Frech, klug, preisgekrönt: Cornelius Oettle packt aus!

Shownotes

Frisch ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis für „Die Anstalt“ (ZDF), nimmt Cornelius Oettle im AllgäuHIT-Kaffeeklatsch kein Blatt vor den Mund. Der Kabarettist und Autor spricht über den Reiz des politischen Spotts, seine liebsten Bühnenmomente – und warum Satire heute wichtiger ist denn je. Knappe 20 Minuten voller Humor, Haltung und Herzblut.

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00:00:02: Gesund und vital durch den Tag.

00:00:04: Der Allgäuchelt Kaffeklatsch wird präsentiert von der Bahnhofapotheke Kempten und Pur Natur, weil Gesundheit bei der

00:00:11: Ernährung beginnt.

00:00:13: Herzlich willkommen zum Kaffeklatsch.

00:00:15: Heute wird vielleicht ein bisschen mit schärfer Zunge gesprochen, zu Gast Cornelius Oetle.

00:00:22: Servus grüß dich, dass du da bist.

00:00:24: Guten Morgen, ja, hallo.

00:00:25: Vielleicht ganz kurz zu deiner Berufsbezeichnung.

00:00:27: Eine Berufsbezeichnung reicht dann nämlich nicht.

00:00:30: Kabarettist zum einen, aber es kommt die Aufzählung von zwei bis zehn.

00:00:35: Ja, Kabarettist ist im Grunde sogar gar nicht unbedingt zutreffend.

00:00:38: Also ich bin ja Auto- und Satiriker und schreibe vor allem für Kabarettisten.

00:00:44: Journalist war ich eher mal, also es hat natürlich immer noch journalistische Zöge, was ich so mache, aber es ist Eigentlich würde ich sagen, bin ich Satiriker.

00:00:53: Satiriker, die Spitze Feder bekommen wir heute zum Spüren.

00:00:57: Herzlich willkommen, schön, dass

00:00:58: du da bist.

00:00:59: Danke.

00:00:59: Du wohnst in Kempten auch schon ein paar Jahre, aber du bist jetzt kein gebürtiger Allgäuer.

00:01:04: Nicht, dass ich dich jetzt wissen möchte.

00:01:06: Nein, um Gottes Willen.

00:01:08: Woher kommst du, wo sind deine Wurzeln?

00:01:10: Ich bin eigentlich gebürtiger Stuttgarter.

00:01:12: Genau, ich bin da vor fünf Jahren aus Stuttgart hierher gezogen.

00:01:15: Und wie war da der Weg?

00:01:16: So straight, direct ins Allgäu oder über ein paar Umwege?

00:01:22: Und warum Allgäu?

00:01:23: Warum jetzt nicht?

00:01:24: Es gibt so schöne andere Gegenden, denn auch nichts kommt ans Allgäu ran, das ist klar.

00:01:30: Aber wie war es letztendlich, dass du im Allgäu ja auch verwurzelt bist?

00:01:35: Genau, also schönere Gegenden als das Allgäu gibt es natürlich nicht.

00:01:38: Ja gut.

00:01:40: Das kam so, dass meine Frau hier beruflich zu tun hatte.

00:01:45: Und für mich ist es ja letztendlich egal, ob ich in Stuttgart oder in Allgäu sitze.

00:01:48: Und dann habe ich gesagt, gut, das schaue ich mir an und ich bereue es auch nicht bisher.

00:01:53: Was ist so das Besondere?

00:01:54: Oder warum sagst du, ja, das Allgäu, das gibt mir eins, zwei, drei, vier, fünf.

00:01:59: Jetzt im Vergleich zu Stuttgart ist das natürlich ländlich heraus.

00:02:02: Absolut, ja.

00:02:03: Ja, das ist auch das Lustige.

00:02:05: Für mich ist es tatsächlich ländlich, wenn einige Allgäuer sagen, was weiß ich, die wohnen dann in Krokzell oder so und sagen, ich fahre heute in die Stadt, dann muss ich mich immer kurz fragen, welche Stadt gemeint ist.

00:02:15: Aber ja, es ist schön als Ausgleich.

00:02:17: Ich bin viel in Großstädten unterwegs.

00:02:18: Ich bin auf den München, Stuttgart, Frankfurt, Berlin, Brüssel, Strasburg.

00:02:24: Da ist das Allgäuer eigentlich ein ganz schöner Ausgleich.

00:02:27: Zum Erholen, zum Sport treiben, sportlich?

00:02:29: Bist du sportlich?

00:02:30: Ach, es geht so.

00:02:31: Also ich zähle gerade für den Campener Silvesterlauf tatsächlich.

00:02:35: Da möchte ich versuchen, die zehn Kilometer in forty-fünf Minuten zu laufen.

00:02:40: Es ist für meine Verhältnisse recht

00:02:41: sportlich.

00:02:43: Ich kann es nicht.

00:02:44: Ja, aber ansonsten hält die diesen Grenzen.

00:02:47: Ich habe noch kein Fahrrad.

00:02:48: Das ist natürlich für ein Allgeuer ein großes Problem.

00:02:50: Ein großes Problem, ja.

00:02:52: Mal gucken, vielleicht am Ende der Sendung meldet sich einer und sagt, ich habe hier noch ein Bike für dich.

00:02:58: Man kann zu sagen, einer der Auszog aus Stuttgart, um für andere zu schreiben, um die Welt auch ein Stück mitzugestalten.

00:03:07: Kann ich das so formulieren?

00:03:10: Das ist ein bisschen hochgegriffen

00:03:11: vielleicht.

00:03:11: Oh ja, ich bin heute etwas pötisch.

00:03:16: Klar, die Welt mitgestalten.

00:03:18: So habe ich mich jetzt selber noch nicht gesehen.

00:03:21: Ist ja eher so, dass man als Satiriker eher kommentierend eigentlich tätig ist.

00:03:24: Nicht unbedingt gestalterisch.

00:03:26: Ja, aber gestalterisch doch im doppelten Boden drin, also mitgestalter von Shows, mitgestalter auch von Artikeln.

00:03:35: Wie ist so dein kleiner Werdegang gewesen?

00:03:38: Studiert im geisteswissenschaftlichen Bereich, dann noch was Handfestes, dass es noch die Salamischeibe aufs Boot gibt.

00:03:46: Wie ist es dann weitergegangen?

00:03:48: Hast du dann gesagt, okay, ich klopfe mal bei irgendeinem Verlag an, bei irgendeiner Tageszeitung, hey Leute, Hab mein Bachelor frisch in der Tasche.

00:03:57: Ich bin sehr motiviert.

00:03:59: Braucht ihr mich?

00:04:01: Ja, bei mir war es eher ein bisschen anders rum.

00:04:02: Also bei mir haben nach und nach, da nehmen wir verschiedene Verlage, Unternehmen und so angefragt, ob ich für sie schreiben kann.

00:04:09: Ich hatte während des Studiums, habe ich angefangen für die Stuttgarter Zeitung zu schreiben und habe dann angefangen für Titanic zu schreiben, das Frankfurter Fakten- und Satire-Magazin.

00:04:21: Und genau, dann kam eigentlich mal eins zum anderen.

00:04:24: Also Late Night Berlin war eine Sendung, für die ich lang geschrieben hab.

00:04:28: Die Anstalt im ZDF ist jetzt sozusagen.

00:04:31: Genau.

00:04:31: Und das hat sich eigentlich immer so ergeben.

00:04:35: Also ich hab mich fast nie aktiv irgendwo beworben.

00:04:38: Ja gut, wenn man schon während dem Studium irgendwas so, dann rutscht man zu einer Reihe, hat man irgendwie schon einen Fuß so in der Tür.

00:04:45: Aber wann merkt man eigentlich, dass man Ja, schon so ein bisschen spitzere Feder hat beim Schreiben als jetzt vielleicht andere Autoren, Journalisten, Renakteure.

00:04:55: Das hat angefangen, als ich Theaterkritik geschrieben habe in Stuttgart, weil ich da schon so ein bisschen die Neigung hatte, Kritik, sagen wir mal humoristisch abzufedern.

00:05:06: Und irgendwann habe ich dann gedacht, ich brauche eigentlich den Theaterrahmen nicht mehr, um humoristisch zu schreiben und habe dann einfach für mich quasi angefangen, ohne diesen oder den Gegenstand des Theaters humoristisch zu arbeiten.

00:05:20: So, die erste Berufsbezeichnung Satirica und die Anstalt hast du vor ein paar Minuten ja schon angesprochen im ZDF.

00:05:28: Ist es so ein bisschen Champions League da, im Schreiberteam zu sein?

00:05:32: Ich weiß nicht, ob ich das jetzt selber einordnen sollte.

00:05:36: Ich halte das für eine der besseren Sendungen im deutschen Fernsehen, sagen wir es mal so.

00:05:40: Und es macht auch Spaß daran mitzuarbeiten.

00:05:43: Kannst du dich da an Tag eins noch erinnern, wo du damals in der Redaktion im ZDF warst?

00:05:48: Oder den restlichen Redakteurrück, die

00:05:54: du

00:05:55: da stellst?

00:05:56: Das war damals gar nicht so viel, das war während der Pandemie.

00:06:00: Klaus-Hann-Wagner war krank, dann waren wir eigentlich nur zu dritt.

00:06:03: Okay, überschaubar.

00:06:05: Max Uthoff und ich.

00:06:07: Ach ja, das war eigentlich ... Unkomplizierte.

00:06:09: Wir haben uns getroffen, haben angefangen zu schreiben.

00:06:13: Ist das so in Gruppenarbeit?

00:06:14: So auf Knopfdruck irgendwie Kreativzeit?

00:06:17: Genau.

00:06:17: Also, morgens um zehn geht's los.

00:06:20: Aha.

00:06:22: Eine christliche Zeit.

00:06:24: Ja, für mich ist das ganz wichtig.

00:06:26: Eigentlich sage ich immer keine Termine vor elf.

00:06:28: Okay.

00:06:29: Deshalb ist das auch heute für mich eine Herausforderung.

00:06:31: Oh, vielen Dank, dass du da warst.

00:06:32: Ich weiß das oder wir alle wissen das zu schätzen.

00:06:35: Korneel gesehen.

00:06:37: Kannst du dich an deinen ersten Text erinnern, den du da verfasst hast?

00:06:41: Bei der Anstalt jetzt?

00:06:41: Ja, bei der Anstalt.

00:06:44: Oder um was es ging.

00:06:45: Ja, ich glaube, ich bin jetzt gar nicht mehr ganz sicher.

00:06:47: Ich glaube, das war eine Folge, in der wir einerseits die Bundestagswahl und andererseits Afghanistan besprochen haben.

00:06:54: Also wir haben versucht, diese zwei Themen da zusammenzubringen.

00:06:58: Ich wüsste jetzt aber nicht mehr genau, was ich da geschrieben

00:07:00: habe.

00:07:00: Ja, also so dein Einstandtext habe ich jetzt irgendwie geweint.

00:07:05: Wie ist das?

00:07:05: Also von der Kreativität.

00:07:07: Das ist ein unfassbar kreativer Besuch, sage ich schon, Beruf.

00:07:12: Du saugst ja jegliches aus allen Ebenen irgendwo auf.

00:07:16: Sei es vom Print, Internet, Radio Meinetwegen, auch andere Fernsehshows.

00:07:22: Du laufst durch die Fußgängerzone und springt dich das schon irgendwie an.

00:07:26: Das könnte ich aufnehmen.

00:07:27: Ja, also klar, das gehört dazu, dass man irgendwie ein bisschen was mitbekommt

00:07:32: von der Welt.

00:07:33: Ja, na.

00:07:35: Und natürlich schaut man dann auch mit diesem Blick oft auf die Nachrichten oder auch auf den Alltag, klar.

00:07:41: Die politische Situation momentan, ist das für euch so ein Buffet, wo ihr fünf Gängemenüs zaubern könnt?

00:07:50: Naja, also... Das Problem der jetzigen politischen Situation ist ja, dass man eigentlich als Satiriker gar nicht mehr so viel zum Überspitzen hat.

00:07:58: Weil die sich selber schon jeden Tag über treffen quasi.

00:08:02: Genau.

00:08:02: Mittlerweile ist ja auch Komik und Humor so ein bisschen Alltag der Kommunikation geworden.

00:08:08: Und dann muss man sich manchmal schon fragen, will man jetzt dazu beitragen, das alles noch verrückt dazu machen?

00:08:12: Oder muss man als Satiriker jetzt mittlerweile schon die Einordnende Aufgabe übernehmen, was natürlich eigentlich nicht Berufsbeschreibung ist, aber irgendwie hat sich das ein bisschen gewandelt.

00:08:21: Im Laufe der Jahre seid du jetzt da auch mit dabei bist.

00:08:25: Ja, spätestens seit Trump, würde ich sagen.

00:08:27: Ja, oder seit Trump, zwei Punkt Null.

00:08:31: Jetzt, ich habe die Anstalt gerade nochmal angesprochen, weil da eine Folge oder eine Ausgabe, ein Drehbuch ausgezeichnet worden ist, wo du im Team warst und da den deutschen Fernsehpreis bekommen hast.

00:08:45: Wie ist das?

00:08:46: Deutscher Fernsehpreis?

00:08:47: Also mir wird erst mal die Spucke weg bleiben.

00:08:50: Und als Radio-Moderatorin ist es doof, wenn plötzlich nichts mehr kommt.

00:08:56: Weit weiß man, dass im Vorfeld von diesen großen Event, dass man dann, also wie wirkt es?

00:09:03: Kommt da ein Anruf, kommt eine Mail, kommt eine WhatsApp, sinkt ihr das jemand irgendwie ins Telefon?

00:09:07: Also man bekommt eine E-Mail, dass man nominiert ist, dann muss man dann nach Köln fahren und drei Stunden Show über sich ergehen lassen und Wenn man Glück hat, wird man ausgezeichnet.

00:09:18: Also man weiß tatsächlich im Vorfeld nicht, dass man es wird.

00:09:21: Nee, also man weiß, dass man nominiert ist, aber man weiß bis zu dem Tag selber nicht, ob man gewinnt.

00:09:27: Oft denkt man ja, okay, die tun jetzt einfach nur so, weil Winneries oder die Oscar goes to, es ist tatsächlich so in dem Moment, also das... Die unglaubliche Anspannung von einem Schweißperlen auf der Stirn, Schweißrande unterwärts.

00:09:40: Ja, ich glaube, wenn einem das viel bedeutet, dann hat man da Schweißperlen auf der Stirn.

00:09:45: Bei mir war es jetzt eine Mischung aus Freude und Scham.

00:09:49: Scham kann jetzt wahrscheinlich der ein oder andere gar nicht einordnen in diesem Kontext.

00:09:53: Ja, weil man damit natürlich schon irgendwie zu dieser Medienbranche offiziell dazugehört, wenn man so einen Preis gewinnt.

00:09:58: Und ja, ich habe jetzt nicht nur sozusagen positive Empfindungen gegenüber dieser Branche.

00:10:06: Aber nein, es ist natürlich schön, dass man da wahrgenommen wird.

00:10:09: Das ist auch für so eine Sendung wichtig.

00:10:11: Und wir versuchen ja tatsächlich, obwohl es natürlich humoristisch ist, sehr ernsthaft mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen.

00:10:17: und dass das dann da auf dem Schirm ist bei so einem Preis, das halte ich schon für wichtig und durchaus auch für schön.

00:10:22: Gibt es irgendein besonderer Platz, wo diese Trophäe steht?

00:10:26: Oder muss dieser Platz auch noch geschaffen werden?

00:10:29: Ja, auch die steht gerade so halb im Bücherregal, die ist auch schon ein bisschen gesplittert.

00:10:33: Oh!

00:10:34: Ja, wir haben leider drei, also wir haben ja in Summe fünf Trophäen bekommen für unser Team und drei davon haben wir schon demoliert.

00:10:40: Nein!

00:10:42: Die werden leider sehr schlecht in so eine Schatulle verpackt und die öffnet sich manchmal zur falschen Seite und dann fällt der runter.

00:10:48: Wo kommen deine spitzformulierten geistigen Ergüsse noch so zum Tragen oder an die Öffentlichkeit?

00:10:56: Oh, das war jetzt sehr kompliziert formuliert.

00:11:00: Ja,

00:11:00: also ich habe verschiedene Publikationsorte sozusagen.

00:11:04: Ich schreibe eine monatliche Kolumne für die kleinere Zeitung Kontext in Stuttgart.

00:11:09: Ich habe eine wöchentliche Videokollumne.

00:11:11: bei Titanic, habe ich glaube ich schon erzählt, das Frankfurter Fakten- und Satire-Magazin.

00:11:16: Das kann man bei Instagram zum Beispiel sehen.

00:11:18: Da mal reinklicken, sehr gerne.

00:11:20: Genau, Titanic kann man immer abonnieren, sowohl Print wie auch bei Instagram.

00:11:25: Jetzt hört man da ja schon so verschiedene Möglichkeiten raus, wie du deine Sachen und deine Formulierungen an eine Mann und Frau bringst.

00:11:36: Welches ist so das Genre, wo du sagst?

00:11:38: Ist das jetzt so über Clips?

00:11:41: Ist das für andere schreiben und dann doch ein bisschen so im Hintergrund bleiben oder selbst vornehin stehen?

00:11:49: Was ist so das, was dich am meisten anspricht momentan?

00:11:53: Also ich muss sagen, beides ist natürlich, beides hat Vor- und Nachteile, das Schöne ist, wenn man für andere schreibt, müssen die den Witz rüberbringen, da hat man selber den Druck nicht.

00:12:02: Gleichzeitig findet man natürlich selber dann auch nicht statt.

00:12:05: Mir macht eigentlich diese Mischung Spaß.

00:12:07: und Ja, zurzeit eben diese wöchentliche Videokolumne bei Titanic ist so das neueste für mich.

00:12:12: Das mache ich seit Anfang des Jahres.

00:12:14: Und das bereitet mir eigentlich auch Freude.

00:12:16: Und Camden und KI, da gehen wir gleich genauer drauf ein.

00:12:21: Muss man bei dir, wenn man mit dir so abends gemütlich in der Gruppe beieinander ist, so achten, was man sagt?

00:12:29: Kommentierst du das möglicherweise gleich?

00:12:31: Ja, natürlich.

00:12:33: Wenn jemand Quatsch erzählt, muss ich das natürlich auch anmerken.

00:12:36: Das sollte man aber, glaube ich, generell.

00:12:38: Man sollte immer darauf achten, was man sagt.

00:12:40: Das ist absolut richtig.

00:12:41: KI habe ich jetzt gerade vorhin schon gesagt.

00:12:44: Also künstliche Intelligenz ist ja nicht erst seit gestern irgendwo aus dem Boden gewachsen.

00:12:48: Und auch bei dir, dich hat KI schon vor etlichen Jahren irgendwie, ja, in gewisser Art und Weise vielleicht auch fasziniert?

00:12:57: Absolut, ja.

00:12:58: Also, gut, bei mir ist es natürlich die Kombination aus KI und Comic.

00:13:02: Das hat mich früh schon, also auch bevor der KI-Hype jetzt aufkam, einfach interessiert, wie kann man, kann ein Computer oder kann eine Maschine überhaupt komisch verstehen oder ist das etwas, was sozusagen tiefst menschlich ist?

00:13:13: Und deshalb machen wir auch am neunzwanzigsten November in Camden die KI im Pro Show.

00:13:18: Ja, jetzt Camden ist natürlich hier mal, ja, die Metropole des Allgäus, da muss man schon sagen, du bist ja nicht nur in der Welt aktiv, Brüssel war ja auch schon ein Thema oder beim ZDF, Sondern du bist auch hier in deinem neu gewonnenen Heimatort Kempten auch dort vor Ort aktiv eben mit Impro Theater.

00:13:39: Vielleicht kannst du da mal noch zwei, drei Sätze dazu sagen.

00:13:42: Ja, sehr, sehr gerne.

00:13:43: Wie

00:13:43: du zum Tick zum Theater in Kempten überhaupt gekommen bist.

00:13:46: Da hast du auch nicht an der Klingel geklingelt.

00:13:49: Nein, das ist doch die KI-Impro-Show, die wir jetzt am neunzwanzigten November im Kornhaus machen, nicht im Theater.

00:13:57: Die ist so entstanden, dass ich mit dem Schauspieler Sebastian Strehler eigentlich die Idee hatte, der ist ein versierter Improkünstler.

00:14:05: Also, Improteater ist ja auch eine eigene Kunstform.

00:14:07: Das spielt auch auf Theater-Sport.

00:14:09: Theater-Sport, das ist sportlich und sehr spontan.

00:14:12: Ich muss die Kollegen auf der Bühne permanent irgendwie, wie kann ich das auch fangen, umsetzen und irgendwie weiter spielen.

00:14:20: Ja, genau.

00:14:20: Und als dann so vor zwei, drei Jahren dieser KI-Halb losging, Da haben wir gedacht, man könnte das einmal gucken, wie spontan ist eigentlich so eine künstliche Intelligenz, versteht die was von Theater, versteht die was von Humor.

00:14:31: Und so sind wir draufgekommen, diese Impro-Show mit künstlicher Intelligenz zu machen.

00:14:36: Ja, muss man sich das vorstellen.

00:14:38: Also ihr lasst die KI-Texten?

00:14:42: Auch.

00:14:43: Das Schöne ist, dass die KI sich brutal schnell weiterentwicke.

00:14:46: Das heißt eigentlich, jedes Show hat schon wieder neue Elemente.

00:14:50: die vorher noch gar nicht möglich waren.

00:14:51: Das kann sein, dass wir im halben Jahr wieder Technologien oder Techniken haben, die wir jetzt noch nicht verwenden können.

00:14:58: Und das ist schon faszinierend.

00:15:00: Also am Anfang ging das wirklich nur mit Text.

00:15:02: Da hatten wir ein Bildschirm auf der Bühne und man konnte lesen, was die KI schreibt.

00:15:05: Mittlerweile kann man sie hören.

00:15:06: Sie spricht, sie spielt sozusagen mit.

00:15:09: Genau, also das ist für uns interessant, ich glaube auch für den Zuschauer.

00:15:13: Jetzt gerade dieses KI-Impro-Theater, was da im November stattfindet.

00:15:19: Wie viele People sind da?

00:15:21: Also, wie lang ist eure Show?

00:15:25: Die ist ja noch im Finalen entstehen wahrscheinlich, oder?

00:15:28: Fein-Tuning ist bis der vorhang oder der fiktive Vorhang

00:15:31: hoch geht.

00:15:32: Man kann gar nicht viel proben, weil es wie gesagt eine Impro-Show ist.

00:15:35: Also das Publikum hat da einen gewissen Anteil daran.

00:15:37: Das gibt verschiedene Vorgaben.

00:15:38: Die KI ist natürlich auch nicht vorhersehbar.

00:15:40: Nein.

00:15:41: Wir haben auf der Bühne sind wir zu viert.

00:15:42: Wir haben Murat Parlak, glaube ich hier ein sehr bekannter Musiker in Kempten.

00:15:46: Sebastian Strehler und Christoph Banger, da sind die Darsteller.

00:15:49: Ich sitze sozusagen am Laptop und steuere die KI.

00:15:52: Und genau, das ist zuviel.

00:15:58: Wie ist das, wenn man, okay, Publikum ist Teil der Show-Impro.

00:16:03: Da ist jeder gefordert, nicht nur das Team, was dann agiert auf der Bühne oder vielleicht ein bisschen unterhalb der Bühne, so diese unmittelbare Reaktion überhaupt vom Publikum.

00:16:13: Das ist schon auch nochmals dann in anderen Darstellungsformen von Satire oder Humor, von Kabarett, von Comedy.

00:16:21: Ja natürlich, also vor Publikum zu spielen ist natürlich was anderes als irgendwie in seine Smartphone-Kamera zu sprechen.

00:16:31: Hat Vor- und Nachteile.

00:16:32: Das Schöne ist, das Handy gibt natürlich keine Reaktion.

00:16:35: Das ist einerseits blöd, weil man nicht weiß, ist das lustig oder nicht.

00:16:39: Andererseits gibt es eben auch mit Sicherheit keine Reaktion.

00:16:42: Das Publikum weiß man eben nicht, lacht es oder lacht es nicht.

00:16:45: Und ich sag mal so, wenn ein Publikum nicht lacht, Ist das natürlich nicht das schönste für einen Satiriker, ja.

00:16:51: Kaim, hast du von der Thematik schon vor ein paar Jahren aufgegriffen?

00:16:56: Ist es auch, wo man als Schreiberling nicht böse gemeint, als Schreiberling auch ein bisschen Angst hat, dass man irgendwann gar nicht mehr eine Daseinsberechtigung hat, dass tatsächlich alles in der Branche oder in dem Meteor oder in dem Berufszweig Kaimal Head of All People ist?

00:17:14: Also ich habe die Angst nicht so sehr.

00:17:17: Gleichzeitig ist es schon so, dass das künstliche Intelligenz in allen Bereichen den sozusagen den durchschnittlichen Menschen, den durchschnittlichen Arbeiter oder wie man es denn möchte ersetzen kann.

00:17:27: Und jetzt ist man ja auch immer ein bisschen aufs Publikum angewiesen, dass die das ein Stück weit auch gut finden und unterstützen, was man macht.

00:17:33: Und wenn natürlich, sagen wir mal, der Massengeschmack dahin neigt, das zu akzeptieren, was eine KI macht, wenn einem das reicht, dann ist das schlecht für Künstler, weil die dann irgendwann tatsächlich ersetzt werden.

00:17:44: Wenn man natürlich in der Lage ist, besser zu sein und sich ein bisschen abzuheben von diesem Durchschnitt, dann hat man auch die Möglichkeit, weiterhin seinen Beruf zu machen.

00:17:55: Ja, das ist in der Tat ein Problem.

00:18:13: Und seit du im Business bist, wie hat sich das vielleicht auch verändert?

00:18:18: von den Grenzen, von der Gürtelinie, meinetwegen?

00:18:22: Ja, also diese Differenzierung ist, glaube ich, vor allem im deutschsprachigen Raum vorhanden.

00:18:27: Jetzt in der US-Comedy, da ist das alles im Prinzip eine Soße.

00:18:31: Ja, das ist... Einmal Heinz Ketchup, bitte.

00:18:35: Ja, genau.

00:18:36: Also... Ich selber würde jetzt gar nicht so klar die Trennlinien ziehen.

00:18:40: Natürlich hat man manchmal das Gefühl, das Kabarett ist vielleicht tendenziell politischer, ein bisschen feinzieselierter in der Sprache.

00:18:47: Aber auch das lässt sich mit Sicherheit nicht mehr so klar trennen, wie es früher vielleicht der Fall gewesen ist.

00:18:52: KI-Impro-Theater hast du schon angesprochen hier bei uns im Alba in deiner zweiten Heimatstadt.

00:18:59: Was steht sonst noch so bis zum Jahresende bei dir an?

00:19:02: Auf was freust du dich vielleicht auch ganz besonders?

00:19:04: oder welche Entwicklungen sich da auftun, natürlich die Anstalt im Team vom ZDF.

00:19:11: Das ist schon so ein... Ja, ich sag's einfach mal, weil ich das jetzt halt so sehe, Zuckerlehr.

00:19:16: Also für mich wäre das jetzt auch ein bisschen Champions League.

00:19:19: Genau, also neben der KI-Impro-Show am neunundzwanzigsten November im Kornhaus haben wir, oder hab ich jetzt noch zwei Folgen Anstalt dieses Jahr.

00:19:30: Klar, das ist sozusagen die Hauptarbeit.

00:19:34: Dann freue ich mich auf die Frankfurter Buchmesse, die ist übernächstes Wochenende.

00:19:39: Da bin ich immer vor Ort, da bin ich diesmal auch für Titanic am Stand.

00:19:43: Da kann man dich ja auch gleich verleben.

00:19:44: Genau, da kann man mich am Freitag gleich verleben.

00:19:46: Ich weiß noch nicht genau, was ich mache, aber ...

00:19:49: Ja,

00:19:49: spontan.

00:19:50: Titanic-Stand

00:19:50: ist immer

00:19:51: eine gute Adresse auf der Buchmesse, muss ich sagen.

00:19:54: Und da ist für mich immer ein bisschen schon Jahreshighlight, dass wir ein bisschen wie Familien treffen eigentlich bei Titanic.

00:20:02: Wißt du auch sonst gerne?

00:20:03: Ja, also in letzter Zeit natürlich weniger Romane und mehr Sachbücher, mehr tägliche Nachrichten natürlich.

00:20:12: Ich versuche aber schon mehr Zeit am Buch, als am Handy zu verbringen, aber es gelingt mir natürlich nicht.

00:20:18: Ja, wobei du musst ja mit so viel Buchstaben jeden Tag umgehen.

00:20:21: Es selber schreiben dich natürlich erst inspirieren lassen, um was zu schreiben.

00:20:27: jetzt vielleicht auch nochmals für die Anstalt.

00:20:30: Wie lang ist es?

00:20:31: Es ist natürlich unterschiedlich lang wie bei einem Schriftsteller ja auch.

00:20:35: Ist jetzt kreativ, nachmittags um fünfzehn Uhr bei einem Stück Sahnetorte, der andere ist so der Nachtaktiv?

00:20:43: Bist du die Nacht-Eule oder doch der...

00:20:47: Ja, also ich bin tatsächlich eher nachtsaktiv, weil ich habe zwar vorhin schon gesagt, jetzt morgens ist nicht meine Uhrzeit und ich arbeite tatsächlich öfters mal bis drei oder vier Uhr nachts, weil ich da einfach besser schreiben kann.

00:21:00: Das ist aber einfach mein Biorhythmus, glaube ich.

00:21:03: Oder der hat sich dahingehend mal entwickelt.

00:21:06: Ich fürchte,

00:21:06: der war schon immer so.

00:21:10: Jetzt gerade auf deine Heimat, das Alba nochmal zurückzukommen, hast du ein Lieblingsalbaer Wort?

00:21:16: Allgäuer Wort.

00:21:18: Ich kenne gar keine speziellen Allgäuer Wort.

00:21:21: Die Festwoche ist natürlich mein Lieblingswort.

00:21:24: Fest

00:21:26: mit S-C-H?

00:21:27: Ja,

00:21:28: die Festwochen.

00:21:31: Ich wüsste jetzt gar keinen Allgäuer Begriff, glaube ich.

00:21:34: Zumindest keiner der mir spontan

00:21:35: einbildet.

00:21:35: Okay, das Gräste ist ja nicht so typisch allgäuerisch.

00:21:38: Das hat man ja in der Schweiz.

00:21:40: Sagt man einen Stuttgart auch?

00:21:41: Oder wie sagt man denn da?

00:21:43: Na ja, wir sprechen ja Schwäbisch und Stuttgart, das hört man ja hier durchaus auch.

00:21:46: Also das ist ja interessant.

00:21:47: Also das Allgäue nehme ich ja sprachlich so wahr als ein bisschen Mischmasch eigentlich aus Bayerisch und Schwäbisch.

00:21:54: Das hört man vielleicht nicht so gerne im Allgäu.

00:21:55: Ich weiß

00:21:56: nicht.

00:21:57: Vor allem die harten Konsonanten gefallen mir.

00:21:59: Also ich höre öfters mal so Sätze wie... Also nicht, meine Mutter hat gesagt, halt bitte, die noch tränke oder so, so klingt das für mich zumindest.

00:22:07: Ich bin aber ein großer Fan, also ich höre das sehr gern, muss ich sagen.

00:22:11: Von der Kulinarekehr, ich stelle dir da jetzt eine Weißwurst hin, natürlich vor zwölf, wohlgemerkt und eigener Kässpatzen.

00:22:20: Zu welchem Teller greifst du?

00:22:22: Zu den Kässpatzen, das ist für mich eigentlich, zum Einen das ist vegetarisch, das ist mein Vorteil für mich, ich versuche wenig Fleisch zu essen.

00:22:28: Und zum anderen, das ist, finde ich, eine der besten Speisen, die es überhaupt gibt.

00:22:33: Sehr gut.

00:22:33: Und das ist ein schönes Schlusswort.

00:22:35: Cornelius, Ötli, vielen Dank für's Dasein und für den Einblick in dein kreatives Schaffen.

00:22:40: Danke schön.

00:22:41: Vielen

00:23:00: Dank.

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