Jungholz im Fokus – Ein Gespräch mit Bürgermeisterin Karina Konrad

Shownotes

Die Bürgermeisterin von Jungholz, Karina Konrad, öffnet in dieser Folge ein Fenster zu ihrer Welt – geprägt von Verantwortung, Begegnungen und dem besonderen Charakter eines alpinen Dorfes. Der Austausch gibt Raum für Persönlichkeit, innere Antriebe und die Verbindung zwischen Mensch und Ort. Eine Episode für alle, die verstehen möchten, wie viel Hingabe hinter kommunaler Arbeit stehen kann.

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00:00:00: Gesund und vital durch den Tag.

00:00:02: Der allgeuchelt Kaffeklatsch wird präsentiert von der Bahnhofapotheke Kempten und Pur Natur,

00:00:08: weil Gesundheit

00:00:09: bei der Ernährung beginnt.

00:00:11: Mein heutiger Kaffeklatsch-Gast ist zur Grenzgängerin quasi geworden.

00:00:18: Herzlich willkommen Karina Konrad.

00:00:19: Sie sind Bürgermeisterin von Jungholz.

00:00:22: Jawoll.

00:00:23: Herzlichen Dank für die Einladung.

00:00:24: Ich freue mich hier zu sein.

00:00:25: Ich freue mich auch.

00:00:26: Und wie oft sie eventuell täglich über die deutsch-österreichische Grenze gehen, das frage ich sie hier beim wir im Kaffee klatscht.

00:00:36: Auf welcher Höhe liegt ein Jungholz?

00:00:38: Auf elfhundert Meter.

00:00:39: Also die Köche liegt auf tausendfünfzig, aber da wo ich wohne sind wir auf elfhundert.

00:00:43: Bei Kämmten ist ja ein gutes Stück Olle drunter.

00:00:45: Bei uns ist es auch nicht weiß.

00:00:47: Bei ihnen noch leicht gezuckert vielleicht?

00:00:49: Leicht

00:00:49: gezuckert.

00:00:50: Also der Hang ist noch weiß.

00:00:51: Südzeit ist es immer aber auch leider, Gott ist schon wieder grün.

00:00:54: Ja, die Sonne hat doch, oder die milden Temperaturen hat doch eine Kraft und hat es sie da weggeschlägt.

00:01:00: Sie sind ja Jungholzerin, jetzt sind irgendwo Tirolerinnen natürlich auch, aber jetzt, wie soll ich sagen, wie sagt man denn da vom Festland, ist Tirols Festland, wenn man das mal so bildlich ein bisschen, sie sind ja so

00:01:13: ja

00:01:14: exot mit Jungholz.

00:01:16: So in sich geschlossen.

00:01:17: Also ich sage immer, wir sind ein kleines galisches Dorf.

00:01:19: Also das ist für die besser, wie der Exotern.

00:01:21: Ja, das stimmt.

00:01:22: Im

00:01:22: Endeffekt haben wir behauptlich immer die EU schon gelebt, bevor Österreich überhaupt bei der EU dabei war.

00:01:29: Wir fühlen uns als Jungholzer.

00:01:32: Die ist sehr starke Bildung ins Allgäu auch.

00:01:34: Ja,

00:01:35: zwangsweise, denn ohne die Verbindung über das Allgäu, wäre es ja ja komplett eingeschlossen mehr oder minder, müsste quasi eine Luftbrücke in Anspruch nehmen.

00:01:45: Selbst in der Luft, wenn man auch irgendwo in Deutschland drauf ist.

00:01:48: Das ist richtig.

00:01:49: Vom Aufwachsen her, sie sind dort geboren oder halt natürlich irgendwo in einem Krankenhaus, aber da auch zur Schule gegangen.

00:01:55: Ich bin da die ersten vier Jahre zur Schule gegangen.

00:01:58: Ich habe dann angefangen, eine gymnasiale Karriere zu starten, die dann bald beendet war.

00:02:03: Hat sich nicht ganz ausgereicht.

00:02:05: Ich bin nach Adolf-Maria Sternin immer in Stadt gegangen und es war genau die richtige Entscheidung und der richtige Weg, den ich eingeschlagen

00:02:10: habe.

00:02:12: Es ist ja die Möglichkeit, also es heißt ja, oder man kann ja, man muss ja irgendwo auch berufsmäßig eine Lehre und so weiter.

00:02:19: Wie weit Grundschule?

00:02:20: Geht in Jungholz und

00:02:22: die Besonderheit bei uns ist einfach auch, dass alle vier Jahrgänge in einem Klassenzimmer sind und nur Deutschlandmatte sind getrennt.

00:02:30: Also da haben wir eine Besonderheit auch noch.

00:02:33: Und die nächste Besonderheit in der Schule ist einfach auch, dass wir die Kinder aus Unterjoch zwischenzeitlich in der Schule mit dabei haben.

00:02:41: Wenn sie möchten, können sie gerne auch immer nach Jungholz in die Schule kommen.

00:02:44: Wie ist das dann eigentlich vom Anerkennen auch so ein Schulabschluss?

00:02:49: Weil der ist ja dann quasi in Deutschland gemacht.

00:02:51: Man ist aber Österreicher oder Österreicherin.

00:02:55: Wie ist die Anerkennung?

00:02:56: Hat da Jungholz und eventuell aus kein Weisertal so eine außerordentliche Stellung auch in der Anerkennung vom Abitur oder

00:03:02: Matura?

00:03:02: Ich würde die nicht sagen, weil wir dann auch in Deutschland wieder arbeiten gehen.

00:03:05: Also ich sage mal, acht oder neunzig Prozent meiner Bürgerinnen und Bürger gehen auch im angrenzenden Allgäu wieder zum Arbeiten.

00:03:11: Also da sind dann die Schulabschlüsse.

00:03:13: Ehe anerkannt.

00:03:15: Es ist ja Jungholztags immer fast leer.

00:03:18: Nein, wir sind schon mal.

00:03:21: Wir haben ja immerhin achtzehn Kinder in der Schule und zwölf im Kindergarten, also die dreißigsten auf jeden Fall da.

00:03:26: Und es sind ja auch einige die im Ort arbeiten und den Tourismus beleben.

00:03:31: Und wir haben natürlich auch Gäste, die dann vor Ort

00:03:33: sind.

00:03:34: Der eine oder andere weiß es vielleicht gar nicht.

00:03:36: Jungholz gehört zum Land Tirol, also jetzt auch wie Bundesland, wenn man das anguckt.

00:03:43: Ihr seid zugehörig zu den Tirolern.

00:03:46: Das ist korrekt.

00:03:47: Also wir sind finanziell zugehörig zu den Tirolern und brauchen aber gute Verbindungen ins Allgäu, dass wir da eben uns gut abstimmen

00:03:54: können.

00:03:55: Wenn ihr jetzt zum Beispiel den Pass verlängern müsst oder irgendwelche bürokratischen Formalitäten machen müsst, müsst ihr immer nach Innsbruck.

00:04:05: Nein, nach heute

00:04:07: sind die meisten

00:04:07: Dinge zu erledigern, wobei wir für unsere österreichischen Staatsbürgers mittlerweile den Service anbieten, die Ausweise können sie bei uns machen und viele Sachen gehen mittlerweile online, also wir sind da digital schon sehr gut aufgestellt.

00:04:18: Und unsere deutschen Staatsbürger haben im benachbarten Allgäu auch die Möglichkeit ihre Ausweise verlängern, um das nicht ins Konsulat nach Wien fahren zu

00:04:26: müssen.

00:04:26: Ach ja, das wäre, ach ja, genau, das wäre ja gleich ganz nach Wien.

00:04:30: Wir sind dann zu ihr Weg gegangen, Sie haben natürlich eine Lehre gemacht, der Bürgerbeißer Posten bei Ihnen in Jungholz, es ist ein Ehrenamt, also das haben Sie zusätzlich zu Ihrem eigentlichen Beruf eigentlich nur als Rucksäcke mitgenommen.

00:04:43: Genau.

00:04:44: Also ich habe Bankerin gelernt in einer Allgäuer Bank, in Ostallgäu.

00:04:48: Ich bin dann, habe mich auch entsprechend weitergebildet, im Jahr zwanzigsechzehn bin ich dann gewählt worden als Bürgermeisterin.

00:04:56: Und seither bin ich eben Bürgermeisterin.

00:04:58: Am Anfang habe ich nur die ersten zwei Jahre Teilzeit auf der Bank gearbeitet, bin dann Mama geworden und habe dann so den beruflichen Alltag etwas zurückgestellt.

00:05:10: Ich bin in eine neue Schiene, in was ganz neues noch zusätzlich Nipsenbürgermeisteramt eingestiegen.

00:05:16: War ihr politisches Interesse oder so dieses Interesse an der Lokalpolitik schon immer da?

00:05:21: Sind sie vielleicht auch aus einer Familie, wo viel diskutiert, gesprochen und sich eventuell auch schon politisch engagiert hat?

00:05:29: Also engagmau im Ort haben wir alle miteinander aus der Familie schon immer gehabt.

00:05:32: Das ist natürlich eine so kleine Einheit da und ich habe in der sehr Politik engagierte Familie geheiratet.

00:05:39: Mein Schwager ist ja Landtagsabgeordneter zum Bayerischen Landtag und war vorher Bürgermeister in Altusried.

00:05:45: Also da sind schon zwei Welten aufeinander gekommen, die sich da ganz gut ergänzt haben auch.

00:05:51: Ja, aber auch sonst so in der Diskussion.

00:05:53: Es ist sehr schön, man kann ja eher auf dieser Ebene noch aktiv selbst mitgestalten, egal in welchem landliche Zwone oder auch in der Lokalpolitik aktiv bin.

00:06:03: Also das ist völlig korrekt.

00:06:05: Es ist aber auch mein Antrieb war einfach, auch ich habe gesagt, man kann nicht immer was auf dem Sofa sitzen und maulern, sondern man muss dann auch mal in die Verantwortung gehen und schauen, dass man selber was bewegt.

00:06:14: Weil es ist gar nicht immer so leicht, wie es von außen ausschaut.

00:06:18: Es sind Hürden da, die man vielleicht gar nicht bedenkt, wie man irgendwelche Äußerungen tätigt.

00:06:24: Und so ein Weg, so ein bürokratischer Weg, der kann dann doch schon mitunter recht lang werden.

00:06:31: Korrekt.

00:06:32: Man blickt dann natürlich mit anderen Augen drauf.

00:06:36: Vielleicht so seit Jahrzehnts sind sie erste Frau von Jungholz.

00:06:41: Haben sie irgendwelche Geschichten, wo sie sagen, ja in diesen Jahren, es sei jetzt doch schon bald dann zehnjährig ist im kommenden Jahr, wo sie sagen, ja das ist was, da sieht man jetzt ein bisschen oder ich kann ein bisschen Früchte ernten, was ich vor neun, acht Jahren einmal

00:06:57: gesehen habe.

00:06:58: Mir ist eigentlich gar nicht so wichtig Früchte zum Ernten, sondern dass man gute Zusammenarbeit in der Gemeinde hat und dass man schaut, dass man zusammenhält, dass man alle was davon haben.

00:07:08: Also wir haben zum Beispiel jetzt das Breitband verlegt im Ort, also wir sind jetzt beim Ausbaustufe über von von neunzig Prozent, also die Haushalte sind jetzt alle an, haben die Möglichkeit sich alle anzuschließen und das ist ein Riesenprojekt gewesen.

00:07:22: zusammen mit der Mit unserem Stromanbieter bzw.

00:07:25: unserem Netzbetreiber haben wir noch die Leitungen in den Boden verlegt.

00:07:31: Jetzt müssen noch die Dachstände abgebaut werden.

00:07:33: Also das ist so ein Projekt, was wir jetzt die letzten zehn Jahre gut vorantreiben konnten.

00:07:37: Wie viele Einwohner haben Sie?

00:07:38: oder so Ihr kleines Reich?

00:07:40: Wie viele Pippen?

00:07:41: Die kleine rallische Stadt besteht aus dreihundert Einwohnern, wobei die wenigsten die österreichische Staatsbürgerschaft haben.

00:07:47: Also wir haben den höchsten Ausländeranteil in ganz Österreich.

00:07:50: Wir haben über siebzig Prozent EU-Ausländer in unserer Gemeinde beheimatet.

00:07:56: Aber Sie kennen ja dann fast alle Schächen mit dem Namen, oder?

00:08:00: Fast alle, ja.

00:08:02: Gibt es irgendwie eine Kdote, wo Sie sagen, das ist total knuffig, vielleicht auch von den Kindern her, das treibt mich auch ein bisschen an oder das macht mir Freude, mich auch für die Rechte von Jungen Holz einzusetzen.

00:08:15: oder ich habe diese Sonderstellung halt auch schon geografisch und muss mich vielleicht immer das eine oder andere Mal mehr mit den Ellbogen nach draußen bewegen?

00:08:25: Ich habe damals in Corona-Zeiten die Geschichte kommt immer wieder einmal Zu meinem Landeshauptmann damals gesagt, entweder er lasst mich so machen wie ich möchte oder er muss mich absetzen, weil das war natürlich große Herausforderung und da war es wirklich mal sichtbar, wie sehr dieses Zusammenspiel Österreich, Deutschland, Jungholz funktionieren muss.

00:08:45: Und das war schon eine große Herausforderung für alle Seiten und da bin ich auch sehr dankbar, dass man da ganz, ganz tolle Ansprechpartner auf beiden Seiten kommt.

00:08:52: Ja, vor allem Corona hat es irgendwo doch noch im Hinterkopf diese Isolationen, die ja jeder Einzelne irgendwo erfahren hat und dann quasi als Ort wirklich abgeschnitten von der Außenwelt.

00:09:04: Mehr oder minder mit denen.

00:09:05: Als

00:09:06: Anekdote hierzu vielleicht bis ganz kurz.

00:09:08: Ich war bei Mountainbikern und smallruft mir unser Netzbetreiber an und sagt, er braucht irgendeine Sondergenehmigung von mir, dass er reinkommt, weil die Grenzen werden dicht gemacht und ich so Grenzen werden dicht gemacht.

00:09:18: Dann bin ich ja erst einmal heimgefahren und hab mal Nachrichten gekocht, weil Unterwegs auch hier natürlich keine Nachrichten nicht.

00:09:25: Ja, und dann hat man die Grenzen dicht gemacht.

00:09:28: Ja, wir haben uns geeinigt, dass wir nicht alle Grenzen dicht machen können, weil sonst wären wir verhungert da oben.

00:09:33: Weil wir natürlich keinen Laden nicht vor Ort haben.

00:09:36: Unser Arbeitsleben, unser Einkaufsleben findet einfach im Allgäu statt.

00:09:41: Wenn man in Jungholz aufwächst oder aufgewachsen ist, gehört Skifahren einfach,

00:09:46: ja das

00:09:46: kann man eigentlich, liegt auf dem Gehen.

00:09:49: Das liegt im Digene mit drinnen.

00:09:50: Ja, mein Papa war staatlich geprüfter Ski-Lehrer.

00:09:52: Ich hatte zwei Minuten an den Hang, also wir haben das schon sehr genutzt und geliebt.

00:09:57: Sie sind ja auch irgendwie Ski-Lehrerin oder können das zumindest den Kleineren bei dir?

00:10:02: Wie viel Paar Ski haben Sie daheim?

00:10:04: Momentan sind es vier.

00:10:06: Momentan können wir nirgendwo zumindest ja so auch im Umkreis von zwanzig Kilometer umkämmten, nicht wirklich Skifahren.

00:10:13: In Jungholz geht es nicht, die haben es ja gesagt, voll Konrad, aber leicht gezuckert ist es noch, Skifahren.

00:10:20: Ganz kurz gestriffen Skifahren ist ja momentan in Jungholz nicht möglich, aber vielleicht nur irgendwie so den Daumen nach oben oder nach unten ist irgendwo so ein Licht am Ende des Tunnels

00:10:30: absehbar.

00:10:31: Dann haben wir das Thema auch.

00:10:32: Also wie gesagt, wir haben laufende Verhandlungen, wir haben da vereinbart, dass wir keine Statement dazu abgeben in der Zeit.

00:10:39: Aber ich habe an Funken Hoffnung und den lasse ich mir nicht nehmen.

00:10:41: Genau, die Hoffnung stirbt zuletzt.

00:10:44: Was passiert momentan bei Ihnen

00:10:46: im Ort?

00:10:46: Natürlich ist jeder so in der Vorweihnachtsfreude.

00:10:50: Er Advent lässt sich wahrscheinlich mit blinkenden Lichtern bei Ihnen besonders schön genießen.

00:10:55: Also bei uns war ein wunderschöner Weihnachtsmarkt jetzt am einundzwanzigsten, zwanzigsten November.

00:11:00: Das war wirklich ganz, ganz toll organisiert.

00:11:02: Haben die Kräuterfreunde Jungholz organisiert und derzeit haben zwei Damen aus dem Ort.

00:11:08: einen lebenden Adventskalender organisiert.

00:11:10: Das ist jetzt zum zweite Mal.

00:11:11: Das heißt, jeden Abend öffnet sich an einem anderen Haus ein Fensterchen, wo dann wirklich schön beleuchtet das Fenster da ist, schön geschmückt das Fenster und an dem ein oder anderen Haus gibt es dann auch noch ein kleines warmes Getränk, um die Herzen ein bisschen zu erwärmen.

00:11:25: Also da wird jeden Tag auch ein Türchen, ein Fensterchen irgendwie ein Haus mehr oder minder geöffnet, um sich diese Weihnachtszeit zu verkürzen.

00:11:34: Wie ist es so bei Ihnen?

00:11:35: Sind Sie auch schon im Weihnachtsstress?

00:11:37: Oder sagen Sie, na das perlt an mir ab.

00:11:41: Ich habe alle meine Geschenke schon, die Plätzchen, Dosen sind gefüllt.

00:11:45: Ich weiß, was ich an Weihnachten kochen werde.

00:11:48: Oder sagen Sie, ich habe noch ganz viel zu erledigen.

00:11:51: Das Christkind hat gut vorgearbeitet.

00:11:53: Backentuch, meine Mama und meine Schwiegermama, die machen das perfekt.

00:11:56: Da brauche ich nicht backen, weil ich so gut kann ich das nicht.

00:11:59: Kochen weiß ich mittlerweile, was ich tue.

00:12:02: Mach ich auch ganz gerne und am ersten Weihnachtsfeiertag kommt immer die ganze Familie zu uns zum Essen, da wird es schön.

00:12:09: Ja und der vorweihnachtliche Stress befindet sich eigentlich eher im Amt, weil da ein Termin den anderen jagt.

00:12:15: Ja, das kann ich mir vorstellen.

00:12:17: Da noch eine Adventsfeier oder da hat der Verein noch irgendwie die Jahresabschlussversammlung oder was sind da gerade so Termine?

00:12:23: Das sind

00:12:23: eher so die Voranschläge, die noch alle zu beschließen sind in den ganzen Planungsverbänden drinnen, dann die eigenen Gemeinderatssachen, die noch zu erledigen sind vor Weihnachten.

00:12:32: Ja, aber langsam wird es ruhiger noch.

00:12:35: Also diese Woche war nochmal heftig und nächste Woche wird es dann ein bisschen ruhiger.

00:12:39: Dann stimmen wir uns auf Weihnachten

00:12:42: ein.

00:12:42: Plätzchenbacken ist jetzt nicht so ihr Ding, hat sie gesagt, aber welches mögen sie denn ganz besonders Garnaschen?

00:12:48: Haben sie da Lieblingsplätzchen?

00:12:50: Ach,

00:12:50: ich es eigentlich fast alles solange.

00:12:53: Solange kein Zitronat und kein Orangschat drinnen ist, esse ich eigentlich alles.

00:12:58: Also Süßigkeiten ist so mein Hauptnahrungsmittel.

00:13:00: Darf meine Tochter jetzt nicht hören.

00:13:02: Nee, hat sie auch nicht gehört.

00:13:03: So Christstollen, das ist so gar nicht meins mit den Rosinen drin.

00:13:07: Das gibt es, also Rosinen gehen, aber Orangschat und Zitronat sollte nicht drinnen sein.

00:13:12: Wie ist

00:13:12: denn das jetzt eigentlich mit dem Dialekt bei Ihnen?

00:13:14: Jetzt sind Sie ja da umgeben vom Allgäu.

00:13:17: Ist da ein bisschen so der Allgäuersleng schon hinter die österreichischen Grenzen gekommen?

00:13:22: weil so mit den Native-Speakers, also mit den Tirolern an sich klar, man muss immer runter und rüber und ist dann in Reute oder auch in Innsbruck, man ist ja da auch so autark in Sachen sprechen.

00:13:36: Ja, wir sind ein bisschen anders wie die anderen, also wir reden, wie der Allgäuer eben auch redet, also wir haben sehr stark den Einschlag aus Wertach dann auch mitbekommen.

00:13:45: Aber sie verstanden mich drin dann schon mittlerweile, also und wenn nicht, dann fange ich an Hochdeutsch zu sprechen, das funktioniert

00:13:51: dann auch noch.

00:13:53: Jetzt sehen wir exakt so einen hohen Ausländeranteil.

00:13:56: Ist der Eda wahrscheinlich auf Hochdeutsch?

00:13:59: Ja, die meisten sind oder sind viel allgeier um mit dabei.

00:14:03: Ja, das war's ganz gut bei uns.

00:14:05: Jetzt haben wir den Wintersport.

00:14:06: Jungholz ist auch so meine erste Verknüpfung im Kopf gewesen.

00:14:09: Ja, da war ich das letzte Mal beim Skifahren.

00:14:12: Aber nicht nur Skifahren ist sportlich was, was man da gut ausüben kann, auch die Zweiräder.

00:14:20: Kann man gut nutzen bei Ihnen auf dem Asphalt wie auf draußenem Gelände.

00:14:26: Also wir haben gute Möglichkeiten, sind ein guter Ausgangspunkt für Mountainbike-Touren, für Rennrad-Touren, der Nachteil ist, man muss halt am Schluss immer wieder den Berg hoch.

00:14:34: Das habe ich mir dann manchmal, warum habe ich am Berg gebaut, weil wenn du am Anfang der Saison stehst und die Kondition noch nicht so darstanden, ist das manchmal schon etwas bitter, wenn du den letzten Buckel auch noch nehmen musst.

00:14:45: Ist aber auch ein ganz tolles Wandergebiet.

00:14:48: Wir haben wirklich vielseitige Möglichkeiten, haben im Sommer kleine Schwimmbad zu bieten.

00:14:53: An tollen Spielplatz haben wir Tatam-Bahnen da.

00:14:56: Also wirklich.

00:14:57: Wir sind ein guter Ausgangspunkt und eine schöne Art.

00:15:00: Jetzt wissen Sie es ja auch, in Deutschland sind die Kommunalwahlen im März, im Jahr ist es ein bisschen anders.

00:15:07: Natürlich strukturiert es so, wie es in Österreich Gang und Gebe ist.

00:15:11: Sie sitzen nur ein bisschen auf dem Bürgermeisterstuhl.

00:15:15: Ich

00:15:15: darf noch zwei Jahre auf dem Bürgermeisterstuhl sitzen.

00:15:19: Ja, wir haben im Februar wieder neue Wahlen.

00:15:22: Und dann wird man sehen, was kommt.

00:15:24: Was ist so jetzt vielleicht auch projektmäßig was, was auch im nächsten Jahr für Sie so ein bisschen im Mittelpunkt vielleicht das Ortes aussteht, weil das Jahr v.a.

00:15:35: ist ja jetzt endlich, jetzt können wir so langsam die Tage dann auch bis Silvester runterzählen.

00:15:41: Ich habe jetzt gerade meinen Seniorennachmittag vorbereitet.

00:15:43: Das war schon wieder ein sehr ereignisreiches Jahr, weil ich mache immer so eine kleine Präsentation dazu.

00:15:47: Und ich habe natürlich auch für meinen Gemeinderat überlegt, was wollen wir nächstes Jahr so machen?

00:15:50: Ich gebe zu meiner letzten Sitzung dieses Jahres vor.

00:15:55: Wir werden touristisch gesehen ein paar Kugelbahnen im Ort oben mitinstallieren, dass da einfach das Angebot noch ein bisschen besser wird.

00:16:02: Wir haben natürlich immer wieder Wanderwege, die zu sanieren sind.

00:16:05: Das sind halt so diese laufenden Dinge, wo dann auch kommen.

00:16:08: Ja, und ihr wünscht mir einfach.

00:16:10: Ein gutes, gesundes, erfolgreiches neues Jahr für uns alle.

00:16:15: Mit mehr Höhen wie mit Tiefen.

00:16:19: Ja, das kann jeder brauchen, dass man auch positiv wirklich ins nächste Jahr guckt, ein bisschen vielleicht auf den anderen nur mehr guckt, denn nur miteinander können wir ja schön unfreundlich und positiv ins neue Jahr laufen und auch, wie soll ich sagen, das Ganze anerpacken.

00:16:37: Es ist ja bei Ihnen nur zwei Jahre dann hin, aber sind Sie dann schon so, dass Sie sagen, okay, ich hätte nochmals Bock

00:16:43: drauf?

00:16:44: Oder

00:16:45: haben Sie dann, ja, okay, über zehn Jahre waren es da?

00:16:49: Ja, langt mir.

00:16:50: Ich habe noch andere Interessen oder sehe mir Eingangsau gesagt.

00:16:54: die

00:16:55: bürokratischen Mühlen malen langsamer oder als man manchmal selber glaubt und das eine oder andere Projekt, das ich ja mal angeschubst habe, ich möchte das schon erleben, bis vielleicht auch in die Umsetzung kommt.

00:17:08: Ja, das ist noch ein weiter Weg bis dahin.

00:17:10: Da kann noch ganz, ganz viel passieren.

00:17:12: Ist natürlich immer ein Stück weit Abhängigkeit von der ganzen Familie, weil Ohne Familie im Hintergrund hätte die das so nicht meistern können.

00:17:19: Gerade mit einem kleinen Kind ist das eine Riesen-Herausforderung.

00:17:22: Ich war damals die erste Bürgermeisterin in Tirol, die schwanger war.

00:17:25: Die wussten gleich, wie sie mit mir umgehen sollen.

00:17:27: Weil Elternzeit und so weiter gibt es in dem Sinne dann nicht.

00:17:33: Das möchte ich mir einfach noch offen halten.

00:17:34: Da kann ich noch keine abschließende Aussage dazu

00:17:37: treffen.

00:17:37: Ja, ist ja auch noch ein Stückchen dahin.

00:17:39: Aber durch das Projekt in der Umsetzung, also politische Projekte oder Sachen, die man anschubst, Es dauert einfach Jahre und so.

00:17:47: Als Bürger denkt man sich manchmal, hey, warum geht das jetzt schneller?

00:17:51: Aber wenn man so diese einzelnen Stationen dann, wenn man aktiv drinsteckt in der Materie mitbekommt, dann sieht man tatsächlich manchmal erst nach fünf Jahren irgendwas, wo man irgendwo mal den Samen in die Erde gestreut hat.

00:18:05: Wie gesagt, ich bin jetzt kein Mensch, der daran hängt, dass man sagt, das hat Bürgermeisterin Conrad gemacht

00:18:10: oder

00:18:10: Bürgermeister XY, sondern mir geht es eher darum, dass das was ist, wo dann die Menschen davon profitieren im Ort.

00:18:19: Was mir wichtig ist, dass sich einfach junge Menschen engagieren und sich einbringen, weil das ist die Zukunft, weil ich sage, ich bin jetzt ja auch schon über fünfzig mittlerweile.

00:18:30: Sie haben es gesagt, ja, je bergeierter Dach gefragt.

00:18:35: Ich höre jetzt dann auch schon zur älteren Generation, weil im Durchschnitt sind wir so um die Achtundvierzig Jahre alt in Jungholz.

00:18:41: Aber es ist ganz, ganz wichtig, dass die Jungen ihre Impulse mit einbringen und da ein breites Feld kommt.

00:18:47: Also nur dieses Miteinander von Jung und Alt und das funktioniert in Jungholz meistens ganz gut, bringt eigentlich Erfolg.

00:18:55: Wird dieses miteinander?

00:18:56: Und wenn diese mehrere Generationen in den Prozessen eigentlich schon mit drin sind, dann läuft es eigentlich irgendwann einmal rund.

00:19:06: Also auch Nachwuchs in Sachen Lokalpolitik jederzeit und gerne, oder?

00:19:10: Jederzeit

00:19:10: willkommen, wobei wir natürlich noch eine kleine Herausforderung haben.

00:19:13: Es kann nur ein österreichischer Staatsbürgermeister, Vizebürgermeister und Gemeindeverstand werden.

00:19:18: Und da kämpfen wir gerade ein bisschen an der Front, dass sich das vielleicht auch verändert.

00:19:23: Mir ist eigentlich die Staatsbürgerschaft egal, solange sich die Menschen einbringen und im Ort mit tun, ist die Staatsbürgerschaft total egal.

00:19:31: So wie Arnold Schwarzenegger, der konnte, glaube ich, nur maximal Gouverneur werden, weil eben nicht in Amerika geboren ist.

00:19:37: Gut, die haben ja noch ein bisschen andere Regelungen.

00:19:42: Jetzt sind sie ja Tirolerinnen, gibt es irgendwo zu Weihnachten so eine Tiroler-Spezialität, wo man sagt, da, das gibt es nur in Tirol.

00:19:52: So

00:19:52: Weihnachten?

00:19:53: Also ich bin jetzt auch gerade noch so am überlegen.

00:19:55: Es gibt auch nicht

00:19:57: die... Ja!

00:19:58: Ich bin eher in der italienischen Küche

00:19:59: unterwegs.

00:20:00: Ja,

00:20:00: ja.

00:20:03: Die haben im Endeffekt die gleichen Sachen wie die Allgeier.

00:20:05: Die liefern KS-Sparzern, die liefern Krautsparzern, die lieben Krautstrudel, diese ganzen Dinge.

00:20:11: Also alles was mit Strudelsparzern zum Duo hat, liebt auch der Tiroler.

00:20:15: Ja, ja,

00:20:15: da kulinarisch.

00:20:18: Sehr ähnlich

00:20:19: aufgestellt.

00:20:20: Auch vom Typ Mensch sind wir sehr ähnlich aufgestellt.

00:20:23: Ja, deswegen verstehen wir uns auch alles so gut miteinander.

00:20:26: Das sage ich ganz lieben Dank, Frau Konrad, dass Sie da waren, uns ein bisschen einen Einblick gegeben haben hinter

00:20:32: das Ortsschild,

00:20:33: hinter die Landesgrenze der Österreich und rein zu Ihnen nach Jungholz.

00:20:38: Alles Gute.

00:20:39: Danke schön und alles Gute für euch und danke für die Einladung.

00:20:42: Sehr gerne.

00:20:43: gesund

00:20:44: und vital

00:20:45: durch den Tag.

00:20:46: Der Allgeuchtet-Kaffee-Clutch wurde euch präsentiert von der Bahnhof-Apotheke und dem Naturkostladen Pur Natur im Herzen von Kempten.

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