Zwischen Politik und Gefängnismauern - Joachim Konrad im Kaffeeklatsch

Shownotes

In dieser Folge von Kaffeeklatsch spricht Joachim Konrad über seinen Weg vom Bankkaufmann zum Bürgermeister und schließlich in den Bayerischen Landtag. Dabei geht es nicht nur um politische Verantwortung und Bürgernähe, sondern auch um seine besondere Aufgabe als Vorsitzender des Anstaltsbeirats der JVA Kempten und JVA Memmingen.
Wie erlebt er Gespräche mit Gefangenen? Wo entfernt sich Politik von der Lebensrealität der Menschen? Und was würde er sofort verändern, wenn er freie Hand hätte? Eine persönliche und ehrliche Folge über Politik, Verantwortung und menschliche Schicksale hinter Gefängnismauern.

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00:00:00: Der Allgäu-Hit Kaffeeklatsch

00:00:03: wird präsentiert von den Lebensgestaltern.

00:00:06: Stundenweise Zuwendung

00:00:08: statt getakteter

00:00:09: Hektik, dein ambulanter Dienst im Allgau für Pflege und Betreuung mit

00:00:13: Zeit!

00:00:14: Heute mein Gast Joachim Konrad, Herr Schön das Sie da sind, Herr Konrad der echter Allgauer Bursinziage?

00:00:20: Ja das stimmt.

00:00:21: ich bin ein Wartag aufgewachsen.

00:00:23: und jetzt in Altus rät Allgöre Buhr, kann man so sagen.

00:00:26: Allgäuer-Buhr, den sie mal nach München zogen hat in die Landeshauptstadt?

00:00:31: Ganz genau!

00:00:32: Seit Jahrzehnte, drei Jahrzehnzig darf ich fürs Obergrennen verkämpfen im Landtag tätig sein.

00:00:39: Nicht nur das, welche Ehrenämter Sie haben und es sind mehr als dreie, sag' ich mal ... Das klären wir in dieser Stunde auf jeden Fall.

00:00:46: herzlich willkommen!

00:00:47: Vielen Dank!

00:00:48: Da bisher haben Sie mir ja schon gesagt zur Originalallgäu-Bur.

00:00:52: Wie schaut's mit dem Dialekt aus denn ham's

00:00:54: beibehalten?!

00:00:55: Ja, selbstverständlich.

00:00:56: Das gehört doch dazu und auch in München müssen wir die Fahne des Allgäuers hochhalten und das ist gut so!

00:01:02: Das ist gut so, dass es so ist.

00:01:04: Jetzt müssen wir mal schauen.

00:01:05: Sie uns gesagt vor ein paar Jahren dann den Weg nach München gefunden und da auch ihr Plätzchen im Landtag bekommen.

00:01:12: aber das war natürlich von Anfang an so in Werthach.

00:01:15: aufgewachsen war als kleiner Bur irgendwo schon der Gedanke da Leute ich bin für was größeres bestimmt.

00:01:23: Ich war Klassensprecher und möchte dann natürlich mal irgendwie Sprecher vielleicht auch in Münchens sein.

00:01:28: oder waren die Berufswünsche damals als kleiner So wie halt der kleiner Boar, die Berufswünsche hat.

00:01:34: Nein das war so dass wir in der Familie einfach unglaublich viel politisch

00:01:39: diskutiert

00:01:40: haben und bei der Brotzeit habe man Themen diskutiert, lokale Themen aber auch weltpolitische Themen und das hat mich schon als Boar sehr interessiert.

00:01:50: Und dann kam ich auch mit der Jahre zwanzig schon sehr früh im Gemeinderat.

00:01:55: Und war in Wertach zwölf Jahrgemeinderat und die letzten sechs Jahre dann auch Dritter Bürgermeister, und so bin ich da.

00:02:01: und das politische ein bisschen neigwachsen einfach.

00:02:04: Ja, neig wachsen!

00:02:05: Es ist ja schön wenn innerhalb Familien auch das lokalpolitische diskutiert wird man da nicht immer einer Meinung ist.

00:02:14: Das ist eigentlich was Schönes, was heutzutage fast oder nicht mehr so

00:02:18: oft vorkommt.

00:02:20: Das kommt leider noch mal so oft vor, weil er ganz wenig nur noch in den Haushalten eine Tageszeitung auf dem Tisch liegt.

00:02:29: kommt eher der Impuls aus den sozialen Medien.

00:02:33: Bei uns ist es so, mein Sohn ist jetzt seit elf Jahre alt und er bringt dann oft mal was aus den socialen Medien an der Tisch und fragt uns da und so entstehen dann heutzutage die politischen Diskussionen.

00:02:48: Ich halte ein anderer Weg aber trotzdem wichtig dass man viel über die Dinge die in der Welt passieren spricht in der Familie.

00:02:55: Politik ist für Sie oder Schrägstrich, Lokalpolitik ist für sie.

00:02:59: Kann man das in drei Worten irgendwie be- und umschreiben?

00:03:03: Ja, das kann man gut unschreiben.

00:03:04: Kommunalpolitik isch' für mich Verantwortung auch Mut, Mut zu Entscheidungen und Kompromissbereitschaft.

00:03:13: Jetzt sind Sie Pendler, oder?

00:03:18: Nach Munich in die Landeshauptstadt, wie guckt da so ein Bitzerle?

00:03:23: In Anfangszeichen eine normale Woche bei Ihnen aus.

00:03:27: Es ist Samstag-Sondag wirklich Family, man ist am weekend daheim.

00:03:32: oder erzählen Sie mal, wie schaut da so eine Woche bei ihnen

00:03:36: aus?

00:03:37: Am Montag habe ich meistens noch Stimmkreistermine, so wie heute dieses Interjun.

00:03:41: und im Nachmittag bin ich zum Beispiel in Grumbach, da gibt es einen Förderbescheid für den Dorfladen in Niedersandhofen Da habe ich viele Termine einfach im Stürmkreis.

00:03:51: Und dann fahre ich am Dienstag in der Früh mit dem Zug nach München

00:03:54: rein,

00:03:55: da hab' ich dann einen Bauausschuss – ich bin ja am Ausschuss für Wohnen, Bauen und Verkehr – dann am Mittwoch ist ganz oft der Petitionsausschluss, wenn ihr auch Mitglied und am Donnerstag oft mal noch das Pläne um.

00:04:09: Das heißt, Dienstag, Mittwochs, Donnerstags in München, da bleibe ich dann auch über Nacht, da habe ich keine Wohnung auf der Praterinsel.

00:04:15: Und am Freitag sind dann wieder Sturmkreistermine angesagt, ganz oft an der CSU-Geschäftsstelle in der Galberstrasse.

00:04:21: Und am Wochenende wäre es schön wenn ich da immer für die Familie zeigte – das ist leider nicht der Fall weil da sind natürlich die Veranstaltungen.

00:04:28: Natürlich!

00:04:28: Jetzt zum Beispiel letzte Woche hundert Jahre ASM, Algerschweibische Musikbund im Kornhaus oder auch andere Vereine die Veranstaltingen machen Und da muss ich natürlich, darf ich natürlich dabei sein.

00:04:42: Ja genau man muss Gesicht zeigen in der Region und das Aufsaugen was die Region des Allgäu bewegt um das als Hausaufgabe mit nach München zu nehmen?

00:04:52: Ganz klar.

00:04:53: und dann nimmt man natürlich auf den Veranstaltungen ganz viel mit weil die Menschen kommen direkt auf ihn so und sagen du man sie ist ein Dollos und könnt ihr da etwas machen.

00:05:01: Darum habe ich auch immer ein kleines Notizbuch dabei wo ich was aufschreiben kann Und dann brauchen die Menschen mir nicht eine große E-Mail schreiben, sondern das kommt dann im Gespräch.

00:05:12: Die kriegen dann auch immer von mir Zeit nach Rückmeldung.

00:05:16: Sie haben gerne den Kontakt mit den Menschen?

00:05:19: Also sie sind da sehr zugänglich und offen, wenn man sich auf einem offiziellen Termin irgendwo mal so an der Schulter antippt und sagt Mensch es ist ja super dass ich die da gerade sehe!

00:05:28: Ja genau und das macht auch Spaß weil man kann schon für die Menschen viel bewegen.

00:05:34: Das Spürjahr- und Petitionsausschuss, es läuft ja manchmal war stief als eine fehlerhafte Bescheid.

00:05:40: Und was weiß ich oder Baugenehmigung wo ewig dauert?

00:05:44: Da kann man als Abgeordneter dann oft etwas bewirken, den man nur einmal erhofft in dem Amt und sagt Ich bin der Abgeordnete die Menschen haben sich an mich gewandt und da kann man dann oft Dinge in Gang bringen die irgendwo feststecken und das ist was Schönes.

00:06:00: Sie haben nicht nur eine Aufgabe, wenn sie in München sind.

00:06:05: Konrad, Sie sind in verschiedenen Ausschüssen drin.

00:06:08: Wo ist denn so ein bisschen der Fokusinfrastruktur?

00:06:11: Bauersektor, das ist so ihr.

00:06:14: Gibt es da irgendwelche Projekte wo sie sagen okay da haben wir im Allgäu da ist Not, da brauche ich Kohle, dann muss die München anzapfen für uns?

00:06:24: Für welche große Infrastruktur-Maßnahme aus dem Allgau?

00:06:29: schauen Sie dass die gehört wird in München.

00:06:33: Also deswegen bin ich in der Ausschuss für Wohnen, Bau und Verkehr gegangen weil wir wirklich viele Aufgaben hier am Allgäu noch zu erledigen haben.

00:06:41: Ich nenne nur den vierspurigen Ausbau der B-II.

00:06:43: natürlich ist das eine Bundesstraße aber da kommen jetzt auch Planungsmittel vom Freistaat dazu, wo wir einfach dran bleiben müssen.

00:06:51: Dann natürlich die Elektrifizierung der Bahn von München raus bis nach Oberstorff oder auch der Elterteilbahn von Ulm über Diebmannsried Kempten und nach Oberstoff.

00:07:03: Das ist ganz, ganz wichtig!

00:07:05: Und da sollen wir jetzt schon einen Riesenschritt weiterkommen, dass man zeitnah die Elektrifizierungen hinkriegen weil die Elektrophizierung...die Züge sind leiser, die sind zuverlässiger, die Und alles das brauchen wir, weil das Bahntema gerade eine

00:07:21: Katastrophe ist.

00:07:22: Das

00:07:22: letzte Thema ist noch bauen!

00:07:25: Da war ich erst mit ein paar Bürgermeister aus dem Oberalger in München beim Christian Bahnreiter, bei unserem Bauminester.

00:07:32: Und da haben wir versucht einfach die Mitgliedszeit für die Wohnbauprojektion den Kommunen freizulachen und das denke ich uns gelungen dass sie nächstes Jahr dann anfangen können.

00:07:43: und so versuche ich einfach die infrastrukturellen Themen voranzutreiben.

00:07:48: wenn der

00:07:48: Ausschuss Gerade Geschichte Bahn, wenn Sie ja Zugpendler sind.

00:07:53: Da kriegen sie es sehr leibhaftig mit was da manchmal schiefläuft auf der Schiene oder ganz so Hand in Hand funktioniert.

00:08:00: sagen wir's mal so

00:08:01: Das ist ja ganz normal dass es Verspeitungen gibt das ist ja schon ein Standard.

00:08:07: Es gibt ja kommende Züge die pünktlich sind und im Fernverkehr ist es besser.

00:08:11: ich war mit meinem Sohn aus den Berlin Und da haben wir ein paar Dinge, der Freistaat natürlich angeschaut und das Brandenburger Tor.

00:08:19: Ein paar Museen.

00:08:21: Da ging's super in Viererhalb Stunden.

00:08:24: Sollen wir dann nach Berlin von

00:08:26: München weg?

00:08:27: Der ist mit dem Auto nicht schaffen.

00:08:28: Niemals her genau!

00:08:31: Und darum brauchen die auch nicht so die Inlandsflüge weil es sind gute Verbindungen.

00:08:36: aber wenn ich jetzt zum Beispiel vom Camp nach Münchenei.

00:08:39: weh das sind dann schon oft...da braucht man schon viel Geduld.

00:08:44: Ja, da ist man schon fast auf dem Weg in Berlin.

00:08:47: Solange wie es manchmal nach München dauert.

00:08:52: Statt

00:08:52: mal ewig auf den Bahnsteig umeinander war ein Eiseskalter.

00:08:55: Also die Bahnfahrer sind schon sehr auf die Probegestellte geduldt.

00:09:03: Das

00:09:03: ist richtig.

00:09:04: Jetzt ist es so ein Sektor, wo Sie das Allgäu-Standing mit nach München nehmen?

00:09:10: Aber sie haben auch noch einen

00:09:11: anderen,

00:09:12: dass es ehrenamtlich in einem ganz speziellen Beirat sitzen.

00:09:16: Sie!

00:09:17: Denn Sie – ich sag's jetzt einfach mal auch ein bisschen plakativ – müssen immer wieder hinter Gitter

00:09:23: Ganz genau.

00:09:24: Ich muss immer wieder hinter Gitter, aber Gott sei Dank auf der richtigen Seite!

00:09:29: Ja ich bin Vorsitzender des Anstaltsbeirats, der JVA in Camden und den Memmingen.

00:09:36: Also von beiden Justizvollzugs-Anstaltbeiräten bin ich Vorsitzende und da bin ich Ansprechpartner für die Gefangenen Zum Einen aber natürlich auch für die Beamtinnen und Beamten, die da einen großartigen Job machen jeden Tag unter schwierigen Bedingungen.

00:09:54: Da müssen wir denen den Rücken stärken.

00:09:56: Das ist ganz, ganz wichtig und das ist eine sehr interessante Aufgabe die ich da über einen Landtag bekommen habe.

00:10:02: Ich wollte gerade sagen wie kommt man an diesen Posten oder für diesen Beiratsvorsitz?

00:10:09: Haben wir da jemand neu aus dem Allgäu?

00:10:11: Da wäre noch ein Pestle frei!

00:10:14: So kommt man zum Posten.

00:10:15: Lauft es da ab?

00:10:17: Ja so ungefähr.

00:10:18: also da hat man ja am Anfang der Legislaturperiode Aufgaben verteilt und dann hat man mich gebeten, das

00:10:26: zu machen.

00:10:27: Ich finde es eine ganz wichtige Funktion des Ausfluss noch der Gräueltaten im Dritten Reich wo man ja keine Kontrolle gehabt hat.

00:10:36: die haben er in den Gefängnissen gewütet.

00:10:39: Das geht ja nicht und deswegen hat man gesagt wir wollen dass die Legislative, dass die Vertreter des Volkes reingehen in die Anstalten und da nach dem Rechten schauen.

00:10:50: Und ich finde es ein ganz wichtig.

00:10:52: Aufgabe.

00:10:53: Es haben sie gesagt, Sie sind Ansprechpartner für die Insassen aber auch für die Beschäftigten dort.

00:11:00: Wie läuft so was ab wenn Sie das sind?

00:11:02: Also Sie... oder anders gefragt.

00:11:05: Welches Essen schmeckt besser in Kämmtendes oder in Memmingendes?

00:11:08: Oder haben die beide den gleichen Zulieferer?

00:11:10: Nein, das wird ja selber gekocht.

00:11:12: Da helfen auch die gefangenen Mette in der Küche Und das schmeckt sowohl in Kämmten als auch in Memmingen super.

00:11:20: Es ist so, dass wir immer noch den Anschlussbeiratssitzungen zum Essen eingeladen sind.

00:11:25: Wir kriegen genau das gleiche Essen wie die Gefangenen und wir dürfen es dann in ein Buch eintragen, wie es geschmeckt hat oder ob's ausreichend war und so ist auch eine Kontrollfunktion quasi beim Essen gegeben.

00:11:39: Das ist so wie bei The Taste.

00:11:41: Sie füllen das so körtlich aus, sie war das Aroma die Geschmacksexplosion.

00:11:47: Was ist ja Klassisches!

00:11:49: Gefängnisessen, sofern man das überhaupt so sagen kann.

00:11:53: Was gibt es denn da so zum Essen?

00:11:54: Hat das so Sipple, Hauptspeise oder Nachspeise?

00:11:57: Gibt's da auch Mineralwasser dazu und Kaffee danach?

00:12:00: Wie schaut so ein Mittagessen aus?

00:12:02: Ja klar gibt es ja Mineralwasser aber dann gibt es oft einen Salat.

00:12:07: Man kann sich einen Salad holen können.

00:12:08: also das ist schon eine ausgewogene Ernährung muss man wirklich sagen.

00:12:12: und der typisches Essen ist zb Spaghetti mit Spaghetti Bolognese, so was.

00:12:20: Das kann man auch gut in diesen riesigen Massen herstellen Und es schmeckt ja, und das ist gut.

00:12:27: Also ist zum Empfehlen natürlich nur als Besucher falls man damit essen kann.

00:12:32: aber mit welchen Nöten und mit Welchen Situationen werden sie konfrontiert?

00:12:37: Das Essen-Testen ist natürlich oder für Gutbefinden auf der einen Seite Aber mit welchem Anliegen?

00:12:44: sofern Insassen sich an Sie richten kommen die was wünschen die sich von der Politik oder von ihnen als Beiratsvorsitzender oder als beiratsmitglied?

00:12:56: Das sind ganz oft alltägliche Dinge, wie zum Beispiel die können ja da auch einkaufen.

00:13:02: Da kommt der Lieferant vom Einzelhandel und dann vermessen dir z.B.

00:13:06: ein Produkt Und dann kommen sie zum Beispiel zu mir und sagen kann man nicht das Produkt in die Liste aufnehmen Oder es gibt ja ganz bestimmte Duschzeiten und so weiter wo Sie sich dann eventuell Veränderungen erhoffen.

00:13:20: Und solche Dinge, mit solchen Dingen kommen die Gefangenen dann auf mich zu und da kann man dann oft mal im Kleinen was bewegen.

00:13:29: Zum Beispiel letztes Mal war es so dass jemand einfach mit der Familie telefonieren wollte und das haben wir noch hat ermöglicht zu bestimmten Zeiten weil die Frau berufszeitig war und solche Dinge kann man halt für die Gefangene einfach verbessern.

00:13:42: und ganz oft wollen sie auch das Gespräch mit mir Und das mache ich dann auch gerne, dass ich sage, hören wir das an und versuche nachher der Lösung herbeizuführen.

00:13:52: Alles kann man nicht erfüllen.

00:13:54: Ganz oft geht es ja darum, dass sie auf Rühre rauskommen.

00:13:57: Das kann ich nicht beeinflussen.

00:13:58: Dann geht's auch oft um Gnadengesuche.

00:14:00: Es gibt einen Katalog, der da erfüllt sein muss.

00:14:03: wenn man hat Gnaden gesucht, dann auch positiv verbescheiden soll.

00:14:07: Da sind mir natürlich dann öfter mal die Hände gebompten

00:14:11: Von der anderen Seite von den Beschäftigten, von den Angestellten in so einer JVA-Anstalt richten die sich auch an Sie und sagen ach das ist schön dass sie wieder da sind ich hätte mal irgendwas brennt man unter der Nägel.

00:14:25: Ja ganz klar es gibt ja auch einen Personalrat in den Anstalten Und der Personalrat sitzt immer mit am Tisch bei den Sitzungen des Beirats.

00:14:37: Da geht's natürlich darum um arbeitsrechtliche Dinge Auch Urlaubsplanungen und so weiter und so fort.

00:14:44: Aber natürlich geht es auch darum, dass man diesem Beamten-Tarifvertrag quasi die Menschen gut entlohnt – da muss ich schon sagen, sie halten für uns ja den Kopf hin!

00:14:57: Die Beamtinnen und Beamten in den Gefängnissen Und die Gehalter wachsen da nicht in den Hemmeln.

00:15:04: Jetzt muss ich dann nochmals nachhagen, in Sachen hinter schwedischen Gardinen sein.

00:15:10: Wie mulmig ist es da einem wenn man durch diese Schleuse geht?

00:15:14: Man kommt zwar als Besucher aber man gibt doch seine Freiheit für eine gewisse Zeit komplett auf.

00:15:22: Das stimmt, dass wenn man in das Gefängnis reingeht.

00:15:24: Das sind schon beklemmende Gefühle und man muss ja seinen Autoschlüsselabgäber einsparen weil man ja das als Fluchtfahrzeug verwenden könnte.

00:15:33: Man muss sein Handy abgeben weil die Gefangen damit Komplizen anrufen könnten.

00:15:38: alles wird eingespart und dann gibt man sich in die Hände der Bediensteten dort und das ist schon manchmal ein bekleimendes Gefühl.

00:15:46: also

00:15:46: immer wenn ich rauskomme aus dem Bau dann atme erst mal auf

00:15:51: Weil die müssen einen ja auch wieder rauslassen, gell?

00:15:54: Ganz klar.

00:15:55: Und ich möchte noch ein kleines Geschichte erzählen.

00:15:59: Ich hatte ein Gespräch mit einem Gefangenen und eine Woche später kam heraus dass der in seine Zahnbürste Arasierklinge ein quasi installiert hat.

00:16:10: Das sind natürlich gefährliche Waffen und da bin ich dann schon ins Nachdenken gekommen.

00:16:16: Da war Gott sei Dank jemand dabei bei dem Gespräch damals.

00:16:20: Boah, also ist auch gefährlich nur als Besucher reinzugehen.

00:16:24: Absolut

00:16:25: ja!

00:16:26: Mein Gast im Kaffeklatsch war schon mehrfach hinter Gittern.

00:16:31: Hält sich aber auch sehr gerne draußen in Grünen auf.

00:16:34: Herr Kodratzi sind auch im Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten so.

00:16:39: das ist eine ganze lange Begrifflichkeit Landschaftskennie verbunden weil sie auch was es Pflege kennen wir auch, aber nichtsdestotrotz für was ist der Landschaftspflegeverband zuständig?

00:16:52: Ja also das ist ein weiteres Ehrenamt von mir.

00:16:54: Ich bin Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands und das Ziel des Landschachtspflegeverbands ist es Flächen zu pflegen.

00:17:02: Also zum Meinen dann auch quasi wieder zu renaturieren.

00:17:08: Wir renaturierend z.B.

00:17:09: Moore.

00:17:09: Wir verlessen die Moore wieder.

00:17:12: ganz wichtig vom Klimaschutz Und das Tolle beim Landschaftsplägeverband ist, dass da die Landwirtschaft der Naturschutz und die politisch Verantwortlichen an einem Tisch sitzen.

00:17:24: Oft ist es ja gegeneinander in der

00:17:25: Landwirtschaft von

00:17:26: Naturschutzen...

00:17:27: Tricky mitunter!

00:17:28: ...und

00:17:28: ganz klar!

00:17:29: Da sucht man gemeinsam nach Lösungen für brachliegende Flächen im Oberallgäu.

00:17:34: Und das ist ja ganz wichtig für die Menschen hier und vor allem auch für den Tourismus, dass unsere Flächen gut gepflegt sind und dass sie nicht verbuschten und so wachsen.

00:17:45: Genau deswegen auch die Schumper oben ein Sommer über weil wenn die nämlich irgendwann einmal da nicht mehr da oben sind dann verbuscht das Ganze da oben und das sollte es nicht.

00:17:55: Deswegen ist ja auch die Alpwirtschaft dem Allgäuer so wichtig dass auch diese Flächen frei bleiben, das ja unser Marken kann.

00:18:04: Dass die Menschen, die zu uns kommen, diese wunderbaren Freiflächen sehen und sich dort aufhalten können – es ist aber doch so, dass manche Flächen ganz schwer von der Altwirtschaft zu pflegen sind der Landschaftspflegeverband ein und wir haben dann Trupps.

00:18:24: Das sind dann oft Landwirte, die das auch noch zusätzlich machen.

00:18:27: Es ist dann gut auf Nebenverdienst und so versuchen wir da unseren Beitrag zu

00:18:34: leisten.".

00:18:43: Moa zu renaturieren, das ist ja jetzt etwas wie mal schnell übers Wochenende wieder hinbiegen und hinbringen.

00:18:51: Da ist unten zum Beispiel Eui-Mittelberg des Seemos.

00:18:54: Das ist so ein Paradebeispiel vielleicht

00:18:56: wo man

00:18:57: das renaturiert hat, dass es sehr schön auch von den Stimmungen von den Jahreszeiten her.

00:19:03: sowas ist ja auch einmal renaturierd worden

00:19:06: Ganz genau.

00:19:07: Und da haben wir einige Flächen im Oberäger, die mir ganz bewusst wieder renaturieren, weil das war ja so dass die Landwirtschaft der Trennagen gelegt hat, dass man das sehr gut nutzen kann was ja zu dem Zeitpunkt auch richtig war und trotzdem das Moor ist ja noch da und wenn man es wieder vernässt sprich das Wasser dran im Moor drin lässt Dann bindet es unglaublich viel CO².

00:19:33: Das ist eine ganz wichtige Aufgabe des Landschaftspflegeverbandes.

00:19:35: und das haben wir einige Projekte im Oberallgäu, die wir da wieder renaturieren.

00:19:42: Gibt's da gerade irgendwo ein Moor wo man sagt okay, da ist man schon seit geraumer Zeit dabei?

00:19:47: Ja!

00:19:48: Es gibt Moor bei Rettenberg, bei Kanzek Und da geht es natürlich los, man muss mit den Grundeigentümern reden.

00:19:56: Da hat man früher ganz auf Torf abgebaut und deswegen sind das ganz schmale Streifen, wo es ganz viele Grundeigentümer gibt, oft mal Erbengemeinschaft, wo man gar noch mal richtig weiß wäre

00:20:08: als zuständig.

00:20:09: Ja

00:20:10: ja!

00:20:11: Das ist was Wichtigste, also das Einverständnis der Grundeigtümer einzuholen.

00:20:16: dann natürlich die Planung, da muss man ja genau Planen, wo muss man Wände setzen, dass das Wasser nicht mehr abfließt und so weiter.

00:20:25: Und da stand im letzten Schritt die Wiedervernessung dann zu vollziehen.

00:20:30: Das ist aber was der Teilbereich vom Landschaftspflegeverband?

00:20:33: Haben Sie Ihren grünen Daumen an sich?

00:20:35: Also sind Sie ein guter Hobbygärtner oder jemand, der gut Geranien vielleicht in so einem Form reinsetzen kann?

00:20:44: Nein.

00:20:44: Überhaupt nicht!

00:20:46: Ich bin da eigentlich dazu gekommen weil die Bürgermeister ja das finanzieren über ihre Beiträge der Landkreisfinanziertes Die Stadt Kempten und die Gemeinden Und als Bürgemeister bin ich da reinkommen Weil immer ein Bürgmeister oder ein politisch verantwortlicher den Vorsitz hat laut Satzung.

00:21:05: grünen Daumen habe ich nicht, aber mir macht es wirklich trotzdem Spaß wenn man sieht dass man was Gutes bewirken kann.

00:21:12: Jetzt hat ja der Landschaftspflegeverband Kempten Oberallgauer oder Oberallgoer-Kempten auch Rundesjubiläum – dreißig Jahre!

00:21:20: Das ist also auch eine ordentliche Zeit und da konnte ja auch einiges schon bewerkstelligt werden.

00:21:27: Ja, das ist eine lange Zeit.

00:21:28: Drei Jahrzehnte und da haben wir wirklich viele, viele Hektar im Oberallgäu gepflegt und in der Stadt kämmten Und wir haben natürlich auch ganz viele Fördermittel so ins Allgäue geholt.

00:21:39: Es gibt sehr gute Förderprogramme mit achtzig-neinzigprozentigen Förderungen.

00:21:45: Da holen mir jedes Jahr zwischen sechshunderttausend und achthundert tausend Euro an Fördermaitte ins Allgaeu.

00:21:53: Das ist ja auch ganz wichtig dass man das dann sinnvoll einsetzt.

00:21:56: Und wir feiern jetzt das Dreißigjährige und da machen wir einen ganz tollen Landschaftspflege-Tag am dreizehnten Juni in Unterjoch ab Mittags, also sind alle eingeladen auch zum Mittagessen.

00:22:08: später Kaffee und Kuchen, die Vereine von Unterjoch gestalten das.

00:22:12: Und da freue mich schon drauf!

00:22:14: Und was wird dann nochmal ein bisschen die Historie vom Verband auch dargestellt oder wie sich das entwickelt hat?

00:22:21: Auch von den Mitgliederzahlen und natürlich auch Beispiele wo man hat gut arbeiten können oder dass wieder renaturieren können?

00:22:30: Genau also beides.

00:22:31: wir stellen natürlich die Historia ein bissel dar.

00:22:35: Was waren die Anfänge Und wie hat sich das entwickelt?

00:22:38: Man hat ja ganz klein angefangen im Bergstädtgebiet und es hat sich immer weiter ausgebreitet.

00:22:44: Ich habe mit Lauben vor zwei Jahren die letzte Gemeinde dazukriegt, jetzt sind alle Oberäugelkommunen Mitglied finde ich super!

00:22:52: Also man zeigt, wie hat es sich entwickelt und man sieht aber auch in der Praxis wir die Landschaftspflegerfläche da bearbeiten.

00:23:02: In unmittelbarer Nähe kann man das noch einmal beobachten.

00:23:05: Also jeder darf kommen.

00:23:07: Jeder darf kommen, jeder ist herzlich eingeladen.

00:23:10: Sie sind ja immer drei Tage in München, Gerd-Dienstag mit Wartonnerstag und treffen nicht nur einmal in der Woche wahrscheinlich den Landesvater Markus Söder.

00:23:19: Wie riecht denn dir eigentlich?

00:23:22: Das kann ich Ihnen nicht sagen!

00:23:23: Ich habe noch nie am Ministerpräsidenten gerochen.

00:23:27: Ich stelle mal vor, er kommt in so einer Also in einem guten Parfüm, in so einer Parfümborgie weiß ich auch nicht wie da draufkommt.

00:23:33: Aber ich muss mal nachfragen weil sie sind ja direkt an der Quelle sozusagen.

00:23:38: und ist er so groß?

00:23:39: Wie man den empfindet?

00:23:41: Der ist schon

00:23:43: groß.

00:23:43: Da blickt man auf zum Landesvater!

00:23:48: Das mag er ja wenn man so ein bisschen von unten nach oben schaut.

00:23:52: Aber München gutes Stichwort, Petitionsausschuss haben Sie eingangs ja auch schon erwähnt.

00:23:57: Ein Ausschuss wo ebenfalls eigentlich wirklich jeder weiß was damit meint ist.

00:24:05: Wobei das eigentlich eine coole Geschichte ist weil jeder kann den nutzen oder irgendwas einbringen dass sie dann quasi in den Ausschuss

00:24:13: mitnehmen.

00:24:14: Genau, also ich finde es phänomenal.

00:24:16: Jede Bürgerin und jeder Bürger kann sich an den Bayerischen Landtag wenden wenn zum Beispiel man bei einem Amt nicht weiter kommt oder auch bescheid fehlerhaft ist und das aber nicht bei dem Amten berichtigen kann.

00:24:32: dann einfache Petition ganz vormlos einfacher schreiben an den Landtag möchte das Problem geklärt haben Und wir beschäftigen uns dann im Ausschuss mit diesem Thema Öffentlich, also da kann jeder dann auch zuhören.

00:24:47: Der Petent selber kommt im Ausschuss zu Wort der kann das noch mehr erläutern was seine Hintergründe sind und dann trefft man eine Entscheidung Und ganz oft können wir den Menschen helfen.

00:24:59: Ich sage nur ein Beispiel des Freibad von Althusried.

00:25:03: Das wird beheizt seit vier Jahrzehnten über dem Bach der da vorbeiläuft.

00:25:08: Den Bach entnehmen mir Wärme und so beheizen wir das Freibad.

00:25:13: Und jetzt hat jemand gesagt vom Wasserwirtschaftsamt, es geht nicht mehr weil der Ausfluss dann zu kalt ist

00:25:20: usw.,

00:25:22: und jetzt haben wir das über eine Petition hinbekommen dass diese Weimepompe die CO-neutral arbeitet und wirklich gut ist für den Klimaschutz dass die weiterbetrieben werden darf.

00:25:35: Und so haben wir schon auch vielen Privatpersonen, Gemeinden und Vereinen verbänden helfen können.

00:25:42: Also da kann jeder Allgäuer, der darf auch diese Möglichkeiten nutzen zu Wortzukommen.

00:25:48: also es ist ja möglich dann vor große Runde zu sprechen.

00:25:52: Genau, also das ist ja der Ausschuss und dann sind ja die Bediensteten da.

00:25:56: Und oft einmal die Presse wenn es eine ganz interessante Geschichte

00:25:59: ist.

00:26:00: Dann sind auch Fernsehkameras anwesend.

00:26:03: Jeder Allgäuer kann sich an den Petitionsausschuss wenden und über Petitionen aus dem Allgau freue ich mich ganz besonders.

00:26:12: Ist da noch ein bisschen Luft nach oben in Sachen Anträge oder Einreichungen?

00:26:17: Oder ist das Allgäusch immer wieder auf?

00:26:21: Also wir können uns insgesamt über die Arbeit nicht beschweren.

00:26:24: Wir behandeln an so einem Tag zwischen dreißig und fünfzig Petitionen, deswegen haben wir genug zu tun.

00:26:34: aber klar oft wissen das die Menschen gar nicht dass es ein Instrument gibt und ich finde das ist ja ganz wichtiges demokratisches Instrument.

00:26:43: Deswegen ist es auch schön, dass ich das heute mal sagen kann oder fürwerben kann.

00:26:48: Dass die Menschen sich aus dem Allgäu an den bayerischen Landtag wenden können.

00:26:52: Also muss ich mich da direkt per Mail an der Landtage wenden?

00:26:55: Oder weil man sie jetzt bei uns so gehört hat und denkt sich ach, das ist ja sympathisch!

00:27:01: Ich schreibe ihm jetzt also ihnen einfach eine Mail.

00:27:04: Natürlich kann man sich auch direkt an mich wenden, aber für eine offizielle Petition muss man unsere Landtagspräsidentin anschreiben.

00:27:12: Die Else Eigner

00:27:13: und die

00:27:14: gibt es noch weiter.

00:27:16: Und da haben das schon viele aus dem Allgäu gemacht?

00:27:18: Da haben wir schon einige gehabt, sehr interessante Sachen waren da mit dabei und

00:27:24: ich

00:27:25: kann nur dafür werben dass das jeder Auch in Anspruch nimmt dieses Recht.

00:27:31: Ihnen taugt München, gell?

00:27:32: Das gefällt ihnen!

00:27:34: Also vor allem weil sie ja da die Stimme des Allgäu's auch zum Großteil sind.

00:27:39: Lieber Münchner Weißwurst oder allgeuer Kässpatzen?

00:27:44: Zu welchem Teller greifen Sie Herr Konrad?

00:27:46: In München zu der WeißWürste und dem Allgänger natürlich zur Kässpazze Und die schmecken natürlich daheim am besten

00:27:53: Am Allerwesten, wenn es die Mama vielleicht noch macht oder die Frau macht.

00:27:57: Ist so ein Kässpatzen so ein traditionelles Essen?

00:28:00: was Sie auch immer wieder zu sich nehmen?

00:28:03: Ja ab und zu nicht allzu oft weil man natürlich mit dem Gewicht immer kämpft.

00:28:08: Wir sitzen ja unglaublich vielen auch im Parlament.

00:28:11: da sind sie teilweise zwölfstündige Sitzungen wo man dann halt so keinen Sport kommt.

00:28:17: darum muss das etwas Besonderes bleiben der Kässpaziteller Und die müssen natürlich auch richtig zubereitet sein.

00:28:24: Da gehört normal ein Weißlacker rein, dann schmeckt das ein besonderes.

00:28:28: Genau

00:28:28: dass der ein bisschen Aroma

00:28:30: hat!

00:28:31: Ich sage ganz lieben Dank fürs Dasein für den Einblick auch mal in den Bayerischen Landtag.

00:28:38: Vielen Dank und alles Gute

00:28:40: Ihnen auch.

00:28:41: vielen Dank.

00:28:41: Der Allgäu-Hit Kaffeeklatsch

00:28:43: wurde präsentiert von Den

00:28:45: Lebensgestaltern Stundenweise Zuwendung

00:28:48: statt getakteter Hektik.

00:28:50: Dein ambulanter Dienst im Allgäu

00:28:52: für Pflege und Betreuung

00:28:53: mit Zeit.

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