Hans Piesbergen im AllgäuHIT-Kaffeeklatsch: Von der Bühne ins echte Leben

Shownotes

Der Schauspieler und Regisseur Hans Piesbergen war zu Gast beim AllgäuHIT-Kaffeeklatsch – und hat spannende Einblicke in seine Karriere, seine Leidenschaft für das Theater und seine neuesten Projekte gegeben. Im Gespräch erzählt er, was ihn antreibt, welche Momente ihn besonders geprägt haben und warum das Allgäu für ihn ein besonderer Ort ist.

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00:00:02: Gesund und vital durch den Tag.

00:00:04: Der Allgäuchelt-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke Kempten und Pur Natur, weil Gesundheit bei der Ernährung

00:00:11: beginnt.

00:00:13: Herzlich willkommen zum ersten Kaffee-Clutch Hans-Piesbergen.

00:00:16: Schönen guten Morgen.

00:00:18: Vielleicht mit drei Worten zu deinem Beruf?

00:00:21: Einer reicht gar nicht,

00:00:22: gell?

00:00:23: Einer reicht nicht, nein.

00:00:23: Aber hauptsächlich bin ich Schauspieler.

00:00:27: Und dann führe ich auch teilweise im Theater Regie, mache dramaturgische Aufgaben, sprich Stück Einrichtungen und so.

00:00:36: Ja, aber hauptsächlich Schauspieler.

00:00:38: Und zwar hier in Campen am

00:00:40: Tick.

00:00:40: Hier in Campen am Tick Theater in Campen,

00:00:42: ja.

00:00:42: Wir haben mit, wir kommen Schauspieler, Regisseur, auch Intendant-Creator, oder?

00:00:48: Ja, Intendant nicht.

00:00:49: Intendant nicht, aber Schauspieler.

00:00:52: Ja, schönes Wort.

00:00:53: Ist ein schönes Wort.

00:00:54: Passt aber in die Materie Bretter, die die Theaterwelt bedeuten.

00:00:59: Ja, also kreativ ist es auf jeden Fall und das ist das, was Spaß macht.

00:01:06: Das ist sehr schön, dass man auch letztendlich dann mal in einem Job arbeiten kann, der einem so viel Freude bereitet oder den man tatsächlich mal wollte.

00:01:16: Wir müssen ein bisschen in deine analen Erkrusteln.

00:01:20: Du bist ein neuer Allgäuer, bist du nicht mehr da, bist du schon zu lang hier bei uns im Allgäu.

00:01:26: Aber los ging es irgendwann mal in Stuttgart.

00:01:29: Ja, also geboren bin ich in Stuttgart.

00:01:30: Das ist jetzt doch einige Jahre hinterher.

00:01:34: Und dann hat mich das Familiäre oder das Schicksal nach Österreich, nach Wien verschlagen, auch einige Zeit, für fast dreißig Jahre.

00:01:46: Und dann bin ich wieder zurückgekommen nach Deutschland, Stationen über München, am Residenztheater dort.

00:01:53: Und dann, ja, andere deutsche Städte Heidelberg, Braunschweig, aber seit vielen Jahren dann in Berlin ansässig.

00:02:04: mit gleichzeitig eben die letzten zehn Jahre hier in Campton.

00:02:10: Dadurch, dass ich eben hier seit zehn Jahren am Theater in Campton arbeite, spielen darf und inszenieren darf im Moment auch.

00:02:19: Und so fahre ich sehr viel hin und her.

00:02:21: Ja.

00:02:22: Die Deutsche Bahn hat mich als Dauergast.

00:02:25: Ja.

00:02:26: Da wollen wir es nicht weiter drauf eingehen.

00:02:29: Das wäre langweilig.

00:02:30: Tschüss.

00:02:30: Da muss man nicht jeden Tag genau holten.

00:02:33: Nein, aber Allgäu ist für dich zweite Heimat oder momentan Heimat?

00:02:37: Zweite Heimat, ich würde sagen, zweite Heimat durchaus.

00:02:40: Das hat einfach damit zu tun, dass meine Familie nach wie vor in Berlin lebt.

00:02:45: Ja, deswegen sind es zwei.

00:02:47: Zweite Heimat würde ich

00:02:48: sagen.

00:02:49: Hat

00:02:49: aber auch familiär, habe ich durchaus auch schon Anbindungen ans Allgäu viel früher.

00:02:54: Ein Teil von meiner mütterlichen Familie hat hier lange gelebt.

00:03:00: Es ist schon ein bisschen verwurzelt hier mit dem Allgäu.

00:03:03: Grasser Gegensatz irgendwo.

00:03:05: Die Bundes-Hauptstadt Berlin, die irgendwie vierundzwanzig Stunden gar nie zur Ruhe kommt.

00:03:10: Und hier kämmten, okay, Allgäu-Metropole ist auch ein bisschen was los.

00:03:15: Auch eine Metropole.

00:03:16: Was zeichnet Kämpfen für dich aus?

00:03:18: Oder vielleicht Allgäu?

00:03:19: Klar.

00:03:20: Ich

00:03:20: würde mal sagen, Nummer eins, Berge.

00:03:25: Also, mein Stiefsohn fragte mich mal irrigend wann, per eine Autofahrt.

00:03:31: Welches ist deine Lieblingsautobahn?

00:03:33: Ich habe geguckt, wie die Kuvels blitzen.

00:03:35: Was soll eine Lieblingsautobahn sein?

00:03:38: Und nach einem Sekundennachdeck, sag ich doch, es gibt eine.

00:03:42: Und zwar die A-Sieben ab dem Allgäuertor in Fahrtrichtung Süden.

00:03:46: Den Blick in die Berge, das ist unschlagbar.

00:03:51: Allerdings auch gefährlich, weil man so gerne in die Berge reinguckt, bei gutem Wetter, dass man fast von der Straße runterfährt.

00:03:56: Ja,

00:03:56: heißt ja auch das Tor zum Allgäu.

00:03:58: Und da geht jedem auch das Herz auf.

00:04:01: Egal, wie oft man die A-Sieben

00:04:02: fährt.

00:04:02: Das kann man nicht oft genug sehen, das stimmt.

00:04:05: Und Kempten ist ja auch Arbeitsstelle des Theater in Kempten auch ein tolles Haus.

00:04:09: Ein wunderschönes Haus, also architektonisch wirklich sehr gelungen, renoviert, aber dann auch mit dem Glasfeuille, muss ich sagen, tolle Leistung des Architektes, ein Ehepaares.

00:04:21: Und als Arbeitsstätte für einen Theatermenschen, wie mich, optimal.

00:04:29: Also, ja.

00:04:30: Rundherum kann ich nichts gegenteiliges sagen.

00:04:32: Nein, es ist ein schönes Haus.

00:04:34: Ich bin hier zur Schule gegangen.

00:04:35: Da gab es ja auch immer die Schülerkarte oder so eine Ringkarte.

00:04:39: Und das hat schon was.

00:04:41: Also Theater strahlt irgendwie was ganz Besonderes aus.

00:04:46: Wir sind einfach auch sehr froh, dass nach wie vor ein großes Interesse gerade auch von Schulen, von Lehrern, aber auch von den Schülerinnen und Schülern gibt.

00:04:57: ins Theater zu kommen, also wir spielen sehr viele Schulvorstellungen.

00:05:02: Ich glaube, es sind pro Jahr, ich will jetzt nicht ganz übertreiben, doch ich weiß es sogar auswendig, es sind fünftausend fünfhundert Schülerinnen und Schüler, die jedes Jahr in Schulvorstellungen speziell kommen.

00:05:14: Es gibt sicher viele, die auch in die Abendvorstellungen gehen.

00:05:16: Das können wir nicht mehr hinterher feststellen.

00:05:20: Aber das ist schon beeindruckend für eine Stadt mit sechzigtausend Einwohnern.

00:05:25: Hier ist der Kaffeeklatsch.

00:05:26: Ich muss natürlich Hans Pieswergen auch fragen.

00:05:30: Doch das, dass du in verschiedenen Metiers und von verschiedenen Seiten Theater gemacht hast, Film, Was ist der Unterschied für dich, Theater und Film oder Serie oder irgendwie Darsteller in einem fertigen Stück

00:05:49: Film?

00:05:50: Also ich kann jetzt über Serien nur als Gast sprechen.

00:05:55: Ich habe nie eine Serienhauptrolle, eine durchgehende gespielt.

00:05:58: Aber ich habe in sehr vielen Serien eben Episodenrollen gespielt.

00:06:02: Ich habe auch in einer Reihe von Kinofilmen mitgespielt.

00:06:07: Mein Haupt Beschäftigungsfeld ist aber immer das Theater gewesen.

00:06:12: So würde ich es jetzt mal beschreiben.

00:06:14: Der Unterschied ist in der Art zu spielen, rein technisch.

00:06:18: Grundsätzlich bleibt es ja das Gleiche.

00:06:21: Man versucht eine Figur an Menschen darzustellen, so wie man sich das vorstellt.

00:06:27: Aufgrund einer Vorlage, sprich eines Textbuches, ob es im Theatertextbuch ist oder im Film, das Drehbuch, das ist jetzt nicht so ein Riesenunterschied inhaltlich, aber Die Technik ist ein bisschen eine andere.

00:06:41: Natürlich verlangt das, ich sage jetzt mal so, das Theater verlangt immer das Bewusstsein.

00:06:46: Die Zuschauerinnen und Zuschauer sind live dabei.

00:06:50: Das heißt, ich habe immer das Gefühl für den Raum und für die Leute, die jetzt und hier da sind.

00:06:55: Beim Film ist das das Gegenteil, sondern da ist die Kamera sozusagen mein Partner.

00:07:02: Und

00:07:03: die,

00:07:03: ein Coach hat das mal sehr gut ausgedrückt.

00:07:07: Die muss in mich hinein gucken können.

00:07:09: Das heißt, ich habe einfach eine ganz andere Konzentration.

00:07:15: Das kann man aber technisch üben.

00:07:16: Also das ist jetzt keine gottgegebene Veranstaltung.

00:07:19: Das ist eine Technik.

00:07:20: Das Zusammenspiel bleibt übrigens das Gleiche.

00:07:22: Also das Zusammenspiel mit den Kolleginnen und Kollegen ist in beiden Fällen das Wichtigste.

00:07:28: Nicht die Fokussierung auf sich selbst, sondern auf die Partnerin oder dem Partner.

00:07:32: Aber ich stelle mir das gerade so vor.

00:07:34: Klar, natürlich spielt man mit der Kamera, aber ist das am Anfang das erste Mal irgendwie komisch?

00:07:40: Das ist auf jeden Fall das erste Mal komisch, aber es ist auch das erste Mal komisch auf der Bühne zu stehen und dann gucken entweder zweitausend oder von mir aus auf nur zwanzig Leute zu, das ist das Jahr je nach dem, wo man spielt, das sind recht im Raum.

00:07:54: Aber das ist auch komisch, nicht?

00:07:56: Also das ist, die ersten Male sind immer viel aufregender, das bleibt dann auch Wenn man älter wird, weil die Möglichkeiten, Dinge zu vergessen, werden immer größer.

00:08:08: Ja, gut.

00:08:09: Und dann passieren eben auch kleine ... Vor Paz und Stolperer im Theater kriegen es dann die Zuschauerinnen und Zuschauer auch mit.

00:08:18: Beim Film kann man das dann auch rausschneiden, aber sie machen sich nicht beliebt, wenn sie zu viele Fehler machen.

00:08:24: Ja, da mag der

00:08:25: Katter

00:08:25: ein, da

00:08:27: nicht mehr.

00:08:28: Das will man beim Drehen nicht haben.

00:08:32: Ich sag's jetzt mal, Film und Fernsehen oder auch auf der Theaterbühne, eine Rolle, die jaaa, das war meine Rolle.

00:08:39: So eine Lieblingsrolle oder Boah, nee, in der Serie, also nochmals eine Leiche, nee,

00:08:43: danke.

00:08:43: Ja, nochmals eine Leiche.

00:08:46: Ja, wobei auch Leichen, es kommt aufs Drehbuch an.

00:08:49: Also wenn die Leichen nur als Leiche vorkommt, dann ist es etwas unergibig für den Schauspieler oder Schauspielerin.

00:08:55: Das mag ich da nicht so, aber ich habe zum Beispiel mal in einem Derrick eine Leiche gespielt.

00:09:00: die aber im Rückblick Spielszenen hatte.

00:09:04: Dann ist das natürlich was komplett anderes.

00:09:05: Also, dann ist auch die Leiche wieder interessant.

00:09:11: Ja, dann ist es natürlich.

00:09:13: Ja, ich würde mal sagen, das hat viel, sicher gäbe es eine Reihe von Lieblingsproduktionen.

00:09:21: Mir fallen dann natürlich die Jetzigen als Erste ein und allein in diesem Jahr, also im Jahr Wir haben unsere David Bowie-Vorstellung wiedergespielt.

00:09:35: Eine

00:09:35: gewisse optische Ähnlichkeit ist sie.

00:09:37: Ja,

00:09:37: wir haben das tatsächlich wegen dieser leichten optischen Ähnlichkeit.

00:09:41: Hast

00:09:41: du nur deswegen?

00:09:42: Haben wir das mal vor drei Jahren auf die Bühne gestellt und es ist so erfolgreich, dass wir es immer wieder spielen können und das macht wirklich, wirklich große Freude.

00:09:53: und große Freude, dass es bei den Zuschauerinnen und Zuschauern so gut ankommt.

00:09:57: Ja, ich meine David Bowie, das ist ja so ein Chameleon, auch der Musikbranche, in der Musikgeschichte gewesen.

00:10:04: Optisch, der hat sich auch um nichts geschert, ich bin so wie ich bin.

00:10:09: Er hat sich immer wieder was Neues einfallen lassen und das ist wirklich einer der innovativsten Musikkünstler gewesen.

00:10:18: Ist das auch, dass das so eine momentan Lieblingsrolle ist?

00:10:23: Also wie gesagt, das würde ich sagen, ist im Moment eine Lieblingsrolle, eine andere, ist komplett was anderes, Shakespearesturm, einen Prospero zu spielen, den wir auch schon sehr lange im Programm haben und immer wieder spielen können.

00:10:36: Deswegen, weil die Zuschauer und Zuschauerinnen kommen und das ist das Erfreulichste dran.

00:10:40: Hans, gibt es irgendwie eine Situation?

00:10:42: Eine Szene wurde dich noch gerne... Gerne zurückerinnerst, weil vielleicht auch was ganz Lustiges oder Kurioses passiert ist,

00:10:49: weil im

00:10:49: Theater passieren viele Sachen.

00:10:51: Im Theater passiert so viel, dass man so ad hoc dann immer gar nichts einfällt, an was ich mich gerne erinnert, sich gerne an Erfolge, man erinnert sich gerne an

00:11:00: Erfolge.

00:11:01: Natürlich, dann viel Applaus, Standing Ovation.

00:11:03: Weil

00:11:03: natürlich bleiben wir am öfteren in Erinnerung die kleinen Fehler und die passieren oder auch die Situationen, die Für uns vielleicht eher peinlich sind auf der Bühne.

00:11:17: Ich hatte vor sehr, sehr vielen Jahren eine Vorstellung gespielt.

00:11:23: Ich bin mit der Kollegin auf der Bühne und es kommen zwei andere Kolleginnen dazu in dem Stück.

00:11:27: Die vier Menschen gucken sich an, fühlen sich wie adapt und haben dann ein paar Sätze und dann geht jeder seiner Wege.

00:11:33: Und bei der zweiten Aufführung ist passiert, dass die beiden anderen kommen dazu.

00:11:39: Wir gucken uns alle vier an und müssen alle vier zum Lachen anfangen.

00:11:44: Einfach nur geguckt und alle fangen an zu lachen und drehen sich dann auch so ein bisschen vom Publikum weg.

00:11:51: Die haben wahrscheinlich nur wackelnde Schultern gesehen.

00:11:54: Irgendjemand hat dann noch versucht einen Satz irgendwie rauszukichern und es war also mehr peinlich eigentlich, aber wir konnten nicht aufhören.

00:12:05: Das ganz dofe war, das ist uns immer wieder passiert in der Situation.

00:12:10: Und

00:12:10: wir haben uns natürlich kaisern

00:12:12: vorgenommen, Gottes Willen, das darf nicht passieren.

00:12:14: Es ist uns noch ein paar Mal passiert und das fanden wir dann irgendwann mal sehr peinlich.

00:12:19: Du bist aber ja nicht nur derjenige, der auf den Brettern die die Theaterwelt bedeuten zu Hause, sondern du machst da ja immer wieder Und auch hier im Theater in Kempten einen Seitenwechsel quasi runter von der Bühne rein in den roten Samtsitz-Regisseur.

00:12:37: Also den roten Samtsitz, den muss ich mir erst überlegen, wo der das letzte Mal war.

00:12:44: Ich sitze dann doch... Aus dem Holzstuhl?

00:12:48: Ja, das ist wirklich so.

00:12:50: Ich inszeniere gerade in unserer Theaterwerkstatt.

00:12:54: Das ist sozusagen unsere dritte Bühne neben dem Stadthater und dem zweiten Raum im Stadthater.

00:13:00: Oben haben wir die Theaterwerkstatt.

00:13:04: ehemaliger Industrieraum in der Franz Tröger Straße, der aber eine ganz wunderbare Atmosphäre hat.

00:13:11: und dort inszeniere ich gerade von George Tabori Mutters Courage mit der Julia Jaschke und dem Alexander Sichel.

00:13:19: Und da sind nur Holzsitze, da gibt es keinen roten Blödsessel.

00:13:22: Auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht.

00:13:24: Das ist richtig.

00:13:25: Ich war da auch schon drinnen.

00:13:26: und was da auch ist, nochmals mehr Nähe von der Fläche, wo dargestellt wird, zum Publikum.

00:13:34: Das ist eigentlich fast, ich kann grüß Gott sagen.

00:13:36: Es ist zum Grüß Gott sagen, es gehen auch nur sechzig Zuschauerinnen und Zuschauer rein.

00:13:43: Und das ist tatsächlich sehr, sehr nah.

00:13:47: Eine Herausforderung für die, die spielen.

00:13:49: Absolut.

00:13:50: Absolut.

00:13:51: Absolut.

00:13:51: Auch

00:13:51: für die Zuschauerinnen und Zuschauer.

00:13:53: Aber eigentlich mögen es alle sehr gerne.

00:13:57: Es ist unfassbar.

00:13:58: Es ist unfassbar.

00:13:59: Das ist fast so, wie man es manchmal bei Band sagt.

00:14:02: Das ist so ein Wohnzimmerkonzert.

00:14:04: Das ist eigentlich so fast, wie wenn jemand bei dir zu Hause ein Stück aufhört.

00:14:10: Ja, es ist etwas familiäres

00:14:13: dann auch

00:14:14: und hat trotzdem auch eine große, ja, also die, sagen wir mal, die Schwingungen, um es mal so zu sagen, gehen sehr, sehr dicht hin und her.

00:14:23: Heißt aber auch, dass natürlich die, die spielen, mitkriegen, wie das Publikum ist.

00:14:28: Das darf man übrigens nicht unterschätzen, dass wir bekommen auf der Bühne auch in großen Räumen mit.

00:14:34: Wie ist die Stimmung unten?

00:14:35: Also unkonzentrierte Zuschauer kriege ich leider auch mit.

00:14:38: Ja.

00:14:39: Es ist einfach so.

00:14:40: Aber das ist ja jetzt gar nicht so das Problem.

00:14:42: Nein, diese Dichte in der Theaterwerkstatt ist ganz toll.

00:14:45: Die ist genial.

00:14:46: Und wann kann man das gucken?

00:14:49: Wir haben jetzt am Donnerstag, sechzehnten Oktober Premiere.

00:14:55: Und laufen tut das Stück bis zum sechzehnten November immer wieder.

00:14:59: Spielplan bitte auf unserer Webseite, das ist am einfachsten.

00:15:03: Und da die Vorstellungen schon sehr, sehr gut verkauft sind, aber es gibt noch Karten, dann werden wir es auch im Februar noch mal weiterspielen.

00:15:11: Also das ist sehr, sehr erfreulich, dass wir da schon im Vorfeld, noch bevor die Leute was gesehen haben, die Menschen was gesehen haben, so einen Zuspruch haben.

00:15:18: Jetzt müssen wir es auch noch einlösen, aber wir sehen auf einem guten Weg, ich glaube vervollzt.

00:15:22: Es müssen wir auf die Beide stellen, was alles bei dir so, die Proben sind ja quasi in den Endzügen der Feinschliff.

00:15:30: ist auch schon weitergegeben an die Darsteller.

00:15:33: Ist es für dich mal so ein bisschen zum Spoiler natürlich so geworden, wie du dir das am Anfang der Proben oder an der Besetzung der Hauptpersonen vorgestellt

00:15:45: hast?

00:15:45: Also es wird immer anders, als man sich das vorstellt.

00:15:47: Aber es ist auf jeden Fall, ich mag es sehr so, wie es im Moment stattfindet.

00:15:53: Wir müssen noch einen Feinschliff machen.

00:15:55: Es gibt zwar ein paar Dinge, die wir noch besser hinkriegen können.

00:15:58: Ich muss ein bisschen das Licht noch korrigieren.

00:16:01: Die Spielerinnen und Spieler, also die zwei, haben auch noch ihre kleinen Korrekturen zu machen.

00:16:09: Aber wir sind auf einem, finde ich, sehr, sehr guten Weg, eine Frage zu beantworten.

00:16:13: Ja klar, als Regisseur oder Regisseurin muss man eine Vorstellung haben, muss man ein Bild vor sich haben oder eine Tendenz.

00:16:23: Und dann muss man loslassen können, wenn die, die das spielen, eben dann ihr Ding draus machen.

00:16:29: Das ist nicht die Zusammenarbeit.

00:16:30: Das ist ganz wichtig, dass man dann nicht anfängt.

00:16:32: Ich will es aber so haben, weil das bringt nichts.

00:16:36: Wer hat mehr Lampenfieber am Premierentag, die beiden Hauptdarsteller oder der Regisseur?

00:16:44: Nachdem ich beides kenne, ich würde sagen, es ist unterschiedlich.

00:16:47: Nur als Regisseur kann ich da nichts mehr machen.

00:16:50: Also ich bin dann außen vor.

00:16:53: Das ist auch jetzt schon die letzten zwei, drei Tage.

00:16:55: Ich muss es abgeben an die, die spielen.

00:16:58: Die sind jetzt die, die das Zepter übernehmen.

00:17:01: Das ist ganz klar.

00:17:02: Wir haben gerade schon gesprochen, Premiere am Donnerstag in der Theaterwerkstatt in Kempten.

00:17:09: Hans Piesbergen ist aber nicht dein einziges Projekt, das jetzt natürlich erst einmal zum Schmetterling wird.

00:17:18: Ja.

00:17:18: Nein, das ist nicht mein einziges Projekt.

00:17:20: Ich habe auch in einem Märchen-Sommerall gehalten.

00:17:24: Weil mit

00:17:25: Kindern?

00:17:26: Mit Kindern, mit vielen Kindern nicht nur im Zuschauerraum, sondern eben auch auf der Bühne.

00:17:34: Das ist eine besondere Herausforderung und macht große Freude.

00:17:37: Das ist einfach eine ganz eigene Atmosphäre.

00:17:40: Mit den Kindern schon die Proben, die dann noch nicht immer auf der Burg halten sind, sondern erst mal natürlich auch im Probenraum.

00:17:46: Und dann eben oben auf der Burg halte er in diesem wunderschönen Naturtheater.

00:17:52: Naturtheater, so habe ich das noch gar nicht gesehen.

00:17:54: Das ist eine schöne Formulierung für das Ambiente.

00:17:57: So ein Stück weit über den Dächern von Kempten.

00:18:00: Aber auch im Theater selber in Kempten passiert ja einiges.

00:18:04: Im Theater in Kempten passiert einiges.

00:18:06: Wir haben jetzt in den nächsten Monaten gut vorweihnachtlich auch dann ein auch speziell für Familien, jetzt nicht nur für Kinder, sondern für Familien den Peterchens Mondfahrt als Weihnachtsstück mit Vorstellungen sowohl für Schulen als auch natürlich für Familien.

00:18:26: Da mache ich persönlich jetzt eine kleine Pause und überlasse das den Kolleginnen und Kollegen.

00:18:31: Aber das ist, also ich gebe ganz ehrlich zu, für mich war es als Kind eine meiner Lieblingsschallplatten.

00:18:37: Petrichens Mondfutter habe ich geliebt.

00:18:38: Also ich freue mich sehr auf die Produktion.

00:18:41: Ich werde in den Proben auch ein bisschen mit dabei sein können und vielleicht auch noch meinen Senf dazu abgeben.

00:18:50: Wenn es gewünscht ist, wenn die anderen sagen, jetzt sei mal ruhig, halte ich den Mund.

00:18:56: Aber was passiert denn in den nächsten Wochen und Monaten sonst noch, wo du in irgendeiner Weise ja mitinvolviert bist?

00:19:04: Sei es hinter dem Weinrouten samt vor, hinter

00:19:08: dem Weinrouten samt vor

00:19:09: oder davor, weil Instructions

00:19:16: gar ist von dir.

00:19:17: haben wir dann allerdings im Januar erst wieder Aufnahmen von Bluthochzeit von Garthia Lorca, eine Produktion, die wir letztes Jahr zusammen mit einem spanischen Regisseur und einer spanischen Schauspielerin gemacht haben, mit denen wir schon sehr lange in einem sehr, sehr engen Austausch sind, künstlerisch.

00:19:40: Wir haben schon zwei Produktionen mit denen zusammen gemacht.

00:19:43: Das ist sehr, sehr spannend.

00:19:44: Bluthochzeit ist ein absoluter spanischer Klassiker und das spezielle an dieser Aufführung ist, dass es im Theater oben stattfindet und die Zuschauer rundherum sitzen.

00:19:54: Das heißt, wir müssen wirklich dreihundertsechzig Grad bespielen.

00:19:58: Das ist eine große Herausforderung, macht aber großen Spaß und macht Sinn.

00:20:04: Es ist sozusagen, die Zuschauerinnen und Zuschauer sind auf dieser Hochzeit quasi mit dabei sind ein Teil der Hochzeitsgesellschaft.

00:20:14: Wenn man so will, sie müssen nicht mitspielen.

00:20:16: Es ist einfach nur durch die Sitzanordnung gegeben.

00:20:20: Und das zweite, was daran interessant ist, ist, dass die spanische Kollegin einen Teil tatsächlich auf Spanisch spielt.

00:20:29: Wow!

00:20:30: Mit Übertiteln, sodass es also nichts verloren geht von diesem sehr tollen Text von Garcia Lorca.

00:20:36: Einfach so unter dem Motto, sie ist vielleicht eine die Mutter eben, die nicht mehr, die quasi in Deutschland leben würde, aber es nicht mehr so gut gelernt hat, Deutsch zu sprechen.

00:20:51: Soll ich vorkommen, nicht?

00:20:52: Das ist ja auch eine schwere Sprache.

00:20:55: Oh ja, Deutschland ist sehr schwere.

00:20:58: Und das ist sehr, sehr speziell und war letztes Jahr ein großer Erfolg und sind sehr froh, dass wir das jetzt wieder aufnehmen können und weitere Vorstellungen spielen können.

00:21:06: Wenn du als Schauspieler irgendwo auf der Bühne stehst, hast du gewisse Rituale davor, bevor es losgeht.

00:21:13: Siehst du, sofern es die Rolle erlaubt, einen roten, einen grünen Socken an, oder?

00:21:18: Hast du irgendwie ein spezielles Halskettchen, vielleicht was so?

00:21:22: Oder mit dem Medaillon, mit dem Talismann, wo du sagst, okay, das muss ich immer irgendwie unterm T-Shirt noch tragen.

00:21:29: Das gibt mir irgendwie...

00:21:30: Das erinnert

00:21:31: mich

00:21:31: an einen Kollegen, der ist leider schon, der ist verunglückt, der ist leider schon tot.

00:21:38: Ein Kollegen, der mir dann irgendwann mal gestanden hat, dass seine Spezialität ist, immer auf der Bühne keine Unterhose zu tragen.

00:21:47: Das hat er offensichtlich als speziellen Kick gebraucht.

00:21:52: Nein, das habe ich tatsächlich nicht, aber ich habe ein ganz banales Ritual, das ich vor Vorstellungen immer versuche, ein bisschen paar Körperübungen zu machen, paar Stimmübungen zu machen, einmal kurz, bevor die Zuschauerinnen und Zuschauer in den Saal kommen, auf der Bühne zu sein und zu testen.

00:22:11: Wie fühlt sich der Raum an?

00:22:13: Das ist... Einerseits Technik, auf der anderen Seite ist es auch ein bisschen ein Ritual, ich geb's zu.

00:22:20: Ja, weil das ja auch, ich bin ja auch nicht jeden Tag gleich.

00:22:22: Ja, immer ist ja auch... Ich bin

00:22:23: ja auch nicht jeden Tag

00:22:23: gleich aufgelegt.

00:22:25: Und wir sind zum Glück noch keine KI.

00:22:28: Also wir sind natürlich unterschiedlich jeden Tag.

00:22:30: Das ist vielleicht auch das Tolle am Theater, dass jede Vorstellung doch ein wenig anders ist.

00:22:35: Lampenfieber, gibt's das nach mehr als fünf Jahren Theatertätigkeit?

00:22:39: Definitiv

00:22:39: wird leider immer schlimmer, weil natürlich jetzt langsam schon die Angst kommt.

00:22:43: fällt mir auch immer der richtige Text ein.

00:22:46: Das tut mir leid, das ist auch eine Altersfrage, dass da plötzlich manchmal der Kopf ganz verrückte Dinge spielt.

00:22:53: Ja gut, aber manchmal hat man ja parallel im Kopf auch verschiedene, wie soll ich sagen, Stücke, die möglicherweise auch parallel gespielt werden, also dass viel, viel Text irgendwie auch im

00:23:06: Kopf platziert wird.

00:23:06: Das ist nochmal eine andere,

00:23:07: das

00:23:08: ist wichtig, das ist auch nochmal eine klare Herausforderung.

00:23:13: Das ist aber dann eher so, das heißt dann einfach in diesen Zeiten, da ist wenig Privatleben, da muss man sich sehr, sehr konzentriert vorbereiten.

00:23:21: Sehr fokussant.

00:23:22: Wie heißt das Spruch fürs Theater?

00:23:24: Für das Glückwünschen?

00:23:26: Teu, teu, teu.

00:23:27: Wobei man nicht genau weiß, woher das kommt, ist es ein lautmacheleurisches Spucken.

00:23:35: Ja, also... Oder ist es Teufel, Teufel, Teufel.

00:23:39: Also das sozusagen den... Teufel an die Wand malen, das Negative an die Wand malen, vergleichbar mit englischen Breaker Lake oder französisch Merde, im spanischen Übrigen auch Merda, also Scheiße auf gut Deutsch, das sind quasi immer die Negativa, die sozusagen ausgesprochen werden, damit sie dann nicht passieren.

00:24:04: Damit sie nicht eintreten.

00:24:06: Toi, toi, toi für die Premiere jetzt am Donnerstag in der Theaterwerkstatt.

00:24:11: Aber glaube, darf ich dafür nicht danken, aber ich danke, dass ich hier sein konnte und mit dir und mit den Zuhörerinnen zu hören reden durfte.

00:24:20: Gesund und vital durch den Tag.

00:24:22: Der Allgeuchtet-Kaffee-Clutch wurde euch präsentiert von der Bahnhofapotheke und dem Naturkostladen.

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