Von der Kreisklasse bis zur Königsklasse? Der Fußball im Allgäu im Wandel
Shownotes
Wie steht es um den Fußball im Allgäu? Zwischen engagierten Ehrenamtlichen, Nachwuchssorgen und echter Leidenschaft: Karl-Heinz Giegerich, Leiter des Kreis Allgäu im Bayerischen Fußballverband, spricht über die aktuelle Lage, Chancen für den Nachwuchs und warum der Fußball hier mehr ist als nur ein Spiel.
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00:00:02: Gesund und vital durch den Tag.
00:00:03: Der Allgäuchelt-Kaffee-Clutch wird präsentiert von der Bahnhof-Apotheke Kämpten und Pur Natur,
00:00:09: weil Gesundheit
00:00:10: bei der
00:00:10: Ernährung beginnt.
00:00:12: Heute geht es ein bisschen ums Esmieter-Schießen, um Eckbälle, um rote Karten oder gelbe Karten.
00:00:18: Heute ist mein Gast Karl-Heinz Wiegerich.
00:00:21: Er ist Vorsitzender des warischen Fußballverbandskreis Allgäu.
00:00:25: Schönen guten Morgen, schön, dass Sie da
00:00:27: sind.
00:00:27: Ja, schönen guten Morgen, meinerseits.
00:00:29: Haben Sie Schiedsrichter-Erfahrung auch in Ihrem langen Fußball auf Ihnen leben?
00:00:36: Ich habe im Laufe der Jahrzehnte, kann ich sagen, eigentlich alles gemacht.
00:00:40: Also als Spieler angefangen, als Trainer weitergemacht, dann Schiedsrichter und jetzt schon eine ganze Weile als Funktionär im Bayerischen Fußball verbannt.
00:00:48: Wissen Sie noch, wie viele rote Karten Sie insgesamt hochgehoben
00:00:51: haben?
00:00:52: Das kann ich nicht sagen, aber ich weiß, dass ich eine selber bekommen habe, die ich heute noch für ungerecht halte.
00:00:57: Sie haben ja wirklich alles, was man fußballtechnisch doch laufen kann, durchlaufen.
00:01:03: Wann haben Sie denn das erste Mal gekickt?
00:01:05: Wie alt, wie klein, wie groß waren Sie denn da?
00:01:08: Also ich war noch in der Grundschule.
00:01:11: Früher war das ja damals so, dass es nur zwei Mannschaften im Verein gab, eine Schülermannschaft bis Vierzehn und eine Jugendmannschaft bis Aktzehn.
00:01:20: Heute ist das ja alles anders.
00:01:21: Heute gibt es diesen zwei-Jahres-Jahrgangsblock.
00:01:25: Und dann habe ich mit neun angefangen.
00:01:27: Und dann muss man sich hocharbeiten, bis man vierzehn ist, bis man was gelt.
00:01:31: Und dann fängt bei bei fünfzehnten der Jugend wieder von neuem an und ich wieder der Kleinste und der links außen.
00:01:37: Wenn man da jetzt so aufs Alter guckt, waren Sie da so ein Spätsünder?
00:01:41: Mit neun ist man da jetzt schon früher?
00:01:43: Oder ist das ein normales Alter, wo ich auch schon ein bisschen gewachsen bin und ein bisschen rums auch mit dem rechten oder linken Bein hab?
00:01:50: Also wir haben natürlich vorher schon gekickt in der Straße, in der Familie,
00:01:55: im Hof.
00:01:56: Aber es war früher tatsächlich anders.
00:01:59: Meiner Meinung nach vielleicht sogar besser.
00:02:01: Man hat früher so eine Kindertour gehabt.
00:02:04: Da hat man alles gemacht.
00:02:05: Werfen, fangen, springen, klettern.
00:02:08: Und manchmal denke ich mir, dass wir heute fast schon zu früh anfangen.
00:02:11: Nicht nur wir beim Fußball, sondern viele andere Sportdaten machen den gleichen Fehler und spezialisieren Kinder schon zu früh.
00:02:18: Jetzt sind Sie aus Oberstaufen, kann man inzwischen so sagen, feste Wurzelt hier?
00:02:23: Ja, ich bin gebürtiger Schaffenburger.
00:02:25: Damals nach dem Lehramtsstudium ins Allgäu gekommen.
00:02:29: Das war reiner Zufall.
00:02:30: Das Seminar, der mich zugewiesen wurde, war in Sonntofen und der Betreuungslehrer, der für mich zuständig war, war damals ein Lehrer an der Volksschule Oberstaufen.
00:02:40: Und dort habe ich dann angefangen als Lehrer und bin dort auch hängen geblieben.
00:02:44: Aber jetzt nicht als Sportlehrer.
00:02:46: Nein, ich war, ich bin gelernter Hauptschullehrer, inzwischen nennen wir das ja Mittelschullehrer.
00:02:50: Echtig?
00:02:51: Und war dann eben viele Jahre in Oberstaufen an der Schule an meinem Wohnort.
00:02:56: Meine Frau ist Oberstaufenerin.
00:02:57: Das war der Grund, warum ich nicht wieder zurück nach Würzburg oder Schaffenburg abgewandert bin, sondern hier geblieben bin.
00:03:04: Und jetzt schon über vierzig Jahre hier und dann später in Innenstadt und dann zuletzt in Weiler und in Lindenberg als Schulleiter tätig.
00:03:10: Jetzt haben wir ja schon kürzer als neunjähriger dann auch im Verein angefangen zum Kicken.
00:03:15: Damals war es noch anders eingeteilt.
00:03:17: Wie hat sich die Fußball-Liebe denn dann hier im Allgäu weiterentwickelt, intensiviert?
00:03:23: Waren Sie dann irgendwie engagiert schon dort in Sonntrufen beim Verein als Coach dann schon als Trainer in Oberstaufen?
00:03:31: Na, ich war schon als Jugendlicher habe ich eine Jugendmannschaft trainiert und das hat ja auch meine berufliche Ausrichtung dann fast schon vorgeprägt.
00:03:40: Die habe ich gern mit Jugendlichen und Kindern beschäftigt, denen was beizubringen.
00:03:44: Und ich habe dann, wie gesagt, schon während des Studiums als Jugendtrainer gearbeitet und habe das dann in Oberstaufen fortgesetzt.
00:03:50: und später dann mit den eigenen Kindern wird man dann irgendwann Trainer des eigenen Sohnes und dann Jugendleiter und dann geht es so weiter.
00:03:59: Und dann geht das Step by Step nach oben, waren dann ihre Söhne jünger als sie damals wohin in der Verein kommen.
00:04:06: Ja,
00:04:07: klar war genau das, was ich vorhin schon angedeutet habe.
00:04:09: Die haben beide schon eigentlich in Kindergartenalter angefangen bei den Bambini und sind dann jetzt inzwischen weit übers Erwachsenen und Alter hinaus fußballerisch tätig.
00:04:20: Also bei den
00:04:20: Ahas.
00:04:21: Gibt's halt heute leider nur noch selbst.
00:04:23: Aber im Aha-Alter, ja.
00:04:26: Was macht für Sie Fußballspielen aus?
00:04:28: Warum haben Sie, klar, Sie haben gesagt, als Junge oder als kleiner Burr kickt man und bolzt man irgendwo auf dem Stück Rasen umeinander.
00:04:36: Man hat vielleicht eine Brüder als Geschwister.
00:04:38: Warum ist es trotzdem nicht Handball geworden?
00:04:41: Ist ja auch ein Ballsport.
00:04:42: Das ist, glaube ich, schon ein bisschen Zufall.
00:04:44: aufgewachsen in Kindergarten-Grundschulzeit in Niedernberg.
00:04:48: Das ist ein kleiner Ort, näher von der Schaffenburg.
00:04:50: Fünf Kilometer weiter ist Großwaldstadt.
00:04:52: War damals, wie auch heute noch, eine große Handball-Tradition.
00:04:57: Wahrscheinlich wäre ich fünf Kilometer weiter beim Handball gelandet, aber ich wäre ganz sicher beim Mannschaftssport gelandet.
00:05:02: Ja, also das ist schon ein Ballsport ist für Sie, weil nicht nur ein Einzelkämpfer, natürlich, ich brauche Einzelkämpferaktionen, aber letztendlich bin ich aufs Team angewiesen.
00:05:13: Ja, das ist genau das, was meine DNA ist.
00:05:15: Also ich war einfach immer schon gern in der Gruppe unterwegs und gerne in Mannschaften und in der Mannschaft unterwegs zu sein, gemeinsam zu gewinnen, gemeinsam eine Niederlage zu verkraften.
00:05:27: Es bringt mir mehr, als wenn ich alleine für mich irgendwas mache.
00:05:31: Wir stehen schon mitten auf dem Fußballplatz.
00:05:33: Es ist Kunstrasen, Herr Gingrich besser zu B spielen als ein richtiger Rasen.
00:05:40: Also Kunstrasen beansprucht die Gelenke und und Skelett wahrscheinlich noch einiges mehr, aber ist gerade für uns im Allgäu Gold wert, weil wir sind gut ausgestattet mit Kunstrasenplätzen und es ermöglicht uns bei unserer nicht immer ganz einfachen Witterung trotzdem einen relativ einwandfreien, problemlosen Spielbetrieb zu organisieren.
00:05:59: Und dass die Plätze auch fair sind.
00:06:01: Nicht der eine hat da schon fast so eine Schlamm-Mulde und der Nächste hat hier einen englischen Rasen.
00:06:07: Jetzt haben wir ja schon mitbekommen, so step by step und dann waren die Kids auch da.
00:06:11: So der logische nächste Schritt war dann, sich irgendwo im Bayerischen Fußballverband aktiv zu beteiligen.
00:06:19: Bei Ihnen, oder?
00:06:20: Wie ist dieser Schritt?
00:06:21: Oder die Grätsche gekommen?
00:06:23: Ja, ich
00:06:24: war
00:06:26: als Jugendleiter im Heimatverein.
00:06:27: Das war bestaufend tätig und habe dort, glaube ich, keinen schlechten Job gemacht.
00:06:33: Auf jeden Fall hat mich der zuständige BFW-Mitarbeiter gefragt, ob ich nicht sein Nachfolger werden möchte und das habe ich dann auch gemacht.
00:06:40: Und seitdem bin ich in verschiedenen Positionen beim Bayerischen Fußballverband tätig.
00:06:45: Gibt es irgendwie so eine Position, wo Sie gesagt haben, okay, links außen ist ja jetzt da nicht, beim Bayerischen Fußballverband ist da irgendwie euer Ebene so gewiesen, wo Sie gesagt haben, Mensch, das hat man richtig daugt, aber es ging irgendwie kurioserweise.
00:07:00: Einen Schritt nach oben, die Treppe beim BB-Taufe.
00:07:03: Also je näher man an den Vereinen ist, als Spieleiter zum Beispiel oder als Jugendspieleiter, um so zufriedenstellen, da ist es.
00:07:11: Aber irgendwann mal braut es auch die Leute, die den Überblick haben, die übergeordnete Positionen einnehmen.
00:07:17: Und dann war es bei mir natürlich auch so, dass es irgendwann hießes, wir bräuchten jemanden als Kreisjugendleiter, das habe ich dann acht Jahre lang gemacht.
00:07:26: Nach diesen acht Jahren hieß es, der Post des Kreisversitzens ist neu zu besetzen.
00:07:30: Und dann guckt man natürlich, wenn hat man ihn in den eigenen Reihen, der wäre dafür geeignet und dann ist man bei mir gelandet und seitdem bin ich das.
00:07:38: Sie waren irgendwo immer zum richtigen Zeitpunkt eine richtige Stelle.
00:07:43: Ja,
00:07:43: rückblickend
00:07:44: gesagt.
00:07:44: Aber ich habe natürlich auch die relativ gute Voraussetzungen gehabt, also die Rückendecken von zu Hause, sonst kann man sowas Geiten machen.
00:07:53: die Freiheiten, die mein Beruf mir gegeben hat, ohne dass ich damit jetzt sagen möchte, dass Lehrer bis Halbtags arbeiten.
00:08:00: Nein, haben wir auch nicht gesagt.
00:08:00: Ich hatte genügend
00:08:01: Spielraum, um mich ehrenamtlich zu betätigen und ich habe mich ja nicht nur im Fußball ehrenamtlich betätigt, sondern auch in anderen Bereichen, aber im Fußball war es halt dann so, dass ich mich da wohl gefühlt habe und auch tolle Leute kennengelernt habe und dann eine große Zufriedenheit
00:08:19: habe.
00:08:19: Das ist auf jeden Fall, wie lange geht da so eine Amtsperiode?
00:08:23: Egal, ist das unterschiedlich, auf welcher Position man ist, ist das mal fünf, sechs?
00:08:26: Nein,
00:08:27: wir haben generell vier Jahre Legislaturperiode, die endet übrigens dann heuer kommenden Jahr.
00:08:34: Im Januar ist sie in Neuwahlen.
00:08:36: Ich werde da nochmal antreten.
00:08:38: Und natürlich wünschen wir uns, dass die Leute, die sie zur Verfügung stellen und gewählt werden, diese vier Jahre auch durchhalten.
00:08:44: Aber wir können das niemanden zwingen und das von niemanden verlangen.
00:08:47: Sobald gesundheitliche, private, berufliche Dinge dagegen sprechen, dann wird ein Mitarbeiter auch mal vorzeitig sein Amt niederlegen müssen.
00:08:57: Das erleben wir immer wieder.
00:08:59: Es haben sich ja zwei Jungs, die selber Fußball gespielt haben, natürlich mit dem Fußball begeisterten Papa aufgewachsen sind.
00:09:06: Ihre Frau gibt auch Rückendeckung.
00:09:09: Guckt Ihre Frau auch mit Ihnen zusammen mal so ein Schalke-Spiel oder so ein Fußball-EM-Spiel?
00:09:15: oder ist das dann doch irgendwie getrennte Fernseher zur Fußballzeit?
00:09:20: Ja, das ist wirklich, da habe ich wirklich Glück gehabt, weil ich hatte während meines Studiums oft mal mit Leuten, insbesondere bei Frauen, war es so das Problem, dass ich gesagt habe, du spielst Fußball mit mit solchen Leuten, die also so in Studenten kreisen, war das schon fast ein bisschen verpönt.
00:09:38: Und als ich dann auch über Staufen kam und meine Frau kennengelernt habe und ich ihr dann sagte, also am Samstag kannst du nicht mit mir rechnen, dann war ich nach München in Sollimpia statt und Fußball gucken.
00:09:50: Dann sagt die plötzlich, oder könnt ihr eigentlich mit, da war ich schon weilen immer.
00:09:54: Also ich habe das Glück, dass meine Frau sehr Fußballaffin ist.
00:09:57: Wir waren am Samstag in Augsburg beim Heimstieg des FC Augsburg.
00:10:01: Die ist immer gern mitgegangen, wenn unsere Jungs gekickt haben.
00:10:03: Das ist klar.
00:10:06: Aber unterstützt mir auch sonst so und hat auch inzwischen wahnsinnig viel Ahnung von Fußball.
00:10:11: Was ist dann Ihr Lieblingsverein des Manns?
00:10:13: Dein Augsburg?
00:10:14: Sind Sie dann ein FC Bayern-Fan?
00:10:16: Vielleicht nur aus Sechzig?
00:10:17: Also
00:10:19: war nie wirklich so auf einen Verein festgelegt.
00:10:22: Bei meinem Sohn ist es ein bisschen einseitig.
00:10:23: Beim Jüngeren ist er ein totaler FC Augsburg-Fan.
00:10:27: Ich sehe natürlich gerne Augsburg gewinnen, ich halte auch gerne zu den Bayern, aber wenn dann der Nationalamtschaft spielt, ist mir das auch recht.
00:10:35: Also mein Heimatverein, da bin ich am nervösesten eigentlich.
00:10:41: Befalle mir
00:10:42: meine Jungs gespielt.
00:10:43: Welche Position haben Sie früher auf dem Fußballfeld gespielt, dass Sie noch aktiv im Sportdress standen?
00:10:51: Also ich war eher defensiv orientiert.
00:10:55: Meine Freunde behaupten heute noch, ich sei ein relativ rustikaler Spieler gewesen, also nicht so filigran.
00:11:01: Noch heutigen Maßstäben würde man sagen, Innenverteidiger oder heute würde man sagen, ein Sexer.
00:11:07: Das war meine Position.
00:11:08: Sie haben auch gesagt, Sie waren Schulleiter.
00:11:10: Seid jetzt drei Schuljahren im offiziellen Rentenstand oder in der Rente, dass sie da nichts Falsches sagten, in der Pension.
00:11:20: Dreiundzwanzig aus dem Schulte ins Ausgeschieden.
00:11:23: war lange und gern dabei und genieße jetzt das Pensionärstar sein, was übrigens auch im Zusammenhang mit meinem Ehrenamt vieles erleichtert, weil ohne berufliche Verpflichtung kann man sowas doch wesentlich entspannter machen.
00:11:39: Und Sie stellen mehr und mehr Parallelen auch fest.
00:11:43: Ich hab's eigentlich immer schon, man hat beim Fußball wie eine Schule mit Kindern und Jugendlichen zu tun gehört, eine Gruppe von Lehrern ist nicht viel anders als eine Gruppe von Jugendleitern.
00:11:54: Eine Konferenz zu leiten ist ähnlich wie eine Jugendleiter oder Vorstandsversammlung zu leiten.
00:12:01: Die Erstellung eines Spielplans ist im Prinzip das Gleiche in Grün, wie ich als Schulleiter einen Stundenplan erstelle mit tausend Sonderwünsche, die es zu erfüllen gilt.
00:12:10: Also da gibt es schon erstaunliche Parallelen, die habe ich immer schon festgestellt.
00:12:14: Also so ein bisschen das logistische auch, kann man da gut mit einbringen.
00:12:17: oder war von Anfang an ja da.
00:12:19: Ehrenamt, Sie haben es ja nicht nur einmal angesprochen jetzt bei mir im Kaffeeklatsch, es ist ein sehr erfüllendes Mitwirken ein Ehrenamt.
00:12:27: Das hat, wie soll ich sagen, das ist sehr verantwortungsvoll, ganz egal in welcher Branche oder in welcher Bereich man sich auch ehrenamtlich engagiert und ehrenamtliches Arbeiten gibt einem ganz viel auch wieder zurück.
00:12:40: Ehrenamt hat bei Ihnen einen ganz hohen Stellenwert und Sie üben dieses Ehrenamt sehr, sehr gerne und mit voller Leidenschaft und aus tiefsten Herzen auch aus.
00:12:50: Das ist tatsächlich so, das liegt auch irgendwie an meiner DNA.
00:12:55: Ich war immer bestrebt, das, was ich selber erfahren habe, auch wieder zurückzugeben.
00:13:00: Ich habe als Kind und als Jugendlicher erlebt, dass es Leute gab, die sich für mich eingesetzt haben, mich für mich engagiert haben.
00:13:08: ob das in der Kirche altersministerant war, ob das dann beim Fußball, der Fußballtrainer war.
00:13:12: Und ich war immer der Meinung, dass es sinnvoll ist und es hat mir immer Spaß gemacht, das dann wieder später zurückzugeben, selber Verantwortung zu übernehmen und mit Kindern und Jugendlichen oder im Sport oder auch bei uns in der Paargemeinde ehrenamtlich tätig zu sein, war mir immer wichtig.
00:13:30: Was raten Sie denn, wenn es einer jetzt so zuhört und denkt sich, das hört sich so cool an, was der Typ da im Radiograd sagt, der Karl Heinz Gigerich?
00:13:37: Wo kann ich mich denn da engagieren?
00:13:39: Eigentlich mal zum Fußballclub, wenn ich sage, OK, ich gucke vielleicht auch gern Fußball.
00:13:44: Ich mag Fußball, nach was Burspielt, Fußball.
00:13:47: Aber so könnte ich mich ja einfach noch ein bisschen mehr einbringen.
00:13:50: Einfach mal zu dem örtlichen Fußballclub hingehen oder schreibe ich im BBV.
00:13:55: Hallo, ich bin Herr Müller.
00:13:57: Ich würde ganz gern.
00:13:58: Alles möglich.
00:14:00: Es gibt in jedem
00:14:01: Ort ehrenamtliche Möglichkeiten, nicht nur im Sportverein.
00:14:06: die ganzen Blaulichtverbände oder auch musisch, religiös, kirchlich, also Ehrenamt sich ehrenamtlich zu betätigen, ist auf jeden Fall gewinnbringend für Jugendliche und Kinder auch persönlichkeitsbildend.
00:14:23: Ich habe unglaublich interessante und tolle Menschen kennengelernt über das Ehrenamt, auch jetzt im Verband in den Übergeordneten Positionen, das sind alles keine Leute, die vom Himmel gefallen sind.
00:14:34: Das sind alles Leute, die auch beruflich genauso erfolgreich sind wie als Funktionär, die ihre Freizeit opfern.
00:14:41: Nicht immer mit der Wertschätzung, die wir uns wünschen.
00:14:45: Aber ja, ich empfinde Ehrenamt immer noch als Ehre.
00:14:50: Und deswegen kann ich jedem nur raten, wer immer Lust hat, Zeit hat, sich Ehrenamt zu betätigen.
00:14:59: Jetzt in Bezug auf Fußballvereine, da gibt es so viel Tausend Möglichkeiten.
00:15:04: Die brauchen jemanden, der den Platz pflegt, die brauchen jemanden, der erst Riko wäscht, die brauchen jemanden, der die Kinder fährt.
00:15:09: Da muss man gar nicht dasselbe der große Fußballer gewesen sein.
00:15:12: Wir haben ganz tolle ehrenamtliche Mitarbeiter, die selber gar nie gegen einen Ball getreten haben und trotzdem einen guten Job
00:15:18: im
00:15:18: Umfeld des Fußballs machen, kann man jeden brauchen.
00:15:21: Und vor allem auch, was wir in den letzten Jahren forciert haben, vielleicht früher vernachlässigt haben, Auch Frauen sind genauso Fußball-Affin und können ehrenamtliche Jobs genauso gut machen wie Männer.
00:15:35: Das muss längst keine Männer-Sache mehr sein.
00:15:37: Nee, die Männer-Domäne in Sachen Fußball, die ist jetzt aufgebrochen.
00:15:42: Ja, sehe ich auch so.
00:15:44: Hat auch bei mir eine Weile gedauert, bis ich auch mal ein Frauenspiel gesehen habe, weil jetzt in der Schweiz bei dem Frau-Länder-Spiel tolle Atmosphäre eigentlich fast schöner als bei einem Männer-Spiel, muss ich ganz ehrlich sagen.
00:15:56: Friedlicher.
00:15:57: der familiärer Kinderfamilien.
00:16:02: Also macht sehr viel Spaß.
00:16:05: Ich finde auch manchmal, wenn man einen Frauenfußbeispiel guckt, auch vielleicht eine EM oder eine WM.
00:16:10: Also die Mädels, die gehen da schon ordentlich auf zur Sache.
00:16:13: Also das ist jetzt auch nicht irgendwie bloß so mit anstuppsenden Ellbogen.
00:16:17: Nee, nee, manchmal der technisch schönere Fußball wird, glaube ich, bei den Frauen gespielt.
00:16:22: Ja, man darf halt nicht den Fehler machen mit Männermastäben herangehen, dass auch eine Frau aus dreißig Metern einen Ball mit hundertfünfzig ins Tor jagen kann.
00:16:32: ist halt anders, aber es ist genauso sehenswert.
00:16:35: Gibt es irgendwelche Momente, Sie sind ja da seit Jahrzehnten dabei, irgendwelche Momente, wo Sie sagen, ja, das ist der Moment, das hat mich dermaßen wie bollig freut, oder da bin ich aus dem Jubeln gar nicht mehr rausgekommen, oder diese strahlenden Kinderaugen, ja, genau, deswegen mache ich es.
00:16:51: Also Siegeerrungen bei Meisterschaften oder bei Hallenturnieren, wenn man Kindern diese Medaille umhängt, die Gesichter, die stolzen Eltern auf der Tribüne, Also das macht schon was mit einem, gar keine Frage.
00:17:06: Und für mich persönlich natürlich, damals die Erfolge in der Kinder- und Jugendzeit meiner Kinder, wenn man als Vater die Mannschaft des eigenen Sohnes trainiert und dann noch einen Meistertitel einfährt, das hat schon was.
00:17:20: Also das vergisst man sein Leben lang nicht.
00:17:22: Da bekommt man dann auch noch eine Medaille umgehängt, als Trainer dann ja dann
00:17:26: auch, gell?
00:17:27: Ja sicher.
00:17:28: Vielleicht so eine Anekdote aus Ihrer Kindheit.
00:17:31: Ich sag nur Geschenkfußball und Lederfußball.
00:17:34: Sie haben mir nämlich da vorhin schon was ins Ohr geflüstert.
00:17:37: Ja, also ich weiß ja, was.
00:17:39: heute bei entsprechenden Festlichkeiten, Erstkommunien oder der Firmung gibt es halt ein Handy oder irgendwas Besonderes.
00:17:46: Inzwischen.
00:17:46: Bei mir damals war es ein Lederfußball.
00:17:48: Ich war der einzige weit und breit in meiner Klasse, in meiner Straße.
00:17:52: der eine Lederfußball hatte, dann wird man dann auch über diesen Ball als Person sehr begehrt, als Mitspieler.
00:17:59: Wir haben damals nicht angerufen, ob jemand Zeit hat, sondern wir sind einfach raus auf die Straße und haben dann gekickt.
00:18:06: Kann man sich heute nur schwer vorstellen.
00:18:08: Wir haben dann tatsächlich mit allen Kindern unserer Straße gegen alle Kinder aus der Nachbarstraße so einen Wettbewerb gemacht und sowas prägt natürlich.
00:18:18: Ja.
00:18:19: Vor allem Lederfußball.
00:18:20: Ja, das muss man sich in der heutigen Zeit tatsächlich so ein bisschen auf der Zunge zergehen lassen.
00:18:25: Heute ist alles ein Fußball, aber nicht mehr aus Leder.
00:18:28: Nein, heute gibt es natürlich ganz High-Tech-Bälle.
00:18:32: Ja,
00:18:32: High-Tech-Bälle.
00:18:33: Die fliegen auch ganz anders.
00:18:35: Das merken ja dann Auditorhüter manchmal, dass der Ball auf einen Zug und plötzlich dreht er ab und geht in den Winkel.
00:18:41: Aber wie gesagt, damals war das das das allerhöchste.
00:18:45: Das ist so die wichtigste Aufgabe in Ihrer Funktion.
00:18:49: Da geht es ja nicht nur darum, um zu gucken, dass die Plätze alle, keine Ahnung, diese zwei Komma vier Zentimeter Rasenhöhe haben.
00:18:55: Was ist so Ihr Job als Vorsitzender vom Kreis Allgäu?
00:19:00: Also koordinieren natürlich jede Menge.
00:19:02: Ja, also mein Job ist tatsächlich der des Koordinator oder des Repräsentierens.
00:19:08: Ich habe im Kreisaschuss ein Team von sechs Leuten, das sind drei Leute dabei, die den Spielbetrieb organisieren, Herren.
00:19:14: Frauen, Mädchen und Jugend, dann die Bereiche Schiedsrichter, Ehrenamt und Sportgericht.
00:19:21: Und das Ganze wird dann von mir geleitet im Kreis Allgäu.
00:19:25: Wir sind nicht ganz so organisiert wie die Politik, das heißt der Kreis Fußballkreis Allgäu umfasst tatsächlich drei Landkreise, die drei Allgäu-Landkreise, Ostallgäu, Oberallgäu und Unterallgäu mit Instan-Hundertfünfzig Vereiner.
00:19:38: Da gibt es einiges zu organisieren.
00:19:41: Was mich manchmal ärgert ist, wenn der Begriff funktionär so negativ besetzt ist, dabei kommt dieser Ausdruck ja daher, dass wir unser Freizeit opfern, um zu organisieren, dass etwas funktioniert, nämlich dass Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Frauen, Mädchen, Fußball spielen können.
00:19:58: Sie haben es vorhin schon mal so durchsickern lassen.
00:20:00: Dann kommt dann der Januar-Zweitausendsechsundzwanzig.
00:20:05: Und eigentlich waren da eventuell mal Überlegungen anders, aber Sie treten da nochmals an auf dieser Position.
00:20:12: Ist da noch niemand
00:20:13: nachgewachsen,
00:20:14: der reif für diesen Stuhl ist oder für diese Funktion?
00:20:18: Ach reif?
00:20:19: Wären wahrscheinlich schon einiger, aber mittels vielleicht nicht.
00:20:21: Na, es ist tatsächlich so, der ursprüngliche Plan war, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass ich so, dass Kreisversitzender absolviert, hätte abdanken wollen.
00:20:36: und jetzt kommt es anders.
00:20:38: Ich werde im Januar nochmal antreten für die kommenden vier Jahre vorausgesetzt.
00:20:42: Ich bleibe gesund und mein Team passt.
00:20:45: Das ist Gott sei Dank momentan der Fall.
00:20:47: Ja, ich werde in dem Sinne wortbrüchig.
00:20:49: Ich kann mir in dieser Schlagzeilenzeitung auch noch erinnern.
00:20:51: Kallernskigerich letztmalig zum Kreisversitzenden gewählt.
00:20:55: Ich werde dann im Januar am Kreisdag in Havangen schon drei Gründe nennen, warum ich wortbrüchig werde.
00:21:01: Wir sehen Sie hier den Allgäuer Fußball so als kleinen Blick in die Zukunft.
00:21:07: Man ist gut aufgestellt.
00:21:08: Es sind sehr, sehr viele Vereinte unter diesem großen Dach, wo Haberts oder wo bereucht es da noch ein bisschen?
00:21:15: Ja, vielleicht auch Steigbügelhilfe.
00:21:17: Ja, wir sind gut aufgestellt, gar keine Frage.
00:21:19: Wir haben zwei Leuchttürme im Kreis Allgäu mit der regionalen Liga-Mannschaft aus Mämmigen und der Tissen.
00:21:26: Wir sind in der Beinliga leider nur mit Kottern vertreten, aber dafür dann Landesliga wieder mit fünf Vereinen.
00:21:32: Wir haben intakte Bezirksliga, kreisligen Kreisklassen.
00:21:36: Wir haben einen intakten Jugendspielbetrieb, der allerdings immer schwieriger wird.
00:21:40: Es werden immer mehr Mannschaften geben, die aus wo sich Vereine zusammentun müssen.
00:21:47: Da
00:21:48: machen wir uns nichts vor.
00:21:50: Es wird immer schwieriger Jugendliche zu begeistern, genauso wie es immer schwieriger ist, ehrenamtliche Personen zu finden, die bei uns mitarbeiten.
00:21:57: Pack mal's an und krempel die Ärmel hoch.
00:21:59: Vielen Dank, dass sie da
00:22:13: waren.
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