Die Bedeutung der Mundart – Ein Dialekt-Gespräch mit Max Adolf
Shownotes
In dieser Folge begrüßen wir Max Adolf, Autor aus Sonthofen, der in seinen Texten mit viel Gespür für Sprache und Humor arbeitet. Gemeinsam sprechen wir über die Rolle des Dialekts – beim Schreiben, im Alltag und im Kopf.
Max erzählt, warum Mundart für ihn mehr ist als ein Stilmittel, wie Dialekt Figuren lebendiger macht, welche Missverständnisse er liebt (oder fürchtet) und weshalb Heimatklang oft mehr Wahrheit transportiert als perfekt gesetztes Hochdeutsch.
Freu dich auf ein inspirierendes Gespräch über Sprachgefühl, Identität und kreatives Schreiben – ein Muss für alle, die Dialekt sprechen, mögen oder literarisch nutzen wollen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Gesund und vital durch den Tag.
00:00:02: Der Allgäuchelt-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke Kempten
00:00:07: und Purnatur,
00:00:08: weil Gesundheit
00:00:09: bei der
00:00:09: Ernährung beginnt.
00:00:11: Heute ist mein Gast Max Adolf.
00:00:13: Schön, dass du da bist.
00:00:14: Wir haben uns auf ein Dugel einigt.
00:00:16: Grüß die Marien.
00:00:17: Grüß die Max von der Bezeichnung her.
00:00:20: Wie darf ich die denn vorstellen?
00:00:21: Oder machst du das selber?
00:00:23: Du hast ja so eine ganze Kategorien-Sammlung.
00:00:26: Über dir?
00:00:26: Du bist aus Sonthof, normaler Oberallgäuer.
00:00:28: Ich komme von Sonthof.
00:00:30: Also Bergkopf, der ist ein größter Flüter näher von Sonthof.
00:00:34: Ja, und ich bin halt ein Bühnenmensch, die viel auf der Bühne unterwegs sind.
00:00:38: Mittlerweile so, ich glaube, das wäre jetzt ca.
00:00:41: der Jahre, ich kann es gar nicht genau sagen, ich muss nachschauen.
00:00:45: Hast du das mal dokumentiert?
00:00:47: Ja,
00:00:47: ja.
00:00:49: Du bist Kabarettist, Mundart-Kabarettist, Mundart-Liebhaber, einfach irgendwo auf.
00:00:57: Ja, ich
00:00:59: hoffe, dass ich da dazugehe.
00:01:04: Ja, ich mag der Dialekt.
00:01:05: Ich habe mich auch nie verbogen während meiner Zeit, wo ich bei der Bundeswehr gearbeitet habe.
00:01:11: Ich habe sogar einmal einen großen Feststakt im Dialekt moderiert.
00:01:14: Ja.
00:01:15: Das geht alles.
00:01:17: Wobei man sagen muss, dass ich schon schaue, dass es keine Geheimsprache wird, sondern ich mich schon das Leib verstand.
00:01:24: Und ich kam mir dann auch hinterher.
00:01:27: Aber das Erkläre, viele Worte kann man auch erklären.
00:01:30: Und da guckt man gut ins Gespräch.
00:01:31: Ich hab schon mal mit dem ganzen Tisch als Post-Pfrieser, wenn mir ein Riesen-Gaudi geht.
00:01:36: Ich freue mich auf die Stunde.
00:01:38: Schön, dass du da bist.
00:01:38: Haben wir ja schon mitkriegend richtig Oberallgäuer-Bur.
00:01:42: Dialekt habt ihr da heimwahrscheinlich schon immer geschwätzt gehabt?
00:01:44: Ich bin mit dem Dialekt groß geworden.
00:01:47: Was macht Dialekt für dich aus?
00:01:49: Ich bin da dräum, also da brauche ich mich nicht verstellen.
00:01:51: Ja.
00:01:52: Wenn ich hochdeutschredet, wird es schwierig.
00:01:55: Musst du da mehr konzentrieren?
00:01:56: Das ist so
00:01:56: ähnlich wie wenn ich Englisch schwetze.
00:01:59: Ja, ich meine, die erste Sprache, die man spricht, oder die erste Muttersprache, oder das, was man zu Hause spricht, der Dialekt, das ist auch die erste Sprache, die man landet.
00:02:09: Ja klar.
00:02:10: Hochdeich ist die erste Fremdsprache.
00:02:12: Ja,
00:02:12: genau die erste Fremdsprache.
00:02:14: Ich finde die Allekt richtig schön.
00:02:16: Ich habe es sehr ab und an auch schon mal im Kaffeeklatsch gesagt.
00:02:18: Ich bin in Kempten oft wachsen als ein Kemptnerin in deine Augenstädterin, gell?
00:02:23: Nein,
00:02:24: ich bin da nicht rassistisch.
00:02:27: Nee, aber mit relativ wenig Dialekt zu Hause.
00:02:30: Je weiter man rauskommt, umso mehr Dialekt spricht man.
00:02:34: Jetzt haben wir die Gerätsvorhände mal so gefragt, ob es überhaupt ein Lieblingsallgäuer-Wort
00:02:39: eventuell
00:02:40: gibt.
00:02:41: Also wenn es gerade geht von der Bolle Dealer, der Dachboden, ich habe dir auch erklärt, das Gutt von Bollendöhren, also da hat man Flachsambau, da oben hat man die Bolle drückt und darum ist die Bolle Dealer.
00:02:57: Ich habe ja gesagt, das heißt Bolle Dealer, ich habe es ein wenig falsch
00:03:01: gesagt wahrscheinlich.
00:03:03: Je nachdem, aus welcher Ecke für das Allgäu... Jetzt hast du schon gesagt, ihr habt den Dialekt gelebt, also du lebst den Dialekt, du verstellst die da auch gar nicht, auch wo du später dann einmal beruflich unterwegs warst.
00:03:16: und wie ist das dann einmal so kommen, dass du gesagt hast, ah ja, die dritte mal mit dem Gedicht auf, hat das schon als kleiner Bohr vielleicht angefangen beim Niklas?
00:03:26: Ja, das war
00:03:26: auch gut in der Schule.
00:03:27: Ich habe die Texte leider vorgeschmissen.
00:03:30: Die sind irgendwann mal unter die Räder gekommen.
00:03:32: Aber ich hab damals schon Gedichte geschrieben.
00:03:34: Ach,
00:03:34: selber geschrieben.
00:03:35: Ja, ja.
00:03:36: Und wo der andere Schulrat gekommen ist, hab ich Vortrag gemessen.
00:03:41: Und einmal hab ich vom Pfarrer einen Mordsanschiss gekriegt, weil da hab ich dann einen Köcher liert, hab ihn Dialekt umdichtet.
00:03:49: Es ist ein Rose entsprungen, das ist bei mir dann, es ist ein Ross gesprungen.
00:03:54: Und hab mit der Pfarrer vor versammeltem Mannschaft, hat er mich ermahnt, dass ich das ja nicht tun darf.
00:04:00: Eurer Mann.
00:04:01: Aber das war damals schon.
00:04:04: Ich kann mich leider noch mal so richtig an die Texte erinnern.
00:04:07: Wo ist der Kaiser der Mann im Mond?
00:04:10: Also ich muss dazu sagen, ich muss im Hochdeutsch eigentlich... Also ich bin da kein Gegner.
00:04:16: Ich habe immer gern, also das was ich wirklich in der Schule gut kennen habe, Aufsatzschreiber.
00:04:21: Und das auch schon im Hochdeutschreiber.
00:04:23: Und da ist auch mein Liebe eigentlich zum Schreiber dann da drücken.
00:04:26: Und irgendwann habe ich... Angefangen im Dialekt zum Schreiben.
00:04:32: Das hat mir gut gefallen, ich habe aber echt Schisskette.
00:04:34: Sie braucht jemand zum zeigen, weil da habe ich mich, wenn man denkt, ob das etwas ist.
00:04:40: Aber das hat der Leute gleich gut gefallen.
00:04:41: Und das erste Mal, wenn ich auftrete, im damaligen Heimatmuseum in Sonthof.
00:04:46: Das ist jetzt Alpenstadtmuseum.
00:04:47: Genau, nach dem Umbau heißt es so.
00:04:49: Genau.
00:04:50: Und das war damals noch das Altheimathaus.
00:04:52: Das ist ja jetzt ein... Ein Stück praktisch von der Ausstellung, das ist noch genau originaler Alter, da hab ich meinen Arzt da aufgetrickt.
00:04:59: Und wie alt warst du?
00:05:00: Noch klein?
00:05:01: Dreißig?
00:05:02: Nein, nein, nein.
00:05:02: Ach
00:05:02: so, da warst du schon groß.
00:05:03: Da war
00:05:03: ich schon groß.
00:05:06: Und das sonst auch bis ich so mit dem Dichten und Reimen vielleicht angefangen, da hat einer in der Familie einen runden Geburtstag gehabt, da gab es irgendwas, das man oft ist, das so der Einstieg ins Dichten und das Reimen.
00:05:17: Nein, eigentlich gar nicht.
00:05:18: Ich hab einfach Geschichte im Kopf und die hab ich auch aufgeschrieben.
00:05:22: Das war eigentlich so das meiste Herzblut, das heißt das Dorf.
00:05:27: Und das erzählt einfach, wie der Kloymaxel durch Berghof gesprungen ist in der Sechskarriere.
00:05:35: Also das ist ein Rückblick auf das alte Dorf, wobei das alles gar nicht so romantisch sieht.
00:05:41: Ich sage, das Dorf ist heute schön und es war früher schön.
00:05:44: Und wie es früher halt war, das habe ich aufgeschrieben.
00:05:47: Mit den vielen Bauern, die noch da waren, das ist ja heute noch mal so.
00:05:52: Also das sind die Sachen, die haben mich alle bewegt und das wollte ich einfach festhalten und das habe ich dann mit meinen Birchler fertig gebraucht.
00:05:59: Wie viele Birchler sind es insgesamt schon geworden?
00:06:01: Vier.
00:06:02: Aber ich muss dazu sagen, fast alle ausverkauft.
00:06:07: Ich bin auch ganz froh darüber.
00:06:08: Ja.
00:06:09: Also bei mir wird es nicht einmal so sein, dass dann fünfhundert Bircher auf dem Dachboden gefunden werden.
00:06:15: Oder im Keller irgendwo.
00:06:16: Ja oder im Keller, nein.
00:06:17: Also ich habe so gut weggebraucht.
00:06:19: Ja, was Fotos ist, ist Futter.
00:06:21: Ja, das war damals natürlich auch schön mit dem Transprak-Verlag, altosieriert zum Schaffen, den was leider noch mal gibt.
00:06:27: Also
00:06:27: den vermisse ich sehr.
00:06:29: Und ich bin jetzt eigentlich auf der Suche ja auch mal wieder nach einem neuen Verlag.
00:06:33: Die hätte schon wieder ein bisschen Material.
00:06:35: Das, was mir auch schon so gut gefallen hat, wo du eingangs, also ganz eingangs nur zu mir gesagt hast, Murmala.
00:06:42: Murmala,
00:06:42: ja.
00:06:42: Murmala.
00:06:43: Also das kenne ich auch
00:06:44: so,
00:06:44: das Wort, das Murmeltier.
00:06:46: Das Murmeltier, ja.
00:06:48: Da gibt es aber die Variante, die Oberstorfer, die sagen dazu auch Pormente.
00:06:52: Das war, wie du nie gehört haben, bei einem ganzen Leben.
00:06:54: Das ist ja ein Oberstorfer, der leckt für die Pormente.
00:06:58: Aber frag mich da, wo jetzt das abgeht.
00:07:01: Da müssen die selber der Fachmann fragen.
00:07:04: Gibt es also Lieblingsallgäueressen bei dir?
00:07:07: Oder ist du nur Allgäuer?
00:07:08: Ausmannskost?
00:07:09: Nein, aber das schau mal.
00:07:11: Selbstverständlich
00:07:11: keine Spatze, das klärt dir zu.
00:07:14: Ansonsten alles, was die Küche hergeht.
00:07:16: Ja, da
00:07:17: sind wir flexibel.
00:07:20: Jetzt hast du grad gesagt, das waren die auch so schön, so Hochdeutsche ist die erste Fremdsprache, was man ja so liest oder lernt.
00:07:28: Jetzt hast du mit deinem Geschichtler schreiben angefangen.
00:07:31: Vier Birchle sind sehr ausschockt worden.
00:07:33: Und dann hat es dir ja auch mal vor das Publikum so zogen, dass man wirklich sagt, jetzt mache ich so wie ein Heimatabend, ein Mundabend.
00:07:41: Was
00:07:41: passiert da auf der Bühne?
00:07:43: Du liest wahrscheinlich das eine oder andere Geschichte auch oder Gedichte vielleicht auch
00:07:48: aus dem Publikum?
00:07:48: Das ist
00:07:49: auch mein eigener
00:07:50: Text.
00:07:51: Ich grüße Leute mit meinem grüß Gott.
00:07:53: Das ist also richtig knackig im Dialekt.
00:07:56: Und das sind dann auch gleich die ersten Worte, die ich euch dann erkläre, wie zum Beispiel eine Zoinde.
00:08:00: Dann sage ich, eine Zoinde, das ist euer Fach, eine Zoinde ist eine Krette, das weißt du wohl auch jeder.
00:08:04: Aha, ja.
00:08:05: Also das ist ein Weidekorb.
00:08:06: Ein Weidekorb, okay, ja, eine Krette.
00:08:09: Aber
00:08:09: das ist, also Ingolimische die meisten kennen es, aber wenn unsere Gäste da sind, Urlauber, dann erkläre ich das natürlich.
00:08:18: Dann... Gibt es Allgäu-Kabarett?
00:08:20: Also ich habe zwischendurch dann auch alle wieder mal in Sonntag auf die Kommunalpolitik ins Visier genommen, wobei alle sagen muss, ich bin kein politischer Kabarettist.
00:08:32: Also ich will mit den Menschen lachen und nicht über die Menschen.
00:08:35: Das ist schon mal kannte Unterschied.
00:08:38: Das ist so deine Richtlinie.
00:08:41: Und dann erzähle ich vom Dorf, wie ich gerade vorhin schon gesagt
00:08:44: habe,
00:08:45: ich habe ein paar Sachen, die ich über das Familienleben Fragbuchfrag und so Sachen wie Geschichten, die ich mit meinen Kindern verlebt habe.
00:08:53: Ich habe der Tourismus dann.
00:08:56: Ja, der darf nicht fehlen.
00:08:57: Da kann man wahrscheinlich
00:08:58: ganz viel Geschichten beschreiben.
00:08:59: Da habe ich ein
00:09:00: bisschen eine sehr schwungvolle Geschichte.
00:09:04: Ja, die war schon ein bisschen kabarettistisch, dann zugespitztisch.
00:09:07: Ja, das Programm nehme ich immer als Titel AllgäuerInnenansichten.
00:09:16: Und das sind dann wirklich Es sind dann wirklich die Innenansichten, wie es bei uns so läuft, wie es klingt und wie es zugeht.
00:09:26: Wie ist das so?
00:09:26: ein Feedback vielleicht von den Gästen, also die dem Algarischen ja noch nicht so nahe stehen können, wie einer denn hier auf geht?
00:09:33: Also
00:09:33: ich bin bankpositiv, ich habe das also, ich habe es auch immer verlebt, dass wenn er gesagt hat, das mag ich nicht so, aber der hat die Allgäuer grundsätzlich gemägen.
00:09:42: Ich kriege immer eine positive Rückmeldung, immer.
00:09:45: Und wenn ich auch im Unterland auftrete, Also, nachher sagen alle, das ist mal wieder ein urtümlicher Dialekt.
00:09:53: Und wenn ich in Händelange auftrete, dann kann es passieren, dass wir in der Seite du bist, ich bin da.
00:09:59: Das ist ja so das Gemäßigte.
00:10:02: Ja, das ist tatsächlich so.
00:10:03: In welcher Ecke, dass man ist, durchs Berufsleben bist du auch so grundsätzlich mit deinem Dialekt gut vorankommen?
00:10:12: Ja, ich war viel auf Dienstreise, ich war in ganz Deutschland mit meinem Beruf.
00:10:18: Ich hab am Telefon mit ganz Deutschland telefoniert und hab eigentlich immer so, ich sag immer, mein Business-Dialekt.
00:10:25: Also, die kann ich nie ganz verleignen.
00:10:28: Also, Hochdeutschwurz bei mir.
00:10:30: Ja, muss es ja auch sein.
00:10:31: Ich hab da
00:10:31: aber auch gute Erfahrungen gemacht.
00:10:33: Ich hab das sogar einmal aus Aurich, hab ich euch kennengelernt.
00:10:37: Mit dem bin ich dann zusammen Sonntag sogar einmal auf Bühne gegangen, weil der hat das Schleiche mit seinem Dialekt.
00:10:45: Der kann ich gar nicht so machen.
00:10:46: Er hat das gemacht und nachher sind wir im Sonntag und die Jäger können sich dann nicht miteinander auf die Bühne gehen.
00:10:54: Das war richtig cool.
00:10:56: Wie schaut das jetzt so in der Adventszeit aus?
00:11:00: Ist man da eher so vom Feeling oder vielleicht auch vom Feedback von der Leit, ist man da eher bis sie so sensibilisiert auf das Dialekt einmal eine Weihnachtsgeschichte oder die Weihnachtsgeschichte auch im Dialekt?
00:11:11: Ich habe das Büchle geschrieben, sind da Lichter.
00:11:13: Da habe ich viele Gedichte und auch Weihnachtsgeschichte drin.
00:11:17: Und ich war von Firmenkohlet ab und zu.
00:11:23: Ich war jetzt einmal auf der Sonneal bei der Lions wieder, haben wir die Ende Adventsfeier geht.
00:11:30: Und da habe ich vorgelesen.
00:11:32: Und das wird dann immer eine Mischung zwischen meinem Allgäu-Kaubarett und dann einmal wieder Weihnachtsgedichte oder Geschichte.
00:11:40: Und traditionell am zweiten Advent bin ich eingeladen bei der Gebirgsegerkamerad.
00:11:45: Ja, das
00:11:45: war ja jetzt, gell?
00:11:47: Ja, das war jetzt eine wunderschöne Arbeit.
00:11:53: Da, wo der Chef der Saale in Altstädte und der Publikum, wo die Garn herrt und wunderbar.
00:12:03: Das ist dann für mich auch dran.
00:12:05: Max, jetzt muss ich dich ganz kurz fragen.
00:12:07: Klar, du dichtest, du machst Schreimle, Ferrisle.
00:12:10: Wie lange kann man da so sagen?
00:12:12: Pi, mal Daumen.
00:12:13: Wie lange das man da so braucht, bis da... Was scheitst du auf dem Papier dann zum Lesen ist?
00:12:18: Also, so ein Text, der geistert bei mir immer im Kopf umeinander.
00:12:22: Und die kriegt der los los, wenn ich es als Papier bringe.
00:12:26: Wenn er rauskommt auch.
00:12:27: So lesen
00:12:28: sie es ja eigentlich auch auf Kurzgeschichte.
00:12:30: Die sind eigentlich schon fertig in meinem Hirn.
00:12:34: Und dann gibt es so einen Auslöser, wo du sagst, jetzt musst du sprudeln.
00:12:36: Dann
00:12:37: hake ich hier und dann geht es relativ flott.
00:12:40: Und von der Inspiration her ist es auch so, wenn du sagst, ah, du laufst ein bisschen so durch die Gegend, du machst einen Sonntag-Namidag-Spaziergang oder was?
00:12:49: Das ist gar funktionierend, aber wenn du was fertig bringen willst, ist es wie überall ist Arbeit.
00:12:57: Also da musst du dich hierocken und du musst einfach deine Idee suchen.
00:13:02: Das ist nicht immer bloß beim Spaziergang, dass das dir anspringt, sondern du musst schon suchen nach Themen.
00:13:08: Ich sehe, du hast ein Zettel in der Hand.
00:13:10: Das ist eine neue Kreation.
00:13:15: Ein neues Projekt.
00:13:16: Und zwar mache ich im Alpenstadtmuseum in Sonthof, mache Führungen im Dialekt.
00:13:21: Wie cool ist das
00:13:21: denn?
00:13:22: Und da habe ich den Namen gegeben, Museumsreif.
00:13:25: Weil ich festgestellt habe, dass ich selber schon Museumsreif bin.
00:13:28: Nein!
00:13:28: Nein!
00:13:29: Nein!
00:13:33: Die ganzen Werkzeuge, wo ich früher gearbeitet habe, wo ich in einem Museum ausgestellt habe, sind alle schon im Museum.
00:13:38: Ja, aber... Da, wie man denkt, irgendwann ist es sehr im Museumsrecht.
00:13:43: Soll ich sie mal vorlesen?
00:13:44: Ja,
00:13:44: sehr gerne, sehr gerne.
00:13:45: Das
00:13:46: ist mein Opener, wie wir Allgeier sagen, für die Führung im Alpenstabmuseum.
00:13:51: Mit dem Untertitel übrigens, witzig, spritzig, alemanisch.
00:13:55: Das fängt schon gut
00:13:57: an.
00:13:57: Das gefällt
00:13:57: mir.
00:13:58: Das ist bei mir immer auch mit Humor verbunden.
00:14:04: Also das Stückchen ist Heimatmuseum.
00:14:08: Es ist alles so vertraut, da kenne ich mich aus.
00:14:10: Keine Wunder, es ist ja Uhr als Bauernhaus.
00:14:13: Es ist noch gar nicht lange her, da bin ich als Junge sehr im Garten, in der Stube oder am Zoll hergesprungen.
00:14:20: Ich bin in Heustock gejuckt, habe dann auch Geißel schnelle lang und öfter poliodile, da haben wir Fenkerlastang.
00:14:26: Mit viel Werkzeug habe ich geschaffen, das wobei heute mal braucht und verstohle es am Schopf, die erster Zigarette geraucht.
00:14:33: Die Kie im Stahl, die habe ich alle mit dem Namen gekannt.
00:14:36: Mit der Kalble bin ich gesprungen, miteinander im Wetter gerannt.
00:14:39: Eiser Klo, das war alllo in Ambräat mit Baden.
00:14:43: Und Kie entbrunzt in der Schiefelgrabening.
00:14:47: Der Mist, der ist auf der Misthüfe gekommen und auf der Arbeit vermied, das war das Hohenzöfer rum.
00:14:52: Es dauert allerdings ein bisschen, bis ich das alles wieder begreife und da merke ich, ich bin ja sehr auch schon Museumsreif.
00:14:59: Das Leben geht so voran und man ist ruckzuck, bevor man sich umdreht, sehr laustellungsstuck.
00:15:08: Das ist ja prima.
00:15:09: Wie kann man so was so auf den Punkt bringen?
00:15:12: Ja, das ist
00:15:13: auf dem Punkt.
00:15:15: Und dann fange ich halt die Führung an.
00:15:19: Führter's House im Dialekt.
00:15:22: Es gibt ein ui-zentralsgedichtes Dorf.
00:15:26: Da erzähle ich die Geschichte, wie ich als Klüner Maxl, durch das Berghof in der Sechzigarriore gesprungen bin.
00:15:34: Da haben wir noch über vierzig Bauern im Dorf gehört.
00:15:36: Das muss man
00:15:37: sich mal vorstellen, ja.
00:15:38: Es
00:15:38: war ein anderer Welt.
00:15:39: Aber ich omrede alle, die sagst, Dorf ist heute schön.
00:15:42: Und das war halt auch früher schön.
00:15:45: Und so wie es früher war, das habe ich halt in meinen Texten festgehalten.
00:15:49: Bist du dann auf einer Landwirtschaft oder auch vom Hof aufgewachsen?
00:15:51: Also ich war zerstört auch Kluihisler.
00:15:55: Also auf einem ganz kleinen, lutschigen Hof.
00:15:58: Da hat Oma die drei Geister gett.
00:16:01: Und dann hat sie meine Mama damals Scheider lang.
00:16:02: Und nachher bin ich zum gräschten Bauern im Dorf gekommen.
00:16:06: Aber vom gräschten Bauern, da reden wir von fünfzehn Stück.
00:16:09: Also das ist heute kein Grasabauern mehr.
00:16:12: Ja, deswegen alle Kuhnamen hast du behalten können,
00:16:16: ne?
00:16:19: Alma
00:16:22: ist so der Kuhdame.
00:16:23: Alma gibt es irgendwo fast in jedem Stall.
00:16:27: Das ist mehr so glaube ich vom Oberbereich herum, aber wir haben auch Alma gehabt.
00:16:30: Ihr habt auch Alma gehabt?
00:16:32: Seit wann machst du die Dialekt-Museumsführungen da in Sonthufen?
00:16:36: Das ist jetzt ganz frisch seit einem halben Jahr.
00:16:39: Die haben ja tollen Umbau, die haben ja wirklich das alte Heimathaus mit integriert quasi in das neue Museum.
00:16:47: Also
00:16:47: das alte Museumshaus, das ist ja ein Exponat, praktisch ein begehbares Exponat sein.
00:16:54: Mir ein begehbarer Kleiderschrank.
00:16:56: Die Altmoment der Krippe ist da mit drin.
00:16:59: Und wir haben ein Hörspiel aufgenommen.
00:17:03: Da bin ich auch mit dabei, da bin ich der Jungbauer.
00:17:07: Das ist ein Dialekthörspiel, das ist praktisch das Gespräch vor Bau der Familie aus vergangenen Zeiten.
00:17:17: Da hat Helmut Roppmeyer mit seiner Familie mitgeschafft.
00:17:22: Und das kann man sich da dann anhören.
00:17:25: Und die macht die Führung an der Klär halt, wie es das Leben da gelaufen ist.
00:17:29: Das Netteste ist, wenn man stammt dann in einer Stube, wo ich Schier mit dem Grinde an der Decke anstoße.
00:17:34: Ja, die Bauern heißen, die waren nieder.
00:17:36: Es
00:17:37: ist
00:17:37: gut, dass ich schon drei Zentimeter kleiner war, bis ich so ein Städt im Ralle an der Gründe schlage.
00:17:43: Welche Bereiche sieht man da, wenn wir gerade mal schnell nur so geistig in diesem Heimatmuseum drin bleiben?
00:17:50: Stube hast du ja schon gesagt, welche Bereiche
00:17:52: sind da ganz schön?
00:17:53: Bei der Hüsstier.
00:17:55: Und nachher ist im Haus gegangen, da ist der Herd mit dem offenen Kämmer.
00:18:02: Reakt ist Stube, links.
00:18:05: Da ist das Hörspiel dann noch, das war früher einmal.
00:18:08: Der Stahl, das ist aber bei der meisten Bauernhäuser so gewäh, weil man hat eigentlich mit der Viecherzeit mal gelebt.
00:18:16: Man hat auch die Wärme von der Viecher aber genutzt, dass die Zimmer über dem Stahl, die es praktisch von der Kier mitgeheizt war.
00:18:24: Ja, ja.
00:18:25: Die erzählt dann alle, ich meine, die hat Viecher im Haus gett.
00:18:30: Es sei einmal ein Urlaubargarst gekommen, also ein Tourist, und hat es gesehen bei einem Bauern, dass da der Geissbock im Schlafzimmer drin ist.
00:18:39: Da sagt er, ja, da ist ja ein Geissbock in ihrem Schlafzimmer.
00:18:42: Dann sagt er der Urlauber, ja und wie ist das dann mit dem Gestank?
00:18:47: Dann hat der Bauer gesagt, daran muss sich das Tier gewöhnen.
00:18:52: Du hast mich ja schon mitgenommen in das Museum und ich finde bei so einem Heimatmuseum gehört es eigentlich auch, dass die Führungen im Dialekt sind.
00:18:59: Da ist ja gleich alles viel anschaulicher, viel lebendiger, aber Jetzt hast du das Dialekt Fersledau mitgebracht.
00:19:08: Du hast eine Birchlein und da können wir nachher noch mal schauen, was so das aktuellste ist.
00:19:13: Und ich sehe da der Eirau-Heimatkalender.
00:19:15: Den kenne ich noch von der Oma.
00:19:17: Ja, also der Heimatkalender, der liegt mir sehr am Herzen und ich bin sehr froh, dass der jetzt weitergeht.
00:19:24: Das war ja auch ein bisschen eine Schwierigkeit.
00:19:26: Das macht das die Firma Schöder.
00:19:28: Die hat den dankenswerter Weise legt den wieder auf und ich bin im Jahr Da bin ich auch wieder mit dem Gedichtler, mit der Geschichte, bin ich wieder mit ihnen.
00:19:39: Und da bin ich einfach immer stolz, wenn ich da mit dabei sei.
00:19:42: Das ist schon etwas ganz Besonderes für
00:19:44: mich.
00:19:44: Ja, überhaupt dieser Kalender, das ist ein Stück Allgäu.
00:19:48: Ich muss es so sagen, ich kenne es von meiner Oma und meine Oma ist jetzt auch schon lang gar nicht mehr da, aber ich kenne das noch als Kind.
00:19:55: Und irgendwo so der Aufbau und Inhalt, der hat sich glaube ich jetzt ganz so viel verändert.
00:20:00: Geschichtler drin.
00:20:01: Es sind Geschichtler drin, es sind Gedichte drin und es sind schöne Ausflugstipps.
00:20:06: Ja.
00:20:07: Also alles, was das Herz begehrt.
00:20:08: Und natürlich der Kalender mit der Mondzeiche, wobei ich da größer Spezialist bin.
00:20:13: Ja.
00:20:14: Also meine Oma schaut da drauf.
00:20:15: Die kennen Sie da hier aus.
00:20:16: Ja,
00:20:16: die kennen Sie.
00:20:16: aber abnehmen der Mund,
00:20:18: Ströchle
00:20:18: zurückschneiden im Herbst und voll nehmen der Mund.
00:20:21: Also zunehmen der Mund, da darf man gar nichts irgendwie, weil da
00:20:24: ist das.
00:20:26: Bei Löwe und Jungfraut Haag, da werden sie lockiger.
00:20:33: Der Dialekt begleitet dich.
00:20:35: Wie schaut es jetzt so aus?
00:20:36: Die nächsten Tage bist du irgendwie bei Adventszeit zur Richtung Weihnachten.
00:20:41: Hast du ja jetzt gerade gesagt, du hast einen zweiten Adventssonntag einen großen Auftritt.
00:20:48: Ich würde heute Abend, um acht Uhr, nach der Erführung, im Alperstadtmuseum.
00:20:53: Bei Einbruch denn?
00:20:54: Dunkelheit, oder da ist es ja eigentlich schon Zapfen, Duschen, Kurren zur Nacht.
00:20:58: Oder vor allem auch Bosch, bin ich gespannt drauf.
00:21:00: Ja.
00:21:01: Und... Ja, hier haben sie das auch.
00:21:04: Ansonsten habe ich jetzt am Advent keinen Auftritt mehr.
00:21:06: Ja.
00:21:07: Ich bin auch ganz froh.
00:21:08: Ja.
00:21:09: Früher ist es dann oft gewesen, dass ich noch fünf, sechs Sachen geteilt habe.
00:21:14: Direkt an Weihnachten.
00:21:15: Oh!
00:21:16: Und... Das... Es ist eigentlich ganz gut, dass es nun mal so ist.
00:21:22: Da bin ich auch ein bisschen sparsam geworden.
00:21:26: Ja, bei der Familie.
00:21:28: Aber du hast jetzt den Kalender, da steht er drauf, das ist nach dem Jahr, das ist endlich, da können wir ja schon bald runterzählen.
00:21:38: Da gibt es aber das eine oder andere Projekt natürlich im neuen Jahr auch schon, wo fix bei dir im Kalender steht.
00:21:44: Also, es ist, ähm, August, glaube ich, ist der Sonntag für Kultursommer.
00:21:49: Da würde ich mit meinem Kabarett, mit meinem Allgäu-Kabarett wieder auftreten.
00:21:54: Und ich bin dabei bei der Oberstarfer Kleinkunst-Tage.
00:21:58: Sind ja auch bekannt.
00:21:59: Ja, ich glaube, September auch von September.
00:22:01: Ja, im Herbst so Richtung Herbst, Gottes.
00:22:04: Das hat mich auch besonders gefreut.
00:22:06: Ja.
00:22:06: Und da mache ich auch, da würde ich mit meinen Allgäuerinnen ansichten.
00:22:10: oder ich da wieder hausieren
00:22:11: gehe.
00:22:12: Wie ist das eigentlich bei euch daheim?
00:22:13: Mit deiner Frau schwätzt ihr auch Dialekt?
00:22:15: Schon, oder?
00:22:17: Eigentlich weniger.
00:22:18: Also, ich schwetsche auch Dialekt hier, aber... Also, sie hat schon... Sie schwetscht schon, Dialekt ist ja auch hier aufgewachsen.
00:22:26: Ja, ja, ja, ja.
00:22:26: Aber natürlich hab ich da schon gebucht, oder?
00:22:34: Ja, natürlich.
00:22:35: Wir grüßen Sie an dieser Stelle.
00:22:37: ganz liebe Grüße über das Radio.
00:22:39: Das ist mir jetzt halt bis gerade mal so eingefallen, ob man dann der Heim auch noch weiter so klar, wenn man da so drin ist in seinem Ding.
00:22:47: Warum soll ich mich verstellen und das anders aussprechen?
00:22:53: Wie schaut's jetzt auch in der Adventszeit aus?
00:22:54: Hast du da Adventsgedichtler noch?
00:22:56: Oder weißt du noch, als kleiner Bohrer hast du bestimmt im Heiligen Niklaus auch irgendwo so ein Zweizeiler aufsagen müssen?
00:23:04: Weil du warst ja ein braver Bohrer, glaube ich.
00:23:06: Ja,
00:23:07: ja.
00:23:08: Die andere sage so,
00:23:12: die andere sage so.
00:23:13: Naja, also... Falls du etwas parat hast, sonst...
00:23:16: Ich halte etwas Parat, ich muss das ein bisschen schauen.
00:23:18: Ja.
00:23:19: Das ist auch schön.
00:23:20: Illustriert deine Bücher.
00:23:21: Malst du es selber oder hast du da noch jemand bei der Hand?
00:23:24: Nein, das war eben damals Prackverlag.
00:23:26: Einen Maderlin-Kett.
00:23:28: Wir waren das.
00:23:30: Weil das ist auch mal ganz nett.
00:23:31: Glaubst du eigentlich?
00:23:32: Das ist auch damals der Umschlag und Illustration.
00:23:35: Der Hans Holzmann hat das gemacht.
00:23:37: Weil das ist auch mal ganz treffend auf diese Illustrationen zu solchen Geschichten oder zu Dialekt
00:23:42: dazu.
00:23:42: Hat der prima gemacht.
00:23:43: Ja.
00:23:44: Ich hab euch stuck.
00:23:46: Bei mir geht's auch all das.
00:23:47: Entschuldigung.
00:23:49: Bei mir wird es halt um die Hoffnung.
00:23:51: Also, Abendszeit ist eine Zeit der Hoffnung.
00:23:53: Und... ...das habe ich so niedergeschrieben.
00:23:55: Soll ich das mal vorlesen?
00:23:56: Ja.
00:23:57: Gerne.
00:23:58: Die Freimiss-Ganziare auf der Zeit, wo es riebig wird und schneit, wo Straße und Gasse erleuchtet sind, wo die Auge glänzen von der Kind, wo ein Stuck himmel, ist er Erde berührt, wo baselige Verheißung spiert.
00:24:10: Wie ein Insel ist der Advent, unerreichbar von deren, wo der Glaubeet kennt.
00:24:14: Denn verborge ich dem ganzen Trubel, da liegt er eigentlich grundfriessende Jubel.
00:24:18: In einem Stahl von einem Engel verkündet, war geboren das himmlische Kind.
00:24:23: Hat Onteris gelebt, hat die frue Botschaft verkündet, hat Fris Glitter und viele Herze entzündet.
00:24:29: Darum gade sie bloß um ein bunter Traum vom Lichterglanz und Weihnachtsbaum.
00:24:33: Der Heiland wird uns geboren, mit man ingen die Verwarrener Welt.
00:24:37: Und Hoffnung, weil ich Hange, wie damals Tierte, auf dem Feld.
00:24:41: Das ist ein ganz schönes Schlusswort.
00:24:43: Jetzt, ich finde mit diesem adventlichen Gedanken, ich sage ganz lieben Dank fürs Dasein.
00:24:49: Alles Gute dir und ich hoffe mir sehen und schwätzen einmal wieder miteinander.
00:24:53: Ich wünsche euch viel Erfolg für die Zukunft.
00:24:56: Tolle Sache Radio Allgäu Het.
00:24:59: Danke schön.
00:25:00: Gute Zeit.
00:25:01: Danke schön.
00:25:02: Und wenn es Christkindler gekommen ist.
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