Kaffeeklatsch 27.08.26: Thomas Steck, Leiter des Stadtarchivs der Stadt Kempten
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Thomas Steck, dem Leiter des Stadtarchivs der Stadt Kempten. Er gibt spannende Einblicke in die Arbeit des Stadtarchivs, erzählt von besonderen historischen Dokumenten und erklärt, warum die Geschichte Kemptens auch heute noch von großer Bedeutung ist.
Transkript anzeigen
00:00:02: Heute geht's darum, Geschichte lebendig zu halten.
00:00:18: Thomas Steck?
00:00:20: Sie sind Stadtarchivar der Stadt Camden!
00:00:23: Ist das auch die korrekte
00:00:24: Witzzeichnung?!
00:00:25: Das ist ganz richtig, ich bin der Stadtarchiver oder man sagt auch der Leiter des Stadtarchivs.
00:00:31: Herzlich willkommen!
00:00:32: Wir gucken in die Geschichte von Kenten und ich bin gespannt welche historische Dokumente da im Stadtarchif schlummern.
00:00:40: aber auch was ihren Arbeitsradios angeht denn es geht nicht nur darum alte Dokumete zu archivieren entsprechend zur Lagern sondern ihr Aufgabengebiet ist viel viel größer.
00:00:53: Das ist natürlich auch vollkommen richtig, wobei die Aufgabe der Archivierung sehr vieles umfasst.
00:01:00: Zum einen die Übernahme der Unterlagen vorwiegend aus der Stadtverwaltung dann aber auch von Vereinen und Privatpersonen über die Erschließung der Unterlage, die Aufbereitung und zur Verfügung Stellung an Kunden.
00:01:14: Und dann geht es darüber hinaus in den Bereich öffentliche Bildungsarbeit und auch der digitalen Archivier.
00:01:22: So grob gesagt ist ihr Aufgabenbereich, Geschichte lebendig zu halten und das Gedächtnis der Stadt irgendwo überschaubar zu halten.
00:01:33: Das Gedächten des Stadts wird immer ... Genommen als Bild für das Stadtarchiv ist auch richtig.
00:01:39: Aber genauso wie es bei mir so ist, dass ich mich nicht an alles erinnern kann.
00:01:43: Natürlich nicht
00:01:44: nein!
00:01:44: Auch mich dann alles erinnern.
00:01:46: aber wir versuchen natürlich die wichtigen Dokumente zu uns übernehmen und zu archivieren.
00:01:52: also das Bild passt schon irgendwie aber nicht in der Vorstellung dass man sagt okay sie wissen alles die haben alles Es gibt ja Kriegsverluste zum Beispiel Dreißige Krieg und so weiter.
00:02:05: Und da sind einfach nicht alle Dokumente zu uns gekommen, das muss man auch klar sagen.
00:02:09: Aber so
00:02:10: bildhaft gesprochen – Sie sind sogar Verwalter ein bisschen des Kemptnergedächtnisses was Geschichte angeht?
00:02:16: Sie wissen zumindest wo sie suchen müssten um das zu finden!
00:02:19: Wir wissen es ganz genau.
00:02:21: wir haben Struktur in unseren Beständen, wir sprechen von beständen.
00:02:25: Das sind ungefähr vierhundert Stück die wir haben und da wissen wir ganz genau was wir haben, was wir nicht haben.
00:02:31: Das heißt jetzt nicht, dass wir jede Frage gleich konkret beantworten können.
00:02:36: Aber wir können immer die Wege aufzeigen.
00:02:38: Such in diesem Bestand, such in jenen Bestand – da könnte was drin sein!
00:02:43: Such arbeiten
00:02:44: wir!".
00:02:44: Also Sie haben da eine gewisse Infrastruktur, die dann auch genutzt hat?
00:02:49: Jetzt hat man dann so, wenn ich mal mit dem Allerweltsmunt spreche Archiv.
00:02:55: Das ist für mich vielleicht eine komplett verstaubte Angelegenheit.
00:02:59: irgendwo drittes Untergeschoss wo noch nie tageslicht hingekommen ist natürlich nur so ne Filmvorstellung von einem Archiv
00:03:07: Ist ne Film Vorstellung ganz genau.
00:03:09: Wir haben zwar auch Kellerräume das sind sogar unsere wertvollsten Unterlagen aber Das grode Unterlagen liegt im zweiten und ersten Stock mit auch viel Tageslicht.
00:03:20: Zu viel Tages- licht ist ja auch schlecht für die Archivalien, soll auch gar nicht sein.
00:03:25: aber es sind Fensterfronten da und wir sehen schon auch Tageslicht.
00:03:29: also man sieht sie vielleicht an meiner Hautfarbe.
00:03:31: Genau!
00:03:31: Sie sind nichts.
00:03:32: Nein?
00:03:34: Aber das ist so dieses klassische, wenn es da auch immer wieder mal konfrontiert.
00:03:37: Oh Mensch ich hätte sie jetzt also irgendwie wie ein Whitey Lighty irgendwie vorgestellt?
00:03:44: Ja da bin ich eben ein bisschen anders.
00:03:47: Man hat ja schließlich auch noch Freizeit, man macht draußen was.
00:03:51: Wir bewegen uns nicht nur in diesen dunklen Kellerräumen sondern unsere Bürosin ja auch im Grunde Hell und in den Magazinen ist es unterschiedlich.
00:03:59: Jetzt
00:04:01: sprechen Sie von Magazinen.
00:04:03: Das ist natürlich schon so ein Fachjargon, ein bisschen aus Ihrem Metier.
00:04:07: Wie muss man sich dieses Stadtarchiv vorstellen?
00:04:10: Sind es Unterlagen?
00:04:10: Sind das Exponate?
00:04:12: Was wird denn bei Ihnen überhaupt archiviert?
00:04:15: Ist es jetzt ja irgendein Schriftverkehr was der Oberbürgermeister mal gemacht hat dass man das vielleicht in verschiedene Abteilungen oder Rubrikenbereiche?
00:04:24: kann man das unterteilen weil das ist ja doch sehr weitläufig also sehr vielschichtig
00:04:29: Es ist sehr weitläufig.
00:04:31: Wir bekommen unsere Unterlagen vor allem von der Stadtverwaltung Kempten, aber da natürlich nicht alles.
00:04:37: Da wählen wir aus und die wichtigen Dinge aus.
00:04:40: Und wenn wir jetzt mal in der Geschichte weiter zurückgehen, kommen wir dann natürlich in die Reichsstädtische Zeit, vor dem Jahr eighteenhundert.
00:04:47: Und da haben wir auch Bestände wie wir sagen unterlagen im Papierform manche auch auf Pargument geschrieben das Rohr allerdings in Papier form Bücher, wie man sich es immer vorstellt.
00:04:59: Wir sagen dazu Amtsbücher also keine gedruckten Bücher sondern Amts-Bücher meist handschriftlich aber dann eben ganz viele Akten Fotomaterialen, Plakate mittlerweile auch schon digitale Unterlagen.
00:05:15: wir sind da gerade in so einem Wechsel drin dass wir jetzt auch digitale unterlagen bekommen.
00:05:22: aber da werden wir sicher nachher noch drüber sprechen.
00:05:24: das ist eine ganz große Herausforderung.
00:05:27: Was ist das älteste Dokument, die ältste Urkunde?
00:05:30: Ja, das kann ich Ihnen sagen.
00:05:32: Das ist eine Urkundung aus dem Jahr und wir können genau datieren.
00:05:39: Und wir hätten sogar noch eine Ältere gehabt von dollarseinfünfunddreißig.
00:05:44: aber dieses Stück haben uns die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg entwendet.
00:05:50: Muss sich ein Stück da gleich natürlich an diesen Raub was die Amerikaner
00:05:55: da begangen
00:05:56: haben.
00:05:56: Was haben sie denn mitgehen
00:05:57: lassen?
00:05:59: Die Amerikanern haben nach dem Zweiten Weltkrieg rund dreißig bis vierzig Urkunden mitgehenlassen, wir wissen die Daten der Urkunde hat der damalige Stadtarchivar aufgelistet, im Jahrzehnt sechservierzig, siebenundvierzzig.
00:06:12: dann gibt es Schriftwechsel drüber.
00:06:14: Inhaltlich wiss man leider nicht was in den Urkünden drin gestanden
00:06:18: ist.
00:06:18: Glauben Sie, dass die irgendwann mal wieder auftauchen oder vielleicht in irgendeinem Keller in Amerika?
00:06:23: Das ist wirklich nicht auszuschließen.
00:06:25: Also sind ja schon immer wieder auch Dokumente zurückgekehrt.
00:06:29: ich will das überhaupt nicht ausschließen würde mich freuen wenn es heute jemand wird und dann sagt geben wir ihn zurück können sie wieder haben
00:06:39: Wir gehen in die anderen Bereiche gleich noch ein bisschen tiefer rein.
00:06:42: Aber was ist so für Sie dieses Faszinosum?
00:06:45: Oder wie haben sie mal gesagt, okay Stadtarchivar oder diese Historie, dieses geschichtliche, dieses wertvolle ja auch, dieses Schriftgut mitunter... Das ist so interessant!
00:06:59: Ich muss das studieren, ich muss es als Beruf machen.
00:07:04: Bei mir war es so, dass ich nach dem Abitur auf Berufssuche war.
00:07:10: Und da war schon klar, dass mich die Geschichte irgendwie interessiert.
00:07:14: Ich habe mir auch überlegt, Geschichte zu studieren.
00:07:17: Hab das dann aber manges schlechter Berufsaussichten sein lassen und hab mich daran erinnert.
00:07:23: Irgendjemand, ich glaube ein Lehrer war's hat doch gesagt naja ihr könnt doch da auch diese Beamtenlaufbahn einschlagen an der Bayerischen Beamtenfachhochschule studieren.
00:07:32: Und das habe ich dann gemacht.
00:07:33: Also, ich wurde dann auch genommen und hab an der damaligen Bayerischen Beamtenfachhochschule heute heiße Hochschule für den öffentlichen Dienst Archivessen studiert.
00:07:44: Das lernt man in einem Studium?
00:07:47: Sehr breite Fächerkombination.
00:07:50: also.
00:07:50: man lernt natürlich alte Schriften zu lesen, Deutsch und Lahi natürlich.
00:07:54: wir haben viel mit alten Schrifte zu tun.
00:07:56: Dann archivwissenschaftliche Fächer, wie man eben Unterlagenordnets sortiert.
00:08:01: Archivgeschichte dann aber auch Verwaltungsfächer-Rechtskunde – wir müssen auch Bescheid wissen dürfen wir Unterlagen überhaupt herausgeben?
00:08:09: Also mit anderen.
00:08:10: Personenschutz spielt ja bei uns auch eine große Rolle bei den modernen Unterlagen und Haushaltswesen solche Dinge.
00:08:17: Also es waren glaube ich dreiundzwanzig Fächen ins Weser.
00:08:21: Wer jetzt meinen so ein Stadtarchiv ist ausschließlich zur Dokumentation oder zur Archivierung bestimmter Unterlagen
00:08:31: der Stadt-
00:08:31: oder der Stadtverwaltung.
00:08:32: Nee, das ist eigentlich auch ein Amt wo ich als Otto normal Verbraucher auch vorbeikommen kann!
00:08:38: Für was brauche ich jetzt aus meiner Person den Zugang zu ihren Daten?
00:08:46: Zu ihrem Archiv?
00:08:47: Was relativ häufig vorkommt dass jemand zum Beispiel eine Geburtstagunde, Sterbigunde, Heiratsurkunde braucht Also die Jüngeren sind ja dann beim Standesamt, aber da gibt es bestimmte Fristen und für die Älteren sind wir dann zuständig.
00:09:01: Das kommt quasi täglich vor.
00:09:04: oder dass jemand Auskunft aus der Meldekartei braucht, aus der alten Meldikartei, die bei uns in Form von Mikrofischs vorliegt, alte Familienbügen – wenn man eben Familienforschung betreibt, da kann man wirklich was Personenforschungsanbildung bei uns sehr viel machen.
00:09:19: Da kommt man irre weit zurück.
00:09:23: mindestens ins achtzehnte und siebzehnt Jahrhundert, wenn es sich auf die Stadt Kempten
00:09:27: bezieht.
00:09:28: Richtig natürlich!
00:09:29: Das ist vom Radio sehr die Stadte Kempte.
00:09:32: Bekommen Sie da viele Anfragen?
00:09:34: Sehr viele Anfrage ja.
00:09:35: also
00:09:35: wir haben
00:09:36: im Jahr das können wir auch einigermaßen gut beziffern rund aktuell rund fünfhundertfünfzig Anfragen.
00:09:43: Da sind jetzt Telefonate noch gar nicht mit einem berechnet.
00:09:47: Man muss aber jetzt auch sagen, das sind die aus der Stadtverwaltung auch mit dabei.
00:09:52: Aber unsere Zahlenanfragen, die wird auch immer mehr hängt damit zusammen, dass einfach noch mehr Material reinkommt.
00:10:02: Unser Archiv wächst
00:10:03: ja täglich.
00:10:05: Zuwachs
00:10:06: angelegt und kaum was weggeworfen.
00:10:10: Also da in diesen Bereichen Personenstandsregister, Melderegister, Gewerberregister alte Bauunterlagen, da kommt der Bürger auch zu uns.
00:10:21: Wenn er jetzt noch nicht einmal historisch fragt... Ja ja, davon sprechen wir jetzt noch.
00:10:26: Das sind zurechtliche Sachen.
00:10:28: Der braucht für Nachweis in einer Erbenermittlung oder in eine Nachlassangelegenheit zum Beispiel.
00:10:36: Wie groß ist das Gebiet?
00:10:37: Also natürlich Stadtgebiet-Kempten So wie immer schon das Stadtgebiet kämmt, da siehst du ja glaube ich früher mal Altlandkreis Kempten oder irgendwie die Sieße mal anders.
00:10:46: Die Sprengel waren ja mal irgendwo anders auf die Schuhe.
00:10:48: Das ist ein ganz
00:10:49: wichtiger Hinweis.
00:10:50: also wir sind im Grunde schon beschränkt auf die Stadt Camp
00:10:53: aber
00:10:54: auch jetzt die eingemeindet in Orte Sanklorens und Sankmang.
00:10:58: Die waren ja früher selbstständig bis neunzehntunsebzig und deren Unterlagen haben wir auch übernommen.
00:11:05: Und dann geht es in Randbereichen bei uns auch ins Algor hinaus zum Beispiel Im Bereich der Künstler, der Allgäuer-Künstler da haben wir Sammlungen zu allgäuern, Künstlern und Personen mapen.
00:11:16: Oder auch im Bereich der Burgenakten also wenn man über Burgen forscht in Allgäusch dann ist man bei uns ganz genau richtig weil wir quasi zu jeder Burg im Allgau unterlagen kann.
00:11:26: Es ist ja zum Beispiel gar nicht in Euros wahrscheinlich zu beziffern was das mitunter an Wert hat archivieren oder archiviert haben, oder
00:11:37: wissen wo es liegt.
00:11:38: Das ist natürlich richtig aber es gibt schon Summen.
00:11:43: insgesamt wird man von sicherlich Millionen Summen da sprechen können.
00:11:46: Es gibt auch eine Versicherungssumme deren Wert ich jetzt nicht genau im Kopf habe Aber insgesamt sind das sicherlich millionen der Wert der Dokumente die da liegt bei uns.
00:11:57: Sehr
00:11:58: mild!
00:11:58: Vorhin ist einmal so schön gesagt, Sie sitzen mit Ihrem Archiv.
00:12:03: Das ist am
00:12:03: Rathausplatz untergebracht?
00:12:06: Wir sind am Rathausplatz drei bis fünf.
00:12:07: Wir haben zwei Hausnummern.
00:12:09: Also das sogenannte Neubronnerhaus, Rathasplatz Fünf und das Rathausplatz Drei, das alte Zollamt.
00:12:17: Das hat man Ende der siebziger Anfang der achtziger Jahre vereint zu einem Gebäude zum Stadtarchiv weil eine Hausnummer zu klein gewesen wäre und seitdem sitzen wir da unten am Rathausplatz.
00:12:30: Wie muss ich mir das ein bisschen bildhafter vielleicht vorstellen, was da bei Ihnen alles so schlummert an Akten?
00:12:35: An Papier?
00:12:36: An Urkundenpagamentrollen?
00:12:38: An Filmen?
00:12:39: An Fotos?
00:12:39: An Zeitungen?
00:12:40: Das ist ja ganz unterschiedlich auch vom Format her.
00:12:44: Vom Format hier total unterschiedlich!
00:12:46: Es gibt kleinste Fotos es gibt riesige Plakate oder Pläne die weit über DINA-I, DINANUL hinausgehen.
00:12:55: Gerollt nicht gerollt in Umschlägen und Leitzordnern ist es sehr unterschiedlich.
00:13:01: um sich mal eine Vorstellung vom Umfang machen zu können Es gibt eine Statistik und statistische Zahlen.
00:13:08: Wir rechnen in laufenden Kilometern das bedeutet wir stellen alles auf.
00:13:13: manches liegt ja auch bei uns Und wenn alles stehen gerechnet nebeneinander stehen würde ohne Luft dann hätten wir einen Gesamtumfang von drei laufenden Kilometern, wobei hier das Bibliotheksgut mit eingerechnet ist.
00:13:29: Das wäre so eine Strecke die geht vom Archiv bis zum Kambomaren
00:13:33: raus.
00:13:34: Achive an sich?
00:13:36: Die stützen sicher wahrscheinlich ein bisschen von den Kirchen her.
00:13:40: Früher wurde viel dokumentiert in den Klöstern und in Kirchen.
00:13:44: Das sind wahrscheinlich auch oft so die ersten Aufzeichnungen von irgendwas.
00:13:48: Ja da haben sie recht also das ehemalige Klosterkämpfen, spätere Fürstabtei.
00:13:56: Deren Unterlagen liegen ja leider nicht bei uns sondern in der Fürste-Augsburg.
00:14:00: Das wird ja oft auch verwechselt dass man da bei uns zuerst sucht.
00:14:04: aber da ist einfach eine Trennung.
00:14:07: die Unterlagen sind nach dem Untergang der Fürst-Abteil eben an den Bayerischen Staat übergegangen und über verschlungene Wege liegen jetzt alle im Staatssekretär
00:14:17: Augsburg.
00:14:18: Also wenn ich jetzt gucken wollen würde, ob irgendjemand aus meiner Familie keine Ahnung in Kämmten geboren wäre dann müsste ich nach Augsburg.
00:14:28: Sie fangen in der Familienforschung am besten in der Jetzt-Zeit an und da treifen sie auf die Personenstandsregiste zurück.
00:14:34: Und diese sind ja bei uns!
00:14:35: Die sind bei
00:14:35: Ihnen?
00:14:36: Wenn Sie aber weiter zurückgehen – in die Zeit vor den Sechsenzigzehnten – da brauchen sie an die Kirchenbücher.
00:14:43: Da geht es dann zu Kirche entweder zur katholischen Kirche oder zur evangelischen Kirchen.
00:14:48: Sind so ganz wichtige Dokumente, weil Sie gerade beide Konfessionen angesprochen haben.
00:14:53: Die Evangelischen, die katholischen.
00:14:54: Reichsstadt Stiftsstadt Kempten hat ja da eine einmalige Situation lange gehabt.
00:15:01: dieser Zusammenschluss wo Kempte dann eine Stadt wurde ist das natürlich mit Sicherheit auch dokumentiert worden?
00:15:11: Das ist dokumentiert geworden.
00:15:13: wenn sie jetzt zu diesen Übergang ansprechen Man spricht da ja von der Säkularisation und der Mediatisierung, das ist dieser Zeitraum.
00:15:23: Die Militärische Besetzung statt und dann die sogenannte Zivilbesitznahme gibt es unterlagen drüber
00:15:30: auch
00:15:30: bei uns im Stadtarchiv aber dann auch in anderen Häusern.
00:15:34: Mein Vorgänger im Amt Dr.
00:15:36: Franz-Rasenburg hat darüber auch seine Doktorarbeit geschrieben.
00:15:40: über dieses Thema und über diesen Übergang geht es eben weiter in das Röhre, der Jahrhundert.
00:15:46: Wo beide Städte die ehemalige Stiftestadt und die Recher dann auch so zusammengewachsen sind, so langsam.
00:15:54: Es war ja ein Prozess, das ging ja nicht wirklich schnell.
00:15:57: Ja, und auch optisch muss man da ja bei der Freiträbe so ein bisschen was verändern, dass dann auch dieses...
00:16:02: Genau!
00:16:02: ...in die andere Stadt kommen?
00:16:04: Also hat man ja irgendwann etwas abgerissen.
00:16:06: Man musste diesen Durchbruch schaffen.
00:16:09: Das war so um Ninzehunderte kurz nach Ninzehnhunderten.
00:16:12: auch wichtiger als äußeres Zeichen, dass man jetzt diese Abschottung so aufbricht.
00:16:18: Schlummern da womöglicherweise auf irgendwelchen Urkunden auch ungelöste Kriminalfälle von ganz früher hier auskämpften?
00:16:26: Das wird so sein!
00:16:30: Es gibt ja zum Beispiel die... wenn mal weiter zurück geht, die Hexenforschung ist auch eine Kollegin, die sich da sehr gut ausgekannt hat bei uns und Ich darf vielleicht auch an die Steele, an Vorderresidenz erinnern mit der Schwegelin.
00:16:50: Kriminalfälle ist immer so ein Thema weil ja das wenn sie dann gerichtsmaßig werden Gerichtsunterlagen sind bei den staatlichen Dienststellen und da findet man dann bei uns weniger.
00:17:06: Es gibt einen Zeitungsartikel drüber oder es hat Irgendeine Stelle in der Stadtverwaltung war dann da irgendwie involviert, dann ja.
00:17:14: Aber es wird sicherlich noch ungeklärte Fälle auch geben.
00:17:18: Jetzt hat Herr Kempten seit diesem Jahr einen neuen Oberbürgermeister Christiana Schoch.
00:17:24: gibt's da irgendwie ein Dokument was von ihm schon archiviert worden ist?
00:17:30: Nein das ist glaube ich nicht der Fall!
00:17:32: Ich kanns jetzt nicht doch... Und zwar natürlich die Stadtratsprotokolle und die Ausschussprotoklle, die sind immer von ihm schon unterschrieben.
00:17:42: Die kommen sehr zeitnah auch noch im Original zu uns.
00:17:46: also wir haben hier die sozusagen doppelte Buchführung einmal die elektronische Aktenführung in einem bestimmten Fachverfahren und wir bekommen aber immer auch noch das Originaldokument wenige Wochen nach der Sitzung und die sind schon von Christian Schoch auch unterschrieben.
00:18:03: Also
00:18:03: es ist quasi schon verewigt im Norden.
00:18:05: Ja,
00:18:06: genau!
00:18:08: Wie groß ist Ihr Team?
00:18:09: Sind Sie in einem Mannbetrieb mal salopp formuliert also wie viele People haben...
00:18:15: Für die Frage bin ich sehr dankbar weil ich bin nicht allein des Stadtarchiv sondern wir haben ein sehr kleines aber feines Team.
00:18:22: Wir sind drei Leute plus eine Eine Springerstelle, also wir sind schon wirklich da personell auf Kante genäht.
00:18:30: Aber wir haben ein tolles Team und vielen Dank an dieser Stelle auch an meine Kolleginnen und Kollegen.
00:18:37: Grüß mal recht herzlich!
00:18:38: Wie heißen Sie?
00:18:39: Hört die Grüße mir jetzt einfach direkt an den Schreibtisch hin.
00:18:42: Herzliche Grüße an Ursula Deckersturm Anita Meyer und Armin Köpf.
00:18:47: Grüße auch von mir.
00:18:49: Jetzt haben Sie mir vorhin auch gesagt, was Sie in Ihrem Studium gelernt haben natürlich diese
00:18:54: alten Schriften
00:18:56: lesen und das ist ja mitunter so filigran geschrieben und Rechtslage.
00:19:05: wenn man irgendwo die Möglichkeit hat mal auf eine alte Postkarte zu kommen oder findet bei sich selbst oder im Keller wie lernt man das zu lesen?
00:19:15: diese alten Schriften?
00:19:17: Ja, es ist einfach
00:19:18: in
00:19:18: der Ausbildung ein ganz großes Stundenkontingent.
00:19:22: Man nennt das deutsche und lateinische Schriftkunde oder Alliografie ist der Fachbegriff
00:19:27: dafür.
00:19:28: Und da übt man das also man fängt halt mit ganz einfachen Texten dann an und tastet sich aus der Jetztzeit so langsam zurück geht in die vorhergehenden Jahrhunderte rein muss sagen mir ist es am Anfang sehr schwer gefallen
00:19:43: Aber
00:19:44: durch das viele üben, kommt
00:19:45: man da rein.
00:19:47: Also gerade wenn man das manchmal so sieht auch diese Federn mit denen da geschrieben worden ist in diesen Registern also in diesem Stadtregisternd Das ist ja so filigran Wenn ich da irgendwie guck wann hat mein Oma heiratet oder wie war es damals?
00:20:02: Das ist sehr kaum lesbar.
00:20:05: Es gibt eben, bis heute auch so sehr individuelle Handschriften.
00:20:09: Und manche Schreiber haben es sehr schön geschrieben.
00:20:12: also das blitzt einem geradezu entgegen und dann gibt es auch Schreber.
00:20:17: die sind wirklich auch für mich sehr, sehr schwer zu lesen.
00:20:19: Da muss man klar sagen
00:20:21: dass
00:20:22: ich auch nicht jedes Wort da einzufangen kann.
00:20:24: aber den Sendern viele Schreibers haben sich doch auch sehr bemüht und die kann man... Das ist gestochen scharf!
00:20:30: Auch nach Jahrhunderten noch
00:20:32: gestochn scharf.
00:20:33: Stadtarchiv
00:20:35: Nix
00:20:35: Tote, sondern da ist lebendige Geschichte dahinter.
00:20:38: Das ist das Gedächtnis der Stadt, das habe ich eingangs schon gesagt.
00:20:42: Man möchte natürlich auch den Kontakt mit den Menschen ... Man soll kommen oder wenn ich interessiert bin jetzt an Familienforschung, es sind sie meine erste Adresse, ist es auch schon vorgekommen dass jemand so von der Ur-Oma oder von den Großeltern noch so alte Postkarte hat?
00:20:58: Ich kann's nicht lesen.
00:20:59: was heißt
00:21:00: es!
00:21:00: Ja natürlich sowas kommt vor Und wenn sich das im Rahmen hält, dann helfen wir da gerne.
00:21:06: Aber wir können halt nicht.
00:21:07: dann sagen wir mal seitenweise... Nein!
00:21:10: Das übersteigt unsere Verhältnisse, also die personellen Kapazitäten.
00:21:13: Aber klar, da helfen wir schon einmal aus bei so einer Person.
00:21:16: Da ist dann schon der Überwandschafts- oder Bekanntenkreis.
00:21:19: Thomas, du schau mal, das hab ich gefunden.
00:21:21: Könntest du ja auch mal da einen Blick drauf werfen?
00:21:23: Es kommt schon vor,
00:21:24: oder?!
00:21:24: Es kommt vor
00:21:25: und
00:21:25: dann macht man das natürlich gern.
00:21:27: aber wie gesagt es muss sich im Rahmen.
00:21:29: Ja, natürlich Sie haben auch schon von der Digitalisierung gesprochen, das ist so eine Phase was ja jeden irgendwo betrifft.
00:21:39: Das ist ein Abschnitt der wahrscheinlich auch mehrere Jahre oder Jahrzehnte geht dieses digitalisieren wie wichtig ist es auch?
00:21:50: Digitalisieren dann habe ich natürlich dieses
00:21:53: Urstück
00:21:54: nicht mehr in der Erhaltung.
00:22:00: Das ist ganz wichtig.
00:22:01: Es ist etwas ganz Zentrales, auch was von uns als Archivan und Archivahnen erwartet wird.
00:22:07: Aber wir müssen erst mal unterscheiden, was meinen wir mit der Digitalisierung?
00:22:11: Meinen wir die digitale Langzeitarchivierung – damit es gemeint, dass die Dokumente, die digital entstehen, auch in den Fünfzighunderts, Zweihundertjahren noch lesbar sind?
00:22:22: Da sprechen wir von digitaler Archivierung oder Langzeitarchivierung.
00:22:25: Oder meinen wir Die Digitalisierung vom Archiv?
00:22:28: Das heißt also, dass wir in Papierform vorliegende Dokumente digitalisieren um sie zum Beispiel zu schützen.
00:22:39: Damit weil Sie einen schlechten Zustand sind so was machen wir auch im begrenzten Umfang?
00:22:45: Wir sind noch nicht sehr weit aber wir haben zum Beispiel schon einen großen Bestand den Bestand Familienbögen die die Familienforscher brauchen komplett digitalisiert.
00:22:54: das ist ja auch so eine arbeit könnte ich mir vorstellen.
00:22:58: Das ist eine
00:22:58: riesen Arbeit und man muss jetzt ehrlicherweise auch sagen, das hat ein Dienstleister für uns gemacht.
00:23:04: da stand ein Fördermittel zur Verfügung.
00:23:07: wir im normalen Alltag können
00:23:09: es gar nicht machen.
00:23:11: Sie sind natürlich Ansprechpartner für verschiedene Bereiche und tauschen sich aber auch mit ihren Berufskollegen hier im Allgäu aus weil jedes Schöne, letztendlich hat auch ein kleines Archiv.
00:23:26: Wie größer die Ort oder Stadt umso größer das Archiv?
00:23:30: Ja wir haben einen fachlichen Austausch der Allgäu-Archive.
00:23:34: Das ist ein virtueller Austausche und so treffen wir uns auf einem Bierchen privat in einem
00:23:39: Biergarten
00:23:41: wie ich finde eine sehr wertvolle Einrichtung.
00:23:44: da tauschen wir uns über alle möglichen archivischen Themen aus.
00:23:49: Konkret haben wir gerade ein Projekt vor einen sogenannten Notfallverbund zu gründen, der Alkoholarchive.
00:23:55: Und da sind wir schon ziemlich weit mit.
00:23:57: der Notfallverbund steht kurz vor der Unterzeichnung.
00:24:01: Da geht es einfach darum dass wir uns im Notfall wenn wo was passiert und ein Haus brennt was nicht vorkommen möge oder wenn's ein Wassererbruch gibt in einem Haus das wir uns gegenseitig unterstützen.
00:24:14: dafür ist dieser Notfall verbunden gedacht Und wenn der dann mal steht, da werden wir dann in die Detailplanung gehen.
00:24:21: Also wie können wir uns besser wappnen und uns vor solchen Ereignissen schützen?
00:24:25: Da ist ja Prävention auch sehr wichtig!
00:24:27: Absolut jeder weiß oder kennt die Bilder vielleicht auch aus Reportagen in Köln wo was weiß ich und fast war es irgendwie ja weg war dann oder ist brennt irgendwo eher das da die Erhaltung.
00:24:44: Zu Köln, da kann ich selber was sagen.
00:24:45: Als das Kölner Stadtarchiv im März, dass es für die Kollegen eingestürzt ist, war es ganz schlimm und ich war dann auch zur Hilfe eine Woche mit dort.
00:24:55: Ich habe das dort gesehen also der Lagen wirklich wertvollste Archivalien in Kölnis eines der bedeutendsten Stadtarchiven ganz Deutschland im Dreck und Schuddhaufen.
00:25:07: Und da waren ganz viele Blaulichtorganisationen und Archivare im Einsatz um Das ist noch zu retten, was dann noch zu Retten war.
00:25:16: Es letzt die Frage wenn wir heute eine Zeitkapsel für Chemden irgendwie zusammenstellen würden?
00:25:24: Was wäre da alles drin?
00:25:27: In der Zeitkapsell wären wahrscheinlich die wichtigsten Dokumente oder zumindest Ereignisse, die wir belegen können mit.
00:25:36: Also gehen wir mal weit zurück.
00:25:39: Das ist vielleicht die erste schriftliche Erwähnung der Stadt Kempten, so um zwanzig nach Christus dann die Klostergründung im achten Jahrhundert, zwölfneunundachtzig der Beginn der Reichsfreiheit, dann der Bauernkrieg, fünfzehn, fünfezwanzig dreißigjähriger Krieg.
00:25:55: da ist in Kempton sehr viel passiert, sehr viel Unglück auch gewesen.
00:26:00: das sind auch viele Dokumente leider weggekommen.
00:26:03: Dann gehen wir weiter.
00:26:04: Sekolisation wäre sicherlich mit dabei, der Übergang eben an Bayern.
00:26:09: ja dann im zwanzigsten Jahrhundert müssen wir vielleicht auch auf die NS-Zeit schauen.
00:26:15: Deutsche Gemeindeordnung nezut fünfunddreißig.
00:26:20: von St.
00:26:21: Mang und St.
00:26:21: Glorenz, also die Eingemeinung der Hängehorte.
00:26:24: Und in jüngerer Zeit gibt es auch Daten, da gibt's bedeutende Daten wie der Bau des Forums zum Beispiel.
00:26:31: Also das sind so Dinge, die mir jetzt spontan gerade einfallen.
00:26:34: Es geht wahrscheinlich noch näher hier.
00:26:36: Aber das ist schon wirklich was?
00:26:38: Und natürlich die Tageszeitung von heute!
00:26:40: Die wäre auch mit dabei.
00:26:41: Wir sind wirklich am Pust der Zeit.
00:26:44: Das ist sehr gut dass Sie das ansprechen.
00:26:46: Also wir kümmern uns nicht nur um die ganz alten Dokumente sondern Wir kümmern uns heute schon um die Zeitung von gestern und sagen dafür, dass sie übermorgen zur Verfügung steht.
00:26:57: Das ist also wir sind da wirklich am Puls der Zeit!
00:27:00: Vielen Dank für den Einblick in Ihre Arbeit im Stadtarchiv Thomas Steck.
00:27:05: Danke, dass Sie da waren.
00:27:06: Ja sehr gerne hat Spaß gemacht.
00:27:08: Der Allgäu-Hit Kaffeeklatsch wurde präsentiert von Den Lebensgestaltern.
00:27:13: stundenweise Zuwendung stattgetakteter Hektik.
00:27:16: Dein ambulanter Dienst im Allgäu für Pflege und Betreuung mit Zeit.
Neuer Kommentar