dann, also wenn du keine Laktasetablette abgeben kannst, dann bist du aber die Komische,

00:21:48: ja.

00:21:51: Ist es schwieriger, in einem geschäftlichen oder im beruflichen Umfeld ins Gespräch zu kommen, weil da jetzt so ein kleiner Stehempfang ist oder wirklich so mit komplett ganz fremden Menschen wie in einem Straßencafé?

00:22:04: Ich finde es tatsächlich paradoxerweise auf der Arbeit schwieriger,

00:22:08: aber ich finde

00:22:09: mit Fremden hat man oft irgendwas doch gemeinsam.

00:22:14: Man ist auf derselben Veranstaltung oder genießt gerade den gleichen Café oder sowas.

00:22:20: Aber

00:22:20: in der Arbeit verbindet ein Janur, das man zufällig zusammenarbeitet und vielleicht ist man privat zu Null auf einer Wellenlänge.

00:22:29: Was hast du so an Feedback bekommen?

00:22:32: Hast du da auch was mit einfließen lassen, wenn Freunde oder deine Familie das schon gelesen haben und gesagt haben, hey, pack das doch mal rein?

00:22:40: Oder ist das so eine typische Situation?

00:22:43: Oder was kann ich machen in der Schlange vor der Disko, dass ich schneller reinkomme?

00:22:49: Das ist natürlich

00:22:50: entgegner.

00:22:53: Aber ganz ehrlich, da würde ich auch einfach mal fragen.

00:22:56: Da hat er auch mal mit meinem Ex-Freund, da hat uns ein Motorradhelm gefehlt.

00:23:01: Und dann kam seine Nachbarn zufällig angefahren.

00:23:04: Beide mit dem

00:23:04: Motorrad.

00:23:06: Und dann habe ich einfach gefragt, ob ich mir ihren Motorradhelm ausleihen kann.

00:23:10: Und ja, eine Frage öffnet oft viele Türen.

00:23:14: Manchmal zu Peinlichkeit, aber gut.

00:23:16: So ist es dann halt.

00:23:19: Wenn ich wagt, der nicht gewinnt.

00:23:20: So ein bisschen spielt das, glaube ich, auch mit.

00:23:22: Wenn ich wagt, der nicht gewinnt.

00:23:24: Ganz genau.

00:23:26: Du hast auch gesagt vorhin, man muss vielleicht wieder lernen, auch mal allein zu sein oder sich mit sich beschäftigen oder Dinge bewusst alleine tun.

00:23:38: Ja, genau.

00:23:39: Weil ich finde, da merkt man dann oft, was einem gefällt, was einem wichtig ist, wo man die eigenen Grenzen zieht.

00:23:46: Und ich finde, dann kann man auch viel einfacher auf andere Menschen zugehen.

00:23:50: Weil wenn ich zum Beispiel weiß, wie ich gerne angesprochen werde, was mich interessiert, kann ich das dann ja auch... zum Beispiel auf andere übertragen, dann wirkt es auch einfach authentisch.

00:23:59: Es hast du dein Erstlingswerk sozusagen nach draußen gebracht, hast du im Hinterkopf irgendwie schon so Ideen vielleicht oder es gibt ein Vollgebuch oder du willst auf jeden Fall beim Schreiben bleiben, weil Schreiben ist Kreativität.

00:24:17: Ja, ich würde tatsächlich vielleicht so weitergehen, sogar weitergehen, weil mir ist das Thema einfach wichtig, vor allem jungen Menschen zu vermitteln, dass es okay ist so zu sein wie man ist.

00:24:29: Also ich möchte auch mit dem Buch nichts Leitensagen veränder dich, passt dich an, sondern sei so wie du bist und akzeptier das.

00:24:38: Das ist auch ein schönes Schlusswort.

00:24:40: Sophia Hasiotaki aus Koffboren.

00:24:43: Charisma für seltsame, ein Handbuch für soziale Exoten.

00:24:47: Wir drücken dir jetzt schon die Daumen für den vierzehnten Februar, wo es dann es sein kann, dass du den Preis

00:24:55: erhältst auf

00:24:56: der Leipziger Buchmesse.

00:24:58: Vielen Dank.

00:24:59: Danke fürs

00:25:13: Einladen.

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