Unter einem Hut: 300 Jahre Kopfbedeckung - im Herzen des Allgäus

Shownotes

Heute entführen wir euch nach Lindenberg im Allgäu, das einstige „Klein-Paris der Hutmode“, und besuchen dort das Deutsches Hutmuseum Lindenberg. Hier wird eine ganz besondere Geschichte erzählt – die Geschichte der Kopfbedeckung, des Handwerks und eines kleinen Ortes mit großer Bedeutung.

Im Museum erwarten euch auf etwa 1.000 m² faszinierende Ausstellungsräume: Drei Themenbereiche – Hutherstellung, Hutmode und Hutstadt – laden gleichermaßen zum Schauen, Ausprobieren und Staunen ein.
deutsches-hutmuseum.de

Besonders spannend: Man kann Hüte tatsächlich aufsetzen, Mitmachstationen entdecken und eintauchen in 300 Jahre Hutgeschichte.

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00:00:02:

00:00:12: Heute heißt das Motto oder es geht wohl und gut behütet durch diesen Kaffeeklatsch.

00:00:18: Heute ist mein Gast Angelika Schreiber, Leiterin vom Hutmuseum und auch vom Stadtarchiv in Lindenberg.

00:00:25: Schön, dass du da bist, Angelika.

00:00:27: Ja, hallo, schönen guten Morgen.

00:00:29: Und wohlbehütet, das habe ich natürlich nicht einfach so rausgehauen, weil es eine Redewendung ist mit Hut.

00:00:35: Du bist wohlbehütet hier bei uns eingetroffen und hast einen smaraktfarbernen Hut auf.

00:00:41: Ja, tatsächlich habe ich das Glück, dass ich in meinem Beruf ganz oft Hüte tragen darf und da ab und zu auch mal zu was Punteren greifen darf.

00:00:49: Und der ist tatsächlich eigentlich aus Kempten von der Kemptner Modistin, der Maritapressel, die zauberhafte Kreationen macht, wie ich finde.

00:00:57: Absolut, also ein handgemachter Hut, ganz individuell ein Unikat.

00:01:02: Ja, tatsächlich aus Hasenfilz, das fühlt sich total weicher.

00:01:06: Wohlbehütet bist du bei uns angekommen, gibt es da eigentlich noch mehr Redewendungen zum und über den Hut?

00:01:12: Ja, den Hut nehmen, den Hut in den Ring werfen, da platzt mir die Hutschuhe.

00:01:17: Ja!

00:01:18: Genau, also wenn einem der Kragen platzt, ein bisschen weiter oben.

00:01:22: Ein finde ich besonders schön, Hut geht vor Haube, das kennen viele nicht mehr.

00:01:27: Das heißt eigentlich, dass der Mann vor der Frau kommt.

00:01:30: Das erzähle ich bei uns immer im Museum, wenn ich vor so einer Männergruppe herlaufe.

00:01:35: Und aus dem Hut zaubern.

00:01:36: Wir zaubern heute so ein bisschen aus dem Hut und blicken in die Geschichte des Deutschen Hutmuseums in Lindenberg.

00:01:42: Unfassbare Tradition, ein unfassbarer Wirtschaftszweig, was auch über viele Jahrzehnte der Fall war.

00:01:49: Aber bevor es in die Analen der hute industriellen Lindenberg geht, mal ganz kurz was zu deiner Person, du bist tatsächlich auch eine gebürtige Lindenbergerin.

00:01:58: Ja, also ich bin im Schatten.

00:02:00: einer Hutfabrik aufgewachsen, wirklich nur über die Straße, da ist jetzt das Museum drin, war dann da siebzehn Jahre, war siebzehn Jahre weg, also nicht in der großen Welt.

00:02:09: bis nach Augsburg habe ich es geschafft und bin dann wieder zurück, weil ich Historikerin war und da dieses Museum aufgebaut werden sollte und ich finde das Allgäu ist der beste Ort mit können dann zum Leben, zum Arbeiten, ist einfach großartig bei uns.

00:02:25: Wir wohnen da, wo andere Leute Urlaub machen.

00:02:27: Man muss es sich immer wieder auch diese Formulierung so tatsächlich ein bisschen auf der Zunge zergehen lassen, wenn man tatsächlich alles vor der Haustür.

00:02:35: Das

00:02:35: stimmt

00:02:36: ja.

00:02:36: Jetzt hast du heute diesen grünen Smarakt, grünen besonderen Hut auf.

00:02:41: War die Hutbegeisterung schon als Teenager da oder bist du natürlich dann von Berufswegen mehr und mehr zum

00:02:49: Hut auch

00:02:49: gekommen oder hast den Hut auch für dich

00:02:51: entdeckt?

00:02:52: Also, tatsächlich habe ich das als junges Mädchen schon so ein bisschen ausgenützt.

00:02:56: Ich habe gerne einen Kappenstil mit so eine Kopftuchphase.

00:03:00: Also, ich habe das schon so ein bisschen gespürt, dass man damit sichtbar wird und das fand ich nicht so schlecht als fünfzehnjährige.

00:03:08: Und vielleicht ist es auch die Lindenberger Geschichte, die da ein bisschen, stich, mich schon beeindruckt hat.

00:03:13: Und dann ist es aber tatsächlich, sag ich mal, mit meinem Beruf.

00:03:17: ganz schön eskaliert.

00:03:19: Also ich würde

00:03:19: mich wirklich

00:03:20: als leidenschaftliche Hutträgerin bezeichnen und habe einfach wahnsinnig viel Anlässe dazu.

00:03:27: und mir macht es aber nach wie vor großen Spaß, Hüte zu sein.

00:03:31: Wohlbehütet zu sein, wie viel Hütte hast du privat?

00:03:36: Hast du dann extra Raum, extra Schrank und extra Keller freigeschaufelt, um dass du die Kreationen unterfliegt?

00:03:42: Ja, also diese extra Räume sind quasi überall in Schränken, Kellern auf Schränken in der Garderobe.

00:03:50: Ich habe auch immer Garderoben mit einer Hutablage.

00:03:53: Ich habe tatsächlich wahrscheinlich schon so vierzig Hütte und dann halt noch so alles außen rum.

00:03:58: Faszinierter Kappen, Mützen und so.

00:04:02: Ja, ich frage mich auch immer, ich hab eigentlich ja auch nur einen Kopf, aber dafür ein bisschen viel Auswahl.

00:04:09: Ja, das ist ja eigentlich wie mit einem T-Shirt.

00:04:10: Man hat ja auch nicht nur ein T-Shirt oder Bluse, Gleit, Ensemble im Schrank, sondern Sexvariation.

00:04:17: Das stimmt ja.

00:04:18: Wie lange bist du schon, die Leiterin des deutschen Hubs?

00:04:22: Also ich habe es ja tatsächlich mit eröffnet vor jetzt über zehn Jahren.

00:04:26: Genau, mit aufgebaut und das ist schon was Besonderes.

00:04:30: Also wenn man so ein Museum mit konzipieren darf und dann aber es auch begleiten, wie es wächst.

00:04:35: Wir sind jetzt, sag ich mal, so kurz vor weiterführenden Schulen, also aus dem gröbsten Raum und gucken jetzt mal, wie wir dann die nächsten zehn Jahre

00:04:44: so.

00:04:45: zweiter ausbauen oder was sonst da alles noch so einfällt.

00:04:48: Du hast gerade vorhin oder Eingangs sehr auch schon erwähnt.

00:04:52: Du machst Führungen immer Museum selbst und da geht es natürlich auch ein bisschen um die Historie, nicht nur des Museums an sich, sondern über die Hutindustrie, über die Hutgeschichte, über die Hut-Tradition ja vom Besseigeu oder in Stadtnamen formuliert, der Stadt Lindenberg.

00:05:11: Wie weit geht denn das zurück bis uns an?

00:05:15: Ja, sogar noch ein Stückchen weiter, also so fünftig beginnt das einfach so, dass man so im Nebenerwerb bei uns Hüte macht, aber wir waren eine arme Gegend.

00:05:26: Also jetzt, wenn wir so das grüne Allgäu sehen, das ist ja noch relativ jung, das ist so hundertfünfzig, hundertachtzig Jahre alt.

00:05:32: Früher

00:05:32: haben die Menschen hier versucht Weizen anzubauen, einfach weil Weizen Mehl, davon wirst du satt und das war in Lindenberg.

00:05:39: Ja.

00:05:39: Sondern schwierig.

00:05:40: Und

00:05:41: wer ist auch schon ein bisschen weiter oben.

00:05:43: Genau, das ist so dieser Höhlenrücken, diese Gletscherzunge, die Böden des Klima.

00:05:47: Das war einfach nix.

00:05:48: Und dann hat man halt Händeringen gesucht.

00:05:49: Was können wir denn noch machen?

00:05:51: Und hat eigentlich aus dem alten Stroh anfangt ganz einfache Hüte, so Schad-Hüte, also nur Schattenspender.

00:05:58: Und die hat man eigentlich an die Bauern in den umliegenden Dörfern verkauft.

00:06:01: Denn auf dem Feldschrieg brauchst du einen Huch.

00:06:02: Rauscht

00:06:02: irgendwie ein

00:06:03: Kopfschutz.

00:06:04: Machst du es halt mittags nicht so lang.

00:06:07: Und dann hat man noch ne zweiten Zweig gehabt.

00:06:09: Man hat Pferde über die Alpen gebracht.

00:06:12: Da war höheres Risiko, aber höherer Gewinn.

00:06:15: Und dann haben die Lindenberger so in Italien sich umgeschaut und gesehen, da gucken wir an, die machen auch hier.

00:06:20: Und zwar ganz ähnlich wie wir daheim, nur die haben die bessere Voraussetzung.

00:06:24: Die haben ganz weichen, biegsame Strohhalme.

00:06:28: Und da kann ich modische Hüte machen.

00:06:30: Und das haben sie sich so ein bisschen geklaut, haben versucht, italienische Strohhärte zu bekommen.

00:06:35: Und haben dann angefangen zu sagen, ja, der Arbeitshut ist recht, aber guck mal, ich habe einen nach Italienischer Modeinhut.

00:06:42: Und dann ist das so ein bisschen in Wirtschaftszweig geworden.

00:06:45: Man ist ja weit nach Deutschland hochgezogen, auf Märkte gegangen, hat sein Radius vergrößert und dann immer mehr auf diese eine Produktion her gesetzt, fokussiert.

00:06:59: weil da auf einmal ein Gewinn und eine Entwicklung drin lag, bis hin zu großer Industrie.

00:07:03: dann am Schluss.

00:07:04: Wir stecken schon mittendrin in der Historie, in der Hut-Geschichte, Hut-Tradition der Stadt Lindenberg, ja, im siebzehnten Jahrhundert schon gestartet.

00:07:15: Und wie lange lief dort tatsächlich die Hutproduktion?

00:07:20: Ja, tatsächlich so bis in die neunzehn-sebziger Jahre, dann wurde es ein bisschen schwierig, aber so in der Hochphase hatten wir über dreißig kleine mittlere und ganz große Hutfabriken

00:07:32: bei

00:07:32: uns, also die ganze Stadt und die umliegende Region hat mit für den Hut gearbeitet, ob zu Hause oder in der Fabrik, ob im Verkauf, im Kreativprozess, also Ja, deswegen nennen wir uns zu Recht ja jetzt heute auch so ein bisschen die Hutstadt, weil wir ganz viele familiäre Verbindungen dahin

00:07:49: haben.

00:07:50: Absolut.

00:07:50: Bloß mal, um eine Zahl rauszuhauen, wie viele Hüte sind da hergestellt worden pro Jahr

00:07:56: damals?

00:07:57: Ja, also so zu den Spitzenphasen, acht Millionen Hüte, die auch wirklich von Lindenberg in die ganze Welt gegangen sind.

00:08:04: Also wir haben so ein Bild bei uns im Museum, Baseballspiel in New York, Das war unser It Peace in Lindenberg.

00:08:13: Den haben wir global vermarktet.

00:08:15: Und auf diesem Baseballspiel sind halt irgendwie fünfhundert Leute, die mal los auf haben.

00:08:21: Ganz,

00:08:21: ganz sicher sind da viele davon aus Lindenberg

00:08:24: gekommen.

00:08:25: Krass, von Lindenberg raus.

00:08:27: In die ganze Welt auf alle Kontinente zu den unterschiedlichsten Anlässen natürlich auch.

00:08:32: Wie viele Hüte kann man im Museum bestaunen?

00:08:36: Ja, also wir haben so knapp zwei Tausend Hüte bei uns im Museum, aber natürlich alles andere außenrum.

00:08:42: Also ein großes Thema ist die Hutmode natürlich.

00:08:46: Wir schauen da aber auch immer wann und wer.

00:08:49: hat diese Mode getragen.

00:08:50: Was wollt man damit aussagen?

00:08:52: Mit

00:08:53: Hüten kann man immer Zugehörigkeit

00:08:56: ausdrücken,

00:08:56: kann auch Ablehnung ausdrücken.

00:08:59: Du gehörst nicht zu mir, du stehst unter mir, über mir.

00:09:02: Und dann aber halt die Hutherstellung im Handwerk in der Industrie.

00:09:06: All dieses Werkzeug, diese Materialfülle, das ist für mich total großartig.

00:09:11: Und dann erzählen wir natürlich Stadtgeschichte auch

00:09:13: noch.

00:09:13: Das ist absolut interessant.

00:09:15: Losgegangen ist es ja, glaube ich, mit dem Strohhut, also dieses ja kräftige, weniger leichtbiegsame Stroh aus dem Westallgäuer Feldern, sozusagen, dann hat man ein bisschen sich orientiert an anderen Ländern.

00:09:30: Aber der Strohhut ist so, dass der Aushängeschild von Littenberg auch gewesen war.

00:09:35: Ja,

00:09:35: genau.

00:09:36: Und zwar der, wo man erst Borden flechtet und die dann zusammennäht.

00:09:41: Also man kann ein Strohhut auch am Stück flechten, so ein Panama-Hut, der ist am Stück geflochten und bei uns ist es dieser Bordenhut.

00:09:48: Wenn man mal irgendwo einen Strohhut sich anschaut und fragt, was das ist, das erkennt man eigentlich immer

00:09:54: oben

00:09:55: am Hutkopf, wenn da so eine Schneckerle ist.

00:09:57: Also wir haben einfach so eine Putzele oben.

00:09:59: Genau, das wurde teilweise von den Kindern von Hand dieser Anfang genäht und erst dann konnte man da an die Nähmaschine gehen.

00:10:06: Wenn ein Hut oben eine Putzelle hat, dann ist es

00:10:08: ein Bordenhut.

00:10:10: Wahnsinn.

00:10:10: Wahnsinn, wie viel Fingerfertigkeit.

00:10:12: Kleine Finger haben wir schon gehört.

00:10:14: Da waren die Kittys auch schon ein bisschen eingespannt.

00:10:17: Wie viele Steps oder wie viele Handgriffe, Schritte sind denn da nötig?

00:10:23: Ich sag's jetzt mal einen klassischen Struchhut irgendwie.

00:10:26: zu fertigen.

00:10:29: Das Stroh ist ja schon mal nicht so lang, dass man das am Stück, man muss das also zusammen beim Flechten machen, das muss man pletten, das muss man immer wieder feucht machen, sonst bricht es.

00:10:38: Ja und dann kann man den nähen, dafür braucht man aber eine Form, auf die man eben dann immer wieder anpasst.

00:10:45: und der Rest ist die Fingerfertigkeit der Näher und der Näherinnen, das haben auch oft noch Männer gemacht, um einfach wann gebe ich mehr dazu und wann weniger?

00:10:53: und wenn man sich zweimal in dem Stroh, also man kann sich Ein Fehler erlauben und sonst muss man wieder neu anstückeln, weil das Stroh kannst du nicht so wie Textil nähen.

00:11:03: Ja, ja, das ist brüchig.

00:11:04: Das ist ein ganz sensibles Material.

00:11:08: Welches ist der teuerste Hut bei euch?

00:11:12: Ja, also das ist tatsächlich ein Panama Monte Cristo Superfino.

00:11:17: Der braucht so, na ja, sage ich mal, drei Monate bis der geflochten wurde.

00:11:22: Das kann man sich so vorstellen, dass da ganz kleine Millimeter große kleine Pünktchen zu sehen sind.

00:11:31: Und jedes von diesen Pünktchen ist ein Strohhalm.

00:11:33: Das sind also über Zehntausend Halme.

00:11:36: Und daraus wird eine Stumpe, sagen wir, das ist die Vorform.

00:11:39: Sieht ein bisschen aus wie eine gleichständige Kapuze.

00:11:42: Und dann wird der Hut gepresst, der Rand abgenommen, verziert und so weiter.

00:11:47: Und es ist so fein, deswegen kann man diese Panama-Hüte zusammenrollen und quasi wie ein Art Kaleidoskop oder eine große Zigarre verpacken.

00:11:56: Und wenn man es rausnimmt, dann springt er wieder in Form.

00:12:00: Das ist faszinierend.

00:12:01: Das Stroh ist so

00:12:03: biegsam und so lebendig.

00:12:04: Also

00:12:05: so was Einfaches, dass das so kunstvoll sein kann.

00:12:11: Es sind aber nicht nur Hüte bei euch da, Hutmuseum, es geht um die Kopfbedeckung und auch das ist ein unfassbar breites Feld, von wo geht's los bis wohin?

00:12:24: Ja, wir fangen eigentlich an in der Zeit, wo alles vorgeschrieben war, bis zur letzten Hutschnur, was man überhaupt tragen durfte.

00:12:32: Und dann schauen wir uns natürlich an, wie Frauen, Männer waren der Zeit lang, als die Zylinder getragen, null wurden.

00:12:39: Ja, die sind auch so zum Raus.

00:12:40: Ja, die sind schon proklagt.

00:12:42: Aber die waren da sehr uniform.

00:12:45: Und da ging es bei den Frauen dann ab.

00:12:46: Es war schon ein bisschen so, man hat an der Seite des Mannes gezeigt, was man hatte.

00:12:51: Da wurden diese Wagenräder erfunden oder getragen.

00:12:55: dekoriert mit Vögeln.

00:12:57: Paradiesvogel war da.

00:12:58: Wie wäre den größten Vogel auf dem Kopf hat?

00:13:03: Ich glaube auch, dass das daher kommt.

00:13:04: Wahrscheinlich.

00:13:05: Man zeigt sich ja so auf dem Kopf, so die hatten besonders großen Vogel.

00:13:08: Ich glaube, das war diese Garnitur auf den Hüten.

00:13:11: Also da schauen wir auch immerhin.

00:13:12: Man kann auch bei Religionen

00:13:14: hinkriegen.

00:13:15: Alle

00:13:15: großen Religionen funktionieren über Kopfbedeckungen, weil, naja, Kopfbedeckungen sind Status, Schutz und Schmuck.

00:13:23: Und in diesem Spannungsfeld bewegen wir uns und da kann man, finde ich, sehr, sehr viele schöne Geschichten erzählen.

00:13:28: War die Queen

00:13:29: eigentlich

00:13:30: so ein richtig gutes Beispiel, wie man Hüte trägt, auch im dritten Jahrtausend?

00:13:36: Also Friedrich der Große hat schon gesagt, eine Krone ist auch nur ein Hut, wo es reinregnet.

00:13:42: Und wir haben ja dieses, also Adel- und Kopfbedeckungen, das funktioniert nach wie vor, aber auch umständlich, wenn die Ständig ihre schweren Kronen tragen müssen, aber irgendwie wollen sie sich schon zeigen.

00:13:53: Und bei den Hüten der Queen, also wir haben ein Exemplar von einer der königlichen Hutmacherinnen bei uns, da gibt es ganz besondere Vorgaben.

00:14:03: Erstens muss der Hut sehr, sehr fest auf dem Kopf sitzen.

00:14:08: Die Presse hat drauf, dass der Queen, also jetzt nicht mehr, aber damals der Hut vom Kopf gebetet wird.

00:14:13: Und dann muss ihr Gesicht von allen Seiten einsichtig sein.

00:14:17: Also die hat in ihren frühen Jahren, hat sie ein bisschen experimentiert, aber dann gibt es so einen Break, wo du wirklich siehst, das sind die Hüte der Queen.

00:14:25: Nirgends, wo wird das Gesicht verschattet und man sieht es von allen Seiten.

00:14:30: Und natürlich immer passend farblich abgestimmt auf das restliche.

00:14:35: Es gibt ein ganz, ganz tolles Buch, irgendwie die Kostüme der Queen, die hat alle Farbwelt bespielt.

00:14:41: Also richtig cool auch mit den Hüten immer.

00:14:44: Die Historie, die Hutherstellung, wie alles begonnen hat, wie lange das Ganze gelaufen ist, wie viele Heimarbeiter drin steckt, das Manufaktur, Hafte, ist alles dokumentiert.

00:14:57: Bei euch im Museum ist aber ein Teilbereich.

00:15:00: So in den letzten zehn Jahren, Angelika, bitte korrigier mich, Wo auch du mit federführend in der Gestaltung des Museums mit dabei bist, hat man immer versucht, noch ein zusätzliches Standbein zum Museumsalltag zu schaffen.

00:15:17: Wie war es ein bisschen die Entwicklung auch in den letzten zehn, elf Jahren?

00:15:22: Am Anfang haben wir erst mal begonnen, damit zu sagen, wir wollen mehr Angebote für Familien.

00:15:27: Wir sind wirklich ein Familienmuseum, egal ob man die Zusatzangebote wahrnimmt, man kann auch einfach so kommen, es gibt Hundert Tüte zum Anprobieren, eine Ausprobierecke, zehn Mitmachstationen, also überall davon was anfassen, was ausprobieren, was aus dem Hut saubern.

00:15:42: Das war der erste Schritt.

00:15:43: Und dann haben wir das Glück, dass wir dreieinhalb Quadratmeter Sonderausstellung haben, weil wir sind ein Industriegebäude.

00:15:48: Also wenn wir was haben, ist Platz.

00:15:50: Das Gebäude

00:15:51: macht ja schon

00:15:51: was her.

00:15:52: Letzte

00:15:52: Hutfabrik in Lindenberg.

00:15:55: Und da sind Sonderausstellungen und da wechseln wir immer.

00:15:59: Wir haben immer so zwischen zwei und vier.

00:16:01: unterschiedliche Ausstellungen, da sind wir auch ein bisschen kreativ mit den Themen, da geht es nicht immer nur um den Hut.

00:16:07: Ja, aber irgendwo, nicht immer nur um den Hut, aber irgendwo spielt der Hut dann trotzdem doch eine Rolle.

00:16:13: Wie auch jetzt in der aktuellen Kommissarkluftdinger, jeder kennt die Bücher, viele haben die Filme gesehen.

00:16:20: und okay, jetzt haben wir hier

00:16:22: den Kluftdinger

00:16:23: und Lindenberg, wo ist da die Überschneidung?

00:16:28: Ja, also genau.

00:16:29: Kluffdinger ist Geheimnis.

00:16:30: Wir schauen ein bisschen hinter die Kulissen dieses Heimatskrimis.

00:16:34: und der erste Roman, Milchgeld.

00:16:38: Da sind die beiden Autoren, die haben sich aufgemacht ins Westallgäu.

00:16:42: Eigentlich sage ich mal so nicht das prominenteste Stück des Allgäu.

00:16:47: Und da spielt in böser Scheideck.

00:16:48: Ich glaube, da steht heute auch ein Blitzer

00:16:50: auf.

00:16:50: Ja,

00:16:50: den haben wir vorhin gehabt.

00:16:51: In Scheideck, in böser Scheideck.

00:16:53: Ja, genau.

00:17:15: Und einer der Autoren ist zumindest so ein Capiträger.

00:17:24: trägt wirklich Hut, der weiß auch Bescheid.

00:17:26: Also sie sind ihm nicht zufällig in die Hände gefallen und das freut uns natürlich sehr.

00:17:32: Also haben wir doch irgendwie eine Schnittstelle mit Hut.

00:17:36: Die ist jetzt relativ frisch.

00:17:37: Die Ausstellung im Oktober, glaube ich, gestartet und geht rein bis weit ins Jahr.

00:17:43: Bis

00:17:44: zum zwölften April.

00:17:46: Man kann natürlich nicht nur eintauchen und ein bisschen zur Revue passieren lassen.

00:17:51: Wo ist denn der Klufti damals bei Milchgeld überall bei uns gewesen, sondern es gibt Exponate, also wirklich original Stücke aus den Filmen.

00:17:59: Genau, also aus den Filmen.

00:18:01: und ich glaube, was mein Lieblingsexponat und auch das aller Besuchenden ist, ist der original Kluftinger Passat.

00:18:08: der in den Filmen zu sehen war, der in den Büchern auch im Neuesten, also jetzt im Neuesten im Lückenbüßer fährt der immer noch mit diesem Passat rum, muss glaube ich ganz schön einstecken, wenn man noch mit so einem Diesel-Kschoss rumfährt.

00:18:19: Und der stammt ja aus der Familie von Michael Kober.

00:18:22: dieses Auto und die Ausstellung war voll in Memmingen und ich durfte mit den Autoren vom Memmingen nach Lindenberg mit diesem Passat fahren, bümpeln, rumpeln.

00:18:32: Ja

00:18:33: cool, woher wir das Knauf drin sind, als Kluftinger.

00:18:37: Und ist auch in der Ausstimmung, kann man sich das angucken.

00:18:39: Und die sind mit quitschenden Reifen bei uns auf dem Museumsplatz.

00:18:42: Ich glaube, ich habe drei Jahre nur die Reifenspuren von dem Passat auf dem Platz.

00:18:46: Aber Polizei-Einsatz.

00:18:48: Wie kommt man jetzt, dass man sagt, okay, man greift diesen lokalen Hero zumindest in den Krimibüchern auf und sagt, hey, den hole ich mir ins Museum.

00:18:58: Auch in der Vergangenheit ging es ja in anderer Jahrzehnte in die bunte Welt der Achtziger, Sechziger, Sechziger Jahre.

00:19:05: Wir hatten Promi-Hüte zum Beispiel, also da geht es dann viel um Schauspieler.

00:19:10: In der Zeit hat jeder Hut getragen, das macht es uns einfach, darüber zu erzählen.

00:19:13: Gerade hatten wir Tiere im Museum, ist das sogar in den Vitrinen stattgefunden.

00:19:17: Da war eher jetzt, sag ich mal, das Handwerk, Basthandwerk im Fokus.

00:19:21: Wir machen auch Kunstausstellungen.

00:19:23: Ja, wir sehen uns ein bisschen auch als Stadtmuseum und da kann man sich das ein oder andere dann einfach so von größeren Themen rund um Lindenberg oder das Alberg rausnehmen, weil sag ich mal.

00:19:34: Ja, bei uns im Weststeiger gibt es nicht zu viele so große Häuser und ich höre das auch ein bisschen dazu, immer ein buntes Programm anzubieten.

00:19:42: Irgendwie habe ich jetzt auch zu dir schon ein paar mal richtig neidisch rüber geguckt, Angelika, weil du so einen tollen Hut aufhast.

00:19:51: Man merkt man eigentlich, ob man ein Hutgesicht hat oder nicht.

00:19:53: Natürlich, probierende geht über das Stuhl.

00:19:57: Ja,

00:19:57: wir haben das, wir hören das oft bei uns auch im Museum.

00:20:01: Ja, ich finde es schon schön, aber ich habe

00:20:02: kein Hut

00:20:03: Gesicht.

00:20:03: Auch Männer sind da ein bisschen vorsichtig.

00:20:06: Und ich sage, da hat man vielleicht nur noch nicht den richtigen Hut gefunden.

00:20:09: Weil diese Hutmode, die hat im Laufe der jetzten Jahre alles ausprobiert und erfindet sich auch immer wieder neu.

00:20:18: Ich glaube, die größte Herausforderung ist, dass man seine Silhouette so verändert, man verändert auch sofort die Haltung, wenn man einen Hund aufzieht und wenn man das nicht gewöhnt ist, dann kommt es einem erst mal komisch vor.

00:20:30: So ein bisschen sprachig.

00:20:31: Ja, und dann wird es schwierig, das irgendwie als das steht mir oder nicht.

00:20:36: Und da muss man einfach ausprobieren.

00:20:38: Ich habe zum Beispiel am Anfang ganz viele Klocken getragen, also die eher wie eine bessere Mütze, die das Gesicht so bedeckt haben, so nach unten, da habe ich mich wohl gefühlt.

00:20:48: Das hat mich so richtig umrahmt und so weiter.

00:20:52: Und dann habe ich festgestellt, ich bin halt wahnsinnig stumpert, also mir wird es eigentlich halt gut und ich würde mich ein bisschen größer machen

00:20:58: und nicht mit dem Hut

00:20:59: noch so nach unten ziehen.

00:21:01: Das hat aber Überwindung gekostet.

00:21:03: und das ist es, glaube ich, nicht, dass man keine Hutgesicht hat, sondern dass man sich an das den neuen Look von sich selber gewöhnen muss, wenn da auf dem Kopf irgendwie was anders ist.

00:21:14: Das ist sehr interessant erlebt.

00:21:16: Der Hut als Kopfbedeckung, vielleicht so eine kleine Runde Sauce die letzten Jahre.

00:21:22: Also Mut zum Hut, reibt sich nicht nur.

00:21:26: Das ist mein Credo, als ich wirklich ausprobieren.

00:21:30: Wir haben das in der Hipster-Kultur und alles, was sich modisch ausprobiert, da ist der Hut nicht wegzudenken, also von Bühnen und in der Mode, also auf der Hutkultur und so.

00:21:42: Jeder, der so ein bisschen exklusiv ist, wird irgendwann draufkommen, wenn ich mir einen Hut aufziehe, das machen nicht mehr so viele, dann bin ich irgendwie sichtbarer.

00:21:49: Aber ich glaube, dass dieser Schutzgedanke, der sich so fest setzt im Sommer, und da gibt es ja tolle Funktionen mit UV-Schuss mittlerweile und alles, dass da vielleicht so die jüngere Generation sehr viel selbstverständlicher wieder Kopfbedeckungen trägt, wie wir das vielleicht noch tun und dass es da so kommt.

00:22:06: Ich weiß nicht, alle werden mal nicht mehr behütet sein, so die ganze Gesellschaft, aber aussterben werden Kopfbedeckungen, glaube ich, auch nie.

00:22:14: Ne, es ist auf jeden Fall auch ein modisches Accessoire.

00:22:17: Und wer Hut trägt, trägt den mit Ehrfucht vielleicht auch, mit Leidenschaft und unterstreicht vielleicht auch seine Personality, seinen Charakter damit.

00:22:28: Und da habe ich jetzt im Bogen wieder gespannt, ins Deutsche Hutmuseum.

00:22:32: Nächstes Jahr, Jahr zwanzig, wird sie nämlich wiedergekürt.

00:22:36: Die nächste deutsche Hutkönigin.

00:22:39: Und da werden natürlich Damen gesucht, die mit Dolz mit Leidenschaft, die Kopfbedeckung

00:22:46: tragen.

00:22:47: Ja, an dem Hutag und bei der Wahl, da drehen wir ja Lindenberg durch.

00:22:50: Total.

00:22:50: Also da ist wirklich dann jeder mit Hut.

00:22:53: und also auch wenn man das ganze Jahr keinen Auffahrt, dann bitte wirklich alles aus den Schränken rausholen und zu uns in Städte kommen.

00:23:01: Das macht wahnsinnig Spaß und das ist so ein positives Fest.

00:23:04: Also da geht man zurück und ist auch ohne Hut zwei Köpfe größer, weil man wirklich dafür Komplimente einfährt, wenn man da hüte.

00:23:12: Und dann ja unsere Hutkönigin, die repräsentiert unsere Stadtgeschichte, die Hutmode über zwei Jahre hinweg im Ehrenamt.

00:23:21: Und da, das sind immer über die letzten Jahre ganz, ganz tolle, besondere Frauen gewesen.

00:23:28: Und da hoffen wir natürlich sehr, dass sich jetzt auch dieses oder für nächstes Jahr ganz viele Bewerben, ganz viele den Mut haben.

00:23:36: und da mitzumachen.

00:23:37: Das ist wirklich, finde ich, ein ganz tolles Ehrenamt.

00:23:40: Wer da jetzt schon Interesse hat, der darf bei euch gerne mal anklingeln, eine Mail reinschreiben.

00:23:44: Hey, was muss ich denn mitbringen?

00:23:46: Ich muss auf jeden Fall achtzehn sein.

00:23:47: Klar, weil ich auch da mit dem Auto unterwegs bin.

00:23:51: Bin leidenschaftliche Hutträgerin.

00:23:54: so flexibel, dass ich immer wieder auf Messen, auf Tagungen, auf Einladungen natürlich auch zu mich spontan dort erscheinen kann und ein bisschen Hutgeschichte drauf zu haben, schadet auch nicht.

00:24:06: Das ist richtig, ja.

00:24:08: Das frag ich dann ab.

00:24:09: Das fragst du auch.

00:24:10: Du bist auch in der Tshiri, hast du mir vorhin zu mir das verraten.

00:24:14: Das ist ja auch so ein Kombo aus verschiedenen Leuten, die da in der Tshiri sitzen.

00:24:21: Ich glaube, da Bürgermeister ist auch

00:24:22: mit dabei.

00:24:23: Ja, wir bilden das so ein bisschen ab.

00:24:24: Unsere Stadtgeschichte, natürlich die Hutgeschichte, aber eben auch aus der Mode und das öffentliche Auftreten und versuchen dann halt auch immer, ja, Hut begeistert der, vielleicht davor geglückt.

00:24:36: Vielleicht.

00:24:37: Ja, vielleicht.

00:24:38: Um da, das ist eigentlich dann auch die Bandbreite, was die Hutkönigin dann auch so mitbringt.

00:24:43: Also wäre noch ein Hut-Traum für dich, zum Abschluss von dieser Stunde, gibt's da irgendwie so ein Traum-Hut, wo du sagst, oh ja, irgendwie da

00:24:51: spar' ich drauf.

00:24:53: So für mich?

00:24:53: Meinst du, wir selber kaufen?

00:24:57: Nee, also da... Fließt das Geld einfach so raus.

00:25:02: Immer der nächste ist der Traumhut.

00:25:04: Aber was ein Traum wäre, wir haben einen getragenen Hut von Udo Lindenberg bei uns im Museum und er heißt wie unsere Stadt, seine Hüte kommen aus unserer Stadt.

00:25:13: Aber er war halt noch nicht da.

00:25:14: Das wäre mein großer Traum.

00:25:17: der mal noch irgendwie bei uns vorbei schnuppern würde.

00:25:20: Ja,

00:25:20: das seid er ja schon jahrelang dran.

00:25:22: Der

00:25:22: zuckt

00:25:23: sich noch nicht so richtig der Udo.

00:25:25: Aber er weiß zumindest schon, dass Hutmuseum geht.

00:25:27: Er ist mal angesprochen worden, ich glaube bei seinem Geburtstag auch im Radio.

00:25:30: Und dann hat er irgendwie schon, oh weiß auch schon, dass es das gibt.

00:25:35: Wir drücken die Daumen, dass Udo Lindenberg ja auch selbst leidenschaftliche Hutträger dann doch mal noch den Weg zu uns ins Allgäu findet, für die Sonneausstellung vom Kluffdinger und auch für weitere alles Gute und dass du doch noch irgendwo so einen Traumhut entdeckst, der dich dann weiterhin wohlbehütet durch dein Leben bringt.

00:25:57: Danke, dass du da warst.

00:25:58: Ja, danke, war total schön bei euch.

00:26:01: Gesund und vital durch den Tag.

00:26:04: Der Allgeuchtet-Kaffee-Clutch wurde euch präsentiert von der Bahnhofapotheke und dem Naturkostladen.

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