Kaffeeklatsch 14.08.26: Philine Blees, Bürgermeisterin von Obermaiselstein
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Philine Blees, der Bürgermeisterin von Obermaiselstein. Wie ist es, als jüngste Bürgermeisterin Bayerns Verantwortung für eine ganze Gemeinde zu übernehmen? Wir sprechen über ihren Alltag im Rathaus, Herausforderungen, persönliche Erfahrungen und darüber, was sie in Obermaiselstein bewegen möchte.
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00:00:02: Der Allgäu-Hit Kaffeeklatsch wird präsentiert von den Lebensgestaltern.
00:00:06: Stundenweise Zuwendung statt getakteter Hektik, dein ambulanter Dienst im Allgau für Pflege und Betreuung mit Zeit!
00:00:14: Heute gibt's ne zweier Frauenrunde hier im Kaffeeklat.
00:00:18: Filine Bles ist da bei mir herzlich willkommen.
00:00:21: Sie dürfen sich gerade mal selbst vorstellen.
00:00:24: Ja vielen Dank, freut mich.
00:00:24: Guten Morgen an alle.
00:00:26: Mein Name ist Philippe Neblis, ich bin Bürgermeisterin in Obermeißelstein seit Mai diesen Jahres.
00:00:30: Das heißt wir haben alle mitgezählt und wird gerechnet einhundert Tage oder bis die Piwaldaume in einhundert Tage im Amt.
00:00:37: Spontane persönliches Fazit- oder Bilanz nach den ersten einhundred Tagen mit ihren Augen betrachtet?
00:00:45: Es macht mir wahnsinnig viel Spaß!
00:00:47: Ein bisschen so wie ich mir vorgestellt habe.
00:00:50: Ich bin unglaublich dankbar für das coole Team dass ich hab sowohl in der Verwaltung als auch im Gemeinderat.
00:00:55: Und ja, so kann es weitergehen.
00:00:57: So kann's weiter gehen?
00:00:58: Wenn ich Sie da gerade so Sinngewiss zitieren darf... Wie war das, wo das dann feststand?
00:01:04: Ja!
00:01:05: Ich habe das innerlich strike yes oder doch ein Moment von Sprachlosigkeit.
00:01:14: Beides ein bisschen würde ich sagen.
00:01:16: Man braucht schon einen Moment bis man das realisiert.
00:01:18: okay Ich bin jetzt hier Bürgermeisterin.
00:01:22: Aber wenn man da mal drin ist, dann funktioniert das auch ein bisschen von alleine.
00:01:25: Es kommt zu Stück für Stück und man wächst da rein.
00:01:27: Das funktioniert ganz
00:01:28: gut!
00:01:29: Ich meine reingewachsen in die Politik sind es ja eigentlich auch weil sie waren schon sehr früh politisch interessiert.
00:01:35: Ist auch bei ihnen in der eigenen Familie viel diskutiert worden?
00:01:39: Auch über überregionale Politik.
00:01:41: also ist es eine sehr wie soll ich sagen Diskussions- und Sprech- und Unterhaltungsfreudiges Familienhaus gewesen.
00:01:50: Ich hoffe, wir haben unsere Nachbarn nicht allzu oft mit politischen Diskussionen auf der Parastik genervt.
00:01:54: Es ist schon so, sowohl mein Vater als auch meine Großeltern verderlicherseits sind alle politisch und kommunalpolitisch engagiert gewesen.
00:02:01: Und ich habe das ein bisschen mitgenommen von Anfang
00:02:03: an.
00:02:03: Ja man wächst das so auf also man kennt es ja dann auch irgendwo nicht anders Auch bei uns daheim.
00:02:08: wir haben viel gesprochen Wir hatten auch oftmals zu Themen ganz unterschiedliche Meinungen.
00:02:13: Aber dieser Austausch diese Diskussion weil da heißt er Ich argumentiere und finde das so eben Weil haben sie quasi schon von daheim mit aufgesogen bekommen.
00:02:24: Wie war das dann?
00:02:25: Wie ist es so passiert, dass Sie gesagt haben okay ich engagiere mich im politischen Bereich vor Ort gleich ein bisschen intensiver aus Innenstadt.
00:02:34: Das muss man vielleicht noch dazu sagen sind Sie gebürtig.
00:02:38: Genau!
00:02:39: Man lernt ja nicht nur das diskutieren sondern man lernt auch mit kommunalpolitisch engagierten Eltern unter einem kommunalpolitisch engagierten Familienumfeld, dass man tatsächlich was bewegen kann und das es alltägliche Probleme sind die Menschen an die Kommunalpolitik bringen.
00:02:54: In meinem ganz persönlichen Fall war das so mit sechzehn-sitzen noch zu Schulzeiten Die Internetverbindung bei uns auf dem Dorf wo ich gesagt habe Moment!
00:03:01: Ich kann hier meine Unterlagen für die Schule nicht vorbereiten Hier muss sich doch etwas ändern.
00:03:06: Und ich hab dann ein bisschen frechen Leserbrief geschrieben und es kam eins zum anderen
00:03:10: Ja?
00:03:11: Und dann waren sie da im Jugend Parlament, da sind es schon gleich hin und haben gesagt hey.
00:03:19: Wir haben das dann gegründet.
00:03:20: ja also wir haben uns zusammengesetzt im Klassenverband bei uns in der Schule und haben einen Jugendparlament gegrundet zusammen mit der Stadtverwaltung.
00:03:30: und da war ich dann zwei Periode lang vorsitzende und das war so das erste politische Gremium in dem ich war.
00:03:37: Wahnsinn!
00:03:37: Wie ist denn das damals von Ihren Mitschülern und auch vom Freundeskreis?
00:03:41: Haben die gesagt, ja schau sie mal an.
00:03:43: Jetzt muss es sich da schon einhocken, wir gehen lieber zum Baden eher was Negatives so eine Reaktion bekommen.
00:03:50: oder ach nee... Das ist total cool.
00:03:53: und gerade diese Internetgeschichte hey das brennt mir auf den Nägeln ich bin auch mit dabei.
00:03:58: Ich glaube es gab solche und solche Reaktionen, wenn man ehrlich ist.
00:04:02: Es gab schon ein Freundeskreis auch bei mir der da mitgezogen hat und dann auch selber aktiv geworden ist was ich super cool fand.
00:04:08: Und es gab sicherlich viele die sich gedacht haben Was will sie denn da jetzt?
00:04:11: Da kannst du doch nichts bewegen!
00:04:13: Ich hoffe so Stück für Stück kann man da den einen oder anderen eines Besseren belehren.
00:04:17: Ist ja auch passiert.
00:04:18: Internetverbindung ist stabiler geworden, oder?
00:04:22: Das war dann tatsächlich als ich in im Stadt in Stadt abgekommen bin relativ eins der ersten Themen um dem wir uns gekümmert haben, war tatsächlich Mobilfunkmast bei uns oben auf dem Dorf und so hat sich der Kreis ein bisschen geschlossen für mich.
00:04:36: Also Stadtrat, auch da schon drin Erfahrung.
00:04:39: Manche Bürgermeister hier auch von den Neugewählten hatten gar nicht diese politische Vorkenntnis oder diesen politischen Werdegang so dieses Hineinwachsen.
00:04:49: So ganz Neuland war das dann ja auch nicht bei ihnen?
00:04:52: Dann haben es Herr Schagust, wieso die Sitzung funktioniert, dass der Sitzungen auch mal länger dauern kann, dass es eventuell Rede und Sprechzeiten für die einzelnen Fraktionen usw.
00:05:01: gibt!
00:05:02: Wann entmal live mitzuerleben, also auch schon bevor sie auf dem Posten waren?
00:05:07: Natürlich.
00:05:07: Also ich habe da gewissermaßen das Hobby zum Beruf gemacht.
00:05:11: Ich war sechs Jahre lang Stadträderin im Stadt und mir hat das Kommunalpolitische immer super viel Spaß gemacht.
00:05:17: Und als sich die Chance dann geboten hat als Bürgermeisterin zu kandidieren... habe ich sie genutzt und hab mein Hut in den Ring geworfen.
00:05:24: Und auf der anderen Seite, glaube ich, habe ich mir in meiner letzten Stadtratssitzung schon gedacht, jetzt sitzt das letzte Mal auf der Seite des Tisches?
00:05:30: Wie ist es wohl wenn man auf der andern Seite sitzt?
00:05:33: Kann man das noch so genießen wie es jetzt Spaß macht?
00:05:36: Jetzt nach dem ersten vier-fünf Gemeinderatssitzungen kann ich sagen, es macht mir auf der Anderen Seite mindestens genauso viel Spaß!
00:05:42: Wie war die erste Arbeitszeit?
00:05:44: Ging's da... Am ersten Mai schon los, trotz Feiertag.
00:05:48: Klar, Maibaum-Aufstellen hat man sich da schon gezeigt und zeigen können.
00:05:52: oder ging's mit dem ersten regulären Werktag los?
00:05:56: Mit dem neuen Amt!
00:05:57: Ich würde sagen es ging spätestens am ersten Mai los und am ersten Mal natürlich dann mit vollem Programm Maibaumaustellen und auch ein Fass anzupfen und ich glaube das ist so ein bisschen klischeehaft.
00:06:07: aber es gehört zum Bürgermeisterleben dazu dass man das macht und ich bin gleich damit gestartet.
00:06:13: Und wie viele Schläge haben sie gebraucht?
00:06:15: Ich glaube, vier waren es.
00:06:16: Ja, das erste Mal in Ordnung.
00:06:18: Wir können noch steigern würde ich sagen
00:06:19: und ist erst einmal der Gang dann ganz offiziell in mein neues Büro hat man sich das so unter dem Türstock noch... Das ist jetzt meins?
00:06:31: Man schnauft zumindest einmal kurz durch weil doch ein neuer Beruf ist, einen neuen Anfang irgendwo wie jeder andere der in einem neuen Beruf kommt und dann vielleicht auch noch mal tief durchatmet bevor es das erste Mal ins Büro geht.
00:06:43: Aber ich würde da super herzlich empfangen haben sich auch gleich alle vorgestellt.
00:06:46: und ja bisher bin ich ganz zufrieden!
00:06:50: Was war das Erste was Sie auf Ihren neuen Schreibtisch oder Neujahrschopper neue Schreibtische gestellt haben?
00:06:57: Hm, da müsste ich jetzt überlegen.
00:06:58: Also was ich wirklich immer dabei hab ist so digital ich sonst unterwegs bin ein haptisches Notizbuch das sich auch hier neben mir liegen habe einfach weil ich ja... Ich hab nicht alles im Kopf und auf Papier kann ich besser denken und es ist definitiv etwas was als erstes mit mir umgezogen ist.
00:07:14: Stichwort Kaffee.
00:07:15: wie trinken Sie denn Ihren Kaffees wenn sie einen trinken?
00:07:19: Ich trink!
00:07:19: sehr oft Kaffee und vermutlich viel zuviel, aber wenn dann einfach schwarz am liebsten.
00:07:24: Das ist auch tatsächlich eins der ersten Dinge die weil sie gerade gefragt haben, die bei mir in meinem Büro mit umgezogen sind von daheim eine gute Siebträger-Kaffeemaschine.
00:07:32: Ah ja da kommt der beste Kaffees raus!
00:07:34: Nix Woll Automatis ist ganz so gut!
00:07:36: Die Siebtregermaschine das muss es sein.
00:07:39: wie viele Dirndl oder Trachten ähnliche Outfits hängen bei ihnen im Kleiderschrank unabhängig jetzt von der Allgäuer Festwoche?
00:07:46: Unabhängig.
00:07:47: Also im Moment nicht nur so viele, weil die Anlässe im Moment sich häufen.
00:07:51: aber dann sind vier Trachtenrocke nochmal drei
00:07:55: und verschiedene Auerteilungen.
00:07:58: Sie fühlen sich wohl in Tracht an sich.
00:08:00: oder Tracht dickerem?
00:08:02: Oder halt Tracht-Ausfit?
00:08:03: Ja
00:08:04: auf jeden Fall.
00:08:05: Jeans also lieber Trachtenrock als
00:08:07: Jeans.
00:08:07: Ach, ich kombinier das auch gerne.
00:08:09: Also mal Jeans mit einer drachtigen Bluse oder mal Drachtenrock mit einem T-Shirt.
00:08:13: Ich glaube als Bürgermeisterin kann man das immer tragen und immer gut einbauen.
00:08:16: Ja, das ist absolut richtig!
00:08:18: Noch einmal ganz kurz auf diese einhundert Tage.
00:08:20: Glückwünsche sind da natürlich von jeglichen Zeiten gekommen wahrscheinlich auch über die verschiedenen Medien Social Media WhatsApp Facebook Wahrscheinlich E-Mail Brief tatsächlich auch?
00:08:31: Also klassisch?
00:08:32: Ja, auch Klassisch per Brief
00:08:33: Sehr schön.
00:08:34: Es ist ja richtig edel,
00:08:36: oder?!
00:08:37: Ja,
00:08:37: klar.
00:08:38: Und es macht ja die Breite aus!
00:08:39: Also ich habe mich wirklich über jeden Glückwunsch gefreut, über jede Nachricht vom Brief angefangen bis zur WhatsApp-Nachricht oder Instagramnachricht also... Oder wenn mir jemand persönlich angerufen hat natürlich auch?
00:08:51: Jetzt sind Sie der erste Bürgermeisterin in Bayern in so jungen Jahren und Jüngste Bürgemeisterin Bayern.
00:08:59: So rum passt das auch.
00:09:00: Wie nervig ist es dass sie jetzt immer nur damit mitunter vielleicht konfrontiert werden oder dass man immer sagt Mensch Schaut, es ist der jüngste Bürgermeister
00:09:09: an.
00:09:10: Ich finde das aber ein bisschen lustig weil ich habe das selber nicht auf dem Schirm.
00:09:12: Ich habe ein paar Menschen in meinem Freundeskreis die auch Jungen als Bürgemeister kandidiert haben und es waren aber alles Männer und es mir selber nicht aufgefallen.
00:09:21: Und deswegen hatte ich nicht aufm Schirm dass sich die jüngsten Frau im Bürgermeisteramt sein könnte also die Jüngste aller Bürgereisters sondern die jünste Frau im Bürgermeisteramt in Bayern.
00:09:30: Und das hat mich dann am Wahlabend ehrlicherweise ein bisschen überfallen, wenn dann Antenne Bayern und Co.
00:09:34: anrufen sagen, ah ja Frau Blesi sind ja die jüngste Bürgermeisterin in Bayern und man im ersten Moment kurz stockt und sagt moment wie kann es eigentlich sein dass du so ist?
00:09:43: Aber es nervt mich nicht.
00:09:44: also ich freue mich auch wenn wenn mich der Leute darauf ansprechen Ich glaube ich kann da ein bisschen Werbung auf den Ort machen Auf jeden
00:09:51: Fall für die Region auch tatsächlich.
00:09:53: Ja das ist eine gute Sache.
00:09:54: Tradition und Allgäu Gehört zusammen, Obermeißelstein mitten drin.
00:09:59: Hier im Algor also keine Randgemeinde-Randkommune?
00:10:03: Was macht Tradition für sie aus?
00:10:05: oder wie wichtig ist Brauchtum-Tradition Heimatpflege auch?
00:10:09: Sehr wichtig und ich glaube das ist was Brauchtums verbindet!
00:10:12: Wir sehen uns in Obermeiselstein, wir hatten letztes Wochenende erst unser Obermeisselsteiner Waldfest und da sieht man einfach das Miteinander unter den Vereinen.
00:10:20: Das veranstalten alle Obermeistelsteine der Vereine zusammen und es ist total wichtig für einen Ort für die Gemeinschaft fort.
00:10:26: Jetzt sind Sie ja Erstädterin, in dem Fall zu Obermeißelstein.
00:10:31: Wie war die Akzeptanz da auch schon gleich?
00:10:33: Ich bin zwar im Stadt geboren, aber in Knotenried aufgewachsen.
00:10:36: bei gutem Dreißighäusern auf tausend Meter Höhe ist Obermeiselstein fast schon größer dagegen!
00:10:42: Ja das ist richtig, Knottenried.
00:10:43: Da haben wir die Sternwarte und haben sie die Sonnenfinstern auch
00:10:46: geguckt?
00:10:47: Ich hatte tatsächlich die meine Ratssitzung währenddessen.
00:10:49: Nein, wie kann man das an so einem Tag platzieren?
00:10:53: Ja wir sind davon unserem Rhythmus nicht abgewichten und wir hatten ein paar wichtige Themen auf der Tagesordnung.
00:10:58: Das hat die Vorrang!
00:10:59: Was sind wichtige und große Themen?
00:11:02: Projekte für den Ort.
00:11:04: Projekte ist mitunter ja oft jahrelang auch bis was gestartet werden kann.
00:11:09: Da es viel Bürokratie dabei, viel ausfüllen von irgendwelchen Förderanträgen, Förderbescheiden und so weiter... Was ist so das Hauptthema im Ort?
00:11:18: Ich würde sagen die Zukunft des Tourismus!
00:11:20: Das ist etwas, was uns als großer Tourismusort mit zweihundertvierzigtausend Übernachtungen einem Jahr sicherlich sehr beschäftigt und wo wir uns auch Gedanken drüber nachmachen müssen wie wir A. unseren Ort weiterentwickeln möchten im Tourismus aber wie sich der Tourismus im Allgemeinen entwickelt.
00:11:35: Das Zusammenspiel von Sommer- und Wintertourismus beispielsweise.
00:11:39: Grad Klimawandel, heißes Sommer weniger niederschlagsreiche Winter.
00:11:43: Man muss da irgendwo sich updaten man muss sich faceliften?
00:11:47: Ja und ich glaube wir müssen unsere Infrastruktur die wir jetzt schon haben und dem Algorjahr schon so wahnsinnig gut ist im Tourismus Die einfach vielfältiger nutzen.
00:11:55: Wir haben vor zwei Wochen die Erlebniswelt Raufrußhunden eröffnet bei uns am Riedberger Horn oben auf Walterschwanger Seite und haben da eine Sommernutzung für eine Bergbahn, die vor allen Dingen bei den Menschen von dem Wintertourismus verankert ist.
00:12:11: Und das ist eine Infrastruktur, die wir jetzt im Sommertourismus nutzen können wo wir ein zusätzliches Angebot schaffen aber wo wir auch dem Gast erklären in was von der Region er ist nicht nur einen schönen Bergblick bieten sondern auch ein bisschen etwas dazu sagen wo er hier ist und warum.
00:12:26: Gerade interaktiv ohne interaktive Wanderwege, Erlebniswege geht schon gleich gar nichts.
00:12:32: Aber das ist ja der Schöne!
00:12:34: Viel Haptik dabei.
00:12:34: die Kinder können spielen, sie kriegen eine Erklärung ganz niederschwellig, ganz einfach erklärt mit bunten Tafeln.
00:12:41: und wenn man dann einmal im Allgäu unterwegs ist oder mal sowas macht... Man lernt ja selber permanent dazu.
00:12:48: Ich glaube es ist schon etwas was mein neuen Job so auszeichnet.
00:12:51: Man lernte jeden Tag dazu.
00:12:52: Man hat eine brutale Themenvielfalt.
00:12:55: Ja, das fängt bei der Feuerwehr an oder beim Straßenbau und hört dann beim Tourismus auf.
00:12:59: Oder beim Kindergarten – und es wird langweilig!
00:13:02: Gibt's irgendwie ein
00:13:03: Brauchtum
00:13:04: im Allgäu-Gesamt?
00:13:06: Oder vielleicht ein spezielles Brauchturm in Obermeißelstein, das so ganz besonders ist?
00:13:12: Ich würde schon sagen, dass das ganz klar der Fiescheid ist.
00:13:14: Das sind wir gerade in den Hauptvorbereitungen, also viel zu tun im Moment aber ich freue mich da schon sehr darauf, als Bürgermeisterin zu erleben
00:13:22: Gibt es engel Moment in diesen einhundert Tagen, Frau Blis?
00:13:25: Wo Sie sagen ja das ist genau deswegen mach ich das.
00:13:31: Ich nur weiß mal zaufe Spaß macht sondern genau wegen solchen Situationen oder Begegnungen.
00:13:36: Ach da gab's schon einige würde ich sagen in den ersten hundert Tagen.
00:13:41: Was mich immer wahnsinnig freut, dass wenn man Arbeit in den Projekt steckt und dann kommt es auf die Gemeinderatssitzung und wird auch darüber diskutiert.
00:13:48: Aber schlussendlich wird man sich da einig und man kann's dann auch umsetzen.
00:13:51: oder also diese klassische Gremienarbeit.
00:13:53: das ist schon etwas was mir sehr viel Spaß macht.
00:13:55: aber es gab einfach unglaublich viele schöne Begegnungen.
00:13:58: ich weiß wir haben am Anfang direkt in meinen ersten zwei drei Wochen durch das gewesen sein haben einen Wanderwege-Aktionstag gemacht und das war eine Initiative der Obermeißelsteiner Vereine.
00:14:06: Sie sind auf mich zukommen und haben gesagt, hey wir würden der Gemeinde gerne da etwas zurückgeben.
00:14:10: Können wir euch die Wanderwege herrichten?
00:14:12: Und dann haben wir da gemeinsame Aktionen draus gemacht und das ist was... Das freut mir einfach so weil es zeigt wie gut die Gemeinschaft
00:14:18: im Ort ist.
00:14:19: Wie gute Gemeinsschaft ist dass man aktiv und massiv auch was macht hat.
00:14:24: also es sind Good Vibes in Obermeißelstein!
00:14:29: Werden Sie erkannt?
00:14:30: natürlich, wie viel Einwohner hat Obermeißelstein?
00:14:32: Also sie ist ein Head-of.
00:14:33: Wie viele Obermeisselsteiner?
00:14:35: Obermeistelstein hat gute Tausendeinwohner
00:14:37: und
00:14:37: klar, da kennt jeder jeden... also ich bin noch dabei tausend warm zu lernen.
00:14:41: Das ist gar nicht meine Stärke.
00:14:42: das tut mir auch immer leid aber ich übe fleißig.
00:14:47: Aber es ist schon so dass Sie erkannt werden wenn Sie mal doch in Ort laufen.
00:14:50: auf von den Kindern her bist du die
00:14:51: Obergemeisterin?
00:14:52: Ja definitiv!
00:14:54: Ist das dein Büro?
00:14:57: Und das freut mich natürlich noch.
00:14:58: Es zeigt,
00:14:59: dass man irgendwo im Ort ankommen ist und ich werde da auch wahnsinnig herzlich aufgenommen und gut integriert in den Ort.
00:15:04: Ich wohne auch seit Juni da und es hilft schon!
00:15:07: Das hilft auf jeden Fall wenn man sich wohlfühlt.
00:15:10: warum darf man ja auch zeigen, dass es einem gut tut hier zu wohnen.
00:15:16: Erzieht man natürlich auch, wie lange das Licht bei ihnen brennt, dass so ein Tag eben keine acht Stunden Arbeitsstunden hat sondern da wird im Rathaus wahrscheinlich auch bisschen länger des öfteren Arbeitslichts brennen Also sieben Tage Woche, also man ist ja wenn mal so ein Posten übernimmt oder es sich entscheidet in die Politik zu gehen schon dessen bewusst.
00:15:36: Ich bin das jetzt auch dreihundertfünfundsechzig Tage und klingt mich nicht mehr für zwei Wochenenden da aus kann den Tatort vielleicht nicht gucken.
00:15:44: wie viele andere wo zieht man trotzdem irgendwie so'n bisschen Energie?
00:15:49: Der Akku der muss ja auch immer wieder gefüttert werden.
00:15:53: sagen wir's mal so!
00:15:55: Unbedingt ja.
00:15:56: Das Schöne an so einem Dorf ist ja, man schaut auch ein bisschen aufeinander.
00:15:58: Und wenn bei mir das Licht mal zu lange brinnnt, dann werde ich schon darauf angesprochen was los war und ob es schwierige Themen gibt oder so.
00:16:05: Freut mich dann auf!
00:16:06: Aber nichtsdestotrotz habe ich einen Beruf der mir wahnsinnig viel Spaß macht wo man abends ins Bett geht und gemerkt hat dass man am Tag etwas gemacht hat.
00:16:16: Ich trenne das nicht ganz so streng.
00:16:18: Ich hab vorhin schon gesagt, der Begriff Work Life Balance gefällt mir nicht immer so weil Weil das Leben nicht dann erst anfängt, wenn meine Arbeitszeit aus ist.
00:16:25: Und Bürgermeisterin ist ein Vierundzwanzig-Siebenjob und trotzdem ist es wichtig, dass man mal abschaltet.
00:16:31: Das geht am besten draußen, draußen in Bewegung.
00:16:33: Das sind so die beiden Dinge, die brauche ich und dann bin auch meine Stunde raus.
00:16:38: Vor allem wir haben ja wirklich... Wir machen Taustür auf oder Bürohtür auf und stehen schon mittendrin.
00:16:44: Andere Leute kommen extra hierher um dieses Feeling zu haben und wir haben sie eigentlich every day!
00:16:49: Ja und dafür müssen wir wahnsinnig dankbar sein finde ich.
00:16:52: also bei all dem, was mal gut oder mal schlecht läuft.
00:16:55: Ich glaube die Umgebung in der wir hier groß geworden sind dafür müssen wir wirklich dankbar sein.
00:17:00: Man
00:17:00: nimmt es oftmals nicht mehr so wahr weil man so ins einem Hamsterrad vielleicht ein bisserle gefangen ist.
00:17:05: auch muss wirklich sagen hey guck mal dieses Bergpornorama an schau mal die Almen an, schauen mal die Weiden anschaue mal das Vieh an Das ist einfach nur schön.
00:17:14: also raus in die Natur
00:17:16: Richtig und da gibt's doch nichts schöneres.
00:17:17: auf einer Alpe zum Hocken und in den Bergen zum Schauen und sich zu denken ja Eigentlich das, was ich hier mache.
00:17:22: Das ist auch nur ein kleiner Teil vom großen Ganzen.
00:17:27: Die Arbeit besteht ja nicht nur am Schreibtisch wenn man Bürgermeisterin ist.
00:17:33: Wir haben es uns vorhin kurz gesagt die Alpen ablaufen besuchen Neuert sich schöner an!
00:17:39: Die Alpenbesuchen weiße zum Gemeindegrund oder zur Gemeinde gehört auch dazu Ist auch sehr vielseitig.
00:17:46: natürlich Schreibtische lange Sitzungen aber auch mal raus und Ich bin trotzdem von Berufswegen unterwegs.
00:17:52: Ja, und das ist doch das Schöne an dem Beruf.
00:17:53: Es ist vielseitig von den Aktivitäten die man den ganzen Tag macht und vielseитig von Themen und man lernt nie aus.
00:17:58: Man hat jeden Tag was anderes und gerade als junger Mensch finde ich es einfach wahnsinnig bereichernd.
00:18:03: Sehr sehr bereichend!
00:18:05: Dialekt habe jetzt bei Ihnen noch gar nicht so raus gehört in Algor-Dialekt.
00:18:09: Haben Sie denn während des Studiums ein bisschen verloren?
00:18:13: Ich glaube, ganz so stark hat die denn nie.
00:18:16: Was auch daran liegt, dass meine Familie nur zum Teil aus dem Allgäu stammt und dann kriegt man es als Kind einfach weniger mit.
00:18:23: In München allerdings hat der schon ab und zu mal das Problem im Büro, dass man das eine oder andere Wort, das ich im Alltag verwende nicht verstanden
00:18:30: habe.
00:18:32: Gibt's für Sie ein Lieblingsallgäuer-Wort?
00:18:35: Oder so ein Lieblingsdialektwort?
00:18:39: Ich glaub' nicht!
00:18:40: Bei manches hört sich ja wirklich total knuffig und einfach nur knuffisch an.
00:18:45: Ja, auf der anderen Seite ist es die Sprache, die wir jeden Tag sprechen.
00:18:48: Und ich freue mich immer wenn jemand Dialekt spricht egal ob das jetzt ein Allgäuer-Dialekt ist oder mein Freund spricht einen oberweirischen Dialekt.
00:18:54: Das finde ich sehr schön wenn er das macht!
00:18:56: Ja, das hat einfach eine Identität für die Region.
00:18:59: Absolut genauso wie es essen.
00:19:01: Ihr liebst den Allgänger Leibspeise?
00:19:05: Ganz klar keine Spatzen und schlagbar.
00:19:07: Wir waren das reinfuchsen.
00:19:09: Sie sind ja jetzt keine gebürtige Obermeißelsteinerin, inzwischen wohnhafter.
00:19:15: Wie ist es?
00:19:15: Welche Schwierigkeit war da am Anfang tatsächlich?
00:19:18: Sehen wir ein bisschen den Blick von Immenstadt.
00:19:20: natürlich kappt da aktiv im Stadtrat gewesen dann Seitenwechsel die Themen vielleicht auch nicht alles so klar kann man an Tag eins auch gar nicht alle irgendwie schon wissen.
00:19:32: absolut also.
00:19:33: Ich habe sicherlich nach sechs Jahren Stadtrat ein bisschen kommunalpolitische Erfahrung mitgebracht oder eine politische Erfahrung durch mein Engagement im Allgemeinen.
00:19:39: Aber ich kenne natürlich den Ort noch gar nicht und das ist schon auch wichtig, dass man ein paar Leute im Ort hat die immer mal anrufen kann und mal nachfragen können und auch einfach wahnsinnig viele blöde Fragen stellen kann bin ich mir sicher.
00:19:52: aber so findet man sich schneller in die Arbeit rein und halt.
00:19:55: wahnsinnigt wichtig und ich glaube es ist nie gut extern irgendwo hinzukommen mit einer sturen Agenda und das dann tunnelblickartig durchzuziehen.
00:20:03: Sondern mir ist es schon einfach wichtig, den Ort kennenzulernen in einen Ort reinzuhachen.
00:20:06: wo sind die Themen?
00:20:07: Wo sind die Herausforderungen?
00:20:08: Wo müssen wir jetzt anpacken?
00:20:11: Hat man da eigentlich wenn man wirklich so ein Posten hat so eine tolle Unterschrift sich erst mal noch so zulegen wissen?
00:20:17: oder haben sie schon immer ne coole Unterschrift gehabt und das optimiert oder schreiben so wenn Sie was unterscheiden wie Sie schon unterschreiben
00:20:26: haben Mir keine neue Zugabe unterschreibt.
00:20:29: Das einzige, was ich mache ist... Ich versuche es ein bisschen größer zu machen, damit das einmal etwas mehr ausschaut, weil sonst schreibe ich im Allgemeinen sehr klein.
00:20:37: Aber ja, das sind so Sachen wo man glaube ich selber den Perspektivwechsel hat dass man eine neue Rolle annimmt und das ist sicherlich was an das man sich auch selbst in der Eigenwahrnehmung erst mal gewöhnen muss, dass man jetzt auch anders gesehen wird.
00:20:49: Ja!
00:20:50: Ich kann mir auch vorstellen, so wo man das das erste Mal vielleicht zu Ihnen gesagt hat Ja und da blablabla, wir sind auf dem Termin.
00:20:58: Und hier kommt Bürgermeisterin Filene Bles.
00:21:02: Ist das so am Anfang beim ersten Mal?
00:21:04: Das bin ja ich!
00:21:06: Ja gut, es ist schon etwas anders an dass man sich gewöhnen muss, so angebrochen zu werden.
00:21:11: für dich.
00:21:12: Das hat man ja vorher nicht so gehabt und ich glaube auch mit diesem Rollenwechsel zu tun, den man auch für sich selber im Kopf erst einmal hiebringen muss.
00:21:21: Aber man hört so aus Ihrem Sprechen, aus Ihren Erzählen raus.
00:21:24: Obermeißelstein ist Ihnen schon sehr ans Herz gewachsen seit den hier einhundert Tage?
00:21:28: Das ist Ihr
00:21:29: Ort!
00:21:29: Ja absolut und das ging auch sehr schnell.
00:21:33: also als ich den Hinweis bekommen habe dass Obermeiselstein einen Bürgermeister sucht und ich mir Gedanken drüber gemacht hab ob ich da meinen Hut in den Ring werfe haben wir natürlich den Ort angeschaut Und ich finde Obermeisselstein hat einfach wahnsinnig viel zu bieten starke Vereine Gewerbe Tourismus Wahnsinnig viele Bergbahn und ein Kindergarten.
00:21:55: Es ist sehr vielseitig, es hat sehr viel Potenzial und ich würde sehr herzlich aufgenommen.
00:22:00: Also warum das nicht auch genauso zurückspiegeln?
00:22:02: Liebe auf den ersten Blick!
00:22:05: Kann man so sagen
00:22:06: oder?
00:22:06: Ja kann
00:22:08: man schon so sagen.
00:22:09: Ich habe mich gleich heimisch und zu Hause akzeptiert gefühlt Mit Ihrem Blick nach einhundert Tagen, wenn wir auf die kommenden einhundert Tage blicken oder auf die nächsten Jahre während Ihrer Amtszeit.
00:22:24: Was ist das Thema?
00:22:26: Tourismus haben wir schon gesagt aber wohin wollen Sie den Ort führen?
00:22:30: Oder wo versuchen sie den Ort hinzubringen?
00:22:34: Also was mir wahnsinnig wichtig ist dass wir das gemeinsam machen und dass wir da einen Zusammenhalt herbringen ich glaube es war in der Vergangenheit vielleicht nicht immer einfach und dass wir aber da jetzt gemeinsam anpacken, ihoch in den Ort reinschaue wo die Herausforderungen sind.
00:22:49: Ich glaube Tourismus ist ein großer Thema im Block sicherlich nicht der einzige...
00:22:52: Auch nicht nur für Obermeißelstein, das wäre beziehungsfähig!
00:22:56: ...sicherlich die nächsten Jahre viel tun.
00:22:58: Aber drumherum ist es ja wahnsinnig vielseitig wo diese Herausforderung so liegen.
00:23:02: Es fängt beim Straßenbau
00:23:03: an und hört vielleicht
00:23:04: bei dem Feuerwehr am Kindergarten auf Und uns wird sicherlich nicht langweilig werden die nächsten sechs Jahre.
00:23:10: Das kann ich mir auf jeden Fall vorstellen, so ein persönliches Ziel... das ist jetzt auch gemeingefragt, so'n bisschen oder?
00:23:19: Bisschen ja!
00:23:21: Ich kann nach den ersten hundert Tagen sagen dass ihr mich da einfach wahnsinnig wohlfühlt und mir der Beruf an sich sehr viel Freude macht und sehr viel Spaß macht.
00:23:28: Und ich glaube es ist was wenn man mit der Einstellung, wenn ihr die die nächsten sechse Jahre halten kann dann bin ich absolut zufrieden in meinem Job.
00:23:38: Jeder hat ja irgendwie so ein bisschen Karriere auch im Hinterkopf.
00:23:42: Ist es auch einmal so, dass das von der politischen Karrierei leider nach oben gehen könnte?
00:23:47: Also bei Ihnen Politik immer mehr taugt auf größerer Ebene, auf höherer Ebene... Also anders gefragt wenn Sie mal Bayerische Ministerpräsidentin werden könnten würden sie's
00:24:00: tun!
00:24:02: Ich glaube die klassische politische Kehre, leider gibt es gar nicht.
00:24:05: und wenn man mich vor einem Jahr gefragt hätte ob ich in dem Jahr Bürgermeisterin bin.
00:24:08: Hätte ich da vermutlich auch eher darüber geschmunzelt und gesagt ach Quatsch!
00:24:11: Ich kenne dir hier nochmal für ein Stadtrat und ich glaub das ist etwas was wir nicht planen kann.
00:24:15: Ich glaube Politik ist ein wahnsinnig schönes Hobby aber auch ein wahnsinnig schöner Beruf weil man so viel bewegen kann und ich glaube solange mal der selber zufrieden damit ist und solange man das Gefühl hat dass man was vorwärts bringen kann solange soll man das auch weitermachen.
00:24:29: Ein schönes Schlusswort.
00:24:30: Ganz lieben Dank für Liene Bleß, Erste Bürgermeisterin von Obermeißler-Stein.
00:24:36: Danke für den Einglick!
00:24:37: Alles Gute und Teutäu-Teutäub!
00:24:39: Der
00:24:40: Allgäuhit Kaffeeklatsch wurde präsentiert von Den Lebensgestaltern.
00:24:44: Stundenweise Zuwendung stattgetakteter Hektik.
00:24:48: Dein ambulanter Dienst im Allgau für Pflege und Betreuung mit Zeit.
Helga Hepp
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