Grenzen im Schnee: Extremskifahrer Christian Flühr im AllgäuHIT-Kaffeeklatsch
Shownotes
Der Allgäuer Extremskifahrer Christian Flühr hat im AllgäuHIT-Kaffeeklatsch spannende Einblicke in sein außergewöhnliches Leben zwischen Adrenalin, Disziplin und Leidenschaft für den Wintersport gegeben.
Flühr, der seit Jahren mit spektakulären Projekten und Weltmeistertiteln auf sich aufmerksam macht, sprach im Gespräch über seine Motivation, sportliche Grenzen immer wieder neu zu definieren - und darüber, warum für ihn Sicherheit und Vorbereitung oberste Priorität haben. Außerdem erzählte er, wie er sich mental auf extreme Herausforderungen vorbereitet und was ihn antreibt, immer wieder in eisige Höhen aufzusteigen.
Im Podcast berichtet der Wah-Allgäuer auch über besondere Momente auf und abseits der Pisten, den Klimawandel im Gebirge und seine Sicht auf die Zukunft des Skisports. Natürlich kam auch der Humor nicht zu kurz - bei Kaffee, Geschichten und einer ordentlichen Portion Bergleidenschaft.
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00:00:00: Gesund und vital durch den Tag.
00:00:04: Der Allgäu-Hit Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke Kempten und Pur Natur, weil Gesundheit bei der
00:00:11: Ernährung beginnt.
00:00:14: Ein herzliches Grüß Gott, schönen guten Morgen an Christian, der Flür.
00:00:18: Ich hatte es heute im Laufe meiner Stunden davor schon einmal gesagt, heute fühle ich mich so unsportlich.
00:00:23: Du bist die Sportskanone schlechthin.
00:00:26: Erst mal, guten Morgen.
00:00:27: Guten Morgen, also ob ich jetzt die Sportskanone schlechthin bin, weiß ich gar nicht.
00:00:32: Skifahren kann ich einigermaßen.
00:00:34: Das kann ich mal so sagen.
00:00:35: Und das kannst du seit du zwei bist, glaube ich?
00:00:38: Ja, also ich sag mal so, der erste Winter war glaube ich so mit zwei Uhr oder mit zwei Jahren Fischen im Allgäu am Stinnesser Lift.
00:00:45: Dort habe ich so die ersten Gehversuche gemacht gehabt.
00:00:49: Ja, und irgendwie bin ich immer noch
00:00:50: im Allgäu.
00:00:51: Du bist immer wieder im Allgäu und zwar auf einer ganz speziellen Tour.
00:00:57: Das Projekt nennt sich Hashtag Project three.
00:01:02: M.
00:01:03: Das hast du vollkommen richtig ausgesprochen.
00:01:05: In der Sprache kannst du sogar den Hashtag weglassen.
00:01:09: Die ersten Ski-G-Versuche fanden hier bei uns im schönen Allgäu-Staat erfischen.
00:01:14: Wie alt warst du?
00:01:15: Zwei.
00:01:16: Zwei.
00:01:16: Das erste Mal.
00:01:17: Und Schnee hatte ich halt von der ersten Schneeflocke an auch fasziniert.
00:01:21: Skifahren
00:01:22: und Schnee war immer das Tollste, das Beste des Jahres.
00:01:25: Und ich hab ja dann lange Zeit im Ruhrgebiet gelebt.
00:01:28: Da gibt's nicht so viel Schnee wie hier im Allgäu.
00:01:31: Manches Mal.
00:01:32: auch.
00:01:33: Schnee habe ich immer freiwillig geräumt im Haus, auch zu Hause, also von daher.
00:01:37: das war dann Kinderarbeit, aber das habe ich sehr, sehr gerne gemacht gehabt.
00:01:41: So, und dann kam irgendwann die Entscheidung, was machst du beruflich nach dem Abitur?
00:01:45: Und ich habe dann mich entschieden, zur Bundeswehr zu gehen für zwölf Jahre.
00:01:49: Und dann erinnere ich mich noch in Köln bei der Offiziersprüferbewerberzentrale.
00:01:53: So ist diese schlimme Wort.
00:01:56: Und dann sagte der, ja, ich hätte da was, hatte eine Deutschlandkarte hinter sich und sagte, ich habe da was in Wesel.
00:02:02: Da sag ich, Wesel, das ist aber böse.
00:02:05: Was hast denn da unten?
00:02:08: Und dann hatte er ein Problem damit, mich zu den Gewerksjägern direkt zuschicken.
00:02:12: Und dann bin ich dann eingeplant worden beim Gewerks-ABC-Abwehr-Lehrkompany Acht in Sonthofen.
00:02:19: Und am ersten siebten, zweiundneunzig, begann meine Zeit im Allgäu.
00:02:22: Und die ging dann bis zweitausendfünf so nonstop durch.
00:02:26: Und da bist du wahrscheinlich ganz oft in deiner Freizeit schiege fahren, wobei Sport und die Faszination, die hattest du natürlich auch schon vor deiner Zeit hier, bevor du zur Bundeswehr nach Sonthofen gekommen bist.
00:02:38: Wann war dein erster Rekord?
00:02:39: Du bist Weltrekordhalter, also du hast vierzehn Weltrekordtitel.
00:02:43: Also der erste Weltrekord, den ich aufgestellt habe, war in den Obertauern von vierzehnten bis zum siebzehnten Dezember.
00:02:50: Und da schließt sich bei Project Three M auch wieder so ein Kreis, weil ich werde auch während meines Rekordes Project Three M in Obertauern wieder zugegen sein und Teil dieses Rekordes in Obertauern aufstellen, aber ein großer Teil dieses Rekordes wird auch im Allgäu sein.
00:03:07: Du machst das so kleine Vergangenheitsstationen, wirst du wahrscheinlich so anlaufen überall, wo du warst und wo du gesagt hast, das passt vielleicht in das Projekt rein, da gehen wir ja noch genauer drauf ein.
00:03:17: Weißt du noch, was dein allererster, äh, Ninzehundneinneinzig, wieder ausgeschaut hat, dein Weltrekordversuch?
00:03:23: Oder was hast du da gemacht?
00:03:27: Ich habe mit der Marathon-Ski-Welt-Rekord, wie das so schön heißt, von Amerika nach Europa gehault.
00:03:34: Das habe ich immer und immer wieder ein bisschen verbessert.
00:03:37: Und da sind wir dann am Ende.
00:03:39: Wie viele Stunden rauskommen, weißt du es?
00:03:41: Nein.
00:03:43: Das sind elf Tage non-stop auf Ski.
00:03:45: Am
00:03:45: Stück.
00:03:46: Ja.
00:03:48: Das war so der letzte große Rekord, bevor ich da so eine temporäre Auszeit genommen
00:03:53: habe.
00:03:54: Ja, muss auch mal sein.
00:03:55: Und dann
00:03:55: habe ich mir irgendwann so im zarten Alter von einundfünfzig Jahren gedacht gehabt, wir müssen mal wieder was tun.
00:04:02: Ich habe wieder Lust.
00:04:03: Und so ist dann im letzten Winter dann dieser Weltrekord mit den achtzig verschiedenen Liften und Pisten an einem Tag entstanden in Tirol.
00:04:11: Und so was Ähnliches gab es ja schon mal im Allgäu.
00:04:14: Weil im Allgäu gab es mal The Race Across der Allgäu.
00:04:16: Das war der gleiche Weltrekord.
00:04:18: Mit damals dreiundsechzeh oder vierundsechzig Liftanlagen.
00:04:20: Zehn verschiedene Skigebiete an einem Tag.
00:04:23: Und jetzt sind wir für Project Three M wieder im Allgäu.
00:04:26: Das ist so krass.
00:04:27: Bist du irgendwie sportlich?
00:04:29: Hast du dich nach deiner temporären Auszeiten ein bisschen im Fitnessstudio aufgemört?
00:04:36: Ein bisschen Konditionen dir antrainiert?
00:04:39: Ausdauer vielleicht?
00:04:41: fünfmal am Stück um den Bodensee-Zwecksausdauer.
00:04:45: Hast du irgendwie ein spezielles, sportliches Training oder Trainingseinheiten, die da auch zusammengestellt für dieses Projekt?
00:04:52: Ich habe natürlich das Glück, dass ich auf dem Lande lebe, dass ich zum Beispiel zum Schwimmen gehen, nur über die Straße gehen muss.
00:04:58: Da ist der Badesee bei mir.
00:05:00: Und aus Fahrrad kann ich mich auch vor die Türstelle setzen oder aufs Mountainbike kann ich mich setzen und laufen geht auch vor der Haustür.
00:05:06: Das heißt, es geht sehr, sehr viel draußen.
00:05:09: Das ist ein Luxus, den Menschen, die zum Beispiel in der Stadt haben, überhaupt nicht wahrnehmen.
00:05:14: Das ist toll.
00:05:16: Von den, die sind vierzehn Weltrekorden.
00:05:18: Da gab es ja mit Sicherheit nicht nur einen feuchten Händedruck, sondern auch ein Stück Papier, wo das dokumentiert worden ist und eventuell Medaille, Pokal, Trophäe, da hat sich ja was angesammelt bei dir.
00:05:28: Spezieller Raum dafür?
00:05:30: Also einen speziellen Raum, da ich ja im Großraum München heutzutage lebe, ist nicht finanzierbar.
00:05:35: Aber es gibt eine Habmich-Lieb-Ecke und da stehen dann Pokale.
00:05:38: Da sind dann auch deutsche Meisterschaften bei der Bundeswehr da drunter gewesen.
00:05:43: Da sind Medaillen von Skiren.
00:05:45: Alpine Inline-Rennen, bei denen ich mitgefahren bin.
00:05:49: Also da hat sich natürlich einiges gesammelt gehabt.
00:05:52: Aber die großen, also diese sogenannten Guinness-Buch-Urkunden, die natürlich schon einen ganz besonderen Wert haben, die hängen dann nochmal separat.
00:06:00: Wenn ich esse, kann ich rechts nach oben gucken und dann sehe ich dann diese
00:06:04: Urkunde.
00:06:04: Christian, jetzt bist du ja unterwegs in Sachen Broject,
00:06:08: drei
00:06:08: M. Wann ist denn da der Gedanke so gereift, wo du gesagt hast, okay, ich top?
00:06:12: diesen bestehenden Rekord, den es ja hier auch im Allgäu schon gab, bis da eines nachts aufgewacht.
00:06:19: Hey!
00:06:19: Cool.
00:06:20: Project.m.
00:06:22: Nein, so war es nicht.
00:06:25: Da muss ich dazusagen, das war ich gar nicht.
00:06:28: So fremdgesteuert.
00:06:30: Jemand, der ist im Hauptberuf Koch in seinem Leben und der gehört auch zu meinem Team als Schiebengleiter dazu.
00:06:36: Und der hat mir irgendwann ein Screenshot von einem Erschiepas-Auswertung geschickt
00:06:41: gehabt.
00:06:41: Und da stand dann also eine Summe drauf und dann sagt er, wär das nix für dich.
00:06:46: Und ich hab dann gesagt, hab dann kurz drüber nachgedacht, Und hab dann gesagt, machen wir.
00:06:52: Ich wusste aber nicht, worauf ich mich einlasse.
00:06:54: Und damit meine ich jetzt nicht unbedingt den rein sportlichen Aspekt, sondern den organisatorischen.
00:07:00: Das ist Wahnsinn, was ich in den letzten Wochenweg eines am zehnten November nicht vermissen werde, ist das mein Büro und mein Schreibtisch, weil das kann ich nicht mehr sehen.
00:07:09: Für jemand, der jetzt tatsächlich von dieser Challenge, du stellst dich ja quasi deiner selbst auferlegten Challenge, natürlich ein Rekord zu knacken, noch nichts gehört hat, ganz kurz nochmal zusammengefasst, was ist Project?
00:07:24: Also das drei M steht für drei Millionen und drei Millionen Höhenmeter will ich in einem Jahr auf Ski abfahren, damit man das Ganze vielleicht ein bisschen so in Skifahrerkreisen besser einordnen kann.
00:07:35: Ein durchschnittlicher Skifahrer, wenn er viele Höhenmeter an einem Tag fährt, sind das so vier bis sechs tausend Höhenmeter.
00:07:42: Ich muss pro Tag zwölftausend zweihundert Höhenmeter fahren, damit ich diesen Rekord überhaupt erbringen kann.
00:07:48: Dreihundertfünfundsechzig Tage sind lang, das geht über fünf Kontinente, das geht in über drei.
00:07:56: Wow, das muss ich auch bei einem draußen am Radio-Endgerät erst mal setzen.
00:08:02: Allein die Tagesration von einem normalen Skifahrer-Tag.
00:08:07: Da bist du ja quasi schon als Kleinfamilie unterwegs am Tag.
00:08:10: Ja, also ich nutze Skipässe
00:08:13: schon ordentlich aus und da ja Skifahren durchaus dem dem Verdacht steht, dass es eine kostenintensive Sportart ist, muss man natürlich auch so ein Skipass ausnutzen und das mache ich dann im kommenden Jahr sehr, sehr genau.
00:08:25: Ich gucke mir die Pisten sehr genau an.
00:08:27: Aber auf der anderen Seite, das was da drum herum ist, das sollte man nicht vergessen und die Zahlen, damit man sich das auch nochmal so vorstellen kann, wenn ich in München in einen Flieger einsteige und in Las Palmas auf Gran Canaria aussteige, wenn ich das vertikal runterfahre, dann sind das diese drei Millionen Höhenmeter im kommenden Jahr.
00:08:45: Wow,
00:08:46: das ist absolut abgefahren.
00:08:48: Jetzt hast du ja den zehnten November schon ein, zwei Mal angesprochen, der zehnte November ist dein.
00:08:57: Ja, am zehnten November am Montag geht es los, einen Tag bevor die fünfte Jahreszeit in der Region losgeht, wo ich gebürtig, ja komm mal im Rheinland, das ist Elfter, Elfter, gehe ich dann auf die Ski, ich selbst hab mit Fasching nie viel zu tun gehabt, das war nicht so meine Welt.
00:09:15: Aber am elften November geht es los und es geht dann bis zum neunten November zwanzig sechsundzwanzig.
00:09:20: Wahnsinn, wo ist Start und wie?
00:09:23: Ich frag dich das gleich auch nochmals ein bisschen intensiver.
00:09:27: Auch deine Vorbereitung, aber wo geht's mit Tag eins
00:09:31: los?
00:09:32: Also der Auftakt ist noch in einem Gletscher-Ski-Gebiet, das ist der Mülltaler Gletscher in Kärnten, da geht's los.
00:09:38: und vom Mülltaler Gletscher, da bin ich elf Tage, da geht's dann weiter nach Obertauern, von Obertauern geht's nach Hochfügen, von Hochfügen geht's nach Ischgl, von Ischgl geht's an Soudelfeld, dann Oberaudorf und dann bin ich dann schon das erste Mal im Allgäu.
00:09:52: Wow.
00:09:52: Aber dann haben wir schon zwanzig, sechsundzwanzig.
00:09:54: Krass.
00:09:55: Dann haben wir die Jahresgrenze schon überschritten.
00:09:57: Richtig.
00:09:58: Wie weit im Vorfeld hast du begonnen mit den Planungen, um das du dann am zehnten November-Zweißen-Fünfundzwanzig starten kannst?
00:10:07: Die Idee wurde ja, dieser Screenshot, der mich erreicht hat, das war Ende März.
00:10:14: Und dann haben wir ein bisschen noch überlegt gehabt.
00:10:16: Ich habe dann mit der Vorbereitung was die Papierlage angeht.
00:10:21: Im Prinzip dann schon im April begonnen.
00:10:23: Nach außen hin ist das das erste Mal, glaube ich, am fünfundzwanzigsten Mai gegangen.
00:10:28: Ja und seit zwei Monaten mache ich nichts anderes mehr als mich auf diesen Tag X. Papiertechnisch vorzubereiten, so die konditionelle Grundvorbereitung, die ging dann so auch
00:10:40: maillos.
00:10:41: Peu à peu ist das gereif.
00:10:43: So, Peu à peu bereitest du dich vor?
00:10:45: Natürlich nicht allein.
00:10:46: Diese Weltmission kann man alleine gar nicht stemmen.
00:10:49: Du hast so eins, zwei, drei Pippel um dich rum.
00:10:51: Na ja,
00:10:52: mit eins, zwei, drei Menschen um mich rum würde das nicht funktionieren, weil ich bin gezwungen, dass ich immer zwei Zeugen mit dabei
00:10:58: habe.
00:11:00: Ich habe ein Team inzwischen von über fünfzig Personen, die reichen noch bei Weitem nicht für das Jahr, ist auch relativ einfach erklärt.
00:11:08: Zweihundertfünfzig Skitage, zwei Zeugen pro Tag.
00:11:10: Das macht also fünfhundert Mann Tage.
00:11:13: Wir haben dreißig Tage Urlaub und dann ist relativ schnell erklärt, wenn ich jetzt vierzehn oder fünfzehn Mann dreihundertfünfundsechzig Tage hätte, dann hätte ich so viel, dass ich sie wirklich, dass ich immer zwei Zeugen dabei hätte.
00:11:28: Die haben vielleicht auch Familie, die haben vielleicht auch noch ein paar andere Hobbys, außer Schieber.
00:11:33: Und damit sprechen die es dann
00:11:35: durchaus so, dass die dann auch das... Da bin ich auch vollkommen mit zufrieden, dass sie nur ein Teil ihres Urlaubs dafür öpfern.
00:11:42: Und so muss ich natürlich ein riesiges Team haben.
00:11:46: Es gibt natürlich solche ein paar Spezialfunktionen, die dabei sind.
00:11:49: Es gibt eine Person, die beschäftigt sich das ganze Jahr nur mit Rekorddokumentationen.
00:11:53: Also bei jeden Tag Unterlagen produziert werden, die in eine Rekordmappe reingelegt werden müssen, damit das am Ende auch alles dann passt.
00:12:00: Ich habe eine Physiotherapeutin.
00:12:02: Ich habe natürlich jemanden, der für Social Media zuständig ist.
00:12:05: Ich habe einen Kameramann, der die Bewegtbilder liefert und so weiter und so fort.
00:12:09: Also da sind schon Leute, die dann nachher noch on top zukommen.
00:12:13: Ja, ja.
00:12:13: Und dann sind wir wahrscheinlich am Jahresende bei hundert, hundertzwanzig Menschen, die daran beteiligt
00:12:18: waren.
00:12:18: Krass, das Ganze muss ja irgendwo vermarktet sein, wenn dieses ganze Teil kostet ihr richtig Asche, also richtig Kohle allein.
00:12:27: Die Tatsache, dass du ja dreiundfünfundsechzig Tage in dieser Challenge bist und dich aus deinem eigentlichen Leben ja mal so kurzerhand ein Jahr ausklingst.
00:12:36: Ja, also ich kann nur sagen, vor den Radiogeräten jetzt mal kurz überlegen, wie viel kostet das Leben in einem Jahr?
00:12:44: Weißt das irgendjemand?
00:12:45: Normalerweise nicht.
00:12:46: Das sind zum Beispiel Fragen, mit denen ich mich in den letzten Monaten rumschlagen musste, notgedrungenerweise.
00:12:51: Und das geht dann natürlich auch noch so weit, dass es da ganz, ganz extreme Sachen gibt.
00:12:56: Ich muss mir zum Beispiel mal überlegen, dass wenn irgendetwas Schlimmes passiert, also sprich, ich bin nicht mehr ansprechbar.
00:13:02: So.
00:13:03: Dafür müssen Unterlagen vorbereitet sein und dafür müssen Patientenverfügungen und solche Sachen geschrieben werden.
00:13:08: Das sind alles so Themen, wo man sich, glaube ich, normalerweise überhaupt nicht mit beschäftigen will.
00:13:12: Die müssen aber geklärt sein, damit... im Falle eines Falles für mich gehandelt werden kann.
00:13:18: Und das habe ich so in den letzten zwei Monaten primär
00:13:20: gemacht.
00:13:20: Man behält ja seine Wohnung.
00:13:22: Man vermietet die ja nicht unter.
00:13:24: Allein das muss ja irgendwo auch finanziert werden.
00:13:29: Wie groß ist die Vorfreude bei dir jetzt so ein paar Tage?
00:13:33: Also es sind ja nicht mal mehr ganz zwei Wochen.
00:13:36: bis zum losgehen.
00:13:37: Bist du schon hebelig?
00:13:39: Oder kribbeltst du dir schon in den Füßen?
00:13:41: Oder sagst du, wenn Leute da draußen scheinen, die Sonne?
00:13:43: Ich bräuchte Schnee, Schnee, Schnee, Schnee.
00:13:46: Mario, guck mir in die Augen.
00:13:47: Seh ich so traurig
00:13:48: aus?
00:13:48: Nein!
00:13:50: Du streist eben.
00:13:51: Also du scharst mit den Skischuhen bis zum ersten Tag.
00:13:56: Warst du jetzt, ich meine jetzt nicht Skisaison Januar, Februar, sondern bist du schon auf Skiern gestanden?
00:14:03: Bist du jetzt schon einmal beim Skifahren gewesen?
00:14:05: Also meine Skisaison begann Mitte September, Außentemperatur, twenty-fünf Grad.
00:14:12: Und typischerweise fährt man ja dann nach Süden in zu den Gletscher.
00:14:16: Nein, ich bin nach Norden gefahren.
00:14:18: Ich bin zum Heide Gletscher gefahren.
00:14:20: Der liegt in der Lüneburger Heide.
00:14:22: Da gibt es dann eine Skihalle.
00:14:24: Und da habe ich an einem Freitagabend mich mit einem Teammitglied getroffen gehabt, die just auf einer Messe in Hannover zu dem Zeitpunkt war.
00:14:32: Und wir sind drei Stunden im Schnee gewesen.
00:14:34: Und diese drei Stunden, die haben sich angefühlt gehabt wie ein richtiger Urlaub, weil diese acht Meter von dem Ski anziehen, bis zu dem Moment, wo man dann auf einmal bei minus zwei Grad im Schnee steht und diesen Hang vor sich hatte.
00:14:51: Wer schiefern kann, kann das nachvollziehen.
00:14:53: Menschen, die nicht schiefern können,
00:14:55: sollten
00:14:56: unbedingt mal zum Schiefern gehen, weil dann können sie das auch sofort nachvollziehen.
00:15:00: Gibt es in dieser Challenge einen Schiegebiet, das dir besonders gut gefällt, besonders gut liegt oder wo du dich besonders drauf freust?
00:15:09: Oh,
00:15:10: also es gibt Highlights en masse, weil ich habe zu jedem Skigebiet, bei dem ich an den Start gehen werde, irgendwo eine persönliche Geschichte zu erzählen.
00:15:18: Also das heißt, wir können eigentlich heute bis achtzehn Uhr durchsinnen.
00:15:21: Ja, ist überhaupt gar kein Problem.
00:15:23: Aber ich möchte so zwei Sachen mal rausziehen.
00:15:25: Einerseits ist es natürlich meine regionale Verbindung zum Allgäu, zum Menschen, die im Allgäu leben.
00:15:32: Also sei es jetzt nun eine Conny Berwanger aus Obermeisestein, vom Berwanger Hof.
00:15:38: Das sind echte Heimatgefühle.
00:15:40: Also sprich, da fühle ich mich auch heute noch zu Hause, auch wenn ich da seit zehn Jahren nicht mehr lebe.
00:15:45: Dementsprechend sind die Oberstdorf-Kleinweiser Tallerbergbahn natürlich eine dieser Geschichten.
00:15:49: Das Tannheim-Hatal ist auch mit dabei.
00:15:51: Auch da bin ich früher sehr häufig beim Skifahren gewesen.
00:15:54: Ist auch eine wunderbare Region.
00:15:56: Und dann möchte ich nur kurz die Geschichte erzählen.
00:15:58: Da sind wir nicht wieder bei der Bundeswehr.
00:16:00: Ich war im S-Voreinsatz.
00:16:03: International Headquarter Sarajevo.
00:16:05: Dort hatte ich eine Sprachmittlerin, die heißt Layla.
00:16:08: Und diese Layla, ich war danach als Journalist, dann irgendwo zehn Jahre später wieder in Sarajevo um über Skifahren in der Olympia-Stadt Sarajevo zu bricht.
00:16:18: Und dann saß ich, sagte mir der Skigebietchef, ja, da gibt es eine Mitarbeiterin, die spricht sehr gut Deutsch.
00:16:24: Ach, nee.
00:16:24: So, und dann saßen wir zusammen und dann sagte auf einmal die Person, die vor mir sagt, Christian, wir kennen uns.
00:16:30: Ja.
00:16:30: Und ich habe natürlich bei der Bundeswehr gelernt, Klappe halten, weil Da sind ja auch andere Nachrichtendienste, die vielleicht was von dir wollen.
00:16:39: Und ich habe dann so gesagt, nee.
00:16:40: Und dann sagte sie irgendwann, du warst doch schon mal in Bosnien.
00:16:45: Ich sag ja.
00:16:45: Und dann sagte sie, ich war deine Sprachmittlerin.
00:16:48: So.
00:16:48: Und so ist dieser Kreis geschlossen.
00:16:50: Und diese Person ist heutzutage Head of Race Office Europa Cup Bielasnitscha, lebt auch inzwischen in Frankfurt.
00:16:58: Und die hat das eingefädelt, dass ich in Sarajevo unterwegs bin.
00:17:01: Und auch da freue ich mich riesig drauf.
00:17:03: Weil es ist sehr schön zu erleben,
00:17:06: wie
00:17:07: dieses Land vom Bürgerkrieg zu einem immer größerwährenden Tourismusziel sich entwickelt, nicht nur zum Skifahren, sondern ganzjährig, aber auch zum Skifahren.
00:17:16: Und das sind so Erlebnisse, die sind wunderbar und wir können noch reichlich weitermachen.
00:17:21: Wie geht denn das so einen Tag?
00:17:22: Du stehst auf, schaufst Müsli für eine ganze Kleinfamilie und dann geht es schon auf die Piste.
00:17:29: Also in vielen Skigebieten, da hätte ich das Glück haben, dass ich sogar früher als andere zum Skifahren gehen darf.
00:17:36: Da gibt's ja immer so diese Personalgonde.
00:17:38: Da werden dann die Mitarbeiter in die Gastronomiebetriebe hoch geschafft oder letztendlich die Bergbahnmitarbeiter.
00:17:46: Da fahre ich dann schon um acht Uhr morgens das erste Mal.
00:17:49: Dann gehe ich danach zum Frühstück.
00:17:51: Aber Müsli ist nicht so mein Ding.
00:17:54: Da ist eher so die Semmel und die Kirschmarmelade ganz entscheidend und ein schöner Milchcafé dazu.
00:18:00: Also sprich nicht unbedingt das Sport.
00:18:02: Frühstück, dann geht's bis Mittags Skifahren ab neun Uhr.
00:18:05: Dann ist so eine Stunde Einkehrschwung, den ich auch mache.
00:18:09: Und dann geht's nachmittags bis zum Lüftschluss weiter.
00:18:12: So, und das ist so grob gesagt, der Tag erklärt und das ganze jeden Tag immer und immer wieder.
00:18:18: täglich grüßt das Murmeltier.
00:18:19: Ja, du bist da quasi in deinem Skiapfalz Hamsterrad irgendwo gefangen.
00:18:25: Es ist ja die Variable X, das Wetter oder das Wetter ist die Variable X. So passt der Satz.
00:18:30: Und inwieweit kannst du kurzfristig dich in ein anderes Skigebiet verfrachten lassen?
00:18:37: Oder wie gehst du mit dem Wetter um?
00:18:39: Die Bedingungen können ja ganz unterschiedlich sein.
00:18:41: Auch solche Schneefälle, dass man nicht zieht, das lief der auch.
00:18:44: Deswegen nicht haben, öffnen können.
00:18:46: Also ich sag mal so, wir wissen alle, dass Skifahren ein Natursport ist.
00:18:50: Und das ist auch gut so, dass das ein Natursport ist.
00:18:52: Und das kann immer dazu kommen, dass ich vielleicht an einem anderen Zeitpunkt, an einem anderen Ort sein muss.
00:18:58: Aber andersrum gesagt, Es kann ja auch mal sein, dass ich ein Männer schnumpfen habe.
00:19:03: Und der ist ja verdammt schlimm.
00:19:05: Also von daher, da gibt es auch noch ein paar andere Sachen, die da eine Rolle spielen.
00:19:09: Und die Planung ist darauf ausgelegt, nicht, dass das wirklich auf Naht gemacht ist oder sehr, sehr konservativ alles gerechnet.
00:19:16: Das heißt, genau diese Sachen sind alle vorher überlegt worden, sodass am Tagesende dem Rekordprojekt nichts entgegen steht.
00:19:24: Trotzdem habe ich da einen irren Respekt vor, weil ich kann mir nirgendwo Leute Aquirieren, die mir sagen, wie sich Skifahren nach dreißig Tagen am Stück anfühlt.
00:19:35: Elftage am Stück weiß ich, aber danach puh und das mal flüstert selbst mir Respekt ein.
00:19:40: Ja, ist aber wahrscheinlich auch gut, wenn man mit einem gesunden Respekt an so eine Geschichte rangeht.
00:19:45: Damals bei deiner Elftage Challenge, wie viel Skier hast du verfahren oder ist das immer noch das erste Paar gewesen?
00:19:52: Weil die sind ja quasi so wie im Windkanal.
00:19:55: Also bei
00:19:55: diesen Rekorden damals war das ein bisschen anders als heute.
00:20:00: Damals war natürlich irgendwann weichfertig.
00:20:03: Ich habe aber jetzt immer diese Wiederherstellungszeit, dass ich mich ausruhen kann nach dem Skifahren und ich bin nicht mehr rund um die Uhr unterwegs.
00:20:13: Sprich die Skige in Ams zum Service und morgens sind sie wieder fertig.
00:20:16: Ich bin unterwegs mit Vier Paar Skis, wenn da was passiert, gibt es natürlich auch von der Skifirma einen neuen Skis.
00:20:23: Es ist so, dass es natürlich auch mehrere Skischuhe gibt, mehrere Sätze Oberbekleidung, mehrere Skibrillen, weil das braucht man alles, weil es kann alles mal kaputt gehen.
00:20:31: Aber es ist, sag ich mal so, nicht so, dass ich jetzt mit unglaublichen Massen an Material unterwegs
00:20:37: bin.
00:20:38: Aber ist ja schon vom Verschleiß her, das war jetzt so mein Ding, ein Paar Skis werden wahrscheinlich da nicht reichen bei dieser Challenge.
00:20:45: Ich glaube, da reden wir mal so in drei Monaten drüber, wenn ich weiß, was durch das Skischleifen beim Service immer weggeht.
00:20:52: Ja, Start, wie gesagt, jetzt nicht im Allgäu dann, aber doch die große Allgäu-Phase.
00:20:58: Nochmals vielleicht, wo trifft man dich da?
00:21:00: Es sind da überhaupt Zuschauer, laut bei deiner Tages-Challenge.
00:21:03: Da kann ich anfeuern unten am Lift.
00:21:05: Nein,
00:21:05: man darf mich nicht nur anfeuern.
00:21:07: Ich freue mich auch über jeden Besuch im Lift, weil es ist im öffentlichen Skibetrieb.
00:21:11: Ich bin ein ganz normaler Skifahrer.
00:21:13: Es ist nichts für mich abgesperrt und es soll auch nichts abgesperrt sein, weil ich möchte, dass jeder sich davon überzeugen kann, dass diese Leistung auch real erbracht wird.
00:21:22: wird.
00:21:22: Ich bin das erste Mal Mitte Januar in der Zweiländerschierregion Fälle an Kanzelwand unterwegs.
00:21:28: Da primär eher auf der Kanzelwand Seite der Zwerenalpe.
00:21:32: Im März bin ich am Ifen, zweite Märzwoche und im April, weil man im Allgäuja das wissen wahrscheinlich auch manche Menschen hier in Kampen gar nicht.
00:21:41: Man kann ja
00:21:41: im Allgäu bis in den Mai rein Skifahren gehen und am Nebelhorn bin ich dann Mitte April unterwegs.
00:21:46: Voll krass, also quasi auf dem Dach des Allgäuers.
00:21:50: Deutschlands längste Skiabfahrt.
00:21:51: Rooftop hier bei uns.
00:21:54: Was kann man dir wünschen?
00:21:56: Natürlich jegliche Gesundheit, dass da gesundheitlich Beinbruch technisch nichts passiert.
00:22:03: Toi, toi, toi, was wünsche ich dir oder wie wünsche ich dir das?
00:22:06: Gut lag.
00:22:06: Also ich freue mich über jeden guten Wunsch.
00:22:08: Ich freue mich auch über jeden, der die Daumen drückt.
00:22:10: Ich freue mich über jeden, der an mich denkt, wer sich das angucken will, kann das natürlich auch jederzeit im Internet
00:22:17: machen.
00:22:17: Über Social
00:22:18: Media.
00:22:18: Auf Brettern.
00:22:20: weil die Medien nennen mich ganz gerne den Bond auf Brettern und deshalb habe ich auch Bond-Racer auf meinem T-Shirt hier gerade stehen und da gibt es einen Live-Ticker und da kann man wirklich permanent dabei sein und ich versuche das wirklich auch zu visualisieren.
00:22:35: und ich denke auch mal, dass ihr von Algoy Hit Radio auch durchaus euch immer wieder einschaltet.
00:22:40: Ich
00:22:40: freue mich auf jeden Fall drauf.
00:22:45: Gesund und vital durch den Tag.
00:22:47: Der Allgeuchtet-Kaffee-Clutch wurde euch präsentiert von der Bahnhofapotheke und dem Naturkostladen Pohr Natur im Herzen von Kempten.
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