Neuer Schwung für die Jugendarbeit – im Gespräch mit dem neuen Jugendpfarrer der Dekanate Kempten, Sonthofen und Lindau
Shownotes
In dieser Podcast-Folge begrüßen wir Roland Kiechle, den neuen Jugendpfarrer für die Dekanate Kempten, Sonthofen und Lindau, zu einem ausführlichen Gespräch. Er erzählt von seinen ersten Eindrücken, seinen Ideen für die kirchliche Jugendarbeit und davon, was ihn an der Arbeit mit jungen Menschen begeistert.
Wir sprechen über die Herausforderungen und Chancen der Kirche in der heutigen Zeit, darüber, wie Glaube lebendig bleiben kann – und warum Begegnung, Offenheit und Gemeinschaft dabei eine zentrale Rolle spielen.
🎧 Hört rein und lernt den neuen Jugendpfarrer persönlich kennen – engagiert, nahbar und voller Tatendrang für die Jugend im Allgäu.
Transkript anzeigen
00:00:01: Gesund und vital durch den Tag.
00:00:03: Der Allgäu-Hit-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke Kempten
00:00:08: und
00:00:08: Purnatur, weil Gesundheit
00:00:10: bei der Ernährung beginnt.
00:00:12: Herzlich willkommen, Roland Kiechle.
00:00:15: Guten Morgen.
00:00:16: Schön, dass Sie da sind.
00:00:17: Jetzt müssen wir ganz kurz sagen, Jugendfahrer, der neue Jugendfahrer, nicht nur fürs
00:00:23: Dekanat Kempten.
00:00:24: Ganz genau, sondern für die Dekanate Kempten, Linda und Sondhofen.
00:00:27: Das ist ein ziemlich großes Gebiet.
00:00:29: Ein sehr, sehr großes Gebiet.
00:00:31: Für wie viele Jugendliche sind Sie so der seel-sorgerische Ansprechpartner?
00:00:35: Kann man gar nicht tun, glaube ich.
00:00:36: Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung.
00:00:37: Das müsste man mal hochrechnen, aber ich weiß gar nicht, ob es so überhaupt Zahlen gibt, weil eben die Jugendlichen aus den ganz unterschiedlichen Dekanaten und Pfarreien kommen.
00:00:44: Und wir sprechen über Ihren Werdeganger, wie Sie auch zum Jugendfahrer wurden.
00:00:49: Kommt da ein Anruf vom Bischof?
00:00:50: oder haben Sie sich darauf beworben, das klären wir jetzt in dieser Stunde.
00:00:54: Schön, dass Sie da sind.
00:00:55: Danke.
00:00:55: Sie erzählen uns so ein bisschen was aus Ihrem Leben.
00:00:59: Seit erstem September sind sie da, was war denn die Stelle davor?
00:01:04: Wo waren sie denn da untergebracht?
00:01:06: Direkt davor war ich in Föhringen, also bei Neu-Ulm-Ulm die Ecke.
00:01:09: Und da war ich als Kaplan eben, weil ich vor drei Jahren zum Priestergewalt wurde.
00:01:13: Und dann die erste Kaplanstelle dort in Föhringen war drei Jahre und jetzt eben wieder in Kempten.
00:01:18: Also Föhringen ist ja jetzt auch nicht so weit weg von der Heimat.
00:01:22: Sie sind da Kemptner aufgewachsen, aber auch in Wildpolzried.
00:01:26: kurz nach der Stadtgrenze sozusagen, ist das so ein bisschen jetzt für Sie auch back to the roots?
00:01:32: Ja eindeutig.
00:01:33: Also wenn ich von Föhrdingen nach Hause gefahren bin auf der A-Sieben, dann war immer das Algoertor und dahinter die Berge, das war schon ein Heimkommen.
00:01:40: und jetzt eben wieder in Kempten zu sein, bedeutet wirklich back to the roots, ich freue mich, dass ich wieder in der alten Heimat
00:01:45: bin.
00:01:46: Aber sie wohnen jetzt nicht mehr irgendwo in Wildpolzried.
00:01:49: Ne, wohnen natürlich in Jugendhaus Elias, in Seifritzberg,
00:01:52: das vielleicht
00:01:53: für die noch ein Bekannt sein könnte von irgendwelchen misstranten Freizeiten oder so.
00:01:57: Da bin ich hausgeistlicher.
00:01:58: Das Büro befindet sich dann allerdings eine Kemptel in der Jugendstelle.
00:02:01: Ah, dann sind sie auch so ein Pendler, immer B-IX.
00:02:03: Ganz
00:02:04: genau.
00:02:06: Jetzt haben sie ja gerade gesagt, sie sind eigentlich noch recht frisch Fahrer.
00:02:11: Also... zum Priester geweiht, dann diese Kaplanzstelle.
00:02:17: Wie war so ihr Weg, Priester zu werden?
00:02:21: Ist das schon immer irgendwo so der Drang oder Wunsch da gewesen?
00:02:24: Oder war das eher so, sie als fünfjähriger im Kindergarten?
00:02:28: Nee, ich möchte eigentlich Polizist werden.
00:02:30: Oder, weil möglicherweise in Wildkreuzried aufgewachsen.
00:02:33: Nee, die Landwirtschaft ist eigentlich meins mit Tieren, Traktoren.
00:02:37: Wie ist denn so ein bisschen ihr Werdegang?
00:02:40: Also zunächst mal wollte ich Bauarbeiter werden, weil mich das immer fasziniert hat, ein Bagger zu fahren.
00:02:45: Das war immer das größte.
00:02:46: Ich dürfte das leider noch nie, vielleicht glaubt das irgendwann noch.
00:02:48: Dann wollte ich natürlich Bau werden, weil der Nachbar einen großen Hof hatte und ich da dann immer bei den Kühen war.
00:02:53: Und weil er kälblich?
00:02:54: Ganz genau.
00:02:55: Einmal muss ich wahrscheinlich, also scheinbar, erzählt die Bäuerin, dass ich vor dem Milchauto da war.
00:03:00: Also die Motivation war damals wohl groß.
00:03:03: Hat sich dann aber doch gelegt, sodass ich nach meinem Abit, dass ich auch hier in Kennten gemacht habe.
00:03:08: und einem Jahr Zivildienst dann studieren begonnen habe und zwar was ganz anderes, also nicht Theologie, sondern einfach das Techno-Mathematik heißt.
00:03:16: Also die Mathematik und das Rechen hat mich immer schon begeistert.
00:03:21: Und so habe ich dann in München Techno-Mathematik studiert, um dann wieder ins Igoid zu kommen.
00:03:25: Ich habe dann hier in Kempten bei Liebherr gearbeitet als Software-Entwickler und hatte wirklich eine große Freude dabei, vier Jahre lang.
00:03:33: Ach so, dann ist quasi, wenn man das so ein bisschen ja jetzt Revue passieren lässt, aber irgendwann mal von Kempten weggegangen, wiedergekommen, weggegangen, wiedergekommen.
00:03:42: Also so das Allgäu spielt irgendwo oder kristallisiert sich da so ein bisschen auch als Lebens- und Arbeitsmittelpunkt bei Ihnen raus.
00:03:50: Ich war immer gerne im Allgäu, auch wenn meine Zeit als Student eben in München Da bin ich eigentlich jedes Wochenende nach Hause gefahren.
00:03:57: Die anderen sind dann auf den Partys geblieben.
00:03:59: Und ich bin halt heim und hab Fußball und Tischtennis gespielt, was meine Hobbys waren.
00:04:03: Das war mir wichtig und auch meine Freunde waren alle im Allgäu.
00:04:05: Deswegen hat das immer schon eine gewisse Anziehung auf mich ausgeübt.
00:04:09: Jetzt nochmals Technik Mathematik.
00:04:11: Also Mathematik ist ja so ein Torerwissenschaftlicher Bereich.
00:04:14: Jetzt nicht so meins.
00:04:15: Ich war in anderen Bereichen da besser.
00:04:18: Aber das ist ja auch komplett anders wie Theologie.
00:04:22: Also in der Theologie gibt es zwar irgendwelche Zahlen auch.
00:04:25: Aber Zahlen war ja davor irgendwo so ganz wichtig.
00:04:30: Ganz genau.
00:04:31: Mich hat das halt immer fasziniert, diese Klarheit und Stringenz in der Mathematik.
00:04:35: Ich habe das in der Schule schon geliebt und dann im Studium auch wirklich das ganz konkret logische Denken.
00:04:42: Und ich würde sagen, das war was fürs Leben und das kann ich sogar jetzt als Fahrer auch noch brauchen.
00:04:47: Aber wie kam der Zwitsch dann zur Theologie?
00:04:50: Ich habe gearbeitet und es hat eigentlich alles gepasst.
00:04:53: Ich hatte da ne Freundin, war im Betrieb dabei, hatte ne schöne Arbeit, hab gut verdient und hab mich wirklich ruhig gefühlt, aber so dieses letzte Quäntchen so zum absoluten Glücklich sein, das hat mir gefehlt und ich hab mir immer überlegt, warum fehlt das jetzt eigentlich?
00:05:06: Ich hab doch alles, also passt alles wunderbar.
00:05:08: und dann bin ich dem irgendwann mal nachgegangen und hab mir überlegt, ja was, was, was?
00:05:14: zieht denn da noch im Hinterkopf sozusagen.
00:05:16: Und ich habe immer gewusst, dass mich die Kirche und der Glaube angesprochen hat.
00:05:20: Und dann bin ich dem noch mal nachgegangen, habe dem eine Chance gegeben, war eine schwierige Zeit, eine sehr schwierige Zeit.
00:05:24: Ja, das glaube
00:05:24: ich, das glaube ich.
00:05:25: Aber Gott sei Dank habe ich dann den Mut irgendwie gehabt, dann ins kalte Wasser zu springen.
00:05:30: Dann war der Sprung ins kalte Wasser.
00:05:33: Ich greif das jetzt gerade einfach nochmals auf.
00:05:35: Alles irgendwo wie am Schnürchen gelaufen.
00:05:39: Man stellt sich das so vor, alles supi.
00:05:41: Und dann, aber doch irgendwo, mir fehlt noch was.
00:05:44: Mir fehlt im Herz noch was, mir fehlt drinnen noch was, so dieses
00:05:48: letzte
00:05:49: Böbberlap.
00:05:50: Ganz genau so was.
00:05:51: Vor allem wusste ich ja nicht, was danach kommt.
00:05:53: Ich wusste, ich werde das jetzt machen, aber wie die anderen reagieren, ich hatte total Angst davor, so in der Firma, wie wird das geschwätz im Allgäu sein?
00:06:02: Wie werden die reagieren?
00:06:03: Schau doch mal den an!
00:06:04: Und es war aber mega, weil ganz viel Respekt mir gegenüber gebracht wurde in der Firma, auch im Freundeskreis und so.
00:06:11: habe ich dann im Nachhinein den Schlittgottelrank nicht bereut, aber vorher war es wirklich ein Sprung ins kalte Wasser.
00:06:18: Ich glaube wirklich, dass da so diese zwei Zettel dann wahrscheinlich auf dem Tischer mal waren, das pro, das kontra, was habe ich, was gebe ich ab, was bekomme ich, also da schwirren einem ja wahrscheinlich tausend Gedanken irgendwie durch den Kopf, haben sie dann irgendwo schon in der Kindheit oder auch in der Jugendphase Kontakt zur Kirche gehabt, waren sie wahrscheinlich Ministrant, oder?
00:06:41: Danke, dass ich echt einen guten Kontakt zur Kirche hatte.
00:06:43: Ich war Ministerin, ich war da bei allem voll dabei.
00:06:45: Ich hatte einen sehr guten Heimatfahrer, würde ich finde, hieß der.
00:06:49: Ziemlich kantig, würde ich mal sagen, aber sehr authentisch und echt ein Vorbild an für mich.
00:06:54: Und er ist eben im Jahr zwei tausend drei tödlich verunglückt in den Bergen, was ein ziemlicher Einschnitt für mich war.
00:06:59: Und dann musste ich mich selber fragen, wie stehe ich zu der ganzen Sache?
00:07:03: Jetzt kann ich mich nicht mehr nur auf den Fahrer beziehen, wie stehe ich zu dem und was soll es bei mir weitergehen.
00:07:11: War der Tag da, wo Sie gesagt haben, jetzt ist die Einschreibung fürs Theologiestudium?
00:07:16: Genau, wobei dem ja schon viele andere Tage vorausgegangen sind.
00:07:19: Ich habe mich noch gut erinnern, als ich zu meinem Chef gegangen bin und ihm gesagt habe, dass ich kündig.
00:07:23: Das war schon sehr spannend.
00:07:24: Er hat auch ziemlich überrascht reagiert, aber Gott sei Dank sehr gut.
00:07:27: Und ab dem Zeitpunkt ging es ihm los, weil ich dann wusste, jetzt wissen das die anderen.
00:07:34: Also jetzt muss ich dazustehen und will ich dazustehen.
00:07:37: Ist das so was, was man wie so ein bisschen schwereres Rucksäckchen dann auch mit sich rumträgt?
00:07:43: Auch gerade, ah jetzt wissen es alle, das ist so
00:07:47: mega schwer.
00:07:47: Welch der Gründen
00:07:49: vom Rücken?
00:07:50: So ungefähr kann man das beschreiben, ja.
00:07:51: Aber dadurch, dass dann die Reaktionen so positiv und wertschätzend waren, hat sich das Gott sei Dank rendiert.
00:07:58: Wo haben Sie Theologie studiert, weil ich da gerade so neugierig mal nachfangen darf?
00:08:01: In
00:08:02: Augsburg.
00:08:03: Genau.
00:08:03: Das ist ja auch das Priesterseminar.
00:08:05: Genau.
00:08:05: Und normalerweise, wenn man Priester der Diözese Augsburg wird, dann studiert man an der Uni Augsburg.
00:08:10: Und dann ging es weiter aber auch nach Roma, die Stadt schlechthin, wo der Vatikan ist natürlich auch der Papst, wohnt, arbeitet und lebt.
00:08:20: Im dritten Jahr kann man oder soll man eigentlich die Uni oder das Priesterseminar verlassen und dann irgendwo hingehen.
00:08:24: Und Rom war immer schon mein Traum, irgendwie, jeder, der da schon mal war.
00:08:28: Und das ist wahrscheinlich bestätigen, das ist einfach eine krasse Stadt.
00:08:31: Da war ich dann ein Jahr und hab da gelebt.
00:08:32: Das war schon sehr, sehr besonders.
00:08:34: Und dann natürlich Theologiestudium abgeschlossen.
00:08:37: Und dann ist man ja irgendwo bis zum Augsburg, ist ja so dieses Heimatbistum.
00:08:42: Dann gibt's ja die Meldung an am Bischof A. Da haben wir ein Roland Kiechler, der ist jetzt fertig mit seinem Studium.
00:08:49: Den schicken wir mal nach draußen.
00:08:51: Dann kommt natürlich die Priester Bayern, ein fassbarer Moment.
00:08:56: Also ich war mal... wegen der Arbeit auf einer Priesterweihe.
00:09:02: Das ist unfassbar,
00:09:03: was da passiert.
00:09:04: Das kann ich nur bestätigen.
00:09:05: Das ist was, was ein nachhaltig flasht.
00:09:07: Also auch mich als jemand, der den bei gewohnt hat und das hat einfach mal miterleben dürfen, weil es gibt es ja nicht mehr so oft ein Priesterweihe.
00:09:18: Damals auch ziemlich cool, weil das direkt nach Corona war.
00:09:21: Das war die erste große Veranstaltung.
00:09:22: Der Dom knallvoll, alle voll dabei und das war echt Gänsehaut viel und pur.
00:09:27: Und dann natürlich die erste Messe dann auch danach.
00:09:32: Als fertiger Pfarrer sage ich jetzt einmal, ja, das ist ja relativ schnell nach der Priesterwahl.
00:09:38: Genau, eine Woche danach war ich in Milpozid in meiner Heimat.
00:09:41: Und das war wirklich genial, weil der ganze Ort halt, dass ich mit gefreut hat, wir haben ein großes Fest gefeiert.
00:09:45: Die Sonne hat den ganzen Tag gescheint.
00:09:47: Das war wirklich richtig, richtig cool.
00:09:49: Alle haben zusammen geholfen.
00:09:50: Und es stand natürlich die Messe.
00:09:52: Und hier ist das größte im Vordergrund und das war für mich das größte, weil ich einerseits natürlich das so für mich gemacht habe, weil ich wusste, ja, ich soll das jetzt tun, Gott will mich da irgendwie, aber andererseits natürlich immer für die Menschen das tun.
00:10:05: Und es dann zu sehen, dass da wirklich zweitausend Leute da waren und sich freuen und mit dabei sind, das war großartig.
00:10:10: Das ist ein Gänsehautmoment, man sagt oft leintläufig, aber mal ganz ehrlich, Sie erzählen mir da und Sie sehen es, also ich kriege da gleich Gänsehaut, weil das ist so, es ist wirklich ein unfassbar emotionales Erlebnis, dann auch diese erste Messe.
00:10:26: Und dann ging es direkt gleich nach Föhringen?
00:10:28: Nee, dann
00:10:29: war zuerst, beziehungsweise ja, davor war ich in Nördlingen als Praktikant, direkt nach dem Studium, zwei Jahre, und dann aber nach der Priesterweihe ging es nach Föhringen, als Geplan.
00:10:38: Und da waren sie jetzt, wenn ich richtig gerechnet hab, drei Jahre.
00:10:42: Na
00:10:42: dann haben sie doch in Mathe super aufgepasst, genau drei Jahre.
00:10:45: Gab's irgendwie schon ein Feedback von den Jugendlichen in den, oder nach ihren ersten sechs
00:10:50: Wochen?
00:10:51: Ja, man hat ja ständig mit Jugendlichen zu tun und dann gibt es natürlich viel Feedback.
00:10:54: Und ja, gerade am vergangenen Wochenende hatten wir im Ministranten-Wochenende und hier im Jugendhaus Elias.
00:10:59: Da geht es natürlich ab einerseits und gleichzeitig merken wir aber auch, dass die jungen Leute und die Kinder vor allem auch offen sind für die Themen, die ich natürlich ganz hoch halte für die Glaubensthemen, weil ich glaube, dass es halt weiterbringt und dass das so tiefe Fragen und Sehnsicht durch ihnen beantwortet und wir machen am Schluss immer eine Feedbackrunde.
00:11:17: Und ja, das ist natürlich wunderbar, wie dann manche ehrlich sind und sagen, dass es schön war, dass es toll war, dass es spannend war, aber auch, dass sie die Themen so gebet und so weiter echt, echt auch bewegt haben.
00:11:26: Das sind die schönsten Rückmeldungen, die man dann bekommen kann.
00:11:32: Posten, das Jugendfahrer, ich weiß nicht, sagt man, das ist ein Posten, oder?
00:11:36: Ein Amt, ein besonderes Amt.
00:11:37: Ein Dienst,
00:11:38: wie auch immer.
00:11:39: Ein Dienst, ja.
00:11:40: Wie ist es dazu gekommen, hat der Bischof dabei in den Anruf und gesagt, hallo, Herr Kiechle, ihr hättet einfach was in ihre Heimat.
00:11:47: Nein, das ist... Der Bischof
00:11:48: nicht, sondern der Vorgänger, weil das ein sehr guter Freund von mir ist, Johannes Brestel, der auch hier schon mal ein Interview gegeben hat und der hat irgendwann mal gefragt, ob ich mir das nicht vorstellen kann, weil es ihm eben an Anlegen war, dass es gut weitergeht, wir kennen uns gut und ja, so ging es dann seinen Weg.
00:12:01: Irgendwann hat wahrscheinlich der Bischof auch nur seine Unterschliffe drunter gesetzt.
00:12:04: Muss er
00:12:04: glaube ich.
00:12:06: Seel-Sorger ist ganz im speziellen in der Kategorie Jugendliche oder Jugendfahrer.
00:12:11: Gibt es eigentlich einen Seniorenpfarrer, auch einen Familienpfarrer, den in Anfangszeichen normalen Pfarrer.
00:12:16: Der Jugendpfarrer wird schon, ich glaube, so ein bisschen... hervorgehoben, herausgehoben.
00:12:21: Würde ich aussagen, es gibt verschiedene kategoriale C-Sorgestellen, so heißt es, die dann eben auch für die Erwachsenen, für Senioren zuständig sind.
00:12:29: Aber die Jugendstellen, was bei uns in der Diözese immer noch gibt, die sind schon was Besonderes, weil man eben gesagt hat, ja, die Jugend ist auch sehr, sehr wichtig, weil das die Zukunft ist.
00:12:37: Das ist so ein bisschen der Nachwuchs.
00:12:39: und so wie in vielen Vereinen, ich möchte jetzt nicht die katholische Kirche mit dem Fußballverein vergleichen, aber so ein bisschen der Nachwuchs fehlt auch im katholischen, auch schon im Ministrantenbereich.
00:12:51: Manchmal sieht man ja nur noch zwei, wenn man in die Messe geht.
00:12:55: Auch in der Jugendarbeit, da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, wie ich mich als Jugendliche auch schon mit einbringen kann.
00:13:01: Auch in der Vorbereitung von Jugendgottesdiensten.
00:13:03: Das ist so ein bisschen, wo Sie das Handling machen, oder?
00:13:07: Ja, und wir merken das natürlich auch.
00:13:09: Ich habe früher selber Fußball gespielt und eben Tischtennis.
00:13:11: Das war sehr sportlich und aktiv.
00:13:12: Und wenn ich jetzt mit Trainern spreche, dann bestätigen die das alle, dass die jungen Leute eben sich nicht mehr so gern binden lassen.
00:13:18: Die sind eher so, schnell hier, mal hier, mal da.
00:13:22: Und das merken wir natürlich in der Kirche
00:13:23: auch.
00:13:24: Gleichzeitig sehe ich schon, dass es immer wieder Kinder und Jugendliche gibt, die echt Bock darauf haben und die eben einerseits die Freizeitaktivitäten und so lieben, aber andererseits eben auch bewusst bei den Ministranten bei der Kirche sind, weil sie da halt schon Fragen stellen können und Fragen beantwortet können, die jetzt im Fußballtraining nicht Thema werden.
00:13:45: Dadurch halt auch innerlich dann wirklich Antworten bekommen für ihr Leben, die ihr dann auch tragen.
00:13:49: Wir gucken jetzt so einen Arbeitstag bei Ihnen aus.
00:13:51: Sie sind wahrscheinlich noch ein bisschen in der Einarbeitungsphase.
00:13:54: Ganz viele Menschen, ganz viele Namen müssen Sie sich jetzt also mal auch merken.
00:13:58: Wer ist auf welcher Stelle, wer ist zuständig für das und das?
00:14:01: Ein Büro haben Sie?
00:14:03: Ja,
00:14:03: genau.
00:14:04: Nicht, oder?
00:14:05: Gibt es so ein Zentralbüro für Sie?
00:14:06: In
00:14:06: Kempten.
00:14:08: Das mit den Namen ist eine große Katastrophe, weil ich irgendwie ein Hirn wie ein Schweizer Käse habe.
00:14:13: Aber ich bemühe mich und ich bin dann immer ehrlich zu den Leuten, dass ich es einfach wieder vergessen habe.
00:14:18: Es gibt gar keinen Standardtag.
00:14:19: Das ist auch das Schöne an meinem Beruf.
00:14:21: Das Einzige, was eigentlich immer da ist, ist die heilige Messe irgendwann.
00:14:25: Entweder halt am Sonntag ganz groß oder ganz klein.
00:14:29: Manchmal feiere ich mich auch für mich jetzt allein im Jugendhaus, weil da halt keine öffentlichen Messen sind.
00:14:33: Ich bin immer froh, wenn jemand dazu kommt.
00:14:35: Aber das ist so das Zentrum, weil ich einfach weiß, Gott steht bei mir im Zentrum.
00:14:40: Und all das andere kommt erst durch die Beziehung zu ihm.
00:14:43: Und für all das andere bekomme ich auch durch ihn dann die Kraft.
00:14:46: Und dann kommen eben die Gespräche mit den Mitarbeitern oder bei mir nur Mitarbeiterinnen in der Jugendstelle, die Planungen der Aktivitäten und dann auch die Durchführung.
00:14:55: Also mega abwechslungsreich.
00:14:57: Ist da Open Sky in Kämpfen ist ein Bereich, der ja schon ein bisschen, wie soll ich sagen, moderner, ein bisschen fortschrittlich, ein bisschen lässiger auch
00:15:07: ist?
00:15:07: Kann man schon so sagen, Open Sky ist ja die Jugendkirche, die auf der Jugendstelle gehört.
00:15:11: Da finden dann immer die regelmäßigen Gottesdienste statt, vor allem dann am Sonntag.
00:15:15: Und für mich persönlich ganz bewegend, weil ich lustigerweise, Open Sky ist ja mit Christi Himmelfahrt zusammen,
00:15:21: ich bin
00:15:22: lustigerweise in Christi Himmelfahrt getauft.
00:15:24: Und sowas im doppelten Sinne ein Back to the Roots, weil ich in die Köche kam, wo ich damals das kleine Skind oder Baby getauft wurde.
00:15:31: Das ist auch, das ist irre, was man da dann für Verbindungen manchmal feststellt oder welche Verbindungen sich die da auf Und dann immer rückblickend, ja, das hat einfach so sein müssen, dass es so ist.
00:15:43: Ich bin noch auf der Suche nach meinem Taufstein, aber irgendwie muss der irgendwo in den Niederungen des Kellers oder so verschwunden sein.
00:15:49: Ja, muss man dazu sagen, Christi, Himmelfahrt ist ja auch mal komplett saniert umgebaut und umgestaltet worden, aber vielleicht liegt er noch irgendwo in einem Keller.
00:16:02: Aber Open Sky ist natürlich eine Möglichkeit, auch relativ locker mit Jugendlichen nicht nur ins Gespräch zu kommen, sie auch schon mit einzubinden.
00:16:13: Ganz genau.
00:16:13: In diesen kirchlichen Abläufe oder...
00:16:16: Ich würde sagen, es sind jugendgemäße Gottesdienste.
00:16:18: und gleichzeitig versuchen wir eben nicht, nicht völliges Theater zu spielen, sondern den Fokus zu behalten, dass die Leute eben nicht nur zu uns kommen, sondern dadurch auch animiert werden, ja, mit Gott den Weg zu gehen und vielleicht auch in ihrer Pfarrei dann aktiv zu werden und das wieder mehr schätzen zu lernen.
00:16:35: Das sind immer so zwei Aspekte, die mir auch ganz wichtig sind, dass wir da nicht irgendwie Show abziehen und die Leute dann nur zu uns kommen, sondern dass sie auch dass das auch Auswirkungen hat auf ihr persönliches Leben.
00:16:45: Wenn ich das so sagen darf, so ein bisschen der Gegner in der heutigen Zeit für alle Freizeitbeschäftigungen und natürlich auch das Ministeranten und Jugend da sein im katholischen Bereich, so ein bisschen Social Media, oder könnt ihr das vielleicht sogar
00:17:00: die Zukunft
00:17:01: auch für die?
00:17:02: Der Churchsfein.
00:17:03: Ich würde es gar nicht so negativ sehen.
00:17:04: Ich nehme natürlich zu alle, als da mir selber war, dass es echt schwierig ist, mit diesen Dingen umzugehen und dass man sich da echt im Griff haben muss.
00:17:10: Sonst hängt man die ganze Zeit nur am Handy und ich glaube auch eine Versuchung für die Jugendlichen.
00:17:15: gleichzeitig sehe ich, dass es echt eine riesige Chance sein kann.
00:17:18: in Frankreich waren.
00:17:19: Also bei uns geht es ja alles bergab und alles geht nur noch den Berg runter gefühlt.
00:17:24: Also es ist nicht so.
00:17:25: Aber in Frankreich zum Beispiel waren dieses Jahr in der Osternacht Von erwachsenen Leuten und überwiegend jungen Erwachsenen.
00:17:33: Und die meisten sind eben deswegen dazugekommen, weil sie irgendwie auf Social Media gesehen haben, dass die Kirche was gepostet hat und daran wieder Anschluss gefunden haben aus eigenem Entschluss wieder neu dazugekommen sind.
00:17:44: Insofern glaube ich, dass das eine große Chance sein kann, aber natürlich auch Risiko.
00:17:49: Und deswegen geht es bei uns viel um Social Media, dass wir Jugendlichen auch aufklären, dass wir ihnen erklären, hey, schau mal, dass du den die Nutzung ein bisschen im Griff hält, aber gleichzeitig natürlich auch die Chancennutsch, die damit verbunden sind.
00:18:01: Und wir sehen da große Chancen.
00:18:03: Weil gerade die Erreichbarkeit dieses Multiplizieren von der Info, zack, zack, zack, zack, zack, geht es einen Weg im World Wide Web und landet dann natürlich auch auf den Handys.
00:18:14: Aber gerade Social Media ist ja irgendwie so zum Teil eine sehr nicht real existierende Welt, da die Kids vielleicht auch wieder mal in uns hier und jetzt zu holen und hey Leute, das ist alles nur die Internetwelt.
00:18:28: Das
00:18:28: ist eine große Herausforderung, wir merken das schon an den Wochenenden.
00:18:31: Das glaube ich, das glaube ich.
00:18:33: Natürlich wollen Sie es Ihnen nicht vorschreiben, aber gleichzeitig sehen wir, wie Sie dann halt nur da hängen, so da eine gute Balance zu finden ist echt eine krasse Herausforderung, aber auch schön irgendwie mit den Jugendlichen dazu ringen und Ihnen das einerseits zu erklären und dann auch zu sehen, wie Sie es checken, dass das ja nicht so gut ist, wenn man sich nur da damit beschäftigt.
00:18:52: sondern halt ein sinnvoller Umgang, damit sehr, sehr hilfreich ist fürs Leben.
00:19:00: Instagram, TikTok wahrscheinlich noch nicht.
00:19:02: Oder wer weiß TikTok?
00:19:04: Der Jugendfahrer
00:19:05: muss zugeben, dass er kein Instagram hat und sich noch aktiv dagegen wehrt, weil ich selber weiß, wieviel ich dann dranhängen würde.
00:19:12: Viele von meinen Freunden haben Instagram und schicken mir dann immer die Reels und die lustigen Videos, bei denen sie wissen, dass ich mich drüber freue.
00:19:18: Natürlich hat die Jugendstelle selber und auch die Jugendkirche ein Instagram-Account und das sind wir natürlich aktiv und bewerben da unsere Sachen, erzählen von unseren Aktionen.
00:19:27: und freuen uns, dass das so leicht ist, so viele Menschen auf einmal zu erreichen.
00:19:32: Sie haben ja schon in unserem Gespräch gesagt, kürzlich war Ministerandenwochenende oder Jugendwochenende in Seifertsberg im Haus Elias.
00:19:40: Ist sowas demnächst auch geplant?
00:19:41: Gibt es schon so, wenn man bis zum Jahresende guckt, so weit ist es ja dann gar nicht mehr?
00:19:46: Gibt es da schon so fixe Termine, wo sie sagen, hey, das sind wir noch in der finalen Vorbereitung?
00:19:51: Wir freuen uns vielleicht auch in der Adventszeit irgendwas auf die Beine stellen zu können, so relativ zeitnahe Projekte, die jetzt schon in ihrer O-Pod liegen?
00:20:01: Ja, da gibt es viele Dinge.
00:20:03: Wenn ich dann für die größeren Big-Mini-Wochenende heisse, auch in Seifritzberg, dann gibt es die regelmäßigen Gottesdienste.
00:20:09: Aber mir fällt gerade besonders der Diocesan-Weltjugentag ein.
00:20:13: Eine Veranstaltung, die dann auf Diozesen- und Diocesan-Ebene stattfindet.
00:20:17: Alle zwei, drei Jahre vielleicht haben die Hörer das schon mal gehört, gibt es den Weltjugentag, wo Millionen Jugendliche aus der ganzen Welt mit dem Papst zusammenkommen.
00:20:24: Und in den Zwischenjahren finden diese Veranstaltungen eben.
00:20:27: auf die Juzusan-Ebene statt und da wird am fünften November in Dillingen ein großartiges Fest gefeiert.
00:20:33: am Abend ein Konzert und da freue ich mich richtig schon drauf und wir werden auch als Jugendstelle da natürlich vertreten sein und die Leute einladen, es fährt ein Bus aus dem Allgäu und wir freuen uns da richtig drauf, weil das eben die Veranstaltungen sind, wo die Jugendlichen sind, hey, wir sind gar nicht allein, es gibt noch andere, die echt cool sind und die und die das auch mit Überzeugung und Freude tun und deswegen halte ich solche Events für extrem wichtig.
00:20:56: Das sind der November.
00:20:57: Fünfzehnte November können wir uns schon mal gut ja auch notieren und Diningen ist er jetzt soweit auch nicht weg vom Allgäu.
00:21:06: Das ist eigentlich was nur ein Katzensprung.
00:21:09: Haben Sie so eine Zielsetzung?
00:21:11: oder formuliert man sich so ein Ziel?
00:21:12: oder wie lang ist die Stelle Jugendfahrer irgendwie interessant für Sie?
00:21:17: Haben Sie die jetzt und sagen, okay, die nächsten fünf Jahre versuche ich irgendwas aufzubauen oder so dieses Netzwerk, dieses Austausch, dieses Interesse an den Jugendlichen weiter zu festigen, mich da aktiv einzubringen?
00:21:30: Gibt es da irgendwie?
00:21:31: Ich lasse mich da ehrlich gesagt überraschen.
00:21:33: Ich habe jetzt keinen konkreten Pläne.
00:21:34: Ich will bestimmt länger als zwei Jahre bleiben, weil ich natürlich da auch was aufbauen will.
00:21:38: und daran wahrscheinlich nach zwei Jahren erst alle Namen kenne.
00:21:41: Deswegen las ich mich mal überraschen.
00:21:44: Ich wäre bestimmt keine zehn Jahre da bleiben, weil ich ja doch jetzt schon meinen vierzigsten Geburtstag hatte.
00:21:49: Das ist auch ganz lustig, wenn man als Jugendfahrer auch vierzig sein darf.
00:21:52: Ich hoffe, dass ich ein bisschen jünger wirk.
00:21:55: Aber eben mit fünfzig will ich dann kein Jugendfahrer mehr sein und wäre auch nicht so sinnvoll.
00:21:59: Aber ich würde jetzt mal sagen, fünf Jahre möchte ich schon ganz, ganz da bleiben.
00:22:03: Ist dann schon so auch das Ziel mal eine eigene Pfarrei zu haben?
00:22:07: Auch da lasse ich mich überraschen.
00:22:08: Das wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, aber da ist es dann ganz entlastend, dass das letztlich auch der Bischof entscheidet.
00:22:14: Aber aller voraussicht nach würde ich mal irgendwo eine Pfarrei oder Pfarrei-Gemeinschaft heißt es ja mittlerweile übernehmen.
00:22:22: Sie sind die erste Adresse für die Jugendlichen, was diesen kirchlichen Bereich angeht, der ja nicht nur aus strikten Regeln, Wander, Giesig, Wasser oder Wein, dem Fahrer, bei der Messe irgendwie in den Kirch, sondern viel Freizeitbeschäftigung.
00:22:35: Sie haben es ja selber schon gesagt, auch die ministranten Wochenende.
00:22:38: Also ist natürlich was für den Geister, für den Austausch in der Kommunikation, aber auch das Körperliche, das Sportliche, das so ein bisschen Messen.
00:22:47: Auch diese Kompo an sich ist eigentlich ein tolles Paket für die Jugend.
00:22:51: Ich habe das vor allem selber auch erlebt.
00:22:52: Natürlich als junger Mensch, da braucht man Sport, da braucht man die Möglichkeiten, wo man mal aus sich rausgehen kann und das gehört alles zusammen.
00:23:00: Der Mensch ist nicht nur Körper, aber auch nicht nur Geist.
00:23:02: Das gehört immer zusammen und deswegen versuchen wir da eine gute Mischung zu finden.
00:23:06: Dann wünsche ich Ihnen auf diesem Weg alles Gute und schön, dass Sie da
00:23:09: waren.
00:23:10: Dankeschön.
00:23:11: Gesund und vital durch den Tag.
00:23:14: Der Allgeuchtet-Kaffee-Clutch wurde euch präsentiert von der Bahnhof-Apotheke
00:23:18: und dem Naturkostladen
00:23:20: Pur Natur im Herzen von Kempten.
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