Von Zuckerwatte bis Adrenalin - Schausteller Ronny Grubart aus Isny
Shownotes
Im Radio AllgäuHIT-Kaffeeklatsch erzählt Ronny Grubart aus Isny im Westallgäu, wie es ist, Schausteller in der vierten Generation zu sein. Zwischen bunten Lichtern, Fahrgeschäften und langen Reisetagen gewährt er spannende Einblicke in ein Leben, das selten stillsteht.
Ronny spricht über seine Kindheit auf dem Rummelplatz, den Zusammenhalt in der Schaustellerfamilie und die Herausforderungen, die das Traditionsgewerbe heute meistern muss. Außerdem verrät er, warum ihn trotz all der Arbeit immer noch die pure Freude antreibt, wenn die Karussells sich drehen und Kinderaugen leuchten.
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00:00:01: Gesund
00:00:02: und vital durch den Tag.
00:00:04: Der Allgäuchett-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke Kempten und Purnatur, weil Gesundheit bei der
00:00:11: Ernährung beginnt.
00:00:12: Heute ist mein Gast Ronny Grobert aus Isnir.
00:00:16: Servus,
00:00:16: Ronny.
00:00:17: Guten Morgen.
00:00:18: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:19: Sehr, sehr gerne.
00:00:20: Und in deinem Berufsbereich, ich schmeiß einfach mal drei Begriffe rein, spontan einfällt, das ist Zuckerwatte, das sind blinkende Lichter und dann so stimmen wir, bitte einsteigen.
00:00:33: In fünf Minuten geht's los, in unfassbar hoher Höhe.
00:00:36: Das ist so deine Welt des
00:00:38: Jahrmarkts.
00:00:39: Richtig, und die nächste Runde geht rückwärts.
00:00:43: Wir tauchen ein heute wirklich in die Welt von gebrannten Mandeln, Zuckerwatte, Kandy, Apfel, Fischsemmel mit Zwiebel.
00:00:52: Wir sind auf dem Jahrmarkt.
00:00:53: das zusammen heute mit Ronny Grubart aus Isni.
00:00:57: Du bist aus einer Schausteller-Familie.
00:00:59: Du bist Schausteller bzw.
00:01:01: aus einer Schausteller-Dynastie.
00:01:04: Richtig, also ich bin die vierte Generation.
00:01:07: Und es gibt seit seventy-fünf Jahren.
00:01:09: Mein Ur-Opa hat das neunzehnhundertfünfzig gegründet mit der ersten Holzschiff-Schaukel.
00:01:15: Und ja, so ging das Generation für Generation weiter.
00:01:20: Ich lebe dieses Schaustellerleben, ja.
00:01:23: Das ist Wahnsinn.
00:01:24: Das ist so eine komplett andere Welt, wie viele das von uns ja nicht so gehabt haben.
00:01:30: Klar, Kindheit ist Erinnerungen.
00:01:32: Jetzt muss ich da schon ins Jahr nineteenhundertfünfzig zurückgehen.
00:01:36: Ihr seid Isnir, oder wo seid ihr?
00:01:38: Also schon.
00:01:39: Was ist nie genau?
00:01:40: Also eine ganz richtige, verwurzelte Allgäuerfamilie.
00:01:44: Richtig.
00:01:45: Wie ist es dazu gekommen, dass dein Urgroßvater sich in diese Richtung bewegt
00:01:52: hat?
00:01:53: Das Herzblut, definitiv.
00:01:55: Also das lag dem irgendwie mit seiner Frau das Interesse daran.
00:01:59: Der hat dann seine erste Schiffschaukel selber gebaut.
00:02:02: und das Karussell, mein Opa, heute höre ich das Uropa, höre ich heute noch oft.
00:02:07: Der hatte nur einen Arm.
00:02:08: Das war natürlich, wenn der aufs kleine Dörfchen kam bei der Dorfkirmis und dann kam der einarmige, starke Mann und hat die Schiffschaukel alleine aufgebaut.
00:02:17: Das höre ich heute noch.
00:02:19: Auch gerne, das macht mich natürlich stolz.
00:02:21: Da gibt es viele, viele Geschichten wahrscheinlich von früher.
00:02:23: Bist du das als kleiner Bob auch oft auf dem Sofa gesessen, vielleicht auf dem Boden?
00:02:29: Das wäre eine Welt früher.
00:02:30: Richtig, zwar nicht auf dem Sofa, sondern meine Kindheit war im Kettenkarussell bei meinem Vater in der Kasse auf dem Boden mit meinen Autos spielen.
00:02:40: Ich habe dort schon kleine Autos rummelplatz gespielt.
00:02:45: Ich hatte den Trubel in meiner Kindheit also schon immer.
00:02:49: Das hast du mit deinem ersten Atemzug eingesogen.
00:02:52: Jetzt habe ich noch nicht einmal richtig gesagt, welche Fahrgeschäfte bei euch ja am Laufen sind, am Drehen sind, da Ur-Opa mit der ersten Schiffs-Schaukel.
00:03:02: Und jetzt hast du ja schon ein bisschen Karussell.
00:03:04: Welche Fahrgeschäfte habt ihr?
00:03:06: Richtig.
00:03:07: Also über die Jahre als Schauspieler musst du natürlich immer schauen, dass was Neues aktuelles kommt und mit der Zeit auch gehen.
00:03:14: Also wir hatten Baukontalbahn, Boxauto, Kettenkarussell.
00:03:18: Bungie, Trampolin, viele Kinderkarussells, von Spielboden über Süßwaren, über Imbissstände, alles, was eigentlich einen Rommelplatz ausmacht, haben ja schon durchgehabt.
00:03:29: Und es kommt immer mal wieder was hinzu und das andere wird abgestoßen.
00:03:33: Also muss ich quasi immer wieder neu erfinden, um auch interessant zu bleiben natürlich von den Gästenbesuchern, von den Families, die durchziehen.
00:03:43: Aber losgegangen ist es letztendlich mit dieser selbst gebauten Schiffsschauke.
00:03:47: Jawoll,
00:03:47: genau.
00:03:48: Ja, der selber gebaut und auch Kinderkarussell ganz früher zu der Zeit noch von Esel gezogen.
00:03:54: Da gab es noch kein Elektroantrieb, dann später mit Salzwasserantrieb, damit es sich drehen kann.
00:04:00: Ja, da ist natürlich auch die Technik hat sich in der Zeit verändert.
00:04:04: Unfassbar, gibt es noch irgendwelche Relikte oder so?
00:04:08: erste Geschichten noch aus Ur-Opas oder dann vielleicht auch von deinem Oper aus dieser Zeit?
00:04:13: habt ihr da noch so, ja ich sag's jetzt einfach mal so
00:04:17: historische
00:04:17: Familien-Fahrgeschäfte?
00:04:21: Ja absolut, zwar Fahrgeschäft direkt jetzt nicht, aber natürlich auch bei mir in der Wohnung steht das eine oder andere Karussellpferdwohner, aus Holz geschnitzt war oder eine Drehorgel.
00:04:31: Da hängt man schon als Schauspieler, das ist ein Stück Geschichte, da hängt man auch dran.
00:04:37: Die Fahrgeschäfte selber sind moderner geworden.
00:04:40: Ja, vor allem es ist ein Stück für euch persönlich ein Stück Familiengeschichte, Familienkronik, wenn ihr solche Gegenstände noch habt und natürlich auch Geschichte der Schaustellerei.
00:04:51: Also das ist unfassbar.
00:04:53: Gibt es dein Lieblingsstück?
00:04:54: Klar, die Drehorgel.
00:04:55: Ich glaube, das gehört auch so ein bisschen zum Jahrhund.
00:04:58: Die Drehorgel definitiv und die wird auch immer mal wieder rausgeholt und meine Frau hebt sich dann die Ohren zu.
00:05:04: Aber das gehört für mich dazu und auch zum Geburtstag.
00:05:07: Ständchen für befreundete Spiele.
00:05:09: Da genau mal ein Stück, weil es ist einfach gehört zu meinem Beruf und tolles Erinnerungsstück auch.
00:05:16: Ist der Erlernbar der Schausteller Beruf?
00:05:18: Muss man da natürlich irgendwelche Prüfungen natürlich ablegen?
00:05:22: Nicht wirklich.
00:05:23: Also es ist kein Ausbildungsberuf.
00:05:26: Es ist auch sehr speziell.
00:05:28: Also es ist kein Beruf, wo man jetzt sagen kann, das kann man nicht so einfach werden.
00:05:31: Man kann es werden.
00:05:32: Viele probieren das auch und sagen, die gehen zum Arbeiten und wollen das aber auch probieren.
00:05:38: Die meisten scheitern daran, weil sie unterschätzen, was steckt dort wirklich dahinter.
00:05:42: Und als Schausteller selber Ausbildungsberuf in dem Sinne ist es nicht, aber du musst elektriger sein, du brauchst ein Stück Gastronom, du musst lackierer sein, deine Fahrgeschäfte warten, du musst Veranstaltungsmanager sein in dem Sinne.
00:05:57: Da steckt viel dahinter.
00:05:59: ein total abwechslungsreicher Beruf, immer spannend.
00:06:02: Wie monstressig, aber als Schausteller, also ich könnte mir nichts anderes vorstellen.
00:06:07: Vom Umkreis her, wie weit geht's weg aus der Heimat?
00:06:10: Also ich bin im Radius von, ich sag jetzt mal, vierhundert Kilometern unterwegs.
00:06:14: Wie, das ist weit?
00:06:15: Aber sehr heimatverbunden.
00:06:16: Ich bin am liebsten im Radius von hundert Kilometern, also Heimatspiel für mich eine große Rolle und bin auch sehr viel.
00:06:22: praktisch in aufregionalen Veranstaltungen vertreten.
00:06:25: Geht es dann auch ins Ausland rüber?
00:06:27: Weil Österreich ist ja jetzt von vom Algor her wirklich nicht
00:06:30: weit?
00:06:30: Ja, also ich hatte schon mal Anfragen, aber bis jetzt noch nicht im Ausland unterwegs.
00:06:36: Auch noch nicht so drüben.
00:06:37: Friedrichshafen?
00:06:38: Nein, Friedrichshafen ist ja auf deutscher Seite.
00:06:39: Pregens wollte ich sagen in die andere Richtung.
00:06:41: Nein,
00:06:42: nein, nein.
00:06:42: Also Linda, direkt an der Grafik, wenn ich sehr oft aber jetzt im Ausland Österreich, Schweiz, da war man noch nicht.
00:06:49: Ihr habt so unfassbar verschiedene Fahrgeschäfte im Laufe eurer Familiengeschichte, Familienkronik gehabt.
00:06:56: Gibt es irgendwie ein Favourite von dir?
00:06:58: Oder was war dein liebstes Fahrgeschäft als Kind?
00:07:02: Tatsächlich bedingt, dass ich viele Stunden auch in der Kasse verbracht habe bei meinem Vater als kleines Kind.
00:07:08: Es hätte ein Karussellisch für mich unschlagbar, weil es einfach zeitlos ist.
00:07:12: Das war vor fünfzig Jahren ein Highlight und auch heute kommt es noch an.
00:07:16: Das ist so ein ziemliches Favourite.
00:07:18: Klar, hören Klassiker wie ein Autoscooter, gehört auch dazu, kann jeder mitfahren ohne Führerschein.
00:07:26: Aber ja, das definitiv.
00:07:29: Bei mir ist die Hight-Hack neu über Kopffahrgeschäfte toll, aber ich bin schon sehr klassisch
00:07:35: verbunden.
00:07:36: Selber das Wildeste, was du je gefahren bist?
00:07:39: Es sind schon Achterbahnen, wobei ich jetzt merke, mit dem Alter es wird weniger.
00:07:44: Früher habe ich jede Achterbahn und noch so.
00:07:46: Das Bild ist die Überkopf-Fahrgeschäfte.
00:07:48: Ohne Pause mehrmals fahren.
00:07:50: Heute mag ich schon, mit dem Alter das wird schon weniger.
00:07:54: Was ist aktuell so in eurem Sortiment?
00:07:56: Ihr habt also ein großes Lager natürlich auch in Istnie.
00:08:00: Also die Wurzeln nach wie vor
00:08:02: in Istnie.
00:08:03: Richtig, also man den Istnie im Gewerbegebiet, unseren Betriebshof, dort sind Lagerhallen, Wirkstätten, wo wir die Sachen warten, wo alle unsere Fahrgeschäfte und Spielboden auch drin sind.
00:08:16: Von uns selber, momentan mein Highlight ist definitiv das Heimatkarussell.
00:08:21: Das war ein Tromm von mir, ein Kinderkarussell, wo rein auf das Thema Allgäu gestaltet worden ist, weil es unikatisch und das ist so ziemlich mein Highlight.
00:08:31: Ich glaube, jeder von uns, ganz egal welches Alter er ist, jeder hat seine Erinnerung an den Jahrmarkt und dieses Kinderkarussell oder auch später, weil man ein bisschen größer war, dieses Kettenkarussell, jeder weiß es.
00:08:44: Ich bin im Polizeiauto gesessen, ich war auf dem Esel gesessen und manchmal haben sich die Figuren nach oben bewegt und wieder nach unten, so ganz leicht, je nachdem, wie alt man ist.
00:08:56: Jeder kann irgendwas mit dem Begriff Jahrmarkt anfangen.
00:08:59: Das ist unfassbar.
00:09:00: Kannst du eigentlich Zuckerwarte noch sehen oder den Fischsämme vom Stand nebenan?
00:09:05: Absolut.
00:09:06: Also es ist natürlich so Phasen, wenn du vier Wochen durchgehend auf jede Menge Volksfestibüschen.
00:09:11: als Schausteller gehört es einfach zum Ernährungsplan auch dazu.
00:09:15: Da hast du keine Zeit zum Kochen.
00:09:18: Ganz klar, die rote Bratwurst ist unschlagbar.
00:09:20: Das zieh jedem Rinderfilet vorn.
00:09:23: Das gehört einfach dazu.
00:09:24: Genauso wie gebrannte Mandeln oder einfach Produkte, die man auf Jahrmarkten und Volksfesten bekommt, sind einmalige Sachen.
00:09:32: Das kann ich mir nicht online bestellen.
00:09:34: Das kann ich in keinem Gastronomiebetrieb bekommen.
00:09:38: Es gehört zum Flair dazu und genießt man dann natürlich auch sehr.
00:09:42: Was treibt dich an, jetzt in vierter Generation diese Schaustellerei ja auch weiterzubringen und noch ein gutes Stück in dieses Jahrtausend mit reinzunehmen?
00:09:55: Was ist so dein persönlicher Antrieb?
00:09:57: und wo du sagst, boah ja genau,
00:09:59: deswegen
00:10:00: mache ich das.
00:10:02: Weil ich finde, dass meine Branche und mein Berufsleben außergewöhnlich ist.
00:10:06: Es ist sehr abwechslungsreich.
00:10:08: Es ist in gewissen Zeiten total.
00:10:12: Also es ist zeitlos.
00:10:14: Man kann sich vergnügen jeden Tag.
00:10:17: Es gibt so viele Sachen, wo man hingehen kann.
00:10:20: Aber es gibt keinen Punkt, wo es egal ist, welche Herkunft du bist, was du beruflich machst.
00:10:26: Und diese Romantik, die mein Beruf aussprüht, das ist unschlagbar.
00:10:31: Und mein Berufsleben
00:10:34: spiegelt
00:10:34: Spaß und Freude aus.
00:10:38: Es gibt Für den ganz kleinen Geldfreude, wenn ich nur abends mit der Tüte gebrannte Mandeln über den Hummelplatz schlendern darf, wo die Lichter leuchten und die Musik erklingt, ist es so romantik.
00:10:50: Und wenn Kinder in einem Kinderkarussells erst einmal sitzen und diese Strahlen von der Kinder, es ist unbezahlbar und ihr könnt mir keinen anderen Beruf eigentlich vorstellen.
00:11:00: Hoffentlich auch, dass es weiter geht in die fünfte Generation.
00:11:04: Ja, das hoffe ich natürlich auch.
00:11:05: Also mein Sohn macht zwar eine Ausbildung, das war mir wichtig.
00:11:10: Der macht Tourismus und Reisekaufmann.
00:11:13: Erinnertlich hoffe ich natürlich schon, dass der dort weiter macht, macht mir aber auch wenig Sorgen, weil das hängt ihm schon auch irgendwie im Herzblut.
00:11:21: Ronny, vor allem gerade in den letzten fünf Jahren, das war eine markante Zeit Corona.
00:11:27: Das hat euch ja mehr oder minder fast ausradiert aus der Gesellschaft, muss man fast so sagen.
00:11:33: Richtig.
00:11:34: Also vor Corona natürlich ein großer Betrieb, Fahrgeschäfte unterwegs, Terminkalender voll.
00:11:40: Wir machen im Jahr um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um
00:11:51: um um um um um um um um um
00:11:51: um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um um.
00:12:03: Entwicklungen, wir gemacht haben oder mit Einsäunungen, wir wollten wieder loslegen.
00:12:07: Das war erst mal ausgelöscht.
00:12:09: Und dann haben wir in der Not bei uns in Isney auf dem Betriebshof eine Kürbis-To-Go gemacht, mit Liefer-Service für Süßwaren und einen Futrag angeschafft und Privatfeiern, bis es dann wieder losging.
00:12:21: war ganz schön hart.
00:12:23: Das war sehr hart, hat jetzt rückblickend eure Kreativität noch weiter angeregt.
00:12:31: Die Quintessenz vielleicht auch aus Deiner speziell harten Zeit, so nenne ich es jetzt einfach mal, das schafft ja ein bisschen mehr Standbeine, dass du eventuell irgendwo mal so eine kleine Talfahrt abfedern
00:12:43: kannst.
00:12:43: Richtig, also es war damals in der Zeit einfach, die Volksfest waren nicht erlaubt, Privatfeiern waren erlaubt, wir haben uns Futtrages angeschafft und viel auf Privatfeiern, Firmenfeiern haben wir uns spezialisiert und das ist definitiv geblieben.
00:12:57: Also wir machen Volksfest, wir machen diese Organisationen von Festplätzen weiterhin.
00:13:01: haben aber genauso großen Beitrag jetzt unseren Eventservice, wo wir Firmen-Events, Firmen Weihnachtsmarkte organisieren und praktisch auch einen kompletten Weihnachtsmarkt zum Beispiel in die Firma bringen zum Unterschied zur normalen Weihnachtsfeier.
00:13:15: Das ist cool.
00:13:16: Das ist sehr kreativ.
00:13:18: Weil meine Frage lautet natürlich jetzt auch, wie lang ist denn so die Schausteller-Sensor über den Winter?
00:13:25: wahrscheinlich eher weniger?
00:13:26: Gibt es so eine Hochzeit?
00:13:28: Ist es von März bis... November?
00:13:30: Ja,
00:13:31: also so richtig losgehen tut es mit dem Frühlingsfest in März.
00:13:35: Die Hochseisung definitiv ist Juni-Juli, die ganzen Kinderfest in der Stadt.
00:13:41: Aber meine Saison geht eigentlich bis einunddreißigsten Dezember.
00:13:45: Also was mir hoch und heilig ist, ist Heiligabend, erster, zweiter, Weihnachtsfeiertag.
00:13:50: Aber sonst sind wir eigentlich schon durchgehend voll und zur Silvester hören wir auf.
00:13:56: Machen im Januar dann kurz Urlaub mal zum Durchschnaufen.
00:14:00: Und dann geht es aber eigentlich im Februar schon wieder los.
00:14:03: Wir machen viele Faschingsveranstaltungen auch.
00:14:06: Gerade auch so Winter-Events verfirmen.
00:14:08: Und natürlich im Winter müssen wir die Fahrgeschäfte warten.
00:14:11: Das
00:14:12: soll alles wieder
00:14:13: blitzblank dastehen.
00:14:15: Fahrgeschäfte Karussells brauchen sehr viel Pflege.
00:14:19: Also ich sage jetzt mal, ein dreihundertsechzig.
00:14:23: Tage habe ich in der Regel, aber es macht mir Spaß, das lebt mir so als Schausteller.
00:14:27: Immer hört es auch, du sprudelst aus dem Herzen raus, es ist so ein bisschen dann Januar, wie wenn eine Gondelbahn oder ein Sessellift immer in Revision geht, Wartung, alles aufmöbeln, ein bisschen hübsch machen, um das es dann in die neue Saison gehen kann.
00:14:42: Ich habe rausgehört, du hast ein paar.
00:14:44: haben wir jetzt den Begriff Festplatzorganisator oder dieses Organisieren von einem Festplatz.
00:14:55: Wie kommt man dazu?
00:14:56: Genau, also das ist bei mir schon, war schon, bei meinem Uropa so, bei Uropa Vater.
00:15:01: Wir sind sehr oft Generalunternehmer.
00:15:04: Also wir machen circa fünfunddreißig Veranstaltungen im Jahr, wo wir praktisch den kompletten Festplatz übernehmen.
00:15:10: Wenn eine Gemeinde, eine Stadt, ein Volksfest sich
00:15:12: militär
00:15:13: organisiert, kommen wir.
00:15:15: Die zeigen uns die Fläche und dann fangen Hörngespinste an.
00:15:19: Wie weit können wir gehen?
00:15:21: Welche Attraktionen können wir hinzuziegen?
00:15:23: In meiner Heimatstadt Isni sind wir in den Seventing Jahre beim Kinderfest.
00:15:28: Wir haben jedes Jahr den Festplatz gestalten und suchen natürlich deutschlandweit Highlights, die es hier in der Region noch nicht gab, um einen attraktiven Festplatz zusammenzustellen.
00:15:39: Das ist irre.
00:15:40: Gerade vorhin zwischen unseren Gesprächsblöcken hast du ja gesagt, als Kind warst du tatsächlich so, wie man das vielleicht auch aus den Filmen kennt, oder von einer Schaulstellerfamilie oder auch adäquat mit einer Zirkusfamilie, die ja dann alle paar Tage oder alle zehn Tage in einem anderen Ort sind.
00:15:59: Das war bei dir auch so.
00:16:01: Die Schulzeit ne komplett andere als bei ganz, ganz vielen anderen.
00:16:05: Richtig, also ich war zu Hause in meiner Stammschule, aber natürlich unter der Saison waren wir unterwegs.
00:16:10: Das heißt, ich hatte einen wöchentlichen Schulwechsel, hatte da mein Reisetagebuch, das musste ich mitführen, jede Woche in einer anderen Schule.
00:16:19: Die Schulen haben praktisch ausgefüllt, was wurde unterrichtet.
00:16:23: Ich musste die Tests, die ich da gemacht habe, mitbringen.
00:16:25: zu meiner Stammschule, das alles nachweisen, war natürlich aufregend, nicht einfach.
00:16:31: Ich muss aber sagen, ich hab tolle Eltern, die waren da ziemlich dahinter.
00:16:34: Ist auch nicht so, ne?
00:16:35: Sagt man auch nicht so.
00:16:36: Die Schulbildung
00:16:37: da jetzt nicht zu kurz kommen.
00:16:39: Ja.
00:16:39: Aber es ist natürlich dieser Moment, wo du in eine Schule reinkommst.
00:16:42: Erstmal siehst du da vor dreißig fremden Kindern, die schauen dich an wie ein Ufo.
00:16:46: Und dann heißt es morgen, schreib mal einen Mathe-Test mit Sachen, wo du noch nie in deinem Leben gehört hast oder die Woche drauf.
00:16:52: Denkst du dir, das hab ich vor zwei Wochen schon durchgemacht.
00:16:55: Da muss man schon dahinter bleiben, dass da nichts auf der Strecke bleibt.
00:16:59: Aber das haben meine Eltern wirklich gut gemacht und war für mich auch aufregend.
00:17:02: Natürlich viele tolle Leute, Freunde, Kenntlern, die ich heute noch, wenn ich zurückkomme in irgendeine Stadt, wiedersehen.
00:17:09: Ihr habt selber im Lauf der verschiedenen Generationen schon ganz viele unterschiedliche Fahrgeschäfte betrieben.
00:17:18: Und Eingangs hast es gesagt, du hast ja ein ganz besonderes Karussell bauen lassen.
00:17:24: Das ist richtig.
00:17:25: Ich bin sehr heimatverbunden zu meinem Allgäu.
00:17:28: Und man ist als Schausteller natürlich immer auf der Suche, wie kann ich noch mal irgendwas Besonderes bieten, das noch nicht da war.
00:17:35: Und da ich so heimatverbunden war, war mein Traum schon immer, auf jedem Rommelplatz gibt es Kinderkarussells mit Motorrädern, mit Sportwagen und so weiter.
00:17:42: Mein Traum war immer zu meiner Heimat ein Heimatkarussell.
00:17:45: Und deswegen habe ich eben dieses Bauen lassen.
00:17:48: Das hat drei Jahre gedauert mit der Planung und alles.
00:17:51: Ein Karussell, wo ich einfach kleinen Kindern auch schon meine Heimat näher bringen will.
00:17:58: Ein harmer Schlitten ist da drauf, ein drehbares Butterfässchen, wo die Kinder drauf sitzen.
00:18:05: Das ganze Karussell ist mit Motiven, Schloss Neuschwanstein, alles was mit meiner Heimat zum tun hat gestaltet und damit wollte ich was Besonderes.
00:18:14: bieten, vor allem für meine Region eben.
00:18:17: Ja, ich kriege ja jetzt schon ganz glänzende Augen.
00:18:20: Wie ist das Höchstgewicht jetzt auf diesen tanzen dem Butterfässchen bei dir?
00:18:25: Das
00:18:25: ist natürlich dann ganz knapp drüber.
00:18:27: Also eigentlich, ich sage es mal, zwölf Jahre ist das absolute Maximum.
00:18:32: Das soll ja noch ein Kinderkauer selbst bleiben.
00:18:34: Wo war ich schon?
00:18:36: Es ist öfteren auch mal zehn Euro geboten worden, dass man mitfahren darf von einem Erwachsenen.
00:18:40: Aber Kinderkarussell muss Kinderkarussell bleiben.
00:18:42: Ja, da hast du vollkommen recht vor allem.
00:18:44: Wenn man jetzt als Erwachsener mit seinen... Da sprudelt einem ja tausend Sachen so an Kindheitserinnerungen.
00:18:50: Was hat bin ich mit Karussell?
00:18:51: Was war das Schönste?
00:18:52: Was überhaupt?
00:18:54: Da steckt so viel Emotion dahinter, jetzt allein.
00:18:58: Wenn man selber so ein bisschen ein paar Jährchen zurück rudert.
00:19:03: Ist es auch dieses Emozionale, dieses Reale vielleicht in dieser heutigen Zeit?
00:19:09: Wenn man Jugendliche guckt, da ist Facebook, da ist Instagram, da sind die Social-Medias, TikTok, Algorithmen, Planetflicks und so weiter.
00:19:17: Ich werde so zugefragt mit ganz vielen Geschichten.
00:19:21: Ist es so ein Erden auch?
00:19:23: Ja-Markt?
00:19:24: Definitiv.
00:19:25: Also es ist diese Auszeit vom Alltag.
00:19:28: Gerade jetzt.
00:19:29: die momentanen Zeiten sind nicht einfach, sehr viele schlechte Nachrichten oder auch Unmut eben auf der Welt oder jeder ist beschäftigt, auch mit dem Berufsleben ist auf einem Limit.
00:19:39: Da bietet natürlich so ein Volksfestplatz Zeit zum Durchschnaufen und einfach Zeit zum Verbringen, ohne dass es heißt, was macht er beruflich, woher kommt er?
00:19:50: Ich schlende über ein Volksfestplatz und kann dort abschalten.
00:19:54: Das Handy kann mal weg bleiben, gerade bei den Jugend.
00:19:57: Weil eins ist man sicher, der Autoscooter ist und bleibt der Dating, die Dating-Plattform Nummer eins ohne Social Media.
00:20:05: Hier wird sich kennengelernt und das ist natürlich für mich definitiv auch der Grund, warum ich meinen Beruf liebe.
00:20:12: Sei es die Kinder, die strahlen auf dem Karussell oder das Pärchen, das ich vor zwanzig Jahren auf dem Rummelplatz kennengelernt hat, beim Boxauto.
00:20:20: Und heute kommt mit zwei Kinder und sagt, Schön war es, wir haben uns hier kennengelernt und hier kann jeder sein, wie er möchte.
00:20:27: Wir sind hier zum Spaß haben.
00:20:29: Ich kann einfach nur schlendern, ich brauche nicht den großen Geldbeutel und muss Spaß haben.
00:20:33: In einem Festzelt sitzt jeder neben einem anderen und jeder kann den anderen auch mal einhaken und schunkeln.
00:20:39: Das ist mir schon was Besonderes zu manch über Angebot, das es momentan gibt auch.
00:20:45: Ihr seid so ein bisschen die heile Weltmacher für einen
00:20:49: Moment.
00:20:49: Richtig.
00:20:50: oder so ein bisschen rausholen, ja rausholen aus diesem Arbeitshamsterrad.
00:20:56: Einfach ja auch Fantasie anregen.
00:21:00: Kennst du tatsächlich jemand, der sich bei dir bei den Boxautos kennengelernt
00:21:03: hat?
00:21:04: Absolut.
00:21:04: Also ich hatte ja auch den Fall, die haben sich bei uns am Süßigkeitenwagen in Herzli machen lassen.
00:21:09: Er war ganz nervös, er wollte seine Frau einen Heiratsantrag machen.
00:21:12: Und wenn du da natürlich dem eine in Lebkuchen hat schreiben darf, dann willst du mich heiraten.
00:21:17: Und danach siehst du, das hat geklappt.
00:21:20: macht das mich natürlich stolz.
00:21:22: Ich bin also nicht nur frech ausgedrückt Karussellbremser, sondern vielleicht auch irgendwie ein Datingplaner oder Weddingplaner.
00:21:32: Ist es auch so ein Spezial, könnte ich jetzt zu dir an deinen Stand kommen und sagen, hey Ronny, ich brauche
00:21:38: so ein ganz besonderes Herz.
00:21:40: Absolut.
00:21:41: Absolut.
00:21:42: Mit Wunschtext, was du möchtest.
00:21:45: Jeden
00:21:45: ob frech, ob süß, ob romantisch oder für jeden Anlass Geburtstag.
00:21:52: Ach cool.
00:21:53: Kann ich dir einen Wunsch hat stremen.
00:21:55: Hast du schon mal so ein ganz Prominenten bei dir am Fahrgeschäft auch schon transportiert?
00:22:01: Wie sagt man denn da?
00:22:02: In die Runden geschickt, in die Wellen geschickt?
00:22:05: Ja, es kommt hin und wieder mal vor.
00:22:08: Wir sind mit Festzelten gehört zum Volksfest.
00:22:10: Da ist der ein oder andere Schlager-Sänger, dreht natürlich nach seinem Auftritt auch nur Runde über den Festsplatz.
00:22:16: Also da hat man schon mal den ein oder anderen auch transportiert oder rückwärts fahren lassen.
00:22:22: Ich wünsche euch alles Gute, dass die Schausteller-Familie bei euch mindestens noch in die nächsten zehn Generationen weitergeht.
00:22:30: Behaltet ihr deine Freude an deinem Beruf.
00:22:33: und danke für deinen Besuch hier bei mir.
00:22:34: Ich danke dir, das war ganz toll.
00:22:36: Ganz tolle Erfahrungen, das erste Mal im Radio.
00:22:40: Und hat mich riesig gefreut, war sehr unterhaltsam.
00:22:43: Komm wieder!
00:22:44: Gesund und vital durch den Tag.
00:22:47: Der Allgeuchtet-Kaffee-Clutch wurde euch präsentiert von der Bahnhofapotheke und dem Naturkostladen.
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