Von der Castingshow bis heute: Der Allgäuer Musiker Thomas Wohlfahrt im Gespräch
Shownotes
Diese Kaffeeklatsch-Runde hat’s in sich! Sänger Thomas Wohlfahrt hat im AllgäuHIT-Studio vorbeigeschaut – und natürlich gab’s jede Menge gute Laune, ehrliche Einblicke und ein bisschen Musik-Talk obendrauf. Thomas erzählt, wie er zur Musik gekommen ist, warum ihn das Allgäu immer wieder inspiriert und was hinter seinen neuesten Songs steckt. Dazu gibt’s spannende Geschichten von der Bühne, kleine Anekdoten aus dem Musikerleben und den ein oder anderen Lacher. Also: Kaffee schnappen, Kopfhörer auf – und reinhören in eine richtig sympathische Folge mit Thomas Wohlfahrt!
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00:00:01: Gesund und vital durch den Tag.
00:00:04: Der Allgäu-Hit-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke-Kämpten und Purnatur, weil Gesundheit bei der Ernährung beginnt.
00:00:13: Heute ist ein richtiger Allgäuer, Boah, zu Gast der Kaffee-Clutch, Thomas Wulfert aus Siebmanns-Reed-Service, grüß
00:00:19: dich.
00:00:19: Hallo und schönen guten Morgen.
00:00:21: Du bist richtig Heimat verbunden, gell?
00:00:23: Hier gefällt das Allgäu-Au.
00:00:25: Was ist deine Lieblingsspezialität?
00:00:28: Außer Musik machen und inzwischen auch auf Deutsch, aber das greifen wir ja gleich in unsere ...
00:00:33: Lieblingsspezialität beim Essen.
00:00:35: Zum Beispiel Krautkraffen.
00:00:37: Oh, das ist so ein typisches Freitagsessen, gell?
00:00:40: Ja,
00:00:40: das gab es auch schon mal an dem Donnerstag oder am Donnerstag und Freitag.
00:00:44: Du feierst dieses Jahr ein Rundesbühnenjubiläum.
00:00:48: Sag mal ganz laut, dass wie viel du?
00:00:50: Ich bin schon so alt.
00:00:51: Ich stehe jetzt auf der Bühne.
00:00:53: Wow.
00:00:54: Wir blicken auf dein musikalisches Schaffen und auf deine musikalische Karriere.
00:00:59: Jetzt in dieser Stunde zurück.
00:01:00: Schön, dass
00:01:01: du da bist, Thomas.
00:01:01: Sehr gerne.
00:01:02: Das ist ein harter und steiniger Weg in der Musikszene zu deinen Anfängen.
00:01:07: Wann hat es tatsächlich angefangen bei dir?
00:01:09: Wann war so dein erster großer Gigg?
00:01:12: War das ... Die Castings schon im Fernsehen?
00:01:15: Nein, du warst super schon da.
00:01:17: Ja, ich war zuvor natürlich in Coverbands im Allgäu unterwegs.
00:01:20: Damals mit Southern Wing oder Scream.
00:01:22: Gleich zackte es dem ein oder anderen noch was.
00:01:24: Das waren die ersten Comets-Bälle in Camden.
00:01:26: Da habe ich mit meiner Rockband gespielt.
00:01:28: Wir haben halt Rockmusik rauf und runtergespielt, bei Motorradtreffen.
00:01:32: Also das war alles noch ein bisschen lockerer, easy.
00:01:35: Ich sag mal, sechs Drugs in Rock'n'Roll, so wie man sich ihn vorstellt.
00:01:38: Wow!
00:01:40: Mehr Drugs wie Rock'n'Roll, also mehr Alkohol.
00:01:42: Okay.
00:01:44: Was natürlich nicht unbedingt meiner Gesundheit zugetragen hat.
00:01:47: Und hab ich dann zu späterer Zeit dann aber auch merken müssen.
00:01:51: Ja, und dann ging es natürlich irgendwann zu der Castingshow.
00:01:53: Und das war natürlich dann schon eine große Nummer.
00:01:56: Warst du da so ein roh Diamant?
00:01:59: So kannte ich, weil Rockmusik ist ein bisschen ja, da haftet einem ja auch so ein Image an.
00:02:05: Bist du da so ein bisschen geformt und auch geschliffen worden in dieser Castingshow?
00:02:09: Oder hast für dich dann auch andere Musikstile erkannt oder
00:02:14: entdeckt?
00:02:16: Man wollte mir schon andere Musikstile
00:02:18: aufdrücken,
00:02:20: aber ich war natürlich durch das, dass ich schon jahrelang Musik gemacht habe, so ein bisschen eingefahren.
00:02:26: Beratungsresistenz, sag ich mal.
00:02:27: Das hat, glaube ich, auch viel nicht so gut gefallen.
00:02:30: Aber sie haben dann gesagt, okay, so ganz falsch ist ja nicht, was du machst.
00:02:33: Du kannst das natürlich in deinem Stil weitermachen.
00:02:36: Sie haben uns da alle Freiheiten gelassen, also nicht nur mir, sondern allen
00:02:39: anderen auch.
00:02:39: Auf den anderen Kandidaten.
00:02:40: Und dann gesagt, okay, es sind eure drei Minuten, die er auf der Bühne steht.
00:02:44: Wenn ihr das so machen wollt, dann macht das so.
00:02:46: Jetzt mittlerweile, ich habe ja auch schon bei The Voice mal vorgesungen vor einigen Jahren, da wird einfach so viel geformt, genetet, gespielt mit den Kandidaten.
00:02:56: Also die sind nicht mehr so original, wie sie eigentlich sind.
00:02:58: Das wäre jetzt nämlich auch so eine Frage von mir gewesen.
00:03:02: Das war Star Search, das war eine Casting Show, die ja eigentlich nur mal so kurz aufgeflampt ist und dann schon wieder mehr oder minder, hast du vorhin gesagt, durch der Voice of Germany ersetzt worden ist, oder?
00:03:16: Leider, leider waren es nur
00:03:19: zwei Jahre.
00:03:21: In den nächsten Folgen war wieder einer aus dem Eiger dabei.
00:03:25: Der Thomas Schneider von Rootsman Fire.
00:03:29: Ja, der Nabelskollege von Rootsman Fire.
00:03:31: Er
00:03:31: hat einmal ganz kurz da auch mit singen dürfen.
00:03:34: Es war sehr schade, weil das Konzept war super.
00:03:36: Es waren ja nicht nur Musik, es waren Comedian, es waren Models, es waren die Kinder.
00:03:40: Also es war eigentlich nur die große Familien-Sendung.
00:03:43: Jetzt ist ja wirklich nur noch Musik im Vordergrund.
00:03:46: Ja, vielleicht Optik.
00:03:47: Manchmal kann man fast vermuten mehr Optik als Gesang, wobei der Nachfolger der Voice of Germany diese Blind Auditions, das machen sie ja auch, dass die Coaches ja tatsächlich sich ausschließlich auf diese Stimme konzentrieren und ja die Tabolen, der ist glaube ich erst mal so, na wie guckt, wie guckt das Girl aus, ja.
00:04:11: Also merkst du da auch von der Entwicklungs- und Castingshow, das hat sich schon im Lauf dieser zwei Jahrzehnte, es sind ja tatsächlich schon auch irgendwie ein bisschen verändert.
00:04:20: Das hat sich extrem verändert.
00:04:22: Erst mal nach außen hin, also wenn man es selber sieht, sieht man ja die Veränderungen, aber auch intern hat sich sehr viel verändert.
00:04:28: Wenn ich da überlege, unsere Verträge damals bei Starstars, das waren zwei DINA IV-Seiten mit vielleicht zwanzig Punkten, der war es nicht, und jetzt sind es halt einundzwanzig Seiten.
00:04:38: Mit
00:04:38: zwei Punkten letztendlich und lauter Unterpunkten.
00:04:40: Wenn man einen
00:04:40: Vertrag vorgelegt bekommt, der Hauptpunkt ist, du verkaufst deine Seele für sieben Jahre.
00:04:43: Was?
00:04:44: Sieben
00:04:44: Jahre?
00:04:45: Ja, du
00:04:45: musst für sieben Jahre exklusiv unterschreiben.
00:04:47: Alles, was danach passiert, egal ob du gewinnst oder nicht.
00:04:50: Wenn du Auftritte machst und Geld verdienst, musst du dem Sender abdrücken.
00:04:54: Und ja, das würde ich heutzutage nie so machen.
00:04:56: Nie, weil du bist weg vom Fenster.
00:04:57: Ja.
00:04:58: Das wäre jetzt auch noch eine Frage gewesen.
00:05:00: Würdest du
00:05:02: jetzt
00:05:02: bei einer Casting schon, du hast ja gesagt bei der Voice, vor ein paar Jahren mal vorgesungen, aber jetzt, wenn du ein junger Künstler vielleicht, fünfzehn, sechzehn, achtzehn, neunzehn, würdest du sagen, ja, take this chance und
00:05:15: mach
00:05:16: bei einer Casting Show mit, wenn du ein bisschen mehr Fame, größeres Publikum möchtest?
00:05:22: Es
00:05:23: gibt ja fast keine andere Möglichkeit, also um wirklich bekannt zu werden und schnell.
00:05:28: und groß bekannt zu werden, bleibt ja nur diese Möglichkeit.
00:05:31: Oder halt über einen coolen TikTok-Kanal, über eine tolle Instagram-Seite.
00:05:36: Da muss man aber schon sehr, sehr tolle Ideen haben und auch ein bisschen Geld investieren, weil das ist ja nicht nur so, man stellt was online und es geht durch die Decke, sondern das meiste ist natürlich dann gekauft die Klicks, dass man erstmal so eine große Reichweite hat.
00:05:48: Da muss man überlegen, ob man das will oder ob das schon und sagen mal gesund wachsen soll.
00:05:53: Wie ist es, wenn du so manche Stationen jetzt noch mal beim Reflektieren?
00:05:57: Kommt da noch mal so die Bilder vom Studio, Star Search, wie war das Backstage?
00:06:01: Was gab es da zu essen?
00:06:02: Ist da so die großen Theken?
00:06:16: Und jetzt bei The Voice zum Beispiel, diese Backstage.
00:06:27: Reportagen, die danach kommen, das ist das gleiche Gebäude übrigens.
00:06:30: Also das Berlin Adlershof, dort wo Star Search war, ist jetzt der Voice.
00:06:34: Und dann sieht man da den Aufzug, man sieht den Boden mit den Glitzesteinen und kann sich sofort wieder daran erinnern, dass das das erste war, was ich gesehen habe, als ich da rein bin.
00:06:41: Krass!
00:06:42: Wie hat sich das dann entwickelt?
00:06:44: Da war es ein bisschen geknebelt oder jeder auch als Ich sage jetzt zweitplatzierte, das ist ja egal wer da mitgemacht und du bist einfach ein bisschen geknebelt.
00:06:52: oder noch an der kürzeren Leine mit den ganzen Verträgen und irgendwann ist man dann frei.
00:06:58: Ja also man bekommt ja dann ein Management vorgesetzt, also das wurde schon vertraglich geregelt, dass das Kickmedia war, also das Management, wo auch pur ist und ganz große Namen wie Westernhagen, die sind alle über diesen Management, da fühlt man sich erstmal Ja, ein bisschen toll, weil man da dabei ist.
00:07:17: Und dann merkt man, was da eigentlich dann passiert.
00:07:19: Man ist eigentlich nur eine ganz kleine Nummer, man darf nur so Lückenfüller spielen.
00:07:22: Und ich glaube, wenn man da nicht selber als Künstler dahinter ist und immer wieder seinen Management dazu drängt, dann ist man ganz schnell weg vom Fenster.
00:07:33: Und ich hab dann mit dem Management so ein bisschen Problemik gehabt, weil sie mich anders verkauft haben nach draußen hin bei den Veranstaltungen, vor allem hier im Allgäu.
00:07:41: Die haben mich gekannt von früher, von meinen Rockbands.
00:07:44: Ich hab
00:07:44: gesagt, ich möchte ein Wolle haben.
00:07:45: Und dann haben die gesagt, Moment, der heißt aber Herr Wohlfahrt, bis hier jetzt.
00:07:48: Dann hat der gesagt, ja, sag mal, geht's eigentlich noch.
00:07:50: Das ist schon immer der Wolle gewesen.
00:07:53: Und dann hab ich gesagt, das geht nicht.
00:07:54: Da haben wir einfach unterschiedliche Anschauungen, da müssen wir uns trennen.
00:07:57: Deswegen bin ich nach zwei Jahren, Gott sei Dank, schon rausgekommen.
00:07:59: Ansonsten wären es vier Jahre gewesen.
00:08:01: Und dann zum einen endlich frei.
00:08:05: Aber auch vom Musikstil her hast du dich dann mal versucht in jeder Ecke und irgendwann mal so dein Weg gefunden.
00:08:12: Du bist in einer Band unterwegs, aber auch in einem Duo inzwischen unterwegs.
00:08:18: Musikalisch, wo wurdest du dich jetzt nach deiner ja vielleicht ersten Rockphase jetzt einordnen?
00:08:27: Oder welche Wege hast du durchgangen?
00:08:29: Also
00:08:30: bei deinem Reportoir ist
00:08:31: Riesig.
00:08:32: Ja, das ist wirklich Riesig.
00:08:33: Und da bin ich auch eigentlich so ein bisschen stolz drauf, dass ich in jeder Richtung auch ein bisschen was singen kann.
00:08:38: Ich versuche auch Stimme nachzumachen, egal ob Chococo oder Eros, Ramazzotti, Tina Turner.
00:08:42: Also ich versuche in alle Richtungen auch immer die Stimmen original nachzumachen.
00:08:46: Ja,
00:08:50: ja,
00:08:51: wir
00:08:52: sind
00:08:54: noch
00:08:56: nicht richtig geölt hier.
00:08:58: Ja, aber... Wo geht die Reise hin?
00:09:01: Oder durch das, dass ich so viel höre?
00:09:03: Ich höre ja von den Eagles angefangen bis hin zu Reinhard Pfendrich.
00:09:06: Ich höre auch Andrea Berg zwischendurch mal.
00:09:08: Also ich mag alles, egal ob Schlager, Country, Rock, Pop.
00:09:13: Außer das ganz moderne Zeug, das ist es nicht so meins.
00:09:15: Man hört es gerne an, aber da kann ich jetzt nicht so mich rein fühlen.
00:09:19: Vielleicht bin ich da auch schon so alt jetzt mittlerweile.
00:09:21: Du brauchst also Songs, die auch Ecken und Kanten haben, den Charakter haben, wo auch mein Gitarrensolo kommt oder mein Schlagzeugsolo.
00:09:30: Dann auch was Exotisches.
00:09:31: Auch ein bisschen exotisch.
00:09:33: Gitarre spielst
00:09:33: du, gell?
00:09:34: Gitarre spiel ich, wie man sieht, ein bisschen zu viel.
00:09:36: Oh ja, du bist etwas lediert.
00:09:39: Was ist passiert?
00:09:41: Schnappdaumen.
00:09:41: Also Sehnerscheidendenzündung vom Gitarre
00:09:43: spielen
00:09:43: einfach über Beanspruchung.
00:09:45: Muss ich halt ein bisschen langsamer machen, aber es geht dann wieder.
00:09:48: Von den Auftritten her, du hast dich auch was das Publikum angeht.
00:09:53: Sehr auch an der Heimat orientiert, oder du fühlst dich hier im Allgäu in deiner Heimatregion Pudelwul.
00:10:00: Ja, also... Ah, verstehen mich die Leute, wenn ich auch mal was Allgäueres auf der Bühne sage, oder mal das R mehr rolle, da wird nicht gelacht.
00:10:08: Wenn du da in Berlin spielst, dann lachen sie dich sofort aus und sagen, ah, bist ein Franke, weil sie immer denken, die ...
00:10:12: Franke und er ist ja noch ganz weit
00:10:14: weg.
00:10:14: Ich spiele aber auch gern woanders.
00:10:15: Also, wir machen sehr viel Firmenfeiern auch, da spiele ich in Lapland, da sind wilde, fremde Leute.
00:10:21: Ich habe in Island gespielt, das sind ja dann auch einheimische Teilweise mit dabei.
00:10:26: gerade so die da mithelfen bei der Veranstaltung in der Küche oder so und mit denen unterhält man sich dann auch.
00:10:32: Und das liebe ich an meinem Job, dass man einfach so rumkommt und so viele verschiedene Menschen kennenlernt.
00:10:37: Nicht nur im Allgäu.
00:10:39: Natürlich auch.
00:10:40: Nein, aber man braucht ja auch die Erfahrungen über dem Allgäu-Tellerrand hinaus.
00:10:47: Gibt es irgendwie was in deiner mehrjahrzehntelangen Karriere, wo du sagst, boah, das war der Moment?
00:10:55: Das war so geil!
00:10:56: Es waren sehr, sehr viele, aber der größte Auftritt, der mir immer noch in den Knochen steckt oder im Blut fließt, ist der im Berlin am Brandenburger Tor Silvester, im Jahr zwei-tausend-drei auf zwei-tausend-vier.
00:11:07: Also auf der ganz großen Bühne mit Übertragung bei ZDF von Sat.Eins und so weiter.
00:11:12: Und da durfte ich dann meine eigenen Songs spielen.
00:11:15: Und es waren Leute da unten, die dann den Song mitgesungen haben.
00:11:18: Und das war bisher das schönste.
00:11:20: Thomas Musik ist für dich Mein Leben.
00:11:26: Dein Leben.
00:11:27: Ja, steht auf meinem Arm.
00:11:28: Music was my first love.
00:11:29: Das ist meine Liebe.
00:11:31: Und wird auch immer so bleiben.
00:11:33: Hast du das Tattoo schon lange?
00:11:34: Das habe ich echt schon lange, ja.
00:11:36: Das war eins meiner ersten Tattoos.
00:11:37: Also das habe ich schon vor, als ich das
00:11:39: hatte.
00:11:40: Okay, dann war die Musik wirklich schon von vornherein in dir drin und die muss raus.
00:11:45: Ich mache jetzt so lange Musik, wie ich meine Frau kenne.
00:11:47: Also das ist schon wirklich sehr lang.
00:11:50: thirty Jahre und ich glaube ich Kann mich an keinen Tag erinnern, wo nicht mit Musik zu tun gehabt hat.
00:11:55: Selbst als kleines Kind, wenn wir in Urlaub gefahren sind, kann mich an die Musik erinnern.
00:11:59: Kann mich erinnern, als Bellamy Brothers im Radio gelaufen.
00:12:02: Kat Stevens, die CD, die ist nicht mehr aus dem Radio gekommen.
00:12:05: Die haben angehört bis nach Jugoslawien runter im Auto.
00:12:07: Also, ich verbinde mein ganzes Leben und die Stationen immer mit irgendeinem Song, irgendeiner Musik.
00:12:13: Und das möchte ich eben auch in meinem Konzert, dann in dem Jubiläumskonzert, ja, die Stationen musikalisch durchgehen.
00:12:19: Du bist auf Jubiläums Tour bzw.
00:12:22: Steht die in den Startlöchern?
00:12:25: Was sagten da der Puls momentan?
00:12:27: Wann ist es in zwei Wochen?
00:12:29: Ja,
00:12:30: also ich spiele ja wirklich drei, vier Mal die Woche, aber das ist dann schon was Besonderes.
00:12:34: jetzt, so dieses eigene Konzert.
00:12:36: Also ich habe es wirklich von vorn bis hinten komplett geplant, gemacht.
00:12:40: Jetzt geht es ums Programm und ich will ja da viel erzählen auch.
00:12:44: Also ich bin so ein Typ, wenn ich auf ein Konzert gehe, möchte ich auf ein Künstlerwasser fahren.
00:12:47: Ja, natürlich.
00:12:48: Wenn die
00:12:48: Musik hören, kann ich zu Hause um CD auch.
00:12:50: Das ist richtig.
00:12:50: Aber man möchte wissen, warum schreibt er jetzt den Song?
00:12:53: Oder was fühlt er da?
00:12:53: Oder was gibt es da für Hintergründe, für Geschichten?
00:12:56: Und genau das möchte ich da erzählen.
00:12:58: Das wird auch wahrscheinlich nicht nach zwei Stunden vorbei sein, sondern vielleicht erst nach drei.
00:13:01: Kann sein, weil
00:13:02: ich viel zu erzähle.
00:13:04: Ja,
00:13:04: ich habe viel zu erzählen.
00:13:06: Und ich glaube, bei fünf oder dreißig Jahren gibt es einfach viel zu erzählen.
00:13:10: Und ein paar so kleine Anekdoten kann man da bringen.
00:13:14: Auch die gibt es vielleicht noch keiner weiß.
00:13:16: Oh, premieren Anekdötchen.
00:13:21: Kannst du dich zumindest an den Moment erinnern, als du das erste Mal irgendwie die Vollbeschallung bei euch im Zuhause gemacht hat, wo du lautstark irgendwie alle meine Endchen gesungen hast?
00:13:35: Ich habe mich meinen Eltern in Tingers gewohnt und im Sideboard habe ich mir früher gesagt, also diese Wohnwand im Wohnzimmer, da war so ein uralter Radio, so ein habe ich jetzt wieder zu Hause, weil ich den wieder wollte, mit zwei großen Knöpfen und habe da wirklich überall rumgedreht und habe dann eingeschalten, das war das Problem.
00:13:50: Ich habe nämlich voll aufgedreht und eingeschalten und dann hat es mich nach hinten umgehaut und ich habe glaube ich geschrien, wie sonst was.
00:13:57: Das war meine erste Erfahrung mit lauter Musik.
00:13:59: Mit lauter Musik und selbst Beschallung gemacht, wo du ... Warst du so einer, der mit den Autos gespielt hat und dann laut gesungen hat?
00:14:08: Oder wie hat man das entdeckt bei dir?
00:14:11: Ich hab mich mit meinem Nachbarn mit Italiener, also mit dem hab ich mich wunderbar verstanden.
00:14:18: Mit dem ... Wie hat er den Kaisen Giovanni?
00:14:20: Giovanni.
00:14:22: Habe ich mich vor als Regal gestellt.
00:14:23: Wir haben ein Besen in die Bücherwand reingestellt.
00:14:26: Das war dann unser Mikrofon und haben versucht zu Beach Boys dazu zu singen.
00:14:30: Wie geil ist das denn?
00:14:31: Surf in USA.
00:14:32: Wir haben keine Ahnung gehabt, was wir da singen.
00:14:33: Ich glaube, ich war fünf oder so.
00:14:36: Genau solche Anekdoten wirst du zu besten geben bei deiner Jubiläumstour.
00:14:41: Wann findet die denn nochmals statt?
00:14:43: Also, es ist der Oktober.
00:14:46: Oktober ist das erste Konzert und es wird noch ein zweites geben.
00:14:49: Das findet dann in Krukzell im Freiraum statt.
00:14:52: Also ein bisschen kleiner wie ein kleines Wohnzimmer.
00:14:54: Und mehr ist nicht geplant.
00:14:55: Also es soll sich ja nicht auf zehn Konzerte verteilen und ich habe dann überall nur zwanzig Leute da.
00:15:00: Sondern ich möchte es schon ja groß haben.
00:15:04: Und Webholzried im Kultiviert findet das ganze statt.
00:15:07: Da passen auch einige Leute rein.
00:15:09: Da passen auch ein
00:15:09: paar Leute rein.
00:15:10: Da habe
00:15:10: ich mit dem Hackbrettorchester vor gar nicht so allzu langer Zeit gespielt und die fand es so schön da drin.
00:15:15: Es ist eine große Spiegelkugel drin, die ich bei einem Song auf jeden Fall auch mit verwenden
00:15:19: kann,
00:15:20: weil ich habe ja meine Schlagerzeit mit Allgäu-Power und da gibt es dann auch ein Song natürlich aus der Zeit.
00:15:26: Gibt es auch eine Geschichte dazu?
00:15:28: Möchte ich da nicht verraten?
00:15:29: Nein, wir haben jetzt schon ein bisschen getiest mit den Kindheitserinnerungen.
00:15:34: Da geht es natürlich auch los.
00:15:35: Das ist ja eine Reise durch deine musikalische Zeit, durch dein musikalisches Leben.
00:15:41: Da beginnt man logischerweise ja ganz vorne an als kleiner Thomas oder wieder kleine Thomas so in Richtung Mikrofon und Bühne dann gestapft ist.
00:15:51: Von deiner persönlichen Entwicklung her, wir hatten das Eingangsjahr Du warst Rock oder Rock-Affin, also der hat ja auch dieses ganze Drumrum am Rock gefallen, dann hast du deinen Report war weiter, du bist
00:16:07: Pop-Balladen
00:16:10: und irgendwie kommt da jetzt auch... German Vocus bei deinen Songs.
00:16:17: Das
00:16:17: war gar nicht so geplant.
00:16:19: Ich höre gern deutsche Musik und habe mir gedacht, Mensch, du könntest auch mal ein deutschen Song schreiben und habt es schon vor ein paar Jahren mal gemacht.
00:16:26: Und ich fand, das ist mir ganz leicht von der Feder gekommen, weil man träumt natürlich Deutsch, man denkt Deutsch, man unterhält sich mit den Freunden Deutsch und da fallen einem irgendwie schneller, also mir, Schneller die Worte ein, die ich eigentlich sagen will.
00:16:41: Im Englischen müsste ich dann wirklich was eingeben im Internet.
00:16:43: Wie sagt man da zu dem Wort?
00:16:44: Und von
00:16:45: den Nuance her?
00:16:46: ist die Nuance richtig?
00:16:48: Genau.
00:16:48: Und dann macht man es als Deutscher natürlich immer so, dass man sagt, ja, das hört sich aber Deutschland, was der da Englisch singt.
00:16:53: Das war auch damals bei Star Search, so wo wir im Studio waren.
00:16:56: Ich habe Downstop Minow und Queen eingesungen, da war dann ne Englisch.
00:17:00: Spreche, sprachige Musikerinnen dabei, die hat mich dann dauernd verbessert.
00:17:04: Das heißt nicht Tattoo, Tattoo, sondern Tattoo zum Beispiel.
00:17:09: Solche Sachen.
00:17:10: Und wenn man dann keine Hilfe hat und man singt dann Englisch ein und das klingt dann trotzdem deutscher, dann lass ich es lieber bleiben.
00:17:15: Dann lass ich es lieber bleiben.
00:17:16: Aber du hast es so schön gesagt, man träumt ja Deutsch.
00:17:19: Man träumt ja auch in seiner Muttersprache.
00:17:21: Und diese Empfindungen, das sind ja oft ganz feine Nuancen, die man da ja auch weitergeben möchte in Form von einem.
00:17:29: eine Songs und diese Feinfühligkeit, dieses noisierte, passiert oder geht am besten in der Muttersprache?
00:17:36: Ja,
00:17:36: geht am besten in der Muttersprache.
00:17:38: und es ist auch so, dass ich muss sagen, deutsche Sprache, sagen Sie, deutsche Sprache, schwere Sprache.
00:17:43: Es ist schwer, wir haben viele Wörter, aber wir haben natürlich auch Wörter, die es so in anderen Ländern eigentlich nicht gibt.
00:17:52: Kann ich jetzt kein Beispiel nennen, aber es gibt Wörter, wo man sagt, hey, die kann ich so oder so oder so sagen.
00:17:56: Also es gibt drei oder vier verschiedene Ausdrücke und man meint aber das Gleiche.
00:18:00: Und da findet man dann eher mal wieder ein Wort, wo man sagt, wow, das hat ja noch gar keiner gesungen.
00:18:04: Das passt ja super da rein.
00:18:05: Das ist ja ganz was Tolles.
00:18:05: Es ist wie eine Blume, wie eine exotische Blume, die dann aufgeht.
00:18:09: Bei deiner Jubiläumstour ist da auch Premiere angesagt.
00:18:14: Ja.
00:18:14: Von hauseigener Musik.
00:18:17: Genau.
00:18:17: Ich habe einen neuen Song geschrieben, der heißt, sei du selbst.
00:18:21: Der Hintergrund ist das, es gibt einfach so viel Einfluss in Instagram, Facebook und so weiter und alle lassen wollen die Menschen verändern oder manche lassen sich natürlich dann auch verändern.
00:18:33: Sei es figürlich, die eine ist dünn, der andere ist dick, ich möchte nicht so ausschauen wie der, ich möchte nicht so sein.
00:18:39: Was soll einfach so sein wie man ist?
00:18:41: Ich habe mal einen schönen Spruch gelesen, da stand dran, wenn du immer so versuchst zu sein wie die anderen.
00:18:47: Denkt dran, die anderen gibt's schon so oft.
00:18:49: Musikalisch bist du inzwischen auch deutschsprachig unterwegs, sondern in der Premiere gibt's bei deiner Jubiläumstour, aber wir dürfen quasi schon exklusiv, also worldwide.
00:19:00: Ja,
00:19:01: Vorprämiere hat noch niemand gehört.
00:19:02: Vorprämiere, da hören wir mal rein.
00:19:04: Sei
00:19:05: du selbst,
00:19:06: bleib dir treu, lieber stolz und vogelfrei, als ich immer zubelüh, meinung stets zurecht zu biegen, Seid du selbst, lass es zu Deinen Weg, den kennst nur du Nicht hier rein, Weg.
00:19:31: Wie fühlt sich das für dich jetzt anders mal auch in einem anderen Umfeld zu hören als im Studio daheim?
00:19:39: Also meine wenigen Haare, die ich noch habe, stellt es auf.
00:19:42: Das ist schon was Besonderes.
00:19:44: Weil natürlich jetzt erst einmal hier und erst einmal nach draußen das Baby loslassen, ist schon was Besonderes.
00:19:50: Hat einen tollen, ganz weichen Groove, muss ich sagen.
00:19:55: Du hast ja schon davor gesagt, die vielen Einflüsse, die da jeden Tag auf einen einprasseln, die vielen Geschichten, die am Handy ausploppen, man lässt sich leiten und lenken und vergisst eigentlich, dass man ja ein eigener Mensch ist, fremdgesteuert, wird man manchmal schon fast.
00:20:13: Und das ist ja so ein bisschen vielleicht auch die Message, sei du selbst und glaub an dich selbst und mach dein Ding.
00:20:19: Ja, also... Es soll jetzt kein Ratgeber fürs Leben sein.
00:20:21: Nein,
00:20:21: das nicht, aber... Ich möchte
00:20:22: auch niemand was vorschreiben, sondern das ist eher so, ja, für mich selber.
00:20:26: Sei du selbst.
00:20:26: Und ich habe das jetzt in so langer Zeit auf der Bühne immer wieder zu mir selbst gesagt, nein, das mache ich so, wie ich das will.
00:20:33: Und das war vom Bauch aus immer die richtige Entscheidung.
00:20:36: Vielleicht nicht, ich sage mal, finanziell oder für die Zukunft gesehen die richtige Entscheidung, aber für mich persönlich, ich kann hinter jeder Entscheidung stehen und ja... weiß warum ich es gemacht habe.
00:20:47: und dass ich es gemacht habe, bin ich stolz darauf.
00:20:50: Weil dann ist so eine innere Zufriedenheit dann auch und keine Verbissenheit so nach außen.
00:20:55: Es überträgt sich ja.
00:20:55: Ich meine, singen, das ist eine Kunst, Künstler, ganz sensiblen Mensch und alles legt sich ja bei jemand der mit der Stimme sein Geld verdient auf die Stimme.
00:21:07: Ja, das hört man bei manchen auch.
00:21:09: Also wenn sie wirklich am Tiefpunkt sind und da kommen Produktionen raus und man sagt, das ist aber nicht mehr so wie der oder diejenige, die sich geklungen hat.
00:21:18: Ist das jetzt so eine Eintagspflege dieser Song auf Deutsch?
00:21:21: Oder sagst du, okay, das war mal so ein Probierelle.
00:21:25: Ich
00:21:25: teste
00:21:26: das, wie das draußen ankommt.
00:21:28: Oder ist schon so, nein, mein Moment ist jetzt da, um auf Deutsch meine Message, meine Gefühle nach außen zu tragen.
00:21:37: Also
00:21:37: es wächst immer mehr.
00:21:38: Ich habe vor zwei Jahren schon ein Song geschrieben, den habe ich eingereicht bei so einem bayerischen Musikpreis.
00:21:43: Da ging es darum, Algoer Geräusche mit rein zu packen.
00:21:46: Da war ein Traktor zum Beispiel als Schlagzeug.
00:21:48: Ein
00:21:49: richtig schöner alter Lanz, der einfach im Hintergrund immer weiter stampft.
00:21:52: Das war das Schlagzeug.
00:21:53: Und der Song heißt Endlich Daheim und den spiele ich bei jedem Konzert und bei jedem Konzert merke ich, der kommt bei den Menschen gut an.
00:21:59: Da geht es darum, man ist viel unterwegs, aber Daheim ist halt doch am schönsten.
00:22:03: Aber daheim für alle, nicht daheim im Allgäu, sondern das ist so ein allgemeiner Song.
00:22:08: Der nächste Song steht schon in den Startlöchern, da geht's daheim bei dir, also wieder daheim.
00:22:13: Aber daheim bei dir, im Allgäu, daheim bei dir, meiner Liebe, meiner Frau, bei der Familie, da geht's auch wieder so ein bisschen um das Heimatgefühl.
00:22:20: Aber der steht schon in den Startlöchern, der Text ist schon geschrieben, die Melodie ist schon im Kopf.
00:22:25: Der wird demnächst angemacht.
00:22:27: Grad hast du gesagt, der Text ist schon da, die Melodie.
00:22:31: irgendwo schon sagen wir mal so im groben da ist es bei dir tatsächlich auch so das erstes wording um im neu hochdeutschen zu bleiben also tatsächlich erst der text da ist und dann die melodie.
00:22:43: oder ist das ganze individuell?
00:22:45: kann man gar nicht so pauschal sagen
00:22:46: individuell.
00:22:47: manchmal fallen mir melodien ein die ich dann auf dem händi einfach mal kurz aufnehmen und dann ist man überlegen was könnte da jetzt passen oder in welche richtung soll das gehen?
00:22:55: und manchmal sind wörter wo ich lese wo ich höre oder Ja, wo ich einfach von außen her aufnehme, wo ich sage, Mensch, da könnt man eigentlich ein Song drüber schreiben oder ein Thema, das mich beschäftigt dann, um dieses Zuhause zu sein.
00:23:09: Beschäftigt mich im Moment gerade wahnsinnig viel, weiß nicht warum, vielleicht bin ich so ein Stubenhocker geworden.
00:23:16: Oder weiß halt hier irgendwo auch so schön ist, du bist sehr Heimatverbund.
00:23:20: Was heißt Heimat für dich?
00:23:22: oder was heißt das Allgäu für dich?
00:23:25: Weil das Allgäuer hat einfach alles.
00:23:26: Das hat erstens mal vier Jahreszeiten, die ich super liebe.
00:23:30: Ich mag's nicht nur heiß, ich mag's nicht nur kalt, sondern so, das alles.
00:23:34: Die Menschen, klar, die Allgäuer sind auch ein bisschen schwierig und kantig und so weiter, aber sie sind ehrlich und geradeaus und freuen sich, wenn man auf sie zukommt, geht keiner aus dem Weg.
00:23:45: Also sie sind offen.
00:23:47: Das würde in einer Großstadt nie so sein.
00:23:49: Das ist
00:23:50: richtig, da ist die Allgäuer.
00:23:50: Ich habe
00:23:51: in München schon mal jemand getroffen.
00:23:53: Den ich kannte, bin an ihm vorbei und hab Hallo gesagt und das kam kein Hallo zurück.
00:23:57: Okay, hat er mich vergessen oder will er nicht?
00:23:59: Also, ich glaube, das liegt dann einfach an dem, wie sagt man, Immunität in der Stadt.
00:24:05: Ja,
00:24:05: man möchte einfach mit niemanden reden und möchte allein sein.
00:24:08: Und hier ist die Herzlichkeit, die Wärme, die Wurzeln ja auch von einem.
00:24:12: Ja, natürlich.
00:24:13: Ich bin im Allgäu geboren und ich hätte schon so viele Möglichkeiten gehabt, auch woanders hinzugehen.
00:24:18: Nein, mir gefällt es hier.
00:24:21: Ich wünsche von Herzen alles Gute.
00:24:23: Teu, teu, teu bei deiner Jubiläums Tour und sei weiterhin sehr kreativ, dass wir vieles von dir noch musikalisch
00:24:31: erfahren können.
00:24:32: Ich gebe mir Mühe.
00:24:33: Und dann spielen wir nochmal.
00:24:35: Sei du selbst.
00:24:36: Passt, finde ich, auch als Abschlussmotto.
00:24:38: Sehr schön.
00:24:39: Dankeschön.
00:24:41: Geh dir treu, lieber stolz und vogelfrei Als ich immer zu belüh' Meinung stets zurecht zu biegen.
00:24:52: Sei du selbst, lass es zu Deinen Weg den kennst nur du nicht hier.
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