Zwischen Glauben und Gesellschaft – Gespräche mit der Dekanin Dorothee Löser aus Kempten
Shownotes
In diesem Podcast spricht die Dekanin offen über Glauben, Kirche und die großen Fragen unserer Zeit.
In persönlichen Gesprächen geht es um Spiritualität im Alltag, gesellschaftliche Herausforderungen, Hoffnung, Zweifel und neue Perspektiven für die Kirche.
Ehrlich, nahbar und inspirierend – ein Podcast für alle, die sich für Glauben, Werte und das Leben in unserer modernen Welt interessieren.
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00:00:02: Der Allgäuhit Kaffee-Clutch wird präsentiert von den Lebensgestaltern.
00:00:06: Stundenweise Zuwendung statt getakteter Hektik, dein Ambulanterdienst im Allgau für Pflege und Betreuung mit Zeit!
00:00:15: Heute ist mein Gast Dorothee Löser herzlich willkommen.
00:00:18: schön dass Sie da
00:00:19: sind.
00:00:21: dürfen Ihre Personen in Beschreibung gerade einmal selbst übernehmen.
00:00:24: sie sind nämlich Frau von ganz vielen Menschen hier bei uns im Allgaue.
00:00:29: Ja, ich freue mich sehr dass ich heute Morgen hier sein darf beim Kaffeklatsch.
00:00:32: Ich bin Dekanin also ich bin eigentlich evangelische Pfarrerin und war vierzehn Jahre im Gemeindedienst und bin jetzt seit zwei Jahren hier im wunderbaren Allgäu-Lebe in Kempten und bin zuständig für alle Kirchengemeinden von Madoberdorf bis runter nach Lindau und habe ein großes Gebiet
00:00:52: Und ich
00:00:53: bin ja für Diakone, Facherinnen, Religionspädagogen, Religionspädagoginnen zuständig und immer wieder auch selber auf der Kanzel in verschiedenen Kirchen.
00:01:03: Sie haben ganz viele Schäfchen – darf man das bei den evangelischen Aussagen?
00:01:07: Frau Dekanen!
00:01:09: Ganz viele Schähfchen zu betreuen hier bei uns im Allgäu.
00:01:12: Und seit zwei Jahren sind sie... muss ich natürlich ein bisschen nach zurück gehen.
00:01:18: Wir zäumen das Pferd ein bisschen von zurück auf, von wo aus sind Sie denn gebürtig?
00:01:23: Schon aus Süddeutschland!
00:01:25: Ich komme aus Südeutsche Land und bin in Schwelbin.
00:01:27: Ich bin in Stuttgart unterhalb des Fernsehturms aufgewachsen und groß geworden.
00:01:33: Ich war dort mit zwei Schwestern und bin eigentlich ein Stadtkind.
00:01:41: Ja, ich habe in Tübingen und Heidelberg studiert.
00:01:43: In Heidelberg habe ich meinen Mann kennengelernt und er hat immer gesagt, der möchte mal nach München.
00:01:47: Ich dachte gut dann gehen wir nach Bayern das ist ja auch sehr schön!
00:01:52: Und dann kam mich zunächst einmal nach Freising in der Nähe von München nach Oberbayern und so war mir der Weg jetzt aus in ein neues Bundesland.
00:02:02: Und seitdem lebe ich in Bayern.
00:02:03: Ist grätschig, gleich mal Rheinsehungssagzehn und zwei Schwestern?
00:02:06: Ich auch!
00:02:06: Drei Mädelhaus oder drei Mädeln haben
00:02:08: es?
00:02:08: Drei
00:02:08: Mädelhaus?!
00:02:09: Genau!
00:02:10: Welche sind Sie von den drei...?
00:02:11: Ich
00:02:11: bin das Sandwich Kind
00:02:13: und sie... Wir sind das Patty!
00:02:16: Wir sind da Patty!
00:02:17: Und manche sagen ja die haben's am schwersten aber ich finde es hat alles irgendwie sein...
00:02:22: Jeder hat mal einen Vorteil und mal ein Nachteil von seiner geburten Position hier Aus Stuckert, also von einer Großstadt oder von der Landeshauptstadt sind sie ja dann mal nach München kommen.
00:02:36: Wie wird
00:02:36: man dekanen?
00:02:38: Auch das ist wahrscheinlich die Frage mit der es sich schon öfters konfrontiert worden sind, oder?
00:02:43: Ja ich werde noch öfter gefragt warum wird man in eigentlich Pfarrin?
00:02:48: oder warum studiert man eigentlich Theologie und da verschiedene Vorstellungen, was man als Pfarrerin macht.
00:02:56: Man sagt, weht es gut an den ganzen Tag?
00:02:59: Aber wie wurde ich Pfarrin?
00:03:01: und guckt jetzt die Dekanen... Ich war nach meiner Konformation in der Jugendarbeit tätig Und wir waren jedes Jahr in Schweden und haben große Freizeiten gemacht,
00:03:13: haben
00:03:14: Tag und Nacht über Gott und die Welt diskutiert.
00:03:16: und dann kam ich eben auch Nach der Schule war klar, wie geht's weiter?
00:03:22: Und ich war so jemand, ich wollte irgendwie was machen, was nicht so Mainstream ist.
00:03:26: und was Verrücktes.
00:03:28: Wo ich merkte das bin ich, dann habe ich gedacht vielleicht Deutsch und Germanistik und Theologie weil mich hat die Germanistiks sehr interessiert.
00:03:37: Ich hab mir auch überlegt Biologie und Theologie?
00:03:39: Das wäre eine ganz
00:03:40: crazy Kombination!
00:03:44: Und nach einem Semester Germanistick Und Theologie habe ich mich ganz auf die Theologie dann gestürzt.
00:03:52: Ich fand das großartig, einfach in die Tiefe zu schürfen, philosophisch zu denken...
00:03:56: Auch das Abstraktem manchmal oder für viele das Abstrakte?
00:03:59: Weil nicht greifbar!
00:04:00: Die Welt ist die Idee einzutauchen, seit Menschen gibt es Überlegen, wo kommen wir her und warum ist das Leben endlich?
00:04:10: Wie geht's danach weiter?
00:04:11: Also ich hatte da so ganz große Lust da richtig in die Tiefe zu gehen.
00:04:17: Und das ist bis heute so, dass ich gerne einfach zur grundsätzlichen Fragen des Lebens stelle und je mehr ich nach dem Leben fragt finde ich Antworten aber umso mehr fragen.
00:04:31: also es ist ein ganz großes Abenteuer des Leben und die Theologie gibt da einfach ein paar Punkte find' ich ganz gute Antworten
00:04:40: Ganz gute Antworten und ein gutes Fundament auch für weitere Kreativität oder auch das Hinterfragen grundsätzlich.
00:04:48: Wir sind es damals so in ihrem Familienkreis oder Freundeskreis, bekannten Kreise aufgenommen worden, dass sie in Richtung Theologie gehen, dass die Pfarrerin, die Kanin eventuell auch mal werden wollen ist es so hey wie bist denn du unterwegs?
00:05:04: Es gibt zu viele andere Berufe?
00:05:06: oder?
00:05:06: nee das finden wir voll interessant weil eben sehr erfüllend.
00:05:11: Also das war ganz unterschiedlich.
00:05:12: Ich
00:05:12: komme aus einem ganz christlich geprägten Elternhaus mit einer großen Weite und mein Vater hat auch immer gesagt, also wenn dir irgendwas zu eng wird oder wenn dir was zu einengend ist dann nimm die Beine in die Hand und geh wieder!
00:05:26: Und da... Die haben sich eigentlich sehr gefreut dass ich Theologie studiere und gerade aus dieser christlichen Jugendarbeit.
00:05:35: Da hat aus unserem Freundeskreis sind acht Pfarrer praktischer Vorgegangen und Pfarrerin.
00:05:41: Aber wir waren auch schon eine ganz kritische Mannschaft, also ich weiß noch genau, gerade zwischen achtzehnundzwanzig waren wir wahnsinnig kirchenkritisch und wir waren uns einig entweder sind wir konsequent und gehen da raus oder wir gehen da mitten rein und bringen uns da ein und verändern was und wollen etwas mitgestalten.
00:06:02: und das war für mich auch ne Motivation in die Kirche zu gehen zu gestalten, mitzuverändern und einfach bei den Menschen zu
00:06:11: sein.
00:06:12: Kreativität auch eine freie Geist der sich weiterentwickelt im Lauf der Zeit das sind so ein
00:06:18: paar
00:06:18: Punkte gewesen die bei ihnen mit Ausschlaggebend waren dass sie in die Richtung Kirche gegangen sind und das ist ja sehr erfolgreich.
00:06:29: Dieser Switch Baden-Württemberg, Bayern Baden Württemburg, Bayern – das ist auch so ein bisschen ein roter Faden der sich durch ihr Bis dato Leben zieht!
00:06:38: Ja
00:06:39: also ich habe nach meinem Abitur wie gesagt in Tübingen und Heidelberg studiert hab dann meinen Mann kennengelernt, da sind wir nach Bayern und dort war ich vierzehn Jahre Gemeindepferin mit Leib und Seele und bei uns ist es dann üblich nach einer gewissen Zeit im Fahrberuf zu wechseln.
00:06:57: Und dann habe ich einen großen Schritt gemacht und bin ins Landeskirchenamt nach München, und bin praktisch von der aktiven Arbeit als Pfarrerin in die Kirchenleitung
00:07:08: und
00:07:09: war zuständig für alle Pfarrerinnen der Bayerischen LandeskIRCHE.
00:07:13: über zwei tausend Kollegen und Kolleginnen.
00:07:15: Oh!
00:07:16: Kann man sich namentlich natürlich nicht alle merken?
00:07:19: Nein.
00:07:21: Aber
00:07:22: und habe dann auch einfach kirchliche Arbeit nochmal ganz anders kennengelernt, Kirchenpolitik auch kennengelernet und die Bayerische Landeskirche auch noch mal viel intensiver und tiefer kennen gelernt.
00:07:35: Sowieso dadurch dass ich ja nach dem Abitur weggegangen bin, kenne ich die Bayersche Landeskürche von der Struktur her besser als meine ursprüngliche Heimatlandeskirche.
00:07:44: Ja,
00:07:45: hat sich im Laufe der Jahre – Sie sind ja jetzt ein paar Tage oder ein paar Jahre schon als Pastorin oder jetzt seit zwei Jahren in Kämpfen als Dekanin auch tätig – haben sie schon eine Verwandlung der Kirche mit Leben?
00:08:01: Oder merken Sie da ist eine Veränderung da die letzten zehn Jahre, meinetwegen?
00:08:07: Also evangelische Kirche ist ja eigentlich eine Kirche, die von dem Grundtypus her immer wieder im Wandel ist.
00:08:17: Die Kirche soll sich immer wieder neu verändern
00:08:19: und
00:08:20: reformieren.
00:08:21: Das war so von Luther der große Ansatz.
00:08:23: Und das finde ich auch extrem wichtig, dass wir immer wieder drüber nachdenken sind wir bei den Menschen wie die Menschen uns brauchen.
00:08:32: Sprechen wir das Wort Gottes zu den Menschen, wie es in die heutige Zeit
00:08:36: passt.
00:08:38: laden ein, die Liebe Gottes zu erleben.
00:08:41: Dass sich die Menschen angesprochen fühlen und gerne bei uns dabei sind.
00:08:45: Und jetzt gerade sind wir aber in einer ganz großen Veränderungsphase.
00:08:49: Wir merken dass sich die Grundvoraussetzungen einfach fundamental ändern.
00:08:55: Menschen suchen nicht mehr nur so wie es vielleicht vor dreißig vierzig Jahren waren in den großen Volkskirchen ihre geistliche Heimat sondern es gibt ein riesiges Angebot.
00:09:06: Ja, viel
00:09:06: Konkurrenz muss man ja schon fast sagen zu den Hauptkirchen
00:09:09: oder?
00:09:10: Ich finde, Konkurrence belebt auch den Markt und es gibt auch viele gute Sachen und deswegen finde ich müssen wir natürlich auch in Anführungsstriche viel mehr kundenorientiert
00:09:22: arbeiten
00:09:23: und könnte ich einfach nur sagen die Kirchentür ist doch offen kommt doch alle wir sind doch da sondern das müssen wir neu lernen für unser Programm ein Stück weit Marketing machen.
00:09:33: Zu den Menschen gehen raus, aus der Kirche gehen bei den Menschen sein, die immer wieder genau hinschauen
00:09:38: was die Menschen brauchen.
00:09:40: und da ist jetzt gerade eine Zeit, vor allem auch jetzt in Kämpfen im ganzen Dekanat denken wir sehr drüber nach wie wir Kirche der Zukunft sein wollen und welche Visionen wir von Kirche in Zukunft leben wollen.
00:09:54: und da sind grad ganz viele
00:09:56: umbruchphasen.
00:09:57: Also es geht um ein großes Facelift Nicht nur die Lied-Strafung, sondern es geht wirklich um eine größere Geschichte.
00:10:07: Moderner zu sein?
00:10:08: Nahrbarer vielleicht noch nahrbarrer wobei wenn man so die katholische und evangelische Kirche ja zwangsweise immer wieder mal ein bisschen gegenüberstellt ist eigentlich die evangelische Denkweise oder das evangelische Arbeiten eh schon ein Stück nahbarer gefühlt.
00:10:24: zumindest
00:10:25: Ja, ich erlebe auch die katholische Kirche als sehr nahbar.
00:10:29: Aber wir sind jeweils ein Beziehungsunternehmen und ein Gemeinschaftsunternehmens.
00:10:34: Wir wollen die Beziehung zu Gott, die Bezierung zu den Mitmenschen, zur Schöpfung, zur Umwelt oder sich selbst immer wieder leben und feiern und reflektieren.
00:10:47: Da ist es aber wichtig, dass die Menschen, die bei uns arbeiten, Zeit für Menschen haben.
00:10:53: Und im Moment ist es ebenso der ganz normale Alltag einer Pfarrerin eines Pfarrers, ich hab's ja selber erlebt.
00:10:59: Da ist viel Bürokratie, viel Verwaltung da, ist ganz viel Antragswesen-Management und die Zeit Besuche zu machen bei den Menschen zu sein...
00:11:10: Eigentliches Seelsorge!
00:11:13: im Mittelpunkt stehende sollte oder aus dem alles andere hervorgeht.
00:11:18: Dieses Zwischenmenschliche, diese Nähe auch zu allen meinen Schäfchen in Anführungszeichen oder zu allen Menschen.
00:11:24: Man ist ja offen und da für jeden Menschen und das ist fast ein bisschen vor lauter Bürokratie ein Stück weit zu kurz gekommen.
00:11:32: Genau!
00:11:32: Und der Ansatz ist mir ganz wichtig dass wir einfach sagen, was sind denn eigentlich die ureigendsten Aufgaben von einem Pfarrer-Fahrerin.
00:11:39: Und was haben wir mal studiert?
00:11:41: Warum haben wir diesen Beruf ergriffen?
00:11:42: Da ist ja auch viel Frust bei Kollegen und Kolleginnen wenn sie sagen ich würde das so gerne machen.
00:11:47: Ich hätte gern viel mehr Zeit aber ich komme gar nicht dazu.
00:11:50: Und jetzt ist der Ansatz, dass wir sagen Wir lagern die ganzen Verwaltungsaufgaben aus.
00:11:55: Das kann auch eine Person machen, die aus dem Verwaltungssektor kommt.
00:11:59: Die können das wahrscheinlich viel besser damit wir wieder Zeit haben bei den Menschen zu sein.
00:12:05: So Zeit fürs eigentliche, so ein bisschen back to the roots?
00:12:09: Ein bisschen Back To The Roots und genau.
00:12:11: ich glaube das ist ein ganz normaler Prozess dass man einfach immer wieder mal innehalten muss und sagen muss wo stehen wir?
00:12:16: können wir so weitermachen?
00:12:17: was müssen wir verändern?
00:12:19: und jetzt überlegen wir gerade sehr was wir ver ändern.
00:12:21: es gibt ein Beispiel Wir sind ja auch in evangelischen Kindertagesstätten als Pfarrerinnen Und Ich hatte selber in Freising eine große Kindertagestätte Arbeitsverträge, Personal das Haus zuständig und so.
00:12:36: Aber ganz wenig für die Eltern oder für die Kinder oder mit den Kindern die großen Feste des Kirchenjahrs feiern.
00:12:43: jetzt gehen wir auf Ostern zu den Kindern, die Passions- und Ostergeschichte erzählen und mit den Eltern auch Elternabendets inhaltlich zu machen.
00:12:53: Und jetzt haben wir hier in Kempten zum Beispiel einen Kita-Zweckverband gegründet.
00:12:58: Da gibt es jetzt eine Geschäftsführende und die macht die ganzen Verwaltungsaufgaben, und die Pfarrerinnen können jetzt inhaltlich viel mehr in die eigentliche Arbeit gehen – das ist ein Erfolgsmodell!
00:13:11: Und da haben wir jetzt alle lang drauf gewartet und das ist aber auch ein Beispielmodell wie es in anderen Gebieten auch sein könnte dass wir nicht mehr so viele Verwaltung haben sondern vielmehr Luft und Zeit bei den Menschen zu sein.
00:13:26: Die Gesellschaft wird auch immer älter, wir haben einfach einen großen Auftrag in die Heime zum Menschen zu gehen, die alleine sind.
00:13:37: Einsamkeit ist ein großes gesetzliches
00:13:40: Thema
00:13:42: wollen wir einfach viel mehr reingehen.
00:13:44: Dorothee, löse heute!
00:13:45: Mein Gast, Sie sind Head of... Ich habe da ein bisschen nachgezählt glaube ich.
00:13:49: Dreiundzwanzig Kirchengemeinden hier im Allgäu.
00:13:52: Also es sind paar Zechtausend... Ich hab's vorhin so formuliert, ich meine nur positiv.
00:13:58: Schäfchen für die sie die
00:14:00: erste Ansprechpartnerin
00:14:02: sein können oder auch sind in der Hierarchie hier.
00:14:06: Wir haben sie sich denn eingeliebt hier im allgäue zwei Jahre?
00:14:08: Sind sie jetzt schon da?
00:14:10: Schon?!
00:14:11: Wurzel geschlagen?
00:14:12: Also absolut.
00:14:13: Ich lebe jetzt seit zwei Jahren hier in Kempten.
00:14:15: für mich das sehr, sehr wohl.
00:14:16: ich fahre ganz viel Auto leider.
00:14:20: Großes Gebiet was Sie abzudecken haben?
00:14:22: Genau also Oberallgäu, Ostallgag, Westallgoglindau, Kempte, das gehört alles zu meinem Gebiet und ich habe jetzt alle Kirchengemeinden schon besucht hab ganz tolle ehrenamtliche Menschen kennengelernt wunderbar engagierte Leute die ihre kostbare Zeit mit einbringen mitgestalten und auf ganz unterschiedliche Art und Weise.
00:14:44: Und das Tolle ist, dass ja auch mein Berufswelt so unterschiedlich ist.
00:14:50: Also ich bin in einem
00:14:51: städtischen Kontext unterwegs dann bin ich in wunderbarer Landschaft unterwegs an den Seen, in den Bergen.
00:14:58: Ich nehme
00:14:58: immer meinen Hund
00:14:59: mit oder oft meinen Hund Mit und wir sind hier
00:15:02: ja
00:15:03: wunderbar gut angekommen und ich finde es großartig hier im Allgäu zu leben.
00:15:09: April dürfen Sie dann, Frau Löse, Ihr zweijähriges Feiern hier im Allgäu.
00:15:13: Sie sind ja... das muss man sich auch mal so ein bisschen auf dazu gezogen lassen in einer wirklich sehr geschichtsträchtigen Stadt letztendlich gelandet nicht nur am älteste Stadt Deutschlands Kampo Dunum sondern auch diese religiöse Zweiteilung von Kämmten
00:15:31: Ja, ich wohne ja direkt an der Sankt-Mannkirche.
00:15:34: Und die Sanktt-Mannenkirch ist auch ein großes Bild oder dafür was wie geschichtspflichtig die Stadt ist.
00:15:42: und egal wo ich unterwegs bin überall kommt das Stift statt Reich statt.
00:15:47: Ich denke vor fünfhundert Jahren hätten sich die Menschen nicht träumen lassen dass es mal so ein wunderbares ökumenisches Miteinander gibt Wie wir das hier erleben.
00:15:56: Katolische, meine katholischen Kollegen und ich wir laden uns gegenseitig zum Essen ein.
00:16:00: Wir trauen das über WhatsApp aus!
00:16:02: Wir machen jetzt den lebendigen Kreuzweg gemeinsam.
00:16:07: Das ist eine wunderschöne Aktion am sieben- und zwanzigsten März.
00:16:11: kleiner Werbeblock.
00:16:13: Ja, nein,
00:16:13: er findet praktisch an fünf Stationen der Passionsweg in Kemptenstadt.
00:16:18: untergehen wir gemeinsam, laden wir alle ein, gemeinsam die Ja, die Wegabschnitte Jesu mitzugehen und das zeigt aber wie wunderbar wir ökumenisch unterwegs sind.
00:16:30: Letztes Jahr hatten wir an Frohn Leichnamen ... Das ist ein rein katholischer Feiertag wurde ich gefragt ob ich denn nicht ein Großwort sprechen würde.
00:16:39: Der Prozessionszug zieht an der St.
00:16:41: Manchirche vorbei Und dann habe ich ein Großwort gesprochen und das hat die Menschen so tief bewegt.
00:16:46: Das hat mich wieder total berührt, weil sie gesagt haben, mei, dass in der ehemals gespaltenen Stadt jetzt so ein Miteinander wie schön... Da gab es Menschen, die hatten Tränen in den Augen, weil sich's so berührt hat!
00:16:58: Ja, und das ist eigentlich auch Religion oder Glaube.
00:17:00: Das ist ja was
00:17:02: ganz tief
00:17:03: inneres.
00:17:04: Eine ganz starke Kraft oder eine starke Emotion Und was war Ihre Dinge auch mit den Menschen macht?
00:17:12: Und vor etlichen Jahren, da kann ich mich noch daran erinnern, gab es mal eine Friedenskette wirklich von der... Basilika St.
00:17:20: Lorenz durch die Innenstadt Freitreppe, also bis zum Rathausplatz, bis zum Sankt Mangplatz und da gab es so rote Schalls und wirklich diese rote
00:17:32: Scheile.
00:17:32: Mit Aufdruck verbunden eben durch das Bank der Liebe und das finde ich... Also da wäre ich super gerne dabei gewesen.
00:17:39: aber ich habe Bilder gesehen und es wird noch ganz viel erzählt.
00:17:43: Und wir haben jetzt nächstes Jahr auch wieder ein wunderbares, großes Jubiläum vor uns.
00:17:47: Nämlich fünfhundert Jahre evangelisch in Kempten und die Sankt-Mannkirche so wie sie jetzt ist wird sechshundert Jahre alt also einen Doppeljubiläu.
00:17:58: Sie isst viel älter aber so wie wir sie jetzt kennens, sechshundert jahre Und da freuen wir uns sehr, die Stadt Kempten wird eine Sonderausstellung dazu machen.
00:18:07: Fünfhundert Jahre evangelischen Kempte.
00:18:10: Wir sind jetzt gerade dabei mit Schulen auch die Ausstellung mitzugestalten und das ist mir ein großes Anliegen dass wir einfach auch die jungen Menschen miteinbinden und mit ihnen überlegen wo kommen wir her als Kirche?
00:18:22: Was ist unsere Geschichte, unsere Wurzeln und wo wollen wir hin?
00:18:26: wie wollen wir zukünftig Kirche sein?
00:18:28: Wir machen das auch ökumenisch Jung, alt alle.
00:18:31: und da ist der Anlass nächstes Jahr eben diese Fünfe
00:18:35: wird.
00:18:35: Der ist ja prädestiniert dafür dass man eigentlich...
00:18:38: Aber vor allem auch in die Zukunft zu gucken.
00:18:41: Ja immer
00:18:42: mit dem Blick in die Zutunft aber da bieten sich manchmal wirklich so große Runde Jubiläen an Dinge vielleicht auch zu reflektieren und zu gucken, ich meine dieser ganze Apparat bis ein ganzer Apparat in Bewegung kommt.
00:18:56: das dauert natürlich Ein großes Schiff, aber egal mit welchem kleinen Paddel irgendeiner muss ja mal anfangen so ein kleines Paddel zu nutzen das es geht.
00:19:06: Aber dieses Jubiläum ist jetzt nicht nur nächstes Jahr in Kempten oder für Kemptenkurz darauf...
00:19:12: ...twanzig-achtenswanzig?
00:19:15: Wird dann fünfhundert Jahre evangelisch in Lindau.
00:19:18: die Reformation im Allgäu hat sich jetzt vergleichsweise zur Deutschland sehr schnell durchgesetzt und sehr früh.
00:19:24: Und da gehen wir jetzt in den verschiedenen Jubiläensjahren dem Ganzen wieder auf die Spur zurück zu unseren Wurzeln und hoffen, dass uns als Kirche als evangelische neue Flügel dann wachsen.
00:19:37: Ja also total spannend freue ich mich sehr drauf!
00:19:40: Sind gedanklich auch stark verankert heute im religiösen Glauben?
00:19:45: Denn Glaubem ist ein Lebensbegleiter der war schon immer irgendwo da oft noch mehr gesucht, wenn es draußen um einen rum nicht ganz so rund läuft.
00:19:57: Oder man das empfindet?
00:19:59: Sprich oder Stichwort Weltgeschehen.
00:20:01: ist das momentan so eine Situation vor Löser wo sie sagen okay der Mensch guckt wieder mehr in die Kirche rein oder sucht halt dort?
00:20:11: Das würde ich mir wünschen und er würde mich sehr freuen.
00:20:14: Und ich glaube, wer auch jetzt bei der Kirche Halt oder Vertrauen sucht... Ich bin davon überzeugt kann es auch finden!
00:20:21: Also für mich, ich kann da immer nur von mir persönlich sprechen ist ein Vertrauen in das Leben fundamental in die Macht der Liebe, sag ich
00:20:31: jetzt mal so platt.
00:20:33: Und wenn man eben merkt wie wieder Menschen hassevoll gegeneinander treten, wie der eine wieder meint den anderen Kleinkriegen zu müssen?
00:20:42: Wie wir wirklich wieder im Kriegsszenarien leben müssen was ich als Jugendliche nie vormöglich
00:20:47: gehalten hätte.
00:20:48: Keiner von
00:20:51: uns!
00:20:51: Was brauchen wir dann?
00:20:52: und was brauche ich dann?
00:20:54: Ich brauche auch Gott als mein Gegenüber die mich auch meine Angst im Gebet sagen kann, meine Verzweiflung und mein Ärger und meine Wut.
00:21:04: Da hilft mir auch mal ein Psalm, einen ganz alter Text aus der Bibel zu lesen und das sind so kraftvolle Worte.
00:21:11: Und es hilft mir wenn wir selber die Worte fehlen und ich echt sprachlos bin an Gesicht der Ereignisse mir da Luft zum machen.
00:21:19: Mir hilft des Menschen zu treffen mit denen ich darüber sprechen kann und zu mir kommen auch als Seelsorgerinnen Leute und sagen Ich muss ihnen jetzt meinen Herz ausschütten.
00:21:28: Das bleibt hier im geschützten Raum, fragen Sie immer selbstverständlich.
00:21:31: Wir haben alle das Seelsorgigeheimnis und dann darf da einfach mal die Seele sich Luft machen.
00:21:37: Und das finde ich was Wahnsinnig Wichtiges!
00:21:39: Ist es schon so dass Menschen mit einem vollen Herzen uns sagen Ich muss jetzt loswerden, ich platze jetzt innerlich gleich also weiß so viel erdrücken das irgendwo in meinem Kopf steckt oder in meinem Inneren steckt?
00:21:51: Ich muss es los werden.
00:21:52: ist das moment keine so eine Phase wo sie sagen das kommt öfters
00:21:56: vor Also im Austausch mit den Jugendlichen ganz stark.
00:22:00: Jetzt war ich am Samstag mit Jugendlichen zusammen, mit vierzehn und fünfzehnjährigen – und die haben mir echt Löcher in den Bauch gefragt.
00:22:06: Und wie kann das sein?
00:22:08: Das kann doch kein Gott geben wenn der solche Dinge zulässt!
00:22:11: Und da miteinander zu ringen und auch zu sagen also was lässt jetzt Gott zu oder was machen wir Menschen gerade auch miteinander?
00:22:18: und dass es aber Gott ganz anders wünscht.
00:22:21: Dass die Bibel die ganze Zeit erzählt hat man Hass überwindet Ja, dass wir das Fremde überwinden.
00:22:28: Dass wir offen sind für einander und das Gute im Leben suchen.
00:22:32: Also die Stimmen müssen einfach wieder ganz laut werden.
00:22:36: Und da sind wir in der Kirche auch dazu da und dazu verpflichtet diese Stimme lautwerden zu lassen und den Jugendlichen, den Erwachsenen, den Kindern Mut zu machen und einfach zu sagen also es gibt noch was ganz anderes auf dieser Welt als der Kampf um Mainz-Deins und wer ist der stärkere?
00:22:55: Und wer gewinnt, sondern dieses Wenn wir miteinander ja uns stark machen und zusammenstehen und füreinander da sind im Leben.
00:23:04: Was ist das dann für eine Kraft?
00:23:06: Das ist das was...
00:23:08: ...was sie auch antreibt, glaube ich diesen Mut weiterzugeben oder auch zu sagen okay des Licht am Ende des Tunnels ist jetzt noch ein bisschen klein.
00:23:19: Aber je weiter ich drauf losgehe, umso größer wird ja dieses Licht am Ende des Tunnels.
00:23:24: also Hoffnung, Hoffnungsgeber.
00:23:27: aber weil sie gerade die Jugendlichen angesprochen haben Sie merken schon das so im Teenager-Alter Also auch die Weltproblematik, das Ungute miteinander da auf der Weltkugel Die Jugendlichen auch speziell beschäftigt.
00:23:42: Sie
00:23:44: haben auch natürlich Angst um ihre Zukunft und die Eltern auch.
00:23:47: Und jetzt kommt die große Problematik der Werbpflicht, was kommt da?
00:23:51: Auch das!
00:23:52: Das sind ja ganz neue Themen und da sind die Religionslehrer Lehrerinnen, sind wir Pfarrer-Pfarrerinnen, die Jugendreferenten, sind die Menschen, die mit Jugendlichen zu tun haben ja auch gefragt einfach da ein offenes Ohr für die Kinder und Jugendlichen zu haben.
00:24:09: Und auch zu überlegen, was ist jetzt dran?
00:24:12: Wie wichtig ist es auch für den Schutz des Friedens einzutreten und auch zu Überlegen welche Möglichkeiten gibt's Frieden zu bewahren?
00:24:23: Ich finde also eine Möglichkeit, zu der die Welt immer wieder zurückgreift.
00:24:27: Es scheinbar die Gewalt aber das ist nicht die Möglichkeit.
00:24:30: Die Wald führt immer zu mehr Gewalt.
00:24:33: Dass miteinander sprechen, sich kennenlernen, aufeinander zugehen.
00:24:38: Eine Offenheit voneinander zu haben auch ein Fremdsein auszuhalten und es nicht so unsicher zu finden sondern eher ergänzend das sind Dinge.
00:24:47: so kann Frieden wachsen Und dafür setzen wir uns ein und dazu möchte ich einfach die Jugendlichen total ermutigen immer wieder neue Wege des Friedens miteinander zu finden.
00:24:59: Streit, Konflikt – das kennen wir ja alle.
00:25:01: Das
00:25:01: kennen wir alle.
00:25:02: aber den Weg da raus!
00:25:03: Und
00:25:03: den Weg daraus macht es echt spannend und da üben wir mit unseren Jugendlichen gewaltfreie Kommunikationen und da gibt's viele Plattformen des Austrausches und da wollen wir einfach auch für die Jugendlichen da sein, für alle Menschen da sein dass wir da miteinander gute Wege in die Zukunft finden.
00:25:23: Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute und jegliche Kraft Auch vielleicht mit zwei Jahren Verspätung.
00:25:29: Herzlich willkommen im Allgäu-Freudies!
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