Im Kaffeeklatsch auf Verbrecherjagd - Kripo Kempten zu Gast bei AllgäuHIT
Shownotes
Beim AllgäuHIT-Kaffeeklatsch wurde es dieses Mal spannend: Die beiden Ermittler der Kriminalpolizei Kempten, KHK Jürgen Gokorsch und KHK Jürgen Zöllinger, gaben einen seltenen Einblick in ihre tägliche Arbeit. Zwischen Cappuccino und Studiogespräch erzählten sie, wie moderne Kriminalistik heute funktioniert, wie wichtig Teamarbeit ist – und weshalb der Job trotz belastender Einsätze für beide noch immer eine echte Berufung bleibt.
Mit viel Erfahrung, Gelassenheit und einem feinen Gespür für Menschen sprachen die Kriminalhauptkommissare über aktuelle Herausforderungen in der Region, Präventionsarbeit und darüber, welche Mythen über Polizeiarbeit schlicht nicht stimmen. Ein Gespräch, das zeigt: Hinter jeder Ermittlung stehen echte Menschen – mit Leidenschaft, Verantwortung und einem klaren Ziel: Sicherheit für das Allgäu.
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00:00:01: Gesund und vital durch den Tag.
00:00:03: Der Allgäuelt-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der
00:00:06: Bahnhofapotheke Kempten
00:00:08: und Pur Natur,
00:00:09: weil Gesundheit bei der
00:00:10: Ernährung beginnt.
00:00:12: Heute habe ich im Studio die Kreeput zu Gast.
00:00:15: Quasi das Studio wird zum effektiven Tatort.
00:00:19: Herzlich willkommen an die beiden Kriminalhauptkommissare, Jürgen Gokorsch und Jürgen Zöllinger.
00:00:25: Schön, dass ihr da seid.
00:00:26: Hallo.
00:00:27: Hallo, grüß Gott.
00:00:28: Mein Name ist Jürgen Gokorsch.
00:00:29: Ich bin ein Fünfzig Jahre alt und ich begleite gleich zwei Aufgabengebiete bei der Kriminalpolizei.
00:00:34: Zum einen bin ich beim Kommissariat elf und zum anderen bin ich kriminalpolizeilicher
00:00:39: Fachberater.
00:00:40: Klingt schon mal sehr
00:00:41: spannend.
00:00:43: Herzliches Guten Morgen von mir, Jürgen Zöllinger.
00:00:46: Hoi, einundfünfzig Jahre.
00:00:47: Bin beim K-I und mit der einen Aufgabe vollständig ausgelastet.
00:00:52: Wir hatten das bei euch zwei Jürgens.
00:00:54: Ich sag das mal ganz salopp, aber ganz liebevoll ausgeschaut.
00:00:58: War der Kriminalhauptkommissar immer das Ziel so vom Berufswunsch der kleinen Jürgens her?
00:01:07: Als kleiner Junge hat man den typischen Berufswunsch Feuerwehr um die
00:01:12: Zeit.
00:01:12: Ja, genau.
00:01:14: Beruflich bei der Feuerwehr in Kempten war ein bisschen schwierig und irgendwann wird sich dann die Polizei rauskristallisiert.
00:01:19: Ich bin dann direkt von der Realschule zur Ausbildung und also tatsächlich lernt der Polizist in Uniform und dann später auf die sogenannte Kommissarschule.
00:01:31: und dass ich dann bei der Kripo gelandet bin, war mehr oder weniger Zufall.
00:01:34: Aber Inzwischen könnt ihr mir nichts anderes mehr vorstellen.
00:01:38: War das dann in der Lehrzeit in Anfangszeichnung die grüne Uniform?
00:01:42: Das war noch die grüne Uniform, die in den siebziger Jahren von Österreich entworfen wurde und wir haben bis zuletzt noch so einen kleinen Rosenermüllschlag getragen.
00:01:54: Was ist bequemer, aber ihr seid ja
00:01:56: immer an der Cover
00:01:57: in Kognito eigentlich unterwegs.
00:01:59: So Uniform ist gar nicht für die Kripo vorgesehen.
00:02:02: Wir haben bei der CRIPO das Privileg, dass wir in eigenen, also zivilen, privaten Klamotten zum Dienst kommen dürfen.
00:02:11: Bei besonderen Anlässen, Randermittlungen oder dergleichen haben wir dann Funktionskleidung, die dann in etwa aussieht wie eine Uniform.
00:02:21: Aber ansonsten dürfen wir tag ein, tag aus mit der privaten Kleidung Dienstverricht.
00:02:27: Wie war es beim anderen Jürgen?
00:02:29: War da der Berufswunsch tatsächlich irgendwas, wo so ein Blaulicht auf dem Auto ist oder
00:02:33: komplett
00:02:33: anders?
00:02:34: Komplett anders tatsächlich.
00:02:36: Also meine beruflichen Wurzeln, die sind bei der Bank, die vollständige Bankausbildung gemacht.
00:02:41: Aber dann habe ich gemerkt, ich bin sehr, sehr neugierig von Hauses veranlagt und mein Wunsch war es immer, anderen Leuten jetzt nicht nur wirtschaftlich zu helfen, sondern auch im sozialen Bereich.
00:02:51: Und dadurch dann habe ich umgeswenkt und dann eben die Ausbildung zum Polizisten begonnen.
00:02:58: Und jetzt da bei der Kriminalpolizei, muss ich sagen, kann man wirklich alle Welten erfüllen, was ich jetzt eben so als Kind auch wollte.
00:03:06: Also Grisou war jetzt nicht der Ursprung, das habe ich zwar früher gerne angeschaut, so vorher wäre man, aber das wollte ich jetzt nie werden.
00:03:12: Apropos Anschauen, ich glaube, das ist ein ganz gutes Stichwort.
00:03:16: Immer Fernsehen gibt es ja eine TV-Serie, je nach, der Nächsten.
00:03:20: Es gibt Ältere, es gibt Ur-Bayerische wie die Rosenheim-Kops, da gibt es den Tatort in verschiedenen Orten und Städten in Deutschland.
00:03:29: Ist da irgendwas annähernd dabei, was der Realität tatsächlich entspricht?
00:03:33: Oder sind das wirklich fiktive Geschichten, die so im Reellenleben gar nicht stattfinden können, eventuell auch?
00:03:41: Reale Geschichten suche ich eigentlich gar nicht so, wenn ich jetzt aus dem Schaure etwas anschaue, sondern mir gefällt es zum Beispiel.
00:03:48: Eberhofer.
00:03:49: Eberhofer, zeig mal, weil ich mag den Dialekt sogar.
00:03:51: Ja,
00:03:51: das ist Kult, der ist Kult.
00:03:53: Aber hat mit der Realität nichts zu tun, oder?
00:03:56: Süß wäre es manchmal.
00:03:58: Wenn es so mit der Realität zu tun hätte, dann könnte man auch mal was auf dem direkten kleinen Weg lösen.
00:04:03: Nein, ich sage mal, nicht immer.
00:04:04: und, wir haben viel mehr Papierkram.
00:04:07: Es gab aber der Leicht, das ist so der Klassiker, der der Satz, der bei jeder Folge der Rosenheim-Kops stattfindet, hat es auch so eine gute Seele wie die Frau Stuckel bei euch in der Abteilung.
00:04:19: Beziehungsweise das müssen wir noch aufschlüsseln.
00:04:22: Ihr seid ja in unterschiedlichen Abteilungen.
00:04:25: K-Elf habe ich jetzt bei dir gehört.
00:04:28: und dann diese Cybergeschichte und K-Eins Jürgen,
00:04:32: das war
00:04:33: bei dir vielleicht.
00:04:35: Ich stelle die Frage nachher nochmals.
00:04:36: Was ist K-I und was ist K-Elf?
00:04:40: Welches K hat die Cybernummer?
00:04:43: K-I heißt offiziell Verletzung höchstpersönlicher Rechtsgüter.
00:04:49: Da geht es um massivste Körperverletzungen, Tötungsdelikte.
00:04:52: Bei uns werden Brände bearbeitet, das zweite fällt der Sexualdelikte bis inklusiv der Kinderpornografie.
00:05:00: Schwerste Umweltsstrafftaten sind bei uns mit Angesiedelt und auch tödliche Betriebsunfälle.
00:05:08: Also alles, was außerhalb vom Straßenverkehr passiert.
00:05:12: Menschenhandel ist auch noch ein kleiner Teil der fachlich mit Zählte.
00:05:17: Das ist ja irgendwie letztendlich die komplette Palette.
00:05:21: Also fast.
00:05:22: Es ist schon ein breites Feld, aber es ist lange nicht die komplette Palette.
00:05:26: Es gibt ja Einbrüche, Betrügereien, Wirtschaftskriminalität, Rauschgift.
00:05:31: Also die Kriminalpolizei ist schon deutlich größer als das K-Ins.
00:05:36: Aber das, was ein Menschenwohl am schwersten persönlich treffen kann, das ist bei uns angesiedelt.
00:05:42: Heißt es auch angesiedelt im K-Elf?
00:05:45: Für was steht K-Elf?
00:05:47: K-Elf, das steht.
00:05:48: Das müssen wir unterteilen.
00:05:49: Zum einen in Cybercrime und zum anderen in die digitale Forensik.
00:05:55: Wenn ich kurz bei den Bereichen...
00:05:56: Ja, sehr gerne.
00:05:57: Ich bin ja weniger als ein
00:06:00: Laie.
00:06:02: Ja, Cybercrime.
00:06:02: Dort werden Delikte bearbeitet, die eben ihren Ursprung in der digitalen Welt haben.
00:06:07: Oder Computer oder Handy.
00:06:12: Die Tatmittel sind, die verwendet wurden.
00:06:15: Und Delikte, die aus diesem Bereich stammen, die haben dann so Namen wie CyberGrooming, CyberMobbing, Cyber... Stalking, Roman Scamming und so weiter, Fishing Camp, man auch.
00:06:28: Ja, das ist so ein Begriff, glaube ich, wo draußen jeder auch mit anfangen kann.
00:06:32: Fishing,
00:06:32: Mädels
00:06:33: und so weiter, was man da bekommt.
00:06:34: Richtig, genau.
00:06:35: Das Ganze wird bearbeitet von sogenannten Cyber Cops.
00:06:38: Das sind IT-Studierte.
00:06:42: Dann haben wir noch den Bereich der digitalen Forensik, digitale Forensik.
00:06:45: Dort werden diese jetzt Beweismittel, was für ein Tatmittel waren, eben ausgelesen und dann dem Sachbearbeiter zum Beispiel, Herr Zellinger, dann vorgelegt, dass der dann eben Raus seine Ermittlungen tätigen kann.
00:06:58: Wie viel Kriminalpolizeidienst stellen wir da so dieses offizielle?
00:07:04: Gibt es in jeder größeren Start oder wirklich nur in angesiedelt irgendwo angedockt bei einem Polizeipräsidium?
00:07:12: Bei unserem Polizeipräsidium haben wir insgesamt drei Kriminalpolizei-Inspektionen.
00:07:18: Die sind verteilt auf Neu-Ulm, Memmingen und Kempten, wobei Kempten die größte Kriminalpolizei-Inspektion ist und auch Fachkommissarierte hat, die in Memmingen oder Neu-Ulm nicht ansässig sind.
00:07:32: Neu-Ulm hat dafür auch eine spezielle Instelle, die wir hier nicht haben.
00:07:35: Aber die Besonderheit zu KPI in Kempten ist auch, dass wir zwei Kriminalpolizei-Staktionen, als wenn wir so welche Satelliten haben, einmal in Lindau und einmal in Kaufbeuern, Also doch eine recht große Fläche ist, die mir abdecken müssen.
00:07:47: Ja, und ganz unterschiedlich.
00:07:49: Jürgen, du bist jetzt jemand, der auch zum Tatort vor Ort ist.
00:07:53: Anderer Jürgen, da bist du gar nicht so der Dängige, den man draußen vor Ort findet.
00:07:59: Weil deine Welt ist tatsächlich, die Arbeitswelt, die ist eine andere.
00:08:05: Und du hast noch einen Bereich dabei, eigentlich in der Vorsorge.
00:08:09: Ja, genau.
00:08:10: Also zur ersten Welt.
00:08:11: tatsächlich ist es so, es schaut fast so aus wie im Studio und zwar viele Monitore.
00:08:16: Und zu mir werden eben diese Beweismittel, wie ich es vorhin gesagt habe, eben gebracht und dort dann ausgelesen.
00:08:22: Der andere Bereich ist völlig
00:08:24: anders.
00:08:25: Und zwar ist das die kriminalpolizeiliche Prävention, also ich bin Kriminalpolizeilicher Fachberater.
00:08:31: Das heißt, wenn ich es kurz erklären darf.
00:08:33: Ja, sehr gerne.
00:08:34: Genau.
00:08:35: Wir gehen zum Beispiel zu Banken, zu Museen, zu Casinos und beraten dort hinsichtlich des Einbruchsschutzes.
00:08:41: Aber liebe Hörer, wir kommen auch ganz zu Ihnen, jetzt mache ich ein bisschen Löhung.
00:08:44: Natürlich.
00:08:45: Genau, wir machen gerne eine Gefahrenanalyse Ihres Wohnobjekts und sagen Ihnen, das ist schon gut, da können wir noch was nachbessern.
00:08:54: Und das machen wir völlig kostenlos.
00:08:57: Das heißt, buchen Sie uns gerne, machen Sie ein Termin mit uns aus und dann kommen wir gerne zu Ihnen nach Hause und schauen, ob einbruchstechnisch alles passt, weil jetzt werden ja die Tage immer schneller, dunkler und demherr.
00:09:09: Und die dunkle Jahreszeit ist ein bisschen die Einbringung.
00:09:11: Ich wusste das tatsächlich auch nicht.
00:09:13: Ich glaube auch, dass wissen viele nicht.
00:09:16: Ich kann zur örtlichen Polizei hingehen und sagen, ich wohne da in einem Wohnen, große Hecken, große Bäume und so weiter.
00:09:24: Wir schauzen da bei mir aus.
00:09:25: Vielleicht bräuchte ich da am Fenster an der Eingangstür, wäre sicherer für mich.
00:09:29: Ich hätte da so ein Gitter oder irgendwie eine Vergitterung vorne dran.
00:09:34: Und ich kann da einfach kommen.
00:09:35: Das ist
00:09:36: interessant.
00:09:38: Also im Neu-Ulmer-Bereich wird es der Herr Schmied, in Memmingen ist es der Herr Spendl, und bei uns sind es der Herr Börzler und eben ich.
00:09:45: Und wir kommen sehr gar nicht zu Ihnen, völlig kostenlos.
00:09:48: Auch sonst, wenn ich das Gefühl habe, ich, ah, ich muss, bin am Heim laufen, vielleicht nach einer Party und ein bisschen wenig Licht an dieser Seite, bisschen, und dann kann ich auch sagen, ich könnte das mal kontrollieren, ob man da irgendwie, keine Ahnung, LED ist.
00:10:01: Das ist sowieso
00:10:02: viel Licht, hilft viel, Täter meiden das Licht und Es gibt auch andere Lösungen, das ersetzt jetzt kein Bodyguard, aber es gibt z.B.
00:10:10: in Bayern die Nora-App, für die möchte ich auch bis Läubung machen.
00:10:13: Also sprich, wir haben ja alles Smartphones und wenn Technik funktioniert, sollen wir sie auch nützen.
00:10:17: Absolut.
00:10:18: Und diese App, dort kann man z.B.
00:10:22: die standortdaten im Handy drin, man zahlt ja jeden Monat seine SIM-Kartengebühren und das bedeutet im Endeffekt, man sieht immer seinen Standort und kann ihn aber auch weiter vermitteln in Form eines stummen Notrufs.
00:10:33: Das heißt, die Streife ist schneller da, der Täter erfährt gar nicht, dass ich die Polizei gerufen habe, wenn es mal so weit wäre.
00:10:38: Ah ja, das ist auch interessant.
00:10:40: Das wissen glaube ich auch nicht viele.
00:10:43: Ist für dich Jürgen die Arbeit bei der KRIPO auch dieses Abwechslungsreiche, weil du in unterschiedlichen Abteilungen bis dieses breite Feld an Aufgaben direkt mit den Menschen zu tun zu haben, dann wieder doch in eine gewisse fiktive Welt ein... zu tauchen und da irgendwas rauszuziehen, weil Betrüger dort unterwegs sind, ist dieses Abwechslungsreiche das, was für dich, für diesen Beruf
00:11:11: spricht?
00:11:11: Tatsächlich ist es so, also die Polizei hat einen bunten Blumenstrauß an Möglichkeiten und man kann tatsächlich Rundeführer werden.
00:11:18: Also ich hätte alles werden können, außer Hubschrauberpilot muss ich ganz ehrlich gestehen, es wäre immer gegangen und da kann ich auch das Werbung für den Beruf machen.
00:11:26: Wichtig.
00:11:26: Und bei dir, Jürgen, ist das auch so, weil du hast ein ganz anderes Aufgabengebiet.
00:11:31: Du bist tatsächlich, ich sage mal, auch so der Kommissar Kluffdinger, der vor Ort an einen Tatort gerufen wird, natürlich anders.
00:11:40: Ja, ich seh mir jetzt eher als Pro Nettie.
00:11:42: Ah, Commissario Pro Nettie, nur wir haben nicht das schöne Venetia um uns herum.
00:11:47: Das schöne Allgäu.
00:11:48: Ja, schon.
00:11:48: Das wunderschöne Allgäu, aber kulinärisch bin ich eher auf der anderen Seite der Alpen zuhause.
00:11:56: Bei uns braucht man mitunter einen sehr guten Magen, ein sehr gutes soziales Umfeld, das einen nach entsprechenden Einsätzen wieder aufwängt.
00:12:06: Aber auch bei uns ist es so, dass man bei entsprechenden Fällen dann die Gewissheit hat, Menschen geholfen zu haben, im Endeffekt auch, wenn der Einsatz an sich, der Anlass noch so bitter und tragisch sein mag.
00:12:21: So kann man da immer noch den Angehörigen oder den Geschädigten und sei es nur, dass man die Tat aufklärt und dann Täter findet und den hinter Schloss und Regel bringt.
00:12:33: Das ist das, was einen tagtäglichen Dienst gehen lässt.
00:12:38: Man ist ja da nie alleine draußen, sage ich jetzt auch mal, etwas Lopper formuliert.
00:12:43: Wenn ich zu einem Tatort komme oder zu einer Situation, wo ich gerufen werde, ist ein ganzes Team mit dabei.
00:12:49: Die Spuse kennt man ja auch aus Film und Serien.
00:12:53: Ist das so, dass da eine ganze Kombo mit vor Ort ist und das erstmal sichert?
00:12:58: Oder wie ist das für dich?
00:13:00: Du kommst hin, dann war die Spuse schon.
00:13:02: Du bist nicht der Erste, der dort ist, oder?
00:13:05: Also die ersten Einsatzkräfte sind im Regelfall die uniformierten Kollegen.
00:13:09: Also das Grundgerüst oder der stabile Unterbau der Polizei ist und bleibt nach wie vor der uniformierte Streifendienst.
00:13:18: Und wenn es eine entsprechende Anlass-Tat ist, kommen wir dann vom K-Eins oder außerhalb unserer Dienstzeiten als quasi Feuerwehr der Kriminalpolizei, der KDD vor Ort und dann relativ zeitnah wir eben vom Fachkommissariat.
00:13:35: Da ist es wichtig, dass man Kollegen um sich hat, auf dem man sich zu hundert Prozent verlassen kann.
00:13:42: Mitunter versteht man sich auch blind.
00:13:45: Und dann eben auch die Fach- und Servicestinstellen, wie die Spurensicherung, die dann mit dazukommt und den Tatort.
00:13:54: Wir reden von Abarbeiten, also die Spuren.
00:13:57: sichert und das dann auch entsprechend dokumentiert und visualisiert, um das später im Gerichtsverfahren oder auch für gute Achterrechtsmedizin und so weiter nachvollziehbar macht.
00:14:08: Wie viele Mitglieder habt ihr in der CRIPO in eurer Abteilung, wenn man das überhaupt zu sagen darf, wie viele People arbeiten dort?
00:14:15: Ja, genau in Zahlen dürfen wir natürlich nicht.
00:14:17: Natürlich nicht, nein.
00:14:19: Aber hier in Kempten in der Höhenbeinstraße ist immer mehrere Dutzend.
00:14:25: Und jetzt im K-I stellen wir in etwa ein Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
00:14:34: Täter ermitteln und auch festnehmen sowie die Opfer schützen und unterstützen und vor allem Straftaten möglichst verhindern.
00:14:42: Ist das so in der langen Überschrift an euer Aufgabengebiet?
00:14:47: Genau so trifft es ziemlich Zu hundert Prozent.
00:14:52: Da haben wir auch Überschneidungen.
00:14:54: Wir haben uns in der Pause ja kurz auch über das Deliktfeld Kinderpornografie unterhalten.
00:15:00: So neben dem, was man so klassisch sich darunter vorstellt, haben wir aber ein Großteil Kinder und Jugendliche, die ihre ersten sexuellen Erfahrungen auch online machen mit dem Handy.
00:15:19: und hier auch miteinander Daten austauschen.
00:15:23: Und nicht selten ist dann nach Trennung das Datenmaterial, also die gesammelten Bilder dann beim Ex-Partner problematisch, weil er sie weiterhin behält oder veröffentlicht oder sie als Mobbing oder Druckmittel dann verwendet.
00:15:41: Und da ist dann eben die Nahtstelle, wo wir beide, also der Vokalschirgen, dann sowohl Wenn ich Sachen sicherstellen muss, mir die aufbereitet, dass ich es dann hinter auswerten kann als auch in der Prävention, also Schuldklassen oder auch bei Elterngesprächen drauf hinweist, wie man das vermeidet.
00:15:59: Aber da kann mein Namensvetter mehr dazu sagen.
00:16:03: Da arbeitet ihr quasi Hand in Hand oder der eine sichert der nächste wertet aus.
00:16:08: Also ihr übergibt quasi so Arbeitsabschnitte euch.
00:16:13: gibt es ihm, um zu sichern, erstellt es mir auf dem Server, dass ich eben kontaktlos zu dem sichergestellten Handy den Dateninhalt auswerten kann.
00:16:20: Das klingt furchtbar langweilig.
00:16:23: Es ist oft auch, weil es unendliche Datenmengen sind und es werden von Jahr zu Jahr mehr.
00:16:27: Aber mit Unterau, spannend grausam, ekelregend, was man da alles an Datenmaterial rauszieht, aber wie gesagt, wichtiger.
00:16:39: ist eben auch, oder sehr wichtig ist eben auch der Part der Prävention, dass es überhaupt nicht passiert ist.
00:16:44: Und das macht der Jürgen ja als gute Standbein.
00:16:49: Genau, während ich ja vorhin von der technischen Prävention erzählt habe, sind wir hier bei der verhaltensorientierten Prävention.
00:16:54: Ja.
00:16:55: Das
00:16:55: bedeutet im Endeffekt, nehmen wir gerade mal, weil wir jetzt im Bereich der Kinder waren, die sogenannte Übergangshandy.
00:17:01: Das würde bedeuten, die Eltern geben ihrem Kind, schenken ihrem Kind ein Handy, für das Erreichen der nächste höheren Schule.
00:17:09: Ja.
00:17:09: Und erst mal ganz glücklich, sprich, man kann den Mathelehrer Schmitz streamen, die große weite Welt des Internets entdecken, dann auch ein Klassenchat.
00:17:17: Aber da lauern eben auch die Gefahren, gemobbt zu werden über dieses, und ich sage es jetzt gerade, wie mein Memminger Kollege oft sagt, über diese Waffe.
00:17:25: Das Handy wird dann zur Waffe.
00:17:27: Oder dort sind eben Bilder, wo die Eltern garantiert nicht wollen, dass diese drauf sind auf
00:17:30: dem Handy.
00:17:31: Und dazu bieten mir eben Vorträge an, um die Eltern für ihren Erziehungsauftrag eben zu unterstützen.
00:17:39: Oder vielleicht auch erst mal anzustoßen, hey, das ist überhaupt möglich oder das kann passieren.
00:17:45: Viele Eltern wissen das möglicherweise gar nicht, also wie man dann auch mit so einer Situation umgeht.
00:17:51: Sperr ich da irgendwas?
00:17:52: Ja, man kann zum Beispiel den FamilyLink anwenden.
00:17:55: Das wäre jetzt eben von Google in dem Fall für Android-Systeme.
00:17:58: Gibt es auch das Pondor dazu eben für IOS.
00:18:01: Und dort kann ich dann schon überwachen im Endeffekt.
00:18:04: Wir wollen das Kind jetzt deswegen trotzdem in den Freiraum lassen.
00:18:07: Nicht tracken.
00:18:09: Nur Tatsache, ja, da hat man zumindest im Griff.
00:18:12: YouTube
00:18:13: darf's anschauen.
00:18:14: Nein, ja.
00:18:15: Dann diese Jets im Endeffekt, dass das Kind nicht alles oder ich krieg's mit.
00:18:19: Was wird da überhaupt gesprochen?
00:18:21: Bleib zum Klassen-Jet.
00:18:22: Und dann eben diese Bilder, die ihr erwähnt habt.
00:18:25: dass man das alles dann überwachen kann.
00:18:27: Das ist sehr, sehr breit gefächert und hat so mit den ersten Ideen, wenn man Kripo hört, man denkt automatisch an Mord und Totschlag und die Spuse mit diesen weißen Overrolls, die Nummern verteilen und irgendwelche Dinge sicherstellen, aber das geht viel tiefer rein.
00:18:47: Das geht viel, viel tiefer rein.
00:18:50: Und der Mord, der klassische Mord, sag ich mal, kommt ja Gott sei Dank nicht so oft bei uns im Allgäu jetzt eher im ländlichen Raum vergleichbar mit München nicht so oft vor, oder, Jürgen?
00:19:04: Ja, das variiert sehr stark.
00:19:05: Also zum Glück nicht so häufig wie in den Großstädten wie München, Frankfurt, Hamburg und so weiter.
00:19:16: unterstellt, aber es bindet natürlich Unmengen an Ressourcen, sowohl technisch als auch vor allem personell.
00:19:25: Wir hatten in den letzten Jahren gerade in Füßen zum Beispiel zwei Tötungsdelikte, wo jeweils Ja, sehr, sehr viel Arbeit in der Folge dann damit verbunden war.
00:19:42: Was uns aber auch viel Arbeit macht, sind versuchte Tötungsdelikte, das muss ja nicht immer
00:19:48: gleich das Schlimmste eintreffen.
00:19:50: Erst
00:19:50: kommen, aber es reicht ja schon, wenn einer versucht den anderen.
00:19:54: sagst du mal so flapsig, um die Ecke zu bringen.
00:19:56: Wir haben die eine oder andere Krimiserie, den Kriminalfilm schon so ein bisschen angerissen.
00:20:02: Es gibt es aber auch Aktenzeichen XY.
00:20:04: Ist das förderlich und zuträglich für eure Arbeit als Kripo Beamte?
00:20:10: Ist es hilfreich, nochmals ältere Fälle im Fernsehen aufrollen zu lassen, um doch eventuell an das Erinnerungsvermögen von potentiellen Zeugen zu kommen?
00:20:21: Das Format von Aktenzeichen XY hatte über Jahrzehnte hinweg schon Tradition und Selberrichtigung und kann durchaus auch in Fällen mit zur Aufklärung helfen.
00:20:30: Es ist natürlich für uns immer das Problem, dass wir idealerweise unverfälschte Zeugenwahrnehmungen wollen.
00:20:37: Und es wäre sicherlich nicht klug, wenn man zum sehr frühen Zeitpunkt XY einbindet und dann mit diesen Bildern, die ausgestrahlt werden, diese Änderungsvermögen irgendwie beeinflussen.
00:20:47: Wenn man aber hier schon alles abgeschöpft hat und ausgewertet hat und das als weitere Möglichkeit oder Hoffnung sieht, noch Zeugen zu gewinnen, eben indem man das Erinnerungsvermögen so möglichst neutral oder schauspielerisch anstößt, dass sich vielleicht noch jemand meldet, dann kann das und hat in der Vergangenheit auch schon zur Aufklärung von Fällen beitragen.
00:21:11: Ist es auch so eine Serie oder Reportage, die ihr privat auch anschauen würdet oder angeschaut habt, sagt ein Zeichen X, Y und sagt der Mensch nie, ich habe an sich vierundzwanzig Stunden mit dieser Thematik zu tun.
00:21:25: Ne, heute gucke ich mir Comedy an.
00:21:29: Ja,
00:21:30: das kann schon immer wieder mal passieren, dass man bei X, Y mit rein schaut, aber ansonsten Ich suche, wenn ich in den Fernseher überhaupt einschalte, eher Zerstreuung und schaue mir auch einen Eberhof oder Hubert mit und ohne Stalle an, weil es so weit weg von der Realität ist.
00:21:46: Das ist einfach herrlich.
00:21:48: Das ist ja klar.
00:21:49: Ihr seid mit diesen harten Fakten tagsüber konfrontiert.
00:21:52: Habt viele schlimme Bilder, die ihr selber ja erst einmal aufverarbeiten müsst.
00:21:57: Gibt es auch Stellen innerhalb der Polizei, wo man sagt, mein Gott, ich bin so gerade Kinderpornografie, wenn ich da dieses Material sichten muss?
00:22:05: Boah, mir platzt ja selber die Birne irgendwann.
00:22:09: Da haben wir auch die Möglichkeit im Austausch.
00:22:13: Das Wichtigste ist der Austausch unter den Kollegen natürlich.
00:22:16: Dann, wie ganz am Anfang, weil ich gemerkt habe, die soziale Umfelden muss passen.
00:22:21: Wenn man Partner zu Hause hat, der ihn stützt und aufhängt, dann ist das weitaus mehr wert als jedes professionelle Gespräch zunächst.
00:22:31: Bis dann eine gewisse Schwelle überschritten wird, dann führt natürlich kein Weg mehr an professionellen Unterstützung vorbei.
00:22:40: Aber so im Großen und Ganzen, ja.
00:22:45: kann jetzt aus meiner Warte sein, funktioniert das ganz gut.
00:22:47: Und dann gibt es ja auch noch Hobbys, die einen ablenken
00:22:51: und eine andere Welt holen.
00:22:52: Was ist dein Hobby?
00:22:53: Muss ich doch gleich nachfragen.
00:22:55: Surfen, Skateboarden, Skifahren, rodeln, Schlitt zu laufen.
00:23:00: Viel Bodenständiger.
00:23:01: Also natürlich geh mit der Familie zusammen gerne in die Belge und bin hier und da auch mal mit dem Fahrrad unterwegs oder geht zum Tauchen.
00:23:11: Aber das zeitlich aufwendigste Hobby ist inzwischen Polinarisch kochen, backen.
00:23:17: Oh, Plätzchen?
00:23:18: Soll das bald?
00:23:20: Ja, das muss ich noch ausprobieren.
00:23:23: Das ist ein Holzbefeuerter Ofen.
00:23:25: Da ist die Temperaturregelung noch nicht ganz so meins.
00:23:28: So ein Plätzchen könnte sein, dass ich dazu viel Poliproduzier.
00:23:33: Schauen wir mal.
00:23:35: Jetzt, der andere Jürgen muss ich noch mal sagen.
00:23:38: Ihr habt zwei komplett unterschiedliche Aufgaben gebetet.
00:23:42: Das ist aber auch das Interessante und spannende an eurem Beruf Prävention.
00:23:48: Es ist ein großer Bereich bei dir.
00:23:51: Und wo es auch darum geht, Fragen zu beantworten von Leuten und darauf hinzuweisen, hey, die Polizei, dein Freund und Helfer, das trifft ja in dem Fall vom Slogan her auf jeden Fall zu.
00:24:03: Dein Freund und
00:24:04: Helfer.
00:24:05: Absolut.
00:24:06: Aber ich muss sagen, nicht nur wir können die Fragen beantworten, manchmal ist es tatsächlich auch der eigene Nachbar.
00:24:12: Weil immer gerade noch mal mein Herzensangelegenheit Einbruchsschutz her, natürlich.
00:24:16: Wir haben diese vier Säulen, das ist zum einen die mechanische Sicherung, wir wollen den Täter gar nicht erst reinkommen lassen.
00:24:21: Wir haben natürlich Alarmanlagen und Videoüberwachung als zweite Säule.
00:24:26: Dritte Säule smart rum, aber die vierte Säule, das ist mir viel wichtiger.
00:24:30: Dass man zum Beispiel miteinander Straßen fest macht, Auch er kann in unserem Bei sein und dann mal über das Thema Sicherheit redet und es muss dann nicht nur ein Bruchschutz sein, das kann dann auch zum Beispiel sein, sollt ein falscher Polizeibeamter bei einer Nachbarin, bei einer älteren Dame von mir aus klingeln, dass man sagt, du, wenn das der Fall ist, ich komme mit dazu, dann sehen wir schon, was dann ist, ob was dran ist an der Sache oder ob es wirklich ein falscher Polizeibeamter ist und wir dann die Polizei rufen.
00:24:56: Sprechen, sprechen, Austausch, Interaktion.
00:24:59: Das ist so, was ich mitnehme, offen nach draußen schauen und euch oder Polizeibeamte oder eure Kollegen einfach ins Tagesgeschäft bei einem im Alltag mehr mit einbinden.
00:25:12: Richtig, genau.
00:25:13: Ja, wie hier, Kommunikation.
00:25:14: Kommunikation.
00:25:16: Herzlichen Dank, Anna, Jürgen Gokorsch und Jürgen Zöllinger, beide Kriminalhauptkommissare bei der CRIPO Campen.
00:25:23: Danke für euren Einblick.
00:25:24: Dankeschön.
00:25:25: Gerne.
00:25:29: Sehr gern.
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