Im Gespräch mit Luitpold Titzler: Schutz für den Bergwald

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir mit Luitpold Titzler über die Herausforderungen und Chancen für die Bergwälder im Ober- und Westallgäu. Es geht um Klimawandel, Waldschutz und die Frage, wie unsere Wälder langfristig erhalten bleiben können.

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00:00:01: Der Allgäuhit Kaffee-Clutch wird präsentiert von den Lebensgestaltern.

00:00:06: Stundenweise Zuwendung statt getakteter Hektik, dein ambulanter Dienst im Allgau für Pflege und Betreuung mit Zeit!

00:00:15: Ein herzliches Grüß.

00:00:16: Gott geht heute an Leutpold Titzler hier aus dem Allgäusch.

00:00:21: Schöne dass Sie da sind.

00:00:23: Herzlich willkommen bei mir.

00:00:24: Ja schönen guten

00:00:25: Morgen.

00:00:26: Es muss man natürlich noch

00:00:27: paar

00:00:27: Eckdaten oder einen Zaun um sie rummachen, in welchem Kontext die da sind.

00:00:33: Ich sage mal so viel, Sie sind viel draußen in der Natur.

00:00:37: Sie sind zuständig für ganz viele Flächen hier bei uns im Allgäu und es geht zum Großteil Um- und Überbäume.

00:00:46: Das trifft's relativ gut!

00:00:49: Ich bin Förster bei der Bayerischen Forsterwaltung dort in einer leitenden Funktion vor allem im Bereich Bergwaldoffensive und Schutzwaldmanagement tätigen.

00:00:58: Was das ganz genau ist, das erzählen Sie uns gleich hier.

00:01:03: Wir müssen jetzt echt erst einmal klären.

00:01:06: Sie haben das Eingangs schon gesagt sie haben mehrere Funktionen, sie betreuen mehrere Reiche und koordinieren was.

00:01:16: Das müssen wir ein bisschen genauer aufschlüsseln.

00:01:20: In einer Kategorie passen sie nicht rein, Herr Tietzler.

00:01:24: Noch mal vom Berufsfeld hier.

00:01:26: oder was betreuen Sie?

00:01:28: Wen unterstützen Sie?

00:01:29: Wo haben Sie ein super wachsames Auge drauf?

00:01:33: Vom Grundsatz sind wir für das gesamte Oberallgäufer die Stadt Camden und den Langkreis Lindau zuständig.

00:01:40: Unsere Mitarbeiter beraten alle Waldbesitzer, die wir haben.

00:01:43: Das sind ungefähr dreiunddreißig Tausend in unserem Bereich.

00:01:46: Wahnsinn!

00:01:47: Mit der Bergwald-Offensive haben wir zusätzlich Mitarbeiter, die ein bisschen mehr Manpower in die Fläche bringen.

00:01:52: Aber da können wir nachher noch darüber sprechen.

00:01:54: und die Schutzwahl Sanierung ist Programm.

00:01:58: also wenn Schutzwelter durch Umweltereignisse, durch Überalterung ihre Funktion nicht mehr erfüllen dann ist unsere Aufgabe diese Wälder wieder den Schuss zu bringen

00:02:07: Also zu reparieren im weitesten Sinne Schutzwald, was ist ein Schutzwald?

00:02:15: Oder welche Fläche bezeichne ich eventuell als Schutzwald.

00:02:19: Also der Schutzwald.

00:02:20: für die Begrifflichkeit schützt er uns, die Bevölkerung unsere Infrastruktur und unsere Häuserwohnungen vor Natur gefahren.

00:02:30: Der Schutzwald kann natürlich nicht alle Naturgefahren abdecken aber letztlich wenn ein Wald den Menschen vor Naturgefahren schützt, ist der Schutzwald.

00:02:38: Vorstellen kann man sich es wenn wir über fünf und dreißig Grad Hangneigung sind dann sind wir im Bereich Schutzwald.

00:02:44: oder wenn wir Steinschlag, Lawinen das Offensichtliche?

00:02:48: Ah ja!

00:02:49: Und vom Baum bestand.

00:02:51: in so einem Schutzwald ist es immer einheitlich, sind es Fichten weil das ist wohl der Baum der schon also halt am längsten hier irgendwie gepflanzt oder angepflanzt aufgeforstet worden was sich da ja ein bisschen ändert, aber primär fichten.

00:03:07: Sehr unterschiedlich!

00:03:09: Die Schutzwelte die wir haben sind so vielfältig wie unsere Waldbesitzer.

00:03:13: Wir haben natürlich viele Fichte und das gehört ein Stück weit auch zu unserem Naturraum.

00:03:17: Die Fichte ist ein Baumart des Hochgeberges.

00:03:19: Aber dann kommt die Buche dazu der Bergahorn, die Weisthanne.

00:03:22: also wenn man eine Sammelsur immer an Baumarten und jeder Schutz sollt ist tatsächlich auch anders.

00:03:27: Jetzt haben sie gesagt, Sie beraten und unterstützen auch private Waldbesitzer.

00:03:34: In welcher Hinsicht?

00:03:35: Auch in Hinsichten Sachen Borkenkäfer befallen oder dass man vorzeitig guckt hey da ist eine Fichte.

00:03:43: Da ist schon jemand am Knabbern, da habe ich unten dieses rot-braune Pulver schon liegen.

00:03:47: die Fichte muss raus markiert und dann wird sie geholt.

00:03:51: Solche Sachen auch?

00:03:52: Also das ist Teil unserer Arbeit.

00:03:54: Aber die Beratung richtet sich insgesamt darum, den Wald zu verbessern und stabilisieren und auf die Herausforderungen im Klimawandel vorzubereiten.

00:04:03: Da gehört alles dazu!

00:04:04: Klimawandel hört man zumindest.

00:04:06: aber in diesem Kontext, wenn man aufforstet und neu pflanzt dann guckt man das es Mischkulturen sind.

00:04:13: Also gerade Wälder, dass eben auch die Laubbäume drin sind.

00:04:17: Das hat ja alles auch Grund.

00:04:18: Die einen sind ein bisschen mehr Flachwurzler, die anderen gehen ein bisschen tiefer in den Boden, schützt ja auch dem Boden vor... Wenn ihr Fichte umfällt, man hat das sehr oft schon gesehen, reißt der manchmal richtig einen guten Teil vom Waldboden mit raus.

00:04:33: Auch das stimmt.

00:04:34: Die verschiedenen Wurzelsysteme der Baumarten stabilisieren im Boden wesentlich besser, die Wälder werden durch die Mischung, durch die Heterogenität einfach stabiler.

00:04:44: Ein riesengroßer Vorteil vom Mischwald ist aber auch wenn eine Baumart ausfällt durch ein Schädling Dann haben wir noch andere Bäume auf der Fläche stehen.

00:04:55: Und

00:04:55: Bergwald Offensive?

00:04:57: Vielleicht... Wir haben kurz davor also bevor es losgegangen ist habe ich ja auch jemanden.

00:05:01: Bergwald Offensive, das hört sich so an.

00:05:04: Es ist aber gar nichts!

00:05:08: Nein, das soll es nicht sein mit der Offensive.

00:05:12: Da versucht man wirklich mit viel Manpower und zusätzlichen Mitteln im Waldumbau gerade in Bergwald schneller voranzukommen

00:05:21: Und da gibt's auch Fördergelder oder Förderprojekte?

00:05:24: Auch vom Freistaat Bayern hat man das ja doch schon seit etlichen oder vor etlichen Jahren einmal angelegt oder aufgemacht.

00:05:30: diesen Topf

00:05:31: Genau, also die Bergwald-Affensive gibt es seit dem Jahr zwei Tausend Acht.

00:05:35: Wir bedienen uns über den Bergwaldoffensive relativ oft bei den regulären Waldbauligen Förderprogrammen.

00:05:41: aber mit der Bergwald Offensive haben wir ein gewisses zusätzliches Haushaltsmittel.

00:05:45: Wir haben schon mitbekommen.

00:05:46: Sie sind in einem Beruf der natürlich viel Kenntnis von Natur und von der Region von den geografischen Gegebenheiten auch vom Allgäu ab verlangt.

00:05:56: In Anfangs zeigen sie Sonderbauerallgäuer?

00:05:59: Genau ich bin in Oberstaff auf die Welt gekommen und dort auch aufgewachsen?

00:06:03: Ah ja, da ist natürlich viel Grün um einen rum.

00:06:06: Und irgendwo Ende Gelände, da kommen sie die Alpen das Nebelhorn und wenn ich raus will muss ich rückwärts wieder rausfahren.

00:06:12: Aber so diese Liebe dieses Gespür vielleicht für Natur, für viel frische Luft, für Pflanzen, für Tiere.

00:06:22: haben Sie dieses Interesse schon immer gehabt oder sind Sie eventuell in einer Familie aufgewachsen, die viel draußen im Grün war?

00:06:29: Das kann man so sagen.

00:06:30: Also mein Vater war auch schon ein Förster?

00:06:32: Ach ja,

00:06:33: den technisch vorbelastet!

00:06:35: Daher waren wir immer draußen.

00:06:37: Wir waren viel in den Bergen unterwegs, wir waren im Urlaub auch immer in der Natur und später kam dann der Sport dazu.

00:06:44: Ich war Skilangläufer da auf sehr viel mit dem Natur draußen und so kam halt eines zum anderen.

00:06:51: Aber die tolle Kombination und irgendwo auch cool dass nicht nur die Leidenschaft oder so wie man halt auch aufgewachsen ist das was man von daheim mitbekommt dann tatsächlich mal beruflich ausüben kann?

00:07:02: Das stimmt wobei ich das so nicht von Anfang an auf dem Plan hatte.

00:07:07: Ich war mir einfach nicht sicher, was ich studieren soll nach einem Abitur und habe dann auch damals schon bei der Fachstelle Schutzhalt Management ein freiwilliges ökologisches Jahr gemacht, das mich in der Folge dazu gebracht hat, dann wirklich fast Wissenschaften zu studieren und den Beruf anzunehmen.

00:07:23: Wo kann man diesen Studiengang absolvieren?

00:07:26: Wo muss man da hin?

00:07:27: Da gibt es verschiedene Hochschulen... In Freising studiert an der Technischen Universität München.

00:07:33: Waren Sie dann, bevor das ist eigentlich auch ein Glücksfall?

00:07:37: Dass sie quasi dort arbeiten wo sie herkommen?

00:07:40: Für mich persönlich auf jeden Fall!

00:07:42: Ich habe verschiedene Stationen gehabt und beruflich aber jetzt war es stückweit Heimkehr und ja ich kann dort arbeiten, wo letztlich auch meine berufliche Karriere irgendwo begonnen hat.

00:07:53: Ja, das ist eigentlich auch ein schöner Kreis.

00:07:56: Also es ist so ein Kreis der sich da wieder geschlossen hat.

00:07:59: Hat natürlich super viel Vorteile!

00:08:01: Ich meine ich habe wenig Anfahrtsweg oder relativ überschaubare Anfahrten zur Arbeitsstelle.

00:08:07: Kennt ja irgendwo schon die Wälder oder die Region zumindest fast so gut wie meine besten Tasche wenn man aufwachsen ist.

00:08:14: Zumindest sagen einem die Orte irgendwas und das finde ich richtig schön.

00:08:19: also sie haben da auch ihren Platz gefunden

00:08:22: Das trifft es ziemlich genau.

00:08:25: Was ist dann Heimat für Sie, wenn ich sie mal von der anderen Seite kitzel?

00:08:30: Heimat ist natürlich die Familie aber auch Freundeskreis.

00:08:35: und klar, wenn man in einer Region wie dem Allgäu aufwächst, die Berge, die Natur zählen für mich zu Heimat.

00:08:42: Jetzt muss ich da auf diese Bergwald-Offensive noch einmal gehen.

00:08:45: Da gab's ja irgendwo ein Starterprojekt hier bei uns im Allgäusch.

00:08:52: dieses Projekt auch vom Freistaat irgendwo aufgelegt worden oder dieser Topf aufgemacht wurden.

00:08:58: Da haben wir Geld bereit dafür gestellt, was ist der first Broject hier im Eibar gewesen?

00:09:03: Das erste Projekt war tatsächlich um Gründen sehr prägnant in der Landschaft.

00:09:10: Hoher Waldumbaubedarf die Schäden am Bug bei Gehörnler sind denke ich eben allgo ja auch bekannt.

00:09:16: das war so das Auftaktprojekt der Bergwald.

00:09:18: Offiziebe

00:09:20: Muss man natürlich als Amt hier für Landwirtschaft und Forsten aktiv werden, uns sagen hey Münchner we need Kohle.

00:09:29: Und Manpower!

00:09:30: Ja das war also die Bergwald-offensivische Stück weit auch im Allgäu mit entstanden.

00:09:38: Den Klimawandel damals aufgegriffen hat gesagt in den Bergen wirkt sich der einfach stärker aus.

00:09:45: Wir brauchen da zusätzliche Haushaltsmittel, zusätzliches Personal.

00:09:50: Und damals war die Bergwald-Offensive als zwei-, dreijähriges Projekt angelegt und man hat relativ schnell erkannt – die Wälder wachsen langsam bei uns!

00:09:59: Man muss dieses Projekt verlängern was dann Gott sei Dank auch geglückt ist.

00:10:04: Das heißt, die Wälter wachsen langsamer.

00:10:06: bei uns liegt natürlich an der Baumart.

00:10:11: So eine Fichte braucht halt nun mal ein bisschen Durchmesser von keine Ahnung, vierzig-fünfzig Zentimeter

00:10:17: hat?

00:10:18: Ja es liegt tatsächlich eher noch an der Physiologie der Pflanze.

00:10:23: Also jede Pflanzen braucht Wasser, jede Pflanze braucht Nährstoffe und jede Pflanzen braucht Wärme und Licht.

00:10:28: Und das ist bei uns in den Bergen einfach von der Temperatur niedriger als im Frankischen, im Bayerischen Wald.

00:10:36: Diese verzögerte Temperatur führt letztlich dazu dass die Bäume ein bisschen langsamer wachsen.

00:10:44: Und natürlich, die Bäume erfüchten wir ganz anders die Erbuche.

00:10:48: Tanne wächst anders wie ein Bergerhorn und so muss man letztlich auch mit dem was die Natur bietet stückweit spielen... ...und damit umgehen, ja?

00:10:55: mmh!

00:10:58: In den Jahren des Jahrhunderts ist das schon abgeschlossen, wenn ja wie viele Bäume, sobald man das überhaupt noch sagen kann sind da über welchen Zeitraum gepflanzt worden?

00:11:13: Also die genaue Zahl habe ich nicht im Kopf.

00:11:16: Wir sind mit der Bergwald-Offensive weit über hunderttausend Bäumen, die wir replanzt haben.

00:11:22: Das Projekte Begründen haben wir tatsächlich abgeschlossen.

00:11:25: Wir haben jetzt am Freitag die Abschlussveranstaltung weil wir letztlich auch dort mit den Arbeiten vorangekommen sind.

00:11:35: Klar der Waldumbau ist nicht abgeschlossen aber wir müssen unser Personal letztlich dort auch einsetzen wo sie effizient sind und wo noch weitere Bedarf

00:11:42: besteht.

00:11:43: Allein die Zahl, wir haben Pimal Daumen.

00:11:45: Einhunderttausend Flänzchen Bäumchen gesetztes ist händisch Handmade?

00:11:52: Überwiegend Handmade.

00:11:53: ja klar Die die Planzung im Wald funktioniert oft nicht mit Maschinen.

00:11:57: Unwegsames Gelände Wurzeln der richtige Plansort Die zahl die die Waldbesitze umsetzen die ist weit ausgrößer.

00:12:05: also das ist ja nur das was wir in der Bergwald-Authose bemachen Was da dokumentiert?

00:12:08: Aber dreißig tausend Waldbesitzer auf forty-fünfundsechzig, tausend Hektarme insgesamt.

00:12:14: Fünfundvierzig sind privat.

00:12:16: Da passiert viel

00:12:17: mehr.

00:12:17: Heute unser Gast Leutpold titzelt zuständig unter anderem für die Bergwaldoffensive.

00:12:24: und wie hieß das mit dem Management?

00:12:29: Schutzwaldmanagement Ganz genau!

00:12:32: Haben Sie ein Lieblingsbaum wenn sie spazieren gehen vielleicht auch beruflich natürlich.

00:12:36: viele im Wald unterwegs sind.

00:12:38: Gibt es da ein Baum oder eine Pflanze, wo Sie sagen, mein Favorite?

00:12:44: Die Antwort wird wahrscheinlich jeder Förster geben.

00:12:47: Die Weis-Tanne ist mein absoluter Lieblingsbaum bei uns mittlerweile selten geworden.

00:12:54: Wollte ich gerade sagen!

00:12:55: Trotz

00:12:55: dem unfassbar wichtig für die Welt und unsere Region.

00:12:59: typisch den Baum mag ich Sieht man

00:13:02: aber so, ich überleg gerade wie die Weißtanne ausschaut im Unterschied zu einer Fichte.

00:13:06: Die Fichte hat andere Nadeln und eine andere Farbe in anderen Stamm.

00:13:09: Ist die Weißtanne flach oder

00:13:12: tiefwurzler?

00:13:13: Tiefwurzel stabilisiert den Boden sehr gut.

00:13:17: Es ist vom äußeren Eindruck nicht so einfach zu unterscheiden von der Fichte.

00:13:20: sie wirkt ein bisschen dunkler.

00:13:23: Der Stamm wirkt etwas heller.

00:13:24: Das Holz ist vielseitig einsetzbar als das Fichtenholz.

00:13:29: Und die Nadeln haben sich schon angesprochen.

00:13:31: Fichte Tannen, das haben wir gerade schon so ein bisschen gegenüber gesetzt.

00:13:35: Farbe Wurzel!

00:13:36: Das ist eigentlich so'n Hauptgrund.

00:13:38: Warum gibt's denn bei uns im Allgäu mehrheitlich Fichten und nicht Tannen?

00:13:43: Ja es hat unterschiedliche Hintergründe.

00:13:46: viel liegt tatsächlich in der Geschichte Reparationszahlungen nach den großen Kriegen

00:13:54: auch

00:13:54: die Erzgewinnung am Gründen hat eine Rolle gespielt also das Waldbild Vielfach ein geschichtlichen Hintergrund.

00:14:02: Die Fichte wächst auf der Freifläche sehr gut, während die Tanne im geschlossenen Bestand zurechtkommt.

00:14:07: Früher hat man oft im Kahlschlag gearbeitet wo man heute Gott sei Dank weg ist weil das weder für den Boden noch für das Landschaftsbild gut ist.

00:14:15: aber auf der freiflächer hat die Fichte funktioniert.

00:14:18: Ist die Tane ein Teamplayer?

00:14:19: Mehr ein Teamplay und die Ficht ist so'n Ego!

00:14:23: Ja könnte man so sagen

00:14:26: Es war ein großer Schmackert, aber weiss ich gesagt habe in der Dichte oder die Tanne ist da Vorteil.

00:14:34: Ist doch eigentlich von der Tanne dann?

00:14:36: Ich meine sie haben vorhin von dieser Pfahlwurzel gesprochen und eine Fichte ist ein Flachwurzler.

00:14:41: Eigentlich doch man müsste mehr Tannen anpflanzen.

00:14:45: Ist das auch so dass man im Rahmen Schutzwald, im Rahmen Bergwald Offensive mehr Tannen neu pflanzt?

00:14:53: oder natürlich auch Mischwaldbuche etc.

00:14:56: Oder die Fichten schon noch?

00:14:57: Also, die Durchwurzelung vom Boden ist der eine Punkt.

00:15:00: Ich sage mal flachwurzler Fichte, tiefwurzerer Tanne wenn ich dann noch einen Zwischenbaum, also einer wie die Buche ergänze den Zwischenraum noch durchwürzelt.

00:15:12: Dann ist der Boden an sich gut, gut durchwuerzelt.

00:15:15: Die Vielfalt macht es!

00:15:16: Auch in Geschichte, welche Pflanzenbäume.

00:15:20: ich mache eben diese Mischung der Würzel.

00:15:22: Weil jeder braucht irgendwie Wasser.

00:15:25: Die einen brauchen es und holen sie von ganz unten weil die Pflanze braucht genauso viel Wasser wie wir als Mensch.

00:15:30: und ohne Wasser vertrocknen wir, vertrocknet aber auch der Baum Und dann sieht man das natürlich auch an den Wäldern wenn

00:15:39: Genau.

00:15:39: Und das ist ein Grund, warum wir hier in der Bergwald-Aufensive und insgesamt im Waldumbau sehr stark auf die Tanne setzen um eben diese tiefen Wasserschichten zu erschließen.

00:15:48: Ein weiterer Vorteil der Tanne ist einfach dass sie mit wärmeren Bedingungen besser zurechtkommt als die Fichte.

00:15:57: Man letztlich auch im Klimawandel wo es ja wärmer wird dann einfacher Baumart hat die die besser mit diesen neuen Bedingung zur recht kommt Als die Fichte war.

00:16:07: es aber nicht heißt, dass wir die Fichtel nicht mehr brauchen oder nicht mehr wollen.

00:16:11: Letztlich die Mischung

00:16:12: macht's.

00:16:13: Das ist eigentlich so wie wenn ich jetzt ein Grashalm oder.

00:16:18: diese Graspflanze hat ja nur kurze Wurzeln und der Schattenrasen hat vielleicht ein bisschen längere Wurzel und ist resistente eben auch für trockene Phasen- oder trockenne Perioden.

00:16:29: Die wäre ja immer mehr oder vielleicht gefühlt auch immer mal länger am Stück haben.

00:16:34: Klimawandel haben Sie gerade schon angesprochen.

00:16:35: und der Berg, am Berg merkt man es als

00:16:39: erstes?

00:16:40: Da merkt Man es als Erstes.

00:16:41: und ein Faktor der halt noch für den Mischwald spricht.

00:16:44: also man muss ja nur rausgehen wenn man rein an Pfichtenwald unterwegs ist.

00:16:49: das Klima des Wald-Innenklima das Spezielle ist sein eigenes Klima.

00:16:54: und wenn ich in einem gesunden gemischten strukturierten Wald bin vielschichtig.

00:16:59: verschiedene Baumarten probiert das aus.

00:17:03: Es fühlt sich kühler, entspannter und angenehmer an.

00:17:07: Und so geht es den Bäumen letztlich auch.

00:17:10: In so einem Mischwald riecht's mitunter ein bisschen feuchter nach feuchten Waldbroten.

00:17:15: Jeder kennt das irgendwie?

00:17:16: So nach dem Regen oder als das Moos sind die regentropfen Pälchen noch drauf.

00:17:21: Man nimmt mal eine frische Prise.

00:17:23: Das riechst

00:17:24: anders raus in die Natur.

00:17:26: Ein kleiner Tipp von Ihnen!

00:17:28: Immer immer Wir haben vorhin auch schon darüber gesprochen, eben dieses Mischwald Konzept hat ja auch mit Fug und Recht wird das umgesetzt.

00:17:38: Gerade wenn reine Fichtenwälder sind gibt es natürlich noch viele.

00:17:41: Sie haben gesagt, dass ist mitunter auch historisch bedingt welche Sachen da alles so in den letzten Jahrhunderten passiert.

00:17:48: Und natürlich, wenn ich eine große Fläche von einer gleichen Pflanze habe und da hab' ich einmal halt irgendwo wie soll ich sagen ne Krankheit drin?

00:17:55: Es ist ein Kahlschlag.

00:17:56: Es war Sturm etc.

00:17:59: Wie guckt denn oder wie steht denn der Allgäuer Wald da in Sachen Gesundheit?

00:18:05: Pauschalen nicht so zu beantworten.

00:18:07: Ich sage mal im Vergleich zur anderen Bereiche.

00:18:09: Jeder kennt diese großen Boltenkäferflächen vom Jahr zwei tausend achtzehn, zwanzig in Mitteldeutschland.

00:18:14: Davon sind wir weit weg.

00:18:18: Vorhin über die kühleren Temperaturen, die spielen uns da ein bisschen in den Karten.

00:18:22: Wir haben auch das Glück dass es im Allgäu nach wie vor viel regnet und wir insgesamt übers Jahr verteilt viel Wasser da haben.

00:18:30: Das führt dazu, dass es dem Wäldern feldnismäßig gut geht bei uns noch.

00:18:35: Wie sich das zukünftig entwickelt weiß ich nicht.

00:18:37: kann natürlich immer sein, dass der eine oder andere Waldbestand im Moment schon leidet aber so übers Allgau verteilt könnte man sagen die Wälden denen geht's noch gut.

00:18:50: Wir wissen nicht, was das Klima genau bringt.

00:18:54: Wir können nur versuchen jetzt schon zu reagieren um nicht den offenen Messer zu laufen.

00:19:00: Schutzwald-Maßnahmen haben wir auf der einen Seite oder das ist ein Bereich von ihnen aber auch die Beratung.

00:19:07: Die Beratung hat einen großen Stellenwert und wir haben die Zahl der Dreiunddreißigtausende in dieser Stunde schon ein paar Mal erwähnt, weil so viele Waldbesitzer gibt es hier in der Region.

00:19:17: Jeder hat natürlich seinen eigenen Blick für sein Stück Wald, für seine Viertelhektar Wald Und die Mischung macht's auch darüber, haben wir schon gesprochen.

00:19:27: Aber die Beratungen ist ganz wichtig vor allem mit dem Blick nach vorn in die Zukunft.

00:19:34: was wäre wenn?

00:19:35: Genau?

00:19:36: also wir haben, wie erwähnt, dreiunddreißigtausend private Waldbesitzer.

00:19:40: Jeder hat seine eigene Vorstellung über den Wald die jeder hat an anderen Wald.

00:19:45: Die Welter schauen unterschiedlich aus.

00:19:49: Die Revierförster von uns, die stehen immer jederzeit zur Beratung zur Verfügung und man versucht den Waldbesitzern wirklich auch zu beraten Gemeinwohl orientiert zu beraden.

00:20:00: was ist für ihn?

00:20:01: Für seinen Wald aber damit auch für die Bevölkerung das Beste

00:20:05: Und das ist es gerade, sie sind quasi eine neutrale Beratung.

00:20:10: Weil eben nicht wirtschaftlich orientiert sondern wirklich fürs Gemeinwohl für genau dieses individuelle Stück Waldstück mit dem Blick aufs Gesamte.

00:20:19: Genau

00:20:19: also vorerst in der Bayerischen Forstverwaltung haben wir keinerlei wirtschaftlichen Interessen.

00:20:25: Unser Interesse ist die Welt ja insgesamt auf die Herausforderungen vorzubereiten.

00:20:29: Die wirtschaftliche Entscheidungen muss der Waldbesitzer Versicht treffen.

00:20:33: Wir können nur raten, was letztlich für den Wald für ihn aus unserer Sicht das Beste wäre.

00:20:40: Und wie gesagt, das wirtschaftliche Thema, das schneiden wir da nicht an.

00:20:43: Werden Sie oder kommen viele und nehmen diese Beratungsmöglichkeit auch

00:20:47: an?

00:20:48: Ja also wir differenzieren immer machen wir ein Angebot in beratungsangebot oder reagieren die auf die Nachfrage und die nachfrage ist sehr hoch.

00:20:58: Die wird denke ich auch weiter hoch bleiben.

00:21:02: Also das Interesse der Waldbesitzer an ihrem Wald ist hoch und das ist auch gut so.

00:21:08: Weil es gehört einem ja, man sollte... also wenn man was selber besitzt, man pflegt's ja auch.

00:21:14: Ja,

00:21:16: die verschiedenen Interessen Holzernte, die Wirtschaftlichkeit, auch den Waldnaturschutz sind alles berechtigte Themen, die man da draußen einfach am Objekt besprechen kann und muss.

00:21:28: Und dann machen wir einen Vorschlag und der Wald-Besitzer entscheidet was er macht.

00:21:32: Also da ist wahrscheinlich auch immer eine Begehung mit dabei.

00:21:36: Sehr, sehr oft ja klar!

00:21:37: Ja, ich muss das in der Natur rein, im wahrsten Sinne des Wortes die Bauwelt natürlich.

00:21:40: Wir können

00:21:41: sehr viel an Bilder nachlesen aber die beste Diskussionsgrundlage ist der Wald

00:21:45: für uns.

00:21:46: Gibt es irgendwie eine Frage, die immer wieder auftaucht?

00:21:49: Ganz egal wer so eine Beratung einen Anspruch nimmt geht nicht weil zu individuell?

00:21:53: Ja

00:21:54: kann man so sagen.

00:21:55: also pauschale Frage die kommt immer, die kenne ich

00:21:58: nicht.

00:21:58: Jetzt haben wir nur gesagt diese Schutzwald.

00:22:03: Man hat den Klimawandel auf der Seite, der spielt rein die Bodengegebenheiten.

00:22:08: wie wird das Sommer?

00:22:08: Wie wird da Winter?

00:22:09: Wird es kalt?

00:22:10: Wärts heiß?

00:22:10: Alles wird ja irgendwo mit rein berechnet und dann gibt's... ich nenns jetzt einfach mal so Versuchsflächen, Versuchsstationschen, wie die Kombination aus unterschiedlichen Gehölzen funktionieren

00:22:23: kann.

00:22:24: Ja!

00:22:24: Wir haben da verschiedenste Baumarten.

00:22:27: in Bayern gibt es, glaube ich, thirty- acht heimische Baumarten.

00:22:31: Die sind erprobt mit unseren Bedingungen die sind oft auch angepasst an die künftigen Bedingung und trotzdem wissen wir nicht wie trocken wie warm es wirklich wird.

00:22:39: Und es gibt dann Praxisversuche dass wir mal mit Waldbesitzern unter kontrollierten Bedingionen auch mal fremdländische Baumart einfach ausprobieren.

00:22:48: Wir brauchen den Wald auch in der Zukunft und wir brauchen Baumarten die mit den Bedingungserecht kommen.

00:22:54: Wir wollen nicht, dass man jetzt mit Experimenten die Wälder flutet.

00:22:58: Sondern erst einmal auf kleiner Flächen kontrolliert beobachten funktioniert.

00:23:03: Die Zeder funktioniert eine kalabrische Tanne oder spanische Tanne.

00:23:09: und wenn sich das bewährt dann haben wir neue Baumarten, die vielleicht die Achtunddreißig bayerischen Baumarten ergänzen.

00:23:16: Und wie viele Baumarten gibt es hier im Allgäu-Wald?

00:23:20: Sind das auch die Achtunddreißig oder fokussiert auf fünf Zinner, finden wir immer.

00:23:25: In der Theorie – also ich habe es auch schon erwähnt – jeder Baum hat andere Ansprüche an Wärme und Niederschlag, an den Nährstoffversorgen.

00:23:34: Eine Elbsbäre ist eine sehr wärmeliebene Baumart, die kommt dem Fränkischen super zurecht bei uns in wärmetbegünstigten Bereichen.

00:23:41: Lindau kann die mal funktionieren.

00:23:44: Die Traumarche, die ist zum Beispiel in Oberstorff schon eher an der Kapazitätsgrenze weil es ihr dort noch zu kalt ist.

00:23:53: Was kann ich Ihnen für die Zukunft wünschen?

00:23:56: Jedes Jahr ein Baum pflanzen privat.

00:23:59: In meinen beruflich betreuen sie Pflanzungen natürlich in anderen Dimensionen im wehrstelligen Bereich.

00:24:07: Also was ich mir tatsächlich wünscht würde wäre wenn die Allgäuer einfach auch hohes Interesse am Wald haben, wenn sie den Wald jetzt nicht nur als Kulisse wahrnehmen sondern letztlich schon auch die Bedeutung am Wald kennen und auch ein Stück weit Respekt zeigen für diejenigen diese Welt der Bewirtschaften.

00:24:26: Und damit auch jedem von uns ein bisschen was Gutes tun.

00:24:30: Respekt!

00:24:31: Ich glaube das ist das Respekt vor der Natur und auch vor den Pflanzen und die anderen Pflanzen, die dann wachsen ist alles ein System, alles ein Kreislauf.

00:24:42: Ein Kreislauf und

00:24:43: den Faktor

00:24:44: Mensch bewirtschaftet dürfen wir da nicht vergessen.

00:24:47: Vielen Dank fürs Dasein!

00:25:01: Gerne.

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