Vom Allgäu in die Welt des Saxophons - Christian Segmehl erzählt

Shownotes

In unserer heutigen Livesendung begrüßen wir einen außergewöhnlichen Musiker aus dem Allgäu: Christian Segmehl, Saxophonist aus Leutkirch. Er steht für musikalische Leidenschaft, Virtuosität und die besondere Kunst, das Saxophon in all seinen Klangfarben erstrahlen zu lassen.

Ob Klassik, Jazz oder zeitgenössische Musik - Christian Segmehl bewegt sich mühelos zwischen den Stilrichtungen und schafft es, jede Note mit Emotion und Ausdruck zu füllen. In seinen Konzerten verbindet er technische Präzision mit einer tiefen musikalischen Seele – immer auf der Suche nach dem perfekten Klangmoment.

Im Gespräch erzählt er von seinem Werdegang, seinen musikalischen Projekten und davon, was ihn an diesem besonderen Instrument so fasziniert. Außerdem werfen wir einen Blick hinter die Kulissen seiner Arbeit als Lehrer, Ensembleleiter und Musiker, der die Kulturlandschaft im Allgäu seit vielen Jahren bereichert.

Transkript anzeigen

00:00:02: Gesund und vital durch den Tag.

00:00:03: Der Allgäuchelt-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke Kempten und Purnatur, weil Gesundheit bei der

00:00:10: Ernährung

00:00:11: beginnt.

00:00:12: Schön, dass ihr mit dabei seid.

00:00:13: heute zum Kaffee-Clutch.

00:00:15: Da wird es richtig musikalisch, ganz besonders musikalisch.

00:00:19: Zu Gast ist Christian Segmehl aus Leutküch.

00:00:23: Warum speziell musikalisch Christian?

00:00:25: Schön, dass du da bist.

00:00:27: Hallo, guten Morgen an alle.

00:00:29: Es habe ich dich ja schon mal in das große Feld der Musiker gestellt, aber du bist ein ganz spezieller Musiker, also was das Instrument angeht.

00:00:37: Ich weiß nicht gar nicht, ob ich so speziell bin.

00:00:39: Ich bin halt klassischer Saxophonist.

00:00:43: Das Saxophon verbindet man gerne mit Rock oder Jazzmusik.

00:00:47: Ich bin aber sozusagen spezialisiert auf die Klassik mit meinem Instrument.

00:00:52: Wo kommst du überhaupt her?

00:00:53: Leutkich ist jetzt ein Wohnort schon seit vielen, in vielen Jahren, aber so ein richtiger Eibäuerbohrbeschritt.

00:01:01: Ich komme aus Biberach und wohne seit, ich glaube, seit fünfzehn Jahren in Leutkirch und genauer gesagt in Wuchzenhofen.

00:01:12: Leutkirch Richtung Kempten, an der Bayerischen Grenze.

00:01:15: An der Bayerischen Grenze.

00:01:18: Jetzt ganz so anders aufgewachsen, aber stammst du aus so einer musikalischen Familie?

00:01:23: überhaupt gar nicht.

00:01:25: Ich habe drei ältere Geschwister, die haben alle auch Klavier lernen dürfen von unseren Eltern aus, das habe ich dann auch gemacht, habe also mit dem Klavier angefangen und irgendwann habe ich gemerkt, ach ich möchte doch wie die anderen vom Dorf auch in Musikverein gehen.

00:01:46: und dann habe ich meine Schwester gefragt, was denn so ein cooles Instrument ist.

00:01:50: und sie sagte, Saxophon gefällt ihr super und das war so mein Opener für die Saxophon-Karriere.

00:01:58: Ach cool, inspiriert von der Schwester.

00:02:01: Ja, der habe ich das zu verdanken, genau.

00:02:03: Hättest

00:02:03: du deine Schwester Trompete gesagt?

00:02:05: Anfällig

00:02:05: wahrscheinlich jetzt Trompeter, aber vielleicht nicht so gut, dass ich jetzt hier am Mikrofon sitzen durfte.

00:02:12: Das ist ja eine coole Nummer, wie alt warst du dann, wo du tatsächlich angefangen hast mit Saxophon?

00:02:17: Klavier davor war es vielleicht so, lass mich schätzen, acht, neun, zehn.

00:02:21: Mit sechs habe ich angefangen Klavier zu spielen

00:02:24: und

00:02:24: Saxophon vielleicht mit vierzehn.

00:02:26: Und das ist ziemlich spät vielleicht für einen Berufsmusiker.

00:02:30: Aber das coole an Blasinstrumenten ist, dass man das ziemlich spät noch intensiv starten kann.

00:02:37: Echt, da kann ich jetzt als Erwachsener eigentlich auch noch anfangen, natürlich Instrumenten.

00:02:42: Du

00:02:42: hast die beste Chancen, noch Profi zu werden.

00:02:44: Ehrlich?

00:02:44: Ja, vielleicht nicht mehr ganz, aber Aber wenn man jetzt erst mit vierzehn Geige anfängt, dann sind die Chancen gering.

00:02:54: Ja,

00:02:54: da braucht man eine unglaubliche Fingerfertigkeit beim Geige spielen.

00:02:58: Das ist also

00:02:59: echt krass.

00:02:59: Also bei uns Bläsern natürlich auch.

00:03:01: Ja,

00:03:03: wie viele Tasten oder wie baut sich denn so ein Saxophon auf?

00:03:07: Das

00:03:07: Saxophon hat keine Tasten, dann Klavier oder eine Orgel hat Tasten, wir haben

00:03:12: Klappen.

00:03:13: Und wie viel das genau sind, das habe ich eigentlich noch gar nie gezählt, aber ich habe, jetzt haltet euch fest, ich habe zehn Finger.

00:03:21: Und wie jeder andere auch, aber ich brauche fast alle mehr oder weniger und mit denen bedient man natürlich mal nur eine und manchmal mehrere.

00:03:33: Klappen.

00:03:34: Ist es von den Klappen her auch so, es gibt ja so kleine Saxophons auch, gibt es da so ein Bass-Saxophon?

00:03:41: Ich bin ja, ich komme ja aus der Rubrik, Seitenspielerin Zitter, die einer oder anderen Wissens, bin jetzt nicht so bewandert mit Blas-Instrumenten.

00:03:52: Unterschiedliche Anzahl der Klappen je größer das Saxophons und wie wiegt oder wie viel wiegt so ein Teil und aus?

00:03:59: was für Material ist das?

00:04:01: Das sind jetzt viele Fragen.

00:04:02: Ja, okay.

00:04:02: Die

00:04:02: darfst da rein auch beantworten.

00:04:05: Mir ein Paar zu merken.

00:04:07: Also der Erfinder des Saxophons, das ist der Adolf Sachs.

00:04:12: Das ist auch der Namengeber.

00:04:14: Er war ein Belgier.

00:04:16: Deshalb heißt das Saxophon auch Saxophon.

00:04:20: Und er hat eine ganze Familie an Saxophon erfunden, welches von ganz hoch und somit ganz klein bis ganz tief und somit ganz groß reicht.

00:04:33: Das heißt, die Saxophone haben ihren Namen nach der menschlichen Stimme.

00:04:39: Es gibt sopran, alt, tenor, baritone, bass Saxophon und alle Saxophone sind gleich aufgebaut.

00:04:46: Das hat er ganz geschickt gemacht und somit haben alle Saxophone eigentlich auch gleich viel klappen.

00:04:53: Interessant.

00:04:54: Und aus wie viele Einzelteilen besteht ein Saxophon?

00:04:58: Also das Mundstück, das sieht man ja oft so, wenn man im Fernsehen, was schaut, kommt ja auch mal die Kamera so ein bisschen in die Nähe des Gesichts.

00:05:06: Also dieses Mundstück ist abnehmbar?

00:05:09: Ja.

00:05:10: Aber nicht allein oder noch?

00:05:14: Ja, ich weiß gar nicht, wie du es meinst, aber es gibt ein Mundstück, es gibt ein Blatt drauf, deshalb zählt das Saxophon auch zu den Holzblasinstrumenten, obwohl es aus

00:05:25: Metall ist.

00:05:28: Und es gibt einen S-Bogen und einen Corpus und es gibt ganz viele Schrauben und Stege und Klappen und Polster.

00:05:38: Aber dieser Corpus ist an einem, also ich meine jetzt mit dem Mundstück, das Mundstück ist abnehmbar, der Corpus bleibt, der wird nicht weiter auseinander gedrittelt wie meiner Querflöte.

00:05:49: Wie gesagt, es gibt noch einen S-Bogen, der ist zwischen dem Mundstück und dem Corpus.

00:05:54: Christian, du bist Berufsmusiker-Profi-Saxophonist.

00:05:59: Wie lange muss man das studieren?

00:06:01: Eigentlich muss man es gar nicht studieren.

00:06:06: Wichtig wie bei allem ist, ob das gut ist, was hinten rauskommt.

00:06:11: Also es gibt auch Leute, die haben gar nicht studiert und sind.

00:06:16: Super.

00:06:17: Und es gibt Leute, die haben angefangen zu studieren, haben aber keinen Abschluss gemacht und sind auch wahnsinnig toll.

00:06:24: Und es gibt auch Leute, die haben einen Abschluss gemacht und spielen gar nicht so toll.

00:06:29: Also

00:06:30: jegliche Konstellation ist möglich.

00:06:33: Bei dir war nun mal der Werdegang so.

00:06:35: Du hast Musik studiert.

00:06:36: Ich hab Saxophon

00:06:37: studiert.

00:06:38: Zuerst in München und dann in Amsterdam und kurz in Paris.

00:06:44: Und hab da Einfach ein klassisches Saxophonstudium absolviert.

00:06:50: Ist die Klassik so, wenn man in die breite Welt der Musik schaut, in die verschiedenen Genres, ist Klassik schon immer so dein Febel gewesen oder dein Steckenpferd?

00:07:01: Oder hat sich das einfach auch irgendwann mal so ergeben?

00:07:05: Weil irgendwie Kohle muss ja rein und ich bin Berufsmusiker.

00:07:07: Ah, da rufen die Filharmoniker von Singapur an und da bin ich damit dabei.

00:07:12: Nein, so ist es natürlich nicht.

00:07:15: Also ich höre privat, höre ich eigentlich viel Jazz oder Rock, aber zum selberen Musik machen war schon immer klassisch eigentlich so mein ... meine Heimat.

00:07:32: Nein, Klassik, da gibt es ja unfassbar viele Musikstücke oder Opernen oder auch diese großen Orchester.

00:07:40: Wie viele Leute sind denn in so einem großen Orchester eigentlich vereint?

00:07:44: Da ist ja nicht nur jedes Instrument einmal dabei, manchmal zweimal, dreimal, viermal, die Geigen, die ersten Geigen, dann Chillisten, was weiß ich, wie groß ist so eine Ensemble?

00:07:55: Heutzutage ist wahrscheinlich Wenn man von einem großen Orchester spricht, das sind wahrscheinlich hundert Leute.

00:08:03: Und zu Mutarzt-Zeiten, da waren schon zwanzig Leute in großes Orchester.

00:08:08: Was war so dein tollster Auftritt mit einem Orchester?

00:08:12: Das heißt, weil die Halle oder der Saal oder ... Puh, wo das stattgefunden hat, so immens groß war, weil fast viele Zuschauer waren, oder ist das eher das kleine im Feinen irgendwo?

00:08:25: Also ich hab ... Das werde ich oft gefragt und kann ich jetzt auch nicht wirklich beantworten, was der schönste Auftritt war.

00:08:36: Ich habe schon Auftritte gespielt vor fünfzehntausend Leuten, aber ich habe auch schon Auftritte vor zwei Leuten gespielt und möchte keinen von denen irgendwie missen, weil jeder ist so individuell.

00:08:50: und man erinnert sich an nicht nur die großen Auftritte.

00:08:54: Jetzt bist du ja schon seit ein paar Jahren Berufsmusiker, so die Anfänge sind wahrscheinlich schon schwierig, wenn ich direkt von der Musikhochschule komme oder baut sich da schon so ein bisschen ein Netzwerk auf, wo ich nach meinem Abschluss anfange unterzukommen.

00:09:12: Es wäre schön, wenn heute jeder Student sich ein Netzwerk schon während des Studiums aufbauen könnte.

00:09:19: Das habe ich aber damals irgendwie total verpasst, weil mir das niemand gesagt hat.

00:09:25: Somit bin ich total naiv in und in das Studium gegangen und auch aus dem Studium gekommen und habe so meine Träume und meine Wünsche in meinem Kopf gehabt und die habe ich nach und nach

00:09:44: so abarbeiten

00:09:45: können, aber das sind ganz viele Zufälle gewesen, den ich das zu verdanken habe, dass ich da bin, wo ich bin.

00:09:55: Ja, war es halt manchmal dann am richtigen Zeitpunkt zum am richtigen Ort auch, so dass sich manche Wege einfach mit jemand anderem kreuzen und dann ergibt sich wieder.

00:10:04: Wahrscheinlich, aber ich war auch irgendwie beharrlich in meiner Idee und meinem Wunsch, das zu machen, was ich eben auch Marc oder was ich kann.

00:10:16: Und dann, das wurde, dieser Traum wurde dann irgendwie war und mir war es gar nicht wirklich bewusst, dass ich gerade wirklich diesen Traum eigentlich leben darf.

00:10:27: Dass du der Hauptdarsteller bist in deinem eigenen Traum.

00:10:29: Richtig.

00:10:31: Vom Instrument her, wie viele Stunden oder wie viel üben muss man, um dass man permanent ja die gleiche Leistung auch bringen kann?

00:10:40: Also, Es gibt Leute, die üben wahnsinnig viel und das sind vielleicht zwölf Stunden pro Tag und es gibt Leute, die üben eher wenig.

00:10:54: Ich habe schon immer zu den eher wenig übern gehört.

00:10:59: Das waren im Studium, weiß ich nicht, vielleicht vier, fünf, sechs Stunden am Tag und manchmal waren es auch nur eine halbe Stunde oder vielleicht mal auch gar nicht.

00:11:14: Und jetzt, wenn man ein bisschen erfahrener ist, kann man das händeln und weiß, wie viel Üben nötig ist für die nächsten Auftritte, die so anstehen.

00:11:26: Hast du gewusst von diesem Aktionstag oder von diesem Tag, das sagst du von

00:11:30: uns?

00:11:30: Denkenne ich schon seit ein paar Jahren.

00:11:32: Wurde aber an diesem Tag noch nie zu einem Interview eingeladen, deshalb.

00:11:37: Vielen Dank.

00:11:38: Ja, sehr gerne, Premiere.

00:11:40: Immer wieder ist es irgendwann mal für irgendwas das erste Mal.

00:11:44: Warum glaubst du, dass es wichtig ist, dass es so einen Tag auch gibt?

00:11:48: Und Tag des Sachs-Fonds hat, glaube ich, auch mit dem Erfinder, mit dem Sachs zu tun.

00:11:53: Ich weiß gar nicht, wieso dieser Tag genau Tag des Sachs-Fonds ist.

00:11:58: Habe ich mir noch gar nie Gedanken gemacht, aber immer.

00:12:02: immer schön an irgendwelche Sachen erinnern zu werden.

00:12:05: Wir haben natürlich parallel ein bisschen recherchiert und festgestellt, am sechsten November ist der Erfinder des Saxophons Adolf Sax geboren worden und das war... Das ist der Anlass für diesen Tag des Saxophons.

00:12:21: Haben wir beide ein bisschen was gelernt, Christian?

00:12:23: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Herr Sachs.

00:12:25: Ja, genau.

00:12:26: Wir stimmen das vielleicht nachher auch noch mit dem Saxophon an.

00:12:30: Was ist denn die Schwierigkeit beim Saxophon spielen?

00:12:33: Jetzt im Vergleich vielleicht zu Klavier, wo ich natürlich irgendwann meine gewisse Fingerfertigkeit brauche, um Musikstücke spielen zu können.

00:12:42: Bei einem Blasinstrument sind natürlich die Finger im Einsatz an den Klappen Und natürlich der Mund.

00:12:49: Dieses Blasen, dieses Mundstück ist hier auch ein besonderes, ist ja nochmals ein Plättchen drin.

00:12:56: Die Herausforderung bei jedem Musikinstrument ist eigentlich die, dass man die Klänge und die Musik heraus zaubern kann, die man möchte, die man selber im Kopf in seiner Hörvorstellung hat.

00:13:16: und da würde ich sagen ab einem gewissen Level ist die Herausforderung immer die Musikalische.

00:13:25: Im Anfang ist es natürlich überhaupt einen Ton oder diesen Ton heraus zu bekommen, aber irgendwann sollte das weg vom Notentext so mehr im Klang bestehen.

00:13:38: Das ist glaube ich auch das schwierigste.

00:13:40: verschiedene emotionale, wie sagt man denn, das auszudrücken durch einen Saxophon?

00:13:50: Man drückt sich durch das Instrument aus und oft wird gesagt, das Saxophon und das Cello kommen der menschlichen Stimme am nächsten.

00:14:02: Und das ist für mich auch das, was ich am Saxophon so liebe, dass es einfach Ausdruck stark ist, dass es sehr variabel vom Klang ist.

00:14:13: und das macht Spaß.

00:14:15: und das ist auch das was ich ständig bei Konzerten versuche, dass ich mich durch die Musik irgendwie ausdrücken kann.

00:14:26: Gibt's irgendwie so das Saxophon-Lied jetzt vielleicht im Pop-Bereich?

00:14:32: George Meitl, da gab's doch auch noch mal so einen... So ähnlich.

00:14:37: Richtig.

00:14:39: Es gibt verschiedene Stücke, wo man sofort das Saxophon vor Augen hat, auch bei Baker Street.

00:14:49: Und im klassischen Bereich kennen wahrscheinlich viele von euch den Bolero.

00:14:56: wo verschiedene Instrumente mit der gleichen Melodie vorgestellt werden.

00:15:01: Da hat Ravel das Sopran und das Tenorsachsophon

00:15:06: quasi im Einsatz vorgesehen, oder?

00:15:09: Also mit eingesetzt, genau.

00:15:11: Oder bei Bilder einer Ausstellung von Musorgsky ist das Altsachsophon präsentiert da das alte Schloss und Es gibt verschiedene Stücke, wo das Saxophon omnipräsent ist.

00:15:29: Ja.

00:15:30: Kriegst du da, wenn du so eine Passage spielst, ist das ein bisschen auch Gänsehautfeeling, wenn man, ja, wenn so ein Solo auch in so einem Orchester dann irgendwie, ja, wo der Spot on me quasi ist und jetzt stehe ich im Mittelpunkt mit meinem Instrument, mit meiner Emotion oder mit der Aufgabe, wie auch vom Komponisten, dieses Instrument mal geplant worden ist?

00:15:53: Also was natürlich wunderschön ist, wenn sich durch die Musik eine Gänsehaut einstellt, aber am glücklichsten bin ich, wenn sich die Gänsehaut auch beim Zuhörer einstellt.

00:16:06: Das ist schön und da merkt man mal, wie tief die Musik irgendwie einen packen kann.

00:16:14: Warum bist du in der Klassik mehr zugewandt als dem Pop?

00:16:17: Hat man da nicht im Pop oder im Jazz-Bereich auch ein Jazz?

00:16:22: Das ist ja irgendwo auch so.

00:16:23: das oder eines der Instrumente im Jazz, das Saxophon.

00:16:28: Der Adolf Sax hat ursprünglich das Saxophon für die Klassik entwickelt.

00:16:35: Aber das Saxophon hat seinen Siegeszug

00:16:40: durch

00:16:40: den Jazz gemacht.

00:16:41: Deshalb ist es bis heute noch sehr mit dem Jazz verankert und viele Leute erahnen, das sagst du von im Jazz und im Rock-Bereich.

00:16:52: Und ich glaube, ich mag die Klassik, weil ich einfach so sozialisiert wurde und mittlerweile da so tief verankert bin, dass mir das gut gefällt.

00:17:06: und deshalb ... bewege ich mich beruflich in der Klassik.

00:17:11: Gibt es irgendwie eine Location, wo du sagst, boah, das ist so geil gewesen, weil die Bühne so groß war oder weil die Bühne so klein war?

00:17:17: Du hast schon gesagt, du spielst für jeden gern, ob zwei Pippen vor dir sitzen oder stehen oder fünfzehntausend.

00:17:24: Aber ist irgendwie so eine Halle, eine Konzerthalle eine Location, wo du sagst, ja, da komme ich immer wieder gerne hin?

00:17:32: Seit Corona darf ich sehr regelmäßige in der Elbphilharmonie spielen.

00:17:37: Da spiele ich vielleicht alle drei Monate.

00:17:39: Echt?

00:17:39: Da spiele ich jetzt auch in, ich glaube in zwei Wochen, spiele ich auch, bin ich eine ganze Woche in der Elfi.

00:17:48: Das interessiert ganz viele Leute und ganz viele Leute ist so eine Frage, welche sie interessiert.

00:17:57: Ah, hast du schon mal in der Elfi gespielt?

00:17:58: Ja, ja, ja.

00:17:59: Und ja, habe ich und spiele ich auch wahnsinnig gern, aber dass es nicht Das Non plus Ultra für mich, ich spiele auch sehr gerne in einer kleinen Dorfkirche und das macht mein Konzertleben für mich so interessant, dass ich die ganz unterschiedlichsten Concertlocations bespielen darf und manchmal ist ein Konzert vor zweitausend Leuten und manchmal vor fünfzig Leuten und da würde ich kein Konzert dem anderen vorziehen, sondern Die Mischung macht's.

00:18:37: Das heißt, du spielst natürlich dann auch sehr gerne

00:18:40: in der

00:18:40: Heimat oder in einem Umkreis von Leutkirch, ich sag mal mindestens Algol weiter, Radius.

00:18:46: Kann man dich da irgendwie hören, vielleicht jetzt auch in Richtung Adventszeit, Weihnachtszeit, ist das auch so die Zeit des klassischen Saxophons?

00:18:55: Die Weihnachtszeit ist nicht unbedingt eine Hochzeit von mir, sondern ich hab Das ganze Jahr über gleich viel Konzerte, aber ich mache schon seit vielen Jahren

00:19:06: um,

00:19:07: also zwischen den Jahren Konzerte mit Saxophon und Orgel.

00:19:12: Oh, eine schöne Kombination.

00:19:14: In verschiedenen Kirchen und ich habe auch eine eigene Konzertreife vor fünf Jahren gegründet, die nennen sich Allgäu-Konzerte.

00:19:25: Und da lade ich verschiedene Musiker von überall her.

00:19:30: lade ich ein und ich spiele sehr, sehr regelmäßig und sehr, sehr gern im Allgäu.

00:19:37: Ist da irgendwie so ein Termin, der absehbar ist, vielleicht schon Anfang des neuen Jahres?

00:19:42: oder welche Musikkollegen holst du dir da?

00:19:47: Dann mal mit Orgel, Gitarre, eventuell Cello.

00:19:51: Cello,

00:19:52: zum Beispiel.

00:19:52: Du?

00:19:53: Vierzehntel November ist ein Konzert von den Allgäu-Konzerten in der Festhalle in Leutkirch.

00:20:02: Da kommen die Brüder Revenius mit Cello und Klavier, das organisiere ich selber.

00:20:08: Und zum Beispiel, wie alle meine Kammermusik-Konzerte, kann man auf meiner Homepage nachlesen und da sind Konzerte Ende des Jahres oder Anfangs'n'''s''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''

00:20:24: in der Region geplant.

00:20:25: Also da rein Spitzel lohnt, dann kann man

00:20:26: dich mal in live und Farbe auch mal

00:20:28: hören und erleben.

00:20:29: Und sehen.

00:20:30: Und sehen natürlich.

00:20:32: Ist es dann immer, dass du einen Part neben dir hast bei den Allgäu-Konzerten?

00:20:37: oder können das auch unterschiedliche Musiker sein?

00:20:39: Gut, das ist jetzt ein Buch, was du da am vierzehnten November quasi zu dir auf die Bühne einlädst.

00:20:46: Ganz unterschiedlich, auch von den Instrumenten.

00:20:48: Ja, auch schon meinen Saxophon-Spieler dabei gewissen.

00:20:51: Wo du gesagt hast, okay.

00:20:52: Ein anderer Saxophonist?

00:20:53: Ja.

00:20:54: Das war tatsächlich noch nie der Fall, aber das waren ganz unterschiedliche Besetzungen.

00:20:59: Das war bis zu einem großen Orchester, die Augsburger Philharmoniker.

00:21:04: Da habe ich schon zu Gast gehabt.

00:21:07: Die waren in Wangen in der Waldorfschule zu Gast, mit denen ich Solo gespielt habe.

00:21:13: Das war ein ganz... Tolles Erlebnis.

00:21:16: Das kann ich mir vorstellen.

00:21:18: Ich finde immer so ein Symphonieorchester, das gehört in eine Großstadt und wenn du die dann doch mal so live bei uns hast, das kann ich mir vorstellen.

00:21:28: Das

00:21:28: ist eben mein Anliegen, dass ich in der Region, in der ich wohnen darf und in der ich mich so wohlfühle, auch meinen Mitmenschen etwas zurückgeben möchte von dem, was ich so auch in anderen Großstädten erleben darf und holt da diese Musiker mit ihrer Musik zu uns in unsere Heimat.

00:21:51: Das ist sehr, sehr schön.

00:21:52: Hast du irgendwie vielleicht noch einen Tipp zum Schluss für jemand?

00:21:55: lernt einfach ein Instrument.

00:21:57: Das ist was fürs Leben.

00:21:59: Das ist was für so Rhythmusgefühl für später Tanzen.

00:22:04: Das ist auch Musik ist Kultur.

00:22:07: Man erweitert sein Horizont.

00:22:09: Egal welches Instrument lernt, ein Instrument ist so ein bisschen auch die Message, oder?

00:22:13: Also auf jeden Fall.

00:22:14: Das würde ich jedem raten, weil man merkt, Leuten an, sobald sie sich mit einem Musikinstrument beschäftigen, kommen sie irgendwie runter sind.

00:22:25: Zufriedener sind glücklich, lachen und ich glaube, man sollte unbedingt ein Musikinstrument erlernen und egal in welchem Alter, egal welches Instrument.

00:22:37: und man sollte auch, ich sage immer oft, nach Konzerten kommen sie gut nach Hause, bleiben sie kulturinteressiert und ich finde Kultur nicht nur wunderschön, sondern für unsere ganze Gesellschaft einfach total wichtig.

00:22:54: Das ist ein wunderbares Schlusswort.

00:22:56: Herzlichen Dank für deinen Besuch, Christian Segmehl, Profi Saxophonist aus Leutgeg.

00:23:02: Vielen Dank und alles Gute und bleibt

00:23:15: Kulturinteressiert.

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