Sonthofen im Wandel - Wie eine Kleinstadt die Zukunft meistert

Shownotes

In dieser Folge spricht Wirtschaftsförderer Andreas Maier offen darüber, welche Herausforderungen Städte wie Sonthofen aktuell bewegen. Vom Kampf um Fachkräfte über die Belebung der Innenstadt bis hin zur Frage, wie man junge Menschen vor Ort hält – Maier gibt einen ehrlichen und klaren Einblick in die Realität einer modernen Kleinstadt.

Er erzählt, welche Strategien die Stadt verfolgt, wo es schon Erfolge gibt und an welchen Stellschrauben noch gedreht werden muss, um Sonthofen zukunftsfähig zu machen. Eine spannende Perspektive für alle, die wissen wollen, wie regionale Entwicklung wirklich funktioniert – nah dran, verständlich und ohne Schönfärberei.

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00:00:02: Gesund und vital durch

00:00:03: den Tag.

00:00:04: Der Allgäuchelt-Kaffee-Clutch

00:00:05: wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke Kempten und Pur Natur, weil Gesundheit

00:00:11: bei der Ernährung beginnt.

00:00:13: Heute begrüße ich den Wirtschaftsförderer der Stadt Sondhofen Andreas Mayer.

00:00:19: Schön, dass Sie da sind.

00:00:20: Hallo, herzlich willkommen bei mir.

00:00:22: Guten Morgen, danke für die Einladung.

00:00:24: Kann man in zwei Wörtern beschreiben, was ein Wirtschaftsförderer einer Kommune

00:00:29: tut?

00:00:30: Fast unmöglich in zwei Worten, aber ein Wirtschaftsförderer bei der Stadt oder der Kommune ist der zentrale Ansprechpartner, um es kurz zu fassen für die Gewerbetreibenden am Standort.

00:00:44: Wirtschaftsförderer und Wirtschaftsreferent, das beinhaltet irgendwo den gleichen Aufgabenbereich, ist aber von der Herkunft her, wie ich oft Diesen Posten dann kam bzw.

00:00:55: an diesen Schreibtisch in der Stadt Sonthofen ganz unterschiedlicher Natur.

00:01:00: Vielleicht mal ganz kurz zur Erklärung.

00:01:02: Unterschied Wirtschaftsförderer einer Stadt und der Wirtschaftsreferent.

00:01:08: Ja, guten Morgen, noch mal Marion von meiner Seite.

00:01:11: Ja, es gibt in größeren Kommunen da meistens so eine kleine Faustregel, zwar nirgends niedergeschrieben.

00:01:18: Aber ein Referent, ein Wirtschaftsreferent ist meistens gewählt aus dem Stadtrat raus, der ist dann gewählt des Stadtratsmitglied, macht es dann hauptberuflich oder ist ein Referent aus dem Stadtrat raus nebenzu, ein Wirtschaftsreferent wie bei uns jetzt in Sonthofen, das ist ein Stadtratsmitglied und für die Wirtschaft zuständig und ein Wirtschaftsförderer ist direkt bei der Kommune beschäftigt oder angestellt und macht es dann den ganzen Tag hauptberuflich, genau.

00:01:47: Nochmals, du bist zuständig für Gewerbe im Allgemeinen.

00:01:52: Richtig, ich bin zuständig bei der Stadt Sonntofen für Sage und Schreibe und man denkt es fast nie.

00:01:59: Fast zweieinhalb Tausend Gewerbe-Unternehmen, die das haupt- oder nebenberuflich angemeldet haben.

00:02:05: Und da bin ich in der Stadt Sonntofen, der zentrale Ansprechpartner.

00:02:08: Das heißt, wenn denen irgendwas unter den Nägel brennt, egal was, egal in welche Richtung, ganz genau.

00:02:14: dann dürfen sie meine Nummerwählen oder bei mir vorbeikommen und ich kümmere mich da normales weitere.

00:02:19: Was sind denn da so die häufigsten Anfragen?

00:02:22: oder in welchem Bereich kontaktiert man dich oder connectet dich am meisten?

00:02:28: So wie mein ganzes Aufgabengebiet eigentlich total breit gefächert, also das geht los, wenn ein Mitarbeiter ganz dringend braucht und auch will und eine Wohnung auf die Schnelle herbringen muss.

00:02:41: dass sie den von außerhalb irgendwie akquirieren können und geht dann weiter über Gewerbeflächen, Expansionsbedarf.

00:02:51: Also wirklich, da ist komplett breiter Fächer, alles was ein Unternehmer oder eine Unternehmerin beschäftigt, schlägt dabei mir auf.

00:03:00: Das heißt zum Beispiel, wenn es irgendwie einen Lehrstand gibt in der Innenstadt, ich habe jetzt eine unfassbar coole Idee, dann gehe ich auch oder melde mich dann in erster Linie mal bei der Stadt und sag, wer das was, würde das überhaupt in das Innenstadtkonzept passen?

00:03:16: Richtig, genau, kommt auch vor.

00:03:20: Dieser zentrale Ansprechpartner ist ja nur eine Funktion, du hast gerade richtig angesprochen.

00:03:25: Innenstadtmanagement, Citymanagement, Leerstandsmanagement, Infrastruktur, Breitband, ganz wichtig, das schlägt alles beim Wirtschaftsförder auf, Stadtmarketing und klar, eine Seite Leerstandsmanagement oder eben Flächenvermittlung, also wenn einer Fläche braucht, weil er was Neues machen will, gründen will, aber auch diese erste Beratung, hey, hat das in Sonntofen vielleicht Zukunft, was ich da machen will, haben wir das schon, fehlt das.

00:03:52: Wir bieten da auch zusammen mit den Aktivsenionen eine Sprechtage an, die das dann unternehmerisch, betriebswirtschaftlich vielleicht noch ein bisschen schärfer oder besser einordnen können wie ich an und beraten den dann auf dem ersten Weg zur Gründung hin, vermitteln da vielleicht auch eine Fläche, wenn er die schon braucht.

00:04:08: am Anfang und nächster Schritt dann zum Beispiel, wo auch noch über uns geht, ist dann gibt es da irgendwie Fördermittel für solche Geschichten, für Gründungen oder Ausgründungen oder Ähnliches.

00:04:19: Und ja, genau, das beschreibt es, glaube ich, ganz gut, was ich den ganzen Tag

00:04:23: mache.

00:04:23: Du wirst irgendwie, ja, man für alle Fälle.

00:04:26: Man für alle Fälle oder der vom Dienst sagen, man sagen,

00:04:29: ja.

00:04:29: Nein, man für alle Fälle hört sich viel positiver an, aber das Spektrum, das Aufgabengebiet, das ist ja unfassbar breit gefächert.

00:04:38: Das geht ja tatsächlich von A bis Z.

00:04:40: Ihr richtig?

00:04:41: Also ich bin tatsächlich Verwaltungsbeamter, aber eben dann nicht der klassische Verwaltungsbeamte, der Stur am Gesetz arbeitet oder an Vorschriften.

00:04:50: Das könnt ihr auch nicht.

00:04:52: Deswegen macht mir der Job auch wirklich so richtig viel Spaß.

00:04:54: Also faktisch, du stehst in der Früh auf, gehst ins Büro und weißt wirklich nicht, was dich erwartet.

00:05:00: Total abwechslungsreich, total viel mit Leuten zu tun, total viel mit Unternehmern zu tun und wirklich ein ganz, ganz, ganz breites Spektrum an Aufgaben.

00:05:10: und das ist das herausfordernde, aber auch das, was richtig viel Spaß macht.

00:05:15: Gibt es

00:05:15: da Andreas einen Bereich, wo es so ein bisschen deins ist, wo du sagst, ah ja, dass es so ein bisschen man steckend fährt, leben in der Innenstadt.

00:05:24: Es muss lebendig

00:05:26: sein.

00:05:27: Ja, da sprichst du tatsächlich jetzt auch genau den Punkt an, der nicht nur die Stadt Sonntofen, sondern auch mich persönlich, ja, seit Corona eigentlich total beschäftigt.

00:05:38: Das ist tatsächlich Innenstadt, die Entwicklung der Innenstädte generell.

00:05:44: Ich bin im BCSD Landesverband Bayern auch stellvertretender Landesprecher, die sich genau mit dem Stadtmarketing und City Management Thema befassen.

00:05:54: Uns in Sonthofen war vor Corona schon bewusst, dass sich Innenstädte verändern, dass die im Wandel sind.

00:06:00: Corona hat das dann...

00:06:01: Ein bisschen noch beschleunig.

00:06:02: War so ein Praktisch beschleuniger für...

00:06:05: Wollt genau dieses Wort jetzt auch benutzen.

00:06:07: Genau, richtig.

00:06:08: Schau, das Zusammenspiel passt da vor rein.

00:06:10: Ja, voll.

00:06:11: Und wir haben uns dann auch während Corona ziemlich schnell auf einen Weg gemacht, einen Innenstadtprozess, der dann in einem Schluss endlich in einem Masterplan gemündet ist, den der Stadtrat beschlossen hat.

00:06:24: Und dieses Thema Innenstadt-Entwicklung, Veranstaltungen in der Innenstadt, Frequenzen in der Innenstadt, auch Messen, Zahlen, Daten, Fakten vorzulegen, wie entwickelt sich unsere Stadt, Lehrstandsmanagement, Gründungsberatungen im Einzelhandel, die fast gegen Null gehen aktuell, das ist schade.

00:06:43: und generell Entwicklung von Einzelhandlung und Gastronomie in der Stadt, in der Innenstadt, im Zentrum, in der Fußgängerzone.

00:06:50: Das ist so ein Thema, das mir wirklich gerade besonders am Herzen liegt, aber auch vielleicht den meisten Raum einnimmt im Arbeitsalltag.

00:06:59: Absolut.

00:07:00: Wie steht da Sonntofen im Vergleich zu gleich großen Städten, also von der Einwohnerzahl?

00:07:05: Sonst ist es ja unfair, wenn man das jetzt vielleicht doch mit Kämpfen vergleicht oder auch mit Kaufboren so von der Einwohnerzahl her.

00:07:13: Wie liegt der Sonthofen noch relativ gut, weil doch eher ländlicher Raum auch drumrum, wie positioniert sich da vielleicht in so einem Ranking auch Sonthofen?

00:07:24: Ja, total richtig, gesagt von dir, du kannst es nicht vergleichen, keine Stadt mit der anderen gibt überall verschiedene Rahmenbedingungen, Gegebenheiten.

00:07:34: Wie in Sonthofen.

00:07:35: für unsere Stadtgröße sind, glaube ich, was in Stadtentwicklung Frequenzen angeht, noch ganz gut dabei.

00:07:43: Also da schaut es in Deutschland teilweise in Städten unsere Größe oder unsere Größenordnung wirklich schlimm aus, wenn man da mal in Norden geht oder Nordrhein-Westfalen da so Städte anschaut, wie leer die Innen mittlerweile geworden sind.

00:07:58: Da geht es uns noch gut, aber da muss man auch ehrlich sein.

00:08:02: Da trägt der Tourismus einfach auch ganz viel dazu bei.

00:08:04: Ja, halt überhaupt das Allgäu als Tourismusregion.

00:08:07: Ganz genau,

00:08:08: richtig.

00:08:09: Und das war dem einen oder anderen vor Corona nicht so bewusst.

00:08:12: Da haben wir eher geschimpft auf die Touristen und zu viel und auch über Tourism und und und.

00:08:17: Und die gleichen Stimmen haben dann während Corona gesagt, oh, wir sind doch vom Tourismus ein Stück weit abhängig.

00:08:24: Da hat man dann erst sehen, was eigentlich an Leuten fehlt bei uns im Allgäu oder speziell im südlichen Oberallgäu, was Sonntofen angeht.

00:08:31: Deswegen, also, Tourismus sorgt noch für eine gute Frequenz in unseren Innenstädten oder in unsere Innenstadt in Sonntofen.

00:08:38: Und wir haben in Sonntofen noch das höre Glück, dass wir einen ganz guten Branchenmix haben und diesen Branchenmix auch noch sehr, sehr gut aufgeteilt, was eigentlich auch untypisch ist zwischen Vertikalen, also Filialisten und Inhaber geführten.

00:08:53: Das heißt, wenn du in Sonntofen bist, ich sage immer, mit Augen verbunden und dann ausgesetzt wirst, die Augenklappe runtergenommen wird, dann weißt du, dass du in Sonntofen bist, du erkennst es schon noch an den Geschäften.

00:09:07: in vielen größeren Städten ist einfach so, die schauen mittlerweile alle gleich

00:09:10: aus.

00:09:11: Die gleichen Shops, große Ketten oder von Ketten, die irgendwo überall ist.

00:09:16: Und jede Innenstadt hat ein gleiches Aussehen und Individualität ist ja eigentlich gefragt.

00:09:24: Woher kommt es, dass die Innenstädte so zu leiden haben?

00:09:28: Ist das auch irgendwie, wenn man in die Vergangenheit blickt, diese Ansiedlung von Gewerbe- und Industriegebieten eben dann in Kombination mit Centern mit Discountern, wo anderes platziert worden ist, weil alles Schnelllebiger.

00:09:41: Ich bin im Auto unterwegs, kann bis vor die Türe parken.

00:09:44: Ist das auch so ein bisschen, wo Einkaufen an die Stadt- und Ortsgrenzen

00:09:48: mal

00:09:49: verlagert worden

00:09:51: ist?

00:09:52: Ja, es ist so ein Mix, glaube ich, aus ganz vielen Geschichten.

00:09:56: Das erste, was du gerade erwähnt hast, dass man in der Vergangenheit schon relativ viel Einzelhandel, großflächigen Einzelhandel Einfach auf die grüne Wiese gesetzt hat, dann die Stadtrenner.

00:10:06: Klar, bequem, viel Fläche, Parken vor der Tür.

00:10:10: Der Mensch ist in der Hinsicht total bequem.

00:10:14: Ich

00:10:15: merke es an mir auch, ich fasse mich auch an die eigene Nase.

00:10:18: Ganz genau, so ist es.

00:10:20: Jeder sich selber mal ein bisschen reflektieren ist bei jedem so.

00:10:23: Am liebsten mit dem Auto noch in Laden reinfahren.

00:10:26: Das wäre das Beste und ja nicht ein paar Schritte laufen.

00:10:30: Klar, das ist der eine Punkt, ist natürlich, oder sorgt für Frequenzverlust nach außen an die Stadtränder und auch Kaufkraft raus aus der Innenstadt, aus Fußgängerzonen.

00:10:39: Dann natürlich das Schnelliebige, wie auch gerade von dir erwähnt, diese Themen mit Onlinebestellung klar, schnell.

00:10:49: Problemlos meistens auch und dann wird alles in zwei, drei, vier Größen bestellt und die anderen drei, die ich nicht brauche, wird dann halt kostenfrei zurückgeschickt.

00:10:57: Das ist das zweite Thema, wo einfach im Einzelhandel wirklich viel Kaufkraft auch wegnimmt.

00:11:05: Und dann das Thema halt die Krisen der letzten Jahre.

00:11:07: Mir sind ja seit gefühlt fünf Jahren in Dauerkrisen, Corona, wirtschaftspolitisch, nahe Osten.

00:11:15: Energie, Krise, bedingt durch den Angriffskrieg, der Russen, Inflation und so weiter und so fort, die Leute halten einfach ihr Geld zurzeit zusammen, kaum mehr Lust oder spontan Käufe, nur noch im örtlichen Einzelhandel einkaufen, was dringend nötig ist.

00:11:33: Und das alles setzt dem Einzelhandel oder den Innenstädten, muss ich ja schon sagen, ist ja kein Sonntofenproblem, sondern haben ja alles gleiche.

00:11:43: Das setzt den Händlern und Gastronomen auf, vor allem besonders zu, muss man sagen.

00:11:58: Welches ist denn der Bereich, der am meisten Steigbügelhilfe braucht?

00:12:05: Ja,

00:12:05: aktuell ist es schon das Leerstandsmanagement.

00:12:10: Die Einzelhandelsflächen werden weniger.

00:12:12: Das ist ja deutschlandweit ein Trend.

00:12:15: Die werden zum großen Teil auch von der Gastronomie übernommen.

00:12:19: und den Leerstand der A&B-Lagen zu verhindern, zu kaschieren, nachzubelegen.

00:12:27: Das ist schon eine riesen Aufgabe aktuell und auch in Zukunft.

00:12:31: Also da wird keine Auskommen, keine Stadt.

00:12:34: Was wär's so der Worst Case?

00:12:37: Wenn sich jetzt nicht irgendwie was machen ließe, der Worst Case wäre eine Tote Innenstadt.

00:12:46: Worst Case ist richtig, wäre Tote Innenstadt, Tote Innenstadt Tee.

00:12:51: Wir haben vorhin mal kurz darüber gesprochen, wir beide.

00:12:54: eine Innenstadt hat auch eine soziale Aufgabe, sozialer Treffpunkt.

00:12:58: Und wenn ich nicht mehr in die Innenstadt gehe oder keinen Grund habe mehr in die Innenstadt zum gehen, dann geht auch ganz viel von der Stadtgesellschaft verloren.

00:13:06: Total.

00:13:07: Und absolut schlimmster Fall wäre natürlich, wenn die Innenstadt irgendwann als Treffpunkt, als Begegnungszone, als Treffpunkt einfach für jung und alt, alle Bevölkerungsschichten, alle Altersgruppen, wenn das irgendwann mal wegfällt, wenn da drin dann auch kein Handel, keine Gastrum mehr stattfindet und ausstirbt, dann haben wir wirklich, glaube ich, alle ein großes Problem.

00:13:34: Deswegen gibt es solche Positionen auch in den Kommunen wie deine Position.

00:13:40: Manches lässt sich ja erst peu à peu oder über mehrere Jahre entwickeln.

00:13:46: Zum Beispiel, wenn es darum geht, umbauten, aufhübschen, faceliften.

00:13:51: Das geht natürlich nicht so wie bei uns Frauen, ein bisschen ruch auf die Wangen und wir schauen fresh aus.

00:13:57: Nein, eine Innenstadt aufzuhübschen, zu faceliften, brauchst gute Konzepte.

00:14:03: Das Ganze dauert natürlich eine Zeit, bis ich dann auch den positiven Effekt sehe und bemerke.

00:14:12: Richtig, du musst dir ja Gedanken machen in Prozessen.

00:14:17: Du musst alle Beteiligten, alle Akteure von Innenstädten ja mit an Tisch holen, die ihre Ideen damit einbringen.

00:14:26: Du brauchst einen klaren Plan, was du machen willst.

00:14:29: Das braucht Zeit, das ist klar.

00:14:32: Die Zeit ist aber, glaube ich, gut investiert und die sollte Studie auch nehmen.

00:14:35: Dann geht es weiter.

00:14:36: Klar, es ist in den Innenstädten einfach auch viel baulich zu tun.

00:14:41: Und da ist jetzt der Klimawandel ja nicht von der Hand zu weisen.

00:14:45: Ich sage immer ganz schnippisch, wir haben jetzt fünfzig Jahre ... Unsere Innenstädte zugepflasht, dazu betoniert, die nächsten Fünfzeig reißen wir wieder alles raus.

00:14:54: Das ist manchmal auch in anderen Bereichen so.

00:14:58: Richtig, das

00:14:59: ist für mich Fakt.

00:15:00: Da muss wieder mehr Grün, mehr Blau rein.

00:15:03: Es werden mehr Bäume, mehr Pflanzen benötigt, auch Schattenspender oder ums Klima in den heißen Innenstädten zu verändern.

00:15:11: Und sobald du halt in bauliche Themen gehst, in Förderthemen, Und das ist immer halt beim großen Problem, dass Deutschland vielleicht auch ein Stück weit lehmt gerade.

00:15:21: Das ist diese überbordende Bürokratie, also so einen Förderantrag zu einem Umbau auf den Weg zu bringen, mit Planung, mit Planungsleistungen, mit Antragstellung, mit Bescheidkriegen, Ausschreibung, an Fristen halten, unonont.

00:15:37: Da ist euer Generation durch.

00:15:39: Da vergehen, wenn es blöd läuft, Jahre.

00:15:41: Und im Endeffekt willst du bloß in Anführungszeichen dein Pflaster in der Fußgängerzone austauschen

00:15:47: und

00:15:47: den Leuten was Gutes tun.

00:15:49: Das ist dann manchmal schon zäh, muss man sagen.

00:15:53: Jetzt hat die Stadt Sondhofen natürlich auch vor etlichen Jahren schon erkannt, hey, wir müssen was tun, wir krempeln die Ärmel hoch, wir wollen uns schön machen für natürlich, für die Einheimischen.

00:16:04: Die Bürger, die wohnen natürlich hübsch machen auch für das ganz viele von externen kommen, Masterplan.

00:16:10: Das ist ja vorhin zwischen uns zwei beiden auch schon mal gefallen.

00:16:13: Es gibt den sogenannten Masterplan, der sich an der ein oder anderen Ecke in Sondhofen natürlich

00:16:19: auch schon erkennen lässt.

00:16:21: Genau, wir wollten vor Corona schon starten, waren drauf und dran, es war eigentlich alles fix und fertig, einen Beirat oder einen Innenstadtbeirat zu gründen, der genau diese Thematiken in der Innenstadt angeht.

00:16:34: Dann kam Corona alles auf Null gestellt, mit Lockdowns und und und.

00:16:39: Und klar, dann sind die Förderprogramme aus dem Boden geschossen auf Landesbundes EU-Ebene.

00:16:46: Gott sei Dank war dann die Erarbeitung von so einem Masterplan auf Förderfähig, haben uns dann auf den Weg gemacht, ausgeschrieben, unter einer ganz, ganz breiten Öffentlichkeitsbeteiligung, sei es Bürger, Bürgerinnen, Touristen, Gäste, aber auch Einzelhändler, Gastronomen, Immobilien-Eigentümer.

00:17:06: Tische irgendwo geholt?

00:17:08: Alles

00:17:08: dabei mit Online-Tool.

00:17:10: Was ist in unserer Stadt zu verändern?

00:17:12: Was könnt ihr euch vorstellen?

00:17:13: Was ist gut, was ist schlecht?

00:17:15: Was sind eure Place to Bees?

00:17:16: Was sind eure Plätze, wo er gar nicht hingeht?

00:17:19: Warum?

00:17:20: Wir haben Stadtspaziergänge gemacht mit der Thematik.

00:17:23: Die

00:17:23: Vorortgeschichte ist immer gut, dass mit eigenen Augen dann sehen, oh, da ist dunkel oder das ist eingewachsen oder da fehlt irgendwie ein bisschen was.

00:17:32: Ganz genau.

00:17:32: Und da bist du dann einfach vielleicht auch ein Stück weit betriebsblind, wenn du das den ganzen Tag machst.

00:17:38: Die Leute draußen, die Innenstadtbesucher, die Innenstadtnutzer, die Akteure vor Ort, die Einzelhändler, die müssen dir der Rückmeldung geben, weil die kriegen sie jeden Tag auf, aufs Tablett serviert, was nicht passt, was gut ist aber auch vielleicht.

00:17:51: Warum kommen zu wenig Familie mit Kindern rein?

00:17:54: Und das wird alles in so einem Öffentlichkeitsprozess dann niedergeschrieben.

00:17:59: Das war auch gut so.

00:18:01: Und anhand dieser ganzen Rückmeldungen, die wir dann im gesamten Prozess über acht Monate gesammelt haben, ist dann Gott sei Dank der Masterplan entstanden, den der Stadtrat dann im Januar XXIII auch beschlossen hat.

00:18:12: Da sind Maßnahmen niedergeschrieben, was wir kurz und mittelfristig die nächsten Ja, bis fünf bis zehn Jahre abarbeiten wollen.

00:18:21: Genau, bis heute stand relativ viel städtebaulich angefangen von der Beleuchtung in der ganzen Stadt.

00:18:30: Wir hatten, glaube ich, in der Fußgängerzone keine Ahnung, sechs, sieben, acht verschiedene Leuchten.

00:18:35: Ja, das schaut nicht

00:18:36: so schön, ein bisschen homogen soll es sein.

00:18:38: Da waren verschiedene

00:18:39: Leuchtmittel drin.

00:18:41: Wir haben Teile gar nicht beleuchtet, zu wenig beleuchtet, manche waren überbeleuchtet.

00:18:46: Wir haben für zusätzliche Stadtmöblierung sorgt.

00:18:49: Wir haben Plätze in der Innenstadt umgebaut.

00:18:53: Wir haben Aufenthaltszonen konsumfrei auch ganz wichtig geschaffen für die Bevölkerung.

00:18:58: Wir haben einen temporären innerstädtischen Spielplatz mitten in der Fußgängerzone geschaffen, dass auch Familien und Kinder da vielleicht mal wieder mehr Grund haben, die Innenstadt zu besuchen.

00:19:09: Genau und aufgrund dieses Masterplans gibt es jedes Jahr für das Folgejahr ein erarbeiteten Maßnahmenplan, ein Arbeitsprogramm und das setzen wir stringent um.

00:19:21: Ergebnis davon kann man glaube ich schon ein bisschen ableiten.

00:19:25: Wir machen dann natürlich dann aber auch jährlich die Frequenzmessungen.

00:19:29: Aber da seid ihr ziemlich aktiv, also ihr wollt das und ihr bleibt da auch stetig dran und habt verschiedene Punkte, einmal fixiert, Startrad und so weiter.

00:19:38: Die Schiene ist da, ihr setzt jetzt viele bunte Vagons auf diese Schiene.

00:19:42: Was ist bis dato gemacht worden?

00:19:44: Vielleicht jemand, der sagt, hey, okay, das hört sich ja interessant an.

00:19:48: Und nach Sonthofen gehe ich auch mal

00:19:49: shoppen.

00:19:50: Das ist natürlich auch das Eintreten in die Fußgängerzone.

00:19:54: Es ist ja freundlich, es ist offen.

00:19:58: gar nicht schäbig

00:19:59: mehr.

00:20:01: Das ist der Ziel, das Ziel gewesen.

00:20:02: Genau, das höhere Ziel, klar.

00:20:04: Und da geht es mit ganz einfachen Maßnahmen los.

00:20:06: Wie ist jetzt die Möglichkeit?

00:20:08: Oder wir haben mit unserem Bau zusammen ein spezielles Bepflanzungskonzept für Frühjahr und Sommer erarbeitet, dass einfach, wenn du eintrittst, wie du gerade richtig gesagt hast, das einfach eine total freundliche, wohlfühle Atmosphäre bietet für den Besucher.

00:20:25: Wir haben der Außengastronomie erlaubt oder genehmigt, dass sie ihre Außenflächen einfach auch vergrößert, dass da mehr Sitzmöglichkeiten für die Besucher, für die Gäste besteht.

00:20:40: Genau, also ganz viele optische Dinge, ganz viele bauliche Dinge.

00:20:44: und ja, wie gesagt, vorhin die Frequenzmessungen zeigen, dass wir da wirklich erfolgreich sind.

00:20:49: Bundesweit haben zwanzig, vierundzwanzig, glaube ich, die Innenstädte in Frequenz plus von eins, fünf Prozent gehabt.

00:20:56: Zum Vorjahr, dreiundzwanzig, wir in Sonthofen haben ein Plus von sieben Prozent.

00:20:59: Das ist wahnsinnig gut, überdurchschnittlich.

00:21:02: Und ich glaube, dass Teile unseres Masterplans oder Teile der Maßnahmen, die wir ergriffen haben, da auch mit Einfließen und Neurolic spielt haben, dass wir noch unter ganz ordentlichen Frequenzen bestehen können.

00:21:16: Es gibt dieses Starterlabor zusammen mit der Stadt Innenstadt.

00:21:20: Da war eine Kooperation und keine Konkurrenz da.

00:21:23: Und in Summe bringt die Kooperation

00:21:26: mehr.

00:21:27: Ja, richtig.

00:21:27: Also, ich bin ja auch schon länger dabei, jetzt seit deiner Zeit bei der Stadt.

00:21:32: Und du kriegst halt immer wieder mit, wie unter den Kommunen selber dieses Konkurrenzdenken vorhersteh, wo dich bei manchen Projekten aber auch ein Stück weit gelähmt hat.

00:21:45: Und da bin ich froh, dass dann auch wieder über ein Förderprogramm vom Freistaat, vom Bayerischen Wirtschaftsministerium die Städte im Stadt und Sonntofen gemeinsam mit dem Landkreis, der auch unterstützt hat.

00:21:57: Und unter Federführung, das war ganz wichtig, der beiden Wirtschaftsweinigungen, also der attraktiven oder Wirtschaftsweinigung attraktives Sonntofen e.V.

00:22:06: und dem Innenstädter Pandor Impuls, dass die sich gefunden haben, dass die mit diesem Projekt-Starter-Labor zusammengearbeitet haben, alle Konkurrenz mal über Bord geworfen haben, gemeinsam was angepackt haben.

00:22:18: versucht haben, Fachkräfte hierher zu bringen für Unternehmen aus beiden Kommunen, probiert haben, Leerstände in beiden Kommunen zu belegen mit Leuten, die sich hier niederlassen wollen, mit Gästen, die das Allgäu ist, Oberallgäu, Sonntofen und Innenstadt vielleicht schön finden und sich hier niederlassen wollen, was gründen wollen.

00:22:37: Und ich glaube, dass das ein ganz, ganz guter Anfang war, weil über kurz oder lang wir interkomponal meiner Meinung nach denken müssen und nicht

00:22:44: mehr

00:22:46: nur am eigenen Kürtturm es denken aufhören sollte.

00:22:49: Ja, nicht nur das eigene Schnitzel immer auf dem Teller sehen, sondern vielleicht auch beim Nachbar rein gucken.

00:22:55: Dieses Starterlabor war jetzt erst einmal auch zeitlich befristet.

00:22:59: Das war ein Pilotprojekt.

00:23:03: T-Sync vielleicht auf etwas längerfristiges?

00:23:07: Wie ist die Bilanz nach dieser Phase, nach dieser ja erstmal

00:23:12: Testphase?

00:23:13: Ja, es waren jetzt zwei Jahre, das erste Jahr gefördert durch, wie gesagt, das Bayerische Wirtschaftsministerium, die Städte im Stadt- und Sonntofen gemeinsam mit dem Landkreis.

00:23:23: haben dann entschieden, dass man es im zweiten Jahr fortführt, weil es schon auch marketingmäßig in ganz Deutschland eben sichtbar war.

00:23:32: Das war gut.

00:23:34: Wir haben da schon auch Nachfolgebelegungen von Lehrständen in beiden Städten hinbekommen.

00:23:40: Wir haben wahnsinnig viele Bewerbungen von Fachkräften aus ganz Deutschland bekommen, die ihren Lebensmittelpunkt ins Oberallgäu nach Sonntofen und Innenstadt verlegen wollen.

00:23:50: Haben die an die Unternehmen weitervermittelt eine genaue Zahl, wie viel da passiert ist, kriegst du nicht, hat natürlich dann aber auch Deutschland wieder Datenschutzkonform natürlich Keine Rückmeldung zu erfolgen und so weiter, aber da waren schon wahnsinnig viele Bewerbungen davon, die hier herkommen wollen.

00:24:11: Projekt ist jetzt der neunter, ausgelaufen.

00:24:14: Es findet eine Abschlussbesprechung sogar.

00:24:17: Ja, zeitnah nächste Woche, Mittwoch statt.

00:24:19: Und dann wird man sehen, wie diese Kooperation weiterlaufen kann.

00:24:24: Nettes Beiwerk.

00:24:26: Sonntofen hat einen digitalen Einkaufsgutschein.

00:24:29: Schon seit Jahren in Zuge dieses Starterlabors, in Zuge dieser Zusammenarbeit, will im Stadt das auch machen.

00:24:36: Da gibt es Ansätze zur Kooperation, dass man vielleicht sogar für das gemeinsame Oberzentrum im Stadt Sonthofen einen gemeinsam in Einkaufsgutschein entwickelten Digitalen, dass der Kunde dann entscheidet, hey, kauf ihn Sonthofen, kauf ihn im Stadt ein.

00:24:49: und ich glaube, dass das mehr Synergien bringt, wie Konkurrenzen nach sich

00:24:53: zieht.

00:24:54: Und wenn man auf einer gewissen Art und Weise kooperiert oder in einer Ebene, kann auch jeder Ort oder jeder Stadtkern, jedes Zentrum, seine Individualität behalten.

00:25:06: Und die Individualität ist dann quasi meine Visitenkarte nach draußen auch.

00:25:12: Diese Unterschiedlichkeit, nicht diese genormten Shops, die ich auch in Hamburg irgendwo finde, meine Jean-Starkhauf, sondern so ein bisschen zurück zur Individualität.

00:25:22: Aber trotzdem nicht in Konkurrenz irgendwie im näheren Umfeld zu der Nachbarkommunen.

00:25:27: Genau, das ist das Thema hier bei uns im Allgäu, im Oberallgäu speziell.

00:25:32: Wir sind nicht so wie andere Großstädte.

00:25:35: Wir schauen nicht gleich aus.

00:25:36: Wir haben eine andere Mentalität.

00:25:38: Wir sind einfach Mechler, wie man immer so schön sagt.

00:25:41: Ja, die Töchtler und Mechler.

00:25:43: Genau, noch ganz, ganz viel inhabergeführten Einzelhandel in unseren Städten.

00:25:47: Das gilt zu erhalten und da ist einfach die Wiese wie überall gemeinsam, ist da, glaube ich, einfach mehr möglich, wenn jeder einfach allein vor sich

00:25:56: hinwurschtelt.

00:25:57: Danke für den Besuch bei uns, toi toi toi, alles Gute für eine lebendige und sexy Innenstadt von Sondhofen.

00:26:04: Vielen Dank für die Einladung und danke fürs wirklich nette Gespräch.

00:26:08: Bitte

00:26:20: schön.

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