Nordischer Kombinierer Julian Schmid aus Oberstdorf

Shownotes

Julian Schmid ist ein deutscher Nordischer Kombinierer aus Oberstdorf im Allgäu. Er wurde 2025 in Trondheim Weltmeister in der Staffel. Seit 2019 ist er im Weltcup aktiv. In der Kaffeeklatsch-Folge vom 24. September 2025 spricht er über sein Leben als Sportler, Privates und seine Liebe zum Skispringen und dem Langlauf.

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00:00:01: Gesund und vital durch den Tag.

00:00:03: Der Allgäuchelt Kaffeeklatsch wird präsentiert von der Bahnhofapotheke Kempten und Pur Natur, weil Gesundheit bei der

00:00:10: Ernährung beginnt.

00:00:12: Heute mein Gast im Kaffeeklatsch Julian Schmid, nordischer Kombinierer.

00:00:17: und bei dem Wort die Schneefallgrenze sinkt Julian, da leuchten deine Augen, oder?

00:00:23: Ja, vielen Dank, dass ich hier sein darf.

00:00:25: Es wird langsam herbstlich oder vielleicht sogar winterlich, der erste Schneefeld.

00:00:28: Schön, dass ich da sein darf.

00:00:30: Du bringst irgendwie die Schneeflocken schon rein, hast ein weißes T-Shirt an.

00:00:34: Ja, genau.

00:00:34: Ich trage eigentlich fast nur weiße T-Shirts, eigentlich auch im Sommer.

00:00:38: Aber klar, der Schnee kommt.

00:00:40: Der Schnee kommt, haben wir gerade schon gehört und du bist auch ein gebürtiger Obersorfer.

00:00:44: Also bist ja irgendwo schon mit Schneeflocken und ja frischeren Temperaturen aufgewachsen, als jetzt jemand, der in Buchluhe groß geworden ist.

00:00:52: Ja, genau.

00:00:53: Wir in Oberstorff haben natürlich dann auch immer schön Schnee.

00:00:55: Da freut es mich natürlich auch drauf.

00:00:57: Und ja, wenn man den Schnee auf den Gipfen sieht, dann wird man als Wintersportler dann irgendwann langsam heiß.

00:01:01: Da wird man heiß auf die kalte Jahreszeit.

00:01:03: Jetzt muss ich natürlich nachfragen, wie ist denn so ein bisschen dein Werdegang gewesen?

00:01:07: Du bist inzwischen Berufs-Sportler auf deine Erfolge.

00:01:11: Da sprechen wir natürlich in dieser Stunde auch noch.

00:01:14: Wie muss man sich das vorstellen?

00:01:16: Wie entscheidet man sich irgendwann mal, ja, nordischer Kombinierer zu werden?

00:01:21: Kombi aus Skispringen und Langlaufen.

00:01:25: Ja, ich hatte das große Glück, dass ich einen guten Schulfreund hatte, Marius Bauer, das Sohn vom Andreas Bauer, den früheren Skispringer, der eben auch zu der Zeit ein Kombinierer war.

00:01:34: Und dort haben wir uns dann so mit ja sieben, acht entschieden, nachdem wir viel im Langlauchtraining waren und dort viel Kicker und so was gebaut haben.

00:01:40: Also wie die normalen Kinder halt mal einfach auf das Skispringen auszuprobieren.

00:01:46: Eben, ich hatte dann einen guten Freund mit dabei und ich bin dann hängenblieben und der Mario ist jetzt auch noch langläufer zum Beispiel.

00:01:52: und so kommt man dann auch dazu.

00:01:54: Da kommt man irgendwie so automatisch dazu.

00:01:57: Jeder, der im Allgäu aufgewachsen ist, hier geboren ist, der kommt ja quasi schon mit den Skiern auf die Welt.

00:02:03: Also ist ja schon fast Pflicht, dass man... normal schief fahren kann.

00:02:07: Ich kann auch normal schief fahren.

00:02:10: Aber bei der hat sich das ja doch relativ so früh, bis sie rauskristallisiert, auch das mit dem

00:02:16: Ja, richtig.

00:02:17: Ich glaube, ich hatte vielleicht ein bisschen das Glück, dass wir mit unserer Familie einfach viel beim Skifahren waren.

00:02:23: Ja, ich habe zwei größere Brüder.

00:02:24: Das heißt, wenn man mal irgendwo ein Hügel oder so gesehen hat auf der Piste, dann hat man den natürlich ausgenutzt.

00:02:29: Ich war als Jüngste natürlich meinen zwei Brüdern da hinterher.

00:02:33: Und ja, für mich hat sich dann ein ganz gutes Gefühl eben entwickelt oder hatte auch schon immer ein ganz gutes Gefühl beim Springen.

00:02:38: Und dann bin ich einfach dabei geblieben.

00:02:41: Zwei Brüder, zwei älteren, bist du es nächtig?

00:02:44: Ja, kann man so sagen, aber bisher sind nur Vorteile für mich entstanden, kann man so sagen.

00:02:50: Wir sind daheim drei Mädchen, ganz witzig, ihr seid drei Jungs, ich bin aber Sandwich, ich bin Spaddy zwischen den Semestücken.

00:02:57: Sind deine Brüder auch erfolgreich oder bist du wirklich der Leistungs-Sportler, der Überflieger im wahrsten Sinne des Wortes?

00:03:05: ja auch ein bisschen bei euch in der Familie?

00:03:07: Ja, das kann man nicht so genau sagen.

00:03:10: Klar, ich mache mein Sport.

00:03:11: Ich bin da sehr gut.

00:03:12: Meine anderen zwei Brüder, mein mittlerer Bruder, Schornsteinfeger, mein größerer Bruder, ein Glücksbringer.

00:03:19: übernimmt hoffentlich mal das Geschäft von meinem Papa.

00:03:23: Der Partweg eben der größte.

00:03:24: Wir sind verheiratet mit der Katharina Schmid, ehemals Althaus.

00:03:28: Also wir haben ein paar Sportle auf jeden Fall in der Familie.

00:03:32: Aber bei uns geht es eher hauptsächlich um dann um private Sachen.

00:03:35: Da wird sich jetzt nicht wegen irgendwelchen Erfolgen oder so verglichen.

00:03:39: Aber die tolle Geschichte, eine große Skifamilie mit der Katharina Ema ist alt raus, auch sehr erfolgreiche Skispringerin.

00:03:47: Wann merkt man so, wenn man Sport gerne macht, dass vielleicht auch intensiver macht als Jugendlicher, dass diese Kombination, also dieses Springen und dieses Langlaufen genau meins ist?

00:04:00: Ja, es hat bei mir schon eine Weile gebraucht.

00:04:02: Ich war schon als Schüler und Junior eigentlich immer ein sehr guter Skispringer im Laufbereich leider.

00:04:07: Vielleicht nicht ganz so gesegnet früher, aber mein Trainer hat immer gesagt, das braucht Zeit, das braucht Zeit.

00:04:12: Und irgendwann habe ich mir dann gedacht, gut, wenn ich an so einem Punkt gewesen bin, wo man sich als Kind dann auch denkt, wenn nichts vorangeht oder als Schüler im Laufen, dann überlege mir vielleicht nur zum Skispringen, zum Wechseln.

00:04:21: Dann habe ich mal ein Jahr relativ viel trainiert, mich ja hier auf meinen Kopf verlassen.

00:04:26: Ist zwar manchmal nicht optimal, aber für mich hat es dann perfekt funktioniert.

00:04:30: Und dann bin ich da eben zum Glück bei der Kombination geblieben und es macht mir eben bis heute sehr viel Spaß.

00:04:35: Wir sind zum einen obendroben auf der Skispringchanze und zum anderen in der Läupe.

00:04:40: Was taugt dir persönlich Julian mehr?

00:04:44: Ja, die Frage glaubt, die stellt man uns kombinierend wirklich immer sehr, sehr oft.

00:04:48: Skispringen ist natürlich was sehr besonderes mit dem Gefühl und Flug, aber schlussendlich... Schlägt glaube ich nix, so ein letzter Anstieg, wenn einem beim Laufen schönes Altenalien reinschießt, wenn man dann kaputt im Ziel legt, das ist dann der richtige Spass.

00:05:01: Das ist vor allem, wie du das gesagt hast, kaputt im Ziel liegen.

00:05:04: Wenn man das im Fernsehen so mitverfragt, das ist ja unfassbar, wie die ausgepowerte Zeit und ihr liegt da tatsächlich hinter dieser Ziellinie.

00:05:12: Da gebt ihr auf den letzten Metern wirklich nochmals alles, um auch ja so'n Mühe schneller zu sein als der Kontrahent.

00:05:20: Ja, ganz klar.

00:05:21: Man sucht natürlich da alles aus dem Körper.

00:05:23: immer rauszumolen ist ja auch sehr wichtig und man muss das machen.

00:05:26: Es wird einem da nichts mehr geschenkt.

00:05:28: Wir sind dann natürlich im Profibereich.

00:05:30: Danach ist man immer eine gute Freundin das zum Rennen, aber währenddessen wird da schon alles aus dem Körper immer rausgequetscht.

00:05:36: Wie guckt er mit Ernährung aus?

00:05:38: Wie stärkt man sich?

00:05:38: So Proteinshakes, irgendwelche Energy, Riegel?

00:05:42: oder ist das tatsächlich so, wie es vielleicht vor hundert Jahren war, aus so einem Teller dampfender Spaghetti mal das Richtige?

00:05:50: Ja, ich glaube, so ein Hosen ist bei uns relativ hoch im Kurs.

00:05:54: Klar hat jeder einen.

00:05:56: Seinen Regenerationsdrink oder sonst irgendwas.

00:05:59: Aber schlussendlich freut man sich auch mal, wenn das Wochenende dann mal vorbei ist oder der erste Stress mal weg ist oder bei nach einer Großveranstaltung da einfach mal mit seinen Trainern und Technikern mal im Wachstracker Bierle zum Trinken.

00:06:09: Das tut den Speicher und vor allem im Kopf auch mal gar nicht so schlecht.

00:06:12: Absolut.

00:06:13: Wie viel Kalorien werden an einem Wettkampftag da Verbrauch?

00:06:16: Kann man das überhaupt messen?

00:06:17: Seid ihr irgendwie auch mit Tracker irgendwo mit dem Computer verbunden?

00:06:23: Ja, jeder hat da glaube ich so ab und zu mal seine Uhr.

00:06:25: und schaut dann mal drauf.

00:06:27: Klar, es ist ein bisschen individuell, aber ich denke so zwischen drei und vier tausend, denke ich mal.

00:06:32: Je nachdem, wenn natürlich die Kälte auch noch an einem Zert spezial im Cousin-Modern, dürfen wir das nicht unterschätzen.

00:06:36: Das wird manchmal von unseren Träkern nicht ganz eben mit bedacht, aber wir kommen da schon gut auf unsere Kalorien.

00:06:42: Da kommt es ja auf eine große Kalorienanzahl.

00:06:46: Du hast ja gerade schon das Ausland ein bisschen angesprochen.

00:06:49: Gibt es da so ein Lieblingsland, wo du gerne bist oder eine Chance, die dir besonders liegt oder eine Langlaufrunde, die dir gut gefällt?

00:06:58: Ja, es ist meistens der World Cup-Auftrag in Kusamo, das ist so einer meiner Lieblingsorte.

00:07:03: Das habe ich schon als kleines Kind immer gesagt, wo ich es verfolgt habe, da will ich unbedingt hin, das muss ich sehen.

00:07:08: Es sind meistens die, alles ist eingefroren, alles ist winterlich, alles ist weiß, es ist dunkel.

00:07:12: Im ganzen Tag taugt manchen nicht so, mir taugt es brutal.

00:07:16: Es ist immer wieder ein schöner Ort, dahin zu kommen, die Chance ist ganz cool, konnte da eben einen ersten World Cup-Sieg feiern.

00:07:22: Und das ist immer was, wo ich mich jedes Jahr wie ein kleines Kind darauf freue.

00:07:25: Das bleibt auch so im Hinterkopf in der Erinnerung.

00:07:28: Da geht man natürlich mit einem anderen Gefühl hin, wenn ich erfolgreich dort auf dieser Chance bin.

00:07:34: Was ist denn das Highlight, bis jetzt bei der in der Karriere gewesen?

00:07:37: Da hat es schon mal Gold gefunkelt.

00:07:39: Ja, Gold hat es schon mal gefunkelt, aber es ist immer ganz klar, nur der Heimwerkabstieg in Oberstorff.

00:07:44: Also, egal, was ich bisher für große Medaillen gewonnen habe bei irgendwelchen Veranstaltungen, der Heimsieg, der war Ja, sehr speziell.

00:07:53: Es haben noch nicht viele Oberstoffer geschafft, bei sich daheim zum Gewinnen.

00:07:57: Es war, glaube ich, ein cooler Zielsprint.

00:08:01: Das war einfach ein mega Tag für mich.

00:08:02: Es sind alle Trainer.

00:08:04: Meine Eltern waren da, vom Skiklubber, vom Frühjahr auch kennt, waren eben an der Strecke, haben mich angefeuert.

00:08:10: Und das war natürlich dann ein sehr spezieller Sieg für mich, der mir, glaube ich, auch immer in Erinnerung bleiben wird.

00:08:14: Absolut.

00:08:15: Ist man dann nicht nur vielleicht ein Ticken nervöser, weil man da ja auch aus der Region kommt.

00:08:23: Es sind so viele Bekannte da.

00:08:24: Blendet man das komplett aus oder pusht das ein, auch wenn eine Family E, die wird immer wieder auch an anderer Stationen, während so einer Saison mit dabei sein.

00:08:35: Oder

00:08:35: übt es noch so indirekt, mehr

00:08:37: Druck auf ein Haus?

00:08:39: Ja klar, man will natürlich schon schauen, dass wir daheim dann immer sehr gut performen.

00:08:42: Speziell in der Saison war ich eben schon sehr oft auf dem Podest und haben mir gedacht, ja gut, ich bin eigentlich gut in Form.

00:08:47: Aber nichts zu verlieren, an dem ersten Tag bin ich dann unglücklich, zum Beispiel vier Tage worden.

00:08:51: Das hat mich dann natürlich schon extrem geärgert.

00:08:53: Wormt ein der böse vierte Platz.

00:08:55: Korrekt, korrekt.

00:08:56: Ist auch ein gutes Ergebnis.

00:08:58: Natürlich.

00:08:59: Aber schlussendlich, wenn man trotzdem immer die Möglichkeit hat, erst dazu zu werden, dann will man die Nutzen, die kriegt man dann auch nicht so oft.

00:09:06: Und ich bin zwar jemand, der den Druck relativ gut ausblenden kann, aber es ist natürlich immer was Speziales daheim vor dem Publikum.

00:09:13: Gibt es irgendwie schon einen eigenen Raum für deine Urkunden, Medaillen, Pokal, Trophäne?

00:09:19: Tatsächlich, so Medaillen und so was gibt es bei mir daheim eigentlich gar nicht viel.

00:09:23: Die sind alle bei meiner Mama im Keller.

00:09:26: Ich schau mir so was meistens gar nicht so... Nein!

00:09:29: Gar nicht so lang, auf jeden Fall an.

00:09:32: Ich denke mir, jede Saison geht dann von neun los und dann startet es für mich eigentlich immer bei Null.

00:09:35: Da erzählen für mich eigentlich nicht die Erfolge meistens vom letzten Jahr.

00:09:39: Und deshalb ist das eigentlich alles meistens gut verpackt im Keller.

00:09:41: Ist vielleicht nicht optimal und irgendwann kommen sie dann vielleicht wieder raus.

00:09:45: Nordischer Kombinierer und das berufsmäßig, Julian.

00:09:48: Ja richtig, kann man so sagen.

00:09:50: Ich bin seit zwei neunzehn eigentlich bei der Bundeswehr eben angestellt.

00:09:53: Der Sportfördergruppe in Sondhofen, die unterstützt das eben sehr gut.

00:09:57: Ich glaube alle Sportler sind sehr froh, dass es sowas gibt in Deutschland.

00:10:00: und ja, ich bin sehr froh da zu sein.

00:10:02: Wir sprechen gleich ein bisschen genauer über die Pläne, über Olympia, über Anzüge und über das Gefühl, mal kurzzeitig ein Vogel zu sein.

00:10:12: Auf eher haben wir es gerade gehabt, so eine Ausrüstung ist teuer.

00:10:17: Du brauchst ja eigentlich zwei Ausrüstungen, Julian, weil du bist der Skispringer und dann Langläufer.

00:10:23: Ja, genau richtig.

00:10:24: Das

00:10:25: ist das viel Asche, was das kostet.

00:10:27: Ja,

00:10:27: genau.

00:10:27: Wir haben da zum Glück dann auch, dass wir halt eben Sponsoren haben, über das man das beziehen kann.

00:10:32: Das ist dann eigentlich quasi, kann man eher so sagen, als Laie, also so Sprungsschuhe kaufen wir dann nicht direkt selber, aber... Also wenn so ein paar Kombinierer mal in ein Hotel oder so anreisen, dann stehen da einige Taschen da, da hast du natürlich eine riesige Sprungtasche und natürlich auch sehr viel Laufzeug mit dabei, einen riesen Skisack mit Langlaufskis, die normalerweise natürlich im Truck mitfahren und natürlich auch extrem viel Sprungskis, das sind auch zwischen zwei und drei Paar.

00:10:56: Ja genau, das wäre jetzt gerade meine Frage gewesen.

00:10:58: Du brauchst ja mindestens einen Ersatzpaar, wenn es irgendwo zum Wettkampf geht.

00:11:02: Ja, genau.

00:11:02: Also ich denke so langlaufisch hat jeder Athlet so bestimmt zwischen zehn, fünfzehn dabei.

00:11:09: Für verschiedene Bedingungen und sprung ich auch zwischen zwei bis vier in verschiedenen Längen und da bringen wir schon einiges im Material zusammen.

00:11:17: Jetzt muss ich dich das einfach fragen.

00:11:20: Ich habe ja Höhenangst.

00:11:22: Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen.

00:11:23: Ich bin da an diesem Balken zehn Zentimeter breit und dann irgendwann geht es darunter die Spur.

00:11:28: Wie ist dieser Moment, wo man dann von diesem Schanzentisch weg ist und tatsächlich in der Luft?

00:11:35: Das ist ja tatsächlich gar keine lange Zeit.

00:11:38: Aber was ist das für ein Gefühl, mal kurzzeitig so ein Vogel zu sein?

00:11:43: Ja,

00:11:43: die meiste Zeit, als Eichen ein ganz gutes Gefühl ausmacht, merkt man, dass man einen Chancenzeichen nicht drauf hat.

00:11:48: Dann fühlt sich es gleich mal ganz übel an.

00:11:51: Wenn man da rauskommt, dann merkt man gleich, dass man auf dem Hang zufliegt.

00:11:55: Aber das Gefühl ist schon sicher unbeschreiblich natürlich.

00:12:00: Wir waren auch schon die Erde beim Schiefliegen zum Beispiel dabei gewesen zu sein in Oberstorff, wo wir ein bisschen länger in der Luft waren.

00:12:06: Und dann fühlt sich das an, wie es wird, die einen hinten an den Hosenträgern eigentlich packen und ein bisschen hochziehen.

00:12:12: Das ist auf jeden Fall ein sehr gutes Gefühl.

00:12:14: Also ich kriege Gänsehaut und finde es bewundernswert.

00:12:17: und ihr seid ja nicht nur im Winter auf der Piste in dieser, wie soll ich sagen, Wettkampffreienzeit, also über die Sommermonate.

00:12:26: Ihr habt ja kontinuierliches konstantes Training, weil ihr müsst ja euer Gewicht halten oder ihr müsst ja gut in Form sein, wenn es dann losgeht.

00:12:36: Ja, richtig.

00:12:36: Wir haben so circa zwischen drei und vier Wochen mal eine ruhigere Phase, wo es jetzt nicht heißt, dass man gar keinen Sport macht, aber das, wo man richtig Bock drauf hat, sage ich jetzt mal.

00:12:46: Und dann geht es bei uns natürlich wieder los.

00:12:47: Hier im Allgäu haben wir perfekte Möglichkeiten zum Rennradenbergtourn machen, zum Ski-Rollern gehen, speziell auf den Oberstorff, unsere Rollerbahnen ist perfekt.

00:12:54: Auf die Schanze kann man auch täglich nutzen.

00:12:57: Normalerweise auf den Tennisplatz gehen, so was für einen Kopf machen oder für die Koordination schadet bei uns nicht.

00:13:02: Da

00:13:02: liefern wir uns harte Kämpfe.

00:13:04: Aha, an der Tischtennisplatte

00:13:06: auch.

00:13:06: Ja, Tischtennis auch.

00:13:08: Also eher bei den Eishockey-Spielern ist Tischtennis oft so, oder ein bisschen so rumkicken vor dem Spiel.

00:13:15: Ja, genau.

00:13:16: Da ist dann bei uns eher vorm Springen, ist dann eher bei uns Fußball oder mal so Hockey mit Inliner.

00:13:21: Das macht bei uns immer ganz Bock und ich glaube bei Sportlern ist dann schnell mal ein Ehrgeiz erreicht, dass da kommt immer ein gutes Spiel zusammen.

00:13:28: Oh ja, was ist der Unterschied?

00:13:30: oder wie krass ist der Unterschied?

00:13:32: So ist vielleicht besser von mir formuliert, im Sommer von der Schanze zu springen und im Winter.

00:13:38: Das sind ja komplett andere Bedingungen auch.

00:13:41: Ja, genau.

00:13:42: Im Sommer natürlich bei dreißig Grad ist das jetzt nicht zu vergleichen mit im Winter, wenn man da irgendwie bei null Grad steht.

00:13:47: Das ist dann ein bisschen weniger Gefühle in der Luft, zeige jetzt mal.

00:13:50: Im Sommer kann man sich ein bisschen sicherer sein, wie sich der Auslauf anfühlt, also wo man direkt landet, die Matten verändern sich nicht los.

00:13:56: Wenn die bewässert sind, dann nutzt das eins a, oben die Karamikspur funktioniert.

00:14:00: Im Winter hat man natürlich dann eine Eispur, das zieht ein bisschen besser weg, also das Fallgefühl verändert sich dann schon.

00:14:06: Bei der Landung muss man im Winter ab und zu bei den ersten Sprüngen dann ein bisschen mehr aufpassen, weil es natürlich mal sein kann, wie beim Skifahren der Schnee ist mal ein bisschen nasser, dann stoppt es mal ein bisschen mehr, mal ist es ein bisschen härter, da ist es mit den Sprüngen hier ohne Kanten, sitzt dann vielleicht ab und zu mal ein bisschen wild aus, aber es ist gar nicht so einfach.

00:14:22: Also ich finde es bewundernswert auch diese Landung immer im Telemarkt, das ist so dieses klassische Landen mit einem Bein so ein bisschen runter, das schaut sehr elegant aus, aber Im Endeffekt komme ich mit meinem ganzen Gewicht mit diesem ganzen Flug mit der Schwerkraft auf einem Bein eigentlich auf, oder?

00:14:39: Ja, richtig.

00:14:40: Man versucht es dann auch immer, immer gut zum Üben.

00:14:42: Ich bin da jetzt vielleicht kein Paradebeispiel.

00:14:43: Als Training sieht man bei mir jetzt nicht so oft im Telemark, aber meistens wenn es zählt, meint man dann auf jeden Fall.

00:14:49: Wird natürlich benotert, fließt mit ein und als Kombinierer muss man dann schon trotzdem dann denken, wenn man da Punkte liegen lässt, dann schießt man sich ja selber ein Eigentor nicht.

00:14:57: Die Sekundenstaat ist dann eben weiter hinten auf der Läube.

00:15:00: Noch sind wir, glaube ich, in der Vorbereitung.

00:15:02: Julian, wann geht's los?

00:15:04: Wann beginnt bei dir der Ernst des Sportlebens?

00:15:07: Ja, der Ernst des Sportlebens beginnt bei mir so circa in zwei Monaten, kann man so sagen.

00:15:11: Wir haben Ende November eben unseren World Cup-Auftrag in Ruka.

00:15:14: Bei uns steht es dann oder vor eine deutsche Meisterschaft an in drei Wochen.

00:15:18: Ein wichtiger Event im Allgäu steht jetzt auch noch an.

00:15:20: Am Samstag, die Gründenstaffette, da werden wir auch am Start sein zum Beispiel.

00:15:23: Gut,

00:15:24: ja genau.

00:15:25: Wie läuft es da ab?

00:15:25: Wer ist da alles mit dabei?

00:15:27: Und da ist natürlich auch ein bisschen der Fun, der Spaß im Vordergrund.

00:15:32: Ja, richtig.

00:15:33: Also bei uns ist zum Beispiel das Event seit Jahren eigentlich bei uns immer mit gut dabei, die Gründenstaffette.

00:15:38: Ich bin da im Team mit Vincent Skyger, haben dann natürlich mit ein paar Freunden aus Oberstoff und Innsbruck und Lustiges.

00:15:44: Ja, schon ein bisschen ein Hobbyteam, muss man sagen, noch am Start.

00:15:47: Also bei uns ist da wirklich der Spaß im Vordergrund.

00:15:50: Ich werde zum Beispiel Rennrad machen, Vincent würde den Schlusslauf quasi absolvieren und dann sehen wir da hoffentlich vielleicht noch ein paar Leute auf der Afterparty, da sind wir auch am Start.

00:16:01: Also nicht bis an der Road, sondern auch dann auf der Party.

00:16:04: Es soll ja auch so sein.

00:16:06: Sport soll ja auch Spaß machen.

00:16:07: Das ist ja, klar, du machst das beruflich, aber da ist viel, viel Spaß drin.

00:16:11: und die Leidenschaft und nur mit dieser Leidenschaft, die dir ja auch Energie gibt für dieses ganze Ding, da wirklich gut durch so eine Saison durchzukommen, du hast gesagt, ein bisschen ist es noch hin, bis es offiziell losgeht.

00:16:25: Ein großes Ziel ist natürlich die aktuelle oder die anstehende Saison.

00:16:30: Olympia.

00:16:30: Das sind die Olympiaringe, die hängen ja immer über einem.

00:16:34: Das ist ein Mega-Event, das ist ein Welt-Event.

00:16:37: Es ist gerade so ein bisschen anders in der Diskussion in den Medien.

00:16:41: Olympia leuchtet momentan nicht ganz so hell.

00:16:45: Ja, genau.

00:16:45: Wir haben eben ein bisschen das Problem, dass wir Vorlagen eben bekommen haben vom IOC, dass wir uns verbessern müssen.

00:16:50: Hier sind es da europaweit an sich eine sehr, sehr starke Sportart.

00:16:55: Wir haben auch jetzt eben mit den Damen, die wir mit dazu bekommen haben, auch eine Sportart, die sich entwickelt.

00:16:59: Das braucht nicht viel.

00:17:00: Voll,

00:17:00: gerade auch mit der Katharina.

00:17:02: Ja, richtig oder?

00:17:03: Also

00:17:03: im Skisprung.

00:17:04: Ja, mit

00:17:05: der Katharina im Skisprung.

00:17:05: Bei uns gibt es zum Beispiel die Natalie Armbruster.

00:17:09: Bei uns, unser Heimtrainer, ehemalige Thomas Müller, hat auch einige Damen bei sich im Team.

00:17:14: Die Sportart ist natürlich jung, die braucht Zeit, sich zu entwickeln.

00:17:17: Auf jeden

00:17:17: Fall,

00:17:18: ja.

00:17:19: Ja, wir haben eben das Problem, dass wir da ein bisschen angezählt sind.

00:17:22: Wir versuchen da alles auch als Athleten.

00:17:24: Ich denke, das sind wir auf jeden Fall den Jungen auch schuldig da an die Wege zum Leiten, dass wir da eben ein gutes Bild beim IOC abliefern.

00:17:31: Die Entscheidung wird dann nächstes Jahr auf jeden Fall fallen, aber es wäre natürlich schade.

00:17:34: Es ist eine traditionelle Wintersportart.

00:17:37: Wir sind seit Anfang an, seitdem es die olympischen Spiele gibt.

00:17:40: Dort eben mit dabei, mit der nordischen Kombination und es tut einem natürlich schon im Herz weh, dass so eine Sportart da so angezählt wird.

00:17:47: Angezählt heißt, das müssen wir tatsächlich aufschlussen werden.

00:17:50: André hat es eventuell auch noch gar nicht mitbekommen.

00:17:52: Angezählt heißt,

00:17:53: da wird

00:17:53: tatsächlich entschieden, ob man die Sportart nordische Kombination rausnimmt aus diesem ganzen olympischen Konstrukt.

00:18:01: Ja genau, so ist es.

00:18:03: Da geht es eben wirklich um die Existenz.

00:18:06: Das ist einfach so fördermittlau dran.

00:18:08: Wenn die Damen bei uns da leider nicht mit dazukommen oder bei den Herren in dem Fall jetzt kein richtiger Progress stattfindet oder sowas in die Richtung, Dann wird er eben wirklich überlegt.

00:18:19: Wir als Athleten tun da natürlich alles dafür, auch über das Social Media.

00:18:23: Wir brauchen ein World Cup in der USA, wo wir uns wirklich hart dafür einsetzen, dass wir da ein bisschen mehr Präsenz kriegen, dass wir einfach auch den jungen Leuten das Gefühl vermitteln, dass wir da auf jeden Fall kämpfen und die Sportart uns einfach extrem wichtig ist.

00:18:35: Du sprüßst für Energie, du sprüßst für Leidenschaft, für diesen Sport.

00:18:38: Und das ist natürlich auch ein Funke, der so ein bisschen an den Nachwuchs geht.

00:18:43: Es ist eine tolle Sportart, eine sehr abwechslungsreiche Sportart und auch von den Muskeln her irgendwie so eine Ganzkörpersportart.

00:18:48: Ja,

00:18:49: kann man so wirklich so sagen.

00:18:50: Also wenn man mal so ein Kombinierter wirklich anschaut, was wir alles trainieren können und wir sind wirklich frei in unseren Trainingsmitteln.

00:18:58: Du kannst eigentlich nichts für den Sport machen, was einem nicht gut tut oder was dich nicht irgendwie weiterbringt.

00:19:04: Und da ist glaube ich unsere Sportart wirklich, wirklich einzigartig.

00:19:07: Das muss man auf jeden Fall so sagen.

00:19:10: Jetzt, was ich da dann auch die letzten Jahre erlebt habe, zum Beispiel mit meinen Teamkollegen aus Oberstorfenherzen, das ist das Jahr vier Leute aus dem gleichen Skiklub.

00:19:17: Wie geil ist das denn, oder?

00:19:18: Ja, das hat sich eben entwickelt über Jahre und das ist eben auch eine Freundschaft und es hat natürlich auch einen sozialen Wert.

00:19:24: Und das ist natürlich das, was man den Kindern da auf jeden Fall vermitteln will.

00:19:27: dass sie da auf jeden Fall dranbleiben und denke auf speziell in der heutigen Zeit in unserer Gesellschaft ist so was, vielleicht machen wir nicht mehr ganz so.

00:19:34: und eben wir können nur sagen an den Kindern bleibt es da dran, behaltet vor allem den Spaß dabei.

00:19:39: Treffst aber diesen Sport auch eure Freunde.

00:19:41: Das ist das Allerwichtigste.

00:19:42: Ich habe Freunde, die kenne ich eben auch nur durch den Sport.

00:19:45: Cool.

00:19:46: Und wir sind jetzt richtig auch Privat, eben richtig, richtig gut verbandelt und die denken, das ist das Wichtigste, dass man diese Werte einfach an die jungen Leute weitergeben.

00:19:53: Vor allem gerade bei den Nordischen Kombinieren, da ist ja zum einen dieser Einzel, also du bist auf dich alleine gestellt in der Läupe und hast es springen, aber da gibt es ja auch dieses...

00:20:05: Team

00:20:06: springen oder diese Team nordische Kombination.

00:20:08: Also es ist was für ein Solisten, der gerne für sich alleine ist, aber dann auch in der Gruppe irgendwas machen möchte und da auch erfolgreich sein kann.

00:20:16: Also das sind so zwei Fliegen mit einer

00:20:18: Klappe.

00:20:18: Ja richtig, kann man genau so sagen.

00:20:21: Wir sind natürlich alles Einzelkämpfer, aber das ist ja auch das coole.

00:20:23: Wir sind gute Kollegen, aber wenn es auf der Leutbe rund geht, da bekämpfen wir uns auch.

00:20:28: Aber wenn wir Freunde sind oder nicht, das hört sich glaube ich auch genau so.

00:20:31: Aber das zusammen nach dem Rennen oder bei dem Teamrennen, das ist das ganz spezielle, was den Sport ausmacht.

00:20:38: Was kann man dir wünschen?

00:20:39: Eine unfall- oder verletzungsfreie Saison?

00:20:43: Jetzt erst mal bei der Gründenstaffheit.

00:20:45: Toi, toi, toi.

00:20:47: Und dann geht's los.

00:20:48: Ende November nochmals wo?

00:20:50: Ein Ruckakusamo entfindet, wie immer, eigentlich mit so einem Dreierwochenende.

00:20:55: Da starten wir gleich mal gut rein, aber eben hier liegt der Ort.

00:20:58: Ich bin da gern, deshalb freue ich mich da riesig drauf.

00:21:11: Ja, wir brauchen eigentlich alles.

00:21:12: Eins von beiden Reitungsleiter nicht mehr.

00:21:14: Also, dann von meiner Kombination an dich, Berufs- und nordischen Kombinierer Julian Schmidt.

00:21:20: Also, gut Sprung plus gut Lauf.

00:21:23: Ja, kann man perfekt so sagen.

00:21:24: Vielen Dank.

00:21:25: Danke dir fürs Dasein.

00:21:27: Danke

00:21:45: schön.

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