Einsatz mit Leidenschaft - Peter Pohl über die Motorradstaffel des BRK im Allgäu

Shownotes

In dieser Folge des AllgäuHIT-Kaffeeklatsch sprechen wir mit Peter Pohl, einem der Gründungsmitglieder der Motorradstaffel des Bayerischen Roten Kreuzes im Allgäu.

Seit vielen Jahren ist er mit Herzblut dabei, wenn es darum geht, schnell Hilfe zu leisten – dort, wo Krankenwagen oft schwer hinkommen. Ob bei Großveranstaltungen, im unwegsamen Gelände oder auf stark befahrenen Straßen: Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Motorradstaffel sind stets bereit, Erste Hilfe zu leisten und professionelle Unterstützung zu bieten, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Peter Pohl erzählt im Gespräch, wie alles begann, welche Motivation hinter dem besonderen Engagement steckt und welche Einsätze ihm bis heute im Gedächtnis geblieben sind.
Außerdem geht es um Teamgeist, Verantwortung und die Faszination, Motorradfahren mit sozialem Engagement zu verbinden.

🎧 Jetzt reinhören in eine spannende, persönliche und bewegende Folge – über Menschen, die helfen, wenn jede Sekunde zählt.

Transkript anzeigen

00:00:02: Gesund und vital durch den Tag.

00:00:03: Der Allgäuchelt-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke Kempten und Purnatur, weil Gesundheit bei der Ernährung

00:00:11: beginnt.

00:00:13: Heute begrüße ich Peter Pol aus Bad Wöreshofen.

00:00:16: Aber nicht gewürdig.

00:00:18: Hallo, Herr Pol.

00:00:19: Ja, einen wunderschönen guten Morgen.

00:00:21: Schön, dass Sie mich eingeladen

00:00:22: haben, ich freu mich.

00:00:23: Natürlich, sehr gerne haben wir Sie eingeladen und da muss man ein bisschen weiter auch ausholen zu welchem Thema.

00:00:31: Ich glaube so als Überbegriff nehmen wir einfach mal das Ehrenamt.

00:00:35: Das ist mir etwas, was in meinem Leben sehr wichtig geworden ist und ich seit Ja, seit dem vierzehnten Lebensjahr im Ehrenamt schon angefangen habe.

00:00:46: Ja, und speziell das Ehrenamt, wo wir sie heute so ein bisschen mehr in den Mittelpunkt rücken, da geht es um die BRK Motorradstaffe Allgäu.

00:00:58: Volle Fahrt voraus mit uns zwei.

00:00:59: Also ich darf Sie vielleicht etwas korrigieren.

00:01:01: Ja, gerne.

00:01:03: Die Motorradstreife, die wir in Bayern haben, seit

00:01:10: BAK Motorradstreife.

00:01:11: Wo kam denn die Passion überhaupt einmal zum Motorradfahren her?

00:01:15: Zum anderen haben sie ja gerade eben schon gesagt, als junger Teenager schon im Krankenhaus irgendwo mitgearbeitet.

00:01:22: Also zwei Passionen, die haben sie verknüpft.

00:01:26: Ja.

00:01:27: Der Drang zum Medizin oder zum medizinischen Themen war für mich schon immer da.

00:01:32: Ich wollte eigentlich mal Medizin studieren, aber aufgrund der familiären Verhältnisse hat es einfach nicht geklappt und so weiter.

00:01:39: Und dann hatte ich jemand, der mich gerne studieren hätte lassen und der ist dann leider tödlich verunkelten.

00:01:45: Kein schönes Erlebnis, aber ein einschneidendes Erlebnis auch

00:01:49: für Sie?

00:01:49: Ja, doch, das war dann schon.

00:01:51: Und na ja, ich war in einem anderen Bereich Medizin tätig.

00:01:56: Und Motorradfahren, das hat man ja so ein bisschen früher gut und gerne gemacht als...

00:02:03: Ja, also dazu darf ich folgendes sagen, es war mehr Moped fahren.

00:02:08: Wir sind ja mit drei, zehn, vierzehn Jahren schon Moped gefahren in München.

00:02:11: Ich hatte einen Fahrrad mit Hilfsmotor, mit einem Keilriemen am Vorderrad und das war mein erstes motorisiertes Zweirad.

00:02:20: Und dann entwickelt sich das so langsam.

00:02:24: Also vom Fahrrad zum Moped und dann immer weiter und dann kam der erste Roller und so hat sich das weiterentwickelt bis zur größten Maschine von BMW.

00:02:34: Immer

00:02:34: mehr PS sind da dazugekommen.

00:02:36: Dieses Arbeiten oder ehrenamtliche Arbeiten beim Bayerischen Roten Kreuz hat das dann auch schon ganz früh angefangen?

00:02:42: Das

00:02:42: hat sehr früh angefangen und zwar im Jahre neunzehn oder dreiundsechzig schon.

00:02:46: Beim Roten Kreuz habe ich angefangen.

00:02:49: Und

00:02:50: bin heute noch dabei und immer noch aktiv.

00:02:53: Cool!

00:02:53: Das ist auch wahnsinnig viel Spaß.

00:02:55: Seit wann sind Sie denn im Allgäuer?

00:02:57: So ein bisschen, haben Sie es ja gar gesagt, den München aufgerufen?

00:02:59: Ich bin ein

00:03:00: bürtiger Münchner.

00:03:00: Manchmal hört man es ein bisschen raus.

00:03:02: Wenn ich bayerische Klänge höre, dann schalte ich den Schalter oben.

00:03:06: Ein Münchner

00:03:07: Original muss man wirklich nur dazusagen.

00:03:10: Wie soll ich sagen?

00:03:11: Jetzt muss ich noch mal nach Ihrer Frage fragen.

00:03:14: Wie lange Sie bei Algor schon sind?

00:03:15: Wie lange ich mal?

00:03:16: Ja, also im Algor bin ich seit neunzehnhundertzeigundseipzig und fühl mich da wirklich sehr wohl.

00:03:23: Und da bin ich der Heu, wie man sagt, dem Allgäuer.

00:03:26: Ja, genau.

00:03:27: Ich habe jetzt nur deswegen gefragt, weil Sie ja so ein bisschen was die BRK Motorradstreife Allgäu angeht, da ja auch federführend mit dabei waren, vielleicht auch irgendwelche Connections gehabt haben, um das sich das überhaupt formieren konnte.

00:03:43: Also das ganze ging los im Jahre Und die ersten Überlegungen, sowas einzurichten in Bayern.

00:03:54: Und die erste Ausbildung war dann in Kempten auf der Streife unterwegs.

00:04:04: Ich bin heute immer noch aktiv, allerdings nicht mehr in Kämmten, sondern im Oberallgäu, sondern im Unterallgäu.

00:04:10: Von den Stützpunkten her, sofern man das so benennen kann, gibt es da irgendwie zwei Stützpunkte im Allgäu, wo so kleine Zentren sind vielleicht für diese Streife?

00:04:21: Ja, also

00:04:21: das Oberallgäu, der Standort ist in Sonntofen und das Unterallgäu ist Standort Memmingen.

00:04:28: Und wie viele Leute sind da inzwischen, das ist ja jetzt auch schon mehrere Jahrzehnte Bestand, diese BRK-Motorradstreife hier im Albar, wie viele People seid ihr?

00:04:38: Also wir haben insgesamt in ganz Bayern, neunzehnt Standorte, neunzehnt Standorte, das geht also von Reichenhall los bis ins Unterfranken, aus Schaffenburg und so.

00:04:56: und geht dann weiter hoch.

00:04:58: Also, wie gesagt, wir sind ganz gut verteilt in Bayern und haben, wie gesagt, sehr viele Standorte, wo auch dementsprechend unterschiedliche Maschinen stehen.

00:05:10: Im Standort Memmingen steht eine Maschine und im Oberallgäu stehen zwei Maschinen, die halt auch ein bisschen größeres Gebiet haben, wobei wir keine Gebietsgrenzen haben, sondern wir fahren dort, wo wir gebraucht werden.

00:05:23: Und nicht nur Streife, sondern auch bei Katastrophen natürlich.

00:05:27: Aber warum war damals auch der Zeitpunkt, wo es geheißen hat, Mensch?

00:05:32: Bayernweit haben wir vielleicht schon so viele Stationen, es ist jetzt auch Zeit, im Allgäudes aufzubauen.

00:05:39: Was war da vielleicht auch der Anlass, einfach sich breiter Flächendecken da aufzustellen, mit BRK hauptaugen betrachtet?

00:05:46: Ja, also das ging, also wie gesagt, dass wir gewisse Standorte, die sich für diese Tätigkeit, neue Tätigkeiten haben, das Bayerischen Roten Kreuz ist, dass wir da Standorte gesucht haben und die haben sich dann beworben und gemeldet.

00:06:03: Wir würden auch gerne Motorrad fahren.

00:06:04: Wir haben genügend Motorradfahrer, gerade im Allgäu.

00:06:07: Und so ist das Ganze zustande gekommen, dass diese Standorte im Allgäu so existieren, wie sie heute noch existieren?

00:06:15: Wir sind da so das Aufgabengebet.

00:06:17: Es ist ein Ehrenamt.

00:06:19: Man muss natürlich medizinische Kenntnisse haben.

00:06:22: Also rein nur die Lust auf einem Zweirad zu sitzen reicht nicht.

00:06:26: Wir sind da ein bisschen die Konstellation auch von der Maschine her.

00:06:30: BMW hatten sie vorher schon mal anklängen lassen.

00:06:32: Es war aber ihre erste Maschine.

00:06:34: Die BMW, BRK Motorräder kennt man vielleicht selbst aus dem Stau.

00:06:40: Wie ist das, wenn ich sage, okay, ich kann Motorrad fahren, ich habe eine medizinische Ausbildung oder

00:06:47: übt das auch

00:06:48: aktiv aktuell aus, dann kann ich natürlich zu Ihnen kommen, braucht Ihr jemand.

00:06:53: Ja, also es war so, früher war der Einstieg erst mit fünfunddreißig Jahren möglich.

00:06:58: Wegen Berufserfahrung auch.

00:06:59: Eine Fahrung

00:07:00: mit großen Maschinen.

00:07:02: Also damals waren es fünfhundert Kubik und mittlerweile sind wir ja bei zwölfhundert Kubik und zwölfhundertfünfzig Kubik.

00:07:09: Und wir hatten also nicht zur Anfangszeit nicht nur BMW-Motorener, sondern hatten

00:07:13: auch

00:07:14: aus Amerika von der High-Ponder-Police-Maschinen.

00:07:19: Das waren natürlich

00:07:20: Harley-Davidson,

00:07:21: Harley-Davidson.

00:07:22: Ich kann mich noch gut erinnern, ich durfte auch eine Harley-Davidson fahren.

00:07:25: Das war immer etwas ganz Besonderes, wenn man dann auf der Autobahn fährt.

00:07:29: Wow, eine Harley, das ist ja richtig toll.

00:07:32: Das ist eine andere Soundmaschine.

00:07:34: Aber ich brauche auf jeden Fall eine medizinische Ausbildung.

00:07:37: Entsprechend auch schon eine berufliche Erfahrung.

00:07:39: Und wie ist es?

00:07:40: Ist es ehrenamtlich?

00:07:41: Es sind wie viel im Allgäu quasi abrufbar oder die man in eine Rollierung mit reinnehmen kann aktuell?

00:07:48: Also es ist so, die medizinische Voraussetzung ist eigentlich, dass man eine abgeschlossene Ausbildung hat, einmal in erster Hilfe.

00:07:56: Das ist einmal das Primäre darüber hinaus.

00:07:58: Also das wäre etwas zu wenig und jahrelange Erfahrung im Rettungsdienst.

00:08:02: Das heißt also, man sollte also minimum Rettungssanitäter sein.

00:08:06: Und das sind so die Voraussetzungen.

00:08:10: Die Voraussetzungen sind heute ein bisschen nach unten geschraubt worden, dass man sagt, okay, wenn jemand Ja,

00:08:29: ja.

00:08:35: Ja, aber immer.

00:08:40: Was kannst du denn medizinisch fort nachweisen?

00:08:43: Ja, ja.

00:08:43: Und das ist eine sehr wichtige Geschichte, weil man muss immer sich überlegen, man ist alleine auf dieser Maschine.

00:08:49: Das wäre jetzt doch eine Frage gewesen.

00:08:52: Und wie empfährt mit seinem Motorrad, auf einen Notfall und muss da dementsprechend

00:08:58: handeln können.

00:08:59: Handeln können.

00:09:00: Also nicht nur von

00:09:00: der medizinischen Seite,

00:09:02: sondern

00:09:02: auch, man ist Ansprechpartner auch für die Rettungsleitstelle.

00:09:05: Das heißt, ich muss

00:09:06: ein Lagebild abgeben können.

00:09:08: muss sagen, was ich brauche, was ich nicht brauche.

00:09:10: Manchmal werden Unfälle gemeldet, es ist niemand verletzt, alles in Ordnung, brauche ich keinen Hättungshubschammer, brauche ich keinen Rettungswagen und das kommt alles mit dazu.

00:09:20: Gerade vom Einsatzgebiet, das sind immer Bundesstraßen, Autobahnen, also nicht irgendwie so, wie soll ich sagen, kleinere Nebenstraßen, sondern ihr seid schon auf den frequentierten Straßen unterwegs, wo viel Traffic ist.

00:09:34: Also wir sind sehr flexibel, Primär sind wir natürlich auf den Autobahnen, wo Staus entstehen, wo Unfälle passieren, sind natürlich auch auf den Bundesstraßen hier im Allgäu.

00:09:47: Und jederzeit abrufbar zu einem zum häuslichen Unfall oder zum Herzinfarkt, wenn die Leitstelle einen gewissen Zeitvorteil sieht.

00:09:56: Wenn ich erst ein

00:09:57: Zeitvorteil habe gegenüber dem normalen Rettungsdienst, dem regulären Rettungsdienst, dann schickt er mich dorthin.

00:10:04: Was kürzt zur Ausrüstung dazu?

00:10:06: Natürlich die Maschine.

00:10:08: Entsprechendes Outfit, also Motorradklamotten, jetzt mal ein ganzer Lob gesagt, natürlich gebrandet mit dem roten Kreuz, Helm, etc.

00:10:17: Und dann haben sie ja auch die Koffer hinten drauf.

00:10:19: Ja, wir haben, also ich will nicht an die Anfangszeit denke, ich bin ja noch ein Kind, der das... Das entstehen der Motorradstreife, wir hatten zwei Koffer auf der Maschine, einen Koffer mit Erste-Hilfe-Equipment und der andere Koffer war mit Spielsachen, Kinder, Kinder, Nahrung und einfach alles was Kinder im Stau eigentlich.

00:10:43: gerne hätten.

00:10:45: So waren wir damals ausgerüstet.

00:10:46: Genau, das ist jetzt schon auch noch so, denn ein Aufgabengebiet oder ein Aufgabenfeld ist natürlich eventuell zu einem Unfall gerufen zu werden, zum anderen eben auch im Stau.

00:10:57: Ja, frustrierte Autofahrer irgendwie bei Laune zu halten oder eben die schreienden Kinder mit einem Spielzeug ein bisschen zu beruhigen.

00:11:05: Wasser wahrscheinlich dabei haben, wenn der Stau ganz lang ist.

00:11:08: Solche Geschichten fallen auch bei ihnen rein.

00:11:11: Das Wasser, was wir mitführen, das ist meistens eine Flasche Wasser für mich selbst.

00:11:16: Okay.

00:11:17: Weil wenn sie sich vorstellen, bei zwanzig, beziehungsweise bei dreißig, fünfunddreißig Grad auf der Autobahn zu sein, dann brauchen es auch ein bisschen was für sich selber, um sich selber fit zu halten.

00:11:29: Aber ansonsten muss ich sagen, wir sind eigentlich Mädchen für alles.

00:11:34: Ja.

00:11:35: Also ich könnte Ihnen so viele Beispiele sagen, für was wir alles zuständig sind.

00:11:40: Also es ist nicht nur, dass wir die Notfälle versorgen, sondern auch mal Menschen helfen, die eine Panne haben, Menschen helfen, die sich nicht mehr auskennen, gar ältere Menschen mit so, die fahren dann verkehrt um auf der Autobahn, wie es mir auf der A-Sieben, morgens um sieben Uhr schon passiert ist, dass mir ein Gespann entgegen kommt.

00:12:00: Da habe ich gedacht, oh Gott, oh Gott, und ich konnte das Gott sei Dank so leiten, durch wenig Verkehr konnte ich die Leute älteres Ehepaar, konnte ich dann von der Autobahn erleiden.

00:12:10: Ummer

00:12:10: Danner ein Teil des Teams sein zu können, braucht es natürlich aus der PC, ja, ein Crashkurs nochmals.

00:12:17: Da wird als erstes in der Grundausbildung, sage ich mal, was abgecheckt, abgefragt

00:12:22: geschaut.

00:12:23: Ja, also die Grundausbildung sieht so aus, dass man die neuen Leute einfach mal einweist in die Maschine, die Gegebenheiten, Autobahnausfahrten und so weiter.

00:12:34: Das ist wer einmal der Grund, dann kommt der sogenannte Fachlehrgang, der Fachlehrgang geht über drei Tage, wo die Fahrer mit allen Dingen konfrontiert werden.

00:12:44: Das heißt, sie müssen im Slalom fahren, sie müssen also hinterne, sie müssen mal in eine Gelände hinein.

00:12:50: Sie müssen natürlich auch medizinisch dementsprechend und

00:12:53: taktisch

00:12:54: ausgebildet werden.

00:12:55: Und das passiert dann im Fachlehrgang.

00:12:57: Und danach, wenn ich beides mit dem Daumen nach oben bestanden habe, dann?

00:13:02: Kann ich mich neues BRK Motorrad Staffel Teammitglied nennen, oder?

00:13:06: Dann

00:13:06: gibt es natürlich am Anfang erst so eine Betreuung, man fährt also zu zweit, dort wo es möglich ist mit zwei Maschinen oder mit einer privaten und einer Dienstmaschine, dass man den neuen so langsam einführt.

00:13:20: Und ich glaube, das ist auch ganz wichtig, weil man führt sich dann sicherer.

00:13:24: Wenn man so ins kalte Wasser geschmissen wird, dann ist es halt doch ein bisschen schwierig manchmal.

00:13:30: Man ist ja immer alleine, das muss man sich immer vorstellen.

00:13:33: Und dementsprechend ist es wichtig, dass man auch ein Fahrradtraining macht.

00:13:38: Jedes Jahr vor der Saison machen wir ein Fahrradtraining hier im Allgäu mit der Polizei ins Schwab zusammen.

00:13:43: Das heißt, wir sind auf dem Flugplatz in Memmingen.

00:13:46: Wissen Sie, Herr Pol, überhaupt noch, wie viele Ehrenanliege stunden Sie?

00:13:51: Ihr allein für die BRK Motorrad Streife unterwegs waren in Ihrem Jahrzehntelangen Engagement.

00:13:57: Kann man, glaube ich, gar nicht mehr zustande

00:13:59: bringen.

00:13:59: Das bringe ich einfach nicht mehr fertig, diese Stunden und Kilometer, die man gefahren ist, zusammenzubringen.

00:14:05: Aber ich erinnere mich an ein sehr schönes Ereignis, was ich auf der Raststätte Burgao, vor also mit meiner Maschine, ganz langsam in den Parkplatz hinein.

00:14:18: Und da stand ein kleines Mädchen, und weinte.

00:14:21: Ich habe sofort meine Maschine abgestellt, bin gleich zu ihr hin und habe mein Helm abgesetzt und habe mich zu ihr runtergebeugt.

00:14:28: Habe ich gesagt, warum weinst du denn?

00:14:29: Und dann hat sie gesagt, meine Mama und mein Papa sind weggefahren.

00:14:33: Ich bin ganz alleine.

00:14:34: Da habe ich gesagt, du, dass wir alles kriegen.

00:14:36: Du wirst bald wieder bei deinem Mama, bei dem Papa sind.

00:14:39: Dann habe ich die Polizei verständigt und dann gab es ein Happy End mit den Eltern, die sind dann umgekehrt und haben ihr Kind wieder aufgenommen.

00:14:46: Und das war für mich so ein Erlebnis, was ich Ja, sehr wunderschön empfunden habe.

00:14:53: Und das war, ich mache genau das Richtige.

00:14:55: Ich bin für alle, für alle Hilfesuchenden, bin ich einfach da.

00:15:00: Ja, der rettende Engel auf dem Motorrad.

00:15:02: Sie haben ja da schon ein paar Synonyme für sich.

00:15:07: Es ist auch so, die Staffel ist auf zwei Rädern unterwegs und ihr seid ja Retter irgendwo oder Helfende.

00:15:13: Helfen dort, wo Hilfe gebraucht wird und Hilfe benötigt wird.

00:15:17: Ob es bei Katastrophen ist, wir waren ja auch im Ahrtal, wo diese schreckliche Katastrophe war, mit Überflutung waren wir auch in Deckendorf und so weiter.

00:15:26: Also es gäbe noch viele viele Beispiele, aber wir alle, die in dieser Motorradstreife sind, sind hundertprozentig Rotkreuzler und hundertprozentig Motorradfahrer, die für andere da sind.

00:15:40: Und das ist meine Intention auch.

00:15:42: immer anderen zu helfen, wo Hilfe benötigt wird.

00:15:46: Sie leben ja Ehrenamt, träge recht, sie sprudeln da auch und informieren ja auch sehr gut über dieses Ehrenamt oder machen den einen oder anderen auch neugierig und sagen, hey, wenn du dich ehrenamtlich engagieren möchtest, guck mal, im BHK, da gibt es so viele Bereiche, auch andere Bereiche, wo ich sage, ich kann mich ehrenamtlich einer bringen, jetzt muss ich nochmals auf diese Dienstmaschinen ganz kurz zu sprechen kommen.

00:16:11: Es gibt Maschinen, aber der Unterhalt ist ja auch nicht ganz so günstig, weil irgendwie Munich ist nicht immer für alle da.

00:16:20: Ja, was täten wir ohne die Kreisverbände, die diese Arbeit unterstützen?

00:16:25: Wir sind ja auch ein Aushängeschild des bayerischen Roten Kreuzes, weil wir wirklich Zum Rettungsdienst, der ja professionell betrieben wird und über den Rettungszweckverband geht, sind wir ehrenamtlich unterwegs und übernehmen praktisch oft für das Hauptamt Aufgaben und das ist einfach eine schöne Zeit, die man da einbringt.

00:16:52: Jetzt gerade Ehrenamtliches Engagement.

00:16:55: Es ist ja nie verkehrt.

00:16:56: Es gibt Nachwuchs, also weitere helfende Hände oder vielleicht auch einmal eine Finanzspritze.

00:17:01: Das eine oder andere wird natürlich auch überspenden dann oder kann überspenden dann auch generiert werden.

00:17:06: Also wer jetzt aktiv physisch nicht das ganze unterstützen möchte, der darf auch

00:17:12: ein paar

00:17:13: Scheine aus dem Geldbeutel ziehen.

00:17:14: Ja, wir sind natürlich immer wieder auf Sponsoren angewiesen.

00:17:20: die diese Arbeit unterstützt und es gibt auch Firmen, die uns sehr unterstützen.

00:17:26: Das ist im Oberallgäu so und das ist bei mir so, im Munterallgäu, dass wir einfach Firmen finden.

00:17:31: Ein kurzes Beispiel, Firma BMP Martin in Schongau übernimmt den Kundendienst.

00:17:38: Seit vielen vielen Jahren und die Firma Meckenrieder in Mindelheim übernimmt die Reifen.

00:17:44: Solche Spender Freuen wir.

00:17:46: über solche Spenden, freuen wir uns natürlich immer.

00:17:48: Und es kann jeder gerne sich dann den örtlichen Rotkreuzorganisationen, kann er sich melden und kann da sagen, ich habe da Geld übrig, dann freuen wir uns natürlich.

00:18:01: Also

00:18:02: unsere Saison beginnt im Mai und endet Ende September, Mitte Oktober.

00:18:07: Je nach Witterung, dann ist die Saison einfach zu Ende.

00:18:11: Und diese Zeit sind wir ja anders ehrenamtlich noch engagiert.

00:18:15: Ja, ich wollte gerade sagen, da so Langeweile kommt bei Ihnen gar nicht auf über die Wintermonate, gell?

00:18:19: Den Begriff Langeweile kenne ich nicht.

00:18:22: Ich verkörpere seit über dreißig Jahren jetzt auch schon den Pfarrer Kneip in Bad Beresofen.

00:18:26: Ja, so ein bisschen der optische Ähnlichkeit haben Sie vom Gesicht so ein bisschen.

00:18:33: Also es gibt so viele Bereiche, wo man sich ehrenamtlich engagiert.

00:18:38: Ich trommel mit Kindern mit Ja, mit Verhaltensstörungen und so weiter.

00:18:43: Und ja, das sind alles so Dinge, die machen wahnsinnig Spaß und ein Leben ohne Ehrenamt ist für mich unmöglich.

00:18:49: Ja.

00:18:50: Dafür habe ich im Jahr zwei Tausendsechzehn den Bundesverdienstorten bekommen.

00:18:53: Ja, jetzt haben Sie mir, ich wollte das jetzt gerade nochmal auch richtig schön sagen, Sie haben ein unfassbar großes Herz.

00:19:00: Ja, Sie geben unfassbar viel und in erster Linie natürlich auch Zeit und das ist irgendwo In den dritten Jahrtausend wahrscheinlich das kostbarste Gut, was wir haben, Zeit und Freude anderen zu schenken.

00:19:12: und zu Recht haben sie dann schon auch von einer langen Zeit diese besondere Auszeichnung bekommen.

00:19:20: Was hat die oder welche Bedeutung hat die für Sie?

00:19:23: Oder hat es ein besonderes Plätzchen auch bei sich zu halten?

00:19:26: Zu Hause.

00:19:27: Diese Auszeichnung kann man ja nicht selber behandeln.

00:19:30: Nein, nein, nein.

00:19:30: Man wird nominiert oder vorgeschlagen.

00:19:32: Wenn Sie meinen Werdegang so verfolgt haben und gesagt haben, Mensch, da muss man mal was machen und so.

00:19:38: Und so bin ich im Jahr zwei Tausendsechzehn zu dieser hohen Auszeichnung bekommen, was mich sehr gefreut hat natürlich.

00:19:44: Aber ich glaube, ich mache es auch für viele andere, die diese diese Auszeichnung nicht bekommen.

00:19:50: Und die nehme ich mit ins Boot, würde ich sagen.

00:19:52: Und es hält mich aber nicht ab nach wie vor.

00:19:56: dem Ehrenamt treu zu bleiben und so lange es geht, so lange es geistig, körperlich gehen, werde ich alles noch viele, viele Jahre machen.

00:20:04: Aber der Sebastian Kneib ist nicht das Einzige.

00:20:08: In welchen Bereichen wurstelst du hier mit Trommeln, haben Sie gesagt?

00:20:11: Wie?

00:20:12: er kann Motorradstreife so im Sommer über.

00:20:15: Wie läuft das ab mit Sebastian Kneib?

00:20:17: Wann schlupfen Sie da in die Sutane des

00:20:21: Wasserdokters?

00:20:22: Alles was mit Neib zu tun hat, da bin ich präsent.

00:20:25: Und halt, ich habe diese Woche erst in einem Seniorenheim, beziehungsweise in eine Pflegeeinrichtung, habe ich auf einen Vortrag erhalten, über Sebastian Kneipe, was man machen kann, wie er gelebt hat, seine Zitate, habe ich zitiert.

00:20:39: Und das sind alles so Dinge, die machen wir wahnsinnig Spaß und das schlüpfe ich in eine Rolle.

00:20:45: Das hängt natürlich auch mit meinem früheren Beruf zusammen, dass ich da einfach mittendrin bin und ich lebe nach Kneipe.

00:20:51: Ich bin deswegen so gesund und fit.

00:20:55: Ja, das strahlende und strotzende Leben sitzt da vor mir, Armgesäge.

00:21:00: Haben Sie da irgendwie so ein Gesundheitstipp noch?

00:21:03: Ja, also

00:21:05: muss ich doch

00:21:05: gerade.

00:21:05: Ja, es gibt sehr viele Anwendungen, die Pfarrer Kneip gemacht hat.

00:21:09: Und eines der Bekannte ist das sogenannte Wasserträte.

00:21:13: Wasserträten, Armbad.

00:21:15: Also Kneip hat ja nicht nur mit kalten Wasser gearbeitet, sondern auch mit Wechsel.

00:21:19: Und was man also alleine wunderbar machen kann, einen schönen Kneipguss, also einen Knieguss, einen Oberschenkelguss, wo man nach einem sportlichen Aktivität sich wieder fit macht und dann noch einen Gesichtskuss, dann ist der Tag gelaufen und man fühlt sich puddelwohl.

00:21:39: und so soll es sein.

00:21:41: So soll es sein, weil die nächsten Projekte stehen natürlich auch an.

00:21:45: Motorradstaffel, Jahrzehnte, Jahrzehnte geht er natürlich auch für Sie weiter.

00:21:49: Ja, natürlich.

00:21:50: Natürlich.

00:21:51: Ich freue mich schon auf die Saison.

00:21:52: Ich fahre natürlich jetzt mit meiner Privatmaschine und solange das Wetter es zulässt und kein Salz gestreut ist und kein Schnee gefallen ist, werde ich nach wie vor fahren.

00:22:02: Ja, was wünschen Sie sich so vielleicht auch nochmals mit Blick auf ehrenamtliches Arbeiten im Allgemeinen und vielleicht auch nochmals mit der BHK Motorrad Streife?

00:22:12: Nachwuchs kann gar nie zu viel da sein, oder?

00:22:15: Ja,

00:22:16: ich denke, Das rote Kreuz, das bayerische rote Kreuz, hat viele Möglichkeiten, sich zu engagieren im Bereich der Betreuung, im Bereich der Technik und Sicherheit, im Bereich Kochen.

00:22:26: Also egal, welche Interesse man hat, gehen Sie einfach zum roten Kreuz, erkundigen Sie sich, wo Sie vielleicht sich sehen könnten.

00:22:35: Es gibt genügend Arbeit und wir freuen uns über jeden, der sich für diese Aufgaben entscheidet.

00:22:42: Ein Hoch auf das Ehrenamt.

00:22:43: Ich glaube, das ist ein schönes Schlusswort.

00:22:45: Ihnen alles Gute, viel Gesundheit.

00:22:48: Danke, Herr Pohl.

00:22:49: Vielen herzlichen Dank für die Einladung.

00:22:53: Viel Gott!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.