Zwischen Beats, Botschaften und Bergblick - Rainer von Vielen

Shownotes

Beim heutigen Kaffeeklatsch-Podcast von Radio AllgäuHIT war Rainer von Vielen zu Gast – der charismatische Musiker, der mit seiner einzigartigen Mischung aus Elektro, Weltmusik und Allgäuer Erdverbundenheit seit Jahren für Furore sorgt.

Im Gespräch mit dem AllgäuHIT-Team gab Rainer spannende Einblicke in sein kreatives Schaffen, sprach über die Inspiration aus der Allgäuer Heimat und verriet, was seine Musik für ihn persönlich bedeutet: „Musik ist für mich immer auch eine Haltung – sie darf unbequem sein, aber sie soll verbinden.“

Natürlich ging es auch um aktuelle Projekte, neue Songs und die besondere Dynamik zwischen Tradition und Moderne, die Rainer von Vielen so unverwechselbar macht.

Wer die Folge verpasst hat, kann den Kaffeeklatsch mit Rainer von Vielen ab sofort als Podcast auf allgaeuhit.de oder überall, wo es Podcasts gibt, nachhören.

Transkript anzeigen

00:00:01: Gesund

00:00:02: und vital durch den Tag.

00:00:03: Der Allgäu-Hit-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke-Kämpten und Purnatur, weil Gesundheit bei der

00:00:11: Ernährung beginnt.

00:00:12: Heute wird's musikalisch hier bei mir im Kaffee-Clutch zu Gast.

00:00:17: Rainer von Fieln, das ist dein Künstername.

00:00:19: Eigentlich heißt du ganz anders.

00:00:20: Na ja, nicht wirklich, ein bisschen.

00:00:22: Ja, gut morgen, habe ich das Gefühl, dass ich das hin darf.

00:00:24: Das ist mein Künstername, richtig.

00:00:26: Rainer von Fieln, ursprünglich mal geboren als Rainer.

00:00:29: Hartmann.

00:00:30: Klassischer Allgäuername.

00:00:32: Könntest du deinen Namen oder deinen Künstlernamen singen?

00:00:35: Ob

00:00:35: ich ihn jetzt singen kann, ja, natürlich.

00:00:37: Mein Künstlername ist Reiner von vielen.

00:00:43: Die Frage, die man dir wahrscheinlich am meisten gestellt hat, ist, wie bist du auf diesen Namen gekommen?

00:00:49: Tatsächlich wurde mit die Frage schon sehr häufig gestellt.

00:00:53: Der Name hat auch schon längere Geschichte, aber als ich angefangen habe, war es eine Art von Hip-Hop, die ich gemacht habe.

00:00:58: Und weil man sich früher als Hip-Hopper und auch jetzt immer noch als Hip-Hopper gerne einen Namen gibt, der nach möglichst etwas Großem klingt und möglichst mehr hergibt, als man selber ist, habe ich gedacht, ich will das nicht ganz so machen und habe nach was gesucht, was das zwar in sich hat, aber auch dem was entgegenzusetzen hat.

00:01:19: und deswegen ist einer von vielen wie einer von vielen mit Artistitel.

00:01:25: Richtig, das von und

00:01:27: zu.

00:01:27: Das von und der eine von vielen und das war nicht sehr wichtig, weil ich auch selbst Rainer heiße und deswegen ist der Name geblieben, auch wenn ich inzwischen komplett andere Musik mache als damals.

00:01:36: Musik, ganz gutes Stichwort.

00:01:38: Du bist Musiker, du bist Berufsmusiker, du bist auf mehreren Genres zu Hause und unterwegs und das schon seit etlichen Jahren.

00:01:48: Du kommst gebürtig aus Kempten, bist also auch ein standener Allgäuer und irgendwann auch wieder zurückgekommen.

00:01:54: Wie hat das mit der Musik bei dir angefangen?

00:01:57: Hast du klassisch, so wie viele andere von uns, klammer auf ich nicht, klammer zu, mit der Blockflöte angefangen und ein musikalisches Talent entdeckt?

00:02:06: Ja, tatsächlich.

00:02:07: In der Grundschule war die Blockflöte natürlich am Start, aber auch sehr früh schon das Akkordeon.

00:02:11: Ich war dann ein kruxellem Akkordeonunterricht, somit wir waren drei drei Leute, die dann beim Akkordion saßen.

00:02:18: Und das Akkordion ist irgendwann weggekommen, aber wieder zurückgekommen.

00:02:22: Also ich spiele inzwischen auch wieder bei Konzerten das Akkordion und habe es auch wieder liebengelernt, obwohl ich es eine Weile lang gehasst habe.

00:02:29: Inzwischen mag ich es wieder sehr, das Akkordeon.

00:02:31: Wie viele Instrumente hast du insgesamt so drauf, neben dem Akkordeon?

00:02:36: Du kannst schon mehrere Instrumente auch.

00:02:39: Ja,

00:02:39: ich spiele mehrere Instrumente, das ist eine besser andere schlechter.

00:02:43: Also ich bin kein virtuose auf irgendeinem Instrument, vielleicht auf meiner Stimme.

00:02:47: Aber ich spiele eben das Akkordeon, ich spiele Klavier, ich spiele ein bisschen Gitarre, Maltrummel, Mundharmonika und Percussion-Instrumente.

00:02:56: Cool, es ist ja schon fast ein halbes Orchester.

00:03:00: Wenn ich mich klonen könnte, dann wäre das möglich.

00:03:04: Und dann klassisch eben mit dieser Blockflöte aus der Grundschule, hast du schon das musikalische Gespür bekommen oder gemerkt, du bist ganz sensibel, was Töne angeht und die flaschen dich.

00:03:18: Wie war das Hip-Hop?

00:03:19: War dann erst mal später Thema als Jugend?

00:03:22: Ganz

00:03:23: am Anfang.

00:03:23: natürlich war schon das singen für mich prägend.

00:03:27: Ich habe total gern gesungen.

00:03:29: Das habe ich schon immer gemerkt.

00:03:30: Und dann aber als ich dann Pubertät und frühe Jugend war dann Hip-Hop für mich Thema.

00:03:37: Es gab da zu der Zeit auch nicht viel deutschsprachigen Hip-Hop.

00:03:39: Das hat mich interessiert.

00:03:41: Und da habe ich mir alles zusammengesammelt, was es in die Richtung gab.

00:03:44: Und dann meine erste Band, die hieß Funkenflug.

00:03:46: hier im Jugendhaus, im Kämmten in der Landwehrstraße, haben wir uns gegründet.

00:03:52: Damit haben wir dann Crossover gemacht, also Hip-Hop in Verbindung mit Rockmusik.

00:03:55: Cool.

00:03:56: Weißt du da noch eine Zeile von früher?

00:03:58: Könntest du da so attaktlose Hip-Hop-Innen?

00:04:01: Ich kann sogar die meisten

00:04:01: Texte noch raus, aber die möchte ich jetzt vielleicht gar nicht mehr produzieren.

00:04:04: Okay,

00:04:04: nein, muss gar nicht sein.

00:04:06: Jugendhaus, also da eine gewisse Szene an Jugendlichen, auch die dich da ja schon kennengelernt haben und jetzt wahrscheinlich immer noch Fan von dir.

00:04:14: sind und von deinen verschiedenen musikalischen Projekten.

00:04:17: Wie viele Projekte sind da auch schon seit Jahren parallel am Laufen?

00:04:22: Also aktuell habe ich tatsächlich drei musikalische Projekte, die parallel laufen.

00:04:26: Das ist zum einen die Band Rainer von vielen und dann noch die Band Orange.

00:04:32: Weltmusik mit viel Percussion, inspiriert von elektronischer Musik.

00:04:36: Und dann habe ich noch ein Solo-Projekt, das heißt Orion.

00:04:39: Da mache ich auch sehr elektronisch angehauchte Musik mit viel Kielkopfgesang, Obertongesang und mit speziellen Planetentonstimmungen.

00:04:49: Einhakenmusik, was dein Studium angeht, sehr kreativ, hat aber primär jetzt erstmal gar nichts mit der Musik zu tun gehabt, oder?

00:04:57: Ja,

00:04:58: ich habe Film und Medien studiert an der Filmarkademie in Ludwigsburg und da ging es um Drehbuchschreiben.

00:05:05: Darauf habe ich mich spezialisiert, weil ich schon immer gerne geschrieben habe und Texte geschrieben habe, was natürlich dann auch wieder mit der Musik zu tun hat.

00:05:12: Über eine Biegung auf jeden Fall kann man davon profitieren.

00:05:17: Diese Kombination, Hip-Hop hatten wir, dann war das Studium, dann hast du glaube ich schon Solo-Projektik.

00:05:22: Ach, du hast aber auch schon mal für das Fernsehen komponiert

00:05:27: was geschrieben.

00:05:28: Ja, inzwischen, also ich habe für den Tatort Die Musik gemacht für den Bodensetatort war, das der hieß Chateau Mont.

00:05:33: Das war eine schöne Zusammenarbeit mit dem Regisseur, der es auf mich zugekommen hat, mich gefragt ob ich das machen will.

00:05:39: Das habe ich mit meinem Gitaristen Micha Schömetzer zusammen gemacht.

00:05:42: Der ja auch.

00:05:44: Ja, also total schöne Arbeit, immer wieder auch schon mal für Filme und für das Theater Musik gemacht.

00:05:50: Das finde ich auch super interessant, gerade wenn man irgendwie im Fernsehen mal was anguckt oder auch im Kino.

00:05:57: Wie geht man denn daran?

00:05:58: Hast du die Story davor?

00:06:00: Weißt du, welche Passagen oder über welche Parts da momentan im Film laufen und wie... setze ich mich hin, aber ich muss was Dramatisches machen, da ist dann Nebel und das wird ein bisschen schaurig.

00:06:13: Wie geht nicht denn da an?

00:06:14: Ja, also ich habe tatsächlich den kompletten Rohschnitt bekommen vom Regisseur und in Absprache mit ihm.

00:06:20: Also er hat mir schon gesagt, wo er sich vorstellen kann, wo Musik Einsätze sind, weil das sieht jeder Regisseur ja auch

00:06:25: anders, wie

00:06:26: sparsam oder wie fulminant er Musik einsetzt.

00:06:28: Das macht ja ganz viel vom Charakter des Films aus und dementsprechend nach der Absprache habe ich mich halt hingesetzt und dann versuch zu die Stimmung.

00:06:36: auch die er gerne hätte für diese Szene einzufangen.

00:06:41: Da war aber trotzdem ganz viel Platz, um selbst, also unsere eigene Musik oder unseren eigenen...

00:06:47: Sound oder Handschriften, ein bisschen musikalische Handschrifter ein bisschen schon so zu platzieren.

00:06:53: Sehr spannend, das heißt ihr textet und schreibt, wenn man jetzt auf die Bandreiner von vielen mal guckt, alles selbst.

00:07:01: Das ist alles selbst gemacht, klar.

00:07:03: Also den Anspruch haben wir schon.

00:07:04: Es gibt ab und zu mal eine Cover-Version, aber wenn wir eine Cover-Version machen, dann ist es meistens so, dass die komplett anders ist als das Original.

00:07:12: Den Anspruch haben wir schon.

00:07:14: Oder auch, wir haben was aus dem Englischen adaptiert, zum Beispiel von Woody Guthrie, dem Foxhanger aus den USA, den Song All Your Fascists Bound To Loose.

00:07:23: Und er ist so schwer auszusprechen, wie man gerade gemerkt hat.

00:07:25: Also ich bin das Englischen auch nicht so mächtig.

00:07:27: Deswegen habe ich den ins Deutsche übersetzt und bei uns heißt er dann, alle Faschos werden untergehen.

00:07:33: Das ist ja heiß.

00:07:34: Wie lange gibt es reiner von vielen schon als Band?

00:07:37: Das ist ja jetzt was, was schon sehr lange wert und gut ankommt.

00:07:42: Das ist schon sehr lange unterwegs, kann man zwischendurch sagen.

00:07:44: Also als Band gibt es uns seit zwei Tausend vier.

00:07:48: Da haben wir das erste Konzert auch fast in der Konstellation, in der wir jetzt spielen gespielt.

00:07:55: Und als Sodorprojekt gibt es das seit achtundneunzig.

00:07:57: Also ich habe im Neunzehn achtundneunzig die erste CD veröffentlicht.

00:08:01: Wie viel CD ist insgesamt?

00:08:02: Sowohl als auch.

00:08:04: Plus Orange,

00:08:05: Plus.

00:08:06: Plus alles.

00:08:07: Das kann ich jetzt gar nicht.

00:08:08: Ich glaube, es sind zwanzig ungefähr.

00:08:10: Oh krass.

00:08:10: Zwanzig CD ist insgesamt.

00:08:12: Boah, da kann man auch nicht sagen, welches so die Lieblings-CD ist.

00:08:15: Weil ich finde immer, da kommt ja viel Personality mit rein oder Umstände, die einen eventuell irgendwie oder begleiten und das wird ja vielleicht musikalisch umgesetzt oder auch von den Texten her.

00:08:27: Es ist eine Ballan, es ist ein bisschen rockiger.

00:08:30: Was nehme ich für andere Instrumente rein?

00:08:31: Kann man so wahrscheinlich gar nichts sagen, oder?

00:08:34: Du sagst das richtig?

00:08:35: Ja, es ist tatsächlich mehr wie ein Tagebuch inzwischen, so eine Diskographie, die man hat.

00:08:40: Also wenn ich mir dann ein Album her nehme, dann bin ich eher in der Zeit, in der ich das geschrieben habe oder in der wir das geschrieben haben und deswegen kann ich auch nicht sagen, dass mein Lieblingsalbum von all diesen vielen Veröffentlichungen.

00:08:54: Ja,

00:08:54: es ist einfach so eine Momentaufnahme von einem Sales, wenn man dann das Entgültige zu hören ist.

00:09:02: Wir haben ganz am Anfang auf diese besondere Stimme oder wo du deinen Namen gesungen hast.

00:09:09: Das ist ein bisschen ein Markenzeichen auch von dir.

00:09:12: Ist

00:09:12: dazu geworden inzwischen.

00:09:13: Am Anfang habe ich die Stimme noch nicht so eingesetzt, aber inzwischen setze ich die Stimme sehr viel ein und das ist K-Kopfgesang, nennt man das.

00:09:21: Also K-Kopfgesang wird in der Mongolei intensiv verwenden in der traditionellen Musik, aber auch von tibetischen Mönchen.

00:09:30: Und das hat mich so fasziniert und ich habe gemerkt, ich kann das vom Ansatz her und dann habe ich das immer weiter trainiert und geübt, bis ich das mal kann, dass es eben

00:09:39: so

00:09:39: klingt, wie ich vorhin gesungen habe.

00:09:44: Krass, da ist so ein Vibrator drin, also so irgendwie was Samtiges, irgendwie was Hartes, irgendwie schon fast ein bisschen unheimlich.

00:09:52: Ja, es ist, man sagt auch Untertongesang dazu und das sind, viel Bass ist dann in der Stimme, also mein ganzer Brustkorb vibriert dabei, das ist ja angenehm ist, deswegen habe ich das auch sehr gerne immer weiter vorangetrieben, das zu machen und gleichzeitig ist es sehr obertonreich, also es passiert sehr viel in dieser Stimme, einfach vom Klangspektrum, was da zu hören ist.

00:10:13: Hast du das irgendwie mal bei dir selbst gemerkt, dass das hier so die Vibration ist?

00:10:18: Hast du irgendwann mal so, oder hast du was irgendwie gehört, wo du gesagt hast, boah, das trifft mich jetzt auch.

00:10:26: Also die Vibes, die kommen zu mir auch gleich rein.

00:10:29: Also es war schon erstmal so die Selbsterfahrung durch das Experimentieren mit der Stimme, dass ich gemerkt habe, dass es möglich ist.

00:10:35: Und dadurch, dass ich dann immer mehr ausgebaut habe, habe ich dann auch gemerkt, wie ich immer mehr dem Bass... zu Wege bringen, der dann auch alles zum Schwingen bringt.

00:10:45: Das tut sehr gut sogar.

00:10:47: Wie weit hat es dich denn in der Welt schon umhergetrieben in Sachen Konzerte?

00:10:52: Sticht da irgendwo eins hervor, wo du sagst, boah, da war die Location einfach so geil?

00:10:57: Oder boah, das war so weit weg vom Allgäu.

00:11:01: Außergewöhnlich.

00:11:02: Also die größte Distanz, die wir als Band zurückgelegt haben, das war, dass wir einen kurze Zeit in Sibirien gespielt haben.

00:11:08: Wahnsinn!

00:11:09: Das waren mehrere Konzerte in Sibirien sogar.

00:11:12: Wir waren auf ein Filmfestival eingeladen, haben dort gespielt und dann haben wir auch noch vor einer Schultklasse gespielt oder überhaupt vor Schülern in einem kleinen Theater.

00:11:22: Es war insgesamt auch eine total abgefahrene Erfahrung dort zu spielen zu können und das Ganze erleben zu dürfen.

00:11:30: Wie ist das Publikum dort?

00:11:32: Weil Siebieren kommt man ja jetzt nicht so oft hin.

00:11:35: Unterscheidet sich das irgendwie eventuell von Norddeutschen Fans oder von Süddeutschen Fans?

00:11:41: Das war

00:11:41: sicher auch kein typisches Publikum, aber ich kann sagen, die Schüler, die haben uns behandelt, als wenn wir die Beatles dort waren.

00:11:48: Wir haben gekreischt und ... und wollten Autogramme haben und es war bis dato auch so nicht passiert.

00:11:54: Das war sehr lustig für uns.

00:11:56: Seit gestern ist eine neue Scheibe auf dem Markt.

00:11:59: Ja, wir sind total gestolzt und glücklich, dass ihr endlich draußen ist.

00:12:01: Unser neues Album Bergen, so heißt das nämlich.

00:12:04: Ja, dann müssen wir jetzt, wie lang hat das gedauert, bis die Scheibe fertig war, macht man sowas in einem Hüftschuss, weil ich gerade voll den Flash in den Kopf bekomme und sage, boah, eine Woche Hardcore und die Scheibe ist natürlich was, was auch über mehrere Monate gewagt.

00:12:20: Total, das hat sehr lang gedauert bei uns.

00:12:23: Also unser letztes Studioalbum mit Rainer von Vielen ist schon neun Jahre her.

00:12:28: Also es hat richtig lang gedauert und die Arbeit an dem Album hat über zwei Jahre gedauert.

00:12:35: Weil wir erstmal die Songs im Rahmen vom Theaterstück geschrieben haben und überhaupt die ganze Vorbereitung, das dauert für so ein ganzes Album und dann noch als Band.

00:12:45: Das ist auch noch ein Prozess.

00:12:48: alle Meinungen und alle Ideen und einen Hut zu bringen.

00:12:52: Voll!

00:12:53: Wie viele Songs sind da auf Bergen drauf?

00:12:56: Es sind zwölf Songs geworden.

00:12:57: Ein Dutzend,

00:12:58: das Dutzend ist voll geworden.

00:13:01: Ja.

00:13:01: Und vom Style her ganz unterschiedlich, oder?

00:13:03: Im Style, ja, es ist immer so ein Singersongwriter-Ansatz mal mal mehr.

00:13:11: Auch zum Tanzen, aber dann auch wieder sehr besinnliche Songs.

00:13:14: Generell kann man sagen, es ist sehr persönlich geworden.

00:13:17: Das Album handelt auch viel von Erlebten aus der Vergangenheit.

00:13:21: Dadurch, dass es im Rahmen auch von einem Theaterstück entstanden ist, was der Gitarist Michi und ich geschrieben haben, was direkt von unserer Kindheit.

00:13:29: handelt und unser Jugend aus der Zeit als rein auf den Film entstanden ist.

00:13:33: Das war so die Basis für dieses Album.

00:13:36: Ihr gut, da habt ihr dann schon mal ein gutes Fundament gehabt, aber nichtsdestotrotz.

00:13:40: So ein kreativer Kopf braucht auch den Moment, wo er dann kreativ sein kann.

00:13:46: Wie ist es bei euch?

00:13:47: Ist da erst die Musik, das Instrumentale da oder habt ihr

00:13:53: eher

00:13:54: mal eine Phase auch, wo der Text schon komplett da ist und man guckt auf den Text, welche Art von Musik oder welcher Beat könnte da passen?

00:14:03: Du

00:14:03: hast beides angesprochen und es gibt beides.

00:14:05: Also jeder Song hat eine eigene Geschichte und jeder Song entsteht auf seine eigene Art und Weise.

00:14:10: Manchmal ist tatsächlich so ein Textfragment da, manchmal ist ein Gitarrenriff da oder eine musikalische Idee und dann sucht man nach Worten, die zu der Stimmung des Songs passen wiederum.

00:14:22: Das gibt alles.

00:14:23: Und das ist auch jedes Mal spannend, diese Reise, die man geht, wenn ein neuer Song ... Das Licht der Welt erblickt.

00:14:29: Ja,

00:14:30: ist ja quasi wirklich wie so eine kleine Geburt.

00:14:33: Wenn ein Stück fertig ist, hast du dann irgendwie immer dein Handy auch parat, wenn du so ein, ah, wenn du so irgendwie so ein paar Akkorde im Kopf hast, ah, schnell aufnehmen, dass das nicht irgendwie wieder weg rutscht.

00:14:45: Ja, Akkorde bei mir nicht, bei meinem Gitteristen ist es so tatsächlich.

00:14:48: Doch stimmt, auch wenn ich am Klavier sitze, die Erfahrung hat nämlich gezeigt, eine Idee, die man hat und man denkt, ja, das greift.

00:14:54: weiß ich morgen auf jeden Fall.

00:14:56: Das stimmt nicht.

00:14:56: Man vergisst das immer sofort.

00:14:58: Deswegen nehme ich auch alles immer sofort auf.

00:15:00: Meistens habe ich Ideen im Auto.

00:15:02: Wenn ich am Auto fahren bin, da kommen mir meistens Textideen oder singen was vor mich hin.

00:15:07: Ich bin einer von den Menschen, wo man sich wundert, was der in seinem Auto gerade redet oder macht.

00:15:13: Setzt

00:15:14: er alleine drin unter?

00:15:15: Ich sitze

00:15:15: alleine und singe meistens.

00:15:18: So entstehen echt tatsächlich viele Ideen.

00:15:22: Schön, sehr schön.

00:15:23: Das Frühjahr, ist auch ein besonderes oder markantes Datum vielleicht im Entstehen dieser CD, weil da gab es so einen kleinen Aufruf nach draußen.

00:15:34: Ja, wir haben es auf eine besondere Art und Weise in die Wege geleitet.

00:15:37: Wir haben eine Crowdfunding-Kampagne gemacht für das Album, war für uns spannend so zu machen und gleichzeitig ist es für uns auch die Möglichkeit zu wissen, okay, wer hat überhaupt Interesse an dem Album?

00:15:52: und Gleichzeitig konnten wir da ganz viele Dinge produzieren, die wir sonst nie hätten machen können, weil wir genau auf die Anfrage der Leute reagieren konnten und so auch wussten, hey, da gibt es sechzig Leute, die wollen ein T-Shirt haben.

00:16:07: Da sind wir diese sechzig T-Shirts produzieren und das war eine total schöne Erfahrung, aber auch der Support, den wir durch unsere Community bekommen haben, das zu erleben, das war echt, das war Der schönste Tag in dem ganzen Album Release, der erste Tag der Crowdfunding-Kampagne, wo dann über zwei Hundert Leute gleich mitgemacht haben und wir gemerkt haben, wir haben unsere Leute da draußen, die uns unterstützen.

00:16:31: Und das ist natürlich für uns als Musiker total balsam für die Seele, weil es sind nie leichte Zeiten für Musiker.

00:16:40: Es ist immer schwierig.

00:16:43: Und jetzt umso mehr Clubs sterben viele aus und Musik ist zur digitalen Massenware geworden.

00:16:52: Ja, leider.

00:16:52: Viele

00:16:53: Dinge ändern sich und es tut dann einfach gut zu sehen, dass es da draußen Leute gibt, die sich auch wirklich für Musik interessieren.

00:16:59: Bergen, so heißt die neue Scheibe jetzt gestern am elften, elften rausgekommen.

00:17:04: Was hat's denn mit diesem ja crazy Datum auf sich?

00:17:07: Mensch, das Datum gehört dem Heiligen Sankt Martin und dem Faschingsanfang.

00:17:13: Nein, wir wollten dem etwas entgegensetzen.

00:17:15: Nein, wir sind gegen diese kulturelle Aneigung durch diese historischen und ... Nein, die Geschichte dahinter ist ganz einfach.

00:17:29: Wir haben nach einem Termin gesucht, den wir uns selbst merken können.

00:17:31: Elfter, elfter haben wir gesagt, das können wir uns alle merken in der Band.

00:17:37: Muss man nicht lang kramen, wenn wir gefragt werden, wann kommt das Album raus?

00:17:40: Elfter, Elfter, das geht schnell.

00:17:42: Stimmt, stimmt.

00:17:43: Das sieht schnell aus, der Hüfte schießen.

00:17:44: Ja,

00:17:44: das ist richtig Bergen.

00:17:46: Vom Titel her, so als spontane Interpretation von meiner Seite Bergen retten, hat das so ein bisschen spielt zusammen.

00:17:55: Daher kommt das genau, von retten.

00:17:57: Es gibt ein Song, der heißt Berg auf.

00:17:59: und das ist ein Song, der Mut macht, der Ein Prinzip davon handelt von jemandem, der dem anderen unter die Arme greift und ihm hilft, wieder auf die Beine zu kommen.

00:18:10: Und daher stammt der Titel Bergen.

00:18:13: Gleichzeitig kommen wir aus dem Allgäu, sind auch sehr verwurzelt mit dem Allgäu, lieben die Natur, lieben die Berge.

00:18:20: Das war für uns dann auch wichtig in diesem Kontext, nachdem es auch ein sehr persönliches Album wird, mit viel Vergangenheitsbezug das auch noch mit reinzubringen.

00:18:27: Deswegen fanden wir den Namen sehr schön, weil er sehr vielschichtig ist und sehr viel über uns.

00:18:34: Ich konnte ja schon reinspitzen in die Playlist von Bergen und einen Song habe ich mir herausgepickt, einfach weil wir der Titel so gefallen hat.

00:18:45: Schöne Sachen.

00:18:47: Ganz kurz vielleicht zum Inhalt von schönen Sachen und dann ist es für uns oder für dich vielleicht Radio-Premiere dann das oder solltest oder musst diesen Song

00:18:58: selbst anmonorieren.

00:18:59: Ja, sehr gerne.

00:19:00: Also schöne Sachen ist ein Lied, das handelt von unserer Kindheit und Jugend in Kruxell, weil Gitarist der Band Mitch Oko und ich sind Kruxell groß geworden.

00:19:12: geht um unsere Kindheit mit sieben Jahren, mit siebzehn Jahren und mit zwanzig Jahren.

00:19:17: und was wir da alles gemacht haben, das kann man gleich in dem Song schöne Sachen hören.

00:19:54: Wir spielten Schere,

00:19:55: Stein, Papier.

00:20:06: Ein ziemlich bescheuert Erwachsensein war eine Falle.

00:20:14: Wir sind reingetappt, wie alt das sind Dinge.

00:20:18: Auch wir haben unsere Zeit zur wahre Zeit So verbrannt, Straßenlampe

00:20:46: So rot wie Schoko, alte Ställe

00:20:56: Bezirk im Kuzeltage Verschreckt und weggeraubt, kurz war der Tag So verbrannt.

00:21:56: Es gibt so viele schöne Sachen.

00:21:58: Sofen muss sie einfach auch

00:22:54: Geht voll ins Ohr, Rainer.

00:22:57: Das geht voll ins

00:22:58: Ohr!

00:22:58: Ja, das freut mich.

00:23:00: Wie ist das jetzt für dich so gewesen, den Song?

00:23:02: Ich sag's mal, irgendwie wie einer von extern zu hören.

00:23:06: Also klar, man hat den Song wahrscheinlich im Studio schon das öfteren gehört, seine einzelnen Passagen, aber jetzt noch mal so wie Einer von draußen?

00:23:15: Also was, wie ich meine?

00:23:16: Das

00:23:16: ist tatsächlich sehr schön, weil das Album kam gestern raus.

00:23:19: Das ist das erste Mal, dass ich den in einem anderen Kontext höre

00:23:22: als selbst

00:23:23: referenziell.

00:23:24: Das macht total Spaß, den es gerade in so einem Kontext zu hören und zu wissen, dass ihr da draußen den gerade alle gehört habt.

00:23:32: Das ist total verrückt.

00:23:33: Das ist total crazy vor

00:23:34: allem.

00:23:35: Man gruschelt so ein bisschen im eigenen Gehirn, Mensch, ja klar, hey, das war ähnlich bei mir oder, ja doch, jeder findet sich irgendwo so ein bisschen in diesen

00:23:44: Text.

00:23:45: Sehr schön.

00:23:46: Sehr schön.

00:23:47: Man performt ihr Bergen live oder was steht jetzt?

00:23:51: nach rausschmeißender Scheibe in die große weißte Welt für euch als Band an.

00:23:57: Ja, wir drehen auf den Film, spielen wir in so ein paar Release-Gigs in ganz Bayern, könnt ihr auf unserer Homepage schauen.

00:24:03: Aber was auch ein wichtiger Termin ist, ist, ist, Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die

00:24:12: ist Ähm, die ist Ähm, die ist

00:24:13: Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die ist Ähm, die mal vorbeizuschauen.

00:24:21: Ja, vielleicht ganz kurz zu den verschiedenen Genres von Rainer von vielen und Orange.

00:24:27: Das ist ja irgendwo schon so ein bisschen ein musikalischer Spagat.

00:24:31: Total ja, Rainer von vielen, deutsche Texte, Schlagzeug, Bass, Gitarre, klassisch das Instrumentarium für eine Rockband.

00:24:39: Während Orange ist Weltmusik inspiriert von elektronischer Musik.

00:24:43: Das heißt, wir haben dann Ein Ditch wie du dabei, Schlagzeug, zwei Perkussionisten und ich mache da elektronisch und singen.

00:24:50: Aber ich singe auch mit meinem K-Koffergesang und mit ganz viel Fantasiesprache und da ist auch viel improvisiert, viel Jam dabei.

00:24:59: Orange ist Tanzmusik, reiner von vielen ist Musik für den Kopf.

00:25:03: Nicht nur, also wir wollen immer bewegen, aber das ist ganz, also wenn man es runterbrechen will, kann man es so sagen.

00:25:08: Gerade auch vielleicht Musik für den Kopf, weil du singst oder ihr singt in der Band reiner von vielen ausschließlich auf Deutsch.

00:25:16: Warum?

00:25:17: Warum?

00:25:18: Ich habe irgendwann sehr früh gemerkt, dass ich auf Deutsch meine Gefühle und Empfehlungen viel besser ausdrücken kann als auf Englisch.

00:25:25: Ich habe mich ganz schnell entschieden, dass ich nur deutsche Texte schreibe.

00:25:29: Mein Englisch ist dann auch nicht so gut.

00:25:30: Und ich finde, wenn ich auf Englisch versuche, Texte zu schreiben, dann verfalle ich ganz leichten Plattitüden und dann klingen meine Texte wie die von allen anderen.

00:25:39: Und es ist viel schöner, einzigartige Texte schreiben zu können.

00:25:44: Denn ich bin einzigartig, so wie jeder einzigartig ist und jeder hat seine Geschichte zu erzählen.

00:25:50: Und das geht immer am besten in der Muttersprache.

00:25:52: Ja, das ist absolut richtig.

00:25:53: Gerade so diese Fine Warsen auch.

00:25:55: Das kann man vom Transportieren her In Worten tatsächlich in der Muttersprache am besten nach draußen schicken.

00:26:04: Wie leer ist man eigentlich, wenn man jetzt so eine Scheibe?

00:26:08: Ja, das Baby ist draußen, zwölf Songs, über Monate Jahre ist dieses Teil gewachsen.

00:26:14: Ist man da leer oder einfach nur erfüllt?

00:26:17: Ja, Strike geschafft.

00:26:20: Ja, das Erfülltein ist da eher Strike geschafft.

00:26:24: Und tatsächlich bin ich eher total voll, weil Ich muss dir vorstellen, die Songs, die sind jetzt schon seit anderthalb Jahren fast geschrieben.

00:26:32: Und die letzten anderthalb Jahre haben wir damit verbracht, die im Studio perfekt zu machen und anzufüllen mit dem, was sie sein sollen.

00:26:42: Aber in der Zwischenzeit sind natürlich schon wieder ganz viele neue Ideen entstanden.

00:26:45: Das heißt, mein Kopf ist voll von neuen Ideen und Möglichkeiten, was man dann machen könnte, während natürlich die Songs jetzt gerade erst rausgehen.

00:26:55: Also so Ausruhen, zurücklehnen, Scheibe draußen, zwölf Songs haben wir produziert.

00:27:01: Jetzt machen wir hier erstmal Füße hoch.

00:27:03: Nie, ihr sprüht vor Energie, vor Kreativität.

00:27:07: Es geht ja irgendwo fast nahtlos dann weiter.

00:27:09: Das geht nahtlos weiter, aber das ist ja auch das Schöne.

00:27:11: Deswegen macht man ja Musik, weil es ein Jahr erfüllt und es ist ja nicht nur ein Abliefern, sondern es ist ja auch ein Geben und Nehmen bei der Musik.

00:27:20: Man bekommt ja sehr viel dadurch zurück, weil man Musik macht.

00:27:23: Das ist absolut richtig.

00:27:24: Unmittelbares zurückbekommen.

00:27:26: Wahrscheinlich so aus dem nächsten Familien- und Freundeskreis.

00:27:31: Was war so?

00:27:32: vielleicht Feedback auf eurer neue Scheibe?

00:27:35: So ein Erst-Resonanz wirklich aus dem engsten Kreis?

00:27:38: Ein Erst-Resonanz ist gar nicht so leicht zu sagen, weil das natürlich unser... Der direkte Kreis hat die Songs natürlich schon Stück für Stück immer wieder...

00:27:46: Am Wachsen auch gesehen und gehört.

00:27:48: Am

00:27:48: Wachsen erlebt.

00:27:49: Deswegen kann ich da jetzt gar kein Beispiel nennen.

00:27:52: Aber ich kann nur sagen, meine Kinder haben sehr positiv reagiert auf die Songs.

00:27:58: Ich habe einen Sohn, der ist jetzt ein Jahr alt und der hat bereits auf zwei von den Songs richtig abgetanzt, also was in seinen Möglichkeiten ist.

00:28:08: Er kann nur nicht sprechen, aber er kann schon die Musik verstehen und das fand ich total hinreißend.

00:28:14: Es ist richtig knuffig.

00:28:15: Ich wünsch dir euch Mit Orange, reiner von vielen als Band, als Solo-Künstler.

00:28:21: Toi, toi, toi, alles Gute.

00:28:23: Und produziert es weiter, so ins blutgehende Songs.

00:28:27: Danke fürs... Danke fürs... Sehr gerne!

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