30 Jahre Landschaftspflege im Allgäu – Leonie Schaefer über Natur, Zusammenarbeit und Zukunftsperspektiven

Shownotes

Seit 30 Jahren setzt sich der Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten für den Erhalt und die Entwicklung wertvoller Kulturlandschaften ein. In dieser Podcastfolge sprechen wir mit Geschäftsführerin und Biologin Leonie Schaefer über die Entstehungsgeschichte des Verbands, wichtige Meilensteine und die Herausforderungen der heutigen Landschaftspflege.

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00:00:02:

00:00:15: Heute geht's um Fauna und Flora.

00:00:17: Leonie Schäfer ist heute bei mir, schön dass Sie da sind.

00:00:20: Vielleicht ganz kurz zu Ihrer Person?

00:00:22: In welcher Funktion sind Sie da?

00:00:25: Und was geht es denn da?

00:00:27: Erbissele konkret in den nächsten sechzig Minuten!

00:00:30: Ja, hallo!

00:00:31: Ich bin Biologin und Geschäftsführerin beim Landschaftspflegeverband.

00:00:36: Und freue mich da heute hier zu sein und gleich auf drei Jahrzehnte Landschaftswege-Arbeit so ein Stück weit zurückzublicken.

00:00:42: Denn heuer feiern wir auch noch dreißigjähriges Jubiläum.

00:00:46: Dreißig Jahre Landschaft Spflege Verband kämmten Oberallgäu?

00:00:50: Ja,

00:00:51: genau.

00:00:51: Habe ich das richtige Wörding auch...

00:00:53: ...ein Oberallgoi-Kämpten

00:00:54: eigentlich?

00:00:55: Oder Oberallgaugäu-Kemper

00:00:55: okay?!

00:00:57: Nicht relevant.

00:00:58: Vielleicht ganz kurz zu den Uhr Buringen.

00:01:01: Dreizig Jahre wird ja Mitte Juni also in ein paar Wochen groß gefeiert, da gibt es natürlich auch diesen Flashback, diesen Rückblick.

00:01:07: wie hat denn da alles angefangen?

00:01:09: Wer

00:01:09: hat sich wann mit wem formiert um in diesen drei Jahrzehnten zu was ganz großem zu wachsen?

00:01:17: Mach mal den Flashback!

00:01:18: Ja, sehr gerne!

00:01:19: Also wir sind nicht der erste Landschaftspflegeverband gewesen.

00:01:23: Tatsächlich gab es schon fast zehn Jahre zuvor auch die ersten Gründungen mit diesen Ideen in Bayern und Ein engagierter Bürger aus Buchenberg, der Ernst Württenssohn hat diese Idee ins Allgäu getragen.

00:01:39: Und

00:01:39: fünf Bürgermeister von fünf Gemeinden sind da aufgesprungen unter Führung von Peter Freitag und von Weidnau damals der Bürgemeister und haben sich dann zusammengeschlossen und den damaligen noch genannten Landschaftspflegeverband Bergstättengebiet gegründet, der dann später ausgeweitet wurde zum ganzen Oberallgäuern-Kempten.

00:02:01: Was war da so diese Intention bei den Gründungsmitgliedern?

00:02:05: Warum haben die sich gedacht, wir müssen auf Gemeinde, auf Kommunen Ebene uns zusammen tun und vielleicht können wir da mehr bewältigen und mehr anreisen?

00:02:16: als wenn ich so als alleinige Kommune irgendwie was versuche umzuwurschteln

00:02:21: Genau, also tatsächlich ist die Kernidee gemeinsam nicht nur die Kommunen gemeinsam sondern auch noch zusammen mit den Landwirten und Naturschutzverbandsvertretern sich wirklich zusammen zu tun um

00:02:34: was

00:02:34: vorwärts zu bringen.

00:02:35: So sind alle Landschaftswegeverbände aufgebaut, wirklich auch drittelsparitätisch dass alle drei Kategorien gleichermaßen vertreten sind in den Vorstandschafen.

00:02:45: Und da war die Idee wirklich, mit dieser Bündelung von Know-how wirklich pragmatische Lösungen vor Ort zu finden was voranzubringen und auch an Fördermittel vor allem ranzukommen.

00:02:57: Ja weil Fördtermittel ohne Kohle geht tatsächlich nichts!

00:02:59: Ohne Moos nix los?

00:03:01: Kann man da auch in einem anderen Kontext noch drüber sprechen.

00:03:04: bei

00:03:04: Moos und Moore

00:03:05: gehören da ja auch dazu.

00:03:07: vielleicht zur Grundidee ist es der Halt der Landschaft.

00:03:11: Pflege ist ja schon im Wirding mit drinnen.

00:03:13: Also Pflege der Landschaften, der brachliegenden Flächen, der kommunen Flächen.

00:03:19: eventuell gucken dass die Vielfalt der Pflanzen bleibt und möglicherweise ausgebaut wird und natürlich in diesem Kontext auch die Tierwelt sich vermehrt und ansiedelt oder vom Aussterben bedrohte Tierarten sich wieder heimisch oder ansiedeln können.

00:03:37: Genau, neben dem Landschaftsbild ist uns der Erhalt der Artenvielfalt ein Hauptherzensanliegen.

00:03:43: Es gibt viel zu tun.

00:03:44: wir haben da zwar einen hohes Niveau sag ich mal naturschutzfachlich im Allgäu hier gibt es noch richtig viel zu retten aber gleichzeitig auch hier gibt's Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten wo manche Arten schon ausgestorben sind und einfach viel viel Fläche verloren geht.

00:04:00: Auch hier gibts Zersiedlungen Intensiverung Und vor allem eben durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft Brachfallen von Flächen, wo wir dann im Endeffekt die einst artenreichen Grünlandflächen an die Subzusionen, sprich an die Verwaltung verlieren.

00:04:19: Es haben mal von ein paar Gründungskommunen gesprochen.

00:04:22: wer oder wie viel sind da inzwischen formiert?

00:04:25: In diesem Verband?

00:04:26: also wie groß ist dieser Radius geworden?

00:04:30: Seit letztem Jahr sind es tatsächlich alle vom Oberallgäu.

00:04:35: Also, alle achtundzwanzig Gemeinden sind mittlerweile Mitglied inklusive auch dem Landkreis und der Stadt Kempten.

00:04:44: Das heißt mittlerweile können wir da das ganze Gebiet hier abdecken und überall Pflegemaßnahmen machen?

00:04:50: Und ja haben so nach und nach viele, viele Projekte gestartet und erwarten dieses Jahr wenn's gut läuft tatsächlich unsere hundertste Pflegekulisse.

00:05:00: Das ist ja Wahnsinn, auf diese einzelnen Stellen oder wo ihr auch vielleicht über Jahre hinweg gehabt arbeiten müssen.

00:05:08: Weil solche Projekte gehen natürlich nicht über Nacht zum Umsetzen das sind Jahres wenn ich sogar manchmal Jahrzehnte lange projekte wenn es um große Flächen geht.

00:05:17: von der Struktur vielleicht noch ganz kurz wie ist der Verband aufgebaut?

00:05:21: also wer führt wen?

00:05:22: Wer ist die oberste Nase und was ist Ihr

00:05:25: Job

00:05:25: in diesem Konstrukt?

00:05:27: Ja, also der Verband hat wie jeder

00:05:28: Verein eine

00:05:30: Vorstandschaft.

00:05:30: Die ist in unserem Fall ehrenamtlich und besteht sogar aus zwölf Mitgliedern.

00:05:35: Das sind vier politische Mandatsträger, vier Landwirte- und vier Naturschutzverbandsvertreter bei uns.

00:05:44: Und der erste Vorsitzende, der wirklich die oberste Spitze wahrnimmt das ist Joachim Konrad, Landtagsabgeordneter bei uns.

00:05:55: Dazu hat der Verein eine Geschäftsstelle mit Angestellten, Mitarbeitern.

00:06:01: Und davon bin ich im Endeffekt auch eine Fachkraft, die auch Projekte organisiert und zeig gleich eben die Geschäftsführerin, die eben die Projekте und das Tagesgeschäft soweit koordiniert.

00:06:15: Naturschutzvereine ist mir so im Hinterkopf hängen geblieben.

00:06:19: Das sind Partner, die gehören mit zu dem Verband dazu.

00:06:21: Sie sind natürlich eigenständig als Verein unterwegs aber in dieser

00:06:25: Kombo

00:06:26: auf diese großflächig angelegten Geschichte des Landschaftspflegeverbands

00:06:31: Partner.

00:06:32: Jawoll!

00:06:33: Also wie auch die Landwirte sind Naturschutzverbände hier?

00:06:36: Die ganzen Lokalen von Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und Co.

00:06:40: Sind unsere Partner, mit denen wir viel im fachlichen Austausch sind Aber auch wirklich gut zusammenarbeiten, die einkaufen Flächen an.

00:06:49: Was wir zum Beispiel nicht tun und wie pflegen sie dann?

00:06:52: So gucken wir das wieder gemeinsam.

00:06:54: im Endeffekt was vorwärts kriegen für die Artenvielfalt.

00:06:58: Jetzt habe ich glaube ich auch ganz etwas Wichtiges gehört.

00:07:01: der Verband kauft nie an er ist ausschließlich für die Pflege zuständig.

00:07:06: Wie guckt denn so eine Pflege aus?

00:07:07: vielleicht haben Sie mehrere Beispiele wo man das ein bisschen praktisch erklärt bekommen Also dass wir uns so ein Bild machen können, hey ah okay ich versteh's.

00:07:16: Also zum Beispiel wenn wir wohnende brachliegende Streuwiese haben und die sehen und sagen Mensch da ist alles am zuwachsen Wir müssen da eigentlich pflegen weil uns sonst beispielsweise der Blauschiller eine Feuerfalter dort einfach ausstirbt.

00:07:34: Dann gehen wir auf die Leute vorzu, recherchieren erst mal wer ist der Grundeigentümer und sind natürlich voll und ganz davon abhängig dass die Leute freiwillig da auch Lust drauf haben.

00:07:45: Also wir motivieren und bieten den Anreiz das als Dienstleister für die Gesellschaft hier zu machen, aber es ist natürlich wirklich alles komplett freiwillig.

00:07:59: In dem Moment wo ein Grundeigentümer sagt ja wohl da bin ich dabei, ich gebe meinen Grundstück dafür zur Verfügung dann organisieren wir die Fördermittel dazu und beauftragen dann ortsansässige Landwirte diese Pflege dann auch wirklich umzusetzen.

00:08:16: Das ist ja in erster Linie sind das die Landwerte.

00:08:21: Zuständig sind es eigentlich fast gemein, aber sie machen diese wichtige Arbeit.

00:08:26: Diese Landschaftspflege

00:08:29: ist gar nicht gemein.

00:08:33: Wir selbst könnten so viel nicht schaffen.

00:08:35: Es braucht auch das praktische Know-how und die Maschinen

00:08:39: nur von

00:08:40: Hand mit einem Rechen oder einer Sense.

00:08:43: Da kommt man nicht weit in ein paar Feierabenden wo man jetzt vielleicht als naturschutz engagierter Mensch was machen möchte wenn man da irgendwo ehrenamtlich was machen möchte, aber die Flächen, die man bearbeiten möchte.

00:08:55: Also wir pflegen über hundert

00:09:00: Hektar

00:09:01: im Jahr ungefähr.

00:09:02: und diese Leistung zu schaffen dafür brauchen wir wirklich Praktika, die da im Endeffekt auch das Know-how haben mit schwierigen Flächen möglichst effizient genau mit dem geeigneten Equipment das Ganze dann noch umzusetzen.

00:09:16: Damals, vor dreißig Jahren noch harte Überzeugungsarbeit.

00:09:22: Gerade auch in Landwirte oder dass der Kreis sich erweitert die Leute da ins Boot zu holen war.

00:09:28: jeder denkt sich mein Gott ja da wächst halt ein bisschen hin okay da ist es so ein bisschen zurgewachsen ja mache ich irgendwann einmal schon.

00:09:37: von der Logik her ist es wichtig das es diese Berachflächen gibt aber wichtig die entsprechend zu pflegen dass dann das passiert Weil es sonst verbuscht und verwildert irgendwo da draußen.

00:09:50: Genau, verwildern klingt zwar irgendwie auch schön nach Wildnis und so was in der Natur aber tatsächlich das Problem ist bei uns hier in Mitteleuropa dass einfach die Ökosystemfaktoren so verdreht sind dass wir mittlerweile mit Stickstoffeintrag aus der Luft mit Klimawandel mit fehlenden großen Pflanzenfressern in der Landschaft tatsächlich eine Dynamik haben wo sich von

00:10:11: Natur

00:10:12: aus die Artenvielfalt nicht halten kann braucht.

00:10:17: Ja und tatsächlich

00:10:19: da

00:10:21: müssen wir was machen,

00:10:24: da braucht man auch Unterstützung.

00:10:25: gerade wenn ich einmal reinkrätschen kann jetzt ist ja so der Alm auf Trieb jetzt langsam, aber sicher kommen die Schumpen rauf und gehen in Sommerfrische.

00:10:34: Und bleiben da dann ja die nächsten neunzig einhundert Tage?

00:10:38: Die Älblas sind ja auch quasi diejenigen, die das Fiedern mit beaufsichtigen.

00:10:44: Es ist ganz wichtig dass die Schumptem die ziegen.

00:10:46: Ein paar Schweine sind ja irgendwo weiter oben Pferde sogar, die dafür sorgen, dass es abgefressen wird dieses Kräuter- und vitaminreiche

00:10:54: Gras

00:10:55: weil sonst wäre da oben irgendwann nur Busch und Wildnis!

00:10:58: Jawoll!

00:10:59: Also da leisten die einen sehr großen Beitrag hier zur Atemfehlfalt dadurch, dass sie auch unterhalb der Baumgrenze einfach sehr viel Fläche für offenlandliebene Arten tatsächlich schaffen.

00:11:10: Das braucht immer meiner Masterarbeit damals wo ich wirklich einen guten Einblick bekommen habe wie wichtig diese Beweilungsfaktoren sind und welche Steuerungen da tatsächlich möglich sind.

00:11:23: Und es ist absolut essentiell für die atemfehlt das die Flächen offen gehalten werden Passiert hier tatsächlich viel, viel Gutes auf vielen Alpflächen kann man sagen.

00:11:34: Allein aus einer Tradition heraus passiert da schon sehr, sehr viel Naturschutz in unserer Landschaft.

00:11:42: Wir unterstützen das gerne dort wo es hakt also dort wo Flächen schon verloren gegangen sind zu buschen und man sagt die möchte man jetzt auch auf eine Alpläche zum Beispiel wieder zurückgewinnen.

00:11:55: Da kommen wir dann wieder ins Spiel und unterstützen die Elbla.

00:12:03: und gehe in diese Richtung, weil mir ganz vieles wichtig ist.

00:12:29: Eventuell?

00:12:30: Ja, mir ist tatsächlich vieles Wichtig, nämlich die Vielfalt!

00:12:33: Ich habe mich schon von klein an für Artenvielfalt interessiert, Dokusverschlungen war klar.

00:12:39: wenn ich groß bin wollte ich irgendwie was machen um da hilfreich zu sein.

00:12:43: und im Biologie-Studium wurde dann sehr schnell klar, wenn man irgendwie etwas für die Artenfilfer tun will hier in Deutschland, dann muss man das tatsächlich zusammen mit der Landwirtschaft tun und gucken dass man da wirklich aktiv in die Pflege kommt.

00:12:58: Deswegen war dann der Weg zur Landschaftspflege vor zehn Jahren hier ins Allgäu einfach genau das was ich mir da immer gewünscht habe und was so das Ziel war.

00:13:10: Gibt es eine Lieblingsblume oder Pflanze und ein Lieblingstier?

00:13:15: Also meine Lieblungspflanze, würde ich sagen ist das Sumpferzblatt.

00:13:21: Die ist klein und weiß klingt erst mal unscheinbar aber wirklich wunderschön.

00:13:26: wenn man mal in die Details guckt hat sie da drin so kleine Scheinnektarien wie so kleine Kröhnchen einfach wunderschön.

00:13:32: Kommt so ab Ende Juni bei uns in feuchteren Wiesen oder auch in den Höhenlagen dann tatsächlich zum Blühen.

00:13:39: und

00:13:39: Lieblingstier, naja ein bisschen exotischer der Pfeifersche Prachzipia!

00:13:43: Den gibt's nette Malgäu.

00:13:45: Okay das ist was im Gewässer?

00:13:49: Ja genau,

00:13:50: lebt

00:13:50: auf mehrere Funde zum kleiner Tittenfisch.

00:13:53: Aha okay gut Haben wir noch nicht im Allgäu.

00:13:56: vielleicht in ein paar Tausend Jahren, da sieht sich so was an.

00:14:01: Hoffen wir nicht!

00:14:02: Und so haben sie die Brücke irgendwie auch vor zehn Jahren ins Allgäusch einschlagen können.

00:14:07: sind hier gelandet?

00:14:08: fühlen sich wohl?

00:14:09: Ja sehr.

00:14:10: Also ist natürlich auch wunderschön hier im Allgäu, es ist ein tolles Gebiet.

00:14:15: um diesen Job machen zu dürfen muss man ganz klar sagen auch einfach wegen der Vielfalt hier im allgäuer gibt die mohre es gibt streubiesen margarasen und das wahnsinnig schöne berggebiet.

00:14:27: dementsprechend da kann man sich richtig austoben sag ich mal in der in der branche Privat wird dann hier natürlich auch nicht langweilig.

00:14:36: Das ist absolut richtig!

00:14:38: Sie betreuen jetzt mit dem Verband einhundert Hektar Flächen, die sie quasi anvertraut bekommen haben als Verband um entsprechend agieren zu können.

00:14:49: Jetzt habe ich so eine Fläche und sie kommen auf mich zu und sagen hey das wäre cool wenn wir da irgendwas planen, einen Konzept erstellen können.

00:14:58: und das sage ich okay Macht mal und bringt mir mal was auf den Tisch.

00:15:02: Was passiert dann mit so einer Fläche?

00:15:04: Mit einer in Anforderungszeichen normalen brachliegenden Fläche.

00:15:09: Ja, also wir gehen dann raus schauen im Endeffekt, was ist da?

00:15:12: Was sind für Arten da?

00:15:15: Auf welche musste man dann spezifisch zum Beispiel Rücksicht nehmen bei der Pflege Und plan wirklich, was es maximal raus zu holen Im Endeffek an Lebensraum- und ökologischen Nischen auf dieser Fläche.

00:15:29: Wenn man dann einen Plan hat und die Fördermittel dafür, ein Landschaftspfleger, der das Ganze auch umsetzt.

00:15:35: Dann geht es wirklich los!

00:15:37: Es wird entbuscht, gemäht – nicht nur ein Jahr, sondern über mehrere Jahre, solange es eben notut, bis die Fläche den gewünschten Zielzustand

00:15:47: hat.

00:15:48: Wenn ich aber sage, okay.

00:15:49: Ich würde auf dieser Fläche nie irgendwas ansehen weil ich gar nicht aus der Landwirtschaft beispielsweise komme dann ist es ja mit mähen und entbuschen wahrscheinlich nicht nur getan, weil irgendwo soll die Flächen bestimmten Nutzen ja dann wahrscheinlich auch haben in Sachen Anziehung neuer Pflanzen eventuell oder dass sich heimische Schmetterlinge andere Insekten eben gerade Insekte vielleicht da ein bisschen austoben können.

00:16:16: Ja,

00:16:16: tatsächlich in dem Moment wo wir die Standortfaktoren wieder herstellen und die Strukturen, die die Arten brauchen finden sie in aller Regel schon selbst auch wieder auf die Fläche.

00:16:28: Also irgendwelche Umsiedlungen Anpflanzungen machen wir eher selten dadurch dass unsere Landschaft Gott sei Dank noch kleinteilig genug ist.

00:16:36: das die den Weg selber finden manchmal wenn wirklich weit rum nichts ist machen wir mal eine Martgutübertragung zum Beispiel um da ein bisschen auf die Sprünge zu helfen.

00:16:46: Thema Streuobst, Wiesen oder auch diese.

00:16:49: wie nennt man denn noch meist diese Gebiete wenn Fluss so über die Ufer geht also diese Aungebiete?

00:16:56: auch das wird ja oder da ist auch das Augenmerk glaube ich auch drauf.

00:17:00: und diese Renaturierung oder weder Herstellung von den Auen weil das hat ja irgendwo alles einmal Sinn gehabt dass rechts und links der illa beispielsweise so'n Überlaufgebiet einfach früher da war.

00:17:12: Das ist auch absolut wertvoll natürlich, genau.

00:17:15: Also Streuobst ist ein großes Thema bei uns.

00:17:17: da machen wir mittlerweile zahlreiche Projekte sowohl zur Pflege als auch eben zur Neuanlage dass es wieder mehr Straubswiesen gibt und auch die Gewässer werden wieder mehr Themen bei uns momentan also der Verband hat schon vor zwanzig Jahren bereits hier unter und dort Gewässerinaturierungsprojekte gemacht und das wollen wir jetzt gerade auch wieder aufgreifen mehr für die nächsten Jahre.

00:17:42: Das ist so ein salopperspruch, heißt ohne Kohle geht gar nix und so ist es auch im Landschaftspflegeverband.

00:17:50: Es gibt viele Fördertöpfe, auch ganz unterschiedliche aufgelegte Fördertüpfe.

00:17:55: nichtsdestotrotz ist auch

00:17:57: da

00:17:58: von weiter oben, vom höheren politischen Ebene schon vor allem im vergangenen Jahr der Rutschstift angesetzt worden.

00:18:05: Und diese Fördergelder wären aber dringend notwendig um diese Arbeit zu vollenden oder vollenden zu können

00:18:13: Genau, gerade das was man über Jahre teils Jahrzehnte natürlich angefangen hat und viel Mühe reingesteckt hat.

00:18:19: Das möchte man natürlich auch positiv fortführen!

00:18:21: Und da war letztes Jahr bayernweit ein ziemlicher Schock für die Landschaftspflegeverbände dass einfach

00:18:27: so wenig

00:18:27: Geld mehr zur Verfügung war.

00:18:29: also wir konnten nicht mal mehr ganz die Hälfte von dem vom Vorjahr im Endeffekt umsetzen.

00:18:34: Das hat man gemerkt, viele Flächen waren ungemäht.

00:18:37: das sind dann natürlich auch weniger Einnahmen für Landschaftspfleger was ja ein Zusatzeinkommen für kleine landwirtschaftliche Betriebe ist.

00:18:45: Dieses Jahr sieht Gott sei Dank wieder besser aus dadurch dass die bayerischen Mittel sich wieder etwas erholt haben Gott sei dank gleichzeitig wie auch EU-Mittel jetzt dazu nehmen und zwei Fraktionsinitiativen bekommen haben, dank Ulrike Müller und Alexander Holt.

00:19:01: Also da sind wir jetzt wieder ein bisschen besser ausstelfiert dieses Jahr.

00:19:05: aber für die nächsten Jahre muss man ganz klar sagen, man muss es politisch hochhalten das man jetzt gerade nicht sparen sollte am Naturschutz.

00:19:13: sonst machen wir wirklich die Bemühungen der Jahre zuvor kaputt und verbauen uns massiv was für die Zukunft was uns dann verloren geht an Ökosystemfunktionen in vielen Jahren oder Jahrzehnten dann definitiv so nicht mehr zurückkriegen.

00:19:31: Stillstand in diesem Kreislauf oder diesen Projekten, die ja langjährige Projekte sind – ich kann ja sowas nicht übernacht einfach wieder so zack.

00:19:40: und jetzt ist es anders?

00:19:41: Nee!

00:19:42: Das sind jahrelange-jahrzehntelangeprojekte haben wir ja auch schon drüber gesprochen und man sähte an und irgendwann wäre der Moment zum Ernten.

00:19:49: und wenn jetzt stillstand, Kohle technisch schwer ist... Falsche Zeitpunkt.

00:19:55: Genau, genau!

00:19:56: Dreizig Jahre gibt es den Landschaftspilgeverband mit der Juni wird da Jubiläum auch gefeiert.

00:20:02: Da gibt's diesen Rückblick natürlich auch eine Vorausschau und es wird mit Sicherheit darüber auch gesprochen wie sich Die Umstände, vielleicht in diesen dreißig Jahren auch verändert haben.

00:20:15: sind neue Probleme oder Problematiken dazugekommen.

00:20:19: Klimawandel wie äußert sich das?

00:20:22: Was ist so dieser Zustand oder mit welchen Sachen ist man jetzt konfrontiert die vor dreizig Jahren vielleicht noch gar nicht bekannt war?

00:20:32: Also der Klimawandel ist deutlich merkbarer, das merkt man eindeutig.

00:20:37: Man muss jetzt auch zum Beispiel Brombeeren in Höhenlagen pflegen was früher gar nicht relevant war so als ein Beispiel.

00:20:46: gleichzeitig ja haben wir wirklich die Situation dass in den letzten dreißig Jahren einfach sehr viel mehr Flächen noch zugewachsen sind dadurch dass der Verein ja muss man sagen auch sehr langsam gewachsen ist.

00:21:03: Und jetzt haben wir gerade halt seit ein paar Jahren eine Größe, wo wir überhaupt erst in dem Maßstab tätig sind und eine Stimmung, wo Wir auch richtig gut arbeiten können dadurch dass wir an viele Flächen rankommen gute Kooperationen haben und wirklich damit das Handwerkzeug haben richtig viel zu bewegen.

00:21:24: Jetzt muss ich da gerade mit diesem Klimawandel und Brombeeren, wie hängt das zusammen?

00:21:28: Wieso muss sich bei der oben-Brombeeren irgendwie pflegen oder irgendwie danach

00:21:32: gucken.

00:21:34: Also Brombären sind natürlich auch lecker, kann man Marmelade rausmachen.

00:21:36: Ich arbeite tatsächlich die Wuchern gerne Magerrasen zu, die für sehr viele Tier- und Pflanzenarten natürlich die gerade lichtbedürftig sind und kleiner sind als so eine Brombehere wichtiger Lebensraums sind.

00:21:53: Da ist natürlich ein Problem.

00:21:55: Wenn die Prombeere wirklich überhand nimmt, dann hat man da nur noch eine Art oder vielleicht zwei, wenn man auch einen Prombeer Zipfelfalter dazu rechnet aber halt nicht mehr nicht mehr die volle Artenvielfalt eines Magarrasens.

00:22:07: und in der Vergangenheit war das mehr so in tieferen Lagen immer ein Problem und mittlerweile auch auf sechzehnhundert Meter.

00:22:15: Achtzehnhundert Meter ist jetzt mittlerweile schon hier und da die Prombeere ein Pflegeproblem auf Margarasen.

00:22:23: Ja, nee das ist ein gutes Beispiel weil gerade wenn man vielleicht auch beim Wandern unterwegs ist oder man macht Spaziergänge ein Stückchen weiter oben dann ist es ein gutes Beispiel.

00:22:31: Ach, da sind schon die Prombären.

00:22:33: also das ist was eigentlich in dieser Höhe gar nicht sein dürfte oder wäre eigentlich im Normalfall

00:22:40: nicht da.

00:22:41: viele Arten wandern nach oben tatsächlich bei uns in den Bergen jetzt beim Klimawandel.

00:22:45: Und dann wird es für die Arten, die eigentlich in höheren Lagen vorkommen und sich darauf spezialisiert haben, wirds natürlich eng.

00:22:52: Die bekommen Konkurrenz.

00:22:54: Der Blick nach vorne in die Zukunft wird's auch geben?

00:22:58: Was ist so das Hauptziel was ihr mit diesem dreißigjährigen Jubiläum auch nach außen hin kommunizieren wollt?

00:23:06: Wir wollen wirklich volle Kraft voraus weiter mit der Landschaftspflege und unsere ganzen vielen tollen Partnerschaften.

00:23:15: so tatsächlich weiter pflegen und daraus noch richtig Großes machen.

00:23:21: Wir haben viele, viele Projektideen auf einer langen Liste die wir alle gerne umsetzen wollen und dass wir da große Sachen anpacken können.

00:23:32: im Bereich Morinaturierungen auch Gewässer, Streuobst, verbuschte Margaras und Streuwiesen Wollen wir wirklich noch mal vollgasmäßig voran und brauchen da gute Kooperation, gute Fördermittel?

00:23:47: Und

00:23:48: ja.

00:23:50: Da wollen wir hin!

00:23:51: Und da wird unser Landschaftspflegetag in Unterjoch am dreizehnten Juni ein Event der das darstellen soll was wir alles machen die ganze Vielfalt von Streuobst über neofüten Bekämpfung all Projekte und alles.

00:24:08: Das wollen wir da mal her zeigen.

00:24:10: Danke für den Einblick in die örtliche, die Allgäuer Natur, Fauna und Flora sag ich mal ganz verlob.

00:24:16: Und herzlichen Glückwunsch natürlich zu diesem dreißigjährigen Jubiläum auf die nächsten dreizig Jahre!

00:24:35: Dankeschön!

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