Musik verbindet – Im Gespräch mit Ulrike Kempf

Shownotes

Ulrike Kempf, Fachberaterin für Musik an den Kemptener Grundschulen, spricht über die Bedeutung musikalischer Bildung, ihre Arbeit mit Lehrkräften und Schulen sowie darüber, wie Musik Kinder fördert,
begeistert und den Schulalltag bereichert.

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00:00:02: Der Allgäu-Hit.

00:00:02: Kaffee-Clutch wird präsentiert von den Lebensgestaltern.

00:00:06: Stundenweise Zuwendung statt getakteter Hektik, dein ambulanter Dienst im Allgau für Pflege und Betreuung mit Zeit!

00:00:14: Heute geht es um Musik und zwar Musik einer Grund und im Weiteren auch an den Mittelschulen zu Gast Ulrike Kempf.

00:00:22: Sie sind Fachberaterin für Musiken-Kempten.

00:00:29: Ja, schönen guten Morgen!

00:00:31: Mein Name ist Ulrike Kämpf.

00:00:32: Ich freue mich dass ich heute hier sein kann und euch ein bisschen was erzählen kann über meine Arbeit mit Musik an den Campnergrundschulen.

00:00:41: Von wie vielen Grundschulen sprechen wir da im Campen?

00:00:45: Wir haben in Campen jetzt inzwischen zehn Grundschulens und auch drei Mittelschulen Und ja für die bin ich offiziell zuständig.

00:00:55: Wissen Sie zufällig, für wie viele Schüler das sind?

00:00:58: Das ist eine

00:00:59: ganz schön spontane Frage.

00:01:01: Weil ja alle Grundschulen auch eine unterschiedliche Schülerzahl haben.

00:01:05: Ich sage jetzt mal pro Grundschule es sind zwischen zweihundert und vierhundertfünfzig Schüler.

00:01:12: Das Mal zehn kann man sich jetzt ausrechnen!

00:01:15: Heute geht's um Musik natürlich beim Radio.

00:01:18: Es ist Musik natürlich auch an erster Stelle aber auch bei Ulrike Kems sie Fachberaterin, das ist so ein sperriger Begriff.

00:01:27: Gibt es da keinen schöneren?

00:01:28: Keinen kürzeren Begriff?

00:01:32: Ja man könnte vielleicht auch sagen Fachfrau oder Expertin oder Organisatorin.

00:01:41: also sie sind zuständig für den Musikunterricht an den Grundschulen

00:01:46: nicht nur für den musikunterricht eigentlich nur indirekt, also vielleicht um mal kurz die Aufgaben einer Sprachberaterin zu umreißen.

00:01:55: Das ist jetzt vielleicht ganz spannend zu klären.

00:01:58: Also ich bin zuständig in erster Linie für Lehrerfortbildung.

00:02:02: Wir haben ja sehr viele Lehrkräfte an den Grund- und Mittelschulen in Kempten und auch in der Umgebung die vielleicht auch im musikalischen Bereich ab und zu eine Fortbildung brauchen, also dafür bin ich zuständig.

00:02:15: Ich bilde die Lehrkräfte fort – das kann eine Fortbildung sein im Bereich Instrumentenspiel, es kann sein imbereich Musik- und Tanz- und Bewegungen.

00:02:26: Dann haben wir alljährlich in Kempten Kinderkonzerte in der Big Box.

00:02:30: Vielleicht hat der ein oder andere das schon mal gehört?

00:02:33: Da ist jetzt meine Aufgabe, die Lehrkäfte im Vorfeld darauf vorzubereiten... Zu Coaching!

00:02:39: Genau, also da geht es um eine Einführung in dieses Werk und dann auch Unterrichtsmaterial zur Verfügung zu stellen.

00:02:47: Weil das Konzept der Kinderkonzerte ist ja so dass die Lehrkräfte wirklich im Vorfeld die Kinder im Unterricht auch darauf vorbereiten sollen.

00:02:55: Und das macht ja diese Kinderkonzerte so nachhaltig, dass die Kinder dann im Konzert es dann auch wiedererkennen und Dinge, die sie vorher geübt haben, da auch vorführen dürfen.

00:03:07: Wie ist es bei Ihnen dazu gekommen, dass Musik so ihrs

00:03:11: ist?

00:03:12: Wahrscheinlich schon früh als Kind.

00:03:13: Wie viele Instrumente spielen Sie denn?

00:03:16: Ja klar also bei uns war in der Familie Musik schon immer sehr bedeutungsvoll hatte schon immer einen hohen Stellenwert.

00:03:23: meine Eltern haben beide Musik gemacht auch meine Brüder.

00:03:26: ich habe noch zwei große Brüdern.

00:03:28: vor allem einer davon ist sehr sehr musikalisch und bei uns lief immer Musik zu Hause Flötenunterricht gegeben.

00:03:38: Also waren sie ja an der Quelle!

00:03:40: Genau, genau.

00:03:41: und so habe ich schon von der ersten Klasse an einfach ein Instrument gelernt und es ging dann weiter mit Klavier und dann eben auch musisches Gymnasium

00:03:49: usw.,

00:03:50: also Musik war immer an erster Stelle.

00:03:52: Ja oder ein Liebensbekleider kann man ja schon fast sagen Musik?

00:03:55: Unbedingt

00:03:56: unbedingt.

00:03:57: Also wenn wir jetzt zum Beispiel ins Chor singen gehen... Ich hab' schon in Kinderkörn gesungen.

00:04:06: Meine Mutter hat mich dann mitgenommen in den Friedberger Kammerchor.

00:04:10: Da durfte ich dann mitsingen und seitdem habe ich immer in Chören gesungen, egal wo ich war, egal wann im Leben war.

00:04:19: Für mich auch ein bisschen Gemeinschaft und Kontakte zu knüpfen.

00:04:26: Und das Hobby ist es ja schon fast mehr als ein Hobby wenn man da dieses kontinuierliche Macht.

00:04:32: was bedeutet Musik für sie persönlich?

00:04:35: Musik ist in meinem Leben eigentlich tatsächlich ein ganz, ganz zentraler Wert und hat für mich ganz viel mit glücklich sein zu tun.

00:04:48: Also vielleicht haben manche das auch schon gehört aus der Wissenschaft.

00:04:52: Musik vor allem dass Singen trägt bei zu wohlbefinden.

00:04:58: es werden sogar Hormone ausgeschüttet wenn man singt.

00:05:01: also dieses berühmte Kuschelhormon Oxytozin wird ausgeschüttet und das Singen hat im Körper ja auch Funktionen von Atmung, von Haltung.

00:05:14: Und Menschen die viel singen oder auch viel Musik machen sind einfach glücklichere Menschen!

00:05:19: Das spüre ich ganz deutlich.

00:05:21: Kann eigentlich jeder singen?

00:05:22: Oder gibt es so diesen komplette musikalischen Typ

00:05:26: doch?!

00:05:27: Es ist tatsächlich eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird bzw.

00:05:30: mich begegnen immer wieder Menschen, die sagen Ich kann nicht singen.

00:05:34: Nein, ich sage jeder kann singen.

00:05:37: Und ich würde das auch nie irgendeinem Menschen so bestätigen weil jeder kann Singen und Singen hat nichts mit absoluten sauberen Tönen oder saubere Intonation zu tun sondern es hat was mit Freude zu tun, mit Ausdruck und jeder kann das erleben.

00:05:53: und ja.

00:05:55: Warum von Ausdrucks?

00:05:57: Auch in unterschiedlichen emotionalen Ebernen.

00:06:00: also Musik ist eigentlich Emotionalität oder die reine Emotion?

00:06:07: Ja, das stimmt.

00:06:09: Musik gibt es ja jetzt nicht nur... Wir haben gerade über Freude gesprochen.

00:06:12: Das gibt auch Musik in Trauerzeiten, Musik wenn man wütend ist.

00:06:16: Das kennt man vielleicht noch so aus der Jugend.

00:06:19: Man hat dann irgendwie ganz date Musik reingelegt um die Wut auch irgendwie loszuwerden.

00:06:25: Ich glaube, viele Menschen kennen das auch aus dem Bereich Instrumentalspiel.

00:06:29: Wenn man ein Instrumentspiel spielt, dass man dann spontan mal am Klavier sich austobt...

00:06:34: In die Tasten mal Haut?

00:06:35: Genau genau!

00:06:36: Das kenne ich auch noch so aus meiner Kindheit und Jugend.

00:06:40: also ich glaube wenn man die Möglichkeit hat sich über Musik auszudrücken, dass es wirklich ein großes Geschenk und eine große Gabe weil man dann diesen Emotionen einfach einen Kanal geben kann und sie ausdrücken kann.

00:06:52: Es geht um Musik, um Musikerziehung.

00:06:55: Das ist auch so ein sperriger irgendwie alter Begriff.

00:06:59: Sie coachen Lehrkräfte, organisieren viele Geschichten hier in der Kämmten unter anderem Korauftritte.

00:07:08: also bei ihnen laufen jegliche Fäden musikalischer Natur in die Hand zusammen Frau Kämpf

00:07:16: Ja, also jetzt zumindest im Grundschulbereich.

00:07:19: Also alles was hier an Projekten läuft stimmt das läuft irgendwie über mich.

00:07:25: Wir hatten ja gerade in diesem Schuljahr ein ganz großes Projekt Camping Together.

00:07:31: Das war jetzt ich sage mal meiner bisherigen Laufbahn glaube ich das größte Projekt was sich hier organisiert hat für die Campner Grundschulen.

00:07:41: Das war jetzt in Zusammenarbeit mit der Kämpfner Stadtkapelle und das ist eben auch das Schöne, dass man als Fachberaterin mal so über die eigene Grundschule hinaus mit anderen Einrichtungen wie jetzt im Stadtkapellessing- und Musikschule oder auch mit dem Kreiskorverband zusammenarbeiten kann.

00:07:59: Das ist sehr schön!

00:08:02: Vom Aufteilen, das habe ich Sie ja jetzt gerade einmal so backstage ein bisschen gefragt.

00:08:06: Von der Gewichtung her haben wir gemeint breathing coaching auch der Lehrkräfte an den Grundschulen selber unterrichten sie aber auch und das organisieren.

00:08:15: das läuft so by the way.

00:08:18: Ja, da ich bin ganz normale Grundschullehrerin Das ist mein Studium hab' Ich jetzt auch schon Zeit.

00:08:25: in zwischen achtundzwanzig Jahren praktiziere ich das Und diese Fachberatung ist ein Funktionsposten, den ich vom Schulamt bekomme und dafür bekomme ich zwei Anrechnungsstunden.

00:08:38: Das heißt pro Woche habe ich zwei Schulstunden dafür zur Verfügung um eben hier in meiner Fachberatung zu arbeiten.

00:08:46: das manchmal reicht es.

00:08:48: aber in manchen Zeiten wie jetzt dieses Jahr bei diesen

00:08:51: großen Event weil

00:08:52: so großen Events reicht es nicht.

00:08:54: und ja da geht dann einfach ganz viel Idealismus mit rein.

00:08:59: Ja, auch viel Herzblut natürlich auf die Freude an der Musik und auch immer singen das stelle ich jetzt mal als einzeln.

00:09:08: viele Grundschulen Das ist natürlich das Schwerpunkt Lesen lernen, Rechnen lernen.

00:09:15: Wie guckt denn das aus?

00:09:16: Das Fach Musik, welchen Stellenwert hat es inzwischen noch in der Grundschule?

00:09:22: Ist das so sukzessiv ein bisschen nach hinten oder immer weiter nach hinten gerutscht?

00:09:28: Ja da sprechen Sie jetzt gerade einen ganz neuragischen Punkt an.

00:09:31: also es ist gerade im letzten Jahr leider gekürzt worden beziehungsweise es wurden die Fächer Werken, Musik und Kunst.

00:09:41: Also die Schulen können eigentlich selber entscheiden wo sie ihre Gewichtung legen wollen.

00:09:46: auch Englisch spielt damit rein Und es gibt viele Schulen die sich entschieden haben dass die Musik jetzt statt zweistündig nur noch einstündig unterrichten.

00:09:54: also wir sprechen hier von dritter vörter Klasse.

00:09:59: Es gibt aber Schulen die gesagt haben nein uns ist Musik tatsächlich wichtig Wir haben auch viele Lehrkräfte an der Schule können und unterrichten.

00:10:06: Und wir belassen das auf jeden Fall zweistündig, weil wir einfach auch die Wichtigkeit der musischen Erziehung sehen.

00:10:14: Und ja da bin ich natürlich sehr starke Verfechterin und ich bin Gott sei Dank auch selber an einer Schule, die noch zweistständig unterrichtet, weil das ist schon mein Herzblut und mein Steckenpferd und ich unterrichte selber natürlich auch in meiner Klasse und teilweise auch in anderen Klassen als Fachlehrerin Musik.

00:10:31: Musik ist wichtig, dieser künstlerische Bereich.

00:10:35: Dieses Musik ist für die weitere Entwicklung von so einem Kind und kleinen Menschen.

00:10:42: In welchen Ebenen?

00:10:43: In welche Bereiche spielt denn Musik rein?

00:10:45: Das hat ja schon mit Taktgefühl

00:10:47: ...

00:10:48: Man ist sensibler.

00:10:51: Es hört!

00:10:54: Ja also je früher man damit anfängt, desto besser ist es natürlich wie Sie schon sagen Taktgefühl, Rhythmus-Gefühl.

00:11:01: Also es gibt ja sehr schöne Einrichtungen auch die schon mit musikalischer Früherziehung ganz früh anfangen und dann eben auch in den ersten zweiten Klassen kann man schon viel rhythmisch arbeiten.

00:11:13: also Takt gefühlt, Rutmusgefühl.

00:11:14: wir haben vorher schon über die Emotionalität gesprochen Ausprägung von emotionalen Ja auch Wie kann ich Emotionen ausdrücken?

00:11:24: Was gibt's für Emotionen?

00:11:26: Und dann aber natürlich ganz stark einfach in die Persönlichkeitsentwicklung, auch Entwicklung von Sozialkompetenz.

00:11:33: Also wenn ich sehe, wenn die Kinder gemeinsam singen oder gemeinsam musizieren, da sitzen manchmal die, sag jetzt mal größten Feinde nebeneinander, wenn sie dann da am Telefon oder im Telefon sitzen?

00:11:46: Da gibt es überhaupt nichts!

00:11:47: Dann spielen die einfach zusammen und haben Freude am gemeinsamen Klang und schauen einfach dass sie das irgendwie hinkriegen und arbeiten auf ein Ziel hin.

00:11:56: Und was ich einfach das Toilste finde am musizieren Kinder auf die Bühne zu bringen, Kinder die Möglichkeit zu geben sich auch mal zu präsentieren.

00:12:05: Stolz zu sein auf das was sie gelernt haben das zu zeigen.

00:12:10: und daran wachsen Kinder so ungemein.

00:12:13: also diese Erfahrung habe ich jetzt immer wieder gemacht.

00:12:16: Die sind dann so stolz und so begeistert für das was Sie einstudiert haben und jetzt aufführen dürften.

00:12:23: Und gerade als Gegenpol zu diesen kognitiven Fächern, die leider jetzt immer mehr gewichtet werden.

00:12:31: Wir haben schon mehr Stunden bekommen in der Grundschule aber eben im Bereich Deutsch und Mathe.

00:12:37: Gerade als Gegenpool finde ich die Musik hier so enorm wichtig auch mit der Entwicklung, der Digitalisierung.

00:12:45: Oh ja!

00:12:46: Dass die Kinder sich selbst wirksam hier erleben.

00:12:49: ich kann selber Musik machen und das ist eine Erfahrung die für Kinder meines Erachtens enorm wichtig.

00:12:57: Wenn Sie ein Instrument wie an Frau Kems... Welches Instrument werden

00:13:01: sie?

00:13:04: Das ist eine sehr lustige Frage.

00:13:08: Ich glaube ich war ein Kontrabass.

00:13:11: Warum?

00:13:13: Ja, es hat vielleicht damit zu tun.

00:13:15: Ich habe selber einen Kontrabass gebaut für Kinder also ein Kinderkontrabass und das ist einfach mein absoluter Liebling!

00:13:25: Und ich finde es so toll wie der resoniert und wenn man den spielt wie sich diese Schwingungen auf einen selber übertragen und er hat eine Tiefe und so eine Ruhe strahlt er aus und gleichzeitig kann aber auch fröhliche Sachen damit spielen und ja sehr vielseitig.

00:13:43: Das wäre jetzt mein erster Gedanke zu Ihrer Frage gewesen.

00:13:47: So ein bisschen zweigeteilt ist Ihre Aufgabenbereich, Frau Kempfeilnmal natürlich mitten in der Klasse stehen den Jungs und Mädels Musik nahe bringen vielleicht auch das eine oder andere Instrument.

00:13:59: dann sind aber die Erwachsenen auch wieder dran.

00:14:02: oder die sie coaching und breathing und Sie sind ja auch so zuständig für die ganz frisch von der Uni irgendwo kommen die Lehramtsanwerterinnen

00:14:13: Ja, genau.

00:14:14: Also alle Frisch von der Uni kommenden durchlaufen ja dann erstmal eine zweijährige Ausbildungsphase – das ist ihre Seminarzeit in verschiedenen Seminaren und wir haben jetzt bei uns im Allgäu, wenn man das mal überblickt also in unserem Schulamtsbezirk Sechs Seminare, also unser Schulamtenbezirke vielleicht um das kurz ein bisschen zu erklären, um fast Kämpfen Oberallgäuer und Lindau?

00:14:41: Also es ist ein sehr, sehr großer

00:14:43: Bezirk.

00:14:44: Und ja die sollen natürlich im günstigsten Fall alle Fächer auch irgendwie durchlaufen und für die Musikausbildung bin ich eben als Fachberaterin zuständig nicht bloß ich.

00:14:55: Es gibt noch zwei weitere Fachberate im Oberallgäu und dem Landkreis Lindau.

00:15:01: Die Seminare wechseln sich da immer so'n bisschen ab dass die Lehramtsanwärter eben auch verschiedene Persönlichkeiten mal erleben Und drum kommen im Laufe dieser zweijährigen Seminarzeit alle Seminare irgendwann auch mal bei mir vorbei.

00:15:17: Insgesamt viermal, weil es gibt vier Lehrplanbereiche die ich da einfach auch abdecken sollte.

00:15:24: also da geht's um Singen natürlich, Liedeinführung, da geht zum Instrumentalspiel erst einmal überhaupt die Grundlagen.

00:15:31: was gibt es alles für Instrumente?

00:15:33: genauer

00:15:33: Bereich?

00:15:34: Es gibt

00:15:35: Rhythmusinstrumente, es gibt Off-Instrumente und da gibt es schon ganz viel Grund, erst mal zu klären auch bei den Seminaristen.

00:15:44: Und dann aber auch der Bereich Bewegung, Tanz und Szene – auch ein sehr schöner Bereich, den lieb ich sehr mit Musikkinder in Bewegung zu bringen, auch im szenischen Spiel also gerade in der

00:15:57: Grundschule

00:15:59: ja so viele schöne Lieder die eigentlich die Szene schon in sich haben, weil es eine Geschichte erzählt wo sie dann und das Leben Kinderjahr.

00:16:08: Also das ist ja eigentlich eine pure Eigenheit bei Kindern sich zur Musik zu bewegen, sich auch auszudrücken.

00:16:16: Und natürlich gibt's den ganzen Theoriebereich auch in der Grundschule.

00:16:20: also da gehts um Notenwerte, da geht zum Instrumentenkunde.

00:16:25: Dazu mache ich aber jetzt nie einen eigenen Theorie-Block, sondern das baue ich immer ein in die Praxis.

00:16:32: Also wenn wir jetzt einen Mitspielsatz machen sag' ich mal,

00:16:36: d.h.,

00:16:36: wir spielen zu einer Musik kann gerne auch eine klassische Musik sein mit Offinstrumenten dazu.

00:16:43: dann sprechen wir natürlich auch über den Rhythmus.

00:16:45: und wie muss sich der Rhythmuszugestalten?

00:16:48: Und da sind wir ganz schnell im Bereich der Notenwerte.

00:16:51: Ah hier haben wir schnelle Noten Längere Noten und wie nennt man denn die?

00:16:56: Also Theorie würde ich immer mit der Praxis verbinden.

00:17:02: Wie soll ich sagen, gerade wenn Sie die Größeren unter Ihren viertigen haben Die Lehramtsanwärter in ihren Seminarjahren ist da Ihnen irgendwie was aufgefallen?

00:17:12: so in den letzten Jahren?

00:17:14: hat sich da etwas abgezeichnet?

00:17:16: Wenn ja war es und wenn ja positiv oder negativ?

00:17:21: Ja, da ist tatsächlich eine Entwicklung bemerkbar und die ist leider im musischen Bereich negativ.

00:17:27: Also ich frage immer wenn Seminare bei mir sind so ein bisschen ab wer hatte denn Musik als Hauptfach im Studium oder zumindest im Detaktikfach?

00:17:36: also so nennt man dann das wenn es als Nebenfach ist und das werden immer weniger.

00:17:41: Also das ist wirklich schade.

00:17:42: Oder wenn wir auch am Seminartag musizieren, ich frage dann immer wer hat denn eine Blockflöte?

00:17:47: Wer kann Blockflüte oder Gitarre oder ein Glockenspiel?

00:17:51: Und ja, das werden immer weniger und das ist sehr, sehr schade.

00:17:56: Auch vom Singen her habe ich es gefühlt dass sich die jungen Lehrkräfte immer mehr auch ein bisschen zieren und ah!

00:18:02: Das geht so hoch und das Lied ist so hoch.

00:18:05: also so sagen kommen dann immer Ja, also dass man wirklich aktiv auch als junger Mensch Musik macht und dann natürlich stark in der musik pädagogischen Schiene das weitergeben will an Kinder.

00:18:19: Das lässt alles ein bisschen nach und es beobachte ich schon mit Sorge.

00:18:24: Es ist so ein wichtiger Bereich für die Kinder und wie ich vorher gesagt habe einfach so wichtig, dass das weiter den Kindern ermöglicht werden.

00:18:35: Dass es Menschen gibt, die sie für die Musik begeistern

00:18:38: Das ist ja irgendwo dann eigentlich schwierig, wenn so Lehramtsanwärter gar nicht so diesen

00:18:43: Background haben und

00:18:45: das Fach aber trotzdem an die Grundschüler weitergeben sollen.

00:18:51: Ja, das ist schwierig und Gott sei Dank reagieren Aber Institutionen darauf wie zum Beispiel der Akademie in Dillingen – das ist ja unsere große Lehrerakademie Und es gibt jetzt ein Format, das nennt sich Musik einfach machen.

00:19:07: Das ist eine Basisqualifikation für junge Lehrer, ja Lehrkräfte können auch, müssen jetzt nicht unbedingt Junge sein.

00:19:16: Auf jeden Fall ist es für Lehrkräften die Musik nicht in ihrem Studium hat.

00:19:21: und da wird eben den jungen Leuten beigebracht wie ich einfach Basics auf ganz einfache Art und Weise lerne und dann nach den Kindern beibringen kann über ein ganz tolles digitales Format.

00:19:36: jetzt auch wird es den Lehrern zur Verfügung gestellt.

00:19:39: Die kriegen dazu allen Modulen, die es in Musik gibt – ganz toll ist Material und mein Job ist eben auch wieder in Lehrerfortbildungen dieses Material, den Lehrkräften aufzuschließen zu zeigen mit ihnen gemeinsam das alles auszuprobieren.

00:19:57: Alles was sie selber mal ausprobiert haben, das trauen Sie sich dann hoffentlich auch mit den Kindern zu machen.

00:20:04: Und dieses Musik einfach machen ist eine ganz tolle Angebot, dass es jetzt seit zwei Jahren gibt.

00:20:12: Das reagiert eben genau auf diese Entwicklung.

00:20:16: Früher war das vielleicht noch so, dass die Musiklehrerin am Flügel saß im Klassenzimmer oder mit der Blockflöte.

00:20:24: Ist das heute auch noch so?

00:20:26: Die Musiklehlerin hat die Blockflötel in der Handtasche!

00:20:31: Nein, das ist heute nicht mehr so... selbst bei mir nicht, obwohl ich ja auch Blockflöte als Kind gelernt habe.

00:20:38: Es hat sich sehr verändert und wenn man heute in der Klasse fragt wer kann denn noch Blockflötet?

00:20:43: Das sind wirklich sehr wenige Kinder.

00:20:46: Der Trend geht jetzt auch zu anderen Instrumenten.

00:20:49: Ich sage mal das Beispiel Ukulele.

00:20:52: es gibt auch inzwischen Schulen die ganze ukulele Klassen eingerichtet haben wo die Kinder wirklich morgens auch mit Ukuleles starten.

00:21:00: Ich habe auch in meiner Fortbildung immer wieder Lehrkräfte, die sagen, ah können wir nicht mal ukulele Lernen in Kurs machen.

00:21:07: Also das organisiere ich dann gerne auch mit einer ukulellen Lehrerin.

00:21:10: also da ist es auch bei Lehrkräften Interesse da, Ukulele zu lernen weil das halt relativ leicht und schnell und leichter zu lernen ist wie jetzt Gitarre zum Beispiel Und das findet man auch in den Klassen jetzt immer wieder.

00:21:23: oder auch Glockenspiele.

00:21:25: Ich habe auch schon Schulen erlebt, die haben einen ganzen Klassensatz mit dem Glockenspiel und die ganze Klasse spielt Glockenspiel.

00:21:31: Also sowas gibt es schon immer wieder mal.

00:21:34: also aber so diese wie früher Blockflöte für alle das findet man heute eigentlich nicht mehr so.

00:21:40: Wenn Sie ein unbegrenztes Budget hätten Wie sehen denn

00:21:46: die perfekten

00:21:48: Musikgrundschule aus oder der Unterricht in einer Grundschule?

00:21:53: Also auf jeden Fall erst mal das komplette Off-Instrumentarium mit allem, was es dann tollen Instrumenten gibt.

00:22:00: Sowohl im Stabspielbereich als auch im Rhythmusbereich bis hin zu tollen Effektinstrumenten die's da auch gibt.

00:22:08: Dann jetzt auch modernere Instrumente wie Boom Wacker können eigentlich inzwischen an jede Schule was ich mega cool finde, sind aber auch inzwischen Instrumente wie Keyboard oder auch mal ein E-Bass oder auch mein Schlagzeug.

00:22:23: Also das klingt jetzt alles schon sehr nach weiterführender Schule, da können auch Grundschulkinder schon ganz toll musizieren.

00:22:31: also ich merke es gerade auch in meiner vierten Klasse die sind ja sehr offen für diese Instrumen und ist tatsächlich auch im Lehrplan Band Instrument.

00:22:40: Und da mangelt es aber leider an vielen Grundschulen, weil ja klar.

00:22:44: Also in dem Bereich braucht man tatsächlich auch Lehrkräfte, die da ein bisschen eine

00:22:49: Ahnung haben.

00:22:50: Ja oder das selber

00:22:51: erhaben?

00:22:52: Sie haben's in dieser Stunde schon angesprochen.

00:22:54: mit einer vierten Klasse war das glaube ich große Vorbereitung auf das Abschlusskonzert.

00:22:59: Klar wir nähern uns natürlich jetzt im Schuljahresende.

00:23:03: Es geht immer weiter in Richtung Sommerferien.

00:23:05: was ist da gerade so geplant?

00:23:08: Planen Sie eine Aufführung?

00:23:10: Das ist ja noch mal ein schöner Höhepunkt auch zum Schuljahresende.

00:23:15: Ja, genau!

00:23:15: Also ich habe gerade jetzt ne vierte Klasse, jetzt noch die zwei Wochen und wir machen jedes Jahr einen großes Abschluss fest zu dem dann auch die Eltern eingeladen sind.

00:23:24: Und klar werden wir da auch eine Aufführung machen und die Kinder aus meiner Klasse üben grad die Begleitung und die anderen Völtenklassen üben den Gesang Und so wird das eben eine Gesamtaufführung.

00:23:39: Das Schöne ist am Ende der vierten Klasse, dass man die Früchte tragen kann.

00:23:44: Alles was ich den Kindern in zwei Jahren beigebracht habe, kann man jetzt einfach nutzen und da kommen Instrumente zum Einsatz.

00:23:54: ein Kind spielt also den schon erwähnten Kontrabass.

00:23:59: Der selbst

00:23:59: gebauten Kinderkontrabass zupft dann halt die Grundtöne, die Mass-Töne.

00:24:05: Ein Kind spielt Keyboard.

00:24:07: Sie kann noch nicht so richtig die Töne, aber ich habe ja halt mit bunten Zetteln die Töhne aufgeklebt, die Akkorde und die spielt ... Aber das hört sie eben sehr gut!

00:24:15: Wann ist der Akkordwechsel?

00:24:17: Und dann spielt sie die Akkurde dazu.

00:24:20: Ein Kind spielte Ukulele.

00:24:21: Die hat hier ein Draht zu Ukulelen.

00:24:25: dann ein Kind spielen.

00:24:26: Dann habe ich natürlich die klassischen Off-Instrumente im Einsatz, Glockenspiele und Metallophone, dann die Chimes und Vibras Labs so ein bisschen als Rhythmisch und Effekteinstrumente.

00:24:38: Und was haben wir noch im Einsatz?

00:24:41: Jetzt muss ich gerade überlegen BOOM Worker natürlich auch ein bisschen rhythmisch damit dazuspielen.

00:24:51: Das Ganze lassen wir tatsächlich zu einem Playback laufen, aber das gibt uns einfach so ein bisschen den Rahmen noch dazu.

00:25:00: Und die Kinder haben da einfach wahnsinnig Spaß und ich finde es so toll dass sie jetzt so Experten sind.

00:25:05: Die sagen dann auch mal ah!

00:25:07: Ich brauche jetzt hier noch das CIS.

00:25:10: kann ich hier das auch noch verstärken wenn ich das unten in der tieferen Octave noch spiel?

00:25:15: Also so Sachen finde ich halt jetzt mega.

00:25:17: Also, dass sie jetzt auch so eine Expertensprache haben und auch wissen wie Sie mit den Instrumenten umgehen.

00:25:24: Dass der Kontrabass – wie rum der in seinen Kontrabadssack rein muss?

00:25:27: Dass er eben irgendetwas anstoßen darf!

00:25:30: Und ja das finde ich einfach toll, wie Kinder dann nach zwei Jahren musischer Ausbildung zu Experten werden.

00:25:39: Dann bringt oder hat dann auch der Musikunterricht was gebracht.

00:25:44: Das ist das Schöne, dass man da so kleine Früchtchen dann ernten kann!

00:25:49: Dann wünsche ich Ihnen alles Gute, dass Sie viele Jahre und ganz viele Früchte noch ernten können, dass sie schöne positive Erlebnisse mit ihren Schülern haben aber auch mit den Lehramtsanwärtern.

00:26:01: Danke für den Einblick in Ihren Bereich Ulrike Kempf bitte danke.

00:26:06: Schön, dass Sie da waren.

00:26:07: Vielen

00:26:07: Dank, dass ich hier sein konnte!

00:26:09: Sehr

00:26:21: gerne!

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